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Lokativalternationen im Deutschen und anderswo - Universität ...

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72 Zu einem Typus von

72 Zu einem Typus von ‘Lokativalternationen’ ... (10) a. Sie schickte eine Nachricht an ihn. b. Sie schickte ihm eine Nachricht. Der “Universal Alignment Hypothesis” zum Trotz kommt dem als Adpositionalphrase realisierten Rezipientenargument in (10.a) selbst nach der der Relationalen Grammatik eigenen Logik nicht die grammatische Relation des IO zu. Während sich die systematische Beziehung zwischen den konstruktionellen Alternanten (9.a) und (b) im Rahmen der Relationalen Grammatik noch durch die Emporstufung (“promotion”) des IO-Terms in (a) zum direkten Objekt (DO)-Term in (b) (“IO-DO advancement”) beschreiben läßt, sind die deutschen Gegenstücke in (10.a) und (b) bestenfalls durch so etwas wie die relationale Emporstufung eines obliquen Direktional- oder “ G o a l ” - Arguments zum IO aufeinander zu beziehen. Nur, wenn an ihn in (10.a) in den Termini der Relationalen Grammatik ein obliques “Ziel”-Argument ist, warum dann nicht auch to him in (9.a)? In der Tat, warum sollte überhaupt rollensemantisch und syntaktisch-funktional zwischen dem direktionalen Argument, dem wir gemeinhin in einem Satz wie (11.a) IO-Status versagen, und dem sich als direktionale Präpositionalphrase manifestierenden Rezipientenargument und indirekten Objekt to her in (9.a) unterschieden werden? (11) a. She sent a message to London. Sie schickte eine Nachricht nach London. Der Umstand, daß eben nur (9.a) mit vorgeblichem Rezipienten/IO-Argument und nicht (11.a) mit direktionalem Argument die nicht-präpositionale Variante erlaubt, vgl.: (11) b. (?) She sent London a message. (?) Sie schickte London eine Nachricht. kann die postulierte Funktionsdifferenzierung nicht überzeugend begründen. Denn interessant an dem Akzeptabilitätskontrast zwischen (9.b) und (11.b) ist nicht, daß die präpositionslose (b)-Alternante im prototypischen Falle nur mit Argumenten trägt, die auf einen belebten Vorgangsbeteiligten referieren (wie in (9) und (10)), sondern die Tatsache, daß sich die (b)-Sätze in (9)-(11) gegenüber (a) durch einen konstruktionellen semantischen Zugewinn auszeichnen, den für das Deutsche beispielsweise ERBEN (1972: 147

Variierende Markierung von Nominalgruppen 73 unter Hinweis auf WILMANNS) mit folgender Feststellung zu fassen versucht hat: 5 Die Präposition gibt zunächst nur eine lokale Bestimmung, der Dativ bezeichnet ein engeres persönliches Verhältnis, d.h. im letztgenannten Fall den wirklichen Empfänger und nicht nur den Adressaten. Am deutlichsten wird dieser konstruktionelle semantische Mehrwert durch die “interpretatorische Arbeit”, die ein(e) im Sinne der GRICEschen Kooperationsmaxime kooperative(r) Sprachteilnehmer(in) aufwendet, um eine in der syntaktischen Form von (11.b) gegebene Äußerung zu retten, d.h. als sinnvoll zu interpretieren. Anders gesagt, (11.b) ist in dem Maße akzeptabel, wie das darin enthaltene Toponym hypostasiert oder anthropomorph uminterpretiert werden kann (etwa im Sinne von: ‘unsere(n) Londoner Leuten/ Abteilung’ u.ä.; vgl. u.a. STOCKWELL et al. 1973: 746, LANGACKER 1991: 276-8). Selbst ein Satz wie (12.b) (12) a. Sie schickte die Kinder an die See. b. (*) Sie schickte der See die Kinder. ließe sich durch eine von der grammatischen Form nahegelegte anthropomorphisierende Interpretation des Lokalnomens See – etwa im Kontext des Blanken Hans, der die Kinder als ihm darzubringende Opfer einfordert – vor dem Stern der semantischen Abweichung retten und wäre dann in dieser Lesart sicher keine rollenkonstante Paraphrase oder syntaktische Alternante von (12.a). Dieser begriffliche Zugewinn ist es auch, der die folgenden, u.a. von GREEN (1974: §3.C.5) und SMITH (1978: §5.4) diskutierten Sätze voneinander unterscheidet. (13) a. Marketing techniques brought greater profits to the farmers. b. Marketing techniques brought the farmers greater profits. (14) a. The rain brought disaster to the farmers. b. *The rain brought the farmers disaster. 5 Diese Interpretation entspricht weitgehend der von SCHMIDT ( 5 1964: 153), der die notionale Spezifik des dativischen IO darin sieht, daß “[d]as Dativobjekt als ... interessiertes und beteiligtes Wesen in die Verbalhandlung einbezogen wird” oder der von ZUBIN (1979: 474), “[...] an entity [referred to by a NP] in the dative makes a greater contribution to the event it participates in than an entity [referred to by a NP] in the accusative. [...] the dative entity is more active, or more potent, or has a greater personal interest in the event, whereas the accusative entity is less potent or active, and more likely to be affected in the course of the event.”

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