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Erfahrungsbericht Roskilde - Fachbereich 10 - Universität Bremen

Erfahrungsbericht Roskilde - Fachbereich 10 - Universität Bremen

4. Das Phänomen RUC Das

4. Das Phänomen RUC Das RUC wurde ungefähr zur gleichen Zeit gegründet wie die Uni Bremen, allerdings ist die Ausstrahlung und Atmosphäre am RUC immer noch sehr stark davon beeinflusst, dass diese Universität anders ist als andere Universitäten in Dänemark. Genau lässt sich das schriftlich gar nicht beschreiben. Es ist eine Atmosphäre, die einen umgibt, sobald man zwischen den Gebäuden mit Gruppenräumen, Fachbereichsräumen, die Kühlschränke, eine Küchenzeile samt Herd und vielen Sofas enthalten, und Innenhöfen wandelt. Noch während des Sprachkurses kam mir die Universität unglaublich leer und abweisend vor, was sich aber schlagartig mit Semesteranfang änderte. Auf einmal war überall Leben! Einerseits, weil ganz RUC mit neuen Studenten gefüllt war oder alte Studenten sich nach den Sommerferien über ihr Wiedersehen freuten. Die Ausbildung am RUC ist unterteilt in Basis- Ausbildung und Aufbau- Fächer. Sie dauert fünf Jahre lang, wobei man nach drei Jahren seinen Bachelor und nach fünf Jahren den dänischen Abschluss „Candidat“. In der Basis- Ausbildung, die eingeleitet wird von drei, vier Tagen auf einer kleinen Kennen- lern- Tour mit vielen Pflichten für die Erstsemester und viel Alkohol für alle Teilnehmer, werden grundlegenden Theorien vermittelt. Die Fächer sind hier noch nicht allzu spezialisiert, so dass man noch wechseln kann, wenn man will. Innerhalb der vier Semester, die diese Basis- Ausbildung dauert, müssen allerdings unterschiedliche Dimensionen in den Projektthemen abgedeckt werden. Nach Abschluss der Basis wählt man zwei Aufbau- Fächer, in denen man dann seinen Bachelor und später seinen Candidat macht. Wie genau sich das Punktesystem am RUC zusammensetzt, habe ich bis zum Ende nicht verstanden, aber eines habe ich verstanden: Nicht nur Erasmusstudenten müssen 30 ECTS- Punkte in einem Semester machen, dies gilt auch für RUC – Studenten. Daher ist jeglicher Horror davor, die Punktzahl nicht erfüllen zu können, eigentlich hinfällig. Denn allein schon das Projekt, das man unabhängig von einem Kurs schreibt und auch zu einem frei- gewählten Thema innerhalb einer Dimension, bringt schon die Hälfte der Punkte ein. Eine weitere Überraschung für mich war, dass man auch bei Teilnahme an den Kursen nicht anwesend sein musste. Es war vollkommen ausreichend, sich das Kompendium zum Kurs zu kaufen und die Texte im Selbststudium zu lesen und dann zur Prüfung zu gehen. Die Kompendien werden von der Uni- eigenen Druckerei gedruckt und im Buchladen verkauft. In dem Buchladen gibt es für Studenten mindestens 10 % Rabatt auf alle Bücher, was an und für sich ja toll ist, aber bei den dänischen Bücherpreisen die Bücher gerade einigermaßen erschwinglich macht. Die Betreuung vor Ort am RUC war alles in allem gut. Ich bin allerdings oft erstmal losgezogen und habe mich durchgefragt, wenn ich etwas wollte, was aber überhaupt kein Problem war, da mir wirklich alle Menschen am RUC freundlich und hilfsbereit entgegenkamen und immer versuchten, mir weiterzuhelfen. Die einzige kleine Panikattacke überkam mich, als ich bei der Beantragung einer Aufenthaltsgenehmigung merkte, dass ich noch gar als Studentin am RUC registriert war. Nach einigen Emails war ich aber auch in der Hinsicht schlauer und erhielt bald meine RUC- Karte, die gleichzeitig mein Bibliotheksausweis war. Die Bibliothek am RUC war eine richtige Fundgrube. Es gibt recht viel, da die Studenten und Dozenten gerne von der Möglichkeit, Medien zur Anschaffung vorzuschlagen, Gebrauch machen. Außerdem gibt es jede Menge deutsche und englische Zeitungen, von den anderssprachigen habe ich keine genutzt, aber auch 6

