JAHRBUCH

fokus.du.de

JAHRBUCH

JAHRBUCH

2012


Rektorat .......................................

Dezernat Studienangelegenheiten . .................

Campus-Service-Center ..........................

Fakultät für Maschinenbau .......................

Fakultät für Verfahrens- und Systemtechnik . . . . . . . .

Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik .

Fakultät für Informatik ..........................

Fakultät für Mathematik .........................

Fakultät für Naturwissenschaften .................

Fakultät für Humanwissenschaften .................

Fakultät für Wirtschaftswissenschaft ..............

IKAM - Institut für Kompetenz in AutoMobilität . . . . . . .

IBZ - Internationales Begegnungszentrum ...........

TTZ - Technologie-Transfer-Zentrum ................

Forschungsgebäude Systembiologie (im Bau) . . . . . . . . .

Universitätscampus

Gebäude

51

Kaiser-Otto-Ring

Walther-Rathenau-Straße

3

H.-v. Treschkow-Str.

Gareisstraße

Sporthalle/SH2

42

Sporthalle/SH1

41

40

2

HAUpTeInGAnG

i

4

1

Zschokkestraße

H

P

5

Am Krökentor

4

6

1

3 10 11.2 12 14 50 IFF ZPVP

3 10 14 15 16 18 23 25 ZPVP

2 3 5 7 9 10 11.1 18 ZPVP

18 29 50

2 3 18

16 20 23 24

24

23

13

IBZ

18

28

40 51 54 55 151

14

Hohenstauffenring

13

6

7

1, 8, 9, 10

43

12

15

P

Hohenpfortestraße

11.1

11.2 10

9

22

20

16

H

24

23

2

IBZ

32

P

Listemann-Straße

2, 5

Große Steinernetischstraße

H

Galileo-Testfeld

Wissenschaftshafen

IFAK -Institut für Automation

und Kommunikation

Sandtor-Straße

Studentenwerk

28 Sporthalle/SH3

25 31 Wohnheime

26.1

26 Mensa

StuRa Bibliothek

30

H

29

54

55

151 152

18

50

Turmschanzenstraße

Stresemannstraße

Brandenburger Straße

IFF

Festung Mark

Gustav-Adolf-Straße

ZPVP

MPI

H

5

2 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 1


IMPRESSUM

Herausgeber: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Der Rektor

Gesamtherstellung: ö_konzept, Halle (Saale)

Fotografie: Archive der Universität Magdeburg und der jeweiligen Fakultäten;

Medienzentrum (AVMZ); Ulrich Arendt, Karin Lange, Viktoria

Kühne, Karoline Schröder, Melitta Dybiona; Technologie-Transfer-

Zentrum der Universität Magdeburg; Graduate School; Medizinische

Universität Gdansk (S. 16); Robert Meinel (To beam or

not to beam?, S. 19); Stefan Ludes (S. 20); Planungsbüro Rohling

AG Architekten und Ingenieure (S. 24); Maria Kondratjuk, Detlef

Schröder (fokus: LEHRE); Stefan Berger (FEIT, S. 46); Dirk Mahler

(IKAM); Wolfgang Wohlgemuth/SIEMENS AG (VIERforES/Magische

Linse); „Neurons“/fotolia (DZNE); Olaf Telle (Gruppenfoto

Humanwissenschaften); IPT-Pergande GmbH/COGGY Kommunikation

(Wirbelschichttechnologie); Bernd Liebl (CampusDays/Lange

Nacht der Wissenschaft); Conrad Engelhardt (Guericke FM); Campus

TV (Uni-Hochhauslauf); Kapitel Personalia: Sarah Koßmann/

Uniklinikum, Ulrike Gädke, Tim Wegner, Oleksii Sherepenko, Ole

Friis, Landeshauptstadt Magdeburg; Andreas Lilienthal („Katja“/

Teddyklinik); ö_konzept, Halle (Saale)

Auflage: 1.500

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde in einzelnen Textstellen

allein die männliche Wortform zur Bezeichnung von Personen

verwendet. Es wird ausdrücklich Wert auf die Feststellung gelegt,

dass in diesen Fällen auch die zu dieser Personengruppe gehörenden

Frauen und Mädchen gemeint sind.

ISBN 978-3-940961-87-7

2 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 3

Vorwort 5

rektoratsübergabe 7

1 CHRONIK 2012 11

Jahresüberblick 13

Januar / Februar / März 15

aPril / Mai / Juni 19

Juli / august / sePteMber 23

oktober / noVeMber / DezeMber 27

2 STUDIUM / LEHRE / WEITERBILDUNG 31

einleitung 33

Fokus lehre 35

otto-Von-guericke-lehrPreis 37

Mentoring 39

übersicht lehre 41

MeDizinstuDiuM 43

internationalisierung 45

stuDienangebote 47

stuDiengänge Mit ProFil 49

interDisziPlinarität 51

Duales stuDiuM 53

lehre unD Praxis 55

Dorothea-erxleben-ProFessur 59

3 FORSCHUNG 61

einleitung 63

ForschungsProFil / geFörDerte

ProJekte 65

autoMotiVe 67

Digital engineering 69

erneuerbare energien 71

neurosciences 73

DynaMische systeMe 79

MeDizintechnik 81

wirbelschichttechnik 83

wirtschaFtswissenschaFten 85

huManwissenschaFten 87

DocDay Der graDuate school 91

DissertationsPreis 93

INHALT

4 TECHNOLOGIETRaNSFER 97

MeDizintechnik 99

wirbelschichttechnik 101

kat-netzwerk 103

zePhraM 105

FirMenkontaktMesse 107

10. eMV-inDustrieseMinar 109

5 DER CaMpUS WäCHST 111

einleitung 113

bauen unD sanieren 115

6 WISSENSCHaFTSKOMMUNIKaTION 123

wissenschaFt aM wochenenDe 125

kinDer-uni 127

öFFentliche Vorlesungen 129

caMPus Days 131

7 CaMpUSLEBEN 133

caMPuskinDerziMMer 135

uni-raDio unD uni-tV 137

uni-hochhauslauF 139

8 pERSONaLIa 141

beruFungen 2012 142

ernennungen 2012 144

ehrungen 2012 146

9 ZaHLEN / FaKTEN / aNHaNG

entwicklung Der stuDierenDenzahlen

gesaMt / Frauenanteil /

153

internationale 2000/01–2012/13

anteil Der stuDierenDen in

154

FächergruPPen 156

herkunFt Der stuDierenDen

entwicklung Der stuDierenDenzahlen

in Den Fakultäten

157

2002/03–2012/13

stuDierenDe in Der

158

regelstuDienzeit 159


4 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 5

LIEBE LESERINNEN, LIEBE LESER!

D

ie Erstellung eines Jahrbuchs ist für alle direkt

daran Beteiligten zunächst einmal eine Rück-

schau. Für das Jahrbuch 2012 richteten sich unsere

Blicke aber immer auch schon auf das Jahr 2013,

das Jahr, in dem die Otto-von-Guericke-Universität

Magdeburg ihren 20. Geburtstag begeht. Die Veranstaltungen

in diesem Jubiläumsjahr sollen zum Ausdruck

bringen, wie sich die Universität selbst sieht:

jung, dynamisch, leistungsbereit, wettbewerbsfähig,

offen und neugierig – eigentlich durchweg Eigenschaften,

die wir uns mit 20 Jahren auch zuschreiben

dürfen. Und diesen „Spirit“ kann man sogar

hören: Nach dem Campus TV haben wir seit 2012 mit

dem Uniradio Guericke FM auch einen professionellen

Radiosender, dessen Beiträge vollständig von

unseren Studierenden produziert werden.

Das Jahr 2012 war für die Universität Magdeburg

ein sehr erfolgreiches Jahr. Die Attraktivität der Uni

scheint ungebrochen: Die Bewerberzahlen erreichten

einen neuen Höchststand und es haben sich im

Oktober 2012 nur unwesentlich weniger Studierende

immatrikuliert als im Vorjahr. Erfreulich dabei ist

vor allem die nochmals deutlich gestiegene Anzahl

internationaler Studierender. Sie sind ein guter Mix

aus denjenigen, die nur ein oder zwei Semester

bei uns verbringen wollen, und den Absolventen

kompletter Studienprogramme. Die feste Verankerung

von Auslandsaufenthalten in einigen Studiengängen

zahlt sich nun aus. An der OVGU ist die

Mobilität nach der Einführung von Bachelor und

Master gestiegen. Auch in der Forschung konnten

die Wissenschaftler der OVGU herausragende

Erfolge verbuchen. Die wichtigsten Projekte werden

wir Ihnen in diesem Jahrbuch näherbringen.

Luft nach oben gibt es immer und wenn man 20 Jahre

jung ist, gilt dies allemal. Fraglos ist die Universität

Magdeburg mit 20 im Kreis der Erwachsenen

angekommen, aber noch nicht so verfestigt, um sich

nicht offen zu zeigen für Diskussionen und fundierte

Empfehlungen hinsichtlich des zukünftigen Weges.

Wer nicht unmittelbar in das Wissenschaftssystem

involviert ist, unterschätzt vermutlich dessen hohe

Dynamik und deren Auswirkung auf die Universitäten.

Da wir keine Regionaluniversität sind, sein

wollen und sein werden, betreffen uns nationale

und internationale Entwicklungen unmittelbar. Wir

gewinnen unsere besten Forscher teilweise aus dem

Ausland, immer aber im Wettbewerb mit anderen

Standorten. Erfahrene Ingenieure können wir als

Hochschullehrer nur dann aus der Industrie an

die Universität holen, wenn wir Forschungslabore

bieten, die konkurrenzfähig sind. Der Zutritt zu Verbünden

bleibt einer Universität verschlossen, wenn

der zu liefernde Forschungsbeitrag den Verbund

nicht stärkt.

Mit der Inbetriebnahme des Instituts für Kompetenz

in AutoMobilität (IKAM) im März 2012 hat die Universität

erneut dokumentiert, dass sie auch regional

Forschungs- und Entwicklungsaufgaben übernimmt.

Wir sind bereit, für unsere Partner und das Land

eine entscheidende Rolle in der ökonomischen und

gesamtgesellschaftlichen Entwicklung wahrzunehmen.

Ende 2012 wurde die Landeshauptstadt Magdeburg

zur dynamischsten Großstadt Deutschlands

gekürt. Egal, wie man solche Erhebungen bewertet,

ein Fingerzeig ist es allemal, und ganz sicher hat die

Universität zu dieser Entwicklung einen wesentlichen

Beitrag geleistet.

Das Ausscheiden von Prof. Dr. Klaus Erich Pollmann

nach 14 Jahren aus dem Rektoramt und der damit

verbundene Rektoratswechsel im Oktober war für

die Universität ein wichtiges Ereignis im Jahr 2012.

Ich persönlich freue mich, dass ich den Weg der Uni

in den kommenden Jahren mitgestalten darf. Verlaufen

werden wir uns ganz sicher nicht, denn die

erfolgreichen letzten Jahre haben unseren Orientierungssinn

geschärft.

Genießen Sie die Bilder dieses Jahrbuchs, informieren

Sie sich über die aktuellen Entwicklungen

und erfreuen Sie sich an den kleinen und großen

Geschichten, die unsere Universität im vergangenen

Jahr geschrieben hat.

Viel Spaß bei der Lektüre wünscht

Ihr

Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan

Rektor

VORWORT


6 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 7

REKTORATSüBERGABE

NEU IN AMT UND

WüRDEN: PROF. DR.-ING.

JENS STRACKELJAN

Der Rektoratswechsel an der Universität Magdeburg

„Die Otto-von-Guericke-Universität war in den letzten 14 Jahren

in sehr guten Händen, und sie wird in den kommenden vier

Jahren in sehr guten Händen sein“, so Sachsen-Anhalts Ministerpräsident

Dr. Reiner Haseloff bei der Investitur des designierten

Rektors, Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan. Auf einem Festakt in der

Magdeburger Johanniskirche am 26. September 2012 übergab der

scheidende Rektor der Universität Magdeburg, Prof. Dr. Klaus

Erich Pollmann, nach 14 Jahren die Amtskette an seinen Nachfolger.

Seit 1. Oktober 2012 steht der 50-jährige Ingenieur an der

Spitze der OVGU und lenkt gemeinsam mit zwei Prorektoren,

einer Prorektorin und dem amtierenden Kanzler die Geschicke

der Universität Magdeburg.

„Von Anfang an habe ich mich vom Vertrauen der Universität

getragen gefühlt. Das hat mir die Stärke gegeben, die das Amt

von den Befugnissen her gar nicht hat. Das war richtig schön und

dafür bin ich sehr, sehr dankbar. Bitte bringt dieses Vertrauen

genauso Jens Strackeljan entgegen.“

Anschließend nahm der designierte Rektor Prof. Dr.-Ing. Jens

Strackeljan die Ernennungsurkunde aus den Händen der Wissenschafts-

und Wirtschaftsministerin des Landes Sachsen-Anhalt,

Prof. Dr. Birgitta Wolff, entgegen.

In seiner Antrittsrede sprach Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan die

künftigen Herausforderungen an die Universität durch veränderte

Vorgaben der Politik an. Die Universität Magdeburg müsse

künftig einen guten Mix aus hervorragender Grundlagenforschung

und angewandter Forschung, die auch Transferaufgaben

erfüllt, gestalten. Gute Forschung heiße auch, für Studierende

attraktiv zu sein. „Der Kampf um die besten Köpfe macht um

die Universität Magdeburg keinen Bogen. Wir müssen uns der

Herausforderung einer immer heterogener werdenden Studierendenschaft

stellen und um sie werben. Eine erfolgreiche

Ausbildung ist und bleibt die Grundlage für eine ausreichende

Nachfrage unserer Studienplätze für die Landeskinder sowie für

nationale und internationale Bewerber.“


560.000 KILOMeTeR

fuhr Prof. Dr. Pollmann für Dienstgeschäfte kreuz

und quer durchs Land. Das sind pro Jahr rund

40.000 Kilometer. Damit umrundete er während

seiner Amtszeit 14 Mal die Erde entlang des

Äquators.

2.759 pROMOTIOnSveRFAHRen

wurden seit Prof. Dr. Pollmanns Amtsantritt im

Jahre 1998 an der OVGU abgeschlossen.

29 ReISen

führten Prof. Dr. Pollmann zu Hochschulen und

wissenschaftlichen Einrichtungen in aller Welt. Die

Länder seiner Agenda: Ägypten, China, Kuba, Israel,

Italien, Japan, Mosambik, Oman, Polen, Portugal,

die Russische Föderation, Saudi-Arabien, Schottland,

die Slowakische Republik, Sibirien, Syrien,

die Ukraine, Ungarn, die USA und die Türkei sowie

Vietnam.

40.071 STUDIenAnFänGeR

begrüßte Prof. Dr. Pollmann im Laufe seiner Amts-

zeit an der OVGU.

160 SEnATSSITzUnGEn

leitete Prof. Dr. Pollmann in seinem Amt als

Rektor – von Oktober 1998 bis September 2012.

Während dieser Sitzungen wurden 2.343 Senatsbeschlüsse

gefasst.

160 MILLIOnen eURO

wurden während der Amtszeit Prof. Dr. Pollmanns

für den neubau und die Sanierung von Gebäuden

auf dem Campus der OVGU ausgegeben, weitere

25 Millionen Euro für die Realisierung von kleinen

Um- und Ausbauvorhaben. Rund 29 Millionen

Euro wurden für die Werterhaltung der Gebäude

und baulichen Anlagen aufgewendet.

16.500 KInDeRSTUDenTen

besuchten seit 2003 die Kinder-Uni Magdeburg.

In insgesamt 69 Vorlesungen begeisterten die

Dozenten die wissbegierigen Kinder im Alter zwischen

8 bis 12 Jahren mit spannenden Vorträgen

und Experimenten aus der Wissenschaft.

1.484 InTeRnATIOnALe STUDIeRenDe

nahmen zum Wintersemester 2011/12 ein Studium

an der OVGU auf.

TYPISCH POLLMANN …

Prof. Pollmann ist eine charismatische Persönlichkeit, ein Histo-

riker mit analytischen Fähigkeiten, für die Universität wertvoll

und profilbildend, immer interessiert und ansprechbar, ein aufmerksamer,

einfühlsamer Zuhörer. Er ist zuverlässig und Vertrauen stiftend,

sein Handeln wirkt erfahrungsgetragen, er ist immer diplomatisch und

zukunftsorientiert. Elke Glistau, Fakultät für Maschinenbau

… seine Pünktlichkeit.

Jens Kalina, Dezernat Zentrale Dienste (Fahrzeugeinsatz)

Ich wünsche mir, dass sich der neue Rektor genauso engagiert

einsetzt wie der bisherige und damit die Universität weiter stärkt.

Jan Hülsemann, Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum

… ein Sportlerherz in der Brust eines Historikers …

Mario Damerow, Sportzentrum

… er kann engagiert, mit Freude und persönlich sprechen … man

sieht, dass er fühlt, was er ausdrücken möchte …

Eugenia Saorin Gomez, Fakultät für Mathematik

Die Präzision des Denkens schlägt sich in der Präzision der Sprache

nieder. Winfried Marotzki, Fakultät für Humanwissenschaften

Prof. Pollmann war stets ein sehr interessierter Gast in der Universitätsbibliothek,

der sich mit viel Engagement für die Lösung

sowohl von kleinen als auch größeren Problemen der UB einsetzte.

Eckard Blume, Universitätsbibliothek

… sein bedachtes Auftreten. Er hat immer ein offenes Ohr und

immer Mitarbeiter (auch auf der Straße) erkannt und mit Namen

persönlich angesprochen …

Bernhard Brem, Fakultät für Naturwissenschaften

8 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 9

REKTORATSüBERGABE


10 JAHRBUCH 2011 JAHRBUCH 2009 11

CHRONIK 2012

01

13 JAHRESüBERBLICK

15 JANUAR / FEBRUAR / MäRZ

19 APRIL / MAI / JUNI

23 JULI / AUGUST / SEPTEMBER

27 OKTOBER / NOVEMBER / DEZEMBER


JANUAR

Start des projekts ASTeR – Akut-Schlaganfall-Telemedizin im Rettungswagen

14. Uni-Hochhauslauf +++ Ausstellungseröffnung: Kluge Köpfe – keine Kinder?

FEBRUAR

2. Indo-German Workshop: „Advances in Reaction and Separation processes“ / vST

Internationaler Workshop: „emerging Developments in Real Algebraic Geometry“ / MATH

Kooperationsvertrag zwischen OvGU und dem Intern. neuroscience Institute Hannover: „Die mentale Steuerung von prothesen“

MäRZ

eröffnung des Forschungsneubaus IKAM – Institut für Kompetenz in AutoMobilität

ZeIT-Debattierturnier erstmals an der OvGU +++ 24. Deutsche Zeolith-Tagung erstmals an der OvGU

CeBIT: OvGU präsentiert Technologien der Zukunft und kooperiert mit Siemens AG

APRIL

OvGU wird „Ort im Land der Ideen“ +++ Mentoringprogramm KvInnA geht in 2. Runde

Tagung: „60 Jahre Ausbau der innerdeutschen Grenze“ / HW

MAI

Gewählt: neuer OvGU-Rektor +++ OvGU Spitzenreiter bei Deutschlandstipendien

Grundsteinlegung Forschungsverfügungsgebäude Systembiologie

JUNI

eröffnung: 2. Campus-Kinderzimmer

7. Motor- und Aggregate-Akustik-Symposium

Lange nacht der Wissenschaft, Alumnitreffen,

Kinder-Uni und Familienfest auf Campus

JULI

12 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 13

CHRONIK 2012 /

JAHRESüBERBLICK

Rekordbeteiligung am 33. Intern. Uni-Sprachferienkurs +++ Forschungsprojekt-Start: Missbrauch von Kindern und Jugendlichen

AUGUST

Start umfassender Bau- und Sanierungsmaßnahmen auf OvGU-Campus

erstmals naturwissenschaftliche eignungstests für Bewerber des Medizinstudiums

SEPTEMBER

Fujitsu investiert in OvGU-Labor +++ Feierlicher Amtsantritt des neuen Rektorats

OvGU erhält Förderung in Millionenhöhe für innovative Medizintechnik-Forschung: projekt STIMULATe

erster MRT für die Medizintechnik-Forschung

OKTOBER

neuer Masterstudiengang „Gesundheit und pflege“ +++ 10. Firmenkontaktmesse

Tagung zur Frauen- und Geschlechterforschung

NOVEMBER

1. Hochschuldidaktischer Monat +++ Gründertag 2012

Start eines internationalen Weiterbildungsprojekts für Zentralasien

Kolloquium zum Thema 800 Jahre Anhalt / HW

DEZEMBER

100. Deutschlandstipendium an der OvGU vergeben

SFB/TTR 62 erhält Förderung in Millionenhöhe

16. Kurzfilmfestival „video-expo“


Die Theatergruppe

„Der Schrank“ präsentierte

„Die Wanze“.

Die mutigen Blutspender

JAHRBUCH 2009

JANUAR

„Der Schrank“ ließ die Wanzen krabbeln

Die studentische Theatergruppe „Der Schrank“ der

Uni Magdeburg brachte die satirische Komödie „Die

Wanze“ auf die Bühne des Projekt 7 des Uni-Campus.

Das Stück des russischen Futuristen Wladimir

Majakowski entführt sein Publikum ins Jahr 1929:

Arbeiter Iwan wird durch einen Unfall eingefroren

und 50 Jahre später wieder aufgetaut. Mit ihm

zusammen wird eine kleine Wanze aus dem Eisblock

befreit. Iwan erwacht in einer Welt, die er nicht mehr

versteht – und mit ihm erwachen auch überwunden

geglaubte Verhaltensmuster, die nun alle anzustecken

scheinen. Sie werden symbolisiert durch die

kleine Wanze – Majakowskis Form der Kritik an der

Entwicklung der sowjetischen Gesellschaft im frühen

20. Jahrhundert. „Der Schrank“ ist spezialisiert auf

Komödien und Satiren der russischen Literatur –

insofern sorgte auch diese Inszenierung für kräftigen

Applaus.

Blut für Bier

Auch ohne Doktortitel Leben retten, durch das Spenden

von Blut – dazu hatte der Fachschaftsrat der

Fakultät für Elektro- und Informationstechnik am 25.

Januar seine Kommilitonen aufgerufen. Viele folgten

dem Aufruf. Erstspender erhielten von der Blutbank

jeweils eine Vampirtasse und einen Kinogutschein,

die alten Hasen unter den Spendern hingegen je 15

Euro. Doch das Beste: Am Abend nach der Blutspende

wurde gemeinsam gegrillt – alles mit dem Ziel,

Erstspendern die Angst vor der Nadel zu nehmen, sie

für das Thema zu sensibilisieren und sie zu ermutigen,

den vielerorts so dringend benötigten Lebenssaft

zu spenden. Wir sagen: Dank an alle Spender!

Und Prost!

15

CHRONIK 2012

JANUAR / FEBRUAR / MäRZ

Rettungswagen ASTER: Das

zweijährige Entwicklungspro-

jekt wird mit ca. 1,5 Millionen

Euro vom Bundesministerium

für Bildung und Forschung

im Rahmen des Programms

„Wachstumskern Potential“

gefördert.

Rettungswagen der Zukunft: ASTeR

Wenn Menschen plötzlich der Schlag trifft, dann

kommt es bei der medizinischen Versorgung auf jede

Minute an – denn beim Schlaganfall sterben Hirnzellen

kontinuierlich ab. Für die Akutversorgung gilt daher

das Motto „Time is brain“. Doch die Behandlung

kann nur mit Expertenwissen erfolgen, das es wiederum

nur in teils weit entfernten Schlaganfallspezialkliniken

gibt. Damit Patienten künftig dennoch

am Notfallort vom Fachwissen eines Spezialisten

profitieren und keine Minute ungenutzt verstreicht,

wird seit Januar an der OVGU ein Rettungswagen mit

modernster telemedizinischer Ausrüstung entwickelt:

ASTER – Akut-Schlaganfall-Telemedizin im

Rettungswagen. Auf diese Weise werden die Einsatzkräfte

bei der Entscheidung, wie der Patient optimal

behandelt werden soll, künftig per Telemedizin von

einer Expertenzentrale unterstützt.

Kluge Köpfe – keine Kinder?

Wie lassen sich Studium und Kindererziehung unter

einen Hut bekommen? Um Antworten zu finden, lud

das Familienbüro der OVGU zu einer Ausstellungseröffnung

mit Podiumsdiskussion in die Medizinische

Zentralbibliothek ein. Auf dem Podium diskutierten

Vertreter der Hochschulleitung, Professoren sowie

Familienbeauftragte der OVGU über die Aspekte

einer familienfreundlichen Uni und inwiefern die

OVGU dahingehend weiter optimiert werden kann.

In der Ausstellung selbst präsentierten studierende

Eltern, Führungskräfte und Beschäftigte, wie Studium

bzw. Beruf und Kinder koordinierbar sind: Fotos

und Interviewausschnitte dokumentierten Erfolgsgeschichten,

kleinere Krisen und Hindernisse im Hochschul-

und Familienalltag. Das Fazit: Familie schließt

eine Karriere an der OVGU auf keinen Fall aus.


FEBRUAR MäRZ

Die reale Welt reell betrachten

Wie lassen sich geometrische und algebraische

Probleme in der Modellierung des Realen mittels

reeller Zahlen lösen? Antworten liefert die reelle

Geometrie und Algebra – eine ziemlich innovative

und noch sehr junge Disziplin der Mathematik. Um

die neuesten Forschungsergebnisse auf diesem

Gebiet zu diskutieren, veranstaltete die Fakultät für

Mathematik vom 20.–24. Februar an der OVGU den

internationalen Workshop „Emerging Developments

in Real Algebraic Geometry: Positivity, Convexity,

NC-Geometry, Optimization“. Vor allem erfolgversprechenden

jungen Wissenschaftlern war hiermit

eine Plattform zum wissenschaftlichen Austausch

geboten. Insgesamt folgten gut 70 Wissenschaftler

aus aller Welt der Einladung nach Magdeburg.

Workshop indischer und deutscher

verfahrenstechniker

Das Institut für Verfahrenstechnik der Uni Magdeburg

und das Max-Planck-Institut für Dynamik

komplexer technischer Systeme Magdeburg

veranstalteten gemeinsam mit dem Indian Institute

of Technology Madras aus Chennai den 2. Indo-

German Workshop „Advances in Reaction and

Separation Processes“ in Bad Herrenalb. Ziel des

Workshops war es, die neuesten wissenschaftlichen

Ergebnisse auf den Gebieten der Thermodynamik,

Trenntechnik, Reaktionstechnik sowie System- und

Regelungstechnik zu diskutieren und Kooperationen

zu planen. Die Veranstaltung bot gerade auch jüngeren

indischen und deutschen Wissenschaftlern eine

spannende Plattform und die Möglichkeit, persönliche

Bekanntschaften zu machen.

Kooperationen im Sinne des emotionalen Gehirns

Anfang Februar wurde ein Kooperationsvertrag

zwischen der Fakultät für Naturwissenschaften der

OVGU und der Medizinischen Universität Gdansk,

Polen, unterzeichnet. Der Vertrag besiegelt die

langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen

dem Institut für Biologie an der OVGU und dem

Forensischen Institut der Medizinischen Universität

Gdansk. Die Kooperationsprojekte befassen sich mit

Untersuchungen zum Einfluss von frühkindlichen

emotionalen Erfahrungen, wie z. B. vor- und nachgeburtlichem

Stress oder mütterlicher bzw. väterlicher

Fürsorge, auf die Entwicklung von Gehirn und Verhalten.

Darüber hinaus werden in Kooperation mit

der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie

der OVGU die neuronalen Veränderungen

im Gehirn von Suizid-Opfern erforscht. Durch den

Vertrag werden auch in Zukunft die bestehenden

Kooperationen intensiviert.

Studierende, werdet Ausstellungsmacher!

Bisher kamen durch die Zusammenarbeit des

Kulturhistorischen Museums Magdeburg (KHM) mit

der OVGU pro Semester bis zu 70 Studierende des Instituts

für Geschichte aktiv in Kontakt mit dem KHM

und konzipierten dort teilweise auch Ausstellungen.

Um diesen Ansatz künftig weiter auszubauen,

unterzeichneten das KHM und das OVGU-Institut für

Geschichte eine Kooperationsvereinbarung. Schwerpunkt

der Zusammenarbeit: Das Konzipieren von

Ausstellungen, neuen Lehrveranstaltungsformaten

sowie Angeboten der Museumspädagogik – alles für

einen intensiveren Praxisbezug Studierender sowie

für eine Attraktivierung des Geschichtsstudiums.

Nach der Unterzeichnung des

Kooperationsvertrages im

Rektorat der Medizinischen

Universität Gdansk: Prof. Anna

Katharina Braun, Prof. Janusz

Morys, PD. Dr. Tomasz Gos

(v.l.n.r.).

In diesem Jahr soll es vor

allem die Landesausstellung

„Otto der Große und das

Römische Reich“ sein, in die

sich Studierende und Wissenschaftler

der OVGU einbringen

werden.

