Das Themenheft zum Download - Ganztägig Lernen.

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Das Themenheft zum Download - Ganztägig Lernen.

Rahmenbedingungen für eine gelingende Öffentlichkeitsarbeit

(Interaktionssystem) interpretiert und festgelegt werden sollen. Denn es liegt

im Gestaltungsspielraum von Schule, den Gemeinschaftsbegriff mit Werten,

Haltungen und Regeln verlässlich auszufüllen. Schule kann eine gemeinschaftliche

Aufgabe sein – sie muss es jedoch nicht.

Schulleiter/innen, die vorwiegend auf Selbstschonung bedacht sind, weisen

hier und dort die Schulpflegschaftsakteure an, außer Beschlüssen der Schulkonferenz

keine weiteren Informationen an die Eltern bzw. Klassenpflegschaften

weiter zu geben oder mit diesen zu besprechen. Dies könne zu unkontrollierbaren

Diskussionen führen und den Schulfrieden stören oder rechtliche

Probleme aufwerfen. Andere sehen Schulmitwirkung als wirksame Öffentlichkeitsarbeit

an und fördern beispielsweise Diskussion und Austausch im Vorfeld

von Klassenpflegschaftsversammlungen bzw. Elternabenden. Für den

einen scheint der rechtliche Raum von Schule ein Risikoraum, für den anderen

ein Gestaltungsraum zu sein. Zudem sind viele grundlegende rechtliche

Arrangements zwischen Schule und Ganztagsbetrieb, insbesondere dem

Offenen Ganztag, bis dato ungeklärt. Manche Kommunen haben z. B. für

(scheinbare) Rechts- bzw. Verhaltenssicherheit per Ratsbeschluss gesorgt, so

dass Schulhöfe während des Offenen Ganztagsbetriebes für die übrigen

Schüler/innen geschlossen worden sind. Das trennt und spaltet Ganztagsangebote,

Schüler/innen und Elternschaft, insbesondere dort, wo der Beschluss

nicht in entsprechender Weise kommuniziert worden ist.

In den einzelnen Bundesländern sind die Elternschaften durch unterschiedliche

rechtliche Grundlagen legitimiert. In Nordrhein-Westfalen heißt diese

Legitimationsgrundlage „Schulmitwirkungsgesetz“, im Saarland wird sie beispielsweise

„Schulmitbestimmungsgesetz“ genannt. In letztgenanntem ist

Mitbestimmung und Mitwirkung für alle Schulakteure festgeschrieben. Die

gesetzliche Grundlage des jeweiligen Bundeslandes strukturiert den rechtlichen

Raum der internen Öffentlichkeitsarbeit vor. Die Handhabung in der

Praxis ist jedoch von der Mentalität der Schulleitung maßgeblich abhängig.

So inszeniert die eine Schule ihre Schulmitwirkung als Geheimsache, an der

nur linientreue Akteure Teilhabe finden, die andere Schule macht wichtige

Themen zur basisdemokratischen Angelegenheit. Es ist unschwer zu erraten,

welche der beiden Schulen die größere Elternzufriedenheit und das bessere

Schulklima vorzuweisen hat. Hierin liegt beispielsweise ein hohes Potenzial

wirkungsvoller Öffentlichkeitsarbeit, die in der Umsetzung mehr Arbeit macht,

aber sich in der Gesamtenergiebilanz (Aufwand, Gesundheit, Zufriedenheit

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