Aufrufe
vor 4 Jahren

Studien zum Sprachkontakt - Fachbereich 10 - Universität Bremen

Studien zum Sprachkontakt - Fachbereich 10 - Universität Bremen

90 José M. Navarro

90 José M. Navarro beeinträchtigen. Sie sind keineswegs ein Symptom der großartigen Beherrschung des Englischen seitens des Sprechers sondern ein Armutszeugnis seiner mangelhaften Kenntnisse des spanischen Satzbaus. Hier eine kurze Auflistung: a. Unrichtige Verwendung von Gerundialformen in Anlehnung an das öfter im Englischen benutzte Gerundium (-ing Form). b. Interferenz des englischen one im Satzbau als uno, in Beispielen wie: as a very intensive one ... wird übersetzt mit: como uno muy intenso ..., a very important one als la situación es una de suma importancia; Alberto is 20 years old als A. es 20 años viejo. Die überflüssige Verwendung des Possessivs bezeugt eine Interferenz aus dem Englischen: lavo mis manos statt me lavo las manos. Die präpositionale Rektion mit der wörtlichen Übersetzung englischer Satzkonstruktionen wird häufig gehört und gelesen, nicht nur in Puerto Rico. Etwa ask for forms pregunte por formas statt pida (ask for) formularios. Fassen wir zusammen: Im Bereich der Phonetik sind die Interferenzen des Englischen im puertoricanischen Spanisch bedeutungslos. Die größte Anzahl bezieht sich auf den Bereich der Lexik und — in geringerer Anzahl — der Syntax. In der gesprochenen Umgangssprache der breitesten Gesellschaftsschichten wird Spanisch gesprochen, wenn auch mit den dargestellten Interferenzen. Einige Soziolekte und Register zeigen eine stärkere Anzahl lexikalischer Interferenzen bzw. Lehnwörter, ohne daß die Kommunikationssprache Spanisch ausgeschaltet wird. Lediglich in kleinsten Kreisen der Oberschicht mit starkem Kontakt zu den Vereinigten Staaten ist eine bilinguale Sprechhaltung festzustellen. Die Landbevölkerung behält am treuesten das Spanische. Und doch gibt es begründete Sorgen um die Zukunft des Spanischen in Puerto Rico wie auch in vielen anderen Ländern der spanischsprechenden Karibik. Die Vernachlässigung der eigenen Sprache und der immer stärkere Druck einer massiven Kommunikation im Englischen — von der Unterhaltung bis zum Beruf — führt allmählich zu einer geistigen Verflachung und damit zu einer Verarmung des Ausdrucksvermögens in der eigenen Sprache. Sicher ist dieses Phänomen in Ländern mit monolingualer Kultur auch in der modernen Zeit zu beobachten. Aber gerade für Länder, die um ihr kulturelles Überleben kämpfen, wiegt diese Problematik viel schwerer. Institutionen wie das Instituto de Cultura Puertorriqueña sind eine besonders kräftige Stütze auf dem Gebiet, aber auf jeden Fall ungenügend für die Bewältigung der sprachpolitischen Unterdrückung Puerto Ricos.

