wohin05_07.indd - FilmGalerie Kino im Leeren Beutel

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19h fi lmgalerie 21h fi lmgalerie

19h wintergarten 21h wintergarten

Tanguy

Sie sind ein

schöner Mann

Die Witwe …

Unruhestifter

5. französische

Film- und

Ressources …

Ressources

humaines

… Ibrahim

Die Perlenstickerinnen

18h

Unruhestifter

Sie sind ein

schöner Mann

Kulturwoche

19h orphée

Gabrielle

Das Mädchen, das

die Seiten …

Chanson

d'amour

Samia

Betragen

ungenügend

Gabrielle

Das Mädchen, das

die Seiten …

Die Marseillaise

21.15h Chanson

d'amour

Germinal

Lust auf

Anderes

La vie en rose

Die Sammler und

die Sammlerin

Vorsicht Arbeit!

Alexander, der

Lebenskünstler

Lust auf

Anderes

La vie en rose

Hass

La vie dans les

banlieues

Belle de jour

Lust auf

Anderes

La vie en rose

19.00 21.00 19.00

21.15

Julie Fournier

Carlos Leal · Zoé Miku

Sunnyi Melles

19.00

»Ein tiefsinniger, ergreifender

und überraschend

komischer

Film.« (Tip)

21.00

21.00

21.00

21.00 konzert im kino

GOLDRUSH

19.00 21.00

19.00

mañana

al mar

19.00 21.00

19.00

vom Regisseur des Films

DIE FRAU DES

LEUCHTTURMWÄRTERS

siehe nächstes Programm

19.00

Das Mädchen

mit dem

Perlenohrring

19.00 21.00

Monica Bleibtreu

Hannah Herzsprung

Ein Film von Samir

Julie Fournier

Carlos Leal · Zoé Miku

Sunnyi Melles

Ein Film von Samir

19.00 21.00

HAVANNA

DIE NEUE

KUNST

RUINEN

ZU BAUEN

19.00

Derek Jarman

CARAVAGGIO

bayerischer

Filmpreis

2006

HAVANNA

DIE

NEUE

KUNST

RUINEN

ZU

BAUEN

19.00 21.00

vom Regisseur des Films

DIE FRAU DES

LEUCHTTURMWÄRTERS

bayerischer

Filmpreis

2006

HAVANNA

DIE

NEUE

KUNST

RUINEN

ZU

BAUEN

siehe nächstes Programm

KINO MAI 2007


Havanna – Die neue Kunst Ruinen zu bauen

Das Mädchen, das die Seiten umblättert

Im August Regensburger

Stummfilmwoche wird 25

Wenn auch nie pompös hervorgetreten, so ist die

Regensburger Stummfilmwoche dennoch das äl-

teste Stummfilmfestival Deutschlands. Die erste

Stummfilmwoche, die ganz einer der frühen gro-

ßen Gestalten des deutschen Films, nämlich Paul

Wegener, gewidmet war, fand 1983 statt. Seitdem

wurden fast zweihundert Klassiker und Raritäten

des stummen Films, immer mit wunderbarer Live-

Musik, in Regensburg aufgeführt.

Die Jubiläumsausgabe findet vom 2. bis 11. Au-

gust, zunächst mit vier Gala-Aufführungen im In-

nenhof des Fürstlichen Brauhauses, dann mit wei-

teren Filmen zum Thema Die wilden zwanziger im

Saal und im Kino im Leeren Beutel statt. Mitte Ju-

li wird ein umfangreiches Programmheft erschei-

nen. Wer dieses Ereignis mit einer Jubiläumsspen-

de oder einer schönen Anzeige im Programmheft

unterstützen will, kann sich ab sofort in unserem

Büro unter Telefon 298 45 63 melden. Wir möch-

ten auf Ihre Hilfe nicht verzichten.

Keine Sorge, mir geht's gut

Filmtipp des Monats The

Cemetary Club

Aus Erfahrung wissen wir, dass Dokumentarfilme, wenn

sie nicht gerade ein absolutes Modethema aufgreifen,

vom – potentiellen – Kinopublikum eher gemieden

werden. Das Kinopublikum will Entspannung und Un-

terhaltung und einen versöhnlichen Schluss, heitere

Modelle des Gelingens bei so viel Unübersichtlich-

keit im gewöhnlichen Alltagsleben, bei so viel mitge-

schleppter Last. Aus diesem Grund empfehlen wir den

Dokumentarfilm The Cemetary Club, der auch vom Ho-

locaust handelt und dennoch, wie »Die Zeit« schreibt,

»schön und bitter und komisch und beklemmend und

nachdenklich und gefühlvoll und, alles in allem, einfach

herzerwärmend« ist, einen, wie Tip Berlin meint, »tief-

sinnigen, ergreifenden und überraschend komischen

Film über die Widersprüche, die die Überlebenden der

Shoah in sich tragen«.

Ob ein solcher Film möglich ist und wie er aussieht, kön-

nen Sie vom 3. bis 9. Mai in der Filmgalerie, jeweils 19

Uhr, verfolgen.

The Cemetary Club

Ab 14. Juni Regensburg denkt

über Arbeit nach

WORK IN PROGRESS heißt ein Projekt der Freunde der

Deutschen Kinemathek e.V. im Rahmen des Initiativpro-

jekts ARBEIT IN ZUKUNFT der Kulturstiftung des Bundes.

Durchführende Einrichtung in Regensburg sind wir: Im

Juni und Juli wird eine umfassende Film- und Veranstal-

tungsreihe zum Thema »Arbeit in Zukunft« im Winter-

garten stattfinden; der vom Arbeitskreis Film produzierte

Les Dokumentarfilm amants réguliers »Regensburg denkt über Arbeit nach«

wird dabei Premiere haben.

