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Das dynamische Paradigma in der Linguistik - Universität Bremen

Das dynamische Paradigma in der Linguistik - Universität Bremen

ynam.Paradigma ____ Dynamische Modellkonzepte____________________52 Abb. 2.40: Graphen möglicher Übergänge. Die gestrichelten Übergänge sind ohne Konfliktkatastrophe (bei Überschreiten einer unstabilen Linie der Gleichheit der Attraktoren) zu durchlaufen. Innerhalb der Kuspoide, die nur einen Zustandsparameter haben, sind beliebig viele Zustände linear geordnet möglich, d.h. alle Übergänge treten entlang von Wegen durch die Kuspoide auf. Durch die Spezifizierung einer Teilmenge der Wege durch diesen Graphen ist eine spezielle Übergangsmatrix definierbar, also eine einfache Grammatik im Sinne der Übergangsnetzwerke. Im Unterschied zum grammatischen Netzwerk sind die Zustände allerdings nicht gleichberechtigt, da sie in unterschiedlichem Maße bezüglich der Entfaltung stabil sind. Erst wenn diese Eigenschaft und die spezielle Geometrie der Entfaltung für die Beschreibung einfacher, nicht reduzibler dynamischer Systeme genützt wird, ist allerdings diese Diskretisierung der katastrophentheoretischen Schemata sinnvoll (vgl. WILDGEN, 1985a). Beispiel Abb. 2.41: Übergangsnetzwerk für die Elementarkatastrophe A 7 (Stern). Bei dynamischen Systemen mit zwei Zustandsparametern erhalten wir als diskrete Parallele zweidimensionale Netzwerke, wie sie in der mathematischen Geographie als graphentheoretische Darstellung von Landschaftsstrukturen eingeführt wurden. Die entsprechenden Grammatiken ("web- grammars") haben anstatt je eines Links- und Rechtskontextes eine Vielzahl benachbarter Zustände. PFALTZ (1979) hat eine Graphen- Grammatik für zweidimensionale kontinuierliche Funktionen bzw. deren kritische Punkte entwickelt; in NACKMANN (1984) wird in direkter Beziehung zur differentialtopologischen Theorie von MORSE ein "critical point configuration graph" (CPCG) entwickelt. Diese Erweiterung der grammatiktheoretischen Instrumente erscheint dann fruchtbar zu sein, wenn In Wildgen (1994: Teil 2) wird die Textsyntax mit Hilfe von Begriffen der Theorie zellulärer Automaten beschrieben. Diese Syntax wird in ihren Hauptkonstituenten durch eine dynamische Semantik interpretiert. Die Idee einer diskreten syntaktischen Dynamik, die durch eine kontinuierliche Semantik interpretiert wird, hat bisher keine Nachahmung gefunden.

ynam.Paradigma ____ Dynamische Modellkonzepte____________________53 man nicht nur die Sprachproduktion in ihrer linearen Abfolge simuliert, sondern die Zusammenhänge zwischen szenischer Beobachtung und deren Versprachlichung thematisiert. Eine beobachtete Szene bildet Foci der Mustererkennung, also Attraktoren, aus, welche ein zweidimensionales Feld mit einem Potential, der Stärke der Aufmerksamkeit, der Widererkennungsleistung, der situativen Relevanz bilden. Dieses dynamische Feld mit zwei Zustandsvariablen kann in eine lineare Äußerungskette transformiert werden, wobei die stabilen Foci als Kandidaten für Benennungen und Beschreibungen fungieren; die relationalen Strukturen und die Prozess-Strukturen in einem "Film" solcher Szenen, können zu propositionalen oder quasipropositionalen Strukturen zusammengefügt werden (vgl. WILDGEN 1985a für eine dynamische Theorie der Propositionalsemantik). Die Graphengrammatik selbst ist zwar in der Lage, zweidimensionale Konfigurationen zu beschreiben, und durch entsprechende Regeln lassen sich auch Restriktionen natürlicher Systeme approximieren, sie kann die natürliche Morphologie lebender und symbolischer Systeme aber nicht erklären, da sie ein ganz allgemeines Schema ohne Bezug zur spezifischen Organisationsform der Welt, in der solche Systeme entstehen, sich entwickeln und funktionieren, darstellt. Die angebotenen Diskretisierungen sind zwar technisch interessant, aber explanatorisch relativ leer, da der Zusammenhang zur Genese abgeschnitten ist. Zusatz (2005): Das Zusammenspiel von diskreten Regelgrammatiken und dynamischen Modellen wurde in Wildgen (1994; Teil II) dadurch erreicht, dass die Syntax im Rahmen zellulärer Automaten, die Semantik im Rahmen der Katastrophentheorie realisiert wurde. Siehe auch Wildgen (2005a), Wildgen und Plath, 2005) und Wildgen (2004b, h, k, 1998e, 1990b, 1989a,b). Das Thema „Versprachlichung“ wird im Kontext der sprachlichen Beschreibung von Gerüchen und Farben in Wildgen (2001a) und (2002/2005) behandelt.

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