Conny Stroh Sprachwahl in Petite-Rosselle(Ost-Lothringen) Der folgende Dialog zwischen einem “Innerfranzosen” und einem Einwohner aus Petite-Rosselle (Moselle) veranschaulicht das Thema dieses Aufsatzes: Die sprachliche Situation einer Gemeinde in Ost-Lothringen vor dem Hintergrund der wechselvollen Geschichte ab 1871. – Monsieur, puis-je vous poser une question? – Ja. – Vous habitez Rosselle? – Nä, isch bin von Klänrosselle. – Ah, vous êtes Allemand. – Was, isch bin frònseesch. – Je ne comprends pas. Bon sang, vous ne parlez pas le français ici? – Nä. Isch schwäddse liewer platt. – Mais enfin, nous sommes en France, vous êtes Français. – Ja schunn. 1916 war isch inn da deidsch Schuul uff da Glashitt. Unn dònn, es ledschde Johr in da frònseesisch. E scheener Dah hadd de Lehrer gesaad, fermez la porte, dòò hònn ischs Finschder zugemacht. (aus Action Culturelle) Dieser Gesprächsausschnitt deutet das Thema meines Vortrages an: Die sprachliche Situation einer Gemeinde in Ost-Lothringen vor dem Hintergrund der wechselvollen Geschichte der Region ab 1871. Das deutschsprachige Lothringen ist eine Sprachgemeinschaft, die etwa seit dem 1. Weltkrieg im Wandel begriffen ist. Bis zum 2. Weltkrieg existierte Französisch als eine Sprachform mit hohem Prestige, die in Schule, Verwaltung und, in begrenztem Umfang, auch im Beruf gesprochen wurde, neben einem deutschen Dialekt, (das zu den westmitteldeutschen Mundarten zählende Fränkische), der vor allem zur täglichen Kommunikation diente. Seit 1945 wird der Dialekt allmählich aus dem familiären informellen Bereich herausgedrängt und Französisch nimmt immer mehr Raum ein. Ich habe versucht, mit meiner Untersuchung folgende Fragen zu klären: Was sind die historischen, ökonomischen und soziokulturellen Hintergründe dieses Sprachwandels? Wie ist die quantitative Verbreitung der deutschen Mundart und des Französischen? Wie hängen Schichtzugehörigkeit bzw. Generationszugehörigkeit und Sprachwahl zusammen? Sind sich die Betroffenen des Sprachwandels bewußt? Bevor ich auf diese Fragen eingehe, möchte ich das Untersuchungsgebiet näher bestimmen: Die Region Lothringen umfaßt die 4 Départements Meuse, Vosges, Meurthe-et-Moselle und Moselle. Der deutschsprachige Teil nimmt etwa Zweidrittel des Départements Moselle ein (siehe Abb. 1). Im deutschsprachigen Teil ist aktuell Französisch Medien-, Verwaltungs- und Unterrichtssprache. Umgangssprache ist vor allem nahe der Staatsgrenze das Fränkische. 91

bachelor - Fachbereich 12 - Universität Bremen
Download - Fachbereich Wirtschaftswissenschaft - Universität Bremen
TEACHER - Fachbereich 12 - Universität Bremen
Onlinepublikation - Fachbereich 12 - Universität Bremen
Download - Fachbereich Wirtschaftswissenschaft - Universität Bremen
Forschungsprofil 2010 - Universität Bremen - Fachbereich ...
PDF, ca. 700kb - Fachbereich 9, Universität Bremen
Präsentation - Fachbereich 12 - Universität Bremen
das lehramt in bremen - Universität Bremen
Studieren: - am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften - Friedrich ...
Modulhandbuch - Fachbereich Evangelische Theologie - Universität ...
Komplementaerfach WiWi_Online.pdf - Universität Bremen ...
ExecMBM - Fachbereich Wirtschaftswissenschaft - Freie Universität ...
HIT-WS 09-10 Krüppel.pdf - Fachbereich 5 Biologie - Universität ...
Global Burden of Disease Studie - Mobile Lecture Uni Bremen
die „kritische Periode“ - Fachbereich Biologie der Universität
Forschungsbericht 2010 - 2011 - Fachbereich Physik der Universität ...
Download - Fachbereich Wirtschaftswissenschaft - Universität Bremen
IMPLICONplus - AKG - Universität Bremen
Probleme der Kodierung - Universität Bremen
Neuland Uni - Zentrale Studienberatung - Universität Bremen
Jahresbericht 2009 - Biba - Universität Bremen
Umwelterklärung 2007 - Ums Uni Bremen - Universität Bremen
Judaism & Jewish Studies - Universität Bonn
August Endell - Fachbereich Geschichts - Freie Universität Berlin
ERASMUS - Fachbereich Geschichts - Freie Universität Berlin
Praxisbörse 2008 - UniTransfer - Universität Bremen
2012 HiB 10 - Handwerkskammer Bremen