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Hand und Auge

Hand und Auge

Ding (als Element des

Ding (als Element des folk-Modells). Ohne ins Detail zu gehen, zeigt diese “Skizze”, daß die linguistische Modellbildung im Grunde hinter Piaget zurückfällt, der zumindest den Unterschied zwischen symbolisch-mentalem „Bild“ des Objekts und konzeptuell-sprachlichen Zeichen verdeutlicht hat. Im Grunde stehen mehr oder weniger sprachimmanente strukturale Beschreibungen und kognitive Beschreibungen individueller Wahrnehmungs- und Kategorisierungsleistungen unvermittelt nebeneinander. Die Aufbauschung des Kognitiven in den theoretischen Vorüberlegungen bei Langacker (1987: Theoretical Prerequisites) und der Rückfall in subjektiv beliebige Charakterisierungen (fast im Stil der Sprachinhaltsforschung von Weisgerber und Gipper), ist besonders enttäuschend. Bei Lang kommt es immerhin zu einer Konkretisierung einer kognitiv-grammatischen Zwischenebene, allerdings ist sein Vorhaben sehr eng auf die Untersuchung dimensionaler Adjektive eingegrenzt. Ich gehe im folgenden von grundlegenderen kognitionstheoretischen Ansätzen aus. Der relativ weite und eher informelle Charakter des Modells bei Langacker erlaubt zwar die Einfügung weiterer Informationen, die z.B. die Konzepte von AUGE und HAND betreffen, es wird aber kein Mechanismus angegeben, durch den diese Informationen transportiert, verarbeitet und als Filter für inadäquate Konstruktionen benutzt werden. Die Stärke seines Ansatzes liegt vielleicht darin, daß die Vielfalt der in Sprachbeschreibungen beobachteten Kategorisierungsleistungen in diesen offenen Rahmen eingefügt werden können und eine Verbindung mit kognitiven Analysen bzw. dort auftretenden Kategorisierungen relativ leicht zu bewerkstelligen ist. So gesehen ist Langackers Modell der Rahmen für vielfältige Heuristiken (“discovery procedures”), die sowohl ethnolinguistisch als auch kognitiv (z.B. im Rahmen einer kognitiven Anthropologie) ausgerichtet sind. Da ein Desiderat für eine solche Rahmung besteht, ist sein Ansatz prinzipiell gerechtfertigt. Eine neue Theorie der kognitiven Repräsentation von Sprache ist damit aber nicht gegeben. Eine etwas andere Richtung schlagen Fauconnier und Turner (1996) ein und in ihrer Folge die sogenannte Theorie der “grounded blends and conceptual shifts” (vgl. Lidell, 1998). Ausgangspunkt ist der Begriff der “mental space”: “Mental spaces are conceptual structures that people construct as they think and express their thoughts through language. They are not themselves a representation of language meaning, but are crucial in determining language meaning.” (ibid., 287) Als empirische Motivation dieser Hervorhebung und Absonderung der 23

24 Ebene kognitiver Räume werden Ergebnisse der Gestenforschung (hauptsächlich McNeill, 1992) herangezogen, die ich im folgenden separat diskutieren möchte. 3.4. Gibt es gestische Repräsentationen? Wir haben bei der Diskussion des Objekts bei Piaget gesehen, daß die (vollständige) Realisierung des Objekts als kognitive Konstruktion mit dem Greif- und Suchverhalten zusammenhängt bzw. daran gemessen wird. Das Greifen, das Mit-den-Händen-Suchen ist somit Bestandteil eines Verhaltensganzen, das die Existenz des Objekt-Begriffes ausmacht. Es liegt nahe, eine Linie vom Greifen, zu dessen Andeutung (ohne Ausführung) und von dort zur Geste zu ziehen und damit “Kendon’s continuum” in McNeill (1992: 37) zu der in Abbildung 5 angegebenen Sequenz zu erweitern. Greifen nicht vollständig ausgeführtes Greifen (Ergänzung) Geste sprachähnliche Geste Pantomime Emblem Zeichensprache (Kendon) Abbildung 5: Erweiterung (oberer Teil) von “Kendon’s continuum” (vgl. McNeill, 1992: 37). In gewisser Weise sind Geste und Laut bis auf den Unterschied zwischen visuellem und akustischem Kanal parallel. Der Laut ist eine (teilweise sogar visuell ablesbare) Geste der Artikulationsorgane, quasi eine Bewegungsstruktur, die in den halbperipheren Artikulationsraum des Mundes “hineingenommen” ist. Ihr Manifestationsraum ist wesentlich enger als bei der Geste, allerdings wurde mit der Evolution des menschlichen Ohrs dieser “Nachteil” kompensiert. 7 Die Repräsentation des Objekts im Zusammenhang von Greifen und Gestik wäre das evolutionäre Substrat, die Lautgeste hätte dieses kognitive Substrat neu organisiert und 7 Eine noch etwas spekulative Hypothese, die sogenannte “Aquatic Ape Theory (AAT)” könnte die Koexistenz zweier Kommunikationsmodi beim Menschen erklären. Die gestische wäre dann die evolutionär ältere, die allerdings später an die entwickelte Sprache adaptiert wurde; die lautliche hätte sich in einem radikal verschiedenen Milieu, in dem die Spezies zur Jagd im (am) Wasser gezwungen war, entwickelt. Es ergäben sich demnach Parallelen zur hochspezialisierten Lautkommunikation bei im Wasser lebenden Säugetieren (etwa Delphinen), vgl. Morgan, 1988.

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