Snow White

Programm

Mai 2007

www.filmgalerie.de

Informationen

KINO filmgalerie

bertoldstr. 9 | 93047 regensburg

tel 0941 56 09 01

KINO wintergarten

andreasstr. 28 | 93059 regensburg

tel 0941 298 45 63

BÜRO

arbeitskreis film regensburg e.v.

andreasstr. 28 | 93059 regensburg

tel 0941 298 45 63 | info@filmalerie.de

BÜRO kurzfilmwoche

bertoldstr. 9 | 93047 regensburg

tel 0941 56 09 01

KINOS eintritt

normal: 6,00 | ermäßigt: 5,00

kinderkino: 3 euro

ermäßigung gibt es mit schüler-oder

studentenausweis, außerdem mit der

filmgaleriekarte. diese kann für 5 euro

an der abendkasse erworben werden

und ist ein jahr gültig.

gefördert von:


Junikäfer – Junebug

USA 2005, Farbe, 106 min, OmU, Regie: Phil Morrison,

Buch: Angus MacLachlan, Kamera: Peter Donahue, Musik:

Yo La Tengo, mit: Amy Adams, Embeth Davidtz, Ben McKenzie,

Alessandro Nivola, Frank Hoyt Taylor

»Die Kunsthändlerin Madeleine möchte die bizarren

Bilder eines unbekannten Malers aus

dem Süden der USA für ihre Galerie in Chicago

erwerben. Den Besuch des Künstlers verbinden

sie und ihr Mann George mit einem Abstecher

bei dessen Familie. 'Coming Home' heißt

das religiöse Lied, das George eines Abends vor

versammelter Gemeinde singen wird. Die gemeinsame

Ergriffenheit täuscht jedoch nicht

darüber hinweg, wie fremd ihm das christlichkonservative

Milieu seiner Herkunft geworden

ist. Im Gegensatz zu George hat sein Bruder

Johnny den Absprung nicht geschafft. Während

Johnnys Frau, die pausenlos plappernde Ashley,

sich auf die unmittelbar bevorstehende Geburt

ihres ersten Kindes vorbereitet, plagt der wütende

junge Mann sich damit, seinen Schulabschluss

nachzuholen. Bei Georges Mutter stößt

die attraktive, gebildete Madeleine auf Skepsis;

Georges wortkarger Vater hält sich mit

Gefühlsbekundungen zurück. Unerwartet ge-

Babel

USA, Mexiko 2006, Farbe, 144 min, dtF, Regie: Alejandro

González Iñárritu, Buch: Guillermo Arriaga, Kamera: Rodrigo

Prieto, Musik: Gustavo Santaolalla, mit: Brad Pitt, Cate

Blanchett, Said Tarchani, Boubker Ait El Caid, Gael García

Berna, Adriana Barraza, Elle Fanning

»Dritter Teil von Alejandro Gonzáles Iñárritus

Trilogie, die mit Amores Perros und 21

Gramm begonnen hat. Mehrere ineinander

verzahnte Geschichten aus vier Ländern beschreiben

die Kommunikationsstörungen und

Missverständnisse von Menschen verschiedener

Kulturen. Zwischen den USA, Mexiko, Marokko

und Japan gelingen dem Regisseur exemplarische

Szenen von überwältigender Bildkraft

und Authentizität.

In seiner Lebensphilosophie ein von Fatalismus

bestimmter Film, über dessen tragische Schicksale

nachzudenken sich jedoch sehr lohnen

kann.« (Kinotipp der katholischen Filmkritik)

»Ein persönliches Unglück nimmt seinen Lauf.

Das haben Iñárritu und sein Drehbuchautor

Guillermo Arriaga bereits in ihren beiden an-

kino der gegenwart | usa | filmgalerie

rät der Vertragsabschluß mit dem Maler in Gefahr.

Als das Geschäft schließlich doch zustande

kommt, wird Madeleines Erfolg überschattet

von der Todgeburt des Kindes, dem Ashley

den hoffnungsfrohen 'Namen Junebug' hatte

geben wollen.

Filmästhetisch überzeugend, mit sicherem Gespür

für Figurenzeichnung, emotionale Dichte

wie Sinn für Situationskomik, ist Junebug ein

Höhepunkt des neuen amerikanischen Independentkinos.

Er findet eine ganz eigene Bildsprache,

die zwischen Alltäglichkeit und Unheimlichkeit,

biederer Ordnung und Irritation

die Ambivalenzen seiner Figuren verdeutlicht.

Die beiden aufeinander prallenden Welten - der

evangelikal-konservative ländliche Süden und

der liberale urbane Norden – spielt der Film jedoch

nicht gegeneinander aus. Gerade in dieser

Unvoreingenommenheit besteht der Charme

dieses Films, der ein Bild der tiefen kulturellen

und sozialen Spaltung des heutigen Amerika

zeichnet, wie es präziser kaum sein könnte.«

(www.filmdesmonats.de)

»Mit anderen Worten: eine Familien- und Milieustudie

par excellence.« (zitty)

wiederaufführung | mexico, usa | filmgalerie |

deren gemeinsamen Filmen Amores Perros

und 21 Gramm ins Zentrum ihrer Episoden

gestellt. Auch in Babel gibt es mehrere Handlungsfäden,

die nur lose miteinander verbunden

sind und weder in chronologischer noch

räumlicher Einheit erzählt werden. Eine kausale

Logik erschließt sich erst im Rückblick. Dann

könnte man anfangen zu psychologisieren und

zu erklären. Danach wüsste man alles besser.

Doch nicht der Mensch, sondern das Schicksal

ist hier Hauptakteur.« (Tagesspiegel)

kino der gegenwart | erinnerungen 1 | filmgalerie |

The Cemetery Club

Moadon beit hakvarot, Israel 2006, Farbe, 92 min, OmU,

Regie und Buch: Tali Shemesh, Kamera: Sharon de Mayo,

Musik: Rona Kenan, Dokumentarfilm

Die israelische Filmemacherin beobachtet den

Jerusalemer Seniorenclub »Mount Herzl Academy«,

dessen betagte Mitglieder sich jeden

Samstag am Rand des gleichnamigen Nationalfriedhofs

treffen, um aktuelle weltgeschichtliche

Fragen zu debattieren, aber auch, um über

Leben und Tod allgemein sowie und über den

Holocaust zu reden.

