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Stalinismus und Franquismus Ein Vergleich zweier gegensätzlicher ...

Stalinismus und Franquismus Ein Vergleich zweier gegensätzlicher ...

(machismo)

(machismo) gerechtfertigt, mit dem Ziel der Unterdrückung der Frau unter anderem durch Predigten, den Unterricht, die Presse, ärztliche Beratung und so fort. Diese negative Wertbesetzung macht sich für die Frau im spanischen Gesellschaftsleben laut Kreis durch zwei Aspekte bemerkbar: „1. die Verteufelung (durch die Verbindung des 'Sündenfalls' mit der Schlange fallen Sexualität und ihr Medium Frau 'ur-sächlich' dem Bereich des Bösen, Teuflischen, Satanischen zu); 2. die 'tödliche' Konsequenz (der Tod wird als 'Folge' und moralisch als 'Strafe' für Evas 'Sündenfall' aufgefasst […]“ (Kreis 1990: 28). 4.2.2.1.2 Der Geist-Körper-Dualismus Die neutestamentlich-paulinische Antithetik ist mit dem Erbsündenmythos eng verbunden. Diese Antithetik unterscheidet zwischen dem Geistigen (Spirituellen, Ideellen) und dem Stofflichen (Materiellen, Körperlichen, Sinnlichen). Das Geistliche hat einen höheren Wert und wird somit positiv, zum Beispiel durch die Begriffe „hoch“, „ewig“, „reales Sein“, „göttlich“, besetzt und wird den Bildfeldern des Licht- und Luftbereichs zugesprochen. Als Gegenpol werden dem Stofflichen „niedrig“, „endlich“ (Vergehen, Tod), „bloße Erscheinung“ und die Bildfelder Finsternis, Erdgebundenheit, Kreatürlichkeit und dem Tierischen zugeordnet. Damit wird der Mensch in zwei Teile gespalten, in das „Hohe“, „Ewige“, „Göttliche“ und in das „Niedrige“. Der körperliche und niedrige Sexualdrang wird nun z.B. bei Cansinos-Assens als „Abscheulichkeit“, „Erniedrigung“, „Bestialität“ und „Zersetzung“ beschrieben (Cansinos-Assens zit. in Kreis 1990: 32). 4.2.2.1.3 Die Reinheit-Unreinheit-Antithetik Dieses Konzept geht auf die altisraelische Tabuisierung des Sexuellen zurück, in der die animistische Erfahrung von der Unreinheit offener Körperstellen dargestellt wird. In offene blutende Körperstellen konnten „böse Mächte“ (Krankheitserreger) eindringen und damit nicht nur der betroffenen Person, sondern auch durch Ansteckung dem ganzen Stamm den Tod bringen. Damit ist die „blutende Frau“ (Menstruation) dafür prädestiniert, als „unrein“ zu gelten. Aus diesem Grund wurde der gesamte Sexualbereich mit dem Begriff „unrein“ belegt 90

und tabuisiert. Diese Vorstellungen haben sich in der kirchlichen Tradition bis heute erhalten und wurden in der Franco-Ära als Rechtfertigung für die Abwertung aller sexuellen Neigungen benutzt. „Die sexuellen Triebe, Vorstellungen, Wünsche und besonders ihre Realisierung werden durchgehend als ‚krank’, ‚krankmachend’, ‚ansteckend’, ‚ungesund’, ‚vergiftend’ diagnostiziert, sexuelle ‚Versuchungen’ als bedrohliche Krankheitsherde (Eiterberge, Kloaken) kenntlich gemacht.“ (Kreis 1990: 35). 4.2.2.1.4 Die Lustfeindschaft der Kirchenlehre Die Lustfeindschaft geht auf den Erbsündenmythos zurück und wird durch die göttliche Verbannung in der Genesis gerechtfertigt. Obwohl die Lust etwas Positives ist und vom Menschen von Natur aus angestrebt wird, bekommt es von der mittelalterlichen Kirche eine negative Bewertung. Da wir die Sünde von Adam und Eva durch die Vererbung automatisch in uns tragen, muss unser Leben eine „Sühne“ für diese Sünde sein. Dieses christliche Konzept wurde von José María Pemán entwickelt und durfte in keinem der spanischen Erziehungsbücher aus der Francozeit fehlen. Diesem zufolge „erhöht“ das (von Gott verhängte) Leiden, Schmerz, Entbehrung usw. den Menschen und bringt ihn näher zu Gott. Im Gegensatz dazu „erniedrigt“ das Gefühl der Lust den Menschen und kann nur die Quelle für Leid und natürlich die Verführung durch den Teufel sein. Menschen, die diese Lust anstreben, seien krank und zusätzlich eine Gefährdung für den Staat und die Gesellschaft. Damit wird nicht nur die voreheliche oder außereheliche Lust/ Sexualität als antigöttlich eingestuft, sondern auch die Sexualität in der Ehe, wenn sie nicht dem reinen Zweck der Fortpflanzung dient. Das heißt, dass die „[…] Sexuallust als weder zum Leben noch zur Gesundheit (…) noch zum Wohlergehen (…) nötig’“ ist (Ferrándiz/Verdú zit. in Kreis 1990: 39). Die Frau ist von dieser grundlegenden Lustfeindlichkeit unter Franco besonders betroffen. Denn sie wurde durch die Erziehung in Familie und Kirche von klein auf darauf eingeschworen. Empfand sie dennoch Lust an der Sexualität, wurde sie nicht nur von ihrem Beichtvater auf schärfste diskriminiert, sondern auch von ihrem eigenen Mann als „Hure“ bezeichnet. 91

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