Die OVGU war bereis das 20.

Mal auf der CeBIT in Hannover

vertreten – der weltgrößten

Messe für Informationstechnologie.

16 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 17

IKAM – neue Wege für den Technologie-Transfer

Am 21. März wurde auf dem Campus der OVGU der

Neubau des Instituts für Kompetenz in AutoMobilität,

kurz IKAM, eingeweiht – ein weiterer Meilenstein im

Gesamtaufbau des Instituts. Das IKAM wird seine Arbeit

auf die vier Zukunftsfelder Antriebstechnik, Elektromobilität,

Leichtbau sowie Mess- und Prüftechnik

konzentrieren. Den Grundstein für den Neubau legte

einerseits der Forschungsschwerpunkt Automotive, in

dem alle vier Ingenieurfakultäten der Universität seit

Jahren erfolgreich eng mit der Industrie kooperieren,

und andererseits die große Zahl von kleinen und

mittleren Unternehmen im Land Sachsen-Anhalt, die

als Zulieferer in der Automobilbranche agieren. Die

Verzahnung der OVGU mit dem IKAM wird den Wissens-

und Technologietransfer von der Wissenschaft

in die Automobil- und Zuliefererindustrie weiter

befördern – die Chance für eine Innovationsführerschaft

der OVGU.

OvGU goes CeBIT

Die Uni Magdeburg präsentierte auf der CeBIT inno-

vative IT-Produkte, wie bspw. eine Produktbeschreibungssprache

für eine bisher unerreichte Suchgenauigkeit

im Internet oder Software-Lösungen für

ein effektives Literaturmanagement. Am Messestand

der Siemens Enterprise Communications & Co. KG

unterzeichneten der Rektor der OVGU und die Siemens

AG außerdem eine Kooperationsvereinbarung.

Im Fokus der Vereinbarung: Die Unterstützung leistungsstarker

Studierender als auch die Zusammenarbeit

in der Lehre. Insofern gestalten beide Partner

künftig gemeinsam Angebote für Lehrinhalte, Praktika

sowie die Betreuung der Abschlussarbeiten.

CHRONIK 2012

JANUAR / FEBRUAR / MäRZ

Forschen für die Zukunft der

Automobilindustrie: das IKAM.

An der Einweihung des Neubaus

nahmen gut 250 Gäste

aus Wissenschaft, Wirtschaft

und Politik teil. Rund 12 Mio.

Euro wurden in das Gebäude

und seine technische Ausstattung

investiert.

Legende der psychoanalyse zu Gast an der OvGU

„Eifersucht, Neid und Ressentiment – eine unheilige

Dreieinigkeit in Familie und Gesellschaft“ – unter

diesem Titel hielt der weltweit geschätzte Psychoanalytiker

Prof. Dr. Léon Wurmser die Otto-von-

Guericke-Vorlesung. Prof. Wurmser war einer der

ersten Analytiker in der Geschichte der Psychoanalyse

nach Freud, der das Dogma der Nichtbehandelbarkeit

schwerster Borderline-Persönlichkeitsstörungen

durch die Psychoanalyse nicht mehr akzeptierte und

durch zumindest partiell erfolgreiche Behandlungen

widerlegen konnte. Die Otto-von-Guericke-Vorlesung

ist eine Veranstaltungsreihe, bei der international

renommierte Persönlichkeiten ganz unterschiedlicher

Disziplinen vielbeachtete Vorträge einer interessierten

Öffentlichkeit präsentieren.

ZeIT-Debattierturnier: Der Kick der Konter

In Zusammenarbeit mit der Wochenzeitung DIE

ZEIT veranstalten Debattierclubs aus ganz Deutschland

regelmäßig an wechselnden Orten Debattierwettkämpfe:

die sogenannten ZEIT DEBATTEN – ein

Juwel studentischer Streitkultur. Im rhetorischen

Ringen um die besten Argumente hatte nun der

Debattierclub Magdeburg e. V. die schlagkräftigsten

Redner verschiedener Universitäten in die Ottostadt

eingeladen. Debattiert wurden aktuelle Themen

aus Politik, Gesellschaft und Kultur, über mehrere

Runden hinweg – und nach strengen Regeln. Denn

das zu debattierende Thema wird stets nur wenige

Minuten vor der eigentlichen Austragung bekannt

gegeben. Gewonnen hatte, wer in puncto Inhalt,

Methode und Auftreten die studentische Fachjury

überzeugte.


„masterwiki“ ist eine deutschlandweite

Datenbank, in der

Bachelorabsolventen ihre

Erfahrungen bei der Bewerbung

für Masterstudienplätze

eintragen können. Das soll

helfen, Bewerbungsprozesse

für Masterstudiengänge

transparenter zu gestalten und

Schwächen in den Bewerbungsverfahren

aufzudecken.

Mehr Infos auf:

www.masterwiki.de

18 JAHRBUCH 2012

JAHRBUCH 2009 19

APRIL

Hat die ersten Testfahrten

über 400 km bereits erfolgreich

absolviert: EDITHA –

der umgerüstete Smart.

Umgerüsteter Smart: eDITHA

In einer sehr kurzen Entwicklungszeit, von Juli

2011 bis April 2012, haben Forscher der Fakultät für

Maschinenbau einen konventionellen Smart umgerüstet

– durch die Entwicklung eines innovativen

Motor- und Batteriekonzepts mit elektrifiziertem

Antriebsstrang. EDITHAs Alleinstellungsmerkmal:

Ein eigenständiges Antriebssystem. Die Systemkonfiguration

der mechanischen und mechatronischen

Elemente sowie die grundlegende Systemkonfiguration

wurden an der Uni Magdeburg entwickelt, die

Umsetzung des Batteriemanagementsystems und

die steuerungstechnische Anpassung des Fahrzeuges

übernahm ein Kooperationspartner. Besonderen

Wert legten die Entwickler auf konsequente

Gewichtsminimierung der verbauten Teile und eine

energieeffiziente Umrüstkonstruktion. Der Prototyp

wird zur Erprobung der Alltagstauglichkeit von

Elektromobilität in Magdeburg und Europa unterwegs

sein. Die Umsetzung in die Serienfertigung ist

in Vorbereitung.

Dank „masterwiki“ „Ort im Land der Ideen“

Mit ihrem Onlineportal „masterwiki“ gehört die

Uni Magdeburg in der Kategorie Bildung zu den

Preisträgern des gemeinsam von Wirtschaft und

Bundesregierung initiierten Wettbewerbs „365 Orte

im Land der Ideen“, der nachhaltige Projekte zur

Zukunftsfähigkeit Deutschlands auszeichnet. Die

Auszeichnung wurde am 12. April durch die Standortinitiative

„Deutschland – Land der Ideen“ und

durch die Deutsche Bank an die Gründer und Alumni

der OVGU vergeben – und somit ihre Innovation,

ihr Erfindergeist und Einfallsreichtum gewürdigt.

CHRONIK 2012

APRIL / MAI / JUNI

KvInnA ging in die zweite Runde

KVINNA ist ein Mentoringprogramm, bei dem jüngere

weibliche Nachwuchskräfte gezielt gefördert

werden. über 50 Studentinnen, Absolventinnen und

Doktorandinnen hatten sich für den zweiten Durchlauf

dieses Mentoringprogramms beworben. 22 von

ihnen wurden für das Projekt ausgewählt und hatten

von nun an die Möglichkeit, ihre Karriere mithilfe

der Programmmodule Mentoring, Training und

Networking aktiv zu gestalten. Als Mentoren für das

Projekt konnten neben etablierten Wissenschaftlern

der OVGU erstmals auch Wirtschaftsvertreter aus

Unternehmen mit Sitz in Magdeburg sowie Bildungsträger

und Vereine gewonnen werden.

To beam or not to beam?

Ingenieurinformatiker Dr. Hubert Zitt, bekennender

Star-Trek-Fan und Dozent an der Fachhochschule

Zweibrücken in Kaiserslautern, hielt an der OVGU-

Fakultät für Elektrotechnik erneut eine Vorlesung

der besonderen Art: In Star-Trek-Uniform referierte

er über die Antriebstechnologie des Raumschiffs

Enterprise und beantwortete seinen humanoiden

Gästen Fragen, wie: Wie viele Daten müssen beim

Beamen von einem Menschen erfasst werden? Mit

welcher übertragungsgeschwindigkeit müssen diese

Daten zum Zielort übertragen werden? Wie funktionieren

die Heisenberg-Kompensatoren, was passiert

im Musterpuffer? Und wie weit sind wir heute überhaupt

davon entfernt, Menschen zu beamen?


MAI

Rektoratswechsel

Mit großer Mehrheit im 1. Wahlgang wurde Prof.

Dr.-Ing. Jens Strackeljan, Jahrgang 1962, am 16. Mai

vom erweiterten Senat der Universität Magdeburg

zum neuen Rektor gewählt. Die Amtszeit des neuen

Rektors: 1. Oktober 2012 bis 30. September 2016.

Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan trat mit der Wahl in

die Nachfolge von Prof. Dr. Klaus Erich Pollmann,

der die Hochschule 14 Jahre lang geleitet hatte. Prof.

Dr.-Ing. Jens Strackeljan war in den vergangenen

zwei Jahren maßgeblich am Aufbau des Instituts für

Kompetenz in AutoMobilität (IKAM) beteiligt. Seine

Forschungsschwerpunkte: Lineare und nichtlineare

Rotor- und Schwingungsmechanik, Stabilität schnell

drehender Rotorsysteme, Schwingungsdiagnostik und

Zustandsüberwachung rotierender Maschinenkomponenten.

Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan ist verheiratet

und hat vier Kinder.

OvGU Spitzenreiter bei den Deutschlandstipendien

Mit der Vergabe von weiteren 24 Deutschlandstipen-

dien erhöht sich die Zahl der Stipendiaten an der

Universität Magdeburg auf 74! Damit hat die OVGU

bereits über die Hälfte der vom Bund und durch

private Unternehmen finanzierten 137 Stipendien

an besonders begabte und engagierte Studierende

vergeben können. Die OVGU ist insofern die Hochschule

mit den meisten Deutschlandstipendiaten in

Sachsen-Anhalt. Von den Deutschlandstipendien

profitieren Studierende und Unternehmen gleichermaßen:

Die Studierenden erhalten eine finanzielle

Förderung in Höhe von je 300 Euro monatlich, die

fördernden Unternehmen hingegen können dadurch

frühzeitig Kontakte zu potentiellen Fachkräften

knüpfen.

Grundsteinlegung für die Systembiologie

Mit der Grundsteinlegung für das Forschungsverfügungsgebäude

der Systembiologie wird der Campus

der Uni Magdeburg künftig um ein hochmodernes

Gebäude erweitert. Bis Ende 2013 soll das vierstöckige

Labor- und Bürogebäude des Forschungszentrums

„Dynamische Systeme – Biosystemtechnik“ auf

dem Gelände am Pfälzer Platz entstehen. Auf einer

Nutzfläche von über 2.545 m2 werden 175 Wissenschaftler

und Mitarbeiter bestens ausgestattet auf

dem Gebiet der Systembiologie und Biosystemtechnik

experimentieren und forschen. Die Systembiologie

liegt an der Schnittstelle zwischen Biologie,

Medizin, den System- und den Ingenieurswissenschaften.

Die Wissenschaftler versprechen sich von

ihrer Arbeit neue Erkenntnisse bei der Aufklärung

der Lebensprozesse und Krankheitsmechanismen.

Was gab's neues im All?

Die deutschen Wissenschaftler der deutschchinesischen

Raumfahrtmission Shenzhou-8 – der

Weltraumbiotechnologe Prof. Oliver Ullrich und

die Medizinerin Prof. Daniela Grimm – präsentierten

erstmals die Ergebnisse ihrer Mission auf

einem Symposium an der OVGU. Das Hauptziel der

Magdeburger Experimente während des Shenzhou-

8-Raumfluges war es zu erforschen, ob und wie

menschliche Immunzellen und Schilddrüsenzellen

reagieren, wenn sie realer Schwerelosigkeit ausgesetzt

sind. Das Besondere: Bei der Mission hatte die

chinesische Raumfahrt-Organisation CMSEO erstmals

mit einer anderen Nation kooperiert und zum

ersten Mal durften ausländische Wissenschaftler

das Kosmodrom Jiuquan betreten und dort arbeiten.

Entwurf für das Forschungsverfügungsgebäude

der

Systembiologie

20 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 21

JUNI

Weltweit gut im Sattel: Jörg

Schindelhauer

Wird aus Lärm zukünftig Sound?

Automobilexperten präsentierten auf dem „7. Motorund

Aggregate-Akustik-Symposium“ des Instituts

für Mobile Systeme der OVGU neueste Forschungsergebnisse

zur Akustik und Lärmbekämpfung von

Fahrzeugantrieben. Auf der Tagung diskutierten

hierüber Wissenschaftler und Ingenieure gemeinsam

mit Vertretern führender Unternehmen aus

der Automobilindustrie als auch der Zuliefererindustrie.

Neben den gesetzlichen Randbedingungen

und deren Auswirkungen auf die Entwicklung von

Fahrzeugantrieben war die subjektive Geräuschwahrnehmung

ein weiterer Schwerpunkt der Tagung.

Geräuschbekämpfungstechnologien wurden ebenso

vorgestellt wie erfolgreiche akustische Maßnahmen

an Verbrennungsmotoren.

Klassenzimmer der Zukunft: Kreide war gestern!

E-Toys für die Vorschulkinder, E-Books und Augmented

Reality oder White Boards für Grundschüler

sowie digitale Lernwerkzeuge für die Abiturvorbereitung

– für künftige Generationen wird das selbstverständlich

sein. Die Fakultät für Informatik der Ottovon-Guericke-Universität

Magdeburg präsentierte

im Rahmen der Langen Nacht der Wissenschaft viele

innovative Lehr- und Lerntechnologien. In fiktiven

Schulstunden konnten interessierte Besucher erfahren,

wie diese Neuentwicklungen den Schulalltag

und die Rolle des Lehrers in Zukunft beeinflussen

werden.

CHRONIK 2012

APRIL / MAI / JUNI

Der Mann, der das Rad neu erfand zu Gast bei

„Couch & Guests“

Bei der 11. Ausgabe der universitätseigenen Late-

Night-Show „Couch & Guests“ des Campus TV war

der OVGU-Alumnus und erfolgreiche Firmengründer

der Schindelhauer-Bikes zu Gast: Jörg Schindelhauer.

Nach seinem Ingenieurstudium an der Uni Magdeburg

hatte er eine Fahrradmanufaktur gegründet, die

Hightech-Räder herstellt und diese mittlerweile in

der ganzen Welt erfolgreich verkauft. Die preisgekrönten

Schindelhauer-Bikes arbeiten mit ganz

speziellen technischen Lösungen, wie etwa einem

Zahnriemenantrieb, und sind sehr puristisch designt.

In der Sendung gaben die Moderatoren der Show

einen Einblick in die Arbeit der Manufaktur und

stellten die Frage nach der Zukunft des Fahrrads.

Zweites Campuskinderzimmer an der OvGU!

Das Campuskinderzimmer der Uni Magdeburg bietet

ein zusätzliches Betreuungsangebot für Kleinkinder!

Im Mitarbeiterwohnheim auf dem Medizinercampus

Leipziger Straße betreuen seit Anfang Juni

ausgebildete Tagesmütter und Erzieherinnen stundenweise

den akademischen Nachwuchs, um den

Eltern eine möglichst reibungslose Vereinbarung

von Studium bzw. Beruf und Familie zu ermöglichen.

Die Betreuung von Kindern Studierender ist kostenlos.

Beschäftigte zahlen pro Betreuungsstunde

5 Euro. Jedes Kind kann pro Woche maximal sechs

Stunden betreut werden.


Das Projekt „Von Generation

zu Generation: Den Teufelskreis

der Traumatisierung

verstehen und durchbrechen“

wird vom Bundesministerium

für Bildung und Forschung

über die nächsten drei Jahre

mit insgesamt 2,1 Millionen

Euro gefördert.

JAHRBUCH 2012 23

JULI

Rekordbeteiligung am 33. Internationalen

Uni-Sprachferienkurs

Für den Internationalen Hochschulferienkurs an

der Uni Magdeburg hatten sich so viele Teilnehmer

angemeldet wie nie zuvor: 44 Studierende aus 15

Nationen! Vom 30. Juli an vier Wochen lang waren

die jungen Männer und Frauen aus allen Teilen

der Welt auf dem Uni-Campus zu Gast, um im

Sprachenzentrum der OVGU die deutsche Sprache

zu erlernen und um die Universität, die Landeshauptstadt

Magdeburg, die Region und Landeskultur

kennenzulernen: Neben täglichen Unterrichtsstunden

und sprachpraktischen übungen konnten die

Teilnehmer ihre Lernfortschritte bei Exkursionen

und Ausflügen testen. So standen ein Besuch des

Völkerschlachtdenkmals in Leipzig, eine Exkursion

in das Pergamonmuseum Berlin, der Besuch des

MDR-Landesfunkhauses oder ein Ausflug in den

Harz auf dem Programm.

Forschungsprojekt: Missbrauch von Kindern und

Jugendlichen

Wissenschaftler der Uni Magdeburg erforschen im

Rahmen eines BMBF-Forschungsverbundprojektes

neurobiologische Mechanismen der übertragung

von Verhaltensstörungen, die durch Missbrauch,

Vernachlässigung und Traumatisierung im frühen

Kindesalter entstehen. Mit einer Pressekonferenz an

der Berliner Charité startete das gemeinsame Forschungsvorhaben

unter dem Titel „Von Generation

zu Generation: Den Teufelskreis der Traumatisierung

verstehen und durchbrechen“. Neben den Neurobiologen

der Uni Magdeburg sind Psychologen und

Psychiater der Berliner Charité, des Universitätsklinikums

Heidelberg und des Universitätsklinikums

Aachen an der groß angelegten Studie beteiligt.

CHRONIK 2012

JULI / AUGUST / SEPTEMBER

Stefan Langer, Jöran Beel und

Marcel Genzmehr (v.l.n.r.) er-

zielten im ego.-Bussinesplanwettbewerb

den 2. Platz in der

Kategorie Wissenschaft für ihr

Konzept zur Entwicklung der

Literaturverwaltungsoftware

„Docear“.

OvGU-Absolventen Gewinner beim landesweiten

Businessplanwettbewerb

Gleich zwei Gründerteams aus der OVGU gewannen

mit ihren Businessplänen im landesweiten Businessplanwettbewerb

ego.-BUSINESS. Im Bereich

Soziales konnte sich Josephin Kriemann über den 1.

Platz und ein Preisgeld von 5.000 Euro freuen. Kriemann

hatte sich als psychologische Sachverständige

am Familiengericht freiberuflich selbstständig gemacht.

Sie arbeitet in Scheidungs- und Sorgerechtsstreitigkeiten

mit den Eltern an einvernehmlichen

Lösungen zum Wohle der Kinder. Jöran Beel, Stefan

Langer und Marcel Genzmehr hingegen, von der

Fakultät für Informatik, erzielten den 2. Platz in der

Kategorie Wissenschaft – für ihre innovative Software

Docear. Docear richtet sich an Wissenschaftler

und unterstützt diese beim Suchen, Verwalten und

Erstellen von Literatur. Ein Juror erklärte, das Konzept

gehöre mit zu den besten Businessplänen, die

er je gelesen habe.

Wörter und Wendungen rund ums liebe Geld:

Der Finanzwortschatz und seine Geschichte(n)

Warum nennt man Geld auch Moos oder Knete? Woher

kommen Münzbezeichnungen wie Heller oder

Groschen? Prof. Armin Burkhardt von der Uni Magdeburg

ging in einem Vortrag diesen Fragen auf den

Grund, zu dem die Gesellschaft für deutsche Sprache

und das Institut für Germanistik eingeladen hatten.

Der Vortrag beschäftigte sich v. a. mit den im Alltag

gebräuchlichen Wörtern und Wendungen, die Geld,

Münzen, Währungen sowie Anlage- und Bezahlvorgänge

bezeichnen. Im Zentrum der Betrachtung

standen dabei Herkunft bzw. Entstehungsgeschichte

der betreffenden Sprachzeichen sowie ihre Bedeutungsentwicklung.


AUGUST

neue Wege zum Medizinstudium

Erstmals fand in Magdeburg ein naturwissenschaftlicher

Auswahltest für Medizinbewerber statt! Eingeladen

waren gut 400 vorausgewählte Bewerber

mit den besten Abiturnoten, die sich zudem mit erster

Präferenz in Magdeburg als Studienort beworben

hatten – und 191 Studienplätze galt es zu vergeben.

60 % davon waren bisher – nach Abzug von

Vorabquoten, wie Härtefall, Ausländer, etc. – immer

nach dem Auswahlkriterium Abiturnote vergeben

worden. Da die Abiturnoten in den Gymnasien der

einzelnen Bundesländer aber nicht ohne Weiteres

vergleichbar sind, hatte sich die Medizinische

Fakultät Magdeburg entschieden, erstmals einen

schriftlichen Test durchzuführen – den HAM-Nat, einen

Multiple-Choice-Test mit Fragen zu medizinisch

relevanten Aspekten der Fächer Mathematik, Physik,

Chemie und Biologie. Bewerber mit hervorragenden

naturwissenschaftlichen Kenntnissen erhöhten

dadurch ihre Zulassungschancen.

Die Begrüßung der „neuen“ im Uniklinikum

Im voll besetzten Zentralen Hörsaal der Medizinischen

Fakultät der Magdeburger Uni wurden am 16.

August 2012 die neuen Schülerinnen und Schüler

des Ausbildungszentrums für Gesundheitsfachberufe

des Universitätsklinikums durch das Lehrerkollegium

herzlich begrüßt. Die Freude über den erhaltenen

Ausbildungsplatz stand den 93 jungen Leuten

ins Gesicht geschrieben. Sie werden künftig in der

Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und

Kinderkrankenpflege, Krankenpflegehilfe sowie in

der Medizinisch-technischen Laboratoriumsassistenz

und Medizinisch-technischen Radiologieassistenz

tätig sein.

Entwurf des neuen Hörsaals

vom Planungsbüro Rohling AG

Architekten und Ingenieure Die neue Führungsriege der Universität Magdeburg (v.l.n.r.):

Prorektor für Planung und Haushalt Prof. Dr. rer. nat. Jürgen

Christen, Rektor Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan, Prorektorin für

Bauen für bessere Lern- und Lehrbedingungen

Pünktlich mit Beginn der Semesterferien starteten

auf dem Campus der OVGU umfangreiche Bau- und

Sanierungsarbeiten. So wurde mit den Fundamentarbeiten

für den dringend benötigten Hörsaalneubau

auf dem Gelände an der Zschokkestraße

begonnen. 300 Studierende werden bereits ab dem

Wintersemester 2013 in einem mit modernster

Medientechnik ausgestatteten Gebäude verbesserte

Lehrbedingungen vorfinden. In unmittelbarer

Nachbarschaft zum neu entstehenden Hörsaal

liefen die Arbeiten zur grundlegenden Sanierung

des Fakultätsgebäudes der Humanwissenschaften

an – im April 2013 soll das frisch sanierte Gebäude

an die Fakultät übergeben werden. Für die ebenfalls

auf diesem Areal befindliche Sporthalle 1 wurden

auch die aus den 1980er Jahren stammenden sanitären

Anlagen grundlegend saniert, sodass dort nun

modernste Dusch- und Umkleidemöglichkeiten zur

Verfügung stehen. Auch die in den 1960er Jahren

errichteten Gebäude der Ingenieurwissenschaften

am Hohenstaufenring gegenüber dem Nordpark

erhielten eine neue Dach- und Fassadengestaltung.

Auch Baumaßnahmen in der Universitätsbibliothek

standen auf der Agenda: Hier wurden die klimatischen

und energetischen Bedingungen durch die

Revision der Lüftungsklappen sowie den Einsatz

moderner Leuchtmittel verbessert. Im Verwaltungsgebäude

der OVGU hingegen verbesserte der

Einbau eines behindertengerechten Fahrstuhls die

Zugangsbedingungen zur Universität. Ferner wurde

die Netzmodernisierung in den Gebäuden, die

Schaffung von baulichen Voraussetzungen für den

Beginn neuer Forschungsprojekte sowie der Einbau

von modernsten Labor- und Praktikumsräumen in

die Wege geleitet und schrittweise umgesetzt.

„Den Wettbewerb unter

den Hochschulen um gute

Studierende spüren natürlich

auch wir und sicher ist: Er

wird immer weiter zunehmen.

Wir freuen uns darum umso

mehr, mit dem Hörsaalbau die

Attraktivität der Studienbedingungen

an der OVGU

weiter steigern zu können“,

so der damalige Prorektor

für Studium und Lehre und

heutige amtierende Rektor

der Universität Magdeburg

Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan.

Bis Ende 2012 investierte die

OVGU über 6 Millionen Euro

in die Erneuerung und Sanierung

der Bausubstanz auf dem

Campus.

„Die Otto-von-Guericke-Universität

war in den letzten 14

Jahren in sehr guten Händen,

und sie wird in den kommenden

vier Jahren in sehr guten

Händen sein“, sagte Ministerpräsident

Dr. Reiner Haseloff

während der Veranstaltung.

Den scheidenden Rektor Prof.

Dr. Klaus Erich Pollmann

würdigte Haseloff als Wissenschaftler

mit strategischer

Weitsicht. Sein Name stehe

für Kontinuität, Verlässlichkeit

und Erfolg. Den neuen

Rektor beglückwünschte

Haseloff zu seinem „wichtigen,

verantwortungsvollen und

schönen Amt“. Strackeljan

stehe vor neuen Pflichten,

großen Herausforderungen

und Chancen. Er sei dafür

hervorragend qualifiziert –

auch aufgrund seiner internationalen

Reputation.

24 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 25

Studium und Lehre Prof. Dr. rer. nat. Franziska Scheffler, amtierender

Kanzler Volker Zehle und Prorektor für Forschung, Technologie

und Chancengleichheit Prof. Dr. rer. nat. Volkmar Leßmann

SEPTEMBER

erster MRT für die Medizintechnikforschung

In der Experimentellen Fabrik auf dem Campus der

Uni wurde der Magnetresonanztomograph (MRT)

Siemens Magnetom Skyra installiert. Die Magnetresonanztomographie

ist ein Verfahren, mit dessen

Hilfe man visuelle Schnittbilder des menschlichen

oder tierischen Körpers erzeugen und dadurch

Organe bzw. Organveränderungen sichtbar machen

und beurteilen kann. Das Großgerät wird an der

OVGU allerdings nicht für den Patientenbetrieb

genutzt, sondern mehreren Fakultäten für gemeinsame

interdisziplinäre, medizintechnische Forschungen

dienen. So werden an diesem MRT unter

anderem Methoden entwickelt, um minimalinvasive

chirurgische Eingriffe zu überwachen oder neue

Erkenntnisse über die Funktion des menschlichen

Gehirns zu gewinnen.

Global player investiert in OvGU-Labor

Mit dem „Fujitsu Information Systems Lab“, kurz Fujitsu

IS Lab, eröffnete einer der weltweit größten IT-

Infrastruktur-Anbieter, Fujitsu Technology Solutions,

an der Uni Magdeburg ein Labor zur Erforschung

großer betrieblicher Anwendungssysteme – so

genannte „Very Large Business Applications“, kurz

VLBA. Diese VLBA dienen dazu, die Geschäftsprozesse

großer, weltweit operierender Unternehmen

zu unterstützen, zu optimieren und zu organisieren.

Zu solchen betrieblichen Abläufen gehören u. a. das

Bestellwesen, die Versandabwicklung oder auch das

Mahnwesen. Neben den am Fujitsu IS Lab beschäftigten

Nachwuchswissenschaftlern werden auch

Studierende im Rahmen von Praktika sowie Masterund

Bachelorarbeiten in die Forschung eingebunden

– für einen verstärkten Praxisbezug im Studium.

CHRONIK 2012

JULI / AUGUST / SEPTEMBER

Das neue Rektorat der Uni Magdeburg

Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan trat die Amtsnachfolge

von Prof. Dr. Klaus Erich Pollmann an. Auf

einem Festakt in der Magdeburger Johanniskirche

am 26. September übergab der scheidende Rektor

der Universität Magdeburg, Prof. Dr. Klaus Erich

Pollmann, nach 14 Jahren Amtszeit die Amtskette

an Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan. Seit dem

1. Oktober steht nun der Ingenieur an der Spitze

der OVGU und lenkt gemeinsam mit den drei

Prorektoren sowie dem Kanzler Volker Zehle die

kommenden vier Jahre die Geschicke der Uni.

OvGU erhält Forschungsförderung in Millionenhöhe

An der Magdeburger Uni wird ein Forschungscampus

für innovative Medizintechnik entstehen. Das

Projekt STIMULATE zur Entwicklung innovativer

Medizintechnik gehört zu den zehn Gewinnern im

Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung

und Forschung. Bundesweit hatten sich 96 Initiativen

aus allen Wirtschaftsbereichen beworben.