Ein zärtliches, subtil humorvolles Gruppenporträt,

das ernste Themen mit einfühlsamer Anteilnahme

aufgreift und einen durchaus vergnüglichen

Blick auf das Leben und die Würde alter

Menschen wirft.

»Tali Shemesh ist ein tiefsinniger und ergreifender

Film über die Widersprüche gelungen,

die die Überlebenden in sich tragen. Verpflichtet

dazu, etwas 'Besseres' zu sein, schließlich

musste das Überleben inmitten des millionenfachen

Sterbens Sinn machen, krankt Lena wie

so viele ihrer Leidensgefährten am Druck der

eigenen Erwartung. Die kunstsinnigen und po-

Mañana al mar

Deutschland, Spanien 2006, 84 min, OmU, Regie, Buch und

Kamera: Ines Thomsen, Dokumentarfilm

»Eine Wintersaison am Stadtstrand von Barcelona,

in der einige Senioren der Stadt trotz unwirtlicher

Wetterbedingungen ihren Bade- und

Strandvergnügen frönen. Der von leiser Heiterkeit

durchzogene Dokumentarfilm stellt Protagonisten

mit all ihren Schrullen vor, ohne sie

bloßzustellen, und zeichnet sie als Menschen,

deren Lebensfreude unbändig zu sein scheint.

Dabei verdichtet er sich zur sympathischen Reflexion

über das kleine Glück im Alter.« (Filmdienst)

»Wer sich einlässt, begreift, warum Mañana

al Mar für die unverwüstlichen Alten das große

Glück ist. Ines Thomsens Film ist nicht zuletzt

eine Liebesgeschichte. Alle, die hier tagtäglich

aus dem Bus steigen, sind verliebt ins

Meer. Die Regisseurin spürt einer ganz eigenen

Tiefenströmung nach. Behutsam, voller Sympathie

nähert sie sich ihren Protagonisten. »Ich

liebe das Wasser«, sagt Paulina. Eines Tages

einfach darin bleiben, das würde ihr gefallen.

Und dann noch ein Bolero: 'Der Gesang erhellt

den Himmel und die Herzen.' Ines Thomsen ist

ein leichter, sehr heller Film gelungen.« (Der Tagesspiegel)

litisch engagierten Diskussionen der Mitglieder

der 'Mount Herzl Academy' halten Lena nicht

davon ab, die stille Minya für ihr vermeintliches

Ignorantentum zu verachten. Minya ist eine Liebende,

die den Tod ihres Mannes aufrichtig beweint.

Diese Liebe kann Lena nicht verkraften.

Im Warschauer Getto ist sie jeder Möglichkeit

beraubt worden, an Liebe auch nur zu denken.

Lenas Trauer heißt Kratzbürstigkeit, und das

zu zeigen, hat noch kein Dokumentarfilm gewagt.

Die israelische Regisseurin Tali Shemesh

wagt ein ungeschöntes Bild von den Traumata

und Macken der Shoah-Überlebenden.

Die alten polnischen Juden sind keine Vorzeige-Überlebenden.

Sie kämpfen wie wir alle mit

Neid und Missgunst, Eifersucht und Besserwisserei.«

(epd Film)

»The Cemetery Club ist ein Dokumentarfilm

und ein Glücksfall. Denn der Debattierklub der

Überlebenden der Schoah markiert eine wunderbar

eigenwillige Schnittstelle zwischen öffentlicher

und privater Geschichtsschreibung.«

(taz)

wiederaufführungen | erinnerungen 2 & 3 | filmgalerie |

Elsa & Fred

Spanien, Argentinien 2005, 108 min, OmU, Regie: Teresa

de Pelegri & Dominic Harari, mit: China Zorrilla, Manuel

Alexandre, Blanca Portillo, Roberto Carnaghi, José Ángel

Egido, Gonzalo Urtizberea, Omar Munoz, Carlos Álvarez

Nóvoa, Federico Luppi

»Dass das Leben auch noch im Alter voller

Überraschungen stecken kann, zeigt Marcos

Carnevale mit seiner erfrischenden Liebeskomödie

Elsa und Fred, in der zwei Menschen

um die Achtzig noch einmal die große Liebe erfahren

dürfen … Wie ein Wirbelwind schiebt

sich die extrovertierte und emotionale Elsa in

das Leben des ordentlichen, korrekten und etwas

melancholischen Hypochonders Alfredo.

Dabei zeichnet sie sich durch ihre extrem eigene

Sichtweise und Einstellung zu vielen Dingen

des Lebens aus. Dies geht so weit, dass sie gewisse

Tatsachen, vor allem was ihre eigene Person

und Vergangenheit angeht, gern etwas verdreht

und bewusst in einem anderen Licht darstellt.

Aber trotz ihrer kleinen Macken, die oftmals

eine große Wirkung nach sich ziehen, ist

Elsa im Grunde eine unglaublich liebenswerte

Frau. Und das bekommt auch Alfredo zu spüren,

selbst wenn ihn ihre Eskapaden so manches

Mal an den Rand des Nervenzusammenbruchs

führen.« (www.filmstarts.de)

»Marcos Carnevales die kleinen Zipperlein und

Marotten des Alters mit einem liebevollen Blick

betrachtende Komödie huldigt ganz der Vorlage

Fellinis – und ist zudem eine Hymne an das

Leben schlechthin …

»Elsa & Fred ist zuvorderst eine Geschichte

über das Träumen und das Leben. Anita Ekberg

und Marcello Mastroianni werden dabei nicht

nur für das Titelpaar zum Vorbild, letztendlich

inspirierte insbesondere die Szene am Trevi-

Brunnen auch Regisseur Marcos Carnevale zu

seinem Film.« (www.programmkino.de)


Das Mädchen, das die

Seiten umblättert

Frankreich 2005, Farbe, 85 min, OmU, Regie: Denis Dercourt,

Buch: Denis Dercourt, Jacques Sotty, Kamera: Jérôme

Peyrebrune, Musik: Jérome Lemonnier, mit: Catherine

Frot, Déborah François, Pascal Greggory, Clotilde Mollet,

Xavier de Guillebon

Taktlosigkeit zerstört Melanies Lebenstraum:

Ihr Vorspiel bei der Aufnahmeprüfung fürs Musik-Konservatorium

findet ein jähes Ende, als

die Juryvorsitzende, eine bekannte Pianistin, sie

mit ihrem unsensiblen Verhalten völlig aus dem

Konzept bringt. Bitterlich enttäuscht gibt Melanie

das Klavierspielen auf.

