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Stalinismus und Franquismus Ein Vergleich zweier gegensätzlicher ...

Stalinismus und Franquismus Ein Vergleich zweier gegensätzlicher ...

Die Ehe war vor allem in

Die Ehe war vor allem in den ersten Jahrzehnten des Franco-Regimes die einzige gesellschaftlich anerkannte Lebensbestimmung und –absicherung für die Frau. Blieb die Frau jedoch allein, wurde sie sozial geächtet. Die Ehe galt als unauflöslich, selbst wenn das Leben der Frau an der Seite ihres Mannes zu einer Qual wurde. Schuld an dem Scheitern der Ehe oder an der Frustration war allein die Frau. Bei Eheproblemen wurden diese nicht durch ein klärendes Gespräch gelöst oder durch gegenseitigen Respekt, denn die Frau hatte nicht die gleichen Rechte wie der Mann und hatte sich ihm unterzuordnen. Selbst, wenn der Mann egoistisch, untreu, machistisch oder brutal war, musste die Frau damit zurechtkommen. Die Intaktheit der Familie lag damit voll und ganz in den Händen der Frau. Ging die Frau jedoch fremd, hatte der Mann die Pflicht sie zu bestrafen, zum Beispiel durch körperliche Gewalt. So waren Gewaltanwendungen der Ehefrau gegenüber alltägliche Vorkommnisse. 4.2.1.3 Das Rollenverständnis der Frau Die christliche Ideologie und damit auch der Franquismus machte die Frau zu einer Person ohne Selbstbestimmung. Das hatte auch seinen Grund, denn das Prinzip des Machismo erforderte einen Gegenpart: Das Konzept von feminidad (Weiblichkeit). Sie wird in die Rolle der Erzieherin, der Untergebenen und des Eigentums des Mannes ohne Ansprüche auf eigenständige Persönlichkeit gezwungen. Es wurden klare Regeln im Franquismus festgelegt, wie eine Frau zu sein hatte. Diese Regeln entsprachen, laut der Kirche, den „natürlichen“, das heißt den biologischen Konzepten von Weiblichkeit. Als Lehrwerk für das franquistische Weiblichkeitskonzept galt das von Fray Luís de León 1583 geschriebene „La perfecta casada“ und fehlte auf keinem Hochzeitstisch einer spanischen Braut. Begründet waren die ungleichen Rollenverständnisse dadurch, dass die Frau anders (distinta) sei, sie habe von der Natur spezifische Anlagen und Fähigkeiten mitbekommen (Zartheit, Schwäche, Wunsch nach Schutz, Unterordnung, Passivität…), und diese binden sie nun an bestimmte Aufgabenbereiche. Damit wird sie auf die räumlichen Innenwelten des Haushalts beschränkt und dadurch kontrolliert. Dies wird bei Sengewald-Molterer als „intime Tyrannei“ (Sengewald-Molterer 1997: 212) bezeichnet. Die Werte dieses Ordnungsprinzips sind sacrificio (Hingebung), Selbstverleugnung, Anpassung, 86

Verzicht, Aufopferung und Unterordnung. Als perfekte Vorbilder für dieses Weiblichkeitskonzept werden Isabel la cátolica, die heilige Teresa von Ávila und natürlich die Jungfrau Maria (die einzige Frau, die ohne Sünde, durch geistige Empfängnis, ein Kind geboren hat) genannt. Dieses Bild prägte jedoch nicht die Kirche allein. Die einflussreiche falangistische Frauenorganisation „Sección feminina“ half ihr dabei, die Ächtung unverheirateter Frauen, die Geringschätzung weiblicher Bildung und den tabuisierten sexuellen Umgang zwischen Männern und Frauen zu rechtfertigen. Das Radio und die Printmedien (z. B. TELVA, eine Frauenzeitschrift von Opus Dei 27 ) taten noch ihr übriges dazu. Keuschheit und Reinheit waren für junge Mädchen fast schon lebensnotwendig. Denn es war die einzige Garantie, um in den heiligen Stand der Ehe einzutreten. Die Heirat war für die Mädchen eine Lebensabsicherung und für die Eltern bedeutete sie, die Belastung durch ihre Tochter an den Ehemann abzugeben. Deshalb achteten auch die Eltern streng auf die Keuschheit und Reinheit der Tochter. Damit konnte eine Frau nur durch ihren Mann Erfolg, Lebensfreude und soziales Prestige erreichen. Die Frau wurde somit zu einem Objekt des Mannes degradiert, ob nun seines Besitzerstolzes oder seiner sexuellen Wunschvorstellungen. Erst mit dem Beginn des spanischen Wirtschaftswunders in den 60er Jahren lockerte sich oberflächlich dieses Rollenverständnis, jedoch nicht mit dem Ziel der Gleichberechtigung der Frau, sondern nur der effizienten Ausnutzung ihrer Arbeitskraft wegen. Setzte man vorher die Weiblichkeit mit intellektueller Inkompetenz gleich, wurden jetzt bestimmte Arbeitsfelder für sie geöffnet. Das führte zu einer Doppelbelastung der Frau, denn die Hausarbeit, Kindererziehung und das Wohl des Mannes standen immer noch an erster Stelle. Die Diskriminierung der Frau nahm dadurch jedoch nicht ab. Sie hatten schlechtere Ausbildungsmöglichkeiten, geringeren Zugang zu qualifizierten und besser bezahlten Stellen, eine nach wie vor ungerechte Bezahlung (55-58 % unter den Gehältern von Männern), permanenter Zweifel an ihrer Arbeitsfähigkeit usw. Die Berufstätigkeit bot aber auch Vorteile, sie erweiterte die weibliche Wahlfreiheit, zum Beispiel bei der Wahl des Ehepartners, durch ihre finanzielle Unabhängigkeit. 27 (dt. Gottes Werk), ein 1928 von dem Priester Jose María Escrivá de Balaguer gegründeter katholischer Laienorden, gehört zur einflußreichsten Organisation in der katholischen Hierarchie. In einigen Ländern, besonders in Spanien, errang der Orden auch Einfluß in der Wirtschaft und Politik. In der Kritik steht der Orden wegen seiner sektenähnlichen Methoden und wegen der Infiltration der Gesellschaft im Sinne einer reaktionären Ideologie. 87

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