STIMULATE steht für Solution Centre for Image

Guided Local Therapies. Künftig sollen im Rahmen

dieses Leuchtturmprojekts Technologien für bildgeführte,

minimalinvasive Methoden in der Medizin

entwickelt werden, die sowohl Behandlungsmethoden

verbessern als auch die Kostenexplosion im

Gesundheitswesen eindämmen. Im Fokus stehen

dabei wichtige Volkskrankheiten aus den Bereichen

Onkologie, Neurologie sowie kardiovaskuläre

Erkrankungen. Die Förderung für den Magdeburger

Forschungscampus beläuft sich auf 1,6 Millionen

Euro im ersten Jahr und je 2 Millionen Euro in den

Folgejahren. Die gesamte Förderdauer beträgt bis

zu 15 Jahre.


26 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 27

OKTOBER

CHRONIK 2012

OKTOBER / NOVEMBER / DEZEMBER

Immatrikulationsfeier für das

Wintersemester 2012/13

Die Rolle der Frauen in der Gesellschaft

Professor Dr. Angela Kolb, Ministerin für Justiz und

Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt, eröffnete

am 25. Oktober die Tagung zur Frauen- und Geschlechterforschung

an der Universität Magdeburg.

Im Rahmen dieser Tagung und generell anlässlich

des landesweiten Tages für Frauen- und Geschlechterforschung

fand im Senatssaal der Universität ein

interdisziplinärer wissenschaftlicher Diskurs über

die wechselnde Rolle der Frauen in der Gesellschaft

statt. Historikerinnen, Erziehungswissenschaftlerinnen

und Journalistinnen präsentierten hier neueste

Forschungsergebnisse auf diesem Gebiet aus der

Perspektive ihres jeweiligen Fachs. Die Veranstaltung

richtete sich nicht nur an Wissenschaftler und

Studierende, sondern auch an die interessierte

Öffentlichkeit.

neuer Masterstudiengang „Gesundheit und pflege“

im Lehramt an berufsbildenen Schulen

Der Studiengang richtet sich an Absolventen von

gesundheits- oder pflegewissenschaftlichen Bachelorstudiengängen,

die als Lehrer an berufsbildenden

Schulen Verantwortung für die professionelle

Ausbildung der nächsten Generation von Pflegeund

Gesundheitsfachkräften übernehmen wollen.

Der Studiengang orientiert sich an einer modernen

Lehrerausbildung, deren Stärke in der Integration

von theoretischen und praktischen Lern- und

Lehrformen besteht und auf die Gestaltung eines

praxisnahen Unterrichts vorbereitet.

von Amazon bis volkswagen – und an der OvGU

Mehr als 60 namhafte national und international

agierende Unternehmen präsentierten sich am 24.

Oktober auf der nunmehr 10. Firmenkontaktmesse.

Studierende und Absolventen hatten hier die

Möglichkeit, mit Unternehmen aus verschiedensten

Branchen ins Gespräch zu kommen und Karrierechancen

auszuloten. Für die Unternehmen hingegen

bot sich die Möglichkeit, in Zeiten steigenden

Fachkräftemangels frühzeitig mit hoch qualifiziertem

Fachkräftenachwuchs persönliche Kontakte zu

knüpfen. Flankiert wurde diese Firmenkontaktmesse

von einem umfangreichen Vortragsprogramm und

attraktiven Angeboten, wie bspw. dem kostenlosen

Check der Bewerbungsunterlagen, kostenfreien

professionellen Persönlichkeitsanalysen oder der

Anfertigung von High-Quality-Bewerbungsfotos.


NOVEMBER

Der Gründertag 2012 wurde

veranstaltet vom Interaktionszentrum

Entrepreneurship.

Diskussionsabend mit Landesministerin

Im Rahmen des KVINNA-Mentoringprogramms der

Universität Magdeburg hielt Frau Prof. Dr. Birgitta

Wolff, Wissenschafts- und Wirtschaftsministerin

des Landes Sachsen-Anhalt, am 5. November

einen Vortrag zum Thema „Frauen in der Politik:

Mittendrin statt nur dabei?!“. Dabei äußerte sich die

Ministerin zu Karrierestrategien und -verläufen von

Frauen in Wissenschaft und Politik und beleuchtete

die Schnittstelle zwischen Politik und Wissenschaft,

indem sie der Frage nachging, inwieweit Wissenschaft

politisch ist. In der anschließenden Diskussion

konnten offengebliebene Fragen geklärt werden.

Weiterbildungsprojekt für Zentralasien

Das Bildungssystem in Zentralasien ist aktuell

durch Lehrermangel und niedrige Bildungsqualität

geprägt, und universitäre Austauschprogramme

scheitern an vielen formalen Hürden. Aus diesem

Grund waren Bildungsforscher aus Europa und

Zentralasien an der OVGU zu Gast. Wissenschaftler

des Instituts für Berufs- und Betriebspädagogik

der OVGU halfen hier mit Partnern aus Spanien,

England, Wales und Litauen zentralasiatischen

Bildungsexperten, die aktuelle Situation in Kasachstan,

Kirgisien und Tadschikistan zu analysieren und

Optimierungskonzepte zu erarbeiten. Diese sollen

im Laufe des dreijährigen EU-Projektes EDUCA

implementiert werden. Ziel ist die Anpassung der

Studienstrukturen an europäische Standards sowie

der Aufbau eines Bildungsmanagements.

Durchstarten mit der eigenen Geschäftsidee

Um unternehmerisches Denken und Handeln unter

Studierenden, Absolventen und Wissenschaftlern

zu stärken, beteiligte sich die OVGU erstmals an der

bundesweit stattfindenden Gründerwoche Deutschland.

Auf dem „Gründertag 2012“ (14. November) bot

die Universität sowohl Gründungsinteressierten als

auch Existenzgründern die Möglichkeit, sich kostenlos

über die Möglichkeiten der unternehmerischen

Selbstständigkeit zu informieren und individuell

beraten zu lassen. Zahlreiche Projekte und Institutionen

stellten ihre Angebote und Leistungen vor.

Interessierte konnten sich u. a. zu Businessplanung,

Produktentwicklung, Schutzrechtsanmeldungen

sowie Finanzierung- und Förderung informieren.

Forschungstransfer in größter Uni-Absorberhalle

Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg spielt

eine zentrale Rolle bei der Erforschung der Wirkung

elektromagnetischer Felder auf die empfindliche

Elektronik vieler Hightech-Produkte; sie besitzt mit

der sogenannten Absorberhalle die größte ihrer Art

an einer Universität bundesweit. Beim „10. EMV-

Industrieseminar“, am 6. November, am Institut für

Grundlagen der Elektrotechnik und Elektromagnetische

Verträglichkeit, hatten gut 200 Entwickler,

Konstrukteure und Vertreter des Managements der

Elektroindustrie die Möglichkeit, vor Ort zu erfahren,

wie sie das wissenschaftliche Know-how sowie

die Technologien der Universität Magdeburg für ihre

Unternehmen nutzen können.

28 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 29

CHRONIK 2012

OKTOBER / NOVEMBER / DEZEMBER

DEZEMBER

Das Team des Sonderforschungsbereichs

Transregio

„Eine Companion-Technologie

für kognitive technische

Systeme“

Millionen für die Mensch-Maschine-Forschung

Der an der OVGU angesiedelte Sonderforschungsbereich/Transregio

(SFB/TRR) 62 „Eine Companion-

Technologie für kognitive technische Systeme“ wird

von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)

weiter finanziell unterstützt. Die zum Januar 2013

bewilligte vierjährige zweite Förderperiode des

SFB/TRR hat ein Volumen von knapp neun Millionen

Euro. Bei erfolgreichem Verlauf ist eine Verlängerung

bis Ende 2020 möglich. Im 2009 etablierten

SFB/TRR gehen 60 Wissenschaftler der Otto-von-

Guericke-Universität Magdeburg, des Leibniz-Instituts

für Neurowissenschaften und der Universität

Ulm der Frage nach, wie die Interaktion zwischen

Mensch und Maschine, ihre neurobiologischen und

psychologischen Grundlagen sowie ihre technischen

Ausprägungen weiter entwickelt werden

können. Ziel ist es, eine Technologie zu schaffen, die

menschlichen Nutzern eine völlig neue Dimension

des Umgangs mit technischen Systemen ermöglicht.

Das interdisziplinäre Konsortium aus Ingenieuren,

Informatikern, Medizinern, Neurobiologen und

Psychologen folgt der Vision, dass technische Systeme

der Zukunft Companion-Systeme sind – kognitive

technische Systeme, die ihre Funktionalität

vollkommen individuell auf den jeweiligen Nutzer

abstimmen. Sie orientieren sich an seinen Fähigkeiten,

Vorlieben, aktuellen Bedürfnissen sowie seiner

emotionalen Befindlichkeit. Dabei sind sie stets verfügbar,

kooperativ und vertrauenswürdig und treten

ihrem Nutzer als kompetente und partnerschaftliche

Dienstleister gegenüber.

16. Ausgabe des Kurzfilmfestivals „video-expo“

Am 11. Dezember wurden wieder einmal die goldenen,

silbernen und bronzenen Kängurus vergeben

– für die besten, selbst produzierten studentischen

Kurzfilme. Den kritischen Blicken von Kommilitonen

und Professoren mussten insgesamt neun Filme

standhalten, die es nach einer Vorauswahl in die

Endrunde geschafft hatten. Die Filmemacher der

Video-Expo sind jedes Jahr Studierende der Medienbildung,

der Bildungswissenschaften sowie der

Computervisualistik. Gemeinsam vom Lehrstuhl für

Allgemeine Pädagogik und dem Audiovisuellen Medienzentrum

der Uni initiiert, sollen sie durch das

Festival angeregt werden, sich nicht nur theoretisch

mit Medien, wie Film oder Internet auseinanderzusetzen,

sondern lernen, sie aktiv zu nutzen.


30 JAHRBUCH 2011 JAHRBUCH 2012 31

STUDIUM / LEHRE / WEITERBILDUNG

02

33 EINLEITUNG

35 FOKUS LEHRE

37 OTTO-VON-GUERICKE-LEHRPREIS

39 MENTORING

41 üBERSICHT LEHRE

43 MEDIZINSTUDIUM

45 INTERNATIONALISIERUNG

47 STUDIENANGEBOTE

49 STUDIENGäNGE MIT PROFIL

51 INTERDISZIPLINARITäT

53 DUALES STUDIUM

55 LEHRE UND PRAxIS

59 DOROTHEA-ERxLEBEN-PROFESSUR


IM FOKUS: STUDIENQUALITäT

S

inkende Abiturientenzahlen und zunehmender

Fachkräftemangel in Deutschland stellen nicht

nur die Otto-von-Guericke-Universität vor neue

Herausforderungen. Bei nahezu gleichbleibender

Studierendenzahl brachte das Jahr 2012 der OVGU

einen Rückgang der Studienanfänger um ca. 13 %.

Universitätsweit werden viele Anstrengungen

unternommen, um nicht nur die Anfängerzahlen auf

hohem Niveau zu halten, sondern auch die Quote der

Studierenden zu erhöhen, die mit einem erfolgreichen

Abschluss als Bachelor, Master oder mit

Doktortitel unsere Universität verlassen.

Um den wachsenden Bedarf an qualifizierten

Mitarbeitern in der Industrie und allen gesellschaftlichen

Bereichen decken zu können, muss es uns

zukünftig gelingen, auch Bewerbern mit anderen

als den klassischen Zugangsvoraussetzungen ein

Hochschulstudium zu ermöglichen. Zur Vorbereitung

auf die sich daraus ergebende wachsende Heterogenität

der Studierendenschaft mit unterschiedlichen

Bildungsbiographien hatten in diesem Jahr erstmals

Lehrende aller Hochschulen Sachsen-Anhalts die

Möglichkeit, an einer Vielzahl von Veranstaltungen

des 1. Hochschuldidaktischen Monats an der OVGU

teilzunehmen. In 19 verschiedenen Kursen war

32 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 33

STUDIUM / LEHRE / WEITERBILDUNG /

EINLEITUNG

Gelegenheit, sich u. a. mit aktivierenden Lehrmethoden,

E-Teaching oder dem Umgang mit Heterogenität

in der Lehre zu beschäftigen. Eine anschließende

Bewertung der genutzten Angebote durch die Teilnehmer

zeigte eine überwiegend positive Resonanz.

Im Rahmen des landesweiten Verbundprojektes

HET-LSA wird es auch zukünftig weitere Angebote zu

vielen Themen rund um die Lehre geben.

Wie wird nun aus (fast) jedem Studienanfänger an

der OVGU auch ein erfolgreicher Absolvent unserer

Universität?

Zum individuellen Studienerfolg tragen viele

Faktoren bei:

Eine erfolgreiche Studienberatung zeigt sich vor

allem auch darin, dass jeder Studienanfänger ein

Studium beginnt, das zu ihm passt, bei dem seine

Neigungen, Talente und Fähigkeiten bestmöglichst

genutzt werden. Unsere Mitarbeiter aus der zentralen

Studienberatung und den Fakultäten präsentieren

unsere Studiengänge und den Hochschulstandort

Magdeburg auf regionalen und deutschlandweiten

Bildungsmessen und bei Informationsveranstaltungen

in Schulen – immer mit individueller Beratung –,

bieten aber auch vielfältige Angebote für studieninteressierte

Schüler hier vor Ort an, wie z. B. bei den

Campus Days, dem Schnupperstudium, der Kinder-

Uni, verschiedenen Praktika für Schülerinnen und

Schüler, dem MINT-Praktikum für Abiturientinnen

und Abiturienten, der Herbst-Uni oder Angeboten für

Projekttage. In einer technisch geprägten Universität

wie unserer liegt heute besonderes Augenmerk

auf der Gewinnung von jungen Frauen für bislang

männlich dominierte Studienrichtungen, wie z. B.

E-Technik, Maschinenbau oder Verfahrenstechnik.

Das gelingt besonders dann, wenn sich Studienanfängerinnen

an erfolgreichen Wissenschaftlerinnen

aus diesen Bereichen orientieren können. Ein besonderes

Rollenvorbild ist die diesjährige Dorothea-Erxleben-Professorin

Birgitt Futterer, die für ein Jahr am

Institut für Strömungstechnik und Thermodynamik

u. a. an Strömungsphänomenen in der Schwerelosigkeit

forscht.

Zum optimalen Studienverlauf soll auch das

Mentoring-Programm „Starte, Steige, Springe!“ beitragen.

Während in der Anfangsphase, studentische

Mentoren höherer Semester, die in diesem Jahr erstmals

auch geschult wurden, den Studienanfängern

zur Seite stehen, geben im weiteren Studienverlauf

Lehrende Unterstützung bei der individuellen Gestaltung

des Studienplans und beraten bei auftretenden

Problemen. In der Abschlussphase des Studiums

können dann die Betreuer der Qualifizierungsarbeiten,

mit ihren vielfältigen Kontakten in die Wissenschaftsgemeinschaft

und Industrie, bei der weiteren

Karriereplanung hilfreich zur Seite stehen.

Welche Bedeutung wir einer guten, hoch motivierten

und engagierten Lehre als Faktor für erfolgreiche

Studienabschlüsse beimessen, wird auch durch die

erstmalige Vergabe des Otto-von-Guericke-Lehrpreises

verdeutlicht. Eine in der Mehrzahl studentische

Jury wählte aus mehr als 50, von den Fachschaften

vorgeschlagenen Lehrprojekten, das innovativste

zur Prämierung aus. Die Preisverleihung erfolgte

im Rahmen des Akademischen Festaktes anlässlich

des Geburtstages des Namenspatrons unserer

Universität. Die Resonanz auf die Ausschreibung

des Otto-von-Guericke-Lehrpreises ist nur ein guter

Grund, diese Prämierung in den kommenden Jahren

fortzuführen und zur Tradition werden zu lassen.

Das Jahr 2012 hat eine Reihe von Neuerungen im

Bereich Studium und Lehre gebracht. Mehr dazu

können Sie auch in den folgenden Beiträgen lesen.

Diese und zukünftig geplante Maßnahmen stellen

sich unserem Anspruch, den Studierenden eine qualitativ

hochwertige und aktuelle Lehre und Ausbildung

bieten zu können und so in Zeiten gravierender

demographischer Veränderungen dem Fachkräftemangel

entgegenzuwirken.

Prof. Dr. rer. nat. Franziska Scheffler

Prorektorin für Studium und Lehre


Oben links: Teamfoto fokus: LEHRE, v.l.n.r. Maria Kondratjuk, Annika Rathmann,

Claudia Wendt, Heidrun Rudloff

Oben rechts: Gewinner des Call for Concepts, prämiert auf dem Abschlussworkshop

Links: Flyer des Hochschuldidaktischen Monats im November 2012

Neben den klassischen Abiturienten

als Studienanfänger

werden künftig Berufstätige,

Studienanfänger ohne Abitur

oder aus nichtakademischen

Elternhäusern eine sehr heterogene

Studierendengruppe

bilden.

34 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 35

STUDIUM / LEHRE / WEITERBILDUNG /

FOKUS LEHRE

FOKUSSIERT: DIE HETEROGENITäT

DER STUDIERENDEN

1. Hochschuldidaktischer Monat und

Call for Concepts

Laut aktuellen demographischen Zahlen werden

sich Studierende künftig in ihren sozialen und

familiären Kontexten, in Alter, Ethnizität, in ihren

Bildungswegen und Kompetenzniveaus stark

voneinander unterscheiden. Wie bereiten wir die

Lehrenden auf diese neue Vielfalt vor?

Seit Sommer 2012 beschreitet die Otto-von-Guericke-Universität

mit dem Projekt fokus: LEHRE

diesbezüglich neue Wege in der Verbesserung

der Qualität der Lehre. Die Aktivitäten des fokus:

LEHRE-Teams setzen konkret bei der Tatsache und

den Herausforderungen einer wachsenden Heterogenität

der Studierendenschaft an:

Im November 2012 bspw. legte das Team von fokus:

LEHRE mit der Konzeption und Organisation des 1.

Hochschuldidaktischen Monats den Grundstein für

regelmäßige hochschuldidaktische Angebote. Im

Rahmen von zwanzig verschiedenen Workshops

wurde ein breites Themenspektrum angeboten:

Vom „Umgang mit heterogenen Lernergruppen“

als Schwerpunktthema der Veranstaltungsreihe,

über Lehrveranstaltungsplanung, Methoden für

Großgruppen und Studierendenmotivation, bis zu

Rhetorik und E-Learning reichte das Angebot, das

zahlreiche Lehrende sowie studentische und wissenschaftliche

Hilfskräfte nutzten.

Aber welchen konkreten Bedarf haben die Lehrenden

der OVGU in Bezug auf ihre hochschuldidaktische

Weiterbildung? fokus: LEHRE betreibt

auch diesbezüglich Hochschulforschung: Ende 2012

wurde die Befragung zum „Weiterbildungsbedarf

im Kontext einer heterogener werdenden Studie-

rendenschaft“ mit großem Rücklauf seitens der

Lehrenden der OVGU abgeschlossen. Die Ergebnisse

fließen nun in die Planung und Entwicklung neuer

hochschuldidaktischer Angebote ein, um diese

adressatenspezifisch ausrichten zu können.

Zudem förderte die OVGU mit dem „Call for

Concepts: Lehre innovativ“ neue und kompetenzorientierte

Lehrkonzepte: Gesucht wurden Konzepte,

welche die studentische Vielfalt in der Lehre in besonderer

Weise berücksichtigten. Insgesamt wurden

drei Mal 5.000 Euro ausgelobt, die dazu dienen sollen,

die Umsetzung dieser Projekte zu unterstützen.

Im Rahmen des großen „fokus: LEHRE Workshops

– Lehre innovativ: Umgang mit Heterogenität“ am

13. Dezember 2012 wurden die Gewinner des Call for

Concepts schließlich prämiert. Im Austausch mit den

Gästen aus Politik und anderen Hochschulen wurde

dieser Tag auch als eine Zukunftswerkstatt für die

Lehre an der OVGU genutzt.

fokus: LEHRE ist ein Teilprojekt der OVGU, das im

Rahmen des Verbundprojektes „HET LSA – Heterogenität

als Qualitätsherausforderung für Studium

und Lehre“ angesiedelt ist. Der Verbund aller

sachsen-anhaltischen Hochschulen widmet sich

dem Ziel, die Hochschulen für neue Zielgruppen

zu öffnen. Die OVGU fungiert als koordinierende

Hochschule in diesem Verbund. Dafür wird hier eine

Professur für „Hochschulforschung und Professionalisierung

der akademischen Lehre“ geschaffen,

die voraussichtlich im Sommer 2013 besetzt wird.

Gefördert wird das Projekt mit einem Umfang von

vier Millionen Euro durch das Bundesministerium

für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des

Qualitätspaktes Lehre.


FOKUSSIERT: DIE FÖRDERUNG

INNOVATIVER LEHRKONZEPTE

erstmalige vergabe des Otto-von-Guericke-

Lehrpreises 2012

Die Einheit von Forschung und Lehre gilt als wichtigste

Säule einer exzellenten Hochschule. Und nur

eine hervorragende Lehre gewährleistet ein hohes

Niveau in Forschung und Wissenschaftstransfer.

Beides, Lehre und Forschung, müssen deshalb –

sofern das Humboldtsche Ideal ernst gemeint ist –

gleichermaßen gefördert werden. Doch wie sieht es

aus mit der Lehre an der OVGU?

Um die Lehrqualität sichtbar zu machen, lobte das

Rektorat der OVGU gemeinsam mit dem Studierendenrat

sowie den Fachschaften 2012 erstmalig

den Otto-von-Guericke-Lehrpreis aus: Unter dem

Gesichtspunkt der didaktisch-methodischen Vielfalt

Didaktisch-methodische

Vielfalt in der Lehre

wurden Lehrende oder Lehrteams für den Preis

nominiert. Grundlage für die Nominierungen waren

studentische Beurteilungen sowie erläuterndes

Material zu den einzelnen Lehrveranstaltungen. Die

Studierenden beurteilten u. a., ob die Lehrenden die

Möglichkeit geben, den Lehrstoff auf ganz verschiedene

Weise zu verinnerlichen, anzuwenden und

weiterzudenken. Beurteilt wurde auch, inwiefern

die Lehrenden verschiedene Formen des Lernens

berücksichtigen. Und letztlich war auch entscheidend,

ob in der Lehre ein sinnvoller Methodenwechsel

erkennbar ist.

Aus allen Fakultäten lagen Nominierungen für den

Lehrpreis vor, insgesamt 50 an der Zahl – alle überaus

versiert, kreativ und engagiert.

Unten rechts: Die Gewinner

des erstmalig vergebenen

Otto-von-Guericke-Lehrpreises

auf dem Akademischen Festakt

am 22. November 2012 – PD

Dr. med. habil. Dörthe Küster

(2.v.r.) und Prof. Dr. med. habil.

Christian Vorwerk (3.v.r.) im

Beisein von Rektor Prof. Dr.-

Ing. Jens Strackeljan (rechts)

sowie Prorektorin für Studium

und Lehre Prof. Dr. Franziska

Scheffler (3.v.l) nebst den zwei

studentischen Laudatorinnen

36 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 37

STUDIUM / LEHRE / WEITERBILDUNG /

OTTO-VON-GUERICKE-LEHRPREIS

Nach einer Vorauswahl auf Basis eines Punktesystems

sowie eines diskursiven Verfahrens bestimmte

eine Jury – bestehend aus der Prorektorin für Studium

und Lehre, vier Studierenden und zwei Universitätsmitarbeitern

– die Preisträger. Verliehen wurde

der Lehrpreis auf dem Akademischen Festakt, auf

dem stets auch der Forschungspreis vergeben wird

– ein klares Zeichen der OVGU für die gleichwertige

Behandlung von Forschung und Lehre.

Der Lehrpreis ging schließlich an die Mediziner Prof.

Dr. med. habil. Christian Vorwerk und PD Dr. med. habil.

Dörthe Küster – für ihr innovatives Lehrkonzept in

der Medizinerausbildung. Das Ziel der beiden: Theorie

und Praxis während des Studiums besser miteinander

zu verknüpfen. Ihr Lehrkonzept eint didaktische Set-

tings, wie Vorträge, OP-Praktika, Patienteninterviews,

Fachfahrten und persönliche Patientenbetreuung.

Lehrinhalte werden nun teils auch durch verschiedene

Oberärzte vermittelt – und durch deren unterschiedliche

Sichtweise wurde den Studierenden erstmals die

große Bedeutung der Interdisziplinarität in der Medizin

bewusst. Das interdisziplinäre, praxisorientierte

Lernen fördert das analytische Denken und selbstständige

Handeln, es regt die Studierenden – nach

eigenen Aussagen – an zum kritischen Hinterfragen

vorhandener Lehrkonzepte und Abläufe. Insgesamt

verweist dieser neue Ansatz auf die große Rolle der

fächerübergreifenden Zusammenarbeit in der medizinischen

Ausbildung, ebenso auf Kompetenzen wie

Teamgeist, Durchhaltevermögen und Emotionalität.


Für den optimalen einstieg, verlauf und Abschluss

des Studiums

Mentoring an der OVGU – das bedeutet die individuelle

Beratung und Begleitung von Studierenden

durch Studierende sowie durch Professoren, die

schließlich auch einmal studiert haben und die

Sorgen der Studierenden somit gut kennen. Das Ziel

des Mentorings: Die Qualität von Studium und Lehre

zu verbessern, den Studienerfolg zu sichern und das

Identifikationspotential mit der OVGU zu stärken.

Kurzum: Mentoring dient der Unterstützung der Studierenden

während des Studienstarts, während der

Qualifikationsphase sowie der Karriereförderung von

Nachwuchskräften.

Für all diese Aspekte wurde an der OVGU ein

Mentoring-Konzept entwickelt, das sich am studentischen

Lebenszyklus orientiert und in eine sogenannte

Starte-, Steige- und Springe-Phase gliedert.

Die Starte-phase konzentriert sich zeitlich auf den

Studienanfang und richtet sich an Studienanfänger

aller Fachrichtungen. Die Ziele dieser Phase:

• Studienanfängern den Einstieg zu erleichtern

• Studierende beim erfolgreichen Verlauf zu

unterstützen

• die Studierendenzufriedenheit zu erhöhen

Im Rahmen dieser Phase erfolgt ein Peer-Mentoring,

das der Autonomie und den Besonderheiten der

Fakultäten Rechnung trägt: Format, Methoden und

Inhalte verantworten dabei – im Sinne eines partizipativen

Ansatzes – die Fachschaften. Ein Gremium

aus Fachschaftsvertretern, dem UniMentor e. V.

sowie der Programmkoordination überwacht dabei

die Umsetzung und Qualitätssicherung.

38 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 39

STUDIUM / LEHRE / WEITERBILDUNG /

MENTORING

MENTORING AN DER OVGU: STARTe! STeIGe! SpRInGe!

Die Steige-phase des Mentorings nimmt die Studierenden

mit ihren spezifischen Belangen im Verlauf

ihres Studiums in den Blick. Professoren oder

Dozenten reflektieren in Kenntnis des aktuellen

Leistungsstands gemeinsam mit den Studierenden

deren persönliche Studiensituation. Erfahrungsgemäß

stellt sich in dieser Phase des Studiums heraus,

ob ein erfolgreicher Abschluss gelingt. Hier eine

persönliche Beratung und Unterstützung zu etablieren,

wird zu einer Verringerung der Abbrecherquote

führen.

Ob sich ein Absolvent auf die eigene Unternehmensgründung

vorbereiten will, eine wissenschaftliche

Karriere anstrebt oder an der individuellen Vermittlung

eines attraktiven Arbeitsplatzes über die

Vernetzung der Professoren in die Wirtschaft interessiert

ist – die Springe-phase des Mentoring-Kon-

zepts greift all diese Aspekte auf. In unterschiedlich

ausgerichteten Programmen werden Absolventen

diversifiziert und fachspezifisch Karrierechancen

eröffnet.

Zum Studienstart im Wintersemester 2012/13 begleiteten

rund 300 Studierende – Mentorinnen und

Mentoren aller Fakultäten – 3.550 Erstsemester!

Da gute Begleitung und Beratung gelernt sein will,

fand im September 2012 erstmalig eine Schulung der

gut 300 Mentoren statt. Diese umfasste Workshops

zur Kommunikation, Beratung und gruppendynamischen

Prozessen. Außerdem erläuterte der Rektor

Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan in einer Vorlesung

noch einmal detailliert die OVGU – die Universitätsstruktur,

Entscheidungsgremien und Prozessabläufe.


