Aufrufe
vor 5 Jahren

notionalgrammatisch - Fachbereich 10 - Universität Bremen

notionalgrammatisch - Fachbereich 10 - Universität Bremen

148 Roger Böhm,

148 Roger Böhm, Prädikation ... notionalgrammatisch (167) Er las sich an dem Buch blind. (168) Sie aßen sich an den Keksen satt. Für Kompositionsstrukturen mit dem Ortswechseltemplate (148) zeigen schließlich (169.a) und (b) zusammenfassend die Möglichkeiten der Argumentrealisierung: (169) ERG ‘CAUSE’ ABS ‘GO’ ABS ABL ABS ‘AT’ X VERB Z von Y (weg) a. ERG;ABS ‘VERB’ LOC ... wisch- den Dreck vom Tisch (ab) b. ERG;ABS ‘VERB’ ... pust- den Staub vom Buch (weg) 3.2.5. Ich hatte oben angedeutet, daß sich die systematische Beschränkung der resultativen Adjektive auf die Privativa auch mit der Interpretation einer Beobachtung in Zusammenhang bringen läßt, die CLARK (1974) hinsichtlich der Verwendung von come und go in Zustandsänderungsprädikationen mit adjektivischen Komplement gemacht hatte. Der bei CLARK (1974) für den gegenwärtigen Erklärungszusammenhang wichtige Begriff ist der des normal state als deiktischem Zentrum: [...] the interpretation of such idiomatic uses [gemeint sind: come to one’s senses, go mad, RB] is governed by the fact, that the deictic center is a NORMAL STATE of being. In such a state, one is regarded as behaving ‘normally’, being sane and conscious, doing what is expected, etc. [...] [B]ecause the destination of motion go is specified as somewhere other than at the deictic center, it should follow that idioms with go occur only to indicate departure from a normal state. [CLARK 1974: 316- 7, Hervorhebung von mir, RB] Die Resultativ-Konstruktion mit privativem Adjektivkomplement folgt diesem ‘Prinzip’ insofern, als die adjektivischen Komplemente innerhalb der Konstruktion dem Referenten des ABS,ABL-Arguments in der Tat Eigenschaften zuschreiben, die – gemessen an einem im Sinne von CLARK (1974) zu interpretierendem deiktischem Zentrum von ‘Normalität’ – ‘normabweichend’ sind. 52 Allerdings ist der angenommene ‘Normal’- oder besser: Initialzustand der ‘affizierten Lokation’, deren Zustandsänderung in den vom Resultativum denotierten Komplementärzustand die Resultativ-Konstruktion prädiziert, keine unabhängig gegebene Größe. Was im Kontext der Resultativ-Konstruktion als 52 Das resultative Adjektiv und eine dazu ‘richtungs-komplementäre’ Zustandsbeschreibung als deiktisches Zentrum konstituieren damit ein Paar von independent reversives im Sinne von CRUSE (1986: §10.5).

Bremer Linguistik Workshop: Prädikation 149 normal/initial state zu gelten hat, zu dem das Resultativum einen komplementären ‘normwidrigen’ Zustand beschreibt, ist nur relativ zum Zustand des Handlungsobjekts, d.h. dem Referenten des LOC,ABS-Arguments des jeweiligen Affektverbs, zu interpretieren, durch den die vom Verb ausgedrückte Handlung handlungspragmatisch motiviert ist. Die nicht-resultativ erweiterte Verwendung eines Affektverbs wie wipe/wischen oder scrub/scheuern, die abermals (170) illustriert, (170) Molly wiped/scrubbed the table. Molly wischte/scheuerte den Tisch. lädt zu der Annahme ein, daß der Tisch (bzw. seine Oberfläche) wegen Verschmutzung o.ä. wischbedürftig war. Dementsprechend wird die Äußerung von (171)a. Könntest Du bitte den Tisch wischen/scheuern? auch ein kooperatives Gegenüber veranlassen, als Reaktion (171.b) zu äußern, (171)b. Wieso? – Der ist doch sauber. sofern der Tisch des (Sauber)Wischens/Scheuerns nicht bedarf. Anders gesagt, (170) und (171) nehmen per invited inference einen handlungsbedürftigen Zustand des Patiens der Handlung als ‘akt-deiktisches Zentrum’ an, relativ zu dem das resultative Komplement clean/sauber in (172) (172) Molly wiped/scrubbed the table clean. Molly wischte/scheuerte den Tisch sauber. ‘departure from a normal state’ beschreibt. Mit LEISI ( 4 1971: §IV.E.2) kann man davon sprechen, daß die Affektverben teleologisch bedingt sind: Ein über den Sinn des jeweiligen Affektverbs pragmatisch angenommener Initialzustand des Referenten seines LOC,ABS-Arguments – dem Objekt, an dem sich das Agens zu schaffen macht – ist aktpragmatisches Motiv für die auf das Objekt zugreifende Handlung, deren teleologischen Zweck das resultative Adjektiv expliziert. 53 Die für den Initialzustand und dessen Komplement geltenden Bedingungen stellt das jeweilige Affektverb bezogen auf die von ihm denotierte Handlung her. Kausative Zustandsänderungsverben, die die Kausativstruktur (143) pur lexikalisieren (d.h. nicht mit einem Affektverb komponiert sind) und den Prädikator der Zustandsprädikation syntaktisch distinkt realisieren, legen bezüglich des akt-deiktischen Initialzustandes ihres ABS-Referenten keine entsprechenden Bedingungen fest: Die bloße kausative Zustandsänderungsstruktur drückt keinen anderen als nur den Sinn aus, daß ein Agens die Änderung einer Entität in den von dem resultativen Komplement denotierten Zustand (energetisch) initiiert, so daß periphrastische restitutive Paare (cf. CRUSE 1986: §10.5) wie beispielsweise kaputt vs. heil machen in (173) ebenso möglich sind, wie deren kumulative Lexikalisierungen beschädigen und reparieren in (174): 53 Zu diesem (handlungs)philosophischen Minenfeld vergleiche u.a. die auch aus linguistischer Sicht instruktiven Beiträge in WHITE (1968).

Onlinepublikation - Fachbereich 12 - Universität Bremen
Download - Fachbereich Wirtschaftswissenschaft - Universität Bremen
Download - Fachbereich Wirtschaftswissenschaft - Universität Bremen
bachelor - Fachbereich 12 - Universität Bremen
TEACHER - Fachbereich 12 - Universität Bremen
PDF, ca. 700kb - Fachbereich 9, Universität Bremen
Forschungsprofil 2010 - Universität Bremen - Fachbereich ...
Präsentation - Fachbereich 12 - Universität Bremen
das lehramt in bremen - Universität Bremen
Neuland Uni - Zentrale Studienberatung - Universität Bremen
aus den fachbereichen - Friedrich-Schiller-Universität Jena
Ernährung - IPP - Universität Bremen
Komplementaerfach WiWi_Online.pdf - Universität Bremen ...
ProLogistics - Biba - Universität Bremen
Kunsthistorisches Institut der Freien Universität Berlin - Fachbereich ...
Umwelterklärung 2005 - Ums Uni Bremen - Universität Bremen
sports physiotherapy - Interfakultärer Fachbereich Sport - Universität ...
10 CP - Fachbereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften
Allgemeines Vorlesungswesen - Universität Hamburg - Fachbereich ...
Untitled - Fachbereich Mathematik der Universität Rostock