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Internet-Phänomene des Runets. Parömiologische Eigenschaften ...

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Kommunikationsteilnehmer

Kommunikationsteilnehmer im realen Leben kaum möglich ist (Suler). Die Internetkommunikation ist polythematisch, inoffiziell und vor allem interaktiv, denn die Rückmeldungen der Rezipienten werden in der Regel innerhalb kürzester Zeit empfangen (Kakorina, 559). 6. Festhaltbarkeit. Der Verlauf der Internetkommunikation wird mittels Computer protokolliert, die gespeicherten Daten können folglich jederzeit zurückverfolgt werden (Suler). Ferner ist es möglich, die gespeicherten Protokolle zu ändern bzw. zu löschen, somit kann die Vergangenheit beliebig verändert und ergänzt werden. 33 Die dargestellten Eigenschaften ermöglichen ein besseres Verständnis der Bedingungen, unter denen die CMC zustande kommt. Der nächste Abschnitt ist der Internetkultur gewidmet, zu deren Entstehung die CMC erheblich beiträgt. 3. Internet als Raum der kulturellen Produktion 3.1 Netzkultur – die Kultur des Internets Der Begriff Kultur bezeichnet alles, was vom Menschen geschaffen wurde (Brockhaus Enzyklopädie, Kultur). Folglich umfasst dieser auch die kulturellen Praktiken und Handlungen der Internetnutzer (Gorny:2006,16). Nach der Definition von Pierre Levy ist die Internetkultur ein „Set of technologies (material and inmaterial), practices, attitudes, modes of thoughts and values that develop along with the growth oft the cyberspase“ (Lévy, Introduction). Zu den Objekten der Internetkultur gehören nach dieser Definition die sozialen Netzwerke, Spiele, Chats, verschiedene Internetdienste, Blogs, Internet- Subkulturen, Internet-Slangs, Internet-Hypes und andere Manifestationen menschlicher Handlungen im Netz. Der Prozess des Informationsaustausches, der mittels der CMC in dem soziokulturellen Raum des Internets stattfindet, ist gleichzeitig ein Prozess der kulturellen Produktion “Technological systems are socially produced. Social production is culturally informed. The Internet is no exception. The culture of the producers of the Internet shaped the medium” 34 (Zitat nach Gorny:2006, 17). Die Informationsübertragung im Netz vollzieht sich wie in den modernen Printmedien und im Fernsehen nach dem Clusterprinzip, sie wird also wie ein Mosaik, wie ein Patchwork dargeboten und nicht systematisch und linear nach 33 Für diesen Hinweis bedankt sich die Verfasserin Herrn Michail Bezrodnyj. 34 Castells, Manuel. The Internet Galaxy: Reflections on the Internet, Business and Society Oxford University Press, 2002. 12

dem hierarchischen Pyramidenprinzip eingeordnet, sodass die Visualität dieser einzelnen Informationscluster ihre Textualität überwiegt. Die Dominanz des Visuellen einerseits und die Elemente des Mündlichen andererseits sorgen dafür, dass der Internetkultur zwangsläufig etwas „Witziges“ anhaftet (Gusejnov:2000). Die Netzkultur ist eine auf Intertextualität* (Kargin, 15), und vor allem auf Hypertextualität 35 basierende Kultur. Alle Texte sind ein Teil eines globalen Hypertextes*, der mittels neuer Texte ständig ergänzt und verändert wird: Die Texte formen, wie etwa ein unterschwelliges Zitat einen weiteren Text, das Ganze ist also ein dauerhafter Kreationsprozess. Jeder Internetnutzer kann zu dem kreativen Schaffen beitragen. Dieser Prozess ist, bedingt durch die Eigenschaften der CMC, schnell und global (Petrova, 218). Im Internet findet also ständig ein Prozess kultureller Produktion statt. Das Ergebnis ist die einzigartige Netzkultur, deren charakteristische Eigenschaften durch die Besonderheiten der CMC bedingt sind: Interaktivität, Intertextualität, Hypertextualität, Visualität, Expressivität, Anonymität und Humor. 3.2 Netlore – die Internetfolklore Die Produkte dieses kollektiven Schaffens der Internetnutzer sind vielfältig: Als Geschichten, Gestalten, Gedichte, Neologismen, Netzjargons, Foto- und Videomontage können sie textbasierte, auditive, visuelle oder gemischte Formen einnehmen. Das Internet spielt hier eine genre-konstruierende Rolle (Burkhart). Um die kreativen Produkte der Netzkultur zu beschreiben, wird in Analogie zum Begriff Folklore, der die überlieferte Volkskunst (Brockhaus Enzyklopädie) bezeichnet, der relativ neuer Begriff Netlore für die Bezeichnung von „Folklore transmitted by the means of the Internet“ (Emery) verwendet. Durch folgende wesentliche Eigenschaften der Netlore 36 lässt sich ihre Zuordnung zur Folklore begründen: - kollektive Autorschaft: die gemeinsame Entwicklung der Narrative* 35 Für diesen Hinweis ist die Verfasserin Herrn Gusejnov dankbar. 36 Netlore ist keine spezifisch russische Erscheinung, sondern ein internationales Phänomen. 37 Ein Beispiel der kollektiven Textproduktion ist die Webseite (27.04.2011). (Kargin, 14); 13 37

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