Institut für Mechanik (IFME)

Institut für Maschinenkonstruktion

(IMK)

Institut für Fertigungstechnik

und Qualitätssicherung (IFQ)

Institut für Arbeitswissenschaft,Fabrikautomatisierung

und Fabrikbetrieb (IAF)

Institut für Logistik und

Materialflusstechnik (ILM)

Institut für Mobile Systeme

(IMS)

Institut für Werkstoff- und

Fügetechnik (IWF)

Institut für Verfahrenstechnik

(IVT)

Institut für Apparate und

Umwelttechnik (IAUT)

Institut für Strömungstechnik

und Thermodynamik (ISUT)

Institut für Chemie (ICH)

Institut für Automatisierungstechnik

(IFAT)

Institut für Elektronik,

Signalverarbeitung und

Kommunikationstechnik

(IESK)

Institut für Elektrische

Energiesysteme (IESY)

Institut für Grundlagen der

Elektrotechnik und Elektromagnetische

Verträglichkeit

(IGET)

Institut für Mikro- und

Sensorsyteme (IMOS)

Institut für Technische und

Betriebliche Informationssysteme

(ITI)

Institut für Verteilte Systeme

(IVS)

Institut für Simulation und

Graphik (ISG)

Institut für Wissens- und

Sprachverarbeitung (IWS)

Institut für Algebra und

Geometrie (IAG)

Institut für Analysis und

Numerik (IAN)

Institut für Mathematische

Optimierung (IMO)

Institut für Mathematische

Stochastik (IMST)

Institut für Experimentelle

Physik (IEP)

Institut für Theoretische

Physik (ITP)

Institut für Psychologie II

(IFP)

Institut für Biologie (IBIO)

Betriebswirtschaftslehre

Unternehmensrechnung und

Controlling

Internationales Management

Betriebswirtschaftliche

Steuerlehre

Finanzierung und Banken

Unternehmensführung und

Organisation

Produktion und Logistik

Marketing

Management Science

Unternehmensrechnung/

Accounting

E-Business

Entrepreneurship

Empirische Wirtschaftsforschung

Economics of Business and

Law

Innovations- und Finanzmanagement

International Human

Resource Management

(Juniorprofessur)

International Business

(Juniorprofessur)

Consumer Behavior

(Juniorprofessur)

Operations Management

(Juniorprofessur)

volkswirtschaftslehre

Finanzwissenschaft

Wirtschaftstheorie

Wirtschaftspolitik

Internationale Wirtschaft

Monetäre Ökonomie und

öffentlich-rechtliche Finanzwirtschaft

Makroökonomik

(Juniorprofessur)

Recht

Lehrstuhl für Bürgerliches

Recht, Handels- und

Wirtschaftsrecht

Institut für Berufs- und

Betriebspädagogik (IBBP)

Institut für Erziehungswissenschaft

(IEW)

Institut für Sportwissenschaft

(ISPW)

Institut für Fremdsprachliche

Philologien (IFPH)

Institut für Germanistik

(IGER)

Institut für Geschichte

(IGES)

Institut für Philosophie

(IPHI)

Institut für Politikwissenschaft

(IPW)

Institut für Psychologie I

(IPSY)

Institut für Soziologie (ISOZ)

40 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 41

STUDIUM / LEHRE / WEITERBILDUNG /

üBERSICHT LEHRE

Institute

Institut für Anatomie

Institut für Physiologie

Institut für Medizinische

Psychologie

Zentrum für Biochemie und

Molekularbiologie

Institut für Biochemie und

Zellbiologie

Institut für Neurobiochemie

Institut für Molekularbiologie

und Medizinische

Chemie

Institut für Pharmakologie

und Toxikologie

Institut für Klinische Pharmakologie

Institut für Sozialmedizin

und Gesundheitsökonomie

Institut für Biometrie und

Medizinische Informatik

Institut für Klinische Chemie

und Pathobiochemie

Zentrum für patholo gie und

Rechtsmedizin

Institut für Pathologie

Institut für Neuropathologie

Rechtsmedizin

Institut für Medizinische

Mikrobiologie

Institut für Molekulare und

Klinische Immunologie

Institut für Transfusionsmedizin

und Immunhämatologie

mit Blutbank

Institut für Humangenetik

Institut für Allgemeinmedizin

Lehrbereich Geschichte,

Ethik und Theorie der

Medizin

Bereich Arbeitsmedizin

Kliniken

Universitätsklinik für

Allgemein-, Viszeral- und

Gefäßchirurgie

Universitätsklinik für Unfallchirurgie

Universitätsklinik für

Plastische, ästhetische und

Handchirurgie

Universitätsklinik für Herzund

Thoraxchirurgie

Universitätsklinik für Neurochirurgie

Orthopädische Universitätsklinik

Universitätsaugenklinik

Universitätsklinik für Urologie

und Kinderurologie

Universitätsklinik für Hals-,

Nasen- und Ohrenheilkunde

Universitätsklinik für Mund-,

Kiefer- und Gesichtschirurgie

Universitätsfrauenklinik

Universitätsklinik für

Reproduktionsmedizin und

Gynäkologische Endokrinologie

Zentrum für Innere Medizin

Universitätsklinik für

Kardiologie, Angiologie und

Pneumologie

Universitätsklinik für Gastroenterologie,

Hepatologie

und Infektiologie

Universitätsklinik für Nieren-

und Hochdruckkrankheiten,

Diabetologie und

Endokrinologie

Universitätsklinik für Hämatologie

und Onkologie

Institut für Experimentelle

Innere Medizin

Universitätskinderklinik

Universitätsklinik für Dermatologie

und Venerologie

Universitätsklinik für

Neurologie

Institut für Kognitive Neurologie

und Demenzforschung

Universitätsklinik für Stereotaktische

Neurochirurgie

Universitätsklinik für Psychiatrie

und Psychotherapie

Universitätsklinik für Psychosomatische

Medizin und

Psychotherapie

Klinik für Kinder- und

Jugendpsychiatrie

Zentrum für Radiologie

Universitätsklinik für Radiologie

und Nuklearmedizin

Institut für Neuroradiologie

Universitätsklinik für Strahlentherapie

Universitätsklinik für Anästhesiologie

und Intensivtherapie


Oben: Warten auf den Beginn

des Tests im Sonnenschein

Unten: die Anmeldung

zum Test

NEUE WEGE ZUM

MEDIZINSTUDIUM

Abiturnote erstmalig ergänzt durch naturwissenschaftlichen

Test

Am 14. August 2012 fand in Magdeburg erstmals ein

naturwissenschaftlicher Auswahltest für Medizinbewerber

statt. Eingeladen waren vorausgewählte

Bewerber mit den besten Abiturnoten, die sich

mit erster Präferenz in Magdeburg als Studienort

beworben hatten. Circa ein Viertel der Ausgewählten

kam aus Sachsen-Anhalt, gefolgt von Nieder-

42

JAHRBUCH 2012

Der Auswahltest fand in elf

Hörsälen der OVGU und auf

dem Campus der Medizinischen

Fakultät statt.

JAHRBUCH 2012 43

STUDIUM / LEHRE / WEITERBILDUNG /

MEDIZINSTUDIUM

sachsen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg,

Bayern und Berlin. Rund 400 Bewerber folgten der

Einladung.

Mit hervorragenden Kenntnissen in den Fächern

Mathematik, Physik, Chemie und Biologie konnten

die Teilnehmer an dem schriftlichen Test ihre

Chance auf einen Studienplatz zum Wintersemester

2012/13 deutlich verbessern. So erreichten 63 Prozent

von ihnen in der aussichtsreichen Spitzengruppe

ihren Rangplatz im Zulassungsverfahren erst

durch die Verbindung ihrer Abiturnote mit einem

guten Testergebnis. Die mittelfristigen Auswirkungen

des neuen Auswahlverfahrens auf den Studienerfolg

werden noch genauer beobachtet.

Mehr als 50 Hochschullehrer, ärzte, Fakultätsmitarbeiter

und studentische Hilfskräfte stellten einen

reibungslosen Ablauf des Tests in elf verschiedenen

Hörsälen auf dem Universitäts-Campus und

dem Campus der Medizinischen Fakultät sicher.

Vorausgegangen war eine intensive Vorbereitung

und Koordination des Auswahlverfahrens durch die

Mitarbeiterinnen des Studiendekanats. Unterstützt

wurden sie dabei von den Hamburger Kollegen, die

den HAM-NAT-Auswahltest schon seit einigen Jahren

einsetzen. Die Testfragen wurden durch unsere

Fachvertreter der Biologie, Physik und Chemie und

durch Hamburger Kollegen erarbeitet.


44 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 45

STUDIUM / LEHRE / WEITERBILDUNG /

INTERNATIONALISIERUNG

DOPPELDIPLOM

PODWóJNY DEGREE

Doppeldiplom-programm gemeinsam mit der TU

Wrocław – zehn Jahre erfahrung

Die wirtschaftliche Entwicklung spielt eine wichtige

Rolle für die gesamte Europäische Union. Daher

erfordert die Elektrotechnik als wichtiger Wirtschaftsbereich

in einer Zeit der Globalisierung gut

ausgebildetes Fachpersonal, welches auf die beruflichen

Herausforderungen im zunehmend internationalen

Umfeld vorbereitet ist.

Die Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik

der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

engagiert sich seit mehreren Jahren in der

Ausweitung seiner attraktiven Lehrangebote nicht

nur auf nationaler, sondern auch auf internationaler

Ebene und unterstützt somit die Ausbildung

hoch qualifizierter Ingenieure. Mit der Einführung

des Doppeldiplom-Programms gemeinsam mit der

Technischen Universität Wrocław (TUW) im Jahr

2002 wurde die OVGU zum Vorreiter im Bereich der

Umsetzung des Bologna-Prozesses. Initiatoren des

Doppeldiplom-Projektes waren Prof. Janusz Szafran,

Prof. Waldemar Rebizant und Dr. Kazimierz Herlender

von der TUW auf der polnischen Seite sowie

Prof. Zbigniew A. Styczynski und Prof. Klaus-Erich

Pollmann von der OVGU, gemeinsam mit Dr. Bernd

Michael Buchholz und Dr. Olaf Ruhle von der Firma

Siemens AG auf der deutschen Seite.

Im Rahmen dieses Ausbildungsprogramms haben

bis Ende 2011 29 Studierende ihre Masterdiplome

sowohl von der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg

als auch von der Technischen Universität

Wroclaw erhalten. Hierfür haben die Studierenden

der Elektrotechnik und Informationstechnik die ersten

sechs Semester an der TUW in polnischer Sprache

und anschließend vier Semester an der OVGU

in der deutschen Sprache absolviert und in dieser

Zeit ihre Abschlussarbeiten in beiden Sprachen

vorbereitet. Aus dieser Gruppe promovierten sieben

Doppeldiplomanden und sind in unterschiedlichen

Positionen außerhalb Polens tätig (Siemens AG,

Fraunhofer Gesellschaft, 50 Hertz Transmission

GmbH, Energinet.dk).

Ab 2011 wurde diese erfolgreiche Initiative in ein

englischsprachiges Master-Doppeldiplom-Programm

durch die Partneruniversitäten überführt. Am 3.

September 2012 fand an der OVGU die erste Verteidigung

der Masterarbeiten im Rahmen des neuen

Doppeldiploms mit der Technischen Universität

Aushändigung der Doppel-

diplome an der TU Wrocław

Ende September 2012: (v.l.n.r.)

Dekan Prof. Waldemar Rebizant,

M.Sc. Mateusz Cygan,

M.Sc. xiubei Ge, Dekan Prof.

Andreas Lindemann, Prodekan

Dr. Tomasz Sikorski

Wrocław statt. Die Umstellung des Doppeldiplom-

Programms ist mit der Umsetzung des Bologna-Prozesses

an beiden Partner-Universitäten verbunden.

In diesem Jahr haben drei Masterstudenten – Frau

Yang Wang, Frau xiubei Ge und Herr Mateusz Cygan

aus Wrocław – zwei Semester in Magdeburg absolviert

und ihre Masterarbeit erfolgreich verfasst und

verteidigt. Im Rahmen des neuen Programms wird

nur eine Masterarbeit auf Englisch verfasst. Die

Verteidigung findet in Magdeburg statt, während

die Aushändigung der beiden Diplome an der TU

Wrocław im Rahmen der Eröffnung des akademischen

Jahres durchgeführt wird.

Die positiven Kooperationserfahrungen im Rahmen

des Doppeldiplom-Programms mit der TUW im

Bereich der Lehre haben dazu geführt, dass diese

erfolgreich getestete Initiative um einen weiteren

Doppeldiplom-Kooperationsvertrag mit der Nationalen

Research Irkutsk State Technical University

(NRISTU) 2012 erweitert wurde. Die NRISTU gehört

mit 22.000 Studierenden zu den 29 Forschungsuniversitäten

Russlands, die eng mit der Russischen

Akademie der Wissenschaften zusammenarbeitet.

Die OVGU kooperiert seit mehr als zehn Jahren mit

der NRISTU. Seit 2010 bearbeitet die OVGU zusammen

mit der NRISTU das von der Russischen Föderation

finanzierte Leuchtturmprojekt „Baikal“, in

dessen Rahmen eine Forschergruppe zum aktuellen

Thema Intelligente Netze/Smart Grids an der NRIS-

TU etabliert wurde. Aufbauend auf einem im Jahr

2007 geschlossenen Kooperationsvertrag zwischen

den Universitäten ist nun eine Vereinbarung unterzeichnet,

die die gegenseitige Anerkennung von

Studienleistungen zwischen den beiden Hochschulen

regelt. Sie ermöglicht es den Studierenden, bei

einem englischsprachigen Studium an beiden Orten

die Abschlüsse beider Universitäten zu erhalten.


Anglistische Kulturwissenschaft M.A.

Berufsbildung B.Sc.

46 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 47

Betriebliche Berufsbildung und Berufsbildungsmanagement M.Sc.

Betriebswirtschaftslehre B.Sc.

Betriebswirtschaftslehre /Business Economics M.Sc.

Bildungswissenschaft

Studienrichtungen im Master:

• Bildungssystemdesign

• Cultural Engineering

• Internationale und Interkulturelle Bildungsforschung

• Integrative und Inklusive Bildung

B.A./M.A.

Biosystemtechnik B.Sc./M.Sc.

Chemical and Energy Engineering M.Sc.

Computervisualistik B.Sc./M.Sc.

Cultural Engineering M.A.

Data & Knowledge Engineering M.Sc.

Digital Engineering M.Sc.

Electrical Engineering and Information Technology M.Sc.

Elektrische Engergiesysteme – Regenerative Energien M.Sc.

Elektrotechnik und Informationstechnik B.Sc./M.Sc.

Europäische Kulturgeschichte M.A.

European Studies B.A./M.A.

Friedens- und Konfilktforschung M.A.

Germanistik: Kultur, Transfer und Intermedialität M.A.

Informatik B.Sc./M.Sc.

Ingenieurinformatik B.Sc./M.Sc.

Integrated Design Engineering M.Sc.

Integrative Neuroscience M.Sc.

International Business and Economics B.Sc.

International Economics and Finance M.Sc.

Internationales Management B.Sc.

International Vocational Education

Kulturwissenschaft, Wissensmanagement, Logistik:

M.Sc.

Cultural Engineering B.A.

Kulturwissenschaften B.A.

STUDIUM / LEHRE / WEITERBILDUNG /

STUDIENANGEBOTE

Lehramt an Berufsbildenden Schulen M.Ed.

Lehramt an Gymnasien M.Ed.

Lehramt an Sekundarschulen M.Ed.

Lehramt an Sekundarschulen und Gymnasien B.Sc.

Management M.Sc.

Maschinenbau B.Sc./M.Sc.

Mathematik B.Sc./M.Sc.

Mechatronik B.Sc./M.Sc.

Medical Systems Engineering M.Sc.

Medienbildung – Visuelle Kultur und Kommunikation B.A./M.A.

Medizin Staatsexamen

Molekulare und Strukturelle Produktgestaltung B.Sc./M.Sc.

Nachhaltige Energiesysteme M.Sc.

Performance Analysis of Sport M.Sc.

Philosophie – Neurowissenschaften – Kognition B.A./M.A.

Physik B.Sc./M.Sc.

Psychologie B.Sc./M.Sc.

Quality, Safety and Environment M.Sc.

Sicherheit und Gefahrenabwehr B.Sc./M.Sc.

Sozialwissenschaften B.A./M.A.

Sport und Technik B.Sc./M.Sc.

Sportwissenschaft B.A./M.A.

Statistik M.Sc.

Systemtechnik und Technische Kybernetik B.Sc./M.Sc.

Umwelt- und Energieprozesstechnik B.Sc./M.Sc.

Verfahrenstechnik B.Sc./M.Sc.

Volkswirtschaftslehre B.Sc.

Volkswirtschaftslehre – Int. Economics and Policy Consulting M.Sc.

Wirtschaftsinformatik B.Sc./M.Sc.

Wirtschaftsingenieur Logistik B.Sc./M.Sc.

Wirtschaftsingenieur Maschinenbau B.Sc./M.Sc.

Wirtschaftsingenieurwesen für

Elektrotechnik und Informationstechnik B.Sc./M.Sc.

Wirtschaftsingenieurwesen für

Verfahrens- und Energietechnik B.Sc./M.Sc.


STARKE FORSCHUNG MACHT STARKE LEHRE

Integrative neuroscience / M. Sc.

Neue neurowissenschaftliche Erkenntnisse und die

Entwicklung neuer Forschungsmethoden erlauben

eine immer detailliertere Erforschung der Funktionsweise

des Gehirns, insbesondere beim Lernen

und der Gedächtnisbildung. Nur durch die detaillierte

Kenntnis der zugrunde liegenden physiologischen,

molekularen und (epi-)genetischen Mechanismen

wird es möglich sein, Krankheitsursachen aufzuklären

und neue, individuell maßgeschneiderte

präventive und therapeutische Therapiekonzepte

zu entwickeln. Verbunden mit diesen Fortschritten

verschieben sich auch die Anforderungen an die

Ausbildung von Neurobiologen bzw. Neurowissenschaftlern.

Künftig wird die Integration von Bio-,

Ingenieur- und Systemwissenschaften und damit

verbunden eine stark interdisziplinäre Arbeitsweise

zunehmend gefordert sein. Das Masterstudium

Integrative Neuroscience führt molekulare und

systemische Forschungsansätze zusammen und

macht die Ergebnisse sowohl für grundlegende als

auch für angewandte Forschung nutzbar. Der inter-

nationale englischsprachige Studiengang richtet

sich an Biologen, Biochemiker, Biosystemtechniker,

Chemiker, Physiker, Psychologen, Informatiker, Elek-

trotechniker sowie Human- und Veterinärmediziner

aus Deutschland und dem Ausland.

Biosystemtechnik / M. Sc.

Biologische Phänomene können heute mittels sehr

leistungsfähiger Assays der Molekularbiologie,

Genetik und Bioinformatik detailliert untersucht

werden. Die Analyse immer umfangreicherer Datenmengen

und die Komplexität der betrachteten Systeme

erfordern jedoch neue Herangehensweisen:

Die Nutzung system- und ingenieurwissenschaftlicher

Werkzeuge, insbesondere die mathematische

Modellierung, ermöglichen ein besseres Verständnis

zellulärer Grundvorgänge, z. B. bei der Regulation

von Stoffwechselwegen. Die mit Methoden der

Systembiologie gewonnenen Erkenntnisse eröffnen

neue Möglichkeiten in der modernen Medizin sowie

der biotechnologischen Produktion. Die rasch ansteigende

Zahl von Forschungs- und Entwicklungsprojekten

geht einher mit einem steigenden Bedarf

an hoch qualifiziertem Personal, das die Kenntnisse

der Biologie, der System- und der Ingenieurwissenschaften

effektiv verknüpft. Der Studiengang

Biosystemtechnik ermöglicht Studierenden, den

Anforderungen an die interdisziplinäre Herangehensweise

gerecht zu werden. Eine Besonderheit im

Vergleich zu anderen systembiologisch ausgerichteten

Studiengängen ist der hohe Anteil ingenieurwissenschaftlicher

und systemtheoretischer Fächer.

Absolventen dieses Studiengangs finden europaweit

Positionen in Forschung und Industrie.

48 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 49

STUDIUM / LEHRE / WEITERBILDUNG /

STUDIENGäNGE MIT PROFIL

profilstudium im Bachelorstudiengang Informatik

Studenten im Bachelorstudiengang Informatik haben

die Möglichkeit der Spezialisierung, durch die

sie auf einen bestimmten Karriereweg vorbereitet

werden oder frühzeitig einen Forschungsschwerpunkt

der Fakultät kennenlernen können:

1. Web-Gründer: Der Markt für Internet-Dienstleistungen

und mobile Apps wächst sehr schnell.

Das Studienprofil Web-Gründer bietet gründungsinteressierten

Studenten, die diese Gelegenheit

wahrnehmen möchten, die passenden Module über

Business, Innovation und Wirtschaftsinformatik.

2. Computer Games: Deutschland entwickelt sich

gerade zu einem führenden Produktionsstandort für

Computerspiele. Dieses Studienprofil richtet sich

an Studenten, die sich für eine Karriere in dieser

Branche interessieren.

3. ForensikDesign@Informatik: Hier lernen Studierende,

wie Informationstechnologie zur Verbrechensbekämpfung

eingesetzt wird. Hierzu gehören

sowohl die Computersicherheit als auch die Analyse

von Fingerabdrücken an einem Tatort.

4. Lernende Systeme/Biocomputing: Dieses interdisziplinäre

Profil ermöglicht Studierenden, selbstständig

lernende Systeme – beispielsweise der

Fahrerassistent im Auto – zu entwickeln. Neben der

Informatik spielen hier die Neurowissenschaften

und die Psychologie eine wichtige Rolle.

Medical Systems engineering / M. Sc.

Im 21. Jahrhundert wandeln sich die in klassische

Zweige eingeteilten Wissenschaften immer mehr

zu symbiotisch agierenden interdisziplinären

Forschungsgebieten. Medizinische Systeme als

wichtiger Faktor des Gesundheitsmarktes sind ein

Paradebeispiel für diese Entwicklung. Aus dem

Zusammenschluss ingenieurwissenschaftlicher

und naturwissenschaftlicher Fachrichtungen mit

der Medizin entstehen neuartige Diagnose- und

Therapielösungen.

Die OVGU hat diese Entwicklungen frühzeitig

erkannt und den interdisziplinären Studiengang

„Medical Systems Engineering“ aufgebaut, welcher

im wissenschaftlichen Umfeld des vom BMBF

langfristig finanzierten Magdeburger Forschungscampus

STIMULATE – einer Partnerschaft zwischen

der Universität und SIEMENS Healthcare – agiert.

Dieses sichert den Zugriff auf renommierte Wissenschaftler

als Lehrer sowie auf bestens ausgestattete

Labore mit eigenen CT- und MRT-Geräten. Durch

Englisch als Unterrichtssprache sowie ERASMUS-

Kooperationen mit den renommierten Universitäten

in Edinburgh/Schottland sowie Krakau/Polen wird

den Studierenden darüber hinaus ein Höchstmaß an

Internationalität geboten.


DER MASTERSTUDIENGANG NACHHALTIGE

ENERGIESYSTEME

ein sehr zukunftsweisendes Studium

Zum Wintersemester 2011/12 haben sich an der Ottovon-Guericke-Universität

die ersten 26 Masterstudenten

in den Studiengang Nachhaltige Energiesysteme

eingeschrieben. Der 3-semestrige, konsekutive

Studiengang ist ein Angebot an Bachelorabsolventen

von natur- bzw. ingenieurwissenschaftlichen

Studienrichtungen, die sich forschungsorientiert

mit den verschiedenen Aspekten der nachhaltigen

Energiewandlung und -speicherung auf Basis

nachwachsender Rohstoffe und unter Nutzung von

ressourcen- und umweltschonenden Technologien

beschäftigen möchten. Der Studiengang ist interdisziplinär

ausgerichtet und wird gemeinsam von

der Fakultät für Verfahrens- und Systemtechnik und

der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik

der Universität Magdeburg getragen. Mehr

als die Hälfte der Studierenden kommt mit dem

Zeugnis einer anderen Hochschule, um an der OVGU

Nachhaltige Energiesysteme zu studieren. Dabei

besteht im Rahmen eines sogenannten Brückensemesters

die Möglichkeit der Belegung ausgewählter

Anpassungsmodule, sowohl für Absolventen von

6-semestrigen Bachelorstudiengängen als auch für

Studierende, denen bestimmte ingenieurtechnische

oder naturwissenschaftliche Grundmodule fehlen.

Im Pflichtbereich wird ein überblick über das

gesamte Gebiet der nachhaltigen Energiesysteme

vermittelt und durch ökonomische, gesellschaftliche

und ethische Aspekte der Thematik im Rahmen

einer Ringvorlesung ergänzt. Für Spezialisierung

und Masterarbeit kann einer von vier Bereichen

der Energiewandlung und -speicherung gewählt

werden.

Mit dem Wintersemester 2012/2013 haben die

ersten Studierenden des neuen Studiengangs die

Arbeiten an ihrem Masterprojekt begonnen. Dabei

reicht die Themenvielfalt von Untersuchungen zum

Strömungsverhalten in Windkraftanlagen über eine

hocheffiziente Kombination von Solarthermie- und

Wärmepumpenanlagen bis zur Entwicklung eines

Masterplans für eine Gemeinde in der Umgebung

50 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 51

STUDIUM / LEHRE / WEITERBILDUNG /

INTERDISZIPLINARITäT

Magdeburgs. Themen für ihre Masterarbeit finden

die Studierenden sowohl in den Forschungsgruppen

der Fakultäten als auch bei regionalen und überregionalen

Unternehmen sowie Institutionen, die

schon jetzt ein großes Interesse an unseren zukünftigen

Absolventen zeigen.

Arbeitsmöglichkeiten für die Absolventen ergeben

sich in allen Branchen der Industrie und in der Forschung.

Sie sind u. a. verantwortlich für die intelligente

und effiziente Gestaltung und Weiterentwicklung

energietechnischer Prozesse oder fungieren als

Berater für Energiesysteme und -anlagen. Weitere

Aufgabenfelder liegen im Produktmanagement, im

Vertrieb von nachhaltigen Energiesystemen oder im

selbstständigen Unternehmertum im Bereich der

Energietechnik – um nur einige Karrierechancen zu

nennen. Damit werden erstmals in Sachsen-Anhalt

Spezialisten für alle Bereiche der nachhaltigen

Energiebereitstellung ausgebildet.

STUDIEnzIEL

Der Studiengang vermittelt ein breites, integratives

und interdisziplinäres Wissen im Bereich

der nachhaltigen Energietechnik aus den Fachgebieten

der Verfahrens- und Elektrotechnik,

des Maschinenbaus, der Material-, natur- und

Umweltwissenschaften.

SPÄTERE BERUFSFELDER

Forscher, Entwickler, Berater und Unternehmer

im Bereich Energietechnik, nachhaltige und

regenerative Energietechnologien

VORAUSSETzUnGEn

Grundkenntnisse in Mathematik, Elektrotechnik,

Chemie/Werkstofftechnik und Thermodynamik;

Spaß an Ingenieur- und naturwissenschaften,

Interesse an energietechnischen Fragestellungen

und interdisziplinärem Arbeiten; ein

abgeschlossenes Bachelorstudium


DAS STUDIUM MIT BETRIEBLICHER AUSBILDUNG ZUM ZERSPANUNGS-

MECHANIKER BEI DER IFA ROTORION WAR FüR MICH DIE BESTE

LÖSUNG EINER BERUFLICHEN QUALIFIZIERUNG. NACH VIER SEMESTERN

SIND DIE VORTEILE, DIE MIR DIE IFA BIETET, GEGENüBER EINEM

NORMALEN STUDIUM, GRAVIEREND. DIE KOMBINATION VON THEORIE

UND PRAxIS IN DER AUSBILDUNG GARANTIERT MIR EIN OPTIMALES

VERSTäNDNIS FüR TECHNISCHE SCHWERPUNKTE WäHREND DES

STUDIUMS. DER EINBLICK IN DIE VERSCHIEDENEN BERUFSFELDER

ERMÖGLICHT BERUFSERFAHRUNGEN FüR DIE WAHL DES MASTER-

STUDIENGANGS. AUSSERDEM BIETET MIR DIE IFA EINE FINANZIELLE

SICHERHEIT, OHNE DIE FüR MICH EIN STUDIUM UNMÖGLICH WäRE.

Philipp Duwanoff, dualer Student Maschinenbau, 5. Semester

bei der IFA ROTORION-Holding GmbH

Zum dualen Studium hat mich die Aussicht auf mehr Praxis bewegt. Ich kann neben der

akademischen Ausbildung wichtige Arbeitserfahrungen sammeln und zusätzlich meine

eigene Stressresistenz und Organisation prüfen.

Nils Beck, Mechatronik (3. Semester), Magdeburger Verkehrsbetriebe GmbH

Durch eine erfolgreiche Teilnahme am Jugend-forscht-Wettbewerb kam ich zum dualen

Studium. Ich wurde vom Unternehmen zu einem Praktikum eingeladen, an dessen Ende die

Entscheidung für das duale Studium an der OVGU feststand. Der Unterschied zum Direktstudium

ist die Praxisnähe. Ich kann verstehen, wie es in einem echten Unternehmen vor sich geht und

wie man dort mit Teamarbeit umgeht, um komplexere Probleme zu lösen. Dies bietet kaum ein

anderes Studiensystem ab dem 1. Semester.

