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Prädikation und sekundäre Prädikation - Fachbereich 10 ...

Prädikation und sekundäre Prädikation - Fachbereich 10 ...

6 Susanne Hackmack:

6 Susanne Hackmack: Prädikation und sekundäre Prädikation an der ganz deutlich wird, dass wir es statt mit einer zweistelligen jetzt mit einer einstelligen Funktion zu tun haben. Wird das Argument dieser Funktion instanziiert, also durch eine Zahl ersetzt, so erhält man wiederum einen konkreten Wert für z: multipliziere_mit_4(2) = 8. Was diese Ausführungen offensichtlich machen sollen, ist der systematische Zusammenhang einer zweistelligen und einer einstelligen Funktion: wird eine der Argumentstellen einer zweistelligen Funktion gesättigt, so resultiert eine neue, nämlich einstellige Funktion, erst die Instanziierung dieses, also quasi des letzten Argumentes liefert ein 'echtes' Ergebnis. Dieser Sachverhalt gilt im übrigen für alle mehrstelligen Funktionen, d.h. auch für Funktionen mit 3 oder mehr Argumenten: durch die Instanziierung eines Argumentes einer mehrstelligen Funktion geht eine n-stellige Funktion in ein n-1-stellige Funktion über, d.h. der Funktionswert ist selbst wieder ein Funktion. Jede mehrstellige Funktion kann mithin in eine Kette einstelliger Funktionen übersetzt werden. In den verwendeten Beispielen lieferte die Anwendung der Funktion auf eine Zahl bzw. zwei Zahlen als Ergebnis stets eine weitere Zahl. Wie verhält es sich aber in dem folgenden Beispiel: größer_als(x,y), umgangssprachlich 'x ist größer als y'? Was ist hier das Ergebnis der Funktionsanwendung auf konkrete Zahlen, beispielsweise in größer_als(6,3)? Das Ergebnis dieser Funktion ist mitnichten eine Zahl, sondern ein Wahrheitswert: größer_als(6,3) = WAHR. Desssen ungeachtet gilt auch bei der zweistelligen Funktion größer_als(x,y), dass die Instanziierung eines Argumentes als Ergebnis eine einstellige Funktion liefert: größer_als(x,3) bzw. größer_als_3(x). Wird nun x durch einen konkreten Wert, z.B. 2, ersetzt, erhalten wir als Ergebnis dieser einstelligen Funktion erneut einen Wahrheitswert: größer_als_3(2) = FALSCH. Um nun auf sprachliche Beispiele und Prädikat-Argument-Strukturen zurückzukommen, lautet die entscheidende und für den vorliegenden Kontext wichtige Frage: gibt es in Prädikat-Argument-Strukturen eine Analogon zu dem Ergebnis einer Funktion? Eine mögliche Antwort auf diese Frage lautet: ja, das 'Ergebnis' der Instanziierung aller Argumente ist eine Proposition. 'Proposition' als semantische Größe soll hier (zunächst vereinfacht, weil auf Deklarativsätze beschränkt2) als Darstellung eines Sachverhalt verstanden werden, der – ein entscheidender Punkt – ein Wahrheitswert zugeordnet werden kann. Damit sollte die Analogie zu den oa. Funktionen deutlich werden. Nehmen wir dazu ein Beispiel, welches unmittelbar an das letzte Funktionsbeispiel anknüpft: älter_ als(x,y). Durch die Zuordnung y = Edward erhalten wir das einstellige Prädikat älter_als(x, Edward) bzw. älter_als_Edward(x). So x = Charles resultiert die 2 Vereinfacht deshalb, weil wir unter 'Proposition' hier eher den propositionalen Gehalt oder 'Satzbegriff' verstehen, also das, was quer zu verschiedenen Satztypen und -modi konstant bleibt. Beispiel: die ('logischen') Paraphrasen der folgenden Sätze Er miaut – Es ist der Fall, daß er miaut (Deklarativ) Miaut er? – Ist es der Fall, daß er miaut? (Interrogativ) Er miaut nicht – Es ist nicht der Fall, daß er miaut (Negation) weisen in dem durch den 'daß-Satz'-ausgedrückten Teil jeweils denselben propositionalen Gehalt auf. Es sei explizit darauf hingewiesen, dass wir 'Proposition' nicht automatisch gleichsetzen mit Clause oder Satz.

