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Prädikation und sekundäre Prädikation - Fachbereich 10 ...

Prädikation und sekundäre Prädikation - Fachbereich 10 ...

4 Susanne Hackmack:

4 Susanne Hackmack: Prädikation und sekundäre Prädikation grammatische Funktionen oder semantische Relationen. Bei mehrstelligen Prädikaten ist in diesem Kontext zu berücksichtigen, dass die Anordnung der Argumente in der Klammer nicht willkürlich ist: per Konvention wird beispielsweise das 'Subjekts'- Argument als erstes; das 'Objekts'-Argument als zweites geführt. Dazu gleich mehr, wenn es um die sequentielle Abarbeitung der Argumente geht. Inhaltlich haben Prädikate in diesem Sinne die Funktion, ihren Argumenten Eigenschaften zuzuweisen oder, bei mehrstelligen Prädikaten, Relationen zwischen ihnen zu vermitteln. Als typische Vertreter fallen einem Verben oder Adjektive ein, aber es darf nicht vergessen werden, dass auch Nomina Prädikatstatus haben, insofern sie Klassenzugehörigkeit ausdrücken. Dazu ein Beispiel: ein wesentlicher Unterschied zwischen den Sätzen (1) John runs (2) The boy runs liegt darin, dass die NP im ersten Satz durch einen Eigennamen, im zweiten Satz durch Artikelwort plus Nomen realisiert ist. Während das Argument von jump(x) im ersten Beispiel ein Eigenname ist, ist es im zweiten Beispiel die Kombination von definitem Artikel und Klassenbezeichner – informell kann der Unterschied durch 'John rennt' für den ersten und 'dasjenige, das ein Junge ist, rennt' für den zweiten Satz wiedergegeben werden, formal durch (3) runs(John) vs (4) runs(x boy(x)) Wie (3) und (4) zeigen, werden prädikatenlogische Ausdrücke in der Linguistik auch dazu eingesetzt, die Semantik komplexer Ausdrücke (zumindest partiell) zu beschreiben. Diese Ausführungen zeigen hoffentlich, dass die beiden in den Definitionen reflektierten Gebrauchsweisen von 'Prädikat' recht unterschiedliche Sorten Maus sind. Wenn man die Sache rein formal angeht, besteht der wesentliche Unterschied darin, dass Prädikate wie unter Definition 1 aus dem OCDL nur ein einziges, Prädikate wie unter 2 mehr als ein Argument haben können. Dieser Unterschied ist ein Reflex davon, dass die beiden Prädikatsbegriffe auf unterschiedliche Entitäten referieren. Dabei wird ebenfalls deutlich, dass auch 'Subjekt' nicht einheitlich für beide Prädikatsbegriffe gilt: während das Subjekt in Definition 2 ein mögliches Argument neben anderen ist, ist es in Definition 1 genau dasjenige Element, über das in einem Satz die durch das Prädikat kodierte Aussage gemacht wird, sprich diejenige Größe, die sich mit dem Prädikat zu einem Satz verbindet. Als traditionelle Bezeichnung findet sich hierfür auch der Begriff 'Satzgegenstand'. Dass diese beiden Subjektsbegriffe, angewendet auf konkrete Sätze, auf dieselbe sprachliche Konstituente zutreffen können (aber nicht müssen), darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die jeweils zugrundeliegenden Bedeutungen doch sehr voneinander abweichen. Die Frage danach, wie sich diese unterschiedlichen Prädikatsbegriffe miteinander vertragen und um was für Größen es sich bei Subjekt und Prädikat denn nun genau handelt (sind es im weitesten Sinne logische, grammatische oder psychologische Entitäten?) und wie sie auf welcher Ebene der Untersuchung sprachlicher Äußerungen (Syntax? Semantik? Pragmatik? Alles davon?) sinnvoll zum Einsatz kommen können, ist

Bremer Linguistik Workshop 5 mehr als happig, gehört seit Anbeginn sprachwissenschaftlicher Zeitrechnung zu den Problemen der Linguistik und kann in diesem Beitrag natürlich nicht geklärt werden. Für eine etwas ausführlichere Diskussion siehe den Abschnitt The confusion around the terms subject and predicate in SEUREN 1998 und auch den Beitrag von John Bateman in diesem (virtuellen) Band. Auf der Basis der beiden vorgestellten Prädikatsbegriffe können wir Prädikation nun auf zwei unterschiedliche Arten beschreiben: in einer relationalen Lesart ist Prädikation die Beziehung zwischen Prädikat (Prädikatsbegriff 1) und seinem einzigen Argument, also dessen Subjekt. In einer eher statischen Lesart entspricht Prädikation einer (vollständig gesättigten) Prädikat-Argument-Struktur. Trotz der aufgeführten Unterschiede zwischen den Prädikatsbegriffen und den daraus resultieren Prädikationsbegriffen ist es möglich, einen systematischen Bezug zwischen ihnen zu erstellen. Um diesen Punkt zu erläutern, holen wir etwas aus und beschäftigen uns zunächst mit ein paar Funktionen. Funktion und Prädikation Die Notation von Prädikat-Argument-Strukturen erinnert nicht von ungefähr an die Schreibweise von Funktionen, die aus einem Funktor und einem oder mehreren Argumenten bestehen: funktor(Argument1, Argument2,...Argumentn). Was aber ist oder macht eine Funktion genau aus? Nehmen wir ein dazu ein einfaches Beispiel. Die Funktion quadrat(x) kann umgangssprachlich mit 'quadriere x' oder 'nimm x zum Quadrat' wiedergegeben werden. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die Tatsache, dass eine solche Funktion ein Ergebnis hat – die Anwendung der Funktion auf einen Wert x ergibt einen Wert y: quadrat(x) = y. Dieser Ausdruck kann als 'x zum Quadrat ergibt y' wiedergegeben werden. Die Frage 'und was ist y?' ist dann beantwortet, wenn das Auswertungsverfahren bekannt ist und für x ein konkreter Wert eingesetzt wird, z.B. 4: quadrat(4) = 16. Letztendlich bildet eine Funktion also Werte, in diesem Fall Zahlen, aufeinander ab. Ein weiteres Beispiel: multipliziere(x,y). Diese Funktion kann mit 'multipliziere x und y' oder 'nimm x mit y mal' wiedergegeben werden. Sie unterscheidet sich von der vorhergehenden Funktion, insofern hier über den Funktor zwei Argumente zueinander in Beziehung gesetzt sind. Auch die Anwendung dieser Funktion ergibt einen Wert: multipliziere(x,y) = z. Um für z einen konkreten Wert zu ermitteln, müssen beide Argumentvariablen durch konkrete Zahlen ersetzt sein (dieser Vorgang wird auch als 'Instanziierung der Argumente' bezeichnet). Wird nur ein Argument durch eine konkrete Zahl ersetzt, erhält man als Ergebnis der Funktion keine Zahl sondern – ein wichtiger Aspekt unserer Argumentation – eine neue Funktion: multipliziere(x,4) = z. Der Unterschied liegt klar auf der Hand: im einen Fall, multipliziere(x,y), haben wir es mit einer zweistelligen Funktion zu tun. Im anderen Fall, multipliziere(x,4), ist nur noch eine Argumentstelle offen und die Funktion würde umgangsprachlich mit 'nimm x mit 4 mal' wiedergegeben. Um diesen Unterschied transparent zu machen, wollen wir dafür auch eine andere Notation verwenden: multipliziere_mit_4(x) = z,

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