Sebastian Heerwald, Informatik (1. Semester), Dornheim Medical Images GmbH

Die Vorzüge des dualen Studiums liegen klar in den Bereichen Praxisnähe und finanzielle

Unabhängigkeit. Des Weiteren ist es ein ausgesprochener Vorteil, während seines Studiums

einen IHK-Abschluss abzulegen. Nachteil ist eventuell die längere Studiendauer, die jedoch durch

die relative Sicherheit vom Ausbildungsunternehmen übernommen zu werden, kompensiert wird.

Paul Müller, Wirtschaftsingenieur Logistik (3. Semester), IFA ROTORION – Holding GmbH

Ich habe mich für ein duales Studium entschieden, da es mir mehrere Möglichkeiten bietet.

Ich kann an einer der besten Universitäten studieren. Hier wird mir auf sehr hohem Niveau

der Lernstoff vermittelt. Andererseits kann ich dieses Wissen sinnvoll in meinem Betrieb anwenden

und vertiefen. Natürlich spielt die Vergütung auch eine Rolle. Außerdem besteht eine relativ

große Sicherheit, nach dem vollendeten Studium von dem Betrieb übernommen zu werden.

Kim Sarah Werner, Molekulare und Strukturelle Produktgestaltung (1. Semester), Sodawerk

Staßfurt GmbH & Co. KG

DUALE STUDIEnGÄnGE An DER OVGU

Maschinenbau (MB)

Mechatronik (MB und EIT)

Ingenieurinformatik (InF)

Informatik (InF)

Wirtschaftsinformatik (InF)

Computervisualistik (InF)

Elektrotechnik und Informationstechnik (EIT)

Verfahrenstechnik (VST)

Umwelt- und Energieprozesstechnik (VST)

Molekulare und Strukturelle Produktgestaltung (VST)

Berufsbildung (HW)

52 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 53

STUDIUM / LEHRE / WEITERBILDUNG /

DUALES STUDIUM

„ICH MACH' BEIDES.“

Duale Studiengänge an der OvGU

Die Universität Magdeburg bietet als einzige

Universität im Land Sachsen-Anhalt duale Studiengänge

an. Diese haben sich seit 2006 zu einem

festen Bestandteil des Studienangebotes etabliert.

Das Modell der OVGU vereint ein ingenieurwissenschaftliches

Bachelorstudium mit einer technischen

Berufsausbildung im Unternehmen.

Das theoretisch fundierte und aktuelle Wissen aus

der OVGU und die praktischen Kenntnisse aus der

Tätigkeit im Unternehmen qualifizieren die Absolventen

der dualen Studiengänge auf hervorragende

Weise für das Berufsleben.

über 70 Unternehmen und circa 200 junge Menschen

haben sich bisher für ein duales Studium an

der Universität Magdeburg entschieden – und damit

die Attraktivität des Modells bestätigt. Das Interesse

der Unternehmen und Schüler an einem dualen Studium

steigt. Zum Wintersemester 2012/2013 wurden

33 junge Menschen in ein duales Studium immatrikuliert

und 14 neue Kooperationen mit Unternehmen

geschlossen. Viele der Partnerunternehmen

sind regional ansässig. Sie nutzen das Modell zur

langfristigen Personalsicherung. Aktuell wird auch

in der IT-Branche verstärkt Nachwuchs gesucht, sodass

in den letzten zwei Jahren viele Kooperationen

mit IT-Unternehmen unterzeichnet wurden.

Die OVGU kooperiert bei der Umsetzung der dualen

Studiengänge eng mit der Industrie- und Handelskammer

und der Handwerkskammer Magdeburg.


DIE COOLSTEN SEQUENZEN AUS DER OVGU

FILM AB!

Das unieigene Kurzfilmfestival „video-expo“ –

Mediale Artikulationen und praxisorientierung

mit Tradition

Auf dem OVGU-Kurzfilmfestival werden alljährlich

die besten acht Filme gezeigt, die im Rahmen der

Vorlesung „Einführung in die Allgemeine Pädagogik“

von Prof. Dr. Winfried Marotzki entstanden sind.

Die Video-Expo wurde im Zuge der Entwicklung des

Studiengangs „Computervisualistik“ der Fakultät für

Informatik ins Leben gerufen. Es musste ein Angebot

entwickelt werden, wie die Studierenden den

Pädagogikteil ihres Studiums mit einer anspruchsvollen

Art der Leistungserbringung abschließen

können. Die Idee, die entwickelt wurde, bestand

darin, dass Studierende der Computervisualistik

später häufig professionell mit Bildern und mit

bewegten Bildern arbeiten werden. Das heißt, sie

müssen früh lernen, Sachverhalte audiovisuell zu

artikulieren und Sachverhalte in Bild- und Filmsprachen

zu übersetzen. So entstand das Konzept,

das bis heute trägt: In der Vorlesung „Einführung

in die Allgemeine Pädagogik“ werden die Studierenden

theoretisch mit dem Themenspektrum des

Faches vertraut gemacht. Sie können sich dann ein

Gebiet bzw. ein Thema aussuchen und dazu einen

circa 10-minütigen Film erstellen. Das Entscheidende:

Es soll kein Dokumentarfilm sein, sondern ein

Film, der eine Handlung, eine Narration, aufweist.

Lerntheoretisch steht die Annahme dahinter, dass

die Transformation in Geschichten das Lernen

effektiviert. Theoretisch anspruchsvoll formuliert,

handelt es sich bei diesem Konzept der Transformation

in audiovisuell artikulierte Narrationen um eine

Magdeburger Variante dessen, was international als

„Performative Social Science“ diskutiert wird.

54 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 55

STUDIUM / LEHRE / WEITERBILDUNG /

LEHRE UND PRAxIS

FAKTEn zUR VIDEO-ExPO

Die erste Video-Expo fand 1996 mit sechs Filmen und 60 zuschauern im Lehrgebäude der Steinernen

Tischstraße statt. 2004 bekam die Veranstaltungsreihe einen deutlichen Schub dadurch, dass der Studiengang

Medienbildung der Fakultät für Humanwissenschaften hinzukam und sich bald als tragende

Säule dieser Veranstaltung erwies. Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums im Jahre 2006 zog die Veranstaltung

ins Opernhaus der Stadt Magdeburg um.

Ein Film wird immer durch eine Gruppe von drei bis vier Studierenden erstellt. Im Durchschnitt bilden

sich heute 18 bis 20 Gruppen, sodass 60 bis 80 Studierende ein dreiviertel Jahr lang an der Erstellung

der Filme arbeiten. nicht alle Gruppen werden pünktlich fertig, sodass in der Regel 12 bis 14 Filme

eingereicht werden, von denen die besten acht gezeigt werden. Eine zehnköpfige Jury aus Wissenschaftlern

und Studierenden wählt diese acht aus und bestimmt die drei besten Filme. Diese werden an dem

Abend mit dem goldenen, silbernen und bronzenen Känguru ausgezeichnet. Die Veranstaltung hat sich

mittlerweile zum studentischen Event entwickelt, an dem gut 800 zuschauer teilnehmen. Die Veranstaltungsorganisation

ging von Jahr zu Jahr immer mehr in die Hand der Studierenden und wurde mit dem

Bereich „Projekt- und Wissensmanagement“ des Masterstudiengangs Medienbildung gekoppelt. Auch

auf dieser Ebene findet also eine enge Verzahnung von Theorie und Praxis statt. Insgesamt kann gesagt

werden, dass die Integration von Vorlesung, audiovisueller Artikulation und Event hier funktioniert hat

und gleichzeitig ein schönes Beispiel für die effektive Kooperation zweier Fakultäten darstellt.


DIE VERGANGENHEIT ALS BLOCKBUSTER

Geschichtsvermittlung in der Mediengesellschaft

des 21. Jahrhunderts

Im März 2007 präsentierte die ARD den Zweiteiler

„Die Flucht“ – zur besten Sendezeit, unmittelbar

nach der Tagesschau. Hauptfigur ist eine junge Adlige,

dargestellt von der beliebten „Tatort-Kommissarin“

Maria Furtwängler. Im Film mimt sie die Tochter

eines Junkers, die couragiert die Verantwortung für

das elterliche Gut in Ostpreußen, für „ihre“ Gefolgsleute

und für „ihre“ Zwangsarbeiter übernimmt. Auf

der Flucht vor den „Russen“ führt die Gräfin den Zug

der Ihrigen über das zugefrorene Haff und durch

alle Gefahren hindurch, ganz im Sinne ihres adligen

Ehrenkodex.

Das historisierende Melodram bescherte dem ersten

Fernsehprogramm traumhafte Einschaltquoten, an

beiden Sendeterminen erreichte es trotz starker

Konkurrenz einen Marktanteil von nahezu dreißig

Prozent. Mehr noch: „Die Flucht“ wurde mit nicht

minder großem Erfolg zu einem TV-Event und zu

einem crossmedialen Markenprodukt. Die Flucht

der Deutschen aus Ostpreußen 1944/45: Ein echter

Blockbuster.

„HISTORISCHE“ BLOCKBUSTER

IM FERnSEHEn

„Der Tunnel“ (2000)

„Stauffenberg“ (2003)

„Der Untergang“ (2004)

„Speer und Er“ (2005)

„Dresden“ (2006)

„Die Flucht“ (2007)

„Die Gustloff“ (2008)

„Schicksalsjahre“ (2009)

„Eichmanns Ende“ (2010)

„Hindenburg“ (2011)

„Rommel“ (2012)

„Unsere Mütter, unsere Väter“ (2013)

perspektiven der Zuschauer

Moderne historisierende Dokudramen erreichen

mit ihren eindringlichen Bildern regelmäßig ein

Millionenpublikum. Doch die Kardinalfrage ist bis

heute wissenschaftlich unbearbeitet und daher auch

unbeantwortet: In welcher Weise eignen sich die Zuschauer

solche Filme an? Welche Elemente der Story,

welche Bilder bleiben im Gedächtnis? Welche Moral

ziehen die Menschen aus solchen Geschichten?

Die Medien der Geschichte sind Lernorte

Der Lehrstuhl „Geschichte der Neuzeit“ am Institut

für Geschichte der Universität Magdeburg nimmt

sich den kulturell und politisch drängenden Fragen

einer „Geschichtsvermittlung im 21. Jahrhundert“ im

Rahmen eines neu eingeführten Lehr- und Lernkonzeptes

an: den Lernorten. Gemeinsam mit Wissenschaftlern

der Universitäten Wien und Jena, der

Programmplanung des Senders 3sat/ZDF sowie der

Redaktion Geschichte und Gesellschaft des Mitteldeutschen

Rundfunks untersucht das OVGU-Projekt

die Mechanismen der Aneignung dieser modernen

Geschichtsangebote für das Vergangenheits- und

Gegenwartsbewusstsein unserer Gesellschaft.

Historisierendes Melodram:

„Die Flucht“

Studierende im Lernortprojekt

„Geschichtsvermittlung in

der Mediengesellschaft des

21. Jahrhunderts“

56 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 57

STUDIUM / LEHRE / WEITERBILDUNG /

LEHRE UND PRAxIS

So ergab eine im „Lernort“-Programm angestellte

Untersuchung zum Dokudrama „Die Flucht“: Junge

Menschen, also Nachgeborene, kehren die historischen

Zuschreibungen „Dies ist ein Opfer“ und „Dies

ist ein Täter“ regelrecht um. Sie werten die im Film

vorgeführten deutschen Zivilisten als Opfer, Rotarmisten

indes als Täter. Das muss unsere Besorgnis

erregen – unter historischen, gesellschaftlichen und

politischen Aspekten.

perspektiven der Medienmacher

Forschung und Lehre lassen sich nicht nur in solchen

von Lehrenden und Studierenden gemeinsam

durchgeführten Untersuchungen perfekt verknüpfen:

Das Pilot-Projekt „Lernorte: Geschichtsvermittlung

im Fernsehen“ widmet sich auch der anderen

Seite, der Geschichtsvermittlung aus der Perspektive

der Medienmacher. Im Fokus steht hier die praktische

Erarbeitung solcher medialer „Geschichtsprodukte“

in Zusammenarbeit mit Medienpartnern in

Mitteldeutschland.

Lernorte als verschränkte Lehrformate verbinden

theoretische Wissensvermittlung und praktische

Kompetenzentwicklung, denn die Förderung und die

Entwicklung von Employability-bezogenen Qualifikationen

bereits in der akademischen Ausbildung

gehört zu den grundlegenden Anforderungen der

auf Vergleichbarkeit angelegten Bachelorstudiengänge.

In Arenen wie Netzwerken, Kooperationen,

Trainings und Begleitforen sammeln die Studierenden

frühzeitig berufspraktische Erfahrungen.

Ein langfristiges Ziel des Lernort-Projektes ist

es, ein innovatives Studienmodell zu konzipieren

und auf seine Umsetzungsmöglichkeiten auch in

anderen universitären Bereichen zu überprüfen, das

die akademische Forschung mit einer durchaus auch

praxisbezogenen Lehre organisch verknüpft.


DOROTHEA ERxLEBEN (1715–1762) –

DIE ERSTE FRAU DEUTSCHLANDS, DIE DEN

MEDIZINISCHEN DOKTORTITEL ERWARB

58 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 59

STUDIUM / LEHRE / WEITERBILDUNG /

DOROTHEA-ERxLEBEN-PROFESSUR

DIE OVGU FÖRDERT DIE KARRIERE

VON WISSENSCHAFTLERINNEN

Die Dorothea-erxleben-professur

Die Dorothea-Erxleben-Professur ist eine Gastpro-

fessur an der Universität Magdeburg, die für die

Dauer von einem Jahr an junge Wissenschaftlerinnen

vergeben wird – für ein an der OVGU vertretenes

Fach. 1997 wurde diese besondere Form der

Professur an der OVGU eingerichtet mit dem Ziel,

Wissenschaftsdisziplinen zu fördern, in denen Frauen

unterrepräsentiert sind. Zugleich eröffnet die

Dorothea-Erxleben-Professur ihrer Inhaberin die

Chance zur weiteren fachlichen und persönlichen

Profilierung, die Möglichkeit des selbstständigen

Forschens und Lehrens und ebnet den Weg für eine

Hochschullehrerinnenlaufbahn.

Zum Wintersemester 2012/13 wurde Dr.-Ing. Birgit Futterer zur

Dorothea-erxleben-professorin an die OvGU berufen. Die 35-jährige

expertin auf dem Gebiet der Strömungsmechanik hatte sich im Herbst

gegen 24 Mitbewerberinnen durchgesetzt und forscht und lehrt

seitdem an der OvGU-Fakultät für verfahrens- und Systemtechnik.

Die Schwerpunkte ihrer wissenschaftlichen Arbeit: numerische und

experimentelle Methoden zur Untersuchung von Strömungen in natur

und Technik, u. a. unter Bedingungen der Schwerelosigkeit.

Bisher hatten Wissenschaftlerinnen aus den Disziplinen

Informatik, Medizin, den Natur- und Wirtschaftswissenschaften

für ein oder zwei Semester

diese Professur inne.

Die Professur ist nach Dorothea Erxleben (1715–

1762) benannt, die als erste deutsche Frau 1754 den

medizinischen Doktortitel erwarb.

Die Gastprofessur wird jährlich im April bzw. Mai

ausgeschrieben für die Zeit von Oktober bis September

des darauf folgenden Jahres. Die Professur

wird auf Vorschlag der Fakultäten der Universität

Magdeburg besetzt und vom Kultusministerium des

Landes Sachsen-Anhalt gefördert.


60 JAHRBUCH 2011 JAHRBUCH 2012 61

FORSCHUNG

03

63 EINLEITUNG

65 FORSCHUNGSPROFIL / GEFÖRDERTE

PROJEKTE

67 AUTOMOTIVE

69 DIGITAL ENGINEERING

71 ERNEUERBARE ENERGIEN

73 NEUROSCIENCES

79 DYNAMISCHE SYSTEME

81 MEDIZINTECHNIK

83 WIRBELSCHICHTTECHNIK

85 WIRTSCHAFTSWISSENSCHAFTEN

87 HUMANWISSENSCHAFTEN

91 DOCDAY DER GRADUATE SCHOOL

93 DISSERTATIONSPREIS


WO WISSENSCHAFT UND TECHNOLOGIE

SICH TREFFEN …

D

ie zwanzig Jahre, die seit der Gründung der

Otto-von-Guericke-Universität (OVGU) verstri-

chen sind, stellen auf der Zeitskala von Universitäten

eine fast schon vernachlässigbare Größenordnung

dar. Mit ihren knapp 14.000 Studenten gehört die

OVGU außerdem auch eher zu den mittelgroßen

Universitäten. Wenn man sich unter diesen Vor-

aussetzungen im Kreis der deutschen Universitäten

etablieren will, bedarf es einer ausgeprägten Profil-

bildung der wissenschaftlichen Schwerpunkte. Durch

die 1993 erfolgte Fusion von drei Hochschulen zur

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg wurden

die bis heute profilbestimmenden Forschungs-

schwerpunkte der OVGU quasi mit in die Wiege

gelegt: Starke Ingenieurwissenschaften stehen in der

Tradition der ehemaligen Technischen Universität

Magdeburg, die besonders drittmittelstarke Medizinische

Fakultät setzt die erfolgreiche Arbeit der 1953

gegründeten Medizinischen Akademie Magdeburg

fort und die ehemalige Pädagogische Hochschule

prägt die Ausrichtung der größten Fakultät unserer

Universität – der Fakultät für Humanwissenschaften

(HW).

Zu den Highlights der Ingenieurwissenschaften im

Jahr 2012 gehörte die Einweihung des Forschungsgebäudes

des Instituts für Kompetenz in AutoMo-

62 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 63

bilität (IKAM) auf dem Gelände der OVGU. Das aus

Mitteln des Landes und der EU aufgebaute IKAM

unterstützt den OVGU-Forschungsschwerpunkt

Automotive. Hier erforscht die OVGU in enger

Partnerschaft mit Unternehmen der Automobilzuliefererindustrie

des Landes Sachsen-Anhalt und mit

Global Playern, wie der Volkswagen AG, intelligente

automobile Antriebssysteme der Zukunft.

Der Bereich Medizintechnik hat sich in den letzten

Jahren zu einem weiteren OVGU-Forschungsschwerpunkt

der Ingenieurwissenschaften entwickelt dem

in 2012 die Einwerbung des BMBF-Forschungscampus

STIMULATE mit einem Förderumfang von

insgesamt bis zu 30 Mio. Euro über 15 Jahre gelang.

In einem hochkompetitiven Wettbewerb mit 96

bundesweiten Anträgen konnte sich STIMULATE als

einer von nur neun geförderten Forschungscampus

im ganzen Bundesgebiet durchsetzen. Zusammen

mit der Siemens AG entwickeln Ingenieure und

Mediziner aus sechs Fakultäten der OVGU Katheter

und spezielle medizinische Instrumente für minimalinvasive

operative Eingriffe unter Führung durch

Röntgen- und Magnetresonanz-Bildgebung.

IKAM und STIMULATE sind Chance und Herausforderung

zugleich, den Erwartungen an eine Universität

als führende Forschungs- aber auch Technologietransfer-Einrichtung

gerecht zu werden.

Unsere Erfolge in der grundlagen- und anwendungsorientierten

Forschung lassen sich nicht

zuletzt aus dem aktuellen DFG-Forschungsatlas 2012

ablesen, der unsere Universität unter den – in absoluten

Zahlen – 40 drittmittelstärksten Universitäten

des Bundes zählt. Das ist gemessen an der eingangs

erwähnten Größe unserer Universität eine gute

Entwicklung, die es in den nächsten Jahren nicht nur

zu halten, sondern weiter auszubauen gilt.

Im Bereich der medizinischen Forschung wurde

in 2012 der Aufbau von Forschungsnetzwerken

zusammen mit unserem außeruniversitären Forschungspartnern

ausgebaut. Für den Forschungsschwerpunkt

Neurowissenschaften mit seinem

Koordinierungszentrum CBBS wurde das durch

Mittel des Landes und der EU finanzierte Forschungsgebäude

des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative

Erkrankungen (DZNE, ein Zentrum

FORSCHUNG /

EINLEITUNG

der Helmholtz-Gemeinschaft) errichtet. Durch fünf

gemeinsame Berufungen der OVGU mit dem DZNE

konnten namhafte internationale und nationale

Professoren für die Erforschung der Ursachen und

die frühzeitige Diagnose von Demenzerkrankungen

für den Standort Magdeburg gewonnen werden.

Außerdem startete der CBBS-getragene SFB 779

„Neurobiologie motivierten Verhaltens“ in 2012 in

seine zweite 4-jährige Förderperiode.

Der Forschungsschwerpunkt Dynamische Systeme/

Biosystemtechnik mit seinem Koordinierungszentrum

CDS konnte im Bereich Immunologie durch

sechs Berufungen von Professorinnen und Professoren,

die zum Teil gemeinsam mit dem Helmholtz-

Zentrum für Infektionsforschung (HZI, Braunschweig)

durchgeführt wurden, weiter gestärkt

werden. 2012 erfolgte die Grundsteinlegung für ein

Forschungsverfügungsgebäude der OVGU, das in

wesentlichen Teilen dem CDS zur Verfügung gestellt

wird. Nach seiner Inbetriebnahme wird damit die

Voraussetzung geschaffen, die Forschungsleistungen

der Dynamischen Systeme weiter voranzubringen.

Im Herbst konnten wir schließlich die erfolgreiche

Verlängerung des Transregio-SFB 62 (Companion-

Technologie zur Mensch-Maschine Interaktion)

um vier weitere Jahre gemeinsam mit dem

Partner-Standort Ulm als Erfolg verbuchen. Hier

untersuchen Neurowissenschaftler, Mediziner und

Ingenieure zusammen, welche Anforderungen

Computer-Hardware und -Software für die effiziente

Nutzung durch den Menschen erfüllen müssen.

Ein gemeinsames Muster all dieser Highlights des

Jahres lässt sich erkennen: Die OVGU ist in der Forschung

besonders stark in Bereichen, in denen sich

Technologie-Entwicklung und Grundlagen-Wissenschaft

treffen. „Science meets Technology“ – dieses

Motto prägte also auch das Jahr 2012 und lässt uns

in eine vielversprechende Zukunft blicken.

Prof. Dr. rer. nat. Volkmar Leßmann

Prorektor für Forschung, Technologie und

Chancengleichheit


neUROWISSenSCHAFTen

(CenTeR OF BAHAvIOURAL BRAIn SCIenCeS, CBBS)

DYnAMISCHe SYSTeMe/BIOSYSTeMTeCHnIK

(CenTeR OF DYnAMIC SYSTeMS, CDS)

LeIBnIZ-InSTITUT (LIn)

MAX-pLAnCK-InSTITUT (MpI)

LAnDeS-FORSCHUnGS-

SCHWeRpUnKT

LAnDeS-FORSCHUnGS-

SCHWeRpUnKT

AUTOMOTIve (IKAM) LAnDeS-FORSCHUnGS-

SCHWeRpUnKT

DeUTSCHeS ZenTRUM FÜR neURODeGeneRATIve

eRKRAnKUnGen, STAnDORT MAGDeBURG

LIn HeLMHOLTZ-ZenTRUM

neUROBIOLOGIe MOTIvIeRTen veRHALTenS LIn SFB 779 (SPRECHER)

MOLeKULARe ORGAnISATIOn DeR ZeLLULäRen

KOMMUnIKATIOn IM IMMUnSYSTeM

HALBLeITeR-nAnOpHOTOnIK:

MATeRIALIen, MODeLLe, BAUeLeMenTe

LIn SFB 854 (SPRECHER)

SFB 787

vOM Gen ZUM pRODUKT SFB 578

DAS AKTIve GeHÖR LIn SFB/TRAnSReGIO 31

eIne COMpAnIOn-TeCHnOLOGIe FÜR KOGnITIve

TeCHnISCHe SYSTeMe

InTeGRIeRTe CHeMISCHe pROZeSSe In FLÜSSIGen

MeHRpHASenSYSTeMen

pOLARCOn: KOnTROLLe DeR pOLARISATIOnSFeLDeR

In GAn-BASIeRTen LICHTeMITTeRn

pARTIKeL IM KOnTAKT – MIKROMeCHAnIK, MIKROpROZeSSDYnAMIK

UnD pARTIKeLKOLLeKTIve (pIKO)

LIn SFB/TRAnSReGIO 62

MpI SFB/TRAnSReGIO 63

DFG-FO-GRUppe 957

DFG-Spp 1486

LeIBnIZ GRADUATe SCHOOL On SYnApTOGeneTICS LIn LeIBnIZ-GeMeInSCHAFT

MIKRO-MAKRO-WeCHSeLWIRKUnGen In

STRUKTU RIeRTen MeDIen UnD pARTIKeLSYSTeMen

ZeLL-ZeLL-KOMMUnIKATIOn IM neRven- UnD

IMMUnSYSTeM

InTeRnATIOnAL MAX pLAnCK ReSeARCH SCHOOL

MpI

GRADUIeRTenKOLLeG 1554

DeR DFG

LIn GRADUIeRTenKOLLeG 1167

DeR DFG

GRADUIeRTenKOLLeG

MpI MpG LSA

64 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 65

FORSCHUNG /

FORSCHUNGSPROFIL / GEFÖRDERTE PROJEKTE

OTTO-vOn-GUeRICKe GRADUATe SCHOOL ALLe FAKULTäTen GRADUIeRTenKOLLeG

BMBF-CenTeR FOR ADvAnCeD IMAGInG (CAI) LIn BMBF-LeITpROJeKT

vIeRFOReS/CenTeR FOR DIGITAL enGIneeRInG

MAGDeBURG CenTRe FOR SYSTeMS BIOLOGY (MACS)

BeRnSTeIn GRUppe FOR COMpUTATIOnAL

neUROSCIenCe (BGCn) MAGDeBURG

MeDIZInTeCHnIK

MpI

FRAUnHOFeR-InST. (IFF)

IFF

BMBF-LeITpROJeKT

BMBF-LeITpROJeKT

LIn FÖRDeRMASSnAHMe

DeS BMBF

TRAnSFeR-FORSCHUnGS-

SCHWeRpUnKT

eRneUeRBARe eneRGIen TRAnSFeR-FORSCHUnGS-

SCHWeRpUnKT

MIKROSYSTeMTeCHnIK TRAnSFeR-FORSCHUnGS-

SCHWeRpUnKT

WIRBeLSCHICHTTeCHnOLOGIe TRAnSFeR-FORSCHUnGS-

SCHWeRpUnKT

pARTIKeLTeCHnOLOGIe – pARTIKeLSYSTeMe SCHWeRpUnKTTHeMA

FUnKTIOnALISIeRTe MATeRIALIen SCHWeRpUnKTTHeMA

UMWeLTTeCHnIK

InTeLLIGenTe InTeRAKTIve SYSTeMe

nICHTLIneARe SYSTeMe

LIn IFF

SCHWeRpUnKTTHeMA

SCHWeRpUnKTTHeMA

SCHWeRpUnKTTHeMA

ZenTRUM FÜR TRAnSFORMATIOnSFORSCHUnG (ZFT) SCHWeRpUnKTTHeMA

ZenTRUM FÜR SOZIALWeLTFORSCHUnG UnD

MeTHODenenTWICKLUnG (ZSM)

SCHWeRpUnKTTHeMA

DeCISIOn DeSIGn SCHWeRpUnKTTHeMA

Decision Design SCHWeRpUnKTTHeMA


DER ANTRIEB VON MORGEN

SCHON HEUTE

Das Institut für Kompetenz in AutoMobilität –

kurz IKAM

Die Anforderungen an die Automobilbranche in den

kommenden Jahren werden zum einen durch die

konsequente Weiterentwicklung des Verbrennungsmotors

hinsichtlich Thermodynamik, Verbesserung

der Reibungseigenschaften und Optimierung des

vorhandenen Gesamtsystems charakterisiert. Zum

anderen spielen die Gewichtsreduktion aller Fahrzeugkomponenten,

der sogenannte Leichtbau, der

Einsatz alternativer Kraftstoffe und der Ausbau innovativer

Antriebskonzepte eine wesentliche Rolle,

um eine Reduktion von Emissionen und Kraftstoffverbrauch

zu ermöglichen.

Um den zukünftigen Herausforderungen gerecht zu

werden, erforscht das Institut für Kompetenz in AutoMobilität

neue Methoden und Anwendungen, um

diese Ziele in Zukunft erfüllen zu können. Dafür stehen

am Standort Magdeburg des IKAM verschiedene

Prüfmöglichkeiten zur Verfügung. Neben einem

Einzylinderprüfstand, welcher der Untersuchung

der Verbrennung und der inneren Reibung dient,

und einem universell einsetzbaren Allradantriebsstrangprüfstand

stehen Teststände zur überprüfung

und Weiterentwicklung von Leistungselektronik,

Bordnetzsystemen und Schalluntersuchungen zur

Verfügung. Ergänzt werden die beiden Geschäftsfelder

Antriebstechnik und Elektromobilität durch den

Standort Barleben des IKAM, welcher sich vor allem

mit dem Leichtbau kleiner und präziser Bauteile aus

neuen Materialien sowie der Mess- und Prüftechnik

zur Qualitätssicherung beschäftigt. Um die genannten

Ziele der Reduktion von Emissionen zu erreichen,

werden am IKAM zurzeit alternative Kraftstoffe,

sogenannte SunFuels und SynFuels, hinsichtlich

Spraybildung und Rußleuchten untersucht und die

gesammelten Ergebnisse zeitnah veröffentlicht.

