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Natürliche Heilmittel, ihre Potentiale, ihr Einsatz ... - Gesundheit Online

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des Stromverbrauchs im

des Stromverbrauchs im Ostseebad – dermaßen positiv, dass sich die Stadt Rostock einige Jahre später dazu entschloss, ein modernes Kraftwerk – die Überlandzentrale Rostock – zu errichten, sollte der Badeort doch nach Ablauf des 15jährigen Konzessionsvertrages durch die Stadt versorgt werden. Als dann bekannt wurde, dass in Rostock eine Überlandzentrale geplant sei, meldeten die in der Umgebung liegenden Badeorte – vor allem Arendsee, Brunshaupten und Fulgen – ihr vitales Anschlussinteresse an. Damit sicherten sie die Wirtschaftlichkeit eines solchen Kraftwerkes und halfen mit, diese Projekt zu realisieren. Liest man die Kriegsgeschäftsberichte der Überlandzentrale Stralsund aus den Tagen des Ersten Weltkrieges, dann lässt sich der Einfluss der Ostseebäder auf die energiewirtschaftliche Entwicklung in Mecklenburg und Vorpommern einigermaßen einschätzen. Kommunale Infrastruktur II: Wasserversorgung Natürlich ist es bequem, rund um die Uhr fließend Warm- und Kaltwasser “aus der Wand” zu haben, allerdings berührt die Wasser- im Gegensatz zur Lichtfrage, bei der es in unserem Untersuchungsraum vor allem um Bequemlichkeiten ging, Existenzielles. Verheerende Stadtbrände und Seuchen hatten spätestens um die Mitte des 19. Jahrhunderts zwingend die Notwendigkeit einer ausreichenden Brauch- und einwandfreien Trinkwasserversorgung vor Augen geführt. Mit Ausnahme einiger größerer Städte wie Güstrow, Rostock, Stralsund oder Wismar, die sich seit dem Mittelalter mittels so genannter Wasserkünste versorgten, waren der Brunnen und Gewässer die üblichen Wasserspender in den Städten und auf dem flachen Land. Häufig genug war die Qualität des Trinkwassers, das Brunnen entnommen werden musste, ungenügend. Für die Gastgeber in verschiedenen Ostseebädern entwickelte sich dies zu einem unhaltbaren Zustand. Aufgrund der Tatsache, dass die Brunnen – jedes Haus besaß einen eigenen – sowohl in Graal als auch in Müritz schlechtes Wasser lieferten, entschied man sich, ein Wasserwerk für die zentrale öffentliche Trinkwasserversorgung in beiden Ortschaften zu errichten. 1913 ging das Werk mit seinem weithin sichtbaren Wasserturm in Betrieb. Zehn Jahre zuvor hatten bereits Ahlbeck (Bau eines Wasserwerkes im Zusammenhang mit dem Elektrizitätswerk 1902/03) und Warnemünde (Anschluss an das Wasserwerk Rostock) – hier wurde das Wasser bis dahin sogar mit dem Schiff von Rostock geliefert – ihre Probleme gelöst. Die Ostseebäder Arendsee, Brunshaupten und Fulgen versorgten sich resp. ihre Gäste seit 1909 aus einem eigenen Wasserwerk. Mit dem Bau eines eigenen Wasserwerkes waren die Badeorte vielen Städten in Mecklenburg und Vorpommern teilweise weit voraus. Städtische Wasserwerke in Mecklenburg und Vorpommern nach 1900 Auswahl Neustrelitz 1902 Dömitz und Malchin 1903 Parchim 1906 Neubrandenburg 1907 Hagenow 1908 Altstrelitz, Grevesmühlen, Röbel, Woldegk 1912 Lübz 1913 Bützow und Gnoien 1914/15 Laage und Pasewalk 1926 Bad Doberan, Plau, Teterow (neues Wasserwerk) 1927 Neustadt-Glewe 1928 Torgelow 1939 Malchow 1942

Schwaan 1955 Zarrentin 1983 Verkehr Ein wichtiger Aspekt für das Gedeihen eines Urlaubsortes ist eine günstige und bequeme Anreise. Heute nutzt man an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns dazu das Auto, die Angebote verschiedener Bahnunternehmen, moderne Schnellfähren oder gar das Flugzeug. Früher war das naturgemäß komplizierter. Kam man bis in die größeren Orte noch mit der Eisenbahn, musste man von dort weiter zum eigentlichen Ziel andere Verkehrsmittel nutzen. So erreichte der Badegast aus Richtung Berlin Rostock relativ unproblematisch mit der Eisenbahn. Vom Bahnhof ging es bis zum Bahnanschluss des Badeortes, 1886 sehr wahrscheinlich mit der Droschke zum Hafen und von dort weiter mit dem Dampfer (seit 1834) nach Warnemünde. Weitaus aufwendiger war die Anreise zu den meisten anderen Ostseebädern. Überhaupt erreichte der Erholungssuchende seinen Zielort über viele Jahre am ehesten mit dem Schiff. Eine Fahrt mit diesem war indessen zeitaufwendig aber wohl schon Teil der Ferien. Vor allem Zeit musste man also besitzen, um solche Anreisen bewältigen zu können, man vergleiche nur die immer noch langwierige, wenn auch reizvolle Anreise von Stralsund mit dem Boot nach Hiddensee. War die Schiffsverbindung von nach Graal-Müritz oder nach Warnemünde noch verhältnismäßig komfortabel, gestaltete sich die Fahrt mit der Kutsche unabhängig vom Zustand der Straßen schon weitaus beschwerlicher. Deshalb versuchte man bereits 1865 zwischen Doberan und Heiligendamm eine Dampfkalesche einzusetzen. Das Unternehmen scheiterte an widrigen Umständen. Rund zwanzig Jahre später verband dann die Schmarlspurbahn Molli Doberan mit dem Seebad. Eine bequemere Anreise war nun möglich. Vergleicht man die rasant steigenden Gästezahlen nach 1900 mit dem Anschluss des jeweiligen Ostseebades an ein Eisenbahnnetz, dann muss es zwischen beiden eine Korrelation gegeben haben: Ahlbeck 1894 1910: mehr als 20.000 Gäste (1885: 3.000), Binz 1895 1910: ca. 22.000 Gäste (1890: 3.300), Göhren 1895 1905: 124 Häuser (1885: 44), Sellin 1896 1913: ca. 15.000 Gäste (1900: 4.000). Mit dem Ausbau der Bahn Putsbus -Binz-Göhren 1895 erhielt diese Region über Stralsund Anschluss nach Berlin. Im Jahr zuvor waren bereits die meisten Badeorte auf Usedom mit Swinemünde verbunden worden. Wurden diese Bahnstrecken ganz normal mit Dampflokomotiven bedient, gab es bereits um 1900 erste Projekte bestimmte Strecken zu elektrifizieren bzw. von vornherein elektrisch zu betreiben. So planten die Doberaner Stadtväter 1900 den Bau einer elektrischen Bahn von Heiligendamm über Brunshaupten und Arendsee nach Neubukow ... Geplant war im Sommer von Heiligendamm über Brunshaupten nach Arendsee vier Personenzüge im Winter dagegen zwei Personenzüge jedesmal hin und zurück verkehren zu lassen, während zwischen Doberan und Heiligendamm im Sommer halbstündiger, im Winter zweimal täglicher Betrieb erfolgen soll. Da die Züge Morgens Anschluß nach Wismar und Rostock erhalten sollten war beabsichtigt, die letzten Züge in Brunshaupten übernachten zu lassen ... 12 Das Projekt wurde nicht realisiert. 1910 erweiterte man den dampfgetriebenen Molli bis Arendsee- Brunshaupten. Auch der Bahnanschluss von Graal und Müritz sollte ursprünglich (Projekt aus dem Jahr 1900) mit einer elektrischen Eisenbahn erfolgen. Auch in diesem Falle scheiterte man. Die Verbindung konnte erst 1925 eröffnet werden. Eine andere elektrische Bahn dagegen wurde realisiert. Nachdem am Ende des 19. Jahrhunderts das Badeleben in Warnemünde erwacht war, entstand auch bald der Wunsch, den Erholungssuchenden die auf dem östlichen Warnowufer gelegene Rostocker Heide zu erschließen. Um die fünf Kilometer

Gesundheit pur – natürlich im Norden - Urlaub an Ostsee und Seen ...