Belladonna

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Hals: Zäpfchen verlängert. Tonsillen hypertrophiert. Gefühl wie zu weit offen stehend. 8

Schlucken schwierig. Speiseröhrenkrämpfe am kardialen Ende des Ösophagus, Schmerzen gleich

nach dem Essen, mit Empfindlichkeit 9 des Oberbauchs.

Magen: Flaues, elendes Gefühl im Oberbauch. Wärmegefühl im Magen, zum Kopf aufsteigend.

Abdomen: Beschwerliches Pochen im Abdomen; Aneurysma. Verhärtung des Pankreas.

Harnwege: Starker Anstieg des Harnsäuregehalts.

Weibliche Genitalien: Nymphomanie. Tumoren oder Atrophie der Eierstöcke. Unfruchtbarkeit.

Atemwege: Bronchialbeschwerden alter Leute, mit Herzerweiterung; die Arznei erleichtert den

Auswurf.

Extremitäten: Zehenkrämpfe; besser durch Anziehen der Beine. Ermüdung der Beine, wie nach

einem langen Marsch, mit Gclenksteifheit.

„Salzsaure Schwererde", Bariumchlorid, BaCl2.

Einige Symptome rinden sich verstreut in der Prüfung von Baryta

acetica,

die in AfH 3 veröffentlicht ist. In Band 4 der Gesammelten Arzneiprü-

fungen aus Stapfs Archiv für die homöopathische Heilkunst" (hrsg. von

Gypser und Wilbrand) sind sie in einem Verzeichnis zusammengefasst.

Dazu kommt eine Reihe von Vergiftungsfällen und klinischen Erfah-

rungen (vgl. Noack/Trinks/Müller, Handbuch).

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Allgemeines: Wirkt auf die Nervenzentren und erzeugt Zuckungen, Konvulsionen und

Schmerzen. Die Wirkung auf das Hirn führt zu wilder, wütender Erregung und zu Täuschungen

der speziellen Sinne. Die Blutzirkulation in den Gefäßen und Kapillaren wird angeregt, was aktive

Hyperämie, Pulsieren und Erweiterung der Arterien zur Folge hat. Schleimhäute werden trocken.

Symptome treten plötzlich und heftig auf.

Brennende Hitze, helle, leuchtende Röte und Trockenheit sind sehr aus-

Reicht sich wohl vor allem auf die Ohrtrompete, im Zusammenhang mit Lähmungen im pharyngealen Bereich, wie aus

Boerickes Puckel Book hervorgeht: „Parese des Pha-rynx und der Tuben, mit Niesen und Geräuschen. Gefühl, als waren

die Tuben zu weit offen." Vgl. T.F. Allen, Handbook. „Wertvoll bei Kraftverlust und Lähmung des Schlurt-ilcs und der

Eustachischen Röhre, mit klickenden Geräuschen heim Schlucken oder Nie sen; es wird zu leicht Luft gegen das

Trommelfell gepresst."

Bei Phatak statt dessen „Tenesmus", was offensichtlich ein Lesefehler für „tenderness" = Fmpfindlichkeit bei Boericke ist.


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geprägte Merkmale. Hitze: des ganzen Körpers, eines Teils, heiße, brennende

Absonderungen usw. Röte, die sich in Streifen oder Strahlen ausbreitet.

Hitzeempfindung im Körper; Körperteile heiß, geschwollen,

trocken. Starker neuralgischer Schmerz, der plötzlich kommt und

plötzlich wieder verschwindet. Vollheitsgefühl, Blutandrang, besonders

zum Kopf, und Anschwellung sind weitere charakteristische Züge.

Schmerzen sind klopfend, scharf schneidend, schießend, oder auch

greifend, krallend; so stark, dass sie zum Wahnsinn treiben; sie kommen

und gehen in wiederholten Anfallen. Absonderungen sind heiß, spärlich.

Krämpfe; elektrische Schläge oder Stöße; Rucke; Zuckungen. Zusammenschnürung

in Körperteilen, wie Hals, Vagina [oder Muttermund]

usw., oder überall im Körper. Empfindlich gegen Licht, Geräusch,

Erschütterung. Epileptische Anfälle, gefolgt von Übelkeit und Erbrechen.

Konvulsionen beginnen im Arm. Krämpfe, danach lang anhaltende

Bewusstlosigkeit. Wirft den Körper vorwärts und rückwärts; Chorea.

Wirkt als Scharlachprophylaktikum. Basedowsche Krankheit, bei extremer

Thyreotoxikose. Tollwut. Nützlich bei Luftkrankheit. Übt einen stärkeren

Einfluss auf intelligente und plcthorischc Personen aus, die vergnügt

und unterhaltsam sind, solange es ihnen gut geht, aber äußerst

heftig und ungestüm werden, wenn sie krank werden; daher ein großes

Kindermittel. Üble Folgen von Haare Schneiden, von Nasswerden des

Kopfes [Haare waschen]; Wurstgenuss; Sonne; Gehen im Wind oder Zugluft.

