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notionalgrammatisch - Fachbereich 10 - Universität Bremen

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150 Roger Böhm,

150 Roger Böhm, Prädikation ... notionalgrammatisch (173)a. Er machte den Apparat kaputt/entzwei. b. heil/ganz. (174)a. Er beschädigte den Apparat. b. Er reparierte den Apparat. Die von dem kausativen Zustandsänderungsprädikator in (173) denotierte ‘Reise’ (‘journey’ im Sinne von JESSEN 1975, LYONS 1977:§15.7) kann an jedem der komplementären Zustände ihren Ausgang nehmen bzw. ihr Ende finden. Die um das Kausativtemplate angereicherten Affektverben verhalten sich in dieser Hinsicht in der Regel anders als reine Kausativa, da üblicherweise der teleologische Zweck der vom Verb beschriebenen objekt-gerichteten Handlung einen als ‘normal’ angenommenen Ausgangszustand für den Referenten des LOC,ABS-Terms des Verbs festlegt. Instruktiv in dieser Hinsicht sind u.a. Verben des Schlagens. Der von Verben des Schlagens als ‘Bedingung’ (im Sinne LEISIs 4 1971) nahegelegte ‘normale’ Initialzustand des Referenten ihres LOC,ABS-Arguments ist der der Ganzheit, der körperlichen Integrität, Unversehrtheit, Vollständigkeit, vollen Funktionstüchtigkeit, usw. Die mit diesen Verben auftretenden Resultatsadjektive bezeichnen deshalb sämtlich die Auflösung dieses Normalzustandes, wie (175) zeigt: 54 (175)a. Sie schlugen ihn kaputt/krankenhausreif/windelweich/lahm/(halb)tot/... b. *heil/*gesund/*lebendig/... Diese ‘Bedingung’ erklärt auch die metaphorische Lesart von Farbausdrücken wie grün und blau/black and blue in (176), (176)a. Sie schlugen ihn grün und blau. b. They beat him black and blue. die im Kontext der Resultativ-Konstruktion wohl weniger objektive Farbeigenschaften denotieren (müssen), sondern als Metaphern (um)gedeutet werden, die die normwidrige körperliche Versehrtheit des Schlagopfers bezeichnen (‘Sie schlugen die gesunde Farbe aus ihm heraus’). Die für die Affektverbklasse in aller Regel geltende teleologische Bedingtheit schließt allerdings nicht grundsätzlich aus, daß beide Elemente eines semantisch komplementären Adjektivpaares als resultative Komplemente mit ein und demselben Verb auftreten können. Ein Verb wie hämmern/hammer beispielsweise legt bezüglich des für den Referenten seines LOC,ABS-Arguments geltenden ‘Normzustandes’ keine Bedingung fest, da der auf ein Objekt als Kontakt-Ziel gerichtete Gebrauch eines Hammers hinsichtlich seines akt-pragmatischen Handlungsmotivs neutral ist. Hämmern/ hammer fixiert folglich keine Bedingungen hinsichtlich des anzunehmenden Initialzustandes seines LOC,ABS-Referenten, so daß sowohl (177.a) als auch (177.b) (177)a. Fred hämmerte die Bretter auseinander. Fred hammered the boards apart. 54 Das deutsche zusammenschlagen (‘zu Klump schlagen’) widerspricht dieser Interpretation nicht.

Bremer Linguistik Workshop: Prädikation 151 b. Fred hämmerte die Bretter zusammen. Fred hammered the boards together. mit dem Antonympaar auseinander/zusammen akzeptable, über das Kausativtemplate (143) resultativ expandierte Sätze sind. Das Verb nageln/nail hingegen denotiert Situationen, in denen akt-pragmatisch der Einsatz eines Nagels (oder nagelartigen Objekts) der Fixierung der räumlichen Adjazenz von zwei (oder mehr) Objekten dient. Der pragmatisch als Aktmotiv inferierte Initialzustand des Handlungsobjekts, auf den die Resultativ-Konstruktion rekurriert, ist räumliches Getrennt-Sein. Nageln/nail läßt sich deshalb mit dem Komplement von getrennt, nämlich zusammen/together, nicht aber mit auseinander/apart resultativ erweitern: (178) Fred nagelte die Bretter zusammen/*auseinander. Fred nailed the boards together/*apart.

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