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Stalinismus und Franquismus Ein Vergleich zweier gegensätzlicher ...

Stalinismus und Franquismus Ein Vergleich zweier gegensätzlicher ...

der Universität Moskau,

der Universität Moskau, die 1922 durchgeführt wurde, standen 90 % der Frauen dem Geschlechtsakt gleichgültig gegenüber, ein Drittel von ihnen fanden ihn sogar eklig, was wohl mehrere Gründe hatte. Einerseits hatte das Verhalten der Männer ihnen gegenüber dazu geführt, aber auch die spezielle Ideologie, in der man Sexualität nur mit der Mutterschaft in Verbindung brachte. Somit konnten die Frauen ihre eigene Sexualität auch nie frei entfalten ("Sowjetunion 1921 – 1939 [...]" 2004: 18). Aaron Zalkind, der seiner Zeit für seine psychologischen Theorien bekannt war, schrieb in dem Sammelband Die Revolution und die Jugend von 1925 zu diesem Thema: Unser Standpunkt kann nur revolutionär, proletarisch und streng praktisch sein. Wenn diese oder jene sexuelle Regung zur Isolierung eines Individuums hinsichtlich seiner Klassenzugehörigkeit beiträgt..., ihn teilweise seiner Arbeitskraft beraubt... und seine kämpferischen Qualitäten vermindert, muß [sic.] dem ein Ende gesetzt werden. Tragbar ist nur ein Sexualleben, das dazu beiträgt, kollektivistische Emotionen zu verbreiten. (in Stern 1980: 51) Im selben Band konnte man auch von Zalkind besondere Regeln finden, nach denen gute Kommunisten ihr Sexualleben zu richten hatten: [...] 5. Der sexuelle Akt darf sich nicht oft wiederholen. 6. Man darf den Partner nicht oft wechseln. 7. Die Liebe muß [sic.] monogam sein... 8. Bei jedem Geschlechtsverkehr muss man daran denken, potenziell ein Kind zu zeugen. Allgemein muss immer an die Nachkommenschaft gedacht werden. [...] 9. Die Partnerwahl muß [sic.] sich nach Klassenkriterien richten und mit den revolutionären und proletarischen Zielen konform gehen... 12. Die Klasse [wohlverstanden: die Kommunistische Partei] hat das Recht, im Sexualleben ihrer Mitglieder zu intervenieren. (in Stern 1980: 51; Scheide 2002: 154) Den 12. Punkt erklärt er folgendermaßen: 76 Die für eine einer feindlichen und ethisch fremden Klasse angehörenden Person empfundene sexuelle Anziehung ist eine Perversion wie die für ein Krokodil oder einen Orang-Utan. (in Stern 1980: 52)

Dies ist aber noch nicht alles. Er ist auch der Meinung, dass die Partei über die Reinheit der Rasse zu wachen habe und er propagierte "das totale und bedingungslose Recht der Gesellschaft, in das sexuelle Leben der Bevölkerung mit der Absicht einzugreifen, die Rasse durch die Praxis einer künstlichen sexuellen Auslese zu veredeln" (ebd.). Jede Art von Sexualleben, außer dem zum Zweck der Kinderzeugung, war unter Stalin pervers und sollte unterbunden werden. So galten auch erotische Spiele während des Aktes als Perversion, die neurotische Störungen zur Folge hätten und höchst unmoralisch seien. Einen Grund für diese strikte sexuelle Repression kann man in George Orwells Roman 1984 (S. 109) nachlesen: It was not merely that the sex instinct created a world of its own that was outside the Party's control and which therefore had to be destroyed if possible. What was more important was that sexual privation induced hysteria, which was desirable because it could be transformed into war-fever and leader-worship. (in Kon 1997: 2) Auch Liegle ist der Meinung, dass die "Tabuisierung der Sexualität und das Beharren auf der Sanktionierung aller Geschlechtsbeziehungen" als "Instrumente der Kontrollierung und Disziplinierung der Menschen gedeutet werden" können (Liegle 1970: 69). Dies spiegelte sich natürlich auch in den Medien und in der Kultur wieder. Alles, was eine sexuelle Konnotation besaß, wurde streng zensiert. Dies galt für die Malerei, Literatur und alle anderen kulturellen Bereiche. Eine satirische Kurzgeschichte verdeutlicht dies sehr anschaulich: 77 In the satirical short story 'A Faint Resemblance to Savonarola' (1932), Ilf and his partner Yevgeny Petrov tell how an editor locks his door and bawls out an artist for producing a poster showing a waitress with breasts. 'Don't forget that women and children will see the poster. Even grown men.' The artist tries to defend himself: “You surely are joking: my waitress is fully clothed. Another thing: her breasts are quite small. If you talk in terms of foot size it works out at no more than size 33.' 'So we need a boy's size, about 28. Anyway, let's cut the cackle. You know what I mean. Breasts are out.' (Il'f und Petrov zit. in Kon 1997: 25)

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