die waren vorhanden. Ich machte es mir also zur Regel, dass ich montags und donnerstags nach den Veranstaltungen in die Bibliothek ging, mir die deutschen Zeitungen nahm, mich in einen der gemütlichen Sessel setzte und mir den „deutschen“ Blickwinkel auf das Weltgeschehen zu Gemüte führte. Gleichzeitig mit der Einschreibung am RUC erhält auch jeder Student ein Email- Account, der einem Gerücht zufolge lebenslang gültig ist. Der Account ist wichtig, da jede Prüfungsanmeldung über diesen stattfindet. Begeistert war ich auch von dem Selbstbedienungssystem der Bibliothek. Hier kann man neben der Onlinerecherche auch das komplette eigene Konto verwalten und Bücher online verlängern, was sich für mich vor allen Dingen zum Ende meines ersten Projektes hin als ein Glücksfall erwies. 5. Das Projekt- nur eine Gruppenarbeit? Vor meiner Abreise war ich eindeutig kein allzu großer Fan von Gruppenarbeiten. Denn bisher hatte ich keine erlebt, in der alle Mitglieder in gleichem Maße mitgearbeitet hatten. Ich sah diesem Teil meines Auslandsaufenthaltes also nicht allzu erfreut entgegen. Schon bei der ersten Besprechung kristallisiert sich heraus, dass eine weitere Deutsche namens Henrike und ich im Herbstsemester gemeinsam ein Projekt schreiben würden. Nach einiger Zeit hatten wir uns auch auf ein Oberthema geeinigt: „Die Darstellung der Stadt in der Lyrik des Expressionismus“. Allerdings muss dazu gesagt werden, dass uns beiden eher eine größere, deutsche Hausarbeit vorschwebte, was wir vom Ende aus betrachtet auch schrieben. Wir suchten uns zwei Gedichte raus, die wir interpretieren wollten, trafen uns eher selten mit unserem Betreuer und arbeiteten sehr, sehr langsam. Wir verstanden uns gut, hatten aber gleichzeitig beide keine allzu große Lust, wirklich für das Projekt zu arbeiten. Die Folge war, dass mein erstes Projekt am RUC auf den letzten Drücker fertig wurde- in der Nacht vor dem Abgabetermin, und wir unsere Texte nicht, wie am RUC üblich, immer gegengelesen hatten geschweige denn uns kritisch mit ihnen auseinandergesetzt hatten. Aber das Projekt lag in fertiger Form bei der Abgabestelle. Dies hieß aber nicht, dass ich mit dem Thema durch war. Der Projektreport ist nur die schriftliche Grundlage für ein Gespräch, das zeitlich danach eingeteilt wird, wie viele Studenten in einer Gruppe sitzen. Pro Student wird eine halbe Stunde veranschlagt plus eine halbe Stunde Beratung für die Notengebung, für Henrike und mich hieß das also, dass wir eine gute Stunde Gespräch vorbereiten mussten, denn in diesem Gespräch soll, wenn überhaupt, nur kurz auf den Report und dessen Inhalt eingegangen werden. Die Beiträge und das Gespräch mit Betreuer und dem Zensor, der bei mir für beide Projekte ein RUC- externer Zensor war, sollen neue Aspekte des Themas beleuchten und zur Diskussion des Projektthemas beitragen. Wie Projektarbeit eigentlich ablaufen soll, habe ich erst während meines zweiten Semesters erfahren, als ich in einer Gruppe mit einer Dänin, die „klassisch“ nach der RUC- Verfahrensweise vorging, zusammengearbeitet habe. In der Projektphase, die im zweiten Semester gut zwölf Wochen neben den eigentlichen Kursen herlief, wurde mir bewusst, wie wichtig die ständige Kritik und die ständigen Zweifel sind, die in dieser Arbeitsperiode auftreten. Durch die unterschiedlichen Sichtweisen und Beiträge, die jedes Gruppenmitglied einbringt, lernt man einerseits, seine eigenen Ansichten zu verteidigen und für sie zu argumentieren, und andrerseits, wo das Potenzial für Verbesserungen liegt oder wo etwas hackt. 7

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