Das Themenheft zum Download - Ganztägig Lernen.

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Rahmenbedingungen für eine gelingende Öffentlichkeitsarbeit

stiftend gestalten wollen, ergeht es in vielerlei Weise ähnlich und sie geraten

gelegentlich selbst in den Status der als pathogen indizierten Person, des

„Index-Lehrers“.

Wenn man den Ansatz, dass die formalen Strukturen (Reservestruktur) und

deren Logiken das eigene Denken und Handeln prägen, als prinzipiell richtig

anerkennen kann, macht es Sinn, Selbstthematisierung als Primärforschungs‑

aufgabe interner Öffentlichkeitsarbeit anzusehen. Selbstthematisierung kann

– wie oben ansatzweise aufgezeigt – auf unterschiedlichen Ebenen stattfinden.

Auf welcher Ebene Schule und Lehrer/innen damit beginnen möchten,

hängt vom gesundheitlichen Zustand, der emotional‑seelischen Befindlichkeit

der Organisation ab. Organisationen sind unter systemischer Perspektive

lebendige und lernfähige Gebilde (d. h. auch „Organismen“), die maßgeblich

durch das dynamische Zusammenwirken von Arbeitsbeziehungsmustern und

Konfliktkonstellationen der Personen sowie struktureller Gegebenheiten

geformt werden. „Schule ist im Kernbereich ihrer Arbeit, dem Unterricht, nach

wie vor vom ‚Einzelkämpfertum’ geprägt. Lehrkräfte sind auf ‚ihren’ Fachun‑

terricht und ‚ihre’ Klassen fixiert. Die Auswirkungen systemischer Faktoren

(Kollegiumsstruktur, Schulklima, soziales Umfeld u. a.) geraten kaum ins

Blickfeld unterrichtlichen Alltagshandelns.“ (Haller/Wolf 2004, S. 2).

5. Selbstthematisierung: Konkurrenz – Kooperation

Das Spannungsverhältnis zwischen Gegeneinander und Miteinander berührt

die Selbstthematisierungsfrage, wie attraktiv die eigene Schule als Standort

und Arbeitsplatz für Lehrerinnen und Lehrer ist. Wie groß ist das Gefälle

zwischen der intakten Klassengemeinschaft und der Schulgemeinschaft?

Bewegen sich Konkurrenz und Kooperation innerhalb der Lehrerschaft in

schülergerechter Balance oder erzeugen sie Energie absorbierende Interaktionen

für die Beteiligten? Oft wird die Unterschiedlichkeit in der Ausführung

von Bildungs- und Erziehungsauftrag wie auch im Unterrichtsstil wechselseitig

unzureichend im Kollegium akzeptiert und als Realität anerkannt. Aus

einer neutraleren Perspektive sind diese Unterschiede nichts weiter als

Modelle, die auf das gleiche Ziel ausgerichtet sind, nämlich erfolgreiche

Schüler/innen hervorzubringen. Im internen Wettbewerb der Lehrer/innen

finden Interpretationen darüber statt, was den Schüler/innen erfolgreiche

Perspektiven eröffnet im Hinblick auf ihre schulische, berufliche und persön-

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