Hämorrhagien, Blut scheint heiß zu sein. Rechtsseitigkeit.

Schlimmer: Sonnenhitze; Erhitzung. Zugluft: am Kopf; Haare schneiden,

Kopfwaschen. Nach Erkältung. Licht; Geräusch; Erschütterung. Unterdrückter

Schweiß. Berührung. Druck. Bewegung. Herunterhängen Lassen

des leidenden Teils. Gesellschaft. Nachmittags. Liegen. Anblick glänzender

Gegenstände, laufenden Wassers.

Besser: Leichte Bedeckung. Rückwärtsbiegen; halb aufrechte Stellung. Bettruhe.

Stehen. Anlehnen des Kopfes. Biegen oder Krümmen des leidenden

Teils. 10

Geist und Gemüt: Überempfindlichkeit der Sinne. Delirium mit Wildheit

Aufgeregt, wild; lautstark; schreit laut auf. Spricht schnell, hastig; sehr

unruhig. Wahnzustände mit Beißen, Schlagen, Zerreißen. Spuckt den

Umstehenden ins Gesicht. Sieht Ungeheuer, unheimliche Gesichter.

Furcht vor eingebildeten Dingen." Wunsch, zu entfliehen oder sich zu

10 Vgl.: „Plötzlich befallender, ungeheurer, klammartiger Schmerz in einer der Brustseiten,

in einer Bauchseite, in einer Lende oder dem einen Ellbogen, vorzüglich im Schlaf, wo

bei man den schmcrzhalien leil ciiiwiiris zu biegen und zu krümmen genbligl i.sl"

(Hahnemann, Reine Arzneimittellehre).

11 Etwa: „Gespenster, Soldaten, die sie abholen wollen, schwarze Tiere, Ratten, Hunde,

Wölfe usw." (Henckc).

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Mund: Trocken, heiß. Zunge rot, heiß, geschwollen. Erdbeerzunge. Zungenränder

rot [bei weißer Mitte]. [Oder:| Roter Streifen in der Zungenmitte,

verbreitert sich zur Spitze hin. Gefühl von Kälte und Trockenheit

auf der vorderen Hälfte der Zunge. Zunge hängt zum Mund heraus (Kinder).

Zähneknirschen. Zahnschmerzen, besser [?] 13 durch Beißen. Kaubewegungen

des Mundes, oder Bewegungen wie beim Saugen. Stammelnde

Sprache. Heißer Atem.

Hals: Trocken, heiß. Tonsillen vergrößert. Mandelentzündung, schlimmer

rechts. Drang zum Schlucken, mit Erstickungsgefühl [es war, als wenn er

ersticken sollte, wenn er nicht schluckte]. Hals wie zusammengezogen.

Schlucken beschwerlich; trinkt in kleinen Schlucken. Kann feste Speisen

nur unter beständiger Flüssigkeitsaufnahme hinunterwürgen. Beim

Schlucken beugt er den Kopf nach vorn und hebt die Knie. Greift sich an

den Hals, bei epileptischen Anfällen.

Magen: Verlangen nach Limonade oder nach Zitronen (die gut bekommen).

Widerwille gegen Fleischspeisen, Saures, Kaffee, Milch, Bier.

Erbricht alles Gegessene, ist blass und schwach. Großer Durst auf kaltes

Wasser. [Aber:] „Alles Getränke ekelt sie an." Krampfhafter Schluckauf,

mit Schweiß; mit Konvulsionen. Schmerz im Magen, erstreckt sich zur

Schulter und zum Hals, schlimmer durch Druck.

Abdomen: Aufgetrieben, heiß, [Schmerzen] schlimmer selbst durch die

Berührung der Bettdecke. Schneidender Schmerz in der Magengrube,

nötigt zum Rückwärtsbiegen des Körpers. Colon transversum aufgetrieben,

tritt wulstartig hervor, bei abdominellen Kolikschmerzen. Bauchkrämpfe

und Kolikschmerzen, als würde eine Stelle im Unterleib von

einer Hand [mit den Nägeln] gepackt. Scharfer Schmerz in der Lebergegend,

erstreckt sich zur Schulter und zum Hals, schlimmer beim Liegen

auf der schmerzenden (rechten) Seite. Schmerz in der Milzgegend,

schlimmer durch Niesen, Husten, Berührung. Greifender Schmerz um

den Nabel herum. Abwärtsdrängen im Abdomen, als ob alle Eingeweide

zu den Geschlechtsteilen herauskommen wollten. Hämorrhoiden, mit

Rückenschmerzen, als sollte der Rücken zerbrechen. Akuter Analprolaps.