Die Untersuchung alternativer Antriebs- und Re-

Links:

Verbrennung im Transparent-

motor mit Blick durch den

Glaskolben

Rechts oben:

Aufnahme einer Diesel-

einspritzung mit 8-Loch-Düse

Rechts unten:

Laserinduzierte Fluoreszenz

(Quelle: ISUT)

Der Allradantriebsstrangprüfstand

des IKAM

66 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 67

gelkonzepte auf dem Allradantriebsstrangprüfstand

sowie CFD-Simulationen bilden einen weiteren

Schritt, um zukünftige Antriebe und Antriebskonzepte

möglich zu machen.

Seit März 2012 werden die Geschäftsfelder Antriebstechnik

und Elektromobilität des IKAM Standort

Magdeburg zusätzlich durch Prof. Dr.-Ing. Jens

Hadler verantwortet. Prof. Hadler besetzt seit 2011

eine Honorarprofessur für Nachhaltige Mobilität am

Institut für Mobile Systeme der OVGU. Als national

und international geschätzter Fachmann auf dem

Gebiet der Verbrennungsmotoren sowie innovativer

Antriebstechnologien wird er in den nächsten Jahren

dazu beitragen, die Zusammenarbeit zwischen

der Industrie, dem IKAM und der Universität zu intensivieren

und somit den Forschungsschwerpunkt

Automotive weiter zu forcieren.

FORSCHUNG /

AUTOMOTIVE

prof. Dr.-Ing. Jens

Hadler studierte

an der Otto-von-

Guericke-Universität

Magdeburg Allgemeinen

Maschinenbau

und promovierte auf

dem Gebiet der Tribologie. Anschließend war er

17 Jahre lang bei Volkswagen in verschiedenen

verantwortungsvollen Positionen tätig, davon

die letzten fünf Jahre als Leiter der Aggregateentwicklung.

Seit 2012 ist Prof. Hadler Geschäftsführer der

APL Group in Landau und der IKAM GmbH sowie

Honorarprofessor im Fach nachhaltige Mobilität

an der OVGU.


VIERFORES II

MIT ZUVERLäSSIGER TECHNIK SICHER

IN DIE ZUKUNFT

Digital engineering an der OvGU

Unter dem Titel „Virtuelle und Erweiterte Realität

für höchste Sicherheit und Zuverlässigkeit eingebetteter

Systeme“, kurz ViERforES, begann 2009

ein Verbund aus universitärer und anwendungsorientierter

Forschung sich den Herausforderungen

zu stellen, die der verstärkte Einsatz moderner

Informations- und Kommunikationstechnologien in

vielen technischen Domänen mit sich bringt.

über 40 Wissenschaftler forschten in den letzten

vier Jahren in verschiedenen Domänen – dazu zählten

unter anderem Automotive/Mobilität, Medizintechnik

und Energiesysteme – an der Fragestellung,

wie klassische Ingenieurskunst und moderne IT

optimal voneinander profitieren können. In allen

Domänen stellt sich durchweg die Erkenntnis ein,

dass IT einerseits einer der wichtigsten Innovationstreiber

ist, gleichzeitig aber auch neue Probleme

entstehen, die nur durch interdisziplinäre Teams

von Fachexperten gelöst werden können.

Deshalb wurde bereits sehr früh mit dem Aufbau

eines interdisziplinären Hochschulzentrums für

Digital Engineering (CDE) begonnen. Unter dem

Dach des CDE sollten all jene Forschungs- und

Entwicklungsaktivitäten gebündelt werden, die

genau an der Grenze zwischen Informatik und

Ingenieurwissenschaft liegen. Dementsprechend

wird das Zentrum auch fakultätsübergreifend von

den Professoren Michael Schenk (Maschinenbau)

und Gunter Saake (Informatik) geleitet. Inzwischen

sind am CDE Arbeitsgruppen aus fünf Fakultäten

sowie dem Fraunhofer Institut für Fabrikbetrieb und

Automatisierung (IFF), dem Max-Planck-Institut für

Dynamik komplexer Systeme und dem Institut für

Automation und Kommunikation beteiligt.

Aus dieser erfolgreichen dynamischen Kooperation

entwickelten sich eine Reihe weiterer disziplinübergreifender

Verbundforschungsprojekte und auch ein

Graduiertenkolleg im Bereich digitale Tatortanalyse.

2011 wurde zudem ein neuer Masterstudiengang

Magische Linse zur Exploration

virtueller Informationsräume

projektpartner:

• Fraunhofer Institut für

Fabrikbetrieb und -automatisierung

IFF, Magdeburg

• Fraunhofer-Institut für

Experimentelles Software

Engineering IESE,

Kaiserslautern

• Otto-von-Guericke-

Universität Magdeburg

• Technische Universität

Kaiserslautern

• Dornheim Medical Images

GmbH, Magdeburg

• Lehnert Regelungstechnik

GmbH, Magdeburg

• FuelCon AG, Barleben

(Foto: Viktoria Kühne/

Fraunhofer IFF)

68 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 69

Digital Engineering eingeführt. Der Studiengang

wird primär von den Fakultäten Informatik und

Maschinenbau getragen, ist aber auch für andere

Ingenieurwissenschaften geöffnet. Zugangsvoraussetzung

ist ein Bachelor- oder Masterabschluss

in einem ingenieurwissenschaftlichen Bereich

oder der Informatik. Alleinstellend ist eine starke

Fokussierung auf angewandte, interdisziplinäre

Forschung, mit der optimal auf den Berufseinstieg

vorbereitet wird.

Dieses erfolgreiche Modell führte dazu, dass das

CDE inzwischen auch in mehreren internationalen

Kooperationen erfolgreich ist. So konnten beispielsweise

in 2013 ein Kooperationsprojekt mit Thailand

erfolgreich eingeworben werden, das als Ziel eine

institutionalisierte Zusammenarbeit in Forschung

und Lehre auf dem Gebiet Digital Engineering hat.

FORSCHUNG /

DIGITAL ENGINEERING

Jun.-prof. Dr. Frank

Ortmeier ist seit 2009

Leiter der Arbeitsgruppe

Computer Systems

in Engineering.

Der Forschungsfokus

liegt auf professioneller

Softwarekonstruktion in technischen

Systemen. Einen besonderen Schwerpunkt

bilden dabei sicherheitskritische Anwendungen.

Aktuell ist er Leiter mehrerer disziplinübergreifender

Forschungsprojekte, Studienfachbetreuer

für Digital Engineering und Ingenieurinformatik,

Sprecher der GI-Regionalgruppe Sachsen-Anhalt,

Leiter von drei internationalen ERASMUS-

Programmen sowie Gründer und Geschäftsführer

von isoTec.


Radnahe Antriebstechnik für hohe energieeffizienz

und nachhaltige Mobilität

Elektrofahrzeuge sind aktuell stark in den Fokus

gerückt, da ihre energieeffizient und nachhaltig gestaltbaren

Fahrzeugkonzeptionen Lösungen für die

Sicherung von umweltfreundlicher Mobilität sind.

Mit diesen Zielstellungen haben Produktionstechniker,

Konstrukteure, Mechaniker, Mechatroniker und

Psychologen der Fakultät für Maschinenbau einen

herkömmlichen Smart zu einem Elektroauto umgerüstet.

Im Juni 2012 wurde das Elektrofahrzeug „Editha“

– benannt nach der Frau Otto I. – nach einer

nur einjährigen Konzeptions- und Umrüstungszeit

straßenzugelassen. Es erreicht Geschwindigkeiten

bis zu 100 km/h bei einer Reichweite von 130–150 km

und unter Beibehaltung der vollen Fahrzeugfunktionalität.

„Editha“ von unten: radnaher

Motor, Controller und

Verkabelung

„Editha“ von hinten:

Teil des Batteriepackages

70 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 71

energieeffizienter Antriebs- und Batteriestrang

Schwerpunkt der Forschungsarbeiten war die

Entwicklung eines energieeffizienten, gewichtsminimierten

Antriebsstranges mit minimalen Reibungsund

Umlenkverlusten. Dieser besondere innovative

Anspruch ist durch die Umsetzung eines radnahen

Einzelradantriebs über zwei achsnah verbaute Motoren

(Gesamtleistung beider Motoren: 20,5 kW) an

der Hinterachse realisiert. Das Batterie- und Ladesystem

zeichnet sich durch Sicherheit, Zuverlässigkeit

und einfache Nutzbarkeit aus. „Editha“ erreicht

damit einen Gesamtwirkungsgrad vom Ladestecker

zum Rad von 70 Prozent.

nachhaltiges Fahrzeugkonzept

Bei der Komponentenauswahl legten die Magdeburger

Forscher großen Wert auf eine hohe Lebensdauer

und Energieeffizienz. Die Smartkarosse selbst ist

FORSCHUNG /

ERNEUERBARE ENERGIEN

DAS E-AUTO: VOM PROTOTYPEN

ZUM ALLTAGSFAHRZEUG

vollständig recyclebar und im zweiten Produkt-Lebenszyklus

eingesetzt. Ergänzt wird das Fahrzeugkonzept

durch innovative Anzeigeinstrumente für

eine intelligente Fahrweise und effiziente Rekuperationsnutzung.

Das vorliegende Antriebs- und

Batteriekonzept sowie die realisierte Bauraumflexibilität

des Elektroautos „Editha“ ermöglichen als

eines der wenigen Fahrzeugkonzepte in Deutschland

die Kombination verschiedener Energiebereitstellungsmöglichkeiten

im Fahrzeug und eine

universelle Ankopplung an unterschiedliche externe

Energiequellen.

Die Forschungen zu alltagstauglicher und nachhaltiger

Elektromobilität werden auch 2013 fortgesetzt.

Insbesondere wird der Fokus auf der Nutzung

regenerativer Energien sowie auf Konzepten zur

Reichweitenverlängerung von Elektroautos liegen.

Mehr Infos unter: www.editha.eu


72 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 73

Forschung für die Fitness der grauen Zellen

Das DZNE ist ein Forschungszentrum in der

Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren,

das sich mit neurodegenerativen Erkrankungen

beschäftigt. Sein Leitbild ist es, Ursachen und Risikofaktoren,

die Neurodegeneration vorbestimmen,

zu verstehen und neue Therapie- und Pflegestrategien

zu entwickeln. Um die erfolgreiche deutsche

Forschung auf dem Gebiet der Neurodegeneration

zu bündeln, arbeitet das DZNE eng mit seinen Partneruniversitäten

zusammen – am Standort Magdeburg

mit der Otto-von-Guericke-Universität.

Der Schwerpunkt des DZNE-Standorts Magdeburg

liegt in der Koordination und Qualitätssicherung der

Imaging-Projekte aller Standorte sowie der Generierung

und Supervision einheitlicher Standards, ausgestattet

mit modernstem Equipment, den aktuellen

Anforderungen des derzeitigen Forschungstands

entsprechend.

Am DZNE-Standort Magdeburg werden Behandlungsmethoden

entwickelt, die kompensatorische

Mechanismen im Gehirn aktivieren und den kognitiven

Verfall verlangsamen. Es gibt viele Hinweise

darauf, dass geistige und körperliche Aktivität die

FORSCHUNG /

NEUROSCIENCES

DZNE – DEUTSCHES ZENTRUM FüR

NEURODEGENERATIVE ERKRANKUNGEN

Leistung des erkrankten Gehirns verbessern können.

Beim Lernprozess werden Nervenzellen aktiviert

und verknüpft. Durch gezieltes physisches und

mentales Training könnten Schäden am Nervensystem

teilweise kompensiert werden. Wissenschaftler

am DZNE erforschen systematisch, wie man die

nützlichen Effekte der physischen Aktivität in neue

Therapien überführen kann.

Ein Forschungsansatz konzentriert sich auf die

Suche nach eindeutigen Biomarkern, die als Indikatoren

für eine drohende Demenz dienen könnten,

ein weiterer liegt in der Entwicklung von prophylaktischen

Therapieansätzen – wie beispielsweise ein

kombiniertes Gedächtnis- und Bewegungstraining –

sowie in der Erforschung von Aufmerksamkeits- und

Arbeitsgedächtnisprozessen beim Gesunden.

Ein präklinisches Forschungsteam entwickelt in

Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für Neurobiologie

Magdeburg und der Klinik für Neurologie

neue Modelle und Forschungsmethoden mit dem

Schwerpunkt auf neuroprotektive und kompensierende

Strategien gegen Demenz sowie auf diagnostischen

Bildgebungsverfahren unter Verwendung

von in vivo- und Gewebekulturansätzen.


DAS DZNE-TEAM

AM STANDORT MAGDEBURG:

prof. Dr. Alexander Dityatev

ist seit 2012 Leiter der Arbeitsgruppe Molekulare neuroplastizität am DznE-

Standort Magdeburg. Sie untersucht, in welchem funktionellen Ausmaß

die synaptische Plastizität in den Subregionen EC, DG, CA1 und CA3 der

hippokampalen Formation in den frühen Stadien der Alzheimer-Krankheit

und anderen neurodegenerativen Erkrankungen verändert ist. Des Weiteren

wird in zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für neurobiologie eine

Kombination aus zwei-Photonen-Mikroskopie, nanoskopie und intrakortikalen / epikranialen Aufnahmen

entwickelt, um den zusammenhang zwischen funktionellen Änderungen und strukturellen

Modifikationen der Präsynapsen, Postsynapsen, (peri-)synaptischen ECM und glialen Endungen in

vitro und in vivo zu untersuchen. Ein weiteres ziel ist es, frühzeitig Veränderungen der synaptischen

Plastizität zu Anomalien in neuronalen Oszillationen, Aktivität von Orts- und Rasterzellen sowie der

räumlichen Orientierungsfähigkeit bei Demenz in Tiermodellen zuzuordnen. Diese Daten werden – in

zusammenarbeit mit den klinischen Forschungsgruppen des DznE Magdeburg – auf die menschliche

räumliche Orientierungsfähigkeit übertragen. Mit diesem integrativen Ansatz wird die Wirksamkeit

von Interventionen auf die Plastizität untersucht, mit Bezug auf ECMs, ECM-Rezeptoren und Ektoproteasen

in Demenz-Maus-Modellen.

prof. Dr. peter nestor

studierte Medizin an der University of Melbourne, Australien, und erhielt

seinen Abschluss 1989. Er absolvierte eine Facharztausbildung in Innerer

Medizin am Royal Melbourne Hospital sowie eine Facharztausbildung in

neurologie am Alfred Hospital, ebenfalls in Melbourne, sowie am national

Hospital for neurology and neurosurgery, London. Als Facharzt für neurologie

wurde er 1998 Fellow am Royal Australasian College of Physicians.

Danach wechselte er an die University of Cambridge, UK. Dort promovierte er über die Positronen-

Emissions-Tomographie bei Demenz und arbeitete anschließend in dieser Universität als wissenschaftlicher

Mitarbeiter. 2005 wurde er klinischer Wissenschaftler am Medical Research Council (MRC)

und war als Senior-Forscher an der University of Cambridge tätig. Dort wurde er 2009 Dozent für

kognitive neurologie. Seit 2012 forscht Prof. nestor am DznE-Standort Magdeburg. Das übergeordnete

Thema sind die klinischen, neuropsychologischen sowie neuroimaging-Merkmale der degenerativen

Demenzen. Der Blick liegt auf der Verbesserung der Differential- und Frühdiagnostik, der Entwicklung

sensibler, aber stabiler Monitoring-Methoden, um das Fortschreiten der Erkrankung zu untersuchen.

Außerdem werden mechanistische Fragen der Erkrankungs-Pathogenese adressiert – indem die

topographische und zeitliche Entwicklung der pathologischen und neurodegenerativen Funktionen

untersucht wird.

74 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 75

FORSCHUNG /

NEUROSCIENCES

prof. Dr. Frank Angenstein

ist seit Januar 2012 Leiter der DznE-Arbeitsgruppe Funktionelles neuroimaging

in Magdeburg. Ein Schwerpunkt der Arbeitsgruppe ist die Verbindung

dieser beschreibenden strukturellen metabolischen Messungen mit der

funktionellen MRT (fMRI) – für eine möglichst umfangreiche Charakterisierung

von verschiedenen Tiermodellen der Demenz. Die Kombination von fMRI

mit struktureller MRT ermöglicht Aussagen, inwieweit funktionelle Störungen

in einer Struktur aufgrund beobachteter morphologischer Änderungen anzunehmen sind. Folgende

Fragestellungen werden bearbeitet: 1. Welche Änderungen der neuronalen Aktivität beeinflusst die

fMRT-Antwort im Gyrus dentatus? und 2. Wie werden eingehende Signale im Hippokampus verarbeitet

und in andere Regionen weitergeleitet? Es zeigte sich, dass bestimmte Stimulationsmuster nicht nur die

hippokampale Formation aktivieren, sondern auch verschieden kortikale und subkortikale Strukturen.

Untersucht werden der Verlauf des normalen Alterns sowie verschiedene Formen von Demenzen.

prof. Dr. Thomas Wolbers

absolvierte 1999 in Psychologie an der Universität Hamburg und promovierte

dort am Institut für Systemische neurowissenschaften. Im Rahmen eines

Marie-Curie-Stipendiums erforschte er an der University of California, Santa

Barbara, die neuronalen Grundlagen räumlicher Orientierungsprozesse beim

Menschen. Für diese Arbeit erhielt er den prestigeträchtigen Harvey L. Karp

Discovery Award. 2009 wechselte er als Senior Lecturer an das renommierte

Centre for Cognitive and neural Systems an der University of Edinburgh. Gleichzeitig war er Mitglied des

Centre for Cognitive Ageing and Cognitive Epidemiology, in dessen Rahmen er begann, altersbedingte

Veränderungen räumlicher Fähigkeiten zu erforschen. Seit Juni 2012 ist er Professor für Altern und Kognition

am DznE Magdeburg. Sein Forschungsprogramm zielt darauf ab, altersbedingte normale sowie

pathologische Veränderungen in den Gehirnstrukturen besser zu verstehen, die für die räumliche Orientierung

besonders wichtig sind. Darüber hinaus führt er Interventionsstudien durch, um die Plastizität

dieser Strukturen im Alter zu charakterisieren und die Wirksamkeit neuer Therapieverfahren zu testen.

prof. Dr. notger Müller

leitet seit 2009 die Arbeitsgruppe neuroprotektion am DznE Magdeburg.

Prof. Müller erforscht derzeit vorrangig die Frühdiagnostik und Prävention

von Demenzen. Dabei kommen alle modernen bildgebenden Verfahren zum

Einsatz, wobei der Schwerpunkt weiterhin auf der funktionellen MR-Tomografie

liegt – mit dem ziel, experimentelle Paradigmen zu entwickeln, die eine

pathologische Entwicklung des Gehirns im Rahmen einer Demenz frühzeitig

anzeigen. Des Weiteren setzt Prof. Müller seine frühere Forschung zur Frage, wie Aufmerksamkeit und

Gedächtnis unsere Wahrnehmung beeinflussen, fort. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeitsgruppe

liegt in der Entwicklung von prophylaktischen Therapieansätzen, wie dies bspw. im kombinierten Gedächtnis-

und Bewegungstraining Ausdruck findet. Solch ein Training kann die Anzeichen einer Demenz

zumindest verzögern.


SFB 779

LeRnen

AKTUALISIeRUnG vOn

1 2 3

SFB 779 – NEUROBIOLOGIE

MOTIVIERTEN VERHALTENS

Die Arbeit des Sonderforschungsbereichs 779

Motivation ist ein zentraler Auslösungs- und Steuerungsfaktor

für das Verhalten bei höheren Tieren

und Menschen und daher nicht nur von fundamentaler

Bedeutung für die Lebenswissenschaften, sondern

auch von hoher allgemeiner gesellschaftlicher

Relevanz. Während psychologische Theorien zum

Thema Motivation eine jahrhundertelange Geschichte

haben, ist die Erforschung der Hirnmechanismen,

denen das Prinzip Motivation zu Grunde liegt, noch

relativ jung.

Der SFB 779 „Neurobiologie motivierten Verhaltens“

der Universität Magdeburg erforscht die neuronalen

Grundlagen motivationsabhängiger und motivationssteuernder

Prozesse mit einem interdiszip-

1

2

3

RepRäSenTATIOn

vOn ReIZen UnD

HAnDLUnGen

evALUATIOn vOn

ReIZ BeDeUTUnGen UnD

HAnDLUnGSALTeRnATIven

HAnDLUnGSAUSWAHL

AUF BASIS

DeR evALUATIOn

eRGeBnISBeWeRTUnG

AUF BASIS

DeR evALUATIOn

linären Ansatz, der die komplementären Vorteile

tier- und humanverhaltensphysiologischer Forschungsansätze

nutzt. Hierbei zielt der SFB auf ein

klassische Forschungsdisziplinen übergreifendes

Verständnis der Neurobiologie motivierten Verhaltens,

das die molekularen, zellulären, systemphysiologischen

und verhaltensphysiologischen Ebenen

genauso umfasst wie die klinischen Aspekte der

Motivationssteuerung.

Im Rahmen des SFB 779 wurden neue experimentelle

Paradigmen entwickelt, die zu einem vertieften

Verständnis der relevanten Elementarprozesse

komplexer motivierter Verhaltenssteuerung geführt

haben (siehe Abbildung). Die hierdurch ermöglichten

systemphysiologischen Untersuchungen leisten

wesentliche Beiträge zur Rolle verschiedener

Mehr Infos unter:

www.sfb779.de

76 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 77

Hirnstrukturen und deren Interaktion während der

Entstehung und Durchführung motivierter Handlungen.

Von besonderer Bedeutung sind hierbei Prozesse

der Bewertung von Sinnesinformationen und der

Bewertung von Handlungskonsequenzen. Auf der

zell- und molekularphysiologischen Ebene werden

zudem für motiviertes Verhalten wichtige intrazelluläre

Signalwege in Nervenzellen aufgeklärt. Die für

diese Breite notwendige Interdisziplinarität hat der

SFB durch Rekrutierung von Arbeitsgruppen aus der

Fakultät für Naturwissenschaften und der Fakultät

für Medizin der Universität sowie aus dem Leibniz-

Institut für Neurobiologie (Zentrum für Lern- und

Gedächtnisforschung) geleistet. Nach exzellenter

Begutachtung befindet sich der SFB 779 seit Beginn

2012 in seiner zweiten Förderperiode.

FORSCHUNG /

NEUROSCIENCES

Abb. links: Schematische

Darstellung einiger wesent-

licher Elementarprozesse, die

motivationsgesteuerten Handlungen

zugrunde liegen.

Abb. rechts: Netzwerk ausgewählter

relevanter Hirnstrukturen,

in denen diese Prozesse

als neuronale Verarbeitungsmechanismen

implementiert

sind. Das Netzwerk bildet

einen „semantischen Prozessor“,

dessen Funktionsprinzipien

eine Vielzahl neuronaler

Daten und korrespondierender

Verhaltensdaten verständlich

machen.

prof. Dr. Frank W. Ohl

ist der Sprecher des

SFB 779. Er promovierte

im Fach zoologie an

der Technischen Hochschule

Darmstadt und

arbeitete als Postdoc

an der University of California, Berkeley, USA.

zurzeit leitet er die Abteilung „neurobiologie/

neuroprothetik“ am Institut für Biologie der

Otto-von-Guericke-Universität und ist zudem

Direktor der Abteilung „Systemphysiologie des

Lernens“ am Leibniz-Institut für neurobiologie

(LIn) in Magdeburg.


Ziel des CDS ist die Analyse und die gezielte Beeinflussung

sowie die Synthese biologischer Systeme von der

molekularen Ebene, über Einzelzellen bis hin zur systemischen

Ebene. Um dieses Ziel zu erreichen, entwickeln die

beteiligten Forschergruppen mathematische Modelle und

Methoden, mit denen das Zusammenwirken der relevanten

biologischen Teilprozesse im Computer simuliert und

analysiert werden kann. Mihilfe dieser Simulationsmodelle

und Analysenmethoden kann zum Beispiel untersucht

werden, wie sich Zellen mithilfe externer Stimulationssignale

gezielt beeinflussen lassen. Mit Blick auf biomedizinische

Probleme können im Krankheitsfall konkurrierende

CDS

Forschungszentrum

Dynamische Systeme:

Biosystemtechnik

Das Forschungszentrum ,,Dynamische Systeme – Biosystemtechnik”

vereinigt Forschergruppen mit ingenieurwissenschaftlichem,

systemtheoretischem, mathematischem,

medizinischem und biologischem Hintergrund.

Wissenschaftler aus fünf Fakultäten der Otto-von-Guericke-Universität

Magdeburg und aus dem Max-planck-

Institut arbeiten eng und fachübergreifend zusammen,

um die gemeinsam gesetzten Ziele zu erreichen:

IMMUNOLOGIE

Neu berufene Professoren

Hypothesen für zelluläres Fehlverhalten per Simulation

durchgespielt, Strategien für die frühzeitige Diagnose

entwickelt sowie geeignete Interventions- und Therapieansätze

identifiziert werden.

Das CDS konnte mit Frau Prof. Lavrik eine herausragende

Forscherpersönlichkeit gewinnen, die neben weiteren

neuberufenen Professoren und Professorinnen 2012 ihre

Forschungstätigkeit in der Medizinischen Fakultät der

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg aufgenommen

hat. Die Forschung im CDS sowie deren nationale und internationale

Sichtbarkeit werden durch die neuberufenen

Professoren und Professorinnen maßgeblich gestärkt.

78 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 79

prof. Dr. Inna Lavrik – professur für Translationale entzündungsforschung

FORSCHUNG /

DYNAMISCHE SYSTEME

Prof. Lavrik hat in den letzten Jahren wichtige Forschungsergebnisse zum Verständnis der Regulation des „Todesrezeptors“ CD95 (Fas/APO-1) im

Immunsystem erzielt und verstärkt maßgeblich die biomedizinische Forschung im CDS. Ihre Arbeiten sind insbesondere in der Krebs forschung

in hohem Masse innovativ, da sie die molekulare Untersuchung krankheitsrelevanter Prozesse mittels mathematischer Modellierung (Systembiologie)

erlauben.

prof. Dr. Berend Isermann – professur für Klinische Chemie und pathobiochemie

Die Funktion der Gerinnungsproteasen für die Regulation der Hämostase und der vaskulären Integrität ist etabliert. neue Erkenntnisse zeigen,

dass Gerinnungsproteasen durch Rezeptor-vermittelte Mechanismen aber auch die Funktion von Mitochondrien und des endoplasmatischen

Retikulums und damit die zelluläre Homeostase regulieren. Das Gerinnungssystem ist somit nicht nur Garant der vaskulären Integrität, sondern

eine wichtige Schnittstelle zwischen extra- und intrazellulärem Milieu.

prof. Dr. Dunja Bruder – professur für Infektionsimmunologie

Prof. Bruder und ihr Team untersuchen die molekularen und zellulären Mechanismen, die T-zell-vermittelten entzündlichen Erkrankungen

der Lunge, des Darms und der Bauchspeicheldrüse zugrunde liegen. In aktuellen Projekten untersucht sie zudem, wie eine infektionsbedingte

Modulation der Immunantwort des Wirtes gegen bakterielle und virale Erreger den Verlauf von Autoimmunität, Pathogen-Persistenz und

Suszeptibilität gegenüber Sekundärinfektionen beeinflusst.

prof. Dr. Ingo Schmitz – Systemorientierte Immunologie und entzündungsforschung

Prof. Schmitz leitet eine Kooperationseinheit zwischen der OVGU und dem Helmholtz-zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig. Seine

Forschung befasst sich mit Signalmechanismen, die zwischen Leben und Tod einer zelle entscheiden. So untersucht er die Apoptose, eine

Form des programmierten zelltodes, und die Autophagie, also das „Selbstverdauen“ einer zelle. Beide Prozesse sind für die immunologische

Toleranz sehr wichtig. neuerdings befasst er sich außerdem mit regulatorischen T-zellen, die ebenfalls Toleranz vermitteln.

prof. Dr. Ulrike Seifert – professur für Immunmodulation

Das Ubiquitin-Proteasom-System ist zur Erhaltung des zellulären Protein-Gleichgewichtes entscheidend und generiert antigene Peptide,

die von spezifischen T-Lymphozyten erkannt werden. Unsere kürzlich publizierten Daten zeigen, dass eine Sonderform des Proteasoms, das

sogenannte Immunoproteasom, geschädigte Proteine schnell abbauen und damit zeitnah auf eine Infektion reagieren kann, indem es sowohl

das zelluläre Protein-Gleichgewicht aufrechterhält als auch mit der schnellen Bildung von antigenen Peptiden reagiert.

prof. Dr. Thomas Schüler – professur für Molekulare Immunologie

Homöostatische Mechanismen bilden eine wichtige Grundlage für die Aufrechterhaltung von Immunität und immunologischer Toleranz. Hier

spielen lösliche Immunbotenstoffe eine wichtige Rolle, mit deren Hilfe Immunzellen kommunizieren. Wie diese Immunbotenstoffe die Bildung

des immunologischen Gedächtnisses beeinflussen und wie deren Manipulation zur Verbesserung der Immuntherapie bei Krebs genutzt werden

kann, wird in der Arbeitsgruppe von Prof. Schüler studiert.

prof. Dr. Steffen Borrmann – professur für Molekulare Mikrobiologie

Die an klinischen Fragestellungen orientierte Arbeitsgruppe von Prof. Borrmann beschäftigt sich mit der Behandlung der Malaria und den

durch weitverbreitete Resistenzen entstehenden Problemen. Um dieser Herausforderung langfristig entgegenzuwirken, arbeitet die Gruppe

auch an neuen Ansätzen, um der Malaria effektiver vorbeugen zu können. Malaria als globales Gesundheitsproblem erfordert einen internationalen

und interdisziplinären Forschungsansatz, beides steht in der neuen Arbeitsgruppe im Vordergrund.


