Aufrufe
vor 5 Jahren

Hand und Auge

Hand und Auge

tieren, z.B. während es

tieren, z.B. während es danach sucht. Die individuellen, vorsprachlichen, vorkonventionellen Zeichen nennt Piaget “Symbole”; allerdings sind mentale Operationen nicht immer auf Symbole angewiesen. Diese “Symbole” oder vorkonventionellen Zeichen sind noch stärker als sprachliche Zeichen in ihren Bedeutungen polyvalent und ichbezogen, d.h. interpersonal verschieden. Aus einer synergetischen Perspektive (vgl. Kap. 5) könnte man sagen, daß das Kleinkind in der wiederkehrenden (motorischen, perzeptuellen) Interaktion mit seiner Umwelt Repräsentationen als eine Koordination sowohl räumlich unterschiedener als auch zeitlich distribuierter Perzeptionen und Handlungen aufbaut. Es findet also eine Koordination zwischen Kind und Umwelt und zwischen Handlungen und Perzeptionen in der Zeit (vermittelt durch das Gedächtnis) statt. Diese Koordination geschieht psychophysisch und innerpsychisch. In einem nachoperationalen Stadium, wenn die Sprache und Strukturen der sozialen Koordination erworben wurden, bildet das Kind Konzepte, als “innere Konstruktion der generalisierbaren Aspekte eines erkannten Gegenstandes” (Piaget und Inhelder, 1978: 515). Diese haben Extension und Intension und bilden die Bezugsgrößen für den sprachlichen Ausdruck und das Verstehen. Vermittelt durch den Spracherwerb und die Sozialisation des Kindes sind Konzepte überindividuell koordiniert, d.h. die interpersonale Variation ist begrenzt, die regulative Kontrolle gefestigt (durch Regeln des Auffassens und Sprechens). Die von Piaget symbolisch genannten individuellen Repräsentationen werden durch konventionell geregelte Zeichen ersetzt oder zumindest ergänzt. 2.2. Cassirers Pluralität symbolischer Formen Cassirer verbindet in seiner Philosophie symbolischer Formen Kants Schema-Begriff (bzw. dessen Kategorienlehre) und kulturphilosophische Überlegungen, die ihm “eine Mannigfaltigkeit von Formenverhältnissen” (Cassirer, 1988, I: 31) nahelegen. Er führt neben der Sprache den Mythos, die Religion, die Kunst, die Technik, die Wissenschaft an. Außerdem gibt es für Cassirer noch eine Sphäre “reiner Bedeutungen”, wie er sie in der Mathematik vorfindet. Die Idee einer kulturellen Generalisierung der symbolischen Medien/Formen findet sich auch bei Luhmann, der in seiner Theorie kommunikativer Medien neben die Sprache die Medien der Liebe, der Macht und der Wirtschaft stellt. Genereller werden alle sozial konventionalisierten Systeme als eine Art symbolischer Form (Medium bei Luhmann) der Sprache zur Seite gestellt, und es werden Theoretisie- 15

16 rungen der Sprache auf diese Formen übertragen. Dabei bleibt die Sprache zumindest methodisch der Ausgangs- und Angelpunkt, obwohl die Analogien zu den anderen Formen oft nur schwach sind. Da die Gemeinsamkeit in der konventionellen Regulierung und Sinnkanalisierung liegt, will ich versuchen, die grundlegende Dichotomie “Objekt” vs. “Konzept” bei Piaget zu einer Skala zu erweitern. Diese bedeutet weder eine Abfolge in der Zeit noch eine Höherentwicklung, vielmehr organisiert sie eine Mannigfaltigkeit von Repräsentationen zwischen den Polen: individuell (koordiniert) und sozial (koordiniert). Indirekt impliziert sie auch unterschiedliche Zeitskalen, da individuelle aktualgenetische Prozesse wesentlich schneller ablaufen als die historische Konstruktion und Veränderung sozial konventionalisierter Symbolsysteme. Ich werde im folgenden den allgemeineren Begriff des Symbols (der symbolischen Form) bei Cassirer verwenden, solange ich mich nicht spezifisch auf Piaget beziehe. Repräsentation Zeichen 01 Individuelle Konstruktion eines permanenten Sinne Piagets). “Objekts” (im 02 Kollektiv relevante Ob- 03 jekte/Ereignisse. Organisiertes System kulturell relevanter Objekte und Ereignisse. 04 Geschlossene mythische Vorstellungswelten und Welterklärungen. 05 Grammatisch, lexikalisch, textuell organisierte Wissens- systeme 4 Symbol als individuelles und polyvalentes Zeichen (im Sinne Piagets). Kultischer Ausdruck, z.B. als Fetisch oder Tanz. Kultische Handlungen (Rituale) und Objekt-Konstruktionen (Architektur, Plastik). Mythos im kultischen Ausdruck (Tanz, Musik, Kunst). Heilige Texte in oraler Tradition, heilige Sprachen in oraler Tradition. 06 Standardisierte Wissens- und Schriftsprachen. Glaubenssysteme. 07- Ab Stufe 02 gibt es eine Parallelentwicklung der allgemeinen 08 Kultur (in ihrer Konventionalisierung), der individuellen fragmentierten Symbolsysteme und der situativ-funktionalen Spezialisierung. Standardisierung, Fragmentierung und Spezialisierung von symbolischen Formen koexistieren, rivalisieren und 4 Die Sprache wird ab der Stufe 02 als koexistent angenommen.

Die Darstellung von Hand (Gestik) und Auge (Blick) bei Leonardo ...
Augen - Germanex.de
AUS DEN AUGEN IN DIE AUGEN - Karina Wellmer-Schnell
Die Augen Ihrer Elektronik
Auge & optischer Sinn II - GIDA
Andere Augen, fremde Welt - HaysWorld
Das Auge blickt auf Stade - Stader Fotoclub "Das Auge"
Für Ihre Augen. - Similasan
Die Zukunft vor Augen - Essilor GmbH
Programmbooklet «AUGE UM AUGE - Schlossmediale Werdenberg
Damit Sie alles im Auge haben. - EDP-Services AG
Neue Augen braucht das Land
Vor aller Augen - Gesellschaft für Christlich-Jüdische ...
Die Augen des Subkontinents - Bani Abidi
Tierschutz: Augen auf! - Absolut-Hund
Dynamische Augen. - Dynamic-Eye
Download Vorschau - Auge-gbr.de
SCHAU MIR IN DIE AUGEN, KLEINER! - lautundspitz.ch
Die Augen in AfrikA - Bariez
Augen - Arbeitskreis Homöopathie Erlangen
schau mir in die augen - bitfaction
Augen auf! - Beil Optik