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Stalinismus und Franquismus Ein Vergleich zweier gegensätzlicher ...

Stalinismus und Franquismus Ein Vergleich zweier gegensätzlicher ...

4.2.1.4 Das

4.2.1.4 Das Rollenverständnis des Mannes Der Mann verfügt über einen natürlichen Überlegenheits-, Führungs- und Zuständigkeitsanspruch und dieser wird von allen akzeptiert und als gegeben hingenommen. Diese offizielle Führungsrolle des Mannes wird zurückgeführt auf den biblischen pater familias zurück, das der Primas von Spanien, der Kardinal Gomá y Tomás folgendermaßen begründet: El padre es cabeza de la mujer como Cristo es cabeza de la Iglesia. La cabeza tiene una nobleza específica que no tienen las demás partes del cuerpo. Cristo tiene una dignidad superior a todos los miembros de la Iglesia y a cada uno de ellos. La esposa tiene el carácter de auxiliar... La mujer, formada de una porción del hombre deberá ocupar su rango inferior al hombre... El hombre tiene, por regla general, mayor vigor físico y mental... En todas las naciones, salvajes y civilizadas, la autoridad doméstica corresponde al padre. (in Abella 1985: 161f) Der Mann ist der Kopf der Frau, wie Christus der Kopf der Kirche ist. Der Kopf hat einen besonderen Edelmut, den die anderen Körperteile nicht besitzen. Christus hat eine Würde, die die anderen Mitglieder der Kirche und alle anderen nicht besitzen. Die Ehefrau hat den Charakter eines Gehilfen... Die Frau, die aus einem Körperteil des Mannes geschaffen wurde, muss einem dem Mann untergeordneten Platz einnehmen... Der Mann, laut den allgemeingültigen Regeln, besitzt eine größere körperliche und mentale Kraft... In allen Nationen, in den wilden und den zivilisierten, hat der Mann die häusliche Autorität inne. Die geschlechtsspezifische Rollenverteilung sah den Mann in der Öffentlichkeit und im Beruf. Genauso fielen ihm die Bereiche Kultur und Politik zu. Sein Charakter wird durch Stärke und Ratio definiert und seine Psychostruktur als narzisstisch bezeichnet. Dieser Narzissmus, der unter Franco den Machismo rechtfertigte, sei angeboren und damit nicht historisch oder gesellschaftlich bedingt. Da der Narzissmus dem Mann „[…] zeitlos von der Natur aus vorgegeben […]“ ist, ist er „[…] als soziales Faktum gerechtfertigt […]“ (Kreis 1990: 125). In der heutigen Forschung werden zwei Arten von Narzissmus unterschieden, „gesunder“ Narzissmus („Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, Lev. 19, 18) und „pathologischer“ Narzissmus, dessen Merkmale folgende sind: Scham, Angst, Größenwahn, angebliche Allwissenheit und Allmacht, eine starke Anpassung an gesellschaftliche Normen, grundlegender Mangel an 88

Einfühlungsvermögen und eine „Unfähigkeit zu lieben“ (Kreis 1990: 126). Der franquistische Narzissmus ist pathologischer Natur, deshalb kann man sich kaum vorstellen, aus welchem Grund diese Merkmale, die höchstwahrscheinlich durch die repressive Sexualpolitik motiviert sind, als Rechtfertigung für eine übergeordnete Rolle des Mannes fungieren konnten. Heute wird der Narzissmus als gesellschaftliches Produkt gesehen. Die jungen Männer des Bürgertums waren aber nicht nur anfänglich der sexuellen Repression ausgesetzt, sondern auch einem enormen Leistungsdruck. Die Voraussetzung für gesellschaftliche Anerkennung war das Bestehen der zuverlässigen Absolvierung der exámenes (Prüfungen) und oposiciones (Eignungsprüfung für die Beamtenkarriere) und die Gründung einer Familie. 4.2.2 Sexuelle Repression 4.2.2.1 Die ideologischen Grundlagen der repressiven Sexualpolitik Sexualfeindschaft als grundlegender Inhalt der katholischen Dogmatik geht auf drei fundamentale Aspekte zurück: der Erbsündenmythos, der Geist-Körper- Dualismus und die Reinheit-Unreinheit-Antithetik. Diese Sexualfeindschaft dominiert bis heute die theoretischen Grundlagen und die dadurch gesteuerte gesellschaftliche Praxis. 4.2.2.1.1 Der Erbsündenmythos Mit dem Erbsündenmythos ist die Verleitung Adams durch Eva zum Essen der Frucht vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen gemeint, welche in der Bibel im Genesis (Gen. 3,1-14) beschrieben wird. Bekanntermaßen müssen Adam und Eva daraufhin das Paradies verlassen. Von Augustin wird es als Verführung des Mannes durch die Frau zur Geschlechtssünde falsch gedeutet. Damit ist für ihn die Sexualität eine Sünde aber auch die Tatsache, dass durch Leidenschaft und Begierde der Verstand ausgeschaltet wird, macht den Geschlechtsakt für ihn zur Sünde. Thomas von Aquin belastet den Geschlechtsakt noch zusätzlich mit den Begriffen „Sünde“ und „Schuld“, da diese Sünde durch die Zeugung auf die Nachkommen Evas weitervererbt werde. Mit diesem „Sündenfall“ und Evas „Schuld“ wurde eine Herrschaft des Mannes in der spanischen Gesellschaft 89

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