Zehn Jahre später bietet sich der jungen Frau

jedoch die Möglichkeit zur Revange. Über Umwege

gerät sie in den Haushalt der Pianistin.

Zunächst als Babysitterin engagiert, steigt

sie rasch zu ihrer persönlichen Notenumblätterin

auf. Sie gewinnt das Vertrauen der unsicheren

Frau und macht sich immer unentbehrlicher.

Genau die Position, die sie braucht um

ihre ganz persönliche Rache voranzutreiben …

Das Mädchen, das die Seiten umblättert

ist klassisches französisches Kino, das im

Chanson d'Amour

Frankreich 2006, Farbe, 112 min, OmU, Regie und Buch:

Xavier Giannoli, Kamera: Yorick Le Saux, Musik: Alexandre

Desplat, mit: Gérard Depardieu, Cécile de France, Mathieu

Amalric, Christine Citti, Patrick Pineau

»Im weißen Anzug und mit gefühlvoller Stimme

singt Alain Moreau, Gérard Depardieu, Woche

für Woche die alten Chansons. Doch ein Charles

Aznavour ist aus ihm nie geworden, stattdessen

tritt er auf Tanztees für Senioren und in

Provinzdiscos auf …

In seinem umjubelten Cannes-Wettbewerbsbeitrag

Chanson d’Amour erzählt Xavier Giannoli

von der Würde am unteren Ende des Unterhaltungsbetriebs

und von der Suche nach Halt

und der stets besungenen Liebe. Dabei fängt

der Regisseur das Milieu mit exquisiten Bildern

und einem genauen Blick für viele amüsante

Details ein, während sich der alternde Schlagerhüne

und die junge, attraktive Immobilienmaklerin

Marion, Cécile de France, mit kleinen

Gesten und zurückhaltenden Emotionen langsam

annähern. Das funktioniert aber vor allem

kino der gegenwart | filmgalerie

kino der gegenwart | filmgalerie

Stil von Claude Chabrol einen Rachefeldzug

mit großer Raffinesse und Spannung in Szene

setzt.

»Entlang einem chronologischen Faden protokolliert

Dercourt den Aufstieg und den Fall

zweier unterschiedlicher Frauen – den Fall der

grossbürgerlichen Ariane, den Aufstieg der

kleinbürgerlichen Mélanie – dramaturgisch

präzis, schneidend, glasklar. Das auf wenige

Figuren reduzierte, brillant besetzte Ensemble

kommuniziert in stummen Gesten, ahnungsvollen

Blicken, sprechenden Andeutungen, ein

entschiedener Gegensatz zur transparenten Erzählstruktur.

Das grosse Finale allerdings findet

meuchlings statt, dann, wenn wir längst in Dur

gestimmt sind und nur mehr Harmonie erwarten.

Denn nicht an der Seite der Künstlerin am

Klavier holt Mélanie zum elaborierten Vernichtungsschlag

aus; diese tourneuse de pages

schlägt im Leben der privaten Ariane ein verbotenes

Kapitel auf und damit deren Zukunft in

Scherben – wie es einstens auch die ihre war.«

(www.nzz.ch)

durch das herausragende Duo Cécile de France

und Gérard Depardieu in einer der besten Rollen

seiner Karriere.« (www.programmkino.de)

»Wie einfach wäre es gewesen, Häme auszuschütten

über das Milieu, in welches sich dieser

Film versenkt: die Welt der Ballhaussänger in

der französischen Provinz, die ihr gesetztes Publikums

mit Schlagern von Michel Delpech, Mike

Brant und Julio Iglesias auf eine sentimentale

Reise in ihre Jugend mitnehmen. Aber Alain

Moreau ist ein sorgsamer Treuhänder der Sehnsüchte

seines Publikums, spricht ohne Verächtlichkeit

von ihnen. Denn er ist eins mit sich und

seinem Beruf, er liebt diese Musik, sie ist sein

Lebenselement. Er sieht aus, als sei er aus der

Zeit gefallen, wie ein gealterter Teenager hält

er den modischen Exzessen der 70er Jahre wacker

die Treue. Bei seinen Auftritten im dunklen

Samthemd und weißen Blazer ist er noch

ganz dem Glanz früherer Epochen des Showgeschäfts

verpflichtet.« (www.ray-magazin.at)

Keine Sorge, mir geht's gut

Je vais bien, ne t'en fais, Frankreich 2006, Farbe, 96 min,

dtF, Regie: Philippe Lioret, Buch: Philippe Lioret, Olivier

Adam, Kamera: Sacha Wiernik, Musik: Nicola Piovani, mit:

Mélanie Laurent, Kad Merad, Isabelle Renauld, Julien Boisselier,

Aïssa Maïga

Nachdem ihr Zwillingsbruder Loic spurlos verschwunden

ist, verschließt sich eine junge Frau

mit zunehmender Radikalität ihrer Umwelt, bis

sie in die psychiatrische Abteilung eines Krankenhauses

eingewiesen wird. Die ebenfalls

traumatisierten Eltern bemühen sich zwar um

den Normalzustand, finden aber kaum Zugang

zu ihrer Tochter, die sich seit dem tragischen Ereignis

ziel- und orientierungslos treiben lässt.

Ein leises, mitunter beiläufig inszeniertes Drama,

in dem die feinfühlig entwickelten und

gespielten Charaktere nicht nur persönliche

Schicksale verkörpern, sondern einen Seelenzustand,

der jede Bedeutung in Frage stellt.

»Diese recht simpel erscheinende Story hat

weit mehr zu bieten als der erste Eindruck vermittelt.

Die Spannung um das Geheimnis des

verschwundenen Bruders steigt mit jeder Filmminute.

Zum einen stellt sich zwingend die Frage,

was wirklich vorgefallen ist, zum anderen

Die Jahreszeit des Glücks

Stesti, Tschechien, Deutschland 2005, 102 min, dtF, Regie

und Buch: Bohdan Sláma, Kamera: Divis Marek, Musik: Leonid

Soybelman, mit: Tatiana Vilhelmová, Pavel Liska, Anna

Geislerová, Marek Daniel, Bolek Polívka, Simona Stasová,

Martin Huba, Anna Kocisová, Zuzana Kronerová

»Kleiner Film – große Sympathien vom Publikum.

Der erfolgreichste tschechische Film aller

Zeiten heißt Die Jahreszeit des Glücks, gewann

Festival-Preise in San Sebastian, Athen,

Montreal und war tschechischer Anwärter für

den Auslands-Oscar.

Eine typische post-kommunistische Szenerie:

Plattenbauten, Industrieschlote, eine triste

Kneipe – zuviel Alkohol und tief ins Gesicht

gegrabene Augenringe – von einer ganzen

Jahreszeit des Glücks, wie der deutsche

Verleihtitel nahe legt, kann wirklich keine Rede

sein. Dennoch heißt Stestí 'Freude, Glück' –

und kurze Momente davon gibt es tatsächlich

zwischen Tonik und Monika, von denen der Zuschauer

von Anfang an weiß, dass sie eigentlich

zusammengehören. Aber Monika hat einen

kino der gegenwart | filmgalerie

tschechien | filmgalerie

steigert sich aber auch das Interesse an der Person

Loic selbst.

So wird aus einem eher klassischen Drama ein

Gefühlsthriller, der den Zuschauer durch überraschende

Wendungen in Atem hält. Loiret verzichtet

dabei bewusst auf effekthaschende Momente.

Ganz allmählich lässt er die Fassaden

bröckeln, seine Charaktere einen Seelenstriptease

vollführen. Mit meisterhafter Verknappung

der filmischen Mittel wird die Spannung

auf die Spitze getrieben. Gleichwohl gelingt es

dem Regisseur, treffend die französische Mittelschicht

gesellschaftskritisch ins Bild zu rücken.

Keine Sorge mir geht's gut ist ein Film von

existenzialistischer Kraft und bestechender Einfachheit.

Zentrale Themen sind Zusammenhalt,

Vertrauen, Schutz und Intimität innerhalb der

Familie, verpackt in eine psychologisch spannende

Geschichte. Von den Kritiker auf den

Hofer Filmtagen hoch gelobt und von den Zuschauer

in Frankreich mit Begeisterung aufgenommen,

wird dieser Film sicher auch hierzulande

seine Kreise ziehen und so manchen Zuschauer

gebannt in den Kinosessel pressen. Absolut

sehenswert!« (www.cinezone.com)

Freund, der sie nach Amerika holen will, und

in der tschechischen Industriestadt Most bleibt

ihr nur die Arbeit im Supermarkt und das Leben

im Wohnblock. Eine Ahnung von Idylle in

der Wohngemeinschaft mit Tonik und den beiden

vernachlässigten Kindern der Nachbarin

auf einem abbruchreifen Bauernhof besteht

nicht lange.

Doch Regisseur Bohdan Sláma liebt seine Figuren

still und beharrlich, wie Tonik Monika liebt,

und so bewegt sich die Geschichte der beiden

am Ende ganz vorsichtig zum Guten.« (www.

critic.de)

»Dem Regisseur von Wilde Bienen ist erneut

großes Kino gelungen, das auf beeindruckende

Weise eine bewegende Geschichte mit dem

Lebensmut und dem Witz seiner Figuren verbindet

und den Zuschauer auf diese Weise zugleich

erschüttert und optimistisch beschwingt

entlässt.« (www.moviereporter.net)


Texte zu den Filmen der 5. französischen Film- und Kulturwoche finden Sie im April-

WOHIN oder in der umfangreichen Broschüre zur Frankreich-Woche.

Hand von Claude Lévi-Strauss copyright: Hannah

Trio Trikolore

Mittwoch 25.04. | 20.30 Uhr

Kino Wintergarten Eröffnung live Lust auf Revolte

Alle Macht geht vom Volk aus, zumindest an diesem Eröffnungsabend der französischen Woche

im Kino Wintergarten in Stadtamhof. Neben einigen Kurzfilmen, die wir an diesem Abend zu unserem

Thema »Revolten und Revolutionen« präsentieren werden, sind es wieder Regensburger

und Regensburgerinnen, Bürger und Bürgerinnen, Franzosen und Französinnen, die uns anhand

von Gedichten, Manifesten, Liedern und anderen musikalischen Darbietungen ins Fach »Revolte«

einführen und so, unter der Obhut von Herrn Kasbauer, den Abend gestalten. Alle dürfen mitmachen,

einige haben ihren Auftritt bereits zugesagt: Boris Kasbauer, Bertl Wenzl, Eric Leroy, Rainer

Hofmann, Marianne Mion, Paul Müller, Pedro Álvarez Olañeta, Richard Kattan, Christoph Maltz,

und noch andere, die hier nicht genannt werden wollen.

Kommt alle. Zum Eintritt gibt es ein kleines Glas Rotwein umsonst.

Freitag, 27. April | 19.00 Uhr

Saal Andreasstadel

Vernissage Fotografien von Annie Assouline

Nachdem die bekannte Pressefotografin Annie Assouline Arbeiterhände fotografierte, widmete

sie sich in einer neuen Serie Händen von Schriftstellern. Man könne gewisse Parallelen finden,

so Annie Assouline, unter allen, die die Hand als Werkzeug gebrauchen, z. B. in der Spannung,

in der Art zu greifen …

Claude Lévi-Strauss, Jürgen Habermas, Emmanuel Lévinas, Françoise Sagan oder Philippe Sollers,

alle haben sie für einen kurzen Moment ihre Arbeit ruhen lassen und ihre Hand von Annie Assouline

»porträtieren« lassen.

Diese Ausstellung, die vor kurzem in München zu sehen war, wird nun, dank der Kooperationsbereitschaft

des Institut français in München, auch für ein paar Tage in Regensburg

zu sehen sein. Wir danken dem Institut français und Herrn Dr. Martin Angerer,

Direktor der Städtischen Museen Regensburg, der die Ausstellung eröffnen

wird.

Ausstellungsdauer: Freitag, 27. April bis Dienstag, 1. Mai 2007.

Öffnungszeiten: Sonntag 29.04. 14 – 18 Uhr | Montag 30.04. 16 – 18 Uhr

Dienstag 1.05. 14 – 18 Uhr

Sonntag, 29. April | 20.00 Uhr

Saal Andreasstadel Konzert Trio Trikolore

»Bal dans ma rue«, »Auf der Straße tanzen …«, so lautet der Titel eines Chansons, geschrieben

von Michel Emer und interpretiert 1949 von der großen Edith Piaf. »Auf der Straße tanzen …«, so

könnte auch das Motto lauten, die Umschreibung, die Beschreibung der Musik des Trio Trikolore:

Eva Sixt, Sepp Frank und Rainer Hofmann.

Die drei Künstler haben sich ganz der Interpretation des französischen Chansons verschrieben. Das

Trio bewahrt in seinen eigenen Arrangements der Chansons von Charles Trenet, Edith Piaf, Juliette

Greco u.a. die Ursprünglichkeit dieser Musik »von der Straße«. Ehedem pompös und wuchtig anmutende

Orchestrierungen werden umgearbeitet zu transparenten, »transportablen« Liedern so

wie sie in Cafés und an Straßenecken zu hören waren.

Montag 30.04. | 21.30 Uhr

Orphée Wein, Käse, Brot und Akkordeon

Fête du travail

Am Vorabend des 1. Mai, dem Tag der Arbeit, laden wir zu einem Fest in den wunderschönen Wintergarten

des Restaurants Orpée ein, an einen Ort mithin, wo Arbeit schon immer gepriesen und

geehrt wurde. Ein gemütliches Beisammensein im Geiste des Proletariats. Reden werden nicht gehalten,

stattdessen wird uns Richard Kattan mit seinem Akkordeon und passenden Melodien musikalisch

um die Ohren streicheln. Wir hören zu, tanzen vielleicht, essen Käse und Brot, trinken

Rotwein oder Wasser. Der Eintritt ist frei, Speis und Trank sind günstig zu erwerben.

Mittwoch 02.05. | 21.00 Uhr

Filmgalerie Vortrag, Debatte, Dokumente

Marianne Mion | La vie dans les banlieues

Seit zwei Jahren wissen wir auch in Deutschland, wie brisant die Probleme in den Banlieues von

Paris und anderen großen französischen Städten sind. Die Bilder der Zerstörungswut und der Straßenschlachten,

die damals über unsere Bildschirme schwappten waren jedoch nur der Reflex und

vorläufige Höhepunkt einer seit langem schwelenden Krise. Alle Maßnahmen, die Vorstädte zu

»befrieden«, scheiterten bislang.

In der Veranstaltung wird Marianne Mion über die Geschichte der Banlieues und über die Menschen,

die dort leben, berichten. Ist die Misere eine spezifisch französische, gibt es nur in Frankreich

Aufstände, was ist seit den Unruhen geschehen?

Anhand von Filmausschnitten, Chansons, Romanauszügen, Presseartikeln und einer Debatte wird

versucht, das Problem zu erfassen und zu verstehen. – Die Veranstaltung wird in deutscher Sprache

abgehalten.

Freitag, 27.April 2007 | 22 Uhr

Saal Leerer Beutel, EG

Party mit französischer Musik

Tour de France édition révoltée

mit DJ Thomas Bohnet

Eintritt: 4 Euro


Im Mai in der

Filmgalerie.

Im Juni in der

Filmgalerie.

konzert im kino | filmgalerie

do 17. mai 21 uhr /// Goldrush

Mit »The Heart Is The Place« meldeten sich Goldrush wieder mit einem Paukenschlag zurück

ins Musik-Business. Nachdem sich die Band kurzzeitig aufgelöst und in alle Winde verstreut hatte,

hätte niemand mehr damit gerechnet, dass Goldrush mit einem Über-Album wie obig genanntem

so rasant die Kurve kratzen. Die Kritiker überschlugen sich in Anbetracht der irrwitzigen

Kompositionen und flirrenden Melodien, die sich in den neuen Stücken von Goldrush dem

geneigten Zuhörer präsentieren. Klassisches Songwriting und Americana á la Wilco vermengen

Goldrush mit einer Portion Wahnsinn, den auch Bands wie die Flaming Lips und Mercury

Rev hegen und pflegen. Auf ihrer zweiten Europa-Tour in diesem Jahr macht die Band auch endlich

einmal Halt in Regensburg, um im kleinen, bestuhlten Kino im Leeren Beutel ihre musikalische

Wundertüte auszupacken.

Den Support übernehmen die Regensburger Newcomer The Trashing Days mit einer feinen

Mischung aus The Weakerthans und alten Sonic Youth und der amerikanische Songwriter

Daniel Black. Mal schaun, wer sich da lang in den Sitzen halten kann …

Im Juni bei uns im Kino.


Snow White

Schweiz 2005, Farbe 113 min, dtF, Regie: Samir, Buch:

Samir, Michael Sauter, Kamera: Andreas Hutter, Musik:

Richard Dorfmeister, mit: Julie Fournier, Carlos Leal, Zoé Mikuleczky,

Stefan Gubser, Xaver Hutter, Sunnyi Melles, Benedict

Freitag

»'Zureich' ist ein gerne gebrauchtes Schlagwort

für Zürich, die 'satte' Stadt im Osten der

Schweiz, die den Vorzug genießt, an einem See

und einem Fluss zu liegen. Von dieser 'zu reichen'

Stadt erzählt Samirs Spielfilm, der an der

so genannten Goldküste Zürichs spielt, dort,

wo sich die Villengrundstücke wie Goldbarren

aneinander reihen: Snow White erzählt von

Menschen, die trotz ihres vielen Geldes nicht

glücklich sind.

Partys, Sex und Drogen gehören als feste Bestandteile

zu Nicos Alltag. Die Tochter einer depressiven

Hausfrau und eines vielbeschäftigten

Bankiers weiß nicht so recht, was sie mit ihrem

privilegierten Leben anfangen soll, und schlägt

die Tage und Nächte mit süßem Nichtstun tot.

Sie hält Boris bei Laune, Clubbesitzer und Sugar

Daddy, der seinem Schneewittchen als Dank für

Zärtlichkeiten den Zugang zu VIP-Anlässen und

Gratis-Kokain beschafft.

Während eines Konzertes begegnet Nico dem

Leadsänger einer Genfer HipHop-Band, Paco,

einem charismatischen Gutmenschen, der

an politische Gerechtigkeit glaubt, gegen den

Ausverkauf der Werte rebelliert und für Drogen

nichts übrig hat. Zwei Welten prallen aufeinander.

Die Bankierstochter und der Genfer Arbeitersohn

verlieben sich Hals über Kopf – allerdings

gibt sich Prinzessin Nico als einfache

kino der gegenwart | wintergarten

Arbeitertochter aus und 'leiht' sich zu diesem

Zweck die Eltern ihrer besten Freundin.

In schnellen Schnittfolgen zeichnet Samir in der

ersten halben Stunde eine strahlend schöne

Welt zwischen Züricher Seelandschaft und Banlieue

und trägt dabei bewusst dick auf. Filmmaterial,

Formate, Farbpaletten, Musik und die

Präsenz der beiden Hauptdarsteller verdichten

sich zu einer Art audiovisuellem HipHop. Die

Bilder atmen Großstadt-Flair, die Züricher Langstraße

ist zu sehen, hoch oben auf den Dächern

des Fernheizwerks gibt es den ersten filmreifen

Kuss. Ernüchterung folgt der Party-Prinzessin

jedoch auf dem Absatz ihrer Stöckelschuhe.

Die Hässlichkeit der Sucht bringt die Schöne zu

Fall. Die Liebe zwischen ihr und dem Märchenprinzen

droht zu zerbrechen …

Seit mehr als 20 Jahren gehört Samir, Sohn einer

Schweizerin und eines Irakers, zu den eigenständigsten

Filmschaffenden der Schweizer

Filmszene. Samir sucht in seinen Arbeiten die

Synthese zwischen den unterschiedlichen Kulturen,

aus denen er stammt, und beschreitet

dabei filmtechnisch ungewohnte Wege.

Ungeachtet einiger Missklänge ist Samirs

'Schneewittchen' süffig erzählt und legt sich

etwas schräg in die Schweizer Filmlandschaft,

was der Produktion durchaus zur Ehre gereicht.«

(Filmdienst)

Regisseur Samir hat nach eigenem Bekunden

versucht, Spaß-Stimmung und Warnung vor

Drogen, Romanze und Tragödie, Themen für

reich und arm, für harte Arbeit und verschwenderischen

Müßiggang zusammenzuführen. Der

vielseitige, temporeiche Mix ist ihm künstlerisch

passabel gelungen. Kein stilreines Kunstwerk,

doch ein anregender, im Aufeinanderprallen

extrem unterschiedlicher Lebensformen durchaus

nachvollziehbarer, auch unterhaltender, ein

paar Mal knallharter, szenisch lebendiger Film,

der neben dem Kinogenuss vor allem dem jugendlichen

Publikum aufzeigen kann, in welche

Tragödie Drogengenuss und Drogensucht

führen können.«

Plakatwettbewerb

AUSSTELLUNG


DO 24. MAI 07 19:30 Uhr

Präsentation des Titelmotivs der


Ausstellung: 25. — 27. Mai 2007

KunstvereinGRAZ Ladehofstr. 20 Regensburg

www.regensburger-kurzfilmwoche.de

Havanna – Die neue Kunst

Ruinen zu bauen

Habana – arte nuevo de hacer ruinas, Deutschland, Kuba

2006, Farbe, 85 min, OmU, Regie und Buch: Florian Borchmeyer,

Kamera: Tanja Trentmann, Dokumentarfilm

»Havanna war einst eine Perle der Karibik und

pittoreskes Postkartenmotiv. Heute ist die Metropole

eine Hauptstadt des Zerfalls, überall

sind Ruinen zu sehen. Für faszinierte Touristen

sind es die letzten Reste eines untergehenden

Revolutionsmythos – für die Bewohner der Ruinen

ist das harter Alltag, wie der Dokumentarfilm

Havanna – Die neue Kunst Ruinen zu

bauen zeigt.

Reinaldo, einer von fünf Protagonisten aus dem

Dokumentarfilm, lebt im ehemaligen Teatro

'Campoamor', das seit fast 40 Jahren geschlossen

und damit dem Verfall preisgegeben ist.

'Hier sind Millionen Steine herunter gefallen',

berichtet er. 'Ich hebe sie auf und räume sie

weg. Und wenn mir eines Tages einer auf den

Kopf fällt. Pech gehabt. Es war so bestimmt.'

Regisseur Florian Borchmeyer sagt: 'Die Menschen,

die in unserem Film zu sehen sind, sind

relativ versteckt. Sie kommen normalerweise

nicht mit Ausländern in Kontakt.' Der Filmemacher

hat sich auf eine Spurensuche hinter den

Fassaden begeben und entdeckt, dass der morbide

Charme auch einen tiefen Niederschlag in

der Psyche jedes einzelnen Ruinenbewohners

hinterlassen hat, auch bei Misleydis, die gegenüber

vom Theater im obersten Geschoss eines

früheren Luxushotels wohnt. Sie verlässt ihr Zuhause

nie, ihren letzten Schutz vor einer trost-

kino der gegenwart | wintergarten

losen Realität. 'Wenn ich sterben müsste, ist es

hier am besten', meint sie.

Die Neue Kunst Ruinen zu bauen zeigt

uns ein Kuba jenseits der gängigen Karibik-

Klischees. Was den Film so stark macht, ist die

Klugheit seiner Protagonisten. Ihre berührenden

Schicksale und die entwaffnende Offenheit

ihrer Erzählungen – und das alles in Bildern voller

Poesie, die die einstige Schönheit der Stadt

immer noch erahnen lassen.« (www.3sat.de)

»Havanna – Die neue Kunst, Ruinen zu

bauen ist ein großartiger Film, der den Zuschauer

anderthalb Stunden lang fordert.«

(dpa)

»Der eindrucksvolle Film, ausgezeichnet mit

dem Bayerischen Filmpreis als Bester Dokumentarfilm,

lässt die unterschiedlichsten Töne

anklingen, voller Poesie, Traurigkeit und Tragik,

aber auch ein Stückchen Optimismus in der

Düsternis.« (Bayerischer Rundfunk, Kino Kino)

»Die Doku Havanna – Die neue Kunst, Ruinen

zu bauen von Regisseur Florian Borchmeyer

spürt dem heutigen Lebensgefühl in Kubas

Metropole nach. Ohne sentimentale Romantisierung

der vorrevolutionären Pracht, dafür

klug, assoziativ und informativ.« (Abendzeitung)

»Wie bei Wenders gibt es auch hier bedrückend

schöne Bilder. Nur verklären die nichts. Der Zerfall

der Metropole wird schmerzlich spürbar,

insbesondere durch die Menschen, deren Lebensgeschichten

allesamt Geschichten der Liebe

zu ihrer Stadt sind.« (www.morgenpost.de)


wiederaufführung | kino der gegenwart | wintergarten

Vier Minuten

Deutschland 2006, Farbe, 111min, dtF, Regie und Buch:

Chris Kraus, Kamera: Judith Kaufmann, Musik: Annette

Focks, mit: Monica Bleibtreu, Hannah Herzsprung, Sven

Pippig, Richy Müller, Jasmin Tabatabai, Stefan Kurt, Vadim

Glowna, Nadja Uhl

Seit mehr als 60 Jahren gibt die Pianistin Traude

Krüger Klavierunterricht in einem Frauengefängnis.

Eine Schülerin wie Jenny hatte sie noch

nie. Verschlossen, unberechenbar, zerstörerisch

– und früher ein musikalisches Wunderkind. Sie

könnte es schaffen, einen bedeutenden Klavierwettbewerb

zu gewinnen, an dem sie trotz ihrer

Haftstrafe teilnehmen darf.

Die Vorbereitung auf den Wettbewerb wird zum

Kräftemessen zwischen der aufsässigen Jenny

und ihrer preußisch strengen Klavierlehrerin –

ein Lebens- und Liebesduell, das an den tiefen,

verborgenen Schmerz beider Frauen rührt. In einem

furiosen Finale bleiben Jenny vier Minuten,

um etwas zu tun, was niemand, nicht einmal

Traude, von ihr erwartet.

Chris Kraus erzählt in seinem zweiten Kinospielfilm

leidenschaftlich, kraftvoll und mit gro-

Das Mädchen

mit dem Perlenohrring

Girl with a Pearl Earring, Großbritannien, Luxemburg, 2003,

Farbe, 101 min, dtF, Regie: Peter Webber, Buch: Olivia Hetreed

nach dem Roman »Das Mädchen mit dem Perlenohrring«,

Kamera: Eduardo Serra, Musik: Alexandre Desplat,

mit: Colin Firth, Scarlett Johansson, Tom Wilkinson, Judy

Parfitt, Cillian Murphy

Ein Gemälde des holländischen Malers Johannes

Vermeer dient als Inspiration für die Geschichte

eines jungen Hausmädchens und dessen

scheue, in Andeutungen belassene Zuneigung

zu dem Künstler, dem sie schließlich sogar

Modell sitzt.

Ein ohne jede Zugeständnisse an Zeitgeschmack

und Publikumserwartungen realisierter

Film, der den Stil der holländischen Malerei

des 17. Jahrhunderts virtuos und spannungsreich

in ein modernes Medium umsetzt. Eine

Hommage auf die Kunst und zugleich eine

ungemein sensible Studie des holländischen

Städtchens Delft.

»Das Mädchen mit dem Perlenohrring ist

kunst | wintergarten

ßer Nähe zu seinen Figuren von der Begegnung

zweier ungleicher Frauen, von Auflehnung

und Hingabe, Schmerz und der Sehnsucht

nach Wahrhaftigkeit – und von der ungeheuren

Kraft der Musik.

»Vitales Drama um die Entwicklung von Menschen,

die lernen, sich nach alten Verwundungen

aus ihrer inneren Verkapselung zu befreien.

Dank der brillanten Hauptdarstellerinnen

sowie der furiosen visuellen Gestaltung ein herausragender

Film von fast physischer Intensität.«

(Filmdienst)

ein wundervoll ruhiger Film über die Lebensumstände,

die Liebe und die Kunst im 17. Jahrhundert.

Mit einer anmutigen Hauptdarstellerin

und einer nicht minder bezaubernden Ausstattung.

Großartiges Kino.« (Programmkino.de)

Caravaggio

Großbritannien 1986, Farbe, 93 min, OmU, Regie und Buch:

Derek Jarman, Kamera: Gabriel Beristain, Musik: Simon Fisher

Turner, mit: Nigel Terry, Dexter Fletcher, Sean Bean, Tilda

Swinton, Michael Gough

Szenen aus dem Leben des genialen Malers

Michelangelo Caravaggio, der eine Existenz außerhalb

der gesellschaftlichen Normen führte

und schließlich zum Mörder wurde. Ohne Anspruch

auf biografische und historische Detailtreue

versucht der Film an Hand einer fatalen

Liebesgeschichte, die Außenseiterrolle des

Künstlers und die Wechselwirkung zwischen

Eros und Kunst zu beleuchten. Formal unkonventionell,

erklärt subjektiv und streckenweise

auch provozierend.

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