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Prädikation und sekundäre Prädikation - Fachbereich 10 ...

Prädikation und sekundäre Prädikation - Fachbereich 10 ...

16 Susanne Hackmack:

16 Susanne Hackmack: Prädikation und sekundäre Prädikation Analyse. Danach würde jedes einstellige Prädikat, bei dem die Instanziierung des Argumentes eine Proposition liefert, syntaktisch wie folgt repräsentiert: Phrase Prädikation Bei primärer Prädikation entspräche wie gesehen z.B. einer finiten VP, z.B. dem Subjekt des Satzes und 'Phrase' einem S. Wenn wir nun einen Satz mit sekundärem Prädikat nehmen, müssen folgende Punkte geklärt werden: 1. welcher Kategorie gehört 'Phrase' an, 2. woher kommt die Information darüber, was das Subjekt des Prädikates ist – die beiden stehen z.B. im Falle von subjektbezogener sekundärer Prädikation nicht in benachbarten Positionen, 3. wohin gehört 'Phrase' selber. Dieser Punkt ist, wie wir gleich sehen werden, eng mit dem 2. Punkt verbunden. Was Punkt 1. angeht: 'Phrase' ist im Falle von sekundärer Prädikation kein vollwertiger Clause, denn dazu fehlt ihre Verortung in Raum und Zeit – das Prädikat kann in Form von Adjektiv-, Präpositional-, Nominal- oder nicht-finiten Verbalphrasen manifestiert sein. Als Oberbegriff für diese Konstruktionen wird die Bezeichnung 'Small-Clause' verwendet. Darüber, was genau das im Einzelfall sein kann, besteht kein rechter Konsens. Um beim Standardbeispiel zu bleiben, stellt sich hier die Frage, welchen kategorialen Status der Small Clause in eat the meat raw hat. Ist es eine Art AP, die um ein Subjekt erweitert wurde? Oder sollte die Analogie zwischen Clauses und Small Clauses expliziter dargestellt werden, indem man beide als Prädikationsphrase bezeichnet? Sowohl für die eine als auch die andere Annahme sind Vorschläge gemacht worden, stellvertretend siehe dazu STOWELL 1983 und BOWERS 1993. Dieser Frage gehen wir hier nicht näher nach sondern bleiben bei der Kategorie 'Small Clause'. Wesentlich ist hier auf jeden Fall die kategoriale Differenzierung zwischen einer attributiv und einer prädikativ verwendeten Konstituente. Was Punkt 2. angeht: in die Subjektsposition des sekundären Prädikates könnte ein 'Dummy'-Element gesetzt werden, also eine Art Platzhalter für Information, die zwar mitverstanden, d.h. semantisch interpretiert wird aber phonetisch nicht oder auch nicht 'vor Ort' realisiert ist. Fachjargon für solche Dummy-Elemente (dazu gehören z.B. auch die umstrittenen traces in der generativen Grammatik) ist 'leere Kategorie'. So es sich dabei um ein phonetisch leeres Subjekt eines Prädikates handelt (das gilt übrigens auch in Infinitivkonstruktionen), wird diese leere Kategorie als PRO bezeichnet. 9 Diese Bezeichnung, die an 'Pronomen' erinnert, soll auf die anaphorische Funktion der Kategorie hindeuten: wie ein Pronomen hat auch PRO ein Antezedens, das selber an einer anderen Position im Syntagma auftritt. Diese Art der Analyse ist aus Kontrollverbsätzen wie z.B. Mary persuaded him to kiss the cat bekannt: dieser Satz enthält eine eingebettete Infinitivkonstruktion, deren Subjekt morphosyntaktisch nicht 9 'Groß-PRO', es gibt übrigens auch pro, also 'klein-pro', eine wirklich selten dämliche Terminologie

Bremer Linguistik Workshop 17 realisiert ist, aber mit dem Objekt des Matrixsatzes koindiziert würde. Die solchen Sätzen zugrundeliegende Struktur würde so beschrieben: [Mary persuaded him i [PRO i to kiss the cat]] S. Über den Index 'i' sind PRO und dessen Antezedens zueinander in Beziehung gesetzt, anders ausgedrückt: der Index zeigt an, wo die Information für PRO herkommt. Der Indizierungsmechanismus – der in den Bereich der sogenannten 'Kontrollphänomene' gehört – ist für Sätze mit sekundärem Prädikat nicht unproblematisch und alles andere als auch nur annähernd einheitlich geklärt. Nehmen wir als Einstieg den Satz mit subjektbezogenem sekundärem Prädikat (5) The man ate the meat naked. Der Small Clause hätte nach den bisherigen Ausführungen die folgende Struktur: 10 SC NP AP PRO naked Aber wo genau gehört – wie in Punkt 3. weiter oben schon angesprochen – dieser Small Clause syntaktisch hin? PRO muss mit dem Subjekt des Matrixsatzes koindiziert werden. Wenn wir davon ausgehen, dass die Beziehung zwischen Antezendens (im Beispielsatz also die Subjekts-NP The man) und PRO im Small Clause syntaktisch vermittelt ist, beispielsweise dadurch, dass beide im selben lokalen Baum auftreten und also Schwestern voneinander sind, wäre die einzige mögliche Position für den Small Clause eine unmittelbar von S dominierte Konstituente und der Satz hätte die folgende syntaktische Struktur: S NP VP SC The man i V NP PRO i AP ate the meat naked Im Falle von objektbezogener sekundärer Prädikation dagegen wäre der Small Clause eine Tochter der VP, um als Schwester des Antezedens von PRO, nämlich der Objekts- NP aufzutreten: 10 Die nachfolgende Argumentation ist sehr frech vereinfacht, sie soll sehr grob ein paar Grundprobleme der PRO-Indizierung bei sekundärer Prädikation anreißen

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