Die Journalistin und der ehemalige Banker - Hotel & Gastro Union

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Die Journalistin und der ehemalige Banker - Hotel & Gastro Union

Jungunternehmer

Die Journalistin und der

ehemalige Banker

Eigentlichhätte alles ganz anders werden sollen,

Daniel Pfyl machte eine kaufmännische Lehreauf

der Bank und Anne Tüscher absolvierte ein Publizistik-

Studium. Dochstatt für eine Zeitung zu schreiben oder

für eine Bank zu arbeiten, schlugen die beiden jeweils

einen anderen Wegein. Voretwas mehr als einem

halben Jahr konnten sie das Restaurant Idaburgim

Zürcher Kreis 3übernehmen. Wir haben die beiden

besucht und wollten von ihnen wissen, wie sie ihren

Traum vom eigenen Betrieb verwirklichen und was

ihr Restaurant einzigartig macht.

Restaurant Idaburg. An der Ecke

Gertrud- und Ida-Strasse steht

das Restaurant Idaburg.

Essen und Trinken. Anne Tüscher

nutzt ihr künstlerisches Flair und

zeichnet die Menükarten selbst.

Anne Tüscher und Daniel Pfyl

Alter: Anne 29 und Daniel 35 Jahrealt

Betrieb: Restaurant Idaburg, Zürich

Betriebsübernahme: 2009

Konzept: Authentizität und Herzlichkeit

Mitarbeiter: 2

Anne Tüschers Karriere-Auszug: Nach der

Matur arbeitete Anne Tüscher im Restaurant

Blaue Ente in Zürich und entdeckte dabei ihre

Begeisterungfür die Gastronomie. Sie startete

mit dem Jus-Studium und wechselte

nach einem Jahr in die Publizistik. Sie arbeitete

unter anderem im Restaurant Kreis 6, im

«Al Porto» als Restaurantleiterin und als Betriebsassistentin

im Restaurant Chez Fritz.

Weitere Karrierestationen waren die Werbeagentur

Walker und die Firmen Action-TV und

travel.ch.

Daniel Pfyls Karriere-Auszug: Mit einer kaufmännischen

Ausbildung bei einer Bank startete

Daniel Pfyl seine Karriere. Danach zog

es ihn in die Gastronomie. In Luzernabsolvierte

er die Hotelfachschule (Schweizerische

Hotelfachschule Luzern) und arbeitete

danach im Restaurant Chez Fritz in Kilchberg

als Geschäftsführer. Als Veranstaltungsleiter

im «40 Seconds» in Berlin sammelte

er noch mehr Berufserfahrung.

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SGK: Wie kam es dazu,dassSie das Restaurant

Idaburg übernehmen konnten?

Wirwollten immer zusammen einen eigenen

Betrieb führen, dabei war das

Restaurant Idaburg einer unserer Favoriten.

Als das Restaurant in der Zeitung

dann ausgeschrieben war, haben wir

uns sofort darum beworben.

SGK: Welche Chancen und Risiken haben

Sie bei der Betriebsübernahme gesehen?

Eigentlich nur Chancen. Denn wir sind

davon überzeugt, dass man in Zürich

mit dem richtigen Konzept nichts falsch

machen kann.

SGK: Verraten Sie uns, wie viel Sie in den

Betrieb investiert haben?

Die Anfangsinvestition betrug rund

350 000 Franken. Da die «Idaburg» seit

Jahren einen ausgezeichneten Ruf geniesst,

gehe ich davon aus, dass wir diesen

Betrag bei einem allfälligen Weiterverkauf

auch wiedererhalten werden.

SGK: Wie finanzierten Sie die «Idaburg»?

Wirhatten etwas Eigenkapital und wur-

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den zusätzlich von unseren Eltern unterstützt.

Nur so war die Finanzierung

ohne Banken möglich.

SGK: Werhat das letzte Wort im Betrieb?

