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Das dynamische Paradigma in der Linguistik - Universität Bremen

Das dynamische Paradigma in der Linguistik - Universität Bremen

Dynam.

Dynam. Paradigma ______ Linguistische Anwendungen__________________ Abb. 3.32: Instabilität im Kern der Narration und das Kuspenmodell. Der Weg verläuft ziemlich schnell in Richtung (b), da (b) eine Senke des Potentials W ist. Der Prozess braucht jedoch wesentlich mehr Zeit, um die Höhe bei k zu überwinden. Im Anschluss an die Arbeit von LABOV/WALETZKY (1967) können wir die drei unterscheidbaren Phasen der Erzählung etikettieren als: (b) (k) (c) Komplikation (erzählte Ereignisse vor dem zentralen Wechsel) Höhepunkt (Zeitlupeneffekt bei gleichzeitigen Sätzen) Resultat (erzählte Ereignisse nach dem Wechsel) In der Terminologie von Roland BARTHES liegt eine elementare Konfiguration integrativer Einheiten, sog. Kerne vor; nach QUASTHOFF (1980) kommt es zu einem "Bruch" auf der Ebene der Geschichte. Die polare Grundbewegung zeigt das dynamische Grundmuster der Kuspe; die Bewegung der Verlangsamung in der Umgebung der Katastrophe ist in gewisser Hinsicht schon ein evaluatives Moment, da sie über den Katastrophenpunkt "hinausblickt" 11 Potentialfunktion kann quasi umgedreht sein, wenn der Höhepunkt des erzählten Ereignisses gleichzeitig für den Erzähler schuldbeladen ist, da er in der Situation gezwungen ist, eine Übeltat zu berichten; in diesem Falle ist b eine Schwelle, d.h. der Erzähler akkumuliert Erzähltes vor dem Höhepunkt und geht rasch zu einem meist kurzen Result (c) über. In diese 11 Im Sinne von BARTHES handelt es sich um ein "INDICE"; vgl. DUCROT und TODOROV, 1972: 282 f. 104 Die

Dynam. Paradigma ______ Linguistische Anwendungen__________________ Richtung weisen Erzählungen von Männern, die ihre Frau schlagen, in Therapiegruppen, vgl. LÜTJEN (1987). B. Die evaluative Ebene der Erzähldynamik Wenn wir die globale Evaluationsdimension: "der Hörer wird interessiert" (GOFFMANN: "the engagement of the audience") und "Der Sprecher evaluiert sich selbst (positiv(er))" benennen, so erhalten wir ein Kräftefeld, bei dem der Sprecher zu Beginn sein normales Potentialfeld "Eigenbewertung" verlässt; er versucht das Interesse des Hörers zu gewinnen, begibt sich also auf das Feld der erwarteten hörerseitigen Bewertung. Im gewissen Sinne ist dies als Gegenleistung für das Rederecht und die damit entstandene Asymmetrie der Rollen zu interpretieren. Abb. 3.34 gibt eine dynamische Schematisierung dieser Bewegung und ihrer Konsequenzen an. Abb. 3.33: Evaluations-Sprünge im Erzählvorgang. Im Verlauf der Bewegung unter der Dominanz des Hörers (bzw. der mutmaßlichen Relevanzen des Hörers) wird der Erzähler versuchen: (a) Den Erzählhintergrund für den Hörer deutlich zu machen, (b) die Personen der Handlung ausreichend zu charakterisieren, so dass das Geschehen für den Hörer nachvollziehbar ist. Diese Orientierungen sind teilweise der Komplikationsphase vorangestellt, teilweise in sie eingefügt. (c) Der Erzähler kann versuchen, ein Spannungsgefälle hin zum Höhepunkt zu leisten, den Höhepunkt ausreichend zu markieren (vgl. die Bemerkungen im vorherigen Abschnitt) und für einen Spannungsausgleich zu sorgen. Die Attraktion der Eigenbewertung ist durch das Bemühen um die Relevanz für den Hörer nur abgeschwächt. Sie kann somit bei der Charakterisierung der Personen, falls der Erzähler dazu gehört, mit einfließen. Strukturrelevant wird sie besonders bei der Rückkehr zur Coda, zur abschließenden Bewertung des Geschehens durch den Erzähler. 105

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