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Stalinismus und Franquismus Ein Vergleich zweier gegensätzlicher ...

Stalinismus und Franquismus Ein Vergleich zweier gegensätzlicher ...

zu schützen. Der Pater

zu schützen. Der Pater Quintín de Sariego vom Kapuzinerorden vertrat folgende Meinung dazu: Es muy verosímil que el espectáculo más inverecundo e inmoral, legalizado en la sociedad moderna, sea el que ofrece la playa... No hay pues en la conducta social de la mujer una acción más grave, más excitante al pecado feo, que la que realiza tranquilamente en sus baños públicos en la playa. Son ocasión próxima de pecado mortal. (in Abella 1985: 77f) Das was am Strand vorgeht, ist wohl die schamloseste und unmoralischste Sache in der modernen Gesellschaft... Im sozialen Benehmen der Frau gibt es nichts Schlimmeres, nichts was mehr die üble Sünde provoziert, als das ausgelassene Baden an öffentlichen Stränden. Es kommt fast einer Todsünde gleich. 4.2.2.2.2 Kultur (Kunst, Film, Literatur und Buchwesen) Die Darstellung von Nacktheit und Sexualität im Film, im Theater, in Literatur und in wissenschaftlichen Abhandlungen wurde von dem unnachgiebigen Zensurapparat auf Schärfste verfolgt. Gemälde mit entsprechenden Darstellungen wurden offiziell verboten. Darunter fielen selbst Aktzeichnungen von berühmten Malern wie zum Beispiel Tizian und Picasso. Unter diese Sexualrepression fiel ebenfalls jedes geschriebene Wort. Das heißt, es wurden öffentliche Bibliotheken, in der ersten Zeit sogar auch Privatbibliotheken kontrolliert, dabei wurde Literatur, die als pornographisch galt, entfernt und verbrannt. Unter diese Zensur fielen Wörter wie „Achselhöhle“, „Bauchnabel“, „Schenkel“, „Unterhose“, „kleine Brüste“ und so fort (Muñoz Sabaté; Antonio Beneyto; Alonso Tejada zit. in Kreis 1990: 42). Sogar wissenschaftliche Werke waren davon betroffen. An der Medizinischen Fakultät wurde noch bis einschließlich 1976 das Wort „Sex“ mit instinto genésico (Zeugungsinstinkt) (Gonzáles Duro zit. in Kreis 1990: 43) umschrieben. Als unmoralisch galt sogar die Abbildung eines französischen Pfarrers auf dem Titelblatt einer Zeitschrift,, der mit zwei kleinen Mädchen abgebildet war. Diese trugen die von ihm gespendeten Ballerina-Röckchen. Niemand würde solche Röckchen unter normalen Umständen als unmoralisch betrachten. Der Zensor sah 94

es jedoch als unmoralisch an, dass ihre kindlichen Oberschenkel und nicht vorhandenen Brüste unter dem Stoff zu sehen waren (Abella 1985: 82). Für die Lockerung der Moral und den Verfall der Sitten wurde in der ersten Zeit auch das Kino verfolgt. Es wurde als „Schule der Perversion“, „Vehikel der Unmoral“, „Zerstörer der moralischen Virilität der Völker“ bezeichnet. (Alonso Tejada zit. in Kreis 1990: 41). Fanatische Katholiken wollten die Kinos verbrennen und der Jesuit Angel Ayala definierte den modernen Film als „schlimmer als Weltkrieg und Atombombe“ (Kreis 1990: 41). Auch die regimetreue Presse meldete sein Missfallen am Kino, in dem sie es als “Unterminierung der spanischen Gesellschaft“ (Sengewald-Molterer 1997: 101) bezeichnete. Liebesszenen wurden gekürzt und wenn die Hauptdarsteller Anzeichen für einen Kuss machten, wurden die Ebenen so angepasst, dass es nur nach einer heimlichen Berührung aussah, durch die Geschwindigkeit, in der sich das Paar von einander trennte. Erotische Szenen wurden auf das Radikalste zensiert. Die Dialoge wurden ausgetauscht und die Situationen dermaßen verändert, dass die Handlung unverständlich und absurd erschien (vgl. Abella 1985: 80). Wurde 1974 noch gegen den amerikanischen Film Gilda demonstriert, in dem ein nackter Arm, durch das Ausziehen eines Handschuhs entblößt wurde, so bezeichnete man 1962 das Ringen um den Film Bahía de Palma mit Elke Sommer als „La guerra del bikini“, was ein Symbol für die Auflockerung des Sittenkodex wurde (Sengewald-Molterer 1997: 101). Selbst die Fotos von ausländischen Schauspielerinnen wurden von den zeitschrifteneigenen Retuscheuren „auf das ‚spanische Maß’ korrigiert“ (Vizcaíno Casas zit. in Kreis 1991: 41). Unter dieses Maß fielen die Rocklängen, Ausschnitte, zu große Brüste usw. Das Kino ebenso wie das Radio und die Literatur wurden aber schnell zur eigenen franquistischen Propaganda ausgenutzt und wurden damit zu „[…] Instrumente(n) der Durchsetzung patriarchaler Herrschaft[…]“ (Sengewald-Molterer 1997: 228). Es wurden ausländische Filme nicht nur zum Schutz der spanischen Gesellschaft zensiert, es wurden auch moralisch einwandfreie Doppelversionen gedreht und vermarktet. 95

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