Stühle: grün, ruhrartig, oder kalkweiße Klumpen enthaltend. Unwillkürlicher

Abgang von Stuhl.

Harnwege: Unwillkürlicher Harnabgang, im Liegen oder im Stehen; oder

auch nachts, oder tagsüber im Schlaf. Harnverhaltung: bei Sphinkterlähmung;

postpartal. Feuriger, roter Urin; öfteres Lassen vielen Urins. [Idiopathische]

Hämaturie, wenn kein pathologischer Befund festzustellen ist.

13 So von Bogcr übernommen. Es ist aber wahrscheinlich, dass das Gegenteil korrekt ist:

Verschlimmerung der Zahnschmerzen durch Kauen, Beißen, Berührung. Vgl. etwa folgendes

Symptom aus der Reinen Arzneimittellehre. „Zähne beim Beißen schmerzhaft, als

wenn die Wurzeln geschwürig wären und gleich abbrechen wollten."


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verkriechen. Pervertiertes Verhalten 12 , mit Tränen (Kinder). Engelhaft, wenn

gesund, wie ein Teufel, wenn krank. Sehr aufgeregtes Gemüt, möchte immer

gleich weinen. Streitsüchtig. Aufgelegt zum Tanzen, Lachen, Singen, Pfeifen.

Erschrickt sehr leicht, besonders wenn jemand ihm nahe kommt. Beständiges

Stöhnen. Heftiges Verlangen nach Schnupftabak. Tut nichts, als

dazusitzen und Stecknadeln in Stücke zu brechen. GemUtssymptome besser

nach leichtem Essen. Patient lebt ganz in

seiner eigenen Welt [der Erscheinungen und Visionen]. Kopf: Klopfendes,

hämmerndes Kopfweh, besonders in den Schläfen; schlimmer durch

Bewegung; besser durch Lösen der Haare, Auflegen der Hand auf den Kopf,

Rückwärtsbiegen des Kopfes. Gefühl im Gehirn wie Schwappen von Wasser.

[Bei jedem Schritt ist es], als senke und hebe sich das Gehirn in der Stirn.

Kältegefühl im Gehirn, in der Mitte der Stirn. Schwindel, schlimmer beim

Bücken sowie beim Aufrichten vom Bücken. Sonnenstich. Hydrozephalus,

bohrt den Kopf ins Kissen. Meningitis. Rollt den Kopf hin und her. Zieht

sich [oder die Umstehenden] an den Haaren. Haare gespalten, trocken,

ausfallend. Schmerzen breiten sich vom Kopf nach unten aus. Kopf

empfindlich gegen Zugluft und Kälte, gegen Haare Waschen.

Augen: PUpillen erweitert. Augen glänzend, funkelnd, hervorgetreten, stierer

Blick. Bindehaut gerötet. Exophthalmus. Feuererscheinungen, lebhafte

Gesichtstäuschungen, oft von roter Farbe; selbst bei geschlossenen Augen.

Rote Lichtblitze vor den Augen. Anfälle von Blindheit, dann Gelbsehen.

Lichtscheu. Doppeltsehen. Dreifachsehen. [Vielfachsehen.] Blindheit bei

Mondlicht, Nachtblindheit. Gefühl, als ob die Augen halb geschlossen wären.

[Ein lästiges Gefühl, als hinge das rechte Augenlid gelähmt herab.]

Augenlider: wie wund, kongestioniert, geschwollen. Tränen der Augen, sehr

salzig, wie Salzlake. Beim Lesen hüpfen die Zeilen. Ohren: Ohrenschmerz bis

zum Delirium; Kind schreit laut im Schlaf. Mittelohrentzündung.

Autophonie: hört die eigene Stimme im Ohr. Othämatom. Ohrgeräusche.

Nase: Rot; geschwollen. Eingebildete Gerüche; Geruch von Tabakrauch

unerträglich. Nasenbluten, bei gerötetem Gesicht.

Gesicht: Feuerrot; turgeszent und heiß; oder abwechselnd blass und rot.

Halbseitige Anschwellung des Gesichts. Krampfhaftes Verziehen des Mundes

(Risus sardonicus). Trismus. Krampfhafte Bewegungen der Gesichtsmuskeln.

Gesichtsneuralgie, mit Zuckungen der Gesichtsmuskeln und gerötetem

Gesicht. Es ist, als ob der Unterkiefer zurückgezogen wäre [das Vorziehen

verursacht große, das Beißen ungeheure Schmerzen].

12 „Perversity" (von Clarke und Boericke übernommen). Wahrscheinlich ist der Umschwung

von dem netten, lebhaften, freundlichen Benehmen zu extremem Ungestüm, Gewalltjtigkeil,

gelegentlich auch obszönem Verhalten gemeint, wie er in zahlreichen TtAten geschildert ist.

Vergleiche auch das folgende Symptom.

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