Bikepark-TesT - Freeride

freeride.magazine.com

Bikepark-TesT - Freeride

Foto: Dan Barham

> Bikepark-TesT

Die Wintersportler haben’s uns vorgemacht:

Ohne Kraftanstrengung nach

oben, mit maximalem Fahrspaß bergab.

Schnelle, bequeme Lifte garantieren

viele Abfahrtskilometer pro gezahltem

Liftpass-Euro.

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Bikeparks sind Spielplätze für Freerider mit nur einem

Ziel: Fahrspaß. Im ersten Teil unseres großen Tests

haben wir sieben Lustgärten unter die Lupe genommen.

TEXT Dimitri Lehner

A

ls Bikepark-Tester fühlt man sich manchmal

wie ein Restaurant-Kritiker. Zwar

darf man viele Gerichte kosten – meist für

lau – aber wehe, es schmeckt nicht! Dann wird’s

schnell persönlich. Man habe keine Ahnung,

kriegt man zu hören, würde nur nach persönlichem

Geschmack entscheiden oder kenne die

Umstände nicht. Sicher, die Umstände spielen

eine gewichtige Rolle: Da sind Naturschutzauflagen,

ein oft sehr begrenztes Budget, Probleme

mit Grundbesitzern und Liftbetreibern,

fehlende Streckendesigner oder kaum Personal

für Streckenpflege. Alles richtig, doch für den

Bikepark-Besucher spielt das keine Rolle. Der

Liebeskummer des Kochs ist dem Restaurant-

Gast ziemlich einerlei; er will, dass sein Essen

schmeckt. Genauso ging es uns: Wir bewerteten

das, was wir vorfanden (genau wie der Bikepark-

Besucher auch) nach dem Motto: „What you

see, is what you get“. Auf Zukunftspläne der

Betreiber, so ambitioniert die auch sein mögen,

konnten wir nicht eingehen. Dass ein Mini-Park

wie Samerberg sich nicht mit Alpenarenen wie

Leogang, Châtel oder gar Whistler messen kann,

liegt auf der Hand. Denn Streckenvielfalt macht

einen Bikepark erst aus. Daher sind die Bewertungen

der einzelnen Einsatzbereiche wichtig:

Hier sieht man, was einen erwartet. Anfänger

können auf der leichten Stecke am Samerberg

einen Mordsspaß haben, genau so wie Downhiller

auf der rassigen Big-Bike-Strecke in Todtnau.

Gegen das umfassende Streckenangebot großer

Anlagen ziehen die Miniparks in der Gesamtwertung

aber zwangsläufig den Kürzeren. Die

Zeiten, in denen für eine Freeride-Strecke schnell

die Bergflanke austrassiert und ein paar Steine

übereinandergehäuft wurden, sind längst vorbei.

Im „We love to entertain you“-Zeitalter fordert

der zahlende Besucher maximalen Fahrspaß

bei minimalem Risiko und jede Menge Sensationen,

die er auf Natur-Trails selten findet. Er will

bespaßt werden mit spannenden Trail-Features

wie North shore-Stunts und Sprüngen. Daher

sind die Anforderungen an einen Park über die

Jahre mindestens genauso gestiegen wie das

Fahrkönnen der Besucher. Doch Vorsicht! Dieses

Können wird von den Parkbetreibern gerne überschätzt.

Laut unseren Umfragen bezeichnen sich

noch 80 Prozent der Freerider als Ein- und Aufsteiger.

Das heißt: Drops bis maximal 2 Meter

Höhe und kaum Dirtjump-Erfahrung. Vor diesem

Hintergrund kommt es uns oft so vor, als visierten

die Parkbetreiber die falsche Zielgruppe

an: Statt das Gros der Freerider glücklich zu

machen, schneidern sie ihr Angebot eher auf

die 10 Prozent Cracks zu. Die Folge: Viele Besucher

werden frustriert und kommen womöglich

nie wieder. Das ist schon fast tragisch-komisch,

denn warum nicht alle happy machen? Das

geht, der Parade-Park Whistler hat es gezeigt.

Hier sind 30 Prozent der Kundschaft Frauen und

Familien (Tendenz steigend) und Matt Hunter

glüht gemeinsam mit Joe Blow über ein und

dieselbe Strecke – beide mit einem Grinsen im

Gesicht. Man kann Trail-Features nämlich so gestalten,

dass sie Anfängern Freude bereiten und

dennoch den Profi nicht langweilen. Bei uns

liefert Deutschlands Bikepark-Liebling, Winterberg,

den Beweis, dass es funktioniert. Dennoch

lässt sich ein Irrglaube vielen Parkbetreibern

nicht austreiben. Er besagt, dass einfache Strecken

zwangsläufig langweilig seien und span- >

FREERIDE 3/11

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Bikepark-TesT

nende Trails technisch schwierig. Folge dieser

Fehleinschätzung sind gähnend lahme Freeride-

Strecken (oft wenig mehr als Forstwege) und

haarsträubende Stolperfallen-Stunts, vor denen

es selbst Profis wie Wade Simmons und Richie

Schley gruselt. So gesehen am Samerberg („Mörder-Gap“)

oder am Geißkopf (der jetzt gesperrte

„You-go-first“-Trail). Was sollen solche „Do or

die“-Mutproben? Das ist, als würde im Freibad

statt „Einer“ und „Dreier“ nur ein 10-Meter-

Sprungturm stehen. Der beeindruckt,

zugegeben, doch auf einen Publikumsansturm

kann man da vergeblich warten.

Wir sagen: Über einen „Zehner“ (sprich:

krasse Stunts) sollte man erst nachdenken,

wenn der Park wirklich alle anderen

Features bereits besitzt, die der Masse

der Freerider Spaß machen. Und selbst

dann ist so ein Superstunt fraglich, denn

Stunts haben immer Aufforderungscharakter:

Ein ambitionierter Freerider will

gerne alles meistern. Schafft er das

nicht, nagt’s am Ego. Um den Hobby-

Sportler nicht zur Überforderung zu verleiten,

sollten Bikeparks mit Drops über

vier Metern sparsam sein. Sonst wird

das Rotorengewummere des Notarzt-

Helikopters zum täglichen Soundtrack.

Test-Kriterien

Was braucht der Park?

Streckenvielfalt: Wünschenswert sind

mehrere Strecken mit unterschiedlichem

Charakter, z. B. ein Downhill, eine Freeride­Strecke,

ein Northshore­Trail, ein

Jump­Trail, eine Dirtline usw. Positiv­

Beispiel: Geißkopf.

Harmonische Streckenführung:

Um möglichst viel Flow zu erzeugen,

braucht die Strecke Rhythmus und sollte

keine Haken schlagen oder den Fahrer

ausbremsen.

Durchdachte Bauweise: Sichere

Absprünge, breite Landungen, vernünftige

Dimensionierung. Gut gelungen:

Osternohe oder der „Evil Eye“ am

Geißkopf.

Schnelle Liftanlage: Idealerweise ein

Sessellift oder gar eine Gondel. Super:

Leogang. Nervig: der langsame Sessel

am Geißkopf.

Drop-Batterie: Drops unterschiedlicher

Höhe. So kann man gezielt trainieren

und die Höhe steigern. Gut gelungen:

Leogang.

FREERIDE 3/11

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Unsere Forderungen für einen Bikepark lauten

also: Lieber Holzanlieger statt senkrechten Wallrides,

lieber Table-Sprünge statt Doubles, Stepups

statt Step-downs, Drop-Batterien zum allmählichen

Steigern statt Monster-Sprünge. Und

all das so sicher wie möglich. Dazu gehören

einfache Absprünge (nicht kickend), breite, steile

Landungen, regelmäßige Wartung der Strecken

und sorgfältige Kennzeichnung. Musterbeispiel

ist Châtel. Dort ist sogar jeder einzelne Sprung

Willkommener Trend: Geschmeidige Strecken mit viel Fahrfluss wie hier in Whistler.

Statt Rumpeldipumpel und Risiko gibt es den viel beschworenen „Flow“.

Northshore-Skinnies: Balance­Spiele

sind spaßig, solange sie nicht zu hoch

gebaut sind. Fehlversuche sollten ohne

Konsequenzen bleiben. Negativ­Beispiel:

„You go first“­Trail, Geißkopf. Doch sie

dürfen auch nicht zu breit und dann

langweilig sein.

Beschilderung: Die Strecken müssen

leicht zu finden und nach Schwierigkeit

kategorisiert sein. Auf die einzelnen

Stunts sollte extra hingewiesen werden.

Negativ­Beispiel: Todtnau.

Regelmäßige Wartung: Unter starker

Frequentierung und Regen leidet die

Strecke. Nur Wartung schafft Abhilfe.

Negativ­Beispiel: Leogang.

Jumpline: Eine Line aus Table­Sprüngen

zum Üben. Idealerweise auch ohne Lift

zugänglich. Musterbeispiel: Geißkopf.

Zusatzangebote: Bikeshop und ­verleih,

Restaurant, Airbag, Slopestylepark,

Foampit, Waschanlage, Kinderparcours.

6

1. Samerberg

2. Leogang

3. Geißkopf/Bischofsmais

4. Albstadt

5. Ochsenkopf

6. Todtnau

7. Osternohe

farblich markiert. In unseren Augen müssten

die Bikeparks mehr Verantwortung für ihre

Gäste übernehmen. Wird etwa eine altbewährte

Strecke für die neue Saison geändert, dann muss

das durch Warnschilder gekennzeichnet sein.

Krasses Beispiel: In Leogang legten die Betreiber

ein neues Steinfeld im „Flying Gangster“-

Trail an, ohne darauf aufmerksam zu machen.

Die Folge: Freerider rauschten massenweise in

die Falle. Wir wissen alleine von drei Fällen.

Ein Fahrer konnte einen Sturz gerade

noch abwenden, einer schrottete seine

Lauf räder und ein Dritter stürzte und

verletzte sich die Schulter. So etwas

ist fahrlässig. Eigentlich sollte es eine

Selbstverständlichkeit sein, dass wirkliche

Gefahrenstellen umgehend beseitigt

oder kennzeichnet und schlecht

gebaute Stunts schnellstmöglich abgeändert

werden. Gravity-Biken ist an

sich schon gefährlich genug, da bedarf

es keiner Fallgruben.

Fazit: Umstände hin oder her, Monster-

oder Minipark, mit diesen schlichten

Rezepten würden nicht nur die meisten

Bikepark-Besucher glücklich, sondern

4

auch die Betreiber – denn ihre Gäste

kämen vermutlich schon bald wieder.

Getestete Parks Parks in FREERIDE 4/11

7

5

1

2

3

Lac Blanc

Wagrain

Hindelang

Saalbach­Hinterglemm

Winterberg

Bad Wildbad

Willingen

Fotos: S.Lorence, M.Stromberg, S.Doerk, F.Faltermaier, H.Spitznagel, D.Schneider


5 6

1

2 3 4

Samerberg www.bikepark-Samerberg.de

Neuzugang

Der Start ist geglückt: Die Strecke am Samerberg in den bayerischen

Vorbergen wurde dieses Frühjahr eröffnet – und die Münchner Freeride­Szene

jubelt! Denn seit der Park Oberammergau geschlossen

wurde, fehlt ein Freeride­Spielplatz in Reichweite. Die Strecke wurde

auf Initiative von MTB­Reiseveranstalter Peter Brodschelm und der

Hilfe seines Teams gebaut. Peters mittelfristiges Ziel: mehrere Strecken

(auch vom Hauptgipfel) und der längste Northshore Europas.

die strecke

Bis jetzt gibt es nur eine Hauptstrecke, eine etwa 2 Kilometer lange,

sehr harte, grobe Brechsand­Bahn mit vielen Anliegerkurven und

Table­Sprüngen – angeblich 44 Kurven und 18 Sprüngen. Sie soll

das Flow­Gefühl erlebbar und allen Könnensstufen Spaß machen,

vom Anfänger, der in den Gravity­Sport reinschnuppern will, bis zum

Profi. Die Strecke schwingt geschmeidig den Hang hinunter. Nur an

ein paar Stellen stockt der Fahrfluss etwas oder mancher Sprung

oder Holzanlieger ist nicht ganz richtig dimensioniert, doch das

wird in Zukunft sicher behoben. Daher können wir sagen: Mission

erfüllt. Gewundert haben wir uns allerdings über die Stunts, die

bisher gebaut wurden. Statt klein anzufangen und zum Beispiel mit

einer moderaten Drop­Batterie die Mehrheit der Freerider anzusprechen – ähnlich dem Konzept der Hauptstrecke – stellten

die Kursbauer drei technisch schwierige Mutproben in den Park. So verging beim ersten Stein­Drop im Wald sogar den Profis

Thomas Vanderham und Geoff Gulevich die Lust. Das zweite monströse Holzkonstrukt, ein vier Meter hoher Gap­Drop, wird

ebenfalls nur absoluten Cracks gefallen. Genau wie die Holzwelle weiter unten im Kurs, in die man weit rein und auch weit

wieder rausspringen muss. Für den stuntorientierten Hobby­Freerider bleibt da lediglich ein stumpfer 1,5­Meter­Mauerdrop ins

Flache. „Das wird sich alles ändern“, sagt Peter Brodschelm, denn der Parkchef plant viele neue Stunts. Sie sollen im Laufe

der Saison gebaut werden und diesmal die Mehrheit der Freerider glücklich machen. Schade, dass die Liftkarten­Regelung

kompliziert und der Sessellift sehr langsam ist.

1. Gehört in jeden Park: die Drop-Batterie. Von klein bis

groß, nicht von hoch bis superhoch.

2. Beschilderung muss sein: Allerdings führt dieser

Northshore-Skinny in eine Höhe, wo Fehler schnell Knochenbruch

bedeuten. Besser hüfthoch, dann kann sich

jeder mal trauen.

3. Jumps mit fieser Landung: Solche Kicker mit Mini-Landung

im Wurzelteppich (Ochsenkopf) machen niemandem

Spaß, sondern gefährden nur sinnlos den Parkbesucher.

4. Jumps ohne Landung: Sprünge ins Flache sind gefährlich,

materialmordend und nerven. Dieser hier am Samerberg

ist selbst mit dem Big Bike stumpf.

5. Senkrechte Wand: Wer hier Fehler macht, schmiert ab.

Noch immer finden sich solche Wallrides in vielen Parks.

6. Musterbeispiel: Holzanlieger mit großem Landehügel

(„Crank it up“, Whistler). Dieses Feature lässt sich tricksen,

springen, rollen – Spaßgarantie für alle!

bikepark Samerberg

Strecken: 1

Lift: Sessellift

Saisonbeginn: April

Öffnungszeiten: 9.00–17.00 Uhr

Tageskarte Erw.: 21 €

Bikeverleih: ja

Fahrtechnikschule: ja

Infotelefon: 08032­8942

E-Mail: info@mtb­fahrtwind.de

ENTFERNUNGEN

Stuttgart: 3 Stunden

München: 1 Stunde

Frankfurt: 4,5 Stunden

Berlin: 6,5 Stunden

Innsbruck: 1,5 Stunden

Basel: 5 Stunden

EiNsATZBEREiCh

FREERidE slopEsTylE

dowNhill

sChwiERiGkEiT

ANFäNGER FoRTGEsChRiTTENE köNNER

Fazit: Mini­Park mit langsamem Sessellift

und bisher nur einer Strecke, die

sich aber von jedermann geschmeidig

und flowig fahren lässt. Die gebauten

Stunts sind haarig und werden nur

Experten gefallen. Vor die Wahl gestellt,

nehmen wir vorerst eine längere

Anfahrt in Kauf, um einem Park mit

größerem Angebot zu erreichen.

für Anfänger spaßig, hochtreten möglich

nur eine kurze strecke, schlecht gebaute stunts

NEU!

5,5

Freeride

FREERIDE 3/11

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Fotos: Franz Faltermaier


Fotos: Lars Scharl

> Bikepark-TesT

LeOgaNg

www.bikepark-LeOgaNg.cOm

erlebnis: bergwelt

Das Alpendörfchen Leogang ist schon lange jedem ambitionierten Freerider ein Begriff. Nicht nur in Europa,

auch weltweit. Denn in Leogang wurde für hochkarätige Filme wie „New World Disorder“ gefilmt, es gab Top­

Events wie „26­Trix“ oder „White Style“, im kommenden Jahr werden hier sogar die UCI­Weltmeisterschaften

stattfinden. Leogang ist daher nicht nur einer der bekanntesten und erfolgreichsten Bikeparks, sondern

auch einer der ältesten. Immer wieder verbessern die Leoganger ihr Angebot und ringen dem leider sehr

steilen Gelände neue Stunts und Strecken ab.

die strecken

Es gibt vier Hauptstrecken. Die Freeride­Trails „Hangman“, „Flying Gangster“, „Bongo Bongo“ und die

ruppige, wurzelverseuchte Downhill­Strecke „Speedster“. Nur „Hangman“ startet von der Gipfelstation auf

1740 Metern. Er führt im Wald über Holzleitern und Wurzelpassagen, doch die meisten der 420 Höhenmeter

windet sich der „Hangman“ über rumpelig­grobe Anlieger auf dem Skihang in die Tiefe. In den Kurven liegt

viel grobes Geröll, das drückt den Spaß. Die Gondelfahrt bis ganz nach oben lohnt daher nicht wirklich.

Ab der Mittelstation kriegt „Hangman“ eine Flow­Dusche, dort empfiehlt er sich für Einsteiger, Bikes mit

weniger Federweg oder zum Warmfahren. Die Strecke ist gespickt mit Mini­Doubles (nicht immer richtig

dimensioniert) und Anlieger­Kurven. Schade, dass viele Höhenmeter dröge über Forstweg vernichtet

werden. Herzstück von Leogang ist eindeutig der schnelle Spaß­Trail „Flying Gangster“, die „freeridigste“

Abfahrt im Park. Sie beginnt von der Mittelstation. Ihre etwa 480 Höhenmeter sind vollgepackt mit

Sprüngen, Holzanliegern, Wallrides und meist gut gebauten Holz­Drops. Die Strecke vermittelt schöne Flug­

Sensationen und ist daher nicht grundlos absoluter Publikumsliebling. Nervig: die starken Bremsrillen in

der letzten, steilen Sektion; da freut sich jeder, der zum Big Bike gegriffen hat. In unseren Augen ohnehin

die beste Wahl für Leogang. Im Tal mündet der „Flying Gangster“ in den großen Slopestylepark mit seinen

Drop­Batterien, Wallrides und sonstigen Spielereien. „Bongo Bongo“ heißt der neueste und kürzeste Trail in

Leogang. Er zweigt etwa auf halber Strecke vom „Flying Gangster“ ab. Kurz vor der Brücke geht’s links ab,

das muss man wissen. Der „Bongo Bongo“ ist ein technischer Trail. Er führt über Wurzelfelder, Erdstufen

und Northshore­Leitern. Leider sind die so breit, dass man nur drüberrollt – ohne Kick. Hier wünschen wir

uns mehr Spielereien, zum Beispiel niedrige Skinnies. Bei Nässe wird der „Bongo Bongo“ schnell „tricky“.

Mehr als einmal pro Tag will man diesen Trail meist nicht fahren, dafür schlägt der Spaß­Seismograph zu

schwach aus. Big­Bike­Puristen lieben die Downhillstrecke „Speedster“ mit ihren schon legendä ren Wur­

bikepark LeOgaNg

Strecken: 4

Lift: Gondel

Saisonbeginn: Mai

Öffnungszeiten: 9.00–16.30 Uhr

Tageskarte Erw.: 31,50 €

Bikeverleih: ja

Fahrtechnikschule: ja

Infotelefon: +43 (0)6583­8219

E-Mail: info@bikepark­leogang.com

ENTFERNUNGEN

Stuttgart: 4,5 Stunden

München: 2 Stunden

Frankfurt: 6 Stunden

Berlin: 8 Stunden

Innsbruck: 2 Stunden

Basel: 6 Stunden

EiNsATZBEREiCh

FREERidE slopEsTylE

dowNhill

sChwiERiGkEiT

ANFäNGER FoRTGEsChRiTTENE köNNER

Fazit: Leogang ist dank vielfältigem

Streckenangebot und schneller, moderner

Gondel einer der Big Player

unter den Parks. Die Lage mitten in

den Alpen erschwert zwar die Anreise,

spendiert dafür aber Berggefühl.

Großes Plus: Die schönen Naturtrails

von Saalbach­Hinterglemm sind nur

einen Katzensprung entfernt.

schnelle Gondel, lange Abfahrten, alpines Erlebnis

schlechter streckenzustand, teuer

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80

8

Freeride

zelteppichen. Sie fordert selbst Könner

heraus und ist daher regelmäßiger Tourstop

des Downhill­Worldcups. Bei Nässe

wird der „Speedster“ schnell gefährlich

und unkontrollierbar. Leider speichert

er noch Feuchtigkeit, wenn andere Strecken

längst trocken sind. Mustergültig:

die schnelle Gondel und der große Stunt­

Park an der Talstation. Hier kann man

noch bis Sonnenuntergang trainieren –

auch ohne Gondelbetrieb. Features: Dualslalom­Kurs,

Log rides, Kinder­Parcours,

kleine und große Drop­Batterien und

sogar ein Foampit. Demnächst soll ein

Bagjump installiert werden. Übrigens:

Wer auch abseits des Parks Trails suchen

will, kann von hier aus zur 5­Gondeltour

starten.

Oben: Die Downhill-Strecke „Speedster“

hat’s in sich und ist deshalb auch Teil des

UCI-DH-Worlcups. Aaron Gwin schafft die

komplette Strecke in 3,44 Minuten. Na,

dann mal los!

Unten: Der „Flying Gangster“ garantiert

Lufteinlagen, wie FREERIDE-Chef-Tester

Chris Schleker hier demonstriert. Das ist

nicht nur was für Könner, sondern dank

gut dimensionierter Table-Jumps auch für

Sprung-Novizen.


Bikepark-TesT

Oben: Der Name ist Programm – Flow ohne Ende

und ein sehr guter Streckenzustand machen den

„Flow Country Trail“ zum Spaßgaranten für alle

Könnensstufen, selbst für dicke Kinder (Foto).

Unten: Der „Evil Eye“-Trail sieht schlimmer aus,

als er ist. Ab mittlerem Fahrkönnen kann man

sich auf den gut gebauten Northshore-Stunts

schön erschrecken. Lob: die Holzwelle (Foto)

ist perfekt gebaut – so muss ein Park-Feature

aussehen.

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biScHOFSmaiS (geiSSkOpF)

www.bikepark.NeT

urgestein

Schon im Juni 1999 öffnete der Bikepark Bischofsmais seine Pforten. Jahrelang war der Park zwar abwechslungsreich,

oft aber auch stumpf und gefährlich (Beispiel: alter „Evil Eye“­Trail). In den letzten zwei

Jahren hat Strecken­Designer Diddie Schneider dann häufiger den Bagger durch den Park chauffiert und

spürbar aufgerüstet.

die strecken

Seit letzter Saison hat der Park zwei Lifte zu bieten: den langsamen Einer­Sessel­Lift und einen fast doppelt

so schnellen Schlepper. Bei zweiterem muss man sich den Bügel selbst unter den Hintern ziehen. Das ist

etwas beschwerlich, aber hat man es einmal raus, genießt man die schnelle Abfertigung und die hohe Zahl

an Runs, die man damit runterspulen kann. 260 Höhenmeter sind es bis ganz hinauf, man kann aber auch

bereits bei der Mittelstation aussteigen und von da Fourcross, Biker­X, Dualslalom (alle Brechsand) und

den letzten Teil des Downhills unter die Stollen nehmen. Speziell der Biker­X ist schön flowig, ausreichend

breit und mit seinen Table­Sprüngen ideal, um sich risikoarm an die Springerei heranzutasten. Wer’s kann,

springt die Tables bis in die Landeschräge, wer sich noch nicht traut, landet oben drauf und Einsteiger

überrollen die Sprünge. Auf dem Gipfel hat man die Qual der Wahl: „Downhill“, „Freeride“, „Evil Eye“­Trail

und der neue „Flow Country“­Trail stehen zur Verfügung. Den gefährlichen „You go first“­Trail hat Diddie

Schneider gesperrt, um ihn komplett zu überarbeiten. Die bisherigen Balance­Stunts in Knochenbrecher­

Höhe will er so modifizieren, dass mehr Freerider Spaß haben als eine Handvoll angstfreier Experten. Der

Downhill ist anspruchsvoll: Mit gutem Grundspeed kann man im oberen Teil einige große Sprünge nehmen,

aber das setzt hohes Fahrkönnen voraus. Anfängern ist die offene Felswüste eine Nummer zu heftig.

Speziell weil der mittlere Teil dann auch noch recht steil wird. Reine Downhiller dagegen freuen sich über

die vielen Möglichkeiten, neue Lines zu suchen und zu finden. Fazit: spaßig und anspruchsvoll, man sollte

die Strecke zuvor genau inspizieren. Etwas weniger ruppig ist der „Freeride“ – auch wenn der Wald­Trail

mittlerweile durch Erosion und hohe Frequentierung viel von seinem ursprünglich flowigen Charakter

verloren hat. Jetzt muss man ihn eher als Mini­Downhill bezeichnen. Steilstufen, freigewaschene Wurzeln

und Felsen verlangen im mittleren Teil bereits bei mäßigem Tempo gutes Fahrgefühl. Anfänger geraten

schnell ans Limit. Aber es gibt ja noch den „Flow Country“­Trail. Im letzten Herbst eröffnet, soll er die

neue Philosophie des Bikeparks transportieren, die da lautet: Spaß für alle! Um es kurz zu machen: Der

Trail ist genial. Wenig Gefälle, griffiger Untergrund, viele kleine Sprünge, die man aber auch rollen kann.

Nichts Schweres, aber alles sehr schön zu fahren. Selbst Kinder haben hier Spaß. Anfänger rollen einfach

enspannt kurvend ins Tal, Fortgeschrittene

tasten sich an erste Sprünge ran und

Könner braten mit Vollgas und viel Luft

unter den Reifen durch den Wald – wie

auf einem riesigen Pumptrack. Kaum ist

man unten, will man wieder hoch. Dieser

Trail allein ist einen Parkbesuch wert.

Auch den „Evil Eye“, die Northshore­

Strecke, hat Diddie überarbeitet. Ohne

Angstschweiß kann man jetzt auch die

höheren Konstruktionen wagen: Breit,

stabil und sicher ist hier alles. Die steile

Passage im unteren Teil wurde mit

Kehren entschärft. Alles gut in Schuss

und gepflegt, aber nur für Fortgeschrittene

geeignet. Sämtliche Trails enden an

der Jump­Zone. Hier gibt’s eine mittelgroße

Tableline (perfekt gebaut, für alle

Könnensstufen), zwei große Doublelines

(nur für sehr fortgeschrittene Dirtjumper),

eine Dropbatterie, einen Wallride

(schwer), einen kleinen Step­up­Stepdown

und eine Trainingsline für Kids.

Hier kann man auch ohne Liftnutzung

rumspielen. So abwechslungsreich ist

kaum ein Park, dank der „Flow­Country“­

Strecke eignet sich Bischofsmais für die

ganze Familie und für Biker sämtlicher

bikepark biScHOFSmaiS

Strecken: 5

Lift: Sessellift und Schlepplift

Saisonbeginn: Mai

Öffnungszeiten: 9.00–16.45 Uhr (nicht täglich offen!)

Tageskarte Erw.: 26,50 €

Bikeverleih: ja

Fahrtechnikschule: ja

Infotelefon: 09920­903135

E-Mail: mtbzone@bikepark.net

ENTFERNUNGEN

Stuttgart: 4 Stunden

München: 2 Stunden

Frankfurt: 4 Stunden

Berlin: 6 Stunden

Innsbruck: 3,5 Stunden

Basel: 6 Stunden

EiNsATZBEREiCh

FREERidE slopEsTylE

dowNhill

sChwiERiGkEiT

ANFäNGER FoRTGEsChRiTTENE köNNER

Fazit: Der Bikepark Bischofsmais

im Bayerischen Wald gehört zwar zu

den Klassikern unter den Parks, doch

Trailbauer Diddie Schneider sorgte

H.Mandel/KTM

dafür, dass er wieder auf dem Stand

der Dinge ist. Der Geißkopf gehört

8,5

trotz kurzer Strecken zu unseren Top­

Favoriten.

C.Stewart,

Könnensstufen. Fotos:

vielseitig, Jumpline, für die ganze Familie

langsamer hauptlift, kurze strecken

Freeride


Bikepark-TesT

FREERIDE 3/11

84

aLbSTadT

www.bikepark-aLbSTadT.de

ausbaufähig

Der kleine Bikepark in Albstadt versteckt sich gut auf der schwäbischen Alb – der Weg dahin führt über

viele verträumte kleine Ortschaften. Entstanden ist der Park durch das Engagement des ehemaligen

Downhillracers Holger Blum. Er will mit den Strecken Fahrfluss und Fahrspaß erzeugen, statt Zähneklappern

und Adrenalin­Schübe. Mit zwei eher kurzen Trails ist der Park im Vergleich zu Winterberg oder

Bischofsmais natürlich eine kleinere Nummer, dennoch überzeugt er durch harmonische und verspielte

Streckenverläufe.

die strecken

Zwei Hauptstrecken hat der Besucher zur Auswahl: „Mini DH“ und „Castle­Trail“. Der „Mini DH“ spuckt

den Piloten von einer vier Meter hohen Startrampe auf den Kurs. Einige Table­Sprünge wechseln sich mit

Anliegerkurven ab, münden dann in eine kleine, zu langsame Jump­Passage, bis es wieder in den Wald geht.

Technische Stolperfallen wie Wurzelteppiche oder Steinfelder muss man hier nicht fürchten. Die Strecke

führt über Erdboden und entwickelt viel Flow. Mit weniger Federweg kann man hier genauso viel Spaß

haben wie mit dem Big Bike. Auch Holzkonstruktionen oder Drops verursachen keine Schreckensmomente,

denn man sucht sie hier vergebens. Erst am Ende der Strecke lauert ein großer Double­Sprung. Wer den

schaffen will, braucht Mut, Skills und Entschlossenheit, denn acht Meter schanzt er den Springer schon

in die Weite. Also: experts only! Dieses Jahr bekam der „Mini DH“ noch eine Verlängerung spendiert, die

„Nordschleife“. Sie kurvt einige Meter länger durch die Gegend, bis sie weiter unten wieder in den ursprünglichen

Kursverlauf mündet. Bis auf besagten Männersprung (Double­Kicker) ist der „Mini DH“ für jeden gut

fahrbar. Die zweite Strecke nennt sich „Castle Trail“ und verläuft auf der anderen Seite des Schleppliftes.

Durch das mäßige Gefälle wird man nicht allzu schnell, muss kaum bremsen und kann sich voll auf die

gebauten Gimmicks konzentrieren. Fürchten muss man sich auch hier nicht, denn Streckenbauer Holger

Blum hat alle Stunts moderat dimensioniert. Im oberen Teil wurde die Strecke mit Brechsand regensicher

gemacht, erst wenn der „Castle Trail“ in den Wald taucht, kann es auf den Wurzeln und in Steilpassagen

rutschig werden. Oben stehen zwei kleine Northshore­Drops (Foto). Ein weiterer, höherer Drop (zirka 1,5

Meter) befindet sich weiter unten auf der Bonusschleife namens „Eightball­Trail“. Hier findet man weitere

Gimmicks wie einem Holzanlieger, aus dem man springen kann. Kurzum: Der Park ist klein, aber oho. Dank

des flotten Schlepplifts sind bis zu 20 Abfahrten denkbar. Sympathisch: die familiäre und sehr entspannte

Atmosphäre. Im Restaurant an der Liftstation gibt’s selbstgebackenen Kuchen oder ein saftiges Steak.

Oben: Luftsprünge auf der

Schwäbischen Alp – die Jumps des

„Castle-Trails“ sind so moderat

dimensioniert und gut gebaut,

dass man sie in jedem Run springen

will. So muss das sein! Selbst

Experten langweilen sich nicht

– Downhiller Falco Ruppert nimmt

die Holzbrücke im Flug.

Unten: Rollen statt rumpeln, Fahrfluss

statt technischer Schwierigkeiten.

Das Bild gibt gut wieder,

was den Besucher auf der „Mini

DH“-Strecke erwartet.

bikepark aLbSTadT

Strecken: 2

Lift: Schlepplift

Saisonbeginn: April

Öffnungszeiten: 10–17 Uhr, nur Sa, So, Feiertag

Tageskarte: 18 €

Bikeverleih: ja

Fahrtechnikschule: ja

Infotelefon: 07577­925565

E-Mail: info@bikepark­shop.de

ENTFERNUNGEN

Stuttgart: 1,5 Stunden

München: 3 Stunden

Frankfurt: 3 Stunden

Berlin: 7,5 Stunden

Innsbruck: 4 Stunden

Basel: 3 Stunden

EiNsATZBEREiCh

FREERidE slopEsTylE

dowNhill

sChwiERiGkEiT

ANFäNGER FoRTGEsChRiTTENE köNNER

Fazit: Der liebevoll geführte und gewartete

Bikepark Albstadt zeigt, dass man

auch auf kleinem Raum viel Spaß haben

kann. Flowige und gut geshapte Streckenverläufe

machen Könnern und Beginnern

gleichermaßen Spaß. Ein Tag reicht allerdings,

dann hat man das Streckenangebot

ausgereizt.

gute streckenwartung

klein, kurze und wenige strecken

6

Freeride

Fotos: C.Laue


Fotos: Eigner-Photo

> Bikepark-TesT

OSTerNOHe

www.bikepark-OSTerNOHe.de

Gewusst wie

Der kleine Bikepark nahe Nürnberg gilt in der Szene fast noch als Geheimtipp. Vielleicht liegt das auch an

den eigentümlichen Öffnungszeiten des Schlepplifts: Trotz Großstadtnähe wird er erst am Freitag um 14

Uhr angeworfen und läuft dann nur Samstag und Sonntag oder an Feiertagen. Also: Lieber mal anrufen,

damit nicht die Bügel starr am Liftseil hängen. Uns hat überrascht, wie viele gut gebaute Spielereien sich

in dem Laubwaldhang verstecken. Hier haben sich die Parkbauer richtig viele Gedanken gemacht und die

Schwierigkeit der einzelnen Features so bemessen, dass man sich wunderbar rantasten kann. Die Stunts

sind bis auf wenige Ausnahmen toll gebaut, so dass man sie mit maximalem Spaß und minimalen Risiko

ausprobieren kann. Selbst Gimmicks, die auf den ersten Blick ziemlich zornig aussehen, wie der Sprung

über das „Krokodil“, erweisen sich als genau richtig bemessen mit langem Absprung und sicherer, langer

Landung. Nur wenige Stunts konnten wir entdecken, die etwas haken – bei der Vielzahl der Sprünge

ist das überraschend, wenngleich man sich natürlich wünscht, dass auch diese kleinen Macken noch

ausgebessert werden.

die strecken

Es gibt drei Strecken in Osternohe: „Downhill“, „Freeride“ und „Blue Line“. Herzstück ist das Netzwerk

des „Freeride“, das in vielen Lines das Waldstück durchzieht und die vielen einzelnen Northshore­Stunts

miteinander verbindet. Das hat uns anfangs etwas irritiert, denn man verliert leicht den Überblick, wo

was steht. Mitten am Hang befindet sich ein kleiner Slopestylepark mit Wallrides, Dirtjump­Hügeln,

Sprüngen, Northshore­Skinnies, einer Jumpbox und Holzwelle. Auch hier passen die Abmessungen so

gut, dass viele Freerider angesprochen und wenige ausgeschlossen werden. Ideal: Hier kann man seine

Freeride­Skills gut trainieren, weil langsame Steigerungen möglich sind. Zum Erschrecken gibt es kurz vor

der Talstation des Lifts Droptürme. Beim hohen Turm gefiel uns die Landung nicht. Sie muss exakt getroffen

werden und verzeiht keine Fehler. Hier müsste man den Landehügel noch besser shapen, um mehr Lust

auf diese Mutprobe zu machen. Dennoch: Enorm, was dem Besucher auf gerade mal 136 Höhenmetern

alles geboten wird. Wer auf Speed aus ist, findet im „Downhill“ eine schnelle Strecke mit spannenden

bikepark OSTerNOHe

Strecken: 3

Lift: Schlepplift

Saisonbeginn: April/Mai

Öffnungszeiten: Freitag 14.00–18.00 Uhr, Sa, So und

feiertags 10.00–18.00 Uhr

Tageskarte Erw.: 18 €

Bikeverleih: nein/Bikeshop außerhalb (30 min)

Fahrtechnikschule: ja

Infotelefon: 09153­8007

E-Mail: info@bikepark­osternohe.de

ENTFERNUNGEN

Stuttgart: 2,5 Stunden

München: 2 Stunden

Frankfurt: 2,5 Stunden

Berlin: 4 Stunden

Innsbruck: 3,5 Stunden

Basel: 4,5 Stunden

EiNsATZBEREiCh

FREERidE slopEsTylE

dowNhill

sChwiERiGkEiT

ANFäNGER FoRTGEsChRiTTENE köNNER

Fazit: Der Bikepark Osternohe hat

uns überrascht. Hier wurde mit Herz

und Verstand gebaut. Besonders die

Holzstunts sind vorbildlich konzipiert.

Wer Drops und Sprünge üben will,

findet hier eine tolle Spielwiese, die

sich trotz überschaubarer Größe nicht

so schnell ausreizen lässt. Damit macht

Osternohe dem nahe gelegenen Bikepark

Bischofsmais ernste Konkurrenz.

gut gebaute stunts

öffnungszeiten, wenig höhenmeter, schlepplift

FREERIDE 3/11

86

7

Freeride

Kurven, Sprüngen und technisch herausfordernden

Gaps. Für einen Downhill ist

die Strecke aber so zahm, dass man auch

mit weniger Federweg auskommt und

Racer sich schnell unterfordert fühlen.

Freeridern dagegen wird die durchaus

flowige Strecke als Alternative zu den

Stunts gefallen. Die „Blueline“ windet

sich gemäßigter durch den Wald, naturbelassen

und ohne gebaute Stunts.

Daher empfielt sie sich für Einsteiger

oder zum Warmfahren. Weiter unten

trifft die „Blue Line“ wieder auf die

Freeride“­Strecke. Hier befindet sich

ein Startturm für zwei Dirtlines und

Northshore­Skinnies zum Balancieren.

Auch alles moderat und für Einsteiger

gut bemessen.

Oben: In Osternohe gibt es auch eine sogenannte

Downhill-Strecke. Doch sie ist

mehr ein schneller Freeride-Track, den

man selbst mit knappem Federweg genießen

kann. Downhill-Puristen kommen

hier nicht auf ihre Kosten, im Gegensatz

zu Todtnau oder Bischofsmais.

Verspielt: Der Bikepark in Osternohe ist erstaunlich

gut gebaut. Der Wald steckt voller Northshore-

Stunts und Spielereien, da muss man sich ranhalten,

will man die alle an einem Tag durchdaddeln.


TOdTNaU

www.bikepark-TOdTNaU.de

schwerpunkt: downhill

Der Bikepark mitten im Schwarzwald ist bekannt für seine Downhill­

Strecke. Hier trainiert der deutsche Multimeister Marcus Klausmann.

Immer wieder versuchte sich Todtnau zu einem richtigen Bikepark

zu mausern, doch alles Engagement wurde ausgebremst. Die Liftbetreiber

haben in erster Linie ihre Sommerrodelbahn im Sinn.

die strecken

Es gibt zwei Strecken: den Downhill und den Freeride­Kurs

„Wildride“. Die meisten Besucher kommen wegen des Downhills.

Die Strecke ist ausreichend lang, schnell und technisch anspruchsvoll.

Auf den knapp 500 Höhenmetern findet man Wurzelteppiche,

Schieferplatten, Anlieger, Steilabfahrten, Steinstufen aber auch viele

spaßige Sprung­Optionen. Die Sprünge sind allerdings auf versierte

Downhiller zugeschnitten und erfordern Erfahrung. Hier freut man

sich über üppige Federwege. Ein Big Bike ist definitiv die richtige

Wahl. Die 3 Kilometer lange Alternative „Wildride“ kommt sanfter

daher, scheint aber etwas stiefmüttlich betreut zu werden. Man

muss regelrecht suchen, um die Abzweigung zu finden. Die Strecke

verläuft auf dem Skihang und besteht aus Anliegern, Doubles und

einigen wenigen Table­Sprüngen. Hier wünscht man sich mehr Bespaßung

zum Beispiel mit Logrides, Holzanliegern, Step­ups oder

Drop­Batterien. Wir fanden zwei schon zugewucherte Holzdrops,

die schon recht wackelig in der Gegend standen. Daher empfielt

sich Todtnau im Grunde nur für puristische Downhiller.

OcHSeNkOpF

www.bULLHeadHOUSe.de

ausbaufähig

Der Ochsenkopf ist mit 1024 Metern der zweithöchste Berg im Fichtelgebirge

und befindet sich am letzten Zipfel Bayerns, direkt an der

Grenze zu Sachsen und der Tschechischen Republik. Einige Locals

beschwatzten den Liftbetreiber und durften dann eine Strecke in

den Berghang bauen, daher verwundert es wenig, dass hier alles

ziemlich rau und ungehobelt wirkt.

bikepark TOdTNaU

Strecken: 2

Lift: Sessellift

Öffnungszeiten: 10.00–16.45 Uhr

Saisonbeginn: April

Tageskarte Erw.: 35 €, 5er­Karte 23 €

Bikeverleih: ja

Fahrtechnikschule: ja

Infotelefon: 0157­71983891

E-Mail: info@bikepark­todtnau.de

ENTFERNUNGEN

Stuttgart: 2 Stunden

München: 4,5 Stunden

Frankfurt: 3,5 Stunden

Berlin: 8,5 Stunden

Innsbruck: 4,5 Stunden

Basel: 1 Stunde

EiNsATZBEREiCh

FREERidE slopEsTylE

dowNhill

sChwiERiGkEiT

ANFäNGER FoRTGEsChRiTTENE köNNER

Fazit: Todtnau ist mehr eine rassige

Downhill­Strecke als ein wirklicher

Bikepark. Der Freeride­Kurs hat im

Grunde eher eine Alibi­Funktion, um

all jenen eine Alternative zu bieten,

die dem DH­Kurs nicht gewachsen

sind. Big­Bike­Fans kommen auf der

technisch anspruchsvollen Strecke

allerdings voll auf ihre Kosten.

rassige dh-strecke

einseitig, kaum Freeride-Angebot, teuer

bikepark OcHSeNkOpF

Strecken: 1

Lift: Sessellift

Saisonbeginn: Mai

Öffnungszeiten: 9.00–17.00 Uhr

Tageskarte Erw.: 19,50 €

Bikeverleih: ja

Fahrtechnikschule: ja

Infotelefon: 09277­975379

E-Mail: info@fichtlride.de

ENTFERNUNGEN

Stuttgart: 3,5 Stunden

München: 3 Stunden

Frankfurt: 3 Stunden

Berlin: 3,5 Stunden

Innsbruck: 4,5 Stunden

Basel: 5,5 Stunden

Freeride

L.Lehner

S.Doerk, Fotos:

die strecke

Es gibt nur einen „offiziellen“ Trail: eine zirka 2 Kilometer lange

Strecke, die parallel zum flotten Sessellift verläuft. Der Betreiber

EiNsATZBEREiCh

weist darauf hin, dass die Strecke nicht gewartet wird – dementsprechend

lässt sie sich auch fahren. Ein Flow­Gefühl kommt auf dieser

FREERidE slopEsTylE

dowNhill

Old­School­Klapperstrecke nicht auf. Waffe der Wahl ist hier ganz

klar ein Big Bike; Freerider stoßen in dem ruppigen Geläuf an ihre

Grenzen. Der obere Teil ist sehr felsig, verblockt und fordert eine

gute Radbeherrschung, der mittlere Streckenteil eher gemäßigt,

sChwiERiGkEiT

ANFäNGER FoRTGEsChRiTTENE köNNER

flott und mit diversen Sprüngen und Holzbauten bestückt. Aber Fazit: Von Bikepark kann man hier

auch hier müssen wir herumkritteln: Die Sprünge sind zwar nicht nicht wirklich sprechen. Die raue

Old­School­Downhillstrecke vermittelt

sonderlich groß, aber so unvorteilhaft gebaut (schmale, ruppige wenig Fahrgenuss und eignet sich nur

Landungen), dass sie Kennern und Könnern vorbehalten bleiben. für fortgeschrittene Downhiller, die 4,5

Ganz unten muss man durchs Flache treten, man stößt zwar noch rumpelige, verblockte Strecken lieben,

um mal wieder den ganzen Federweg

Rau und ungehobelt: Die Strecke am Ochsenkopf

auf einige schmale Dirtjumps, doch die konnten uns auch nur ein auszunutzen.

organisierten Locals ohne Budget. Schade, denn

schwaches Lächeln abringen.

das Gelände besitzt das Potenzial für mehr.

6

Freeride

sessellift

kaum streckenwartung, rumpelig, kaum park-Charakter

FREERIDE 3/11

87

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