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Internet-Phänomene des Runets. Parömiologische Eigenschaften ...

Internet-Phänomene des Runets. Parömiologische Eigenschaften ...

Bloggen hat eine noch

Bloggen hat eine noch nie da gewesene Anzahl von Amateurtexte für die breite Öffentlichkeit zugänglich gemacht, folglich sinkt das sprachliche Niveau der Autoren, während die Variabilität und die Akzeptanz der Fehler seitens Leser steigt. 2. Verbreitung des Computerslangs, der Jargonismen, und des Mat. Allgemeine Liberalisierung des Stils (Krongauz, Video). 3. Syntaktische Vereinfachung: Die Spezifika der CMC – hohe Geschwindigkeit der Kommunikation und Expressivität – bedingen die Veränderung des Satzbaus – mit der Tendenz zur Vereinfachung: die Sätze werden kürzer, wobei die Nebensätze, Gerundial- und Partizipialkonstruktionen oft wegfallen, eine Vernachlässigung der Satzzeichen ist zu beobachten . 4. Gebrauch von Symbolen – mathematischen Zeichen, Ikonen @, Emoticons (), Gebrauch von Zahlen als phonethischer Symbole z.B. für opjat’, 4to für . Vermischung der lateinischen und kyrillischen Schrift web- ; Tastatur-Calque: das Verwenden des russischen Tastatur-Layouts für lateinische Buchstaben, z.B. . statt PS., und umgekehrt, z.B. lytdybr statt ( 2). 5. Wortschöpfung, spielerischer Umgang mit der Sprache: Akronyme*, wie z.B. (die kyrillische Wiedergabe des englischen In My Humble Opinion); Literative 58 das Durchstreichen des Geschriebenen, als eine Art vermeintlicher Selbstzensur 59 , (Krongauz, „Jazyk i kommunikacija“), zu Erzielung eines komischen oder verfremdenden Effekts. Äskhrophemismen 60 - wenn die Lexeme paronymisch* in ein Schimpfwort oder eine Beleidigung umgewandelt werden (Gusejnov: 2000): z.B. polit.sru statt polit.ru. Neologismen und Sprachklischees, die in den kommunikativen Gruppen im Internet kanonisiert und ggf. weiterentwickelt werden: Wie der populäre Internetgruß preved 61 statt des standardsprachlichen privet, oder sein Derivativ das Internet- Sprachklischee preved, medved! 58 Der Begriff wurde von G. Gusejnov eingeführt (Gusejnov:2009, 281). 59 Beispiel eines Literatives in einem Posting:„ http://dno.ru/have_fun/books/113299/>. 20.04.2011. 60 Der Begriff wurde von G. Gusejnov geprägt. 61 Hier wird nicht das orthographische Prinzip verletzt, sondern die sprachliche Norm. 20

6. Verbreiteter Gebrauch von Interjektionen, Lautmalerei*, Gebrauch von GROSSBUCHSTABEN als Ersatz der Stimmmodulation der (Krongauz, „Jazyk i kommunikacija“). Folgende Merkmale der mündlichen Sprache weist die Sprache der Internetnutzer auf: Sie ist flüchtig, locker, enthält Slang und Mat, die traditionell für die mündliche Sprache charakteristisch sind. Andererseits ist die Sprache fixiert, die Kommunikationsteilnehmer sind im Normalfall geografisch voneinander getrennt, die Textstruktur ist mittels Hypertexten – Intertextuell und nicht linear. Folglich kann die Sprache der Internetnutzer als eine Zwischenform des mündlichen und schriftlichen Artikulationsmodus bezeichnet werden (Lutovinova, 64-65). Die Entwicklungen der letzten Jahre zeigen, dass das Verfassen der eigenen und Kommentieren der fremden Texte zum dominierenden schriftlichen Mittel der Kreativität und Kommunikation im Internet geworden sind: Die führenden Postings* in den Blogs* umfassen stilistisch folgende Textsorten: Kommentare, Erzählungen, Witze (Gusejnov:2005) (Krongauz, Video). Die kreative Textproduktion im Runet wurde weitgehend von dem antiorthografischen Padonki-Slang* beeinflusst, dessen grundlegende Charakteristika und Entstehungsgeschichte im nachfolgenden Abschnitt erläutert werden. 5.2 Der Padonki-Slang als Form der russischen Netlore Der Padonki-Slang, der auch Olbanskij, Albaskij, Jezyk Padonkaff, Orfoart oder Setevoj Novojaz genannt wird, ist für den russischen Internetdiskurs zu Beginn des 21. Jahrhunderts kennzeichnend. Kennzeichnend für diesen Internetslang ist, wie bereits einige seiner Bezeichnungen vermuten lassen, seine erratische Semantik: padonki statt podonki, kamitet statt komitet, fsë statt vsë. Dabei ist die Verzerrung der Orthographie eher systematisch als willkürlich 62 : - Aufhebung des phonetischen Prinzips: statt wird nach den Zischlauten ž, š ein geschrieben: žyzn’ statt žizn’, statt (u) schreibt man (ju) statt ; - Präpositionen und verneinende Partikel werden zusammengeschrieben: ftopky statt v topku, [negative Wertung des Textes] niasilil statt ne osilil [der Text ist langweilig]; 62 vgl. Zvereva, S.63, Šapovalova, Gusejnov 2005. 21

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