Bei betrieblichen Angelegenheiten entscheiden

wir gemeinsam. Ansonsten

hat Anne das Flair,frisch von der Leber

weg zu plaudern, so ist das letzte Wort

meist bei ihr.

SGK: Was braucht es, um als Jungunternehmer

erfolgreich zu sein?

Man muss wirklich viel arbeiten und

durchhalten können. Aber wenn man

das tun kann, was einem gefällt, ist man

auch erfolgreich.

SGK: Frau Tüscher,was würden Sie anderen

Unternehmern empfehlen?

Immer gut zuhören. Wenn ein Gast zum

Beispiel temperiertes Wasser möchte

und ich vergesse das nach fünf Sekunden,

habe ich schon verloren.

SGK: Auf welche eigene Leistung sind Sie

besonders stolz?

Auf die «Idaburg» und darauf, was wir in

kurzer Zeit erreicht haben.

SGK: Waskönnen Sie besonders gut?

Wirsindherzlich und gastfreundlich und

können den Gästen schöne Momente

bieten.

SGK: Waswollten Sie als Kind werden,Herr

Pfyl?

Architekt oder Hochbauzeichner.

SGK: Und Sie, Frau Tüscher?

Metzgerin.

SGK: Herr Pfyl, wann haben Sie Ihr erstes

Geld verdient?

In der Lehrlingsausbildung.

SGK: Und Sie, Frau Tüscher?

Im «Häagen Dazs» habe ich mit weissem

Häubchen Glace verkauft.

SGK: Mit welchem Promi würden Sie

gerne einmal zu Abend essen?

Am allerliebsten mit Hape Kerkeling.

SGK: Wassagt man Ihnen nach?

Einzigartigkeit und Ehrlichkeit.

SGK: Frau Tüscher, verraten Sie uns eine

Lebensweisheit?

Alles, was ich besitze, trage ich bei mir.

SGK: Waswäre Ihre Henkersmahlzeit?

Eine Tafel Schokolade.

SGK: Welche Spezialität muss man degustieren,

wenn man die «Idaburg» besucht?

Die Karte wechselt alle vier Wochen. Alle

Gerichte haben einen speziellen Reiz.

Im Moment der Idaburger.

SGK: Wasist eine Versuchung für Sie beide?

Eine leere Leinwand oder mit einer

Vespa durch Europa zu fahren.

SGK: Auf eine einsame Insel nehmen wir …

…viele Bücher und Begleitung mit.

SGK: Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

In den Vorbereitungen zu meinem 40

Geburtstag. Und ganz sicher immer

noch in Zürich.

Text: ernst.knuchel@gastronews.ch

Fotos: René Frauenfelder

Facts &Figures

Sitzplätze: 45

Gartenterrasse: 45

Günstigstes Essen: Blattsalat für 9.50 Franken

Teuerstes Essen: Kalbskotelett mit Morchelrahmsauce

und Spätzli, 53 Franken

Günstigstes Getränk: Mineralwasser,4.50

Teuerstes Getränk: Ornellaia zu 229 Franken

Öffnungszeiten: dienstags bis freitags 11.30 bis

14.30 und 18.30 bis 24 Uhr,samstags nur am

Abend offen

Durchschnittlicher Umsatz pro Gast:

100 Franken

Adresse: Gertrudstrasse 44, 8003 Zürich

Tel. 044 451 18 42

Restaurant. Weisse Grundgedecke

zieren die Tische im Innern des

Restaurants.

Gartenterrasse. Mitten in der Stadt

und doch im Grünen. Die Terrasse

bietet rund 45 Gästen Platz.

Küche. Die Küche in der «Idaburg»

ist klein. Trotzdem wirdhier für bis

zu 50 Personen àlacartegekocht.

Kaffee. Hohe Qualität auch beim

Kaffee. Dank einem Halbautomaten

erhalten die Gäste Topkaffee.

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