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Stalinismus und Franquismus Ein Vergleich zweier gegensätzlicher ...

Stalinismus und Franquismus Ein Vergleich zweier gegensätzlicher ...

Wurde das Bild einer

Wurde das Bild einer Frau in der Presse gezeigt, so hatte sie meist ein Gewehr oder eine Sichel in der Hand. Weiblichkeit wurde nur durch die Mutterschaft verkörpert. Die Repression galt jedoch nicht für alle Menschen, die in der Sowjetunion lebten. Die Elite, die sich um Stalin scharte, veranstaltete regelmäßig Orgien mit Prostituierten auf ihren Dačas. Man sagt Lavrentij Berja, dem Chef des NKVD, nach, dass er ein zügelloser Sadist gewesen sei. Es gab private Vorführungen von Pornographie, geheime Partei-Bordelle und Massageräume. Die mehr oder weniger willigen jungen Mädchen wurden von den Komsomol-Schulen auf die geheimen Partys genötigt. Es gab sogar einen skandalösen Fall, bei dem man sich Mädchen aus einem Blindenheim aus einer zentralasiatischen Republik "bestellt" hatte (vgl. Kon 1997: 3). Es kam jedoch auch zum Sex in den Lagern, sogar in Gruppenform, um so die Geburtenrate der Gesellschaft zu erhöhen. Kam es zu einer Schwangerschaft, wurden die Frauen für ein Jahr entlassen, um ihre Kinder auszutragen. Danach wurden ihnen die Kinder weggenommen und kamen in die Obhut des Staates, um sie in Sonderschulen u.a. als Polizisten auszubilden. Die Mütter wurden, entgegen anderweitiger Versprechungen, wieder in ein Lager überführt. Laut Stern kann die Umkehrung all der in den 20er Jahren erlassenen liberalen Gesetze unter Stalin jedoch nicht nur auf der rapide sinkenden Geburtenrate basieren. Er glaubt, dass auch der sowjetische Puritanismus, der seine Wurzeln wohl schon im 19. Jahrhundert hatte, ein wesentlicher Grund dafür war. Dies begründet er damit, dass selbst die Koedukation, die man 1918 eingeführt hatte, 1943 plötzlich wieder abgeschafft wurde (vgl. Stern 1980: 55). 4.1.2.2 Schwangerschaftsabbruch als Verhütungsmittel Nach der Oktoberrevolution führte Russland die liberalsten Gesetze zur Abtreibung ein. Dies bedeutete, dass man diese in Krankenhäusern kostenfrei durchführen lassen konnte. Mit der Legalisierung avancierte die Abtreibung zum Empfängnisverhütunsgmittel Nummer eins und die Zahl der Abtreibungen nahm stark zu. Zwischen 1922 und 1926 vervierfachte sie sich und 1928 kamen im damaligen Leningrad auf 1000 Einwohner 31,5 Abtreibungen gegen 22,6 Geburten. 1934 konnte man schon drei Abtreibungen auf eine Geburt in Moskau 78

und drei Abtreibungen auf zwei Geburten auf dem Land registrieren (vgl. Stern 1980: 44). Unter Stalin kam es jedoch zu einer rigiden Sexualpolitik, die aus den bereits genannten Gründen (Geburtenrückgang, steigender Bedarf an Arbeitskraft) u.a. die Abtreibung im Jahre 1936 verbot und nur in ganz bestimmten medizinischen Indikationen erlaubte. Dies hatte jedoch andere Konsequenzen als erhofft. Verzweifelte Frauen, die es sich nicht leisten konnten ein Kind zu bekommen, hielt das Verbot nicht davon ab, trotzdem eine Abtreibung durchzuführen. Diese mussten jedoch nun unter den widrigsten Umständen realisiert werden. Die Zahl der Hinterhof-Abtreibungen, unter unhygienischen Bedingungen, oder selbst eingeleitete Abtreibungen stiegen rasant an und mit ihnen die Komplikationen, die in vielen Fällen sogar zum Tod der Mutter führten. Die meisten sexuell aktiven Frauen hatten zwischen zwei und drei Abtreibungen bis zum Einsetzen ihrer Menopause. 4.1.2.3 Homosexualität Mit der Liberalisierung der Gesetze nach der Oktoberrevolution wurde auch das Verbot der Homosexualität aufgehoben. In den 20er Jahren wurde die Homosexualität eher als Krankheit angesehen und deshalb nicht als Straftat geahndet. So wollte der Arzt Mark Sereisky Homosexuelle durch eine radikale Methode heilen, indem er ihnen die Hoden von heterosexuellen Männern transplantierte (vgl. Kon 1997: 91). Mit Stalin änderte sich der Umgang mit der Homosexualität. Es begann zunächst eine Kampagne gegen die Homosexualität: Gorky even maintained that legalisation of homosexuality was one reason for the victory of German fascism. And this was said at a time when the fascists were shooting German homosexuals, branded as the 'communist plague'. (in Kon 1997: 92) Diese Hetzkampagne hatte jedoch nur eine kurze Lebensdauer, denn ab Mitte der dreißiger Jahre wurde alles, was mit Sexualität zusammenhing, vollkommen verschwiegen. Im Zuge dessen wurde die Homosexualität 1934 per Gesetz zu einem Verbrechen erklärt und mit acht Jahren Freiheitsentzug geahndet. 79

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