Bremer Linguistik Workshop 7 Proposition älter_als_Edward(Charles), die z.B. in Form der Aussage Charles ist älter als Edward ausgedrückt sein und der ganz klar ein Wahrheitswert zugeordnet werden kann: älter_als_Edward(Charles) = WAHR. Ganz ähnlich verhält es sich mit dem Beispiel von weiter oben, also kick(x,y): aus dem zweistelligen kick(x,y) wird durch Instanziierung eines Argumentes das einstellige kick(x,Bill) bzw. kick_Bill(x). Eine Proposition aber resultiert erst, wenn die nun einzige Argumentstelle gesättigt wird: kick_Bill(John), sprachlich z.B. realisiert als John kicks Bill. Es ist also folgendes im Hinterkopf zu behalten: o Die Sättigung eines Argumentes bei einem zweistelligen Prädikat liefert ein einstelliges Prädikat. o Die Instanziierung des Argumentes bei einem einstelligen Prädikat liefert eine Proposition. An dieser Stelle wird der Bezug der beiden in Abschnitt 2 diskutierten Prädikatsbegriffe deutlich: jede n-stellige Prädikat-Argument-Struktur kann in eine n–1-stellige Prädikat- Argument-Struktur überführt werden. Erst wenn ein einziges Argument übrigbleibt, führt dessen Instanziierung zu einer Proposition. Diese Ausführungen sind für uns deshalb so wichtig, weil in ihnen die Grundlage für die relationale Definition von 'Prädikation' gelegt ist: Prädikation ist die Beziehung, die zwischen einem einstelligen Prädikat und seinem Argument besteht, sofern die Instanziierung dieses Argumentes als Ergebnis eine Proposition liefert. Dieses Argument ist das Subjekt des Prädikates. 3 Damit die Prädikationsrelation überhaupt realisiert werden bzw. eine Proposition resultieren kann, ist allerdings eine ganz bestimmte Bedingungen an das Argument gestellt: es muss sich dabei um einen Referenzausdruck handeln. Dieser Punkt wird gleich bei der Differenzierung zwischen Prädikation und Attribution wieder aufgegriffen. Damit hätten wir eine vorläufige Definition für Prädikation, die mit Bezug auf logische oder semantische Aspekte getroffen wird, im Einklang mit den Angaben aus dem OCLD steht und die bereits auf der ersten Seite vorgestellten Definitionen präzisiert. So sollte klar sein, dass nach unserem Ermessen eine Aussage wie 'Prädikation ist die Relation zwischen Prädikat und Argument' eben nicht ok ist – wenn man Prädikation schon im relationalen Sinne definiert, geht es uns um einstellige Prädikate, die Instanziierung des Argumentes liefert eine Proposition und das Argument muss ein Referenzausdruck sein. Eine Kernfrage für den relationalen Prädikationsbegriff ist die nach der sequentiellen Abarbeitung der Argumente, 4 also nach den Faktoren, über die ich entscheiden kann, welches bei einem mehrstelligen Prädikat genau dasjenige ist, das 'übrigbleibt'. Im bisherigen Text haben wir das unhinterfragt so gemacht, dass z.B. aus einem zweiwertigen kick(x,y) und der Zuordnung x=John, y=Bill das einstellige kick_Bill(x) abgeleitet würde – es wird also zunächst das y-Argument instanziiert. Warum wird das eigentlich so gemacht? Hindert uns irgend etwas daran, erst das x-Argument zu instanziieren, also John_kick(y)? Gibt es Kriterien, die die Sättigungsabfolge 3 'Subjekt des Prädikates' impliziert nicht notwendigerweise 'Subjekt des Satzes'. Dazu gleich noch mehr. 4 Ein formales Verfahren dafür ist z.B. die sog. 'Lambda-Abstraktion', siehe dazu auch den Beitrag von John Bateman in diesem (virtuellen) Band

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