1 2

3 4

DER MAGDEBURGER

FORSCHUNGSCAMPUS StIMULAtE

Bildgeführte minimal-invasive verfahren zur

Diagnose und Behandlung altersbedingter

erkrankungen

Der Forschungscampus STIMULATE (Solution Centre

for Image Guided Local Therapies) gehört zu den

zehn Gewinnern von bundesweit 96 Einreichungen

innerhalb der Förderinitiative „Forschungscampus

– öffentlich-private Partnerschaft für Innovationen“

des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

und strebt an, gemeinsam mit der Siemens AG

sowie außeruniversitären Forschungseinrichtungen,

wie dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative

Erkrankungen und regionalen KMU, auf dem Unicampus

das „Deutsche Zentrum für bildgestützte Medizin“

als internationalen Leuchtturm zu etablieren.

Das Gesundheitswesen ist einer der wichtigsten

Wachstumsmärkte der Zukunft. Auf diesem Markt

kommt der Medizintechnik eine Schlüsselrolle zu,

die durch die enge Zusammenarbeit von Ingenieurund

Naturwissenschaften sowie insbesondere der

Medizin neue, innovative Diagnose- und Therapieansätze

erschließt:

Im Forschungscampus STIMULATE werden Technologien

für bildgeführte minimal-invasive Methoden

in der Medizin entwickelt, die sowohl medizinische

Behandlungsmethoden verbessern als auch die

Kostenexplosion im Gesundheitswesen eindämmen

sollen. Im Fokus stehen die häufigsten Volkskrankheiten

aus den Bereichen Onkologie, Neurologie

sowie kardiovaskuläre Erkrankungen.

Im Rahmen des Forschungscampus STIMULATE

sollen nun bildgeführte minimal-invasive Diagnoseund

Behandlungsmethoden eben solcher Erkrankungen,

die erwartungsgemäß mit der fortschreitenden

überalterung der Bevölkerung zunehmen,

verbessert bzw. erweitert werden. Die bildgeführten

minimal-invasiven Methoden ermöglichen es,

gerade bei älteren oder geschwächten Patienten

mit Vor- bzw. Mehrfacherkrankungen, auf schwere

Operationen, die sie zusätzlich belasten würden, zu

verzichten. Stattdessen werden für die Behandlung

miniaturisierte Instrumente wie Nadeln, Katheter

oder Elektroden eingesetzt und diese mittels

bildgebender Verfahren, d. h. Röntgen, Computer-

1

Angiographielabor

Röntgen- und Computertomographiebilder

kann eine

moderne 3D-Röntgenangiographieanlage

schnell, mit

höchster Präzision und aus

jeder nur erdenklichen Position

erstellen. Auf der Basis

dieser Bilder kann der Arzt

die Instrumente im Körper des

Patienten exakt navigieren und

die Therapie steuern und kontrollieren.

Auf der Abbildung

ist das Team von Prof. Dr. med.

Martin Skalej während der katheterbasierenden

Behandlung

eines Gehirnaneurysmas unter

der Kontrolle einer solchen

Röntgenanlage zu sehen.

80 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 81

2

Phantom-Katheter

In der Abbildung ist das

Einführen des Katheters in ein

Gefäßmodell, ein sogenanntes

Phantom, zu sehen. Derartige

Modelle erlauben einerseits

die Evaluation von neuen Kathetern

und andererseits auch

das Training von Kathetereingriffen

für junge ärzte.

3

Tesla Magnetresonanztomograph

(MRT)

Die Abbildung zeigt den im

Herbst 2012 aufgestellten Magnetresonanztomograph

(MRT)

der Firma Siemens im Medizintechnik-Forschungslabor

in

der Experimentellen Fabrik.

Das Gerät befindet sich in direkter

Nachbarschaft zur einer

Angiographieanlage, wie oben

dargestellt. Beides soll genutzt

werden, um Technologien für

bildgeführte minimal-invasive

Eingriffe zu entwickeln.

4

Experimentelle Fabrik

Das „Dach“ des Forschungscampus

STIMULATE

tomographie (CT) oder Ultraschall, aber auch unter

Magnetresonanztomographie (MRT), zum Ort der

Erkrankung navigiert. Im Gegensatz zu der minimalinvasiven

Chirurgie – auch Knopfloch-Operationen

genannt –, bei denen der Chirurg Instrumente mit

integrierter Kamera nutzt, wird bei der bildnavigierten

minimal-invasiven Methode das Bild von außen

erzeugt, eben durch CT, MRT oder Röntgen.

Für die Herstellung miniaturisierter Instrumente

unterstützen als Partner kleine und mittlere Unternehmen

aus der Region den Forschungscampus. Da

die Forschung und Entwicklung in diesem Bereich

äußerst komplex sowie zeit- und kostenintensiv ist,

haben kleine Arbeitsgruppen bzw. Firmen nur selten

das Potential und die Mittel, Innovationen erfolgreich

bis zur Marktreife zu entwickeln. Der durch

das BMBF-Förderprogramm „Forschungscampus“

verfolgte Ansatz ist daher gerade im Hinblick auf die

Kompetenzen am Standort Magdeburg besonders

vielversprechend. Im Forschungscampus schließen

sich Hochschule, Forschungsinstitute und Wirtschaftsunternehmen

zusammen, um gemeinsam

FORSCHUNG /

MEDIZINTECHNIK

erster MRT für die Medizintechnikforschung auf

dem Unicampus installiert

Die Magnetresonanztomographie, kurz MRT, ist

ein Verfahren, mit dessen Hilfe man visuelle

Schnittbilder des menschlichen oder tierischen

Körpers erzeugen und dadurch Organe bzw.

Organveränderungen sichtbar machen und beurteilen

kann. Das Großgerät wird an der OVGU allerdings

nicht für den Patientenbetrieb genutzt,

sondern mehreren Fakultäten für gemeinsame

interdisziplinäre, medizintechnische Forschungen

dienen. So werden an diesem MRT unter

anderem Methoden entwickelt, um minimalinvasive

chirurgische Eingriffe zu überwachen

oder neue Erkenntnisse über die Funktion des

menschlichen Gehirns zu gewinnen.

und langfristig an einem Ort das Forschungsthema

zu bearbeiten. Der Ort der gemeinsamen Forschung

in Magdeburg werden Labore und Räume in der

Experimentellen Fabrik sein, in denen bereits hochwertige

Röntgen- und Magnetresonanztomographie-

Technik installiert ist.

Durch den Forschungscampus werden aber auch weitere

wichtige Impulse und Ausstrahlungen auf Lehre,

Forschung und Kooperationen für den Forschungsschwerpunkt

Medizintechnik gesetzt. So erhofft man

sich von der Leuchtturmwirkung von STIMULATE

nicht nur viele interessierte und erfolgreiche Studierende,

sondern auch die Zuwanderung von Wissenschaftlern,

die sich an der Entwicklung der Methoden

beteiligen, sowie auch von ärzten, die diese Verfahren

erlernen bzw. einsetzen möchten. Zudem wird

die kontinuierliche Erweiterung der Forschungsaktivitäten

durch begleitende Projekte erwartet. Bei

avisierter voller Förderdauer von 15 Jahren können so

bis zu 150 Mitarbeiter im Projekt tätig sein – darunter

neben Medizinern und Medizintechnikern, Ingenieurund

Naturwissenschaftler sowie Informatiker.


STRUKTUR

KLEINE PARTIKEL GROSS IM EINSATZ

Wirbelschichtforschung an der OvGU

pROZeSSMODeLL

MOnITORInG

Partikelbildende Wirbelschichtprozesse sind in der

Chemie, Lebensmittelindustrie und Pharmazie von

großer Bedeutung. Forschung in der Wirbelschicht-

technik ist deswegen hochaktuell, weil die deutsche

und europäische Industrie ihre Wettbewerbsfähigkeit

nur durch maßgeschneiderte Apparate

und Prozesse zur wirtschaftlich effizienten und

umweltschonenden Herstellung von hochwertigen

partikulären Produkten mit gezielt einstellbaren Eigenschaften

wahren und ausbauen kann. Ein grundsätzliches

wissenschaftliches Verständnis darüber,

wie die Gestaltung des Wirbelschichtapparates,

Materialeigenschaften und Betriebsbedingungen

die Struktur und die Eigenschaften der partikulären

Produkte beeinflussen, steht daher im Zentrum der

Forschungsaktivitäten in Magdeburg. Wesentliche

Aspekte dabei sind:

• Die erstmalig in Magdeburg implementierte

Kopplung mit der Trocknung. Es ist dadurch

möglich, einerseits den Einfluss thermischer

Betriebsparameter auf die Kinetik der Partikelbildung

zu erfassen sowie, andererseits, Bildung

und Struktur der festen Phase auf mikroskopischer

Ebene zu studieren.

AppARAT MATeRIAL BeTRIeBSBeDInGUnGen

online

online

pARTIKeLeIGenSCHAFTen

• Die für Sprühwirbelschichten ebenso erstmalig

in Magdeburg entwickelte Nutzung von diskreten

Modellen, sogenannten Monte-Carlo-Simulationen.

Monte-Carlo-Simulationen verfolgen alle

zur Partikelbildung führenden Mikroprozesse an

einer relativ kleinen Anzahl von Teilchen, die somit

das Verhalten eines großen Partikelsystems

realitätsnahe abbildet.

• Die Untersuchung der Partikelbewegung und der

Zonenbildung (Sprühzone, Trocknungszone) in

Sprühwirbelschichten, sowohl mit experimentellen

Methoden wie auch durch Strömungssimulation.

• Die Anwendung und Entwicklung moderner

Messtechniken zur überwachung der dynamischen

Veränderung von Partikeleigenschaften

in Wirbelschichten, wie auch zur eingehenden

Charakterisierung des Produktes nach seiner

Herstellung (z. B. die in Magdeburg erstmalig

durchgeführte mikrotomographische Bestimmung

sogenannter morphologischer Deskriptoren für

Agglomerate).

• Die Entwicklung modellbasierter Prozessführungsstrategien

für die Erzeugung strukturierter partikulärer

Produkte mit definierten Eigenschaften.

GeWÜnSCHTe

pRODUKTeIGenSCHAFTen

Konzeptschema der Wirbel-

schichtforschung in Magdeburg

Einige der in Magdeburg

mit der Wirbelschicht- und

Trocknungstechnik befassten

Forscher

82 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 83

WAS GEnAU IST EInE WIRBELSCHICHT?

Wird eine Partikelschicht mithilfe eines Gases in Schwebe gehalten, so spricht man von einer Wir-

vernetzte Forschung

Partikelbildende Wirbelschichtprozesse werden an

der Universität Magdeburg vorwiegend am Lehrstuhl

für Thermische Verfahrenstechnik durch Prof.

Dr.-Ing. Evangelos Tsotsas und Prof. Dr.-Ing. Mirko

Peglow untersucht. Dies geschieht im Rahmen von

Leuchtturmprojekten des Bundesministeriums

für Bildung und Forschung, wie der Nachwuchsforschungsgruppe

NaWiTec, den Wachstumskern

WIGRATEC und deren Nachfolgevorhaben, wird

aber auch von einer Reihe weiterer Projekte ergänzt

und flankiert – u. a. vom Graduiertenkolleg „Mikro-

Makro-Wechselwirkungen“ sowie von Einzelprojekten

der Deutschen Forschungsgemeinschaft, von der

Industriellen Gemeinschaftsforschung, der Personenförderung

durch den Deutschen Akademischen

Austauschdienst und die Alexander-von-Humboldt-

Stiftung. Es besteht eine enge Verbindung zur

FORSCHUNG /

WIRBELSCHICHTTECHNIK

belschicht. Wirbelschichten können als Trockner oder Reaktoren zur energetischen Verwertung von

biogenen Brennstoffen verwendet werden, man kann aber auch eine Lösung oder Suspension auf die

verwirbelten Partikel sprühen, um sie zu Produkten mit hochwertigen Gebrauchseigenschaften umzuwandeln:

So können nach Verdampfung des Lösungsmittels und Bildung einer festen Phase die Partikel

wachsen (Granulation), mit dünnen Funktions- oder Schutzschichten überzogen werden (Coating) oder

über Feststoffbrücken größere Aggregate bilden (Agglomeration).

Arbeitsgruppe „Trocknungstechnik und Porennetzwerkmodelle“

des Lehrstuhls sowie zu Prof. Dr.-Ing.

Lothar Mörl, der seit etwa 1970 die Wirbelschichttechnik

in Magdeburg etablierte. Wesentliche regionale

Industriepartner sind die Pergande Gruppe in

Weißandt-Gölzau, die Glatt Ingenieurtechnik GmbH

in Weimar sowie die Anhaltinische Verfahrensund

Anlagentechnik GmbH in Magdeburg. Darüber

hinaus bestehen Kooperationen und Kontakte mit

vielen weiteren Unternehmen, von der kleinen

spezialisierten Firma bis zum weltweit agierenden

Konzern.

Die mit der Wirbelschichttechnik befassten Forscher

veröffentlichen circa 25 Kongress- und Journalpublikationen

im Jahr, letztere in den international

führenden einschlägigen Zeitschriften, wie z. B.

American Institute of Chemical Engineering Journal,

Chemical Engineering Science, Powder Technology.


MAxLAB – DAS ÖKONOMISCHE LABOR

experimentelle Wirtschaftsforschung an der OvGU

Wenn man wissenschaftliche Aussagen darüber

machen will, wie eine Ökonomie funktioniert, dann

braucht man zuallererst eine Vorstellung davon,

wie sich die Akteure in einer solchen Ökonomie

verhalten. Die Wirtschaftswissenschaften benutzen

deshalb ein ausdifferenziertes Verhaltensmodell, das

auf der Annahme fußt, dass Menschen sich überwiegend

im Eigeninteresse verhalten und dass sie dabei

keine Fehler begehen, d. h. rational vorgehen. Dieses

Modell ist sehr erfolgreich, aber es hat Grenzen,

denn in der realen Welt sind Menschen nicht vollständig

rational unterwegs und sie haben auch nicht

immer nur die eigenen Interessen im Kopf. Wenn

man versucht, diesen Dingen Rechnung zu tragen,

dann stößt man auf ein Problem: Das menschliche

Verhalten ist so komplex, dass es noch nicht

gelungen ist, ein allgemeines Modell zu konzipieren,

das in der Lage wäre, das tatsächlich beobachtbare

Verhalten hinreichend genau zu beschreiben. Das

hat in den Wirtschaftswissenschaften zur Entwicklung

eines neuen Forschungszweiges geführt, zur

„Verhaltensökonomie“, in der ökonomische Erkenntnisse

interdisziplinär mit soziologischen und psychologischen

Erkenntnissen zusammengeführt werden,

um menschliche Entscheidungen und wirtschaftliche

Interaktionen so gut wie möglich zu verstehen.

Verhaltensökonomische Forschung heißt vor allem,

dass man Laborexperimente benutzt, um Verhalten

unter kontrollierten Bedingungen zu studieren. Das

MaxLab – gegründet 1998 – gehört in Deutschland

zu den größten und am besten ausgelasteten Experimentallaboren

und es kann auf eine inzwischen

lange Liste von Erfolgen verweisen. Der Leibniz-

Preis gehört dazu, ebenso der Forschungspreis der

OVGU, aber auch mehrere Sauermann-Preise, die

84 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 85

FORSCHUNG /

WIRTSCHAFTSWISSENSCHAFTEN

für die besten deutschsprachigen Dissertationen in

der experimentellen Wirtschaftsforschung vergeben

werden. Im MaxLab arbeiten ein gutes Dutzend

Forscher, die international publizieren und damit

erheblich zum Renommee der Magdeburger Wirtschaftsfakultät

beitragen. Das Labor verfügt über

mehr als 30 Computerplätze und 9 schalldichte Kabinen,

die für Videokonferenzen ausgerüstet sind. Die

Fragestellungen, die in dieser Umgebung vor allem

mit Studierenden als Versuchspersonen bearbeitet

werden, sind vielfältig. Kürzlich konnte das MaxLab

ein neues Highlight vermelden. Im Rahmen eines

DFG-Projekts waren bis zu 100 Personen gleichzeitig

im Labor und insgesamt wurden fast 4.000 Versuchspersonen

eingesetzt – Weltrekord! übrigens:

Als Versuchsperson im MaxLab zu sein, lohnt sich,

denn in ökonomischen Experimenten geht es immer

um echtes Geld.

prof. Dr. Joachim

Weimann

hat das MaxLab 1998

gegründet und ist bis

heute Mitglied seines

wissenschaftlichen

Direktoriums. Er ist Vorsitzender der Gesellschaft

für experimentelle Wirtschaftsforschung,

der weltweit ältesten wissenschaftlichen

Gesellschaft dieser Art. Studium in Bielefeld,

Promotion und Habilitation an der TU Dortmund.

Forschungsschwerpunkte: Verhaltensökonomische

Finanzwissenschaft, Umweltökonomik,

Glücksforschung. Mitglied des Senats- und des

Bewilligungsausschusses der Deutschen Forschungsgemeinschaft

für Graduiertenkollegs.


DER MENSCH IN GESELLSCHAFT,

KULTUR UND BILDUNG

Das Forschungsprofil der Fakultät für Humanwissenschaften ist vielgestaltig und thematisch reichhaltig.

In den Blick genommen und erkundet werden höchst unterschiedliche Aspekte und Fragestellungen aus

Gesellschaft, Kultur und Bildung. Der Blick reicht von regionalen Perspektiven, etwa auf das mittelalterliche

Magdeburg oder die aktuelle Gesundheit der Bevölkerung in Sachsen-Anhalt, über bundesweite

und international vergleichende Ansätze – hier beispielsweise die Analyse von Haushalten in zentralasien.

zwei Forschungszentren bündeln jene Aktivitäten, die über die Grenzen des eigenen Faches

hinausgehend, ihre Erkenntnisinteressen aus verschiedenen disziplinären Richtungen gemeinsam

verfolgen – das zentrum für Sozialweltforschung und Methodenentwicklung (zSM) und das zentrum für

Transformationsforschung (zTF). Die im Folgenden präsentierten Projekte geben einen kleinen Einblick

in die derzeit realisierten Vorhaben an der Fakultät:

Otto der Große und das Römische Reich –

Das Institut für Geschichte forscht und berät

Weit über hunderttausend Gäste besuchten die

Magdeburger Ausstellung „Otto der Große und das

Römische Reich. Kaisertum von der Antike zum

Mittelalter“ und die sieben Korrespondenzortausstellungen

an Kaiserorten in Sachsen-Anhalt.

Prof. Dr. Martin Dreher (Alte Geschichte) und Prof.

Dr. Stephan Freund (Mittelalterliche Geschichte)

waren an der Konzeption der großen Schau des

Kulturhistorischen Museums Magdeburg als Mitglieder

des Wissenschaftlichen Beirats forschend und

beratend beteiligt, haben bei der Objektauswahl

und -beschaffung geholfen und wichtige Beiträge in

den Begleitpublikationen verfasst.

Prof. Dr. Freund hat überdies gemeinsam mit Studierenden

des Instituts für Geschichte in Wallhausen,

einem der Kaiserorte, eine Ausstellung kuratiert, die

am 19. April 2012 im Beisein des Ministerpräsidenten

des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff

sowie des Abtes von Kloster Einsiedeln eröffnet

wurde. Am wahrscheinlichen Geburtsort Ottos des

Großen, der während seiner Regierungszeit zu

seinen bevorzugten Aufenthaltsorten zählte und bis

ans Ende des 12. Jahrhunderts von beinahe allen

deutschen Königen aufgesucht wurde, wird in rund

fünfzig Tafeln die Geschichte der Pfalz Wallhausen

und des ottonischen Königtums geschildert.

Neben zahlreichen Karten, archäologischen Funden

und Abbildungen in Wallhausen ausgestellter

Herrscherurkunden wurden insbesondere zwei

für Einsiedeln bestimmte Originalurkunden Ottos

I. erstmals außerhalb des Klosters präsentiert,

darunter die Gründungsurkunde der Abtei. Damit

wurde zugleich wissenschaftlich neues Licht auf die

bislang unterschätzte Bedeutung Wallhausens geworfen.

Im Rahmen des seit März 2012 bestehenden

Pfalzenarbeitskreises Sachsen-Anhalt findet unter

der Leitung von Prof. Dr. Freund nun die weitere

wissenschaftliche Erforschung der in ottonischer

Zeit wichtigsten Pfalzlandschaft des mittelalterlichen

Reiches statt. Erste neue Ergebnisse erbrachte

ein zweitägiger Workshop am 12./13. Oktober 2012 in

Wallhausen „Mittelalterliche Königspfalzen auf dem

Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalt. Geschichte –

Topographie – Forschungsstand“, dessen Beiträge

im Jahr 2013 publiziert werden.

Ministerpräsident Dr. Reiner

Haseloff, Prof. Dr. Stephan

Freund und die an der Ausstel-

lung beteiligten Studierenden

des Instituts für Geschichte

anlässlich der Ausstellungseröffnung

in Wallhausen am

19. April 2012.

86 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 87

Historiengemälde von 1896.

Maler war Konrad Astfalck. Das

Gemälde ist ausgestellt im Gebäude

der VHS Herford, Kreis

Herford, Nordrhein-Westfalen.

Wallhausen –

„Geburtsort“ Ottos des Großen

FORSCHUNG /

HUMANWISSENSCHAFTEN

[…] donec Walehusen parabatur […] nupciale convivium. Ibi

tandem licito perfruuntur amore eandemque civitatem et cuncta

ad hanc pertinentia in dotem illi tradidit.

[…] bis endlich in Wallhausen […] ein Hochzeitsmahl bereitet

wurde. Dort erfreuten sie sich schließlich der erlaubten Liebe

und er [d.h. Heinrich] übertrug ihr [d.h. Mathilde] diese ‚Stadt‘

mit allem zugehörigen Besitz als Morgengabe.

Nachricht der sogenannten älteren, um 973/974 entstandenen

Mathildenvita (Vita Mathildis antiquior c. 2, S. 116, ed. Bernd

Schütte, Die Lebensbeschreibungen der Königin Mathilde [Monumenta

Germaniae Historica, Scriptores rerum germanicarum

in usum scholarum separatim editi LXVI.], Hannover 1994) zur

im Jahre 909 stattfindenden Hochzeit der Eltern Ottos, Heinrich

und Mathilde.


Forschung und Lehre – eine Kooperation des

Instituts für Germanistik und des Kulturhistorischen

Museums Magdeburg

Die graphische Sammlung des Kulturhistorischen

Museums besitzt ein Konvolut von mehr als 50 illustrierten

Flugblättern aus dem 16. und 17. Jahrhundert.

Dieser bislang unbekannte Bestand umfasst

einen repräsentativen Querschnitt eines in seiner

Zeit weitverbreiteten und nahezu konkurrenzlosen

bildpublizistischen Mediums. Die Magdeburger

Sammlung ist umso bedeutender, als sie etliche Drucke

von größter Seltenheit enthält: Sechs Exemplare

sind Unikate, von neun weiteren hat sich weltweit

nur noch ein einziges zweites Exemplar nachweisen

lassen. Am Institut für Germanistik entstand der

Plan, diese kulturhistorisch wichtige Sammlung

wissenschaftlich zu erschließen und einer größeren

Öffentlichkeit in einer Ausstellung bekannt zu machen.

Unter Leitung von Michael Schilling (Lehrstuhl

für ältere deutsche Literatur) erarbeiteten Studierende

der Germanistik zu jedem Flugblatt einen

Kommentar, der die Struktur und Argumentationslinien

von Bild und Text nachzeichnet sowie den

historischen und funktionsgeschichtlichen Kontext

beschreibt. In dem Bestandskatalog, der rechtzeitig

zur Ausstellung im Frühjahr 2012 vorlag (Illustrierte

Flugblätter der Frühen Neuzeit. Hg. v. M. Schilling.,

Magdeburg 2012, vgl. Abb. 1), sind alle Blätter in großen

Reproduktionen ediert und durch wissenschaftliche

Kommentare erschlossen. Das von der Stiftung

Kloster Unser Lieben Frauen geförderte Projekt

belegt beispielhaft die erfolgreiche Zusammenarbeit

zwischen der Universität und anderen kulturellen

Institutionen der Region und zeigt exemplarisch,

wie durch die Verbindung von Lehre und Forschung

die Studierenden in die Praxis wissenschaftlicher

Arbeit und des Wissenschaftstransfers eingeführt

werden.

Der von Studierenden

entworfene Umschlag des

Kataloges

Flugblatt über einen in der

Steiermark beobachteten

Kometen

Abb. 1: AR-geleitetes und

echtzeitbasiertes visuelles

Feedback zur Korrektur der

Becken- und Thoraxkinematik

in der Frontalebene

Abb. 2: Darstellung der Range

of Motion (ROM) des Beckens

in der Frontalebene im Ver-

gleich der IG (Gangschulung

mit AR-System), KG (Gangschulung

mit therapeutischer

Instruktion) und RG (Frauen

ohne Gangauffälligkeiten)

88 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 89

Technologien im Sport –

Das Institut für Sportwissenschaft

Das Institut für Sportwissenschaft konzentriert

seine interdisziplinären Forschungsschwerpunkte

auf die Anwendung von Technologien im Sport, die

Geräteentwicklung, die Evaluation von Bewegungsund

Gesundheitskonzepten, Methoden und Strategien

im Sinne einer nachhaltigen Interventionsforschung

von körperlicher Aktivität und Gesundheit

in unterschiedlichen Settings und Zielgruppen

sowie auf die komplexe Leistungsdiagnostik zur

Kennzeichnung der Belastungs-Beanspruchungs-

Situation bei Breiten-, Freizeit-, Gesundheits-,

Rehabilitations-, bis hin zu Leistungssportlern. Eine

aktuelle Studie beschäftigt sich mit dem Einsatz

von Augmented Reality (AR) vs. therapeutischer

Instruktion in der Gangschulung bei Patientinnen

nach Hüft-Totalendoprothese (Hüft-TEP). Insgesamt

wurden 21 Patientinnen (w, 58 ± 4,3 Jahre) mit Hüft-

TEP, randomisiert einer Interventions- (IG, n=11)

bzw. einer Kontrollgruppe (KG, n=10) zugeordnet.

In Erweiterung der dreiwöchigen Anschlussheilbehandlung

absolvierten alle Patientinnen eine

standardisierte Gangschulung (20 min/Tag). Dabei

erfolgte die Korrektur kinematischer Merkmalsausprägungen

durch therapeutische Instruktion (KG)

bzw. mithilfe einer AR-geleiteten, echtzeitbasierten

Visualisierung von Soll-Ist-Wert-Vergleichen (IG,

Abb. 1). Um Unterschiede im Rehabilitationsverlauf

in Abhängigkeit der Interventionsstrategie kenn-

FORSCHUNG /

HUMANWISSENSCHAFTEN

zeichnen zu können, wurden jeweils ein Eingangstest,

eine Verlaufskontrolle sowie ein Ausgangstest

durchgeführt. Die Bewertung kinematischer (Moven,

Fa. xSens) sowie neuro-physiologischer (Oberflächenelektromyografie,

OEMG, 16-Kanal-Noraxon)

Parameter basiert auf einer klinischen Ganganalyse.

Im Rahmen einer Voruntersuchung (VU) wurden als

Basis für die Visualisierung (IG) und zum Vergleich

zu den Patientinnen kinematische Referenzwerte

(Moven) anhand von 26 Probandinnen (w, 59 ± 11

Jahre, RG) ohne motorisch-funktionelle Beeinträchtigungen

erhoben.

