Das Themenheft zum Download - Ganztägig Lernen.

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Rahmenbedingungen für eine gelingende Öffentlichkeitsarbeit

Auf die Notwendigkeit, Schule auch als rechtlichen Raum wahrzunehmen,

macht Meyer (2007) insbesondere für die Lehrerausbildung aufmerksam. Das

Vorhandensein einer internen und externen Öffentlichkeitsrealität entspricht

bei genauerem Hinsehen den formal-rechtlichen Gegebenheiten im Schulsystem.

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Diese werden im Tagesgeschäft nur unzureichend bewusst wahrgenommen.

Konflikte zwischen den Hauptakteuren (Eltern, Lehrer/innen, Schulpflegschaft,

Schulleitung) beruhen jedoch oftmals auf unterschiedlichen Interpretationen

ihrer Rollen und Aufgaben sowie Rechten und Pflichten, die latent im Raum

wirken, aber viel zu wenig zum Gegenstand einer Selbstreflexion und -thematisierung

gemacht werden.

Beispielsweise ist die Rolle der „Klassenpflegschaftsvorsitzenden“ im Schulgesetz

NRW u. a. wie folgt beschrieben: „Die Klassenpflegschaft dient der

Zusammenarbeit zwischen Eltern, Lehrerinnen und Lehrern, Schülerinnen und

Schülern.“ (Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-

Westfalen 2006, § 73, Abs. 2). „Die Schulpflegschaft [also das Gremium der

Klassenpflegschaftsvorsitzenden; ChW] vertritt die Interessen der Eltern bei

der Gestaltung der Bildungs‑ und Erziehungsarbeit der Schule.“ (Ministerium

für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen 2006, § 72,

Abs. 2). In der Schulpraxis werden die Vorsitzenden meist als Elternvertreter

bezeichnet, so auch in der Broschüre „Einfach mitwirken – Elternmitwirkung

in der Schule“ des Ministeriums für Schule und Weiterbildung des Landes

Nordrhein-Westfalen (2006). In der Alltagswahrnehmung assoziieren Eltern

ihre Elternvertreter als gewählte Personen, die die Interessen der Elternschaft

(Klassenpflegschaft) in Erfahrung bringen, diese bündeln und gegenüber der

Klassen- bzw. Schulkonferenz vertreten oder gegebenenfalls durchzusetzen

haben. Diese Erwartungen werden jedoch nicht zwangsläufig erfüllt, denn im

Schulgesetz NRW heißt es im Teil der Schulverfassung: „Die Mitglieder der

Mitwirkungsgremien sind bei der Ausübung ihres Mandats an Aufträge und

Weisungen nicht gebunden.“ (Ministerium für Schule und Weiterbildung des

Landes Nordrhein-Westfalen 2006, § 72, Abs. 2). Und in o. g. Broschüre ist

zu lesen: „Die Elternvertreter, die in die Schulkonferenz gewählt werden, sind

3 Die Gremien- und Gremienrollenbezeichnungen der Schulmitwirkungsorgane sind in den

Bundesländern uneinheitlich. Zur Gewährleistung der Verständlichkeit werden in diesem

Beitrag die formalen Bezeichnungen und Begrifflichkeiten sowie das Zahlenmaterial des

Bundeslandes Nordrhein-Westfalen (NRW) beispielgebend verwendet.

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