Findeisen-Nadelvlies: Grau und unauffällig war ... - Findeisen GmbH

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Findeisen-Nadelvlies: Grau und unauffällig war ... - Findeisen GmbH

TEXTILE / ELASTISCHE BELÄGE

Findeisen ist bekannt für seine Nadelvlies-Teppichböden.

Die Anforderungen

an diesen Bodenbelag

sind bisher klar definiert: er muss stark

belastbar sein, lange halten, schlicht erscheinen

und Schmutz verbergen. Deshalb

wird er überwiegend in Grautönen

verlegt. Damit das nicht immer so bleibt,

bringt Findeisen mit der Kollektion »Vision

Designsystem« Farbe ins Spiel und

möchte endlich eine Lanze brechen für

den Nadelvlies, der eben nicht nur in

Grau verlegt werden muss.

»Premiumvlies«

Unter dem Markennamen »Finett Vision

color« bietet das Unternehmen seit Anfang

des Jahres einen hochwertigen

Nadelvlies-Bodenbelag in 60 teilweise

leuchtenden Farben an, was zahlreiche

Gestaltungsvarianten ermöglicht. Darun-

nem Gewicht von 1700 g/m 2 Fläche. Zudem

soll die Kollektion vor allem Architekten

und Planer ansprechen. »Deshalb

musste es auch ein Baukastensystem mit

vielen lebendigen Farben sein. Oft ist es

bei der Zusammenarbeit mit Architekten

so, dass es genau diese eine Farbe sein

soll, und die können wir nun anbieten«,

erklärt Stephan Naacke, Geschäftsführer

von Findeisen. »Durch die teilweise hellen

Farbtöne gehen altbekannte Spezifika

wie schmutzverbergend verloren. Dafür

können wir aber mit den vielen Farben,

Trendbewusstsein und der Qualität

trumpfen«, so Naacke weiter.

Die »Dorix«-Strapazierfaser ist eine Markenfaser,

die die italienische Radici

Group, Gandino, Bergamo, 2011 von der

Selbitzer Chemiefaser GmbH übernommen

hat. Dorix ist eine reine Polyamid-

(PA-)Faser, die Radici derzeit wieder stär-

Findeisen-Nadelvlies: Grau und

unauffällig war gestern

ter sind auch kräftige Rot-, Grün- und

Blautöne. 45 der 60 Farbtöne können mit

kleinen Edelstahl-Quadraten als Highlights

versehen werden. Dazu werden die

Metallplättchen nach Kundenwunsch auf

den Teppichboden aufgebracht; unterschiedlicher

Rapport ist möglich.

Gucken und staunen

Mit der Kollektion »Vision Designsystem«

möchte Findeisen mit dem Produkt

Nadelvlies auf eine neue Qualitätsstufe

gehen. Die neuen Bodenbeläge bestehen

zu 100 Prozent aus der »Dorix«-Strapazierfaser

(PA 6), sind 7 mm stark, bei ei-

ker am Markt positionieren möchte. In

den 1970er und 1980er Jahren war diese

Marke sehr präsent – auch bei Architekten

und Planern, dann ist sie in Vergessenheit

geraten. »Wir gehen diesen Weg

mit Radici gern mit, es ist eine gute Möglichkeit,

das Augenmerk verstärkt auf

Polyamid zu legen, was die qualitativ

hochwertigere Faser gegenüber dem

Polypropylen (PP) ist«, sagt Kai Schippmann,

Marketingleiter bei Findeisen.

Mit Farbe bestechen

Schon zur »Bau 2013« werden es 74 anstatt

60 Farben sein. Die Nadelvlies-

Mit den Edelstahl-Metallplättchen können . . .

Experten haben gemerkt, dass das Interesse

der Planer und Architekten am

»Premiumvlies« mit jeder neuen Farbe

steigt. Deshalb möchten sie zum nächsten

Branchentreff noch mehr Farben präsentieren.

Damit erhöht sich dann auch

die Anzahl der Farben, die mit den Metallplättchen

versehen werden können.

Diese werden übrigens heiß eingeprägt

und dann mit 2-K-Kleber aufgeklebt. Ein

entsprechendes Verfahren zu finden, mit

dem man Nadelvlies und Metall verkleben

kann, ist – laut Geschäftsführer Naacke

– nicht leicht gewesen; es habe insgesamt

ein dreiviertel bis ein Jahr gedauert.

Nachhaltiges Vlies

Schon einige Jahre verfolgt das Ettlinger

Unternehmen ein Nachhaltigkeitskonzept,

um emissionsarme und umweltfreundliche

Produkte zu generieren. In diesem

Zusammenhang ist noch eine weitere Zusammenarbeit

mit der Radici Group entstanden.

Das italienische Unternehmen

Von links: Stephan Naacke und Kai Schippmann

präsentieren die »Vision Designsystem«

in der Redaktion OBJEKT.


. . . dezente Akzente beim »Premiumvlies« gesetzt werden. In vielen Farben präsentiert sich die Kollektion »Vision Designsystem«.

hat nämlich eine Faser entwickelt, die zu

63 Prozent aus Rizinusöl besteht und dieselben

Eigenschaften hat wie PA-Fasern.

Das Produkt daraus wird seit Januar von

Findeisen getestet, ob es auch tatsächlich

als Bodenbelag taugt, der stark beansprucht

wird. »Diese Faser ist mindestens

so gut wie das, was wir gewohnt

sind, sie ist sogar eher noch stabiler als

die herkömmliche PA-Faser. Auf unserer

Testfläche funktioniert sie einwandfrei,

jetzt machen wir noch einen Test, ob es

auch für Teppichfliesen funktioniert«, erläutert

Marketing-Chef Schippmann. Außerdem

sei es stimmig mit dem Nachhaltigkeitskonzept

von Findeisen, genauso

wie der schon verwendete Recycling-

Rücken bei den Bodenbelägen. Da passt

eine Nutzschicht aus 63 Prozent nachwachsendem

Rohstoff gut dazu.

Chemisch handle es sich um PA 6.10 im

Gegensatz zur »normalen« Faser (PA 6).

Dass die Faser aus Rizinusöl sich von der

herkömmlichen chemisch unterscheiden

lässt, ist den Verantwortlichen bei Findeisen

wichtig, denn es soll nicht nur

Marketing sein, von einer Faser aus nachwachsenden

Rohstoffen zu sprechen,

sondern es soll Substanz, ein realistisches

Produkt dahinterstehen. »Damit

setzen wir einen Akzent in der Branche

und werden erstmal für eine gewisse Zeit

Alleinanbieter von Nadelvliesprodukten

aus einer umweltfreundlichen Faser sein«,

ergänzt Kai Schippmann.

Auf der kommenden »Bau« stellt Findeisen

die Bahnenware aus Naturfaser vor

und möchte kurz danach – vier bis sechs

Wochen – auch damit auf dem Markt

sein.

Aus einem Bodenbelag wird...?

»Nadelvlies ist technisch ausgereift, vielleicht

auch ausgereizt«, meint Stephan

Naacke, Findeisen-Geschäftsführer. Man

bringe es bislang nicht in Verbindung mit

Begriffen wie emotional, kreativ, innovativ,

attraktiv. Deshalb setzt sich Findeisen

auch auf eine andere Art mit dem Material

Nadelvlies auseinander. Kann es

nicht doch solche Attribute wie freundlich,

aufregend, kreativ oder attraktiv tragen?

Was außer Bodenbelag kann man

noch aus diesem Material machen? Einen

ersten Vorgeschmack darauf hat Findeisen-Nadelvlies

der Branche schon auf

der diesjährigen »Domotex« mit den edlen

Taschen von Jan Hartmann gezeigt.

Für 2013 dürfen wir – laut Unternehmen –

gespannt sein, was noch alles mit diesem

Material machbar ist. ■

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