Erste Ergebnisse zeigen, dass keine Unterschiede

der OEMG-Kennwerte über den Verlauf der Gangzyklen

im Vergleich IG vs. KG vorliegen. Im Gegensatz

zur IG vs. RG sind beim Vergleich der KG vs. RG im

Ausgangstest Unterschiede bei den Gangparametern

Gehgeschwindigkeit (p=.000) und Doppelschrittlänge

(p=.019) nachweisbar. Im Ausgangstest zeigt

die KG vs. RG signifikante Unterschiede bei den

Kennwerten Achsabweichung (p=.001) bzw. Range

of Motion (RoM, p=.004) des Beckens in der Frontalebene

(Abb. 2).

Beim Einsatz von AR-basierter Intervention sind

zum Teil gleichwertige Ergebnisse erreichbar. Bei

weiterer Reduktion des technischen und zeitlichen

Aufwandes dieses Technologieansatzes, könnte dieses

Vorgehen eine wirksame Ergänzung im Rehabilitationsprozess

nach Hüft-TEP sein.


ZWEI JAHRE

OTTO-VON-GUERICKE GRADUATE SCHOOL

Die Graduate School für promovierende

Die Otto-von-Guericke Graduate School hat sich

in den zwei Jahren ihres Bestehens als zentrale

Servicestelle für die Promovierenden der OVGU

etabliert. Mit einer umfangreichen Webpräsenz und

dem monatlichen Newsletter werden Informationen

gebündelt verfügbar gemacht. Die Koordinatorin, Dr.

Barbara Witter, bietet Beratungen vor, während und

am Ende der Promotionsphase an, die nach individueller

Absprache von Promovierenden und denen,

die es werden wollen, gern genutzt werden.

Im Rahmen der Graduate School werden regelmäßig

Kurse zum wissenschaftlichen Schreiben, zum

Präsentieren und zur Karriereplanung angeboten.

In enger Abstimmung mit dem Mentoring-Programm

zur Förderung weiblicher Nachwuchswissenschaftler

werden auch Themen abgedeckt, die die Vereinbarkeit

von Beruf und Familie, insbesondere auch

den Aspekt von „Dual Career Couples“ betreffen.

Neben dem Service für die Promovierenden bietet

die Graduate School auch einen Mehrwert für

die Hochschule an, die über die Geschäftsstelle

aufbereitete Informationen zu den Promovierenden

erhält. Sehr wertvoll ist in diesem Zusammenhang

die Teilnahme der OVGU an der bundesweiten

Längsschnitt-Studie ProFile, welche vom Institut

für Forschungsinformation und Qualitätssicherung

iFQ in Berlin durchgeführt wird. Promovierende

zahlreicher Universitäten und Förderwerke werden

hier über mehrere Jahre regelmäßig einmal pro Jahr

Fotos v.l.n.r.:

Prof. Kai Sundmacher, Vortrag

beim DocDay: Publizieren für

Einsteiger

Den Einstieg finden: Promovierende

beim DocDay – Impulsvortrag

von Prof. Sadrieh und

Prof. Sundmacher

Netzwerken beim DocDay:

Nebenberuflich promovieren –

ein Hobby?

90 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 91

FORSCHUNG /

DOCDAY DER GRADUATE SCHOOL

durch das iFQ befragt, sodass sehr differenzierte

Aussagen über Promotionsverläufe und Karrieren

möglich werden und ein wichtiger Beitrag geleistet

wird, das Promotionswesen in Deutschland insgesamt

genauer zu untersuchen. So wird auch ein Erkennen

von Schwachstellen und Entwicklungsmöglichkeiten

sowie eine Einordnung des Status quo am

Standort Magdeburg im Bundesvergleich möglich.

Der DocDay der Graduate School – unterstützt Doktoranden

und Studierende beim netzwerken

Nicht zuletzt wurde die Graduate School gegründet,

um die Vernetzung der Promovierenden untereinander

zu befördern. Wie auch schon im Jahr zuvor

wurde eine Netzwerkveranstaltung für die Promovierenden

der gesamten Universität organisiert, von

Promovierenden, gemeinsam mit der Geschäftsstelle.

Am Nachmittag des 24. September 2012 fand ein

vielfältiger „DocDay“ statt.

Ein wichtiges Ziel dieser Veranstaltung war die

Wahl von Vertretern der Promovierenden für den

Rat der Graduate School, in dem einmal pro Semester

Vertreter aller Fakultäten gemeinsam mit dem

Direktor der Graduate School und den Promovierendenvertretern

über aktuelle Fragen rund um die

Graduate School beraten und die weitere Entwicklung

vorbereiten. Es wurden vier Vertreter und drei

Stellvertreter gewählt, sodass die Promovierenden

der OVGU nun erstmals eine Stimme in einem Universitätsgremium

haben.

Anschließend gaben Prof. Sundmacher (VST) und

Prof. Sadrieh (WW) Impulsvorträge unter dem Stichwort

„Publizieren für Einsteiger“. Beide sind nicht

nur erfahrene Wissenschaftler und haben lange

Publikationslisten vorzuweisen, sondern sie sind

auch als Herausgeber wissenschaftlicher Journale

tätig. Sie gaben den überaus interessierten Doktoranden

viele Insider-Tipps, wie die Spielregeln beim

Publizieren sind und welche Fettnäpfchen man beim

Spiel um „publish or perish“ als junger Wissenschaftler

vermeiden sollte.

Der Nachmittag ging weiter mit einem vielfältigen

Markt der Möglichkeiten, mit Gesprächsrunden und

Infotischen, zu Themen wie Umgang mit wissenschaftlichem

Fehlverhalten oder Promovieren mit

Kind, um nur zwei Beispiele zu nennen. Bei kleinen

Snacks und kalten Getränken gab es zum Abschluss

noch viel Gelegenheit zum informellen Austausch

untereinander.

Im dritten Jahr ihres Bestehens hat sich die Graduate

School einen festen Platz an der Universität

erarbeitet und einiges für die Promovierenden auf

den Weg bringen können. Der weitere Ausbau des

Kursprogramms, die Fortsetzung der Kooperation

mit dem universitätsweiten Mentoring-Programm

für Nachwuchswissenschaftlerinnen, die systematische

Erfassung aller Promovierenden und die noch

bessere Vernetzung der Promovierenden quer über

alle Fächergrenzen hinweg bleiben Aufgaben für die

kommenden Jahre.

www.grs.ovgu.de


Dr.-Ing. Sebastian Stober

arbeitet seit 2006 – nach seinem OVGU-Informatikstudium

mit nebenfach Mathematik – in der

Data & Knowledge Engineering Group der OVGU,

im interdisziplinären Bereich des Musik Information

Retrieval.

Dr. rer. nat. Julia Unterhinninghofen

studierte Physik an der TU Berlin und promovierte

zunächst in Bremen und dann an der Uni Magdeburg

in theoretischer Physik. Heute arbeitet sie

als Optikdesignerin bei der OEC AG in München,

einem Dienstleister für Optikentwicklungen.

Dr.-Ing. Manja Krüger

studierte an der OVGU Maschinenbau und promovierte

über Molybdänbasislegierungen. Seit 2012

beschäftigt sie sich mit metallischen Werkstoffen

– als Juniorprofessorin der Uni Magdeburg.

Dr. rer. nat. Fabian Reiher

war nach seiner zeit als Physikstudent und wissenschaftlicher

Mitarbeiter der Uni Magdeburg ab

2008 bei Azzurro Semiconductors beschäftigt. 2010

wechselte er zu Infineon Technology Austria. 2012

folgte die Gründung von Heron Semiconductors.

Dr.-Ing. Ulrike Hempel

studierte Elektrotechnik an der Universität Magdeburg

und leitet ebenfalls dort seit 2009 die Fachgruppe

Mess- und Analysensysteme am Institut für

Automation und Kommunikation (ifak) e.V.

Dr. rer. nat. Dr. med. Christian Michael Stoppel

studierte 2000–2007 an der OVGU Medizin und

neurowissenschaften, promovierte 2008 zum Dr.

med. und 2012 zum Dr. rer. nat. Seit Januar 2008

ist er Assistenzarzt für neurologie am

Universitätsklinikum Magdeburg.

D ISSERTATIONSPREI STRäGER

2 0 0 9 2 0 0 9 2 0 1 0 2 0 1 1

Dr. med. Martin Walter

ist heute ausgebildeter Facharzt für Psychiatrie,

Leiter einer Forschungsgruppe am Leibniz-Institut

für neurobiologie und einer Depressions-Spezialambulanz

an der Universitätsklinik – den Start

hierfür gab sein Medizinstudium an der OVGU.

2012

2 0 1 2

Jahr für

Jahr vergibt

die OVGU den Dissertationspreis

– an ihre

Summa-cum-laude-Absolventen,

den besten Doktoranden

oder die beste Doktorandin

aus dem Bereich der Naturwissenschaften.

An wen der Preis geht, entscheidet die

Forschungskommission des Senats – auf

Basis der vorgelegten Fakultätspreise

für die besten Doktorandinnen und Doktoranden

und in der Regel bis Ende Oktober

des laufenden Jahres.

Wesentliche Auswahlkriterien in der

Entscheidung, an wen der Preis

geht, sind zum einen die Liste der

Veröffentlichungen – wobei

die Publikationskultur des

jeweiligen Fachs berücksichtigt

wird –

sowie zum

2 0 0 8

2 0 0 5

2005–201 2

anderen

die geringe

Qualifikationsdauer

des Abschlusses. Dies

betrifft also die Frage der

Regelstudienzeit sowie die

Dauer der Promotion.

überreicht wird der Dissertations-

preis in Form einer Urkunde vom Rek-

tor der Universität. Doch das Beste: Der

Dissertationspreis ist mit 1.000 Euro

92 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 93

2 0 0 8

Dr. med. Sven Günther Meuth

studierte an der OVGU Humanmedizin und neurobiologie,

seine Facharztausbildung neurologie absolvierte

er an der Uni Würzburg. 2010 Ruf auf eine

W3-Professur für neurologie/neuropathophysiologie

an die Westfälische Wilhelmsuniversität Münster.

2 0 0 5 2 0 0 6 2 0 0 6 2 0 0 7

dotiert. Dieses Preisgeld wird großzügi-

gerweise von Frau Karin Witte gestiftet.

2012: Was ist aus den Dissertationspreisträgern

der Universität Magdeburg

heute geworden? Wer kehrte

an die OVGU zurück, um in seiner

ehemaligen Lehrstätte nun

selbst zu lehren? Wer ging

an andere Hochschulen

oder in die

Industrie?

Dr.-Ing. Mirko peglow

studierte Wirtschaftsingenieurwesen für Verfahrens-

und Energietechnik an der Universität

Magdeburg. Heute arbeitet er als Technischer Geschäftsführer

der Pergande Unternehmensgruppe.

FORSCHUNG /

DISSERTATIONSPREIS

Dr. rer. nat. niko Busch

promovierte 2006 an der Universität Magdeburg

über die neuronalen Mechanismen des Sehens, war

danach dort wissenschaftlicher Mitarbeiter und ist

seit 2009 Juniorprofessor für Medizinische Psychologie

an der Charité Berlin.

Dr.-Ing. Ulrike Krewer

promovierte an der OVGU über Methanol-Brennstoffzellen;

danach war sie u. a. OVGU-Juniorprofessorin

für Portable Energiesysteme und arbeitet heute

als Professorin/Institutsleiterin für Energie- und

Systemverfahrenstechnik an der TU Braunschweig.

Dr.-Ing. Sven Apel

war 2010 Emmy-noether-nachwuchsgruppenleiter

und 2007 im Akadademischen Rat – beides an der

Uni Passau; 2007 erhielt er den Software-Engineering-Preis

der Ernst-Denert-Stiftung und machte

seinen Dr.-Ing. an der Universität Magdeburg.

Dr. med. Dr. rer. nat. Björn Hendrik Schott

ist nach seinem Medizinstudium in Kiel und Magdeburg

an der Charité in Berlin angestellt und steht vor

dem Abschluss der Facharztausbildung in Psychiatrie

und Psychotherapie. Er forscht parallel in Magdeburg

am LIn, im Bereich Imaging Genetics.


Impressionen von der Verleihung

des Dissertationspreises

94 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 95

KARIN WITTE

Die Stifterin des Dissertationspreises und weiterer preise

Frau Karin Witte ist Vorstandsvorsitzende der nach ihr benannten gemeinnützigen

Stiftung und Vorstandsvorsitzende des „Karin-Witte-Fonds zur

Förderung der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg“. Sie unterstützt

mit ihren Zuwendungen vor allem junge Nachwuchswissenschaftlerinnen

und Nachwuchswissenschaftler: Frau Witte stiftet seit Jahren die Dotierungen

der Dissertationspreise und der Preise für die besten Doktorandinnen

und Doktoranden der naturwissenschaftlichen und technischen Fakultäten.

Es ist ihr Anliegen, durch diese in Magdeburger Nachwuchswissenschaftler

investierten Mittel die Ausstrahlung Magdeburgs als Wissenschaftsstandort

nachhaltig zu stärken.

Weiterhin ist Frau Witte Stifterin eines Preises, der alle zwei Jahre für die

hervorragenden Leistungen einer jungen Nachwuchswissenschaftlerin

vergeben wird. 2012 rief Frau Witte außerdem den „Klaus-Erich-Pollmann-

Forschungsförderpreis“ ins Leben, mit dem u. a. der internationale Austausch

von Forschungsleistungen zwischen der OVGU und ausländischen

Forschungseinrichtungen gefördert werden soll. Dieser Preis wird 2013

erstmals vergeben.

Karin Witte, beheimatet in Lübeck, studierte Volkswirtschaftslehre, Betriebswirtschaftslehre,

Französisch und Englisch. Sie arbeitete 23 Jahre lang als

Lehrerin in berufsbildenden Schulen und war 15 Jahre als Dozentin sowie

Mentorin an der Universität Lübeck und der Fernuniversität Hagen tätig.

FORSCHUNG /

DISSERTATIONSPREIS


96 JAHRBUCH 2011 JAHRBUCH 2012 97

TECHNOLOGIETRANSFER

99 MEDIZINTECHNIK

101 WIRBELSCHICHTTECHNIK

103 KAT-NETZWERK

105 ZEPHRAM

107 FIRMENKONTAKTMESSE

109 10. EMV-INDUSTRIESEMINAR

04


OvGU-Wissenschaftler entwickeln Rettungswagen

mit telemedizinischer Ausrüstung für verbesserte

Schlaganfallversorgung

Bei der Schlaganfallversorgung kommt es auf jede

Minute an. „Time is Brain“ ist daher der Slogan der

ärzte bei der Akutversorgung dieser Erkrankung,

welche gesunde Menschen plötzlich – quasi wie „ein

Schlag“ – trifft. Damit diese Patienten künftig sofort

ab dem Eintreffen des Rettungsdienstes noch am

Notfallort von dem Fachwissen eines Spezialisten

profitieren und keine Minute ungenutzt verstreicht,

wird seit Januar 2012 an der Otto-von-Guericke-

Universität ein Rettungswagen mit modernster

telemedizinischer Ausrüstung für eine verbesserte

Schlaganfallversorgung entwickelt.

Ziel des zweijährigen Projektes ASTER ist es, relevante

Informationen per Telemedizin aus und in den

Rettungswagen zu übermitteln und so die schwierige

und zeitkritische Entscheidung der Einsatzkräfte,

wie der Patient optimal behandelt werden soll, zu

erleichtern. ASTER – Akut-Schlaganfall-Telemedizin

im Rettungswagen – knüpft dabei an die Ergebnisse

des gleichnamigen Innovationsforums aus dem Jahr

2008 an, in dessen Rahmen zusammen mit dem

DRK Jerichower Land das telematische Grundsystem

konzipiert wurde.

Ein innovatives Highlight wird dabei die nahtlose

Integration der Rettungswagen-Telemedizin in die

am Lehrstuhl für Medizinische Telematik der OVGU

(Prof. Dr. Georg Rose) entwickelte klinische Telemedizininfrastruktur

TASC sein. TASC verbindet aktuell

98 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 99

ASTeR

REttER IN DER NOt

sechs Kliniken der Grund- und Regelversorgung mit

einer Expertenzentrale für Schlaganfälle, der Stroke

Unit des Universitätsklinikums Magdeburg. Notärzte

und Rettungsassistenten werden diese vorhandene

Vernetzung nutzen und sowohl die Zielklinik automatisch

über den eintreffenden Patienten vorinformieren

als auch einen Schlaganfallexperten konsultieren

können. Dadurch werden ASTER und TASC

im Zusammenspiel erstmals nahtlos die komplette

Schlaganfall-Rettungskette vom ersten Patientenkontakt

bis hin zur Versorgung des Patienten in der

Klinik telemedizinisch unterstützen.

Der zweite Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt

des Projektes liegt in der verkehrstelematischen

Unterstützung der Rettungscrew: Um

schneller zum Patienten und von ihm zur Klinik zu

TECHNOLOGIETRANSFER /

MEDIZINTECHNIK

gelangen und dem medizinischen Personal genauere

Fahrtzeitabschätzungen liefern zu können, wird

das Telemedizinsystem durch das Institut für Automatisierungstechnik

der OVGU (Prof. Dr. Christian

Diedrich) und das An-Institut IFAK (Prof. Dr. Ulrich

Jumar) unter anderem mit Navigationssystemen

und Lichtsignalanlagensteuerungen intelligent

verknüpft.

Weitere essentielle Beiträge zum Projekt liefern die

drei sachsen-anhalter Unternehmen Malottki GmbH

(Funkkommunikationssystem), Tonfunk Elektronik

Systeme GmbH (Mobiles Eingabegerät) sowie SBSK

GmbH & Co. KG (IT-Infrastruktur). Gefördert wird

ASTER vom Bundesministerium für Bildung und Forschung

(BMBF) im Rahmen des Programms „Wachstumskern

Potential“ mit ca. 1,5 Millionen Euro.


ERFOLGREICHER TRANSFER

Innovative Wirbelschicht- und partikeltechnologie

Die in den 1970er Jahren an der Universität Magdeburg

entwickelte Wirbelschichttechnologie genießt

national und international eine hohe Anerkennung

und bildet traditionell eine wichtige Säule in dem

ingenieurwissenschaftlichen Ausbildungsprofil.

Beim Wirbelschichtverfahren werden flüssige

oder staubförmige Ausgangsstoffe in hochwertige

Granulate umgewandelt. Anwendung findet dieses

Verfahren in der Chemie, in der Lebensmittelindustrie

sowie in der Pharmazie. Darüber hinaus wird

die Wirbelschichttechnologie auch bei Verbrennungs-

oder Vergasungsprozessen eingesetzt.

Auch im Jahr 2012 wurde der transferorientierte

Forschungsschwerpunkt „Wirbelschichttechnik“

der Universität weiter gestärkt und ausgebaut. Die

am Lehrstuhl für Thermische Verfahrenstechnik

von Prof. Dr.-Ing. Tsotsas angesiedelte InnoProfile-

Nachwuchsforschungsgruppe NaWiTec sowie der

Innovative Regionale Wachstumskern WIGRATEC

spielen hierbei als Leuchtturmprojekte des Bundesministeriums

für Bildung und Forschung (BMBF)

eine wesentliche Rolle, wobei neben der wissenschaftlichen

Exzellenz insbesondere der Technologietransfer

zu regionalen Industriepartnern eine

wichtige Rolle spielt.

Diese traditionell enge Verbindung zwischen

Wirtschaft und Wissenschaft wurde im Jahr 2012

durch den Wechsel von Prof. Dr.-Ing. Mirko Peglow

als Leiter der NaWiTec-Gruppe zum Technischen

Geschäftsführer der IPT – Innovative Particle Technology

– Pergande GmbH weiter gefestigt.

Prof. Dr.-Ing. Mirko Peglow, 1974 in Magdeburg geboren,

schloss im Jahr 2000 sein Studium Wirtschaftsingenieurwesen

für Verfahrens- und Energietechnik

an der Universität Magdeburg mit Auszeichnung

ab. 2004 promovierte er mit der Note „summa cum

laude“ zum Dr.-Ing. der Fachrichtung Verfahrenstechnik.

Von 2005 bis 2008 war er als Oberassistent

Wirbelschichtgranulator bei

der Firma IPT Pergande GmbH

Anlage zur Herstellung von

Suspensionskonzentraten als

Vorstufe der Wirbelschicht-

granulation bei der Firma IPT

Pergande GmbH

Mehr Infos unter:

www.nawitec.org

www.wigratec.de

www.pergande.de

Wirbelschichtpartikel

Prof. Dr.-Ing. Mirko Peglow

und Herr Wilfried Pergande

100 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 101

am Lehrstuhl für Thermische Verfahrenstechnik

tätig und wurde 2007 zum Juniorprofessor ernannt.

Von 2008 bis 2012 übernahm er die Leitung einer

Nachwuchsforschergruppe im Rahmen des BMBF-

Programms InnoProfile. Im November 2012 erhielt

der Verfahrenstechniker vom Rektor Prof. Dr.-Ing.

Jens Strackeljan seine Ernennungsurkunde zum

Honorarprofessor für Wirbelschichttechnik.

Mit seinem Wechsel zur IPT Pergande GmbH als

Technischer Geschäftsführer arbeitet er nun für

ein Unternehmen, das als führend im Bereich der

Wirbelschichtgranulation von Pflanzenschutzmitteln

gilt. Das von Herrn Wilfried Pergande gegründete

Familienunternehmen mit ca. 180 Beschäftigten

entwickelt, errichtet und betreibt komplette

Wirbelschichtanlagen. Nicht zuletzt im Ergebnis

der engen und überaus erfolgreichen Kooperation

mit der Universität investierte das Unternehmen

allein im Jahr 2012 fast 10 Mio. Euro in innovative

Produktionsanlagen sowie in ein hochmodernes

TECHNOLOGIETRANSFER /

WIRBELSCHICHTTECHNIK

Technologie- und Entwicklungszentrum für Wirbelschicht-

und Partikeltechnik. Gleichzeitig konnte die

IPT Pergande den größten Umsatz- und Personalzuwachs

in der Firmengeschichte verbuchen.

Darüber hinaus ist es im Jahr 2012 gelungen, das

Innovationskonzept des erfolgreichen Wachstumskerns

WIGRATEC so weiterzuentwickeln, dass

das BMBF einer weiteren Förderphase von drei

Jahren zustimmte. Die unter dem Vorsitz von Prof.

Peglow und Herrn Wilfried Pergande als Bündnissprecher

und unter der wissenschaftlichen Leitung

von Prof. Tsotsas agierende Allianz „WIGRATEC+“

aus zwölf Industrieunternehmen mit Zentrum bei

der IPT Pergande wird in den kommenden Jahren

neue verfahrenstechnische Lösungen und Technologien

auf dem Gebiet der Wirbelschichttechnik

erarbeiten. Hierfür stehen dem Bündnis insgesamt

mehr als 12 Mio. Euro zur Verfügung.


Wernigerode

Halberstadt

Magdeburg

Stendal

Bernburg

Köthen

Halle

Dessau-

Roßlau

Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle

übersicht der im KAT-Netzwerk

organisierten Hochschulen

102 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 103

TECHNOLOGIETRANSFER /

KAT-NETZWERK

VERMITTLUNG VON WISSEN UND

FÖRDERUNG VON FORSCHUNG

KAT – das Kompetenznetzwerk für Angewandte

und transferorientierte Forschung

Wie lässt sich die Wettbewerbsfähigkeit kleiner und

mittelständischer Unternehmen langfristig sichern?

Durch die Kooperation dieser Unternehmen mit der

Wissenschaft.

Das KAT-Netzwerk, ein transferorientiertes Netzwerk

der Hochschulen und Universitäten des Landes

Sachsen-Anhalt, versteht sich hierbei als Bindeglied

zwischen den Hochschulen des Landes Sachsen-

Anhalt und der regionalen Wirtschaft bzw. Gesellschaft.

Durch die Zusammenarbeit mit Verbänden,

Kammern und wirtschaftsnahen Transfereinrichtungen

aus Sachsen-Anhalt ermöglicht KAT der mittelständischen

Wirtschaft den schnellen Zugriff auf die

Ressourcen und das Wissen des nahezu gesamten

Hochschulsystems im Land. Das avisierte primäre

Ziel von KAT: Einen Beitrag zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit

der Unternehmen in der Region

leisten. Durch den bedarfsorientierten Ansatz von

KAT wird ein InnovationsKATalysator aufgebaut,

der zur individuellen und nachhaltigen Lösung von

Hochschule KAT-Kompetenzzentrum

Hochschule Anhalt Life Sciences

Problemstellungen der regionalen Wirtschaft und

Gesellschaft dient. Insofern steht KAT kleinen und

mittelständischen Unternehmen als ein wirksamer

Partner für Forschung, Entwicklung und innovatives

Potential zur Seite.

Organisation und Struktur

An jeder der Hochschulen und Universitäten des

Landes Sachsen-Anhalt arbeiten KAT-Ansprechpartner.

Sie nehmen die Anfragen seitens der Unternehmer

entgegen und suchen für sie die adäquaten

Problemlöser an den Hochschulen und Universitäten.

Die Vernetzung der Einrichtungen ermöglicht

dabei ein schnelles Reagieren auf alle Anfragen.

Doch das KAT-Netzwerk agiert nicht nur im Bereich

des Wissens- und Technologietransfers – es fördert

auch die Etablierung und Stärkung profilbildender

Forschungsschwerpunkte bzw. Kompetenzzentren

an den Fachhochschulen und Universitäten. Hier

eine übersicht:

Hochschule Anhalt Digitales Planen und Gestalten

Hochschule Harz Informations- und Kommunikationstechnologien

Hochschule Harz Tourismus und Dienstleistungen

Hochschule Magdeburg-Stendal Ingenieurwissenschaften / Nachwachsende Rohstoffe

Hochschule Merseburg Naturwissenschaften, Chemie / Kunststoffe

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg IKAM GmbH

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg Medizintechnik

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Zentrum für Innovationskompetenz SiLi-nano®

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Zentrum für Innovationskompetenz HALOmem


IDEEN- UND

INNOVATIONSUNTERSTüTZUNG

FüR DIE INDUSTRIE

Seit 2006 unterstützt die aus der Fakultät für Informatik augegründete Zephram GbR führende

Technologieunternehmen bei der entwicklung neuer Strategien, produkte und prozesse.

Was Zephram leistet

• Innovation ist die erfolgreiche Einführung einer

nutzbringenden Neuerung. Jede Organisation, die

sich in einem freien Markt behaupten muss, ist

auf Innovation angewiesen. Die gilt insbesondere

für Unternehmen, die Qualitäts- oder Technologieführer

in ihrer Branche bleiben wollen.

• Die Zephram GbR in Magdeburg unterstützt

solche Unternehmen bei ihren Innovationsaktivitäten

indem sie den Prozess der Strategieformulierung,

der Ideenentwicklung und der Ideenbewertung

gestaltet und begleitet.

• In den sechs Jahren seit ihrer Gründung hat Zephram

Innovationsprojekte für Kunden in vielen

zukunftsträchtigen Branchen durchgeführt, u. a.

in Automobilbau, Energie, Chemie, Werkzeugmaschinenbau,

Mobilität und Informationstechnologie.

Zu ihren Kunden gehören auch DAx-Unternehmen

wie Siemens, Daimler, Volkswagen,

BASF und Metro.

• Ihr erfolgreichstes Produkt ist der 2010 eingeführte

Invention on Demand-Workshop „Erfindung

auf Knopfdruck“. Hier entwickeln Experten

nach einer von Zephram konzipierten und

moderierten Methode innerhalb von einem Tag

Ideen für Patente. Seit ihrer Einführung konnten

Zephram-Kunden mehr als 100 Patente mit dieser

Dienstleistung anmelden.

104 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 105

Geschichte

• Die Geschäftsidee für das Startup entstand 2004

während eines Schlüsselkompetenzenseminars

in Italien durch die Computervisualistik-Studentin

Jana Görs und Prof. Dr.-Ing. habil. Graham

Horton. Ein Jahr später kamen ExIST-Seed Gründerstipendien,

und die Unternehmensgründung

erfolgte zum 1. Januar 2006.

• Weiteren Aufwind bekam die neu gegründete

Firma durch den IT-Gründerpreis von Microsoft

und die Vermittlung eines Business-Angels durch

die Existenzgründungsoffensive des Landes

Sachsen-Anhalt.

• In den ersten beiden Geschäftsjahren nutzte

Zephram das Innovations- und Gründerlabor

der Fakultät für Informatik als Büro. 2008 zog

das Unternehmen in größere Räume im Wissenschaftshafen

um, wo es seitdem auch Kurse im

Innovationsmanagement anbietet und ausgewählte

Kundenprojekte durchführt.

TECHNOLOGIETRANSFER /

ZEPHRAM

Synergieeffekte mit der OvGU

• Die Zephram GbR pflegt nach wie vor intensiven

Kontakt zu ihrer Alma Mater. Sie beschäftigt

Studenten verschiedener Fakultäten als freiberufliche

Ideengeber und Projektmitarbeiter,

betreibt das Forschungsseminar Idea Engineering

gemeinsam mit der Universität und fördert

finanziell eine Lehrveranstaltung zum Thema

Innovation.

• Forschungserkenntnisse, die in der Universität

entstehen, werden schnell in die