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Prädikation und sekundäre Prädikation - Fachbereich 10 ...

Prädikation und sekundäre Prädikation - Fachbereich 10 ...

18 Susanne Hackmack:

18 Susanne Hackmack: Prädikation und sekundäre Prädikation S NP VP The man V NP SC ate the meat i PRO i AP Wenn also die Indizierung von PRO über syntaktische Kriterien wie 'Schwesternschaft' 11 liefe bzw. mit diesen korrelierte, könnten die Antezendentien von PRO tatsächlich in beiden Fällen über die syntaktische Struktur identifiziert werden. Aber: ist diese Vorgehensweise sinnvoll? Haben subjektbezogene und objektbezogene sekundäre Prädikation tatsächlich andere syntaktische Strukturen? Die oa. Analyse des Satzes mit subjektbezogener sekundärer Prädikation widerspricht der Beobachtung, dass der Small Clause syntaktisch betrachtet eine Tochter der VP ist: raw (25) John [ate the meat naked] and Bill did so, too. (26) Bill told Mary that John will eat the meat naked, and [eat the meat naked] i he did t i. * Bill told Mary that John will eat the meat naked, and [eat the meat] i he did t i naked. (27) [Eat the meat naked] i though he did t i, John nevertheless continued to sweat. (naja) *[Eat the meat] i though he did t i naked, John nevertheless continued to sweat. Nach diesen Tests hätte der Satz eine Konstituentenstruktur wie die folgende: (28) [[John i] NP [eat [the meat] NP [PRO i naked] SC] VP] S Danach aber sind Antezedens und Small Clause nicht mehr Schwestern voneinander. Dieser Punkt ist nach meinem Dafürhalten sehr interessant, denn er tangiert unmittelbar die hochinteressante Frage nach dem Verhältnis von Syntax und Semantik. Die hier verwendete, dreist vereinfachte Argumentation läuft letztendlich ja darauf hinaus, dass subjekt- und objektbezogene sekundäre Prädikate bzw. die entsprechenden Small Clauses in unterschiedlichen syntaktischen Positionen aufgeführt werden. Wie das in modernen Ansätzen konkret durchgezogen wird, ist hier unerheblich, wie haben unter Verzicht auf beispielsweise X-bar Phrasenstrukturen die Positionen 'Tochter von S' im Falle von Subjektbezug und 'Tochter der VP' im Falle von Objektbezug gewählt. Die Annahme, dass Unterschiede in der Semantik einen syntaktischen Reflex haben können, wird gar nicht in Frage gestellt. Kriegsentscheidend aber sind letztendlich doch die Faktoren, die die Zuordnung des Small-Clauses auf eine entsprechende Position regeln, und die scheinen semantischer bzw. funktionaler, nicht syntaktischer Natur (siehe dazu auch den Beitrag von John Bateman in diesem (virtuellen) Band). Unterschiedliche 11 'In Echt' wäre das z.B. C-Kommando

Bremer Linguistik Workshop 19 syntaktische Positionen für unterschiedliche sekundäre Prädikate werden nicht in Abrede gestellt und möglicherweise tatsächlich für die Beschreibung benötigt – aber was steuert denn die jeweilige Zuordnung? Was bringt mich denn dazu – wenn ich die SC-Analyse wähle – in den Fleischesserbeispielen den Small-Clause [PRO naked] SC als Tochter von S, den Small Clause [PRO raw] SC als Tochter der VP aufzuführen? Von was ist das ein Reflex? Auch wenn die Syntax so ausgelegt ist, dass sie übergeneriert, d.h. dass sie für die Fleischesserbeispiele genau vier potentielle Strukturen zur Verfügung stellte, kommt man an dieser Frage nicht vorbei, denn von diesen vier Strukturen müssen zwei ausgefiltert werden, um die Daten und den genauen Bezug des sekundären Prädikates angemessen zu beschreiben. Die Gretchenfrage hier ist für mich also gar nicht mal so sehr die nach der syntaktischen Struktur sondern vielmehr nach der Semantik bzw. dem semantischen Filter, der die Unterschiede in der Syntax jeweils bedingt, und genau der muss nach meinem Empfinden für den Phänomenbereich 'sekundäre Prädikation' (und viele andere auch) entsprechend aufbereitet und formalisiert werden. Eine Diskussion dieser Problematik findet sich auch in NAPOLI 1989:81ff. Mit der hier vorgestellten Herangehensweise sind also viele offene Fragen verbunden. Diese beziehen sich einerseits auf die Angemessenheit der SC-Analyse den konkreten Phänomenbereich betreffend, und dafür wurden auch zahlreiche Alternativen entwickelt. Exemplarisch kann dafür z.B. die sog. Prädikationstheorie (WILLIAMS 1980, 1983) genannt werden, die sich im wesentlichen dadurch von der SC-Analyse unterscheidet, dass die Prädikationsrelation nicht in Form einer Konstituente syntaktisch manifestiert wird: Williams (1983) arguments against SCs are based on the assumption that subjectpredicate sequences need not be represented as sentential constituents on the syntactic level. Instead, he asserts that the subject and the predicate that enter into a predication relation function as independent maximal projections, which are either represented in a flat structure under VP in the case of OOD [=objektbezogendeskriptiv] and RSP [=resultativ] or IP-adjoined in the case of SOD [=subjektbezogen-deskriptiv, IP kann hier mit S gleichgesetzt werden]. (WINKLER 1994: 98) Über die Forderung, dass Subjekt und Prädikat 'maximal projections' sein müssen und also phrasalen Status haben, wird bei Williams Attribution und Prädikation differenziert – eine attributiv verwendete AP hat als Argument eben keine NP, sondern ein N. Für nähere Information und weitere Ansätze siehe WINKLER 1994. Zum anderen aber berührt die SC-Analyse Fragestellungen, die über Phänomenbereich hinausgehen und allgemein beispielweise Sinn und Nutzen der Postulierung von leeren Kategorien wie z.B. PRO hinterfragen. Das Stichwort 'leere Kategorien' ist ein heißes Eisen in der Linguistik und wurde, allerdings in einem anderen Kontext, auch im Workshop kurz angesprochen. Die Forderung, nur solche Kategorien in die Grammatik zu integrieren, die auch tatsächlich einen phonetischen Reflex 'auf der Oberfläche' haben, ist für mich nicht so recht nachvollziehen, denn dabei wird m.E. übersehen, welchen Nutzen und Einsatzgebiet diese Kategorien haben, first and foremost aber wird ihr Status als theoretisches Konstrukt verkannt. Ein indiziertes Dummy wie PRO tut i.d.R. nicht mehr, als auf vorhandene oder mitverstandene Information zu verweisen, die nicht unmittelbar aus der Struktur hervorgeht. Etwas plump ausgedrückt hilft PRO zu

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