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Prädikation und sekundäre Prädikation - Fachbereich 10 ...

Prädikation und sekundäre Prädikation - Fachbereich 10 ...

12 Susanne Hackmack:

12 Susanne Hackmack: Prädikation und sekundäre Prädikation o In (14) erfüllt red dagegen die Aufgabe, über die Zuweisung dieser Eigenschaft die potentielle Referenz eines Ausdrucks überhaupt erst näher zu bestimmen. The red ball: 'identifiziere das Objekt mit den Eigenschaften 'rot-sein' und 'ballsein'. Während in (13) tatsächlich eine Prädikationsrelation gegeben ist, liegt in (14) Attribution vor, insofern die AP hier die Funktion hat, die Denotation von ball einzuschränken. Es kommt uns bei der Unterscheidung zwischen Prädikation und Attribution also nicht so sehr auf den Prädikatsstatus von red (oder raw) an, den wir nicht in Frage stellen, sondern auf das Argument dieses Prädikates: in (13) ist das Argument ein Referenzausdruck; in (14) hingegen ist das Argument das Nomen ball, das diesen Status nicht hat. Eine Prädikationsrelation liegt nach unserem Verständnis nur dann vor, wenn das Argument eines Prädikates ein Referenzausdruck ist, und das ist ball eben nicht. Damit können wir auch den Unterschied zwischen (6) und (12) wie folgt beschreiben: o (ate) the meat raw: das Argument des Prädikates raw ist die NP the meat; sprich ein Referenzausdruck, dem eine Eigenschaft zugeweisen wird (roh-sein) und dessen Instanziierung zu einer Proposition führt (the meat is/was raw), o the raw meat: das Argument des Prädikates raw ist das N meat, also kein Referenzausdruck, demnach ist das Ganze keine Proposition und es liegt keine Prädikation vor. Dass zwischen den Sätzen (6) und (12) ein erheblicher semantischer Unterschied besteht, wird spätestens dann deutlich, wenn man sie negiert. Dabei kommt nämlich gut heraus, dass sie jeweils unterschiedliche Implikationen aufweisen: (6') The man didn't eat the meat raw (12') The man didn't eat the raw meat (12') impliziert eindeutig, dass der Mann das Fleisch überhaupt nicht gegessen hat, während in (6') das Fleisch gegessen wurde, allerdings in einem anderen Zustand als roh. Eine Möglichkeit, den Unterschied zwischen den Paaren (6) vs. (12) und (13) vs. (14) zu beschreiben, ist, einen Bezug zu dem Unterschied zwischen Assertion (Behauptung) und Präsupposition (Voraussetzung) zu erstellen. Der Sachverhalt 'das Fleisch war roh' wird Satz (6) als gegeben vorausgesetzt und bleibt auch unter Negation konstant. In Satz (12) hingegen wird dieser Sachverhalt nicht vorausgesetzt, was daran erkennbar ist, dass er sich unter Negation in sein Gegenteil verkehrt ('das Fleisch war nicht roh'). Damit sollten die semantischen Disktinktionen und die Unterscheidung zwischen Prädikation und Attribution ansatzweise deutlich geworden sein. Bevor wir uns daran machen, exemplarisch zu zeigen, in welchen Kontexten Prädikation und sekundäre Prädikation in der modernen Linguistik diskutiert werden, erstmal eine kleine Zusammenfassung. Wir haben Prädikation – in Abhängigkeit von unterschiedlichen Prädikatsbegriffen – auf zwei Arten vorgestellt: einerseits als eine Konstruktion im Sinne einer vollständig gesättigten Prädikat-Argument-Struktur, andererseits relational als eine Beziehung zwischen einem Prädikat und dessem (einzigen) Argument. In beiden Fällen haben wir es mit Entitäten zu tun, die

Bremer Linguistik Workshop 13 Propositionen ausdrücken, denen also ein Wahrheitswert zugeordnet werden kann. Wie die Geschichte mit der sequentiellen Instanziierung der einzelnen Argumente in einer Prädikat-Argument-Struktur gezeigt hat, können beide Prädikationsbegriffe aufeinander abgebildet werden. Dabei sollte aber stets im Hinterkopf behalten werden, dass 'Prädikation' als Terminus mindestens genau so vage ist wie 'Prädikat' und also die Bandbreite der bei diversen Wissenschaftlern darunter subsumierten Erscheinungen ungeheuer groß. Im Klartext heißt das, dass die hier vorgestellten Definitionen nicht in der Lage sein werden, all diejenigen Phänomene in den Griff zu bekommen, die mit 'Prädikation' assoziiert sind. Sie erheben aber auch nicht den Anspruch, in dieser Weise erschöpfend zu sein, sondern versuchen, eine vorsichtige Eingrenzung der Begriffe zu geben. Prädikation und sekundäre Prädikation als linguistische Untersuchungsgegenstände Ausgehend von der eben gemachten Aussage, nachdem wir die Prädikationsrelation als ein logisch-semantisches Konstrukt ansehen, stellt sich die Frage danach, wie dieses sprachlich realisiert werden kann, welche Unterschiede es in den Sprachen der Welt dabei gibt und welche interessanten theoretischen Fragestellung bei der Beschreibung beispielsweise der Syntax dieser Realisierungen auftreten können. In den bisherigen englischen Beispielsätzen lag stets die Situation vor, dass das Prädikat durch ein intransitives Verb oder die Kombination von transitivem Verb plus Objekt(en) realisiert ist: runs (15) John | kisses Bill sells the car to Phil Im Vergleich dazu: (16) John | is [sad] AP (17) John | is [a student] NP (18) John | is [in the garden] PP Semantisch betrachtet steckt in den Sätzen (16)–(18) das Prädikat jeweils in einer AP, einer PP und einer NP. Diese Prädikate unterscheiden sich inhaltlich betrachtet auch von denen unter (15), insofern dem jeweiligen Subjekt keine Aktion (küssen, rennen usw.) zugewiesen ist, sondern eine Eigenschaft (16), die Mitgliedschaft in einer Klasse (17) oder es verortet wird (18). Vermittelt wird die Prädikationsrelation in (16)–(18) durch eine Kopula, hier immer be, die für die semantische Interpretation eigentlich keinen eigenen Beitrag leistet. Im Englischen scheint primäre Prädikation bei Adjektiv-, Präpositional- und Nominalphrasen also nur per Einsatz der Kopula möglich zu sein: (16') *John sad (17') *John in the garden (18') *John a student Ein ähnliches Bild zeigt sich übrigens im Deutschen:

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