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Hand und Auge

Hand und Auge

Schemata vorstellt.

Schemata vorstellt. VISION INHERENT PROPORTION SCHEMA GESTALT PROPERTIES PERCEPTUAL LEVEL OBJECT SCHEMATA (OS) CONCEPTUAL LEVEL UPRIGHT WALK/EQUILIBRIUM PRIMARY PERCEPTUAL SPACE POSITION PROPERTIES Abbildung 4: Objekt-Schemata zwischen perzeptueller und konzeptueller Ebene (modifiziert nach Lang :1990: 137). Die Sprache, in der die Objekt-Schemata beschrieben werden, enthält drei Dimensionen des primären Wahrnehmungsraumes, wobei die Reihenfolge eine Prägnanzskalierung darstellt, Klammerungen geben Integrationseffekte an. Beispiel: : die dimensionalen Achsen (vertikale Achse, Beobachter- Achse, horizontale Achse) mit der Prägnanzabfolge abc; keine Integration. Lexikalische Realisierungen: Brett, Tisch, Fluß, Wand, Buch, Wunde. : zusätzlich existiert ein Integrationseffekt. Lexikalisches Beispiel: Ball. Diese konzeptuelle Beschreibung (CS = conceptual structure) wird in eine klassische Merkmalmatrix (d.h. eine innerhalb der Logik formalisierbare Struktur) übersetzt. Diese heißt semantische Form (SF) und kann in eine generative Grammatik mit deren Prinzipien, Regeln, Beschränkungen, Filtern usw. integriert werden. Im Hinblick auf diese Einpassung 21

22 kann man auch sagen, daß Lang unterhalb der semantischen Form (SF) eine Komponente einfügt, welche zumindest rudimentär physikalische, biologische und wahrnehmungspsychologische Sachverhalte, d.h. insgesamt prälinguistische Kategorisierungen hinzufügt. Es handelt sich also um eine additive Modifikation eines generativen Grammatikmodells. In bezug auf die Konzepte HAND und AUGE ist deutlich, daß sowohl visuelle Gestalten (Kontur, Textur, Partinomie) als auch die Einbettung in den Raum (obenunten, innenaußen; Grade der Beweglichkeit; Kontakt-Beziehungen) und in den Körper (so liegt das Augenpaar im Gesicht und ist topologisch auf Stirn, Nase, Wange, Schläfe bezogen) zu berücksichtigen sind. Diese Einbettung findet in vielen lexikalischen Definitionen Eingang und ist auch für die Verwendung der Ausdrücke für HAND und AUGE in vielen Gebrauchskontexten relevant. 3.3. Objekt-Schemata in der kognitiven Semantik (von Lakoff bis Fauconnier) Langacker hat seit Mitte der 80er Jahre eine neue Stufe der generativen Semantik ausgearbeitet (in Kooperation mit Lakoff u.a.), die er zuerst “Spacegrammar” nannte, und die jetzt “kognitive Semantik” heißt. Trotz der programmatischen Abgrenzung bleibt besonders bei Lakoff ein Bezug zur generativen Linguistik erhalten, z.B. in der starken Sprach- und Grammatikzentrierung der Kognition. In den beiden Bänden seines Werks: Foundations of Cognitive Grammar (1987/1991) führt Langacker, wie bereits Lang, psychologische bzw. psychophysische Größen ein. Er spricht von Basis-Domänen zur kognitiven Charakterisierung von Prädikaten und zählt auf (vgl. Langacker, 1987: 147): Zeit, sensorische Fähigkeit, wie z.B. zwei- oder dreidimensionales Sehen, koordiniert mit einem multidimensionalen Farbenbereich. In bezug auf das Sehen ist die Rede von “focal adjustments (selection, perspective, abstraction)” (ibid.: 149). Unter Perspektive führt er an: Figur-/Grund-Anordnung, Sichtwinkel, Deixis, Subjektivität/Objektivität. Im Prinzip wird also auch von Langacker ein kognitiver Bereich angesetzt, der mit Begriffen, die außerhalb der Linguistik ihren Standort haben, charakterisiert wird. Aber, so wie Lang per Übersetzung in ein Standard-Modell zur generativen Grammatik überleitet, gehen bei Langacker diese außerlinguistischen Fundierungen fast vollständig verloren, wenn es (in Band II) zur deskriptiven Anwendung kommt. Jetzt geht er plötzlich von einem “archetypal folk model” der Prozessualität, dem Billard-Kugel- Modell, aus, und ein Nomen bezeichnet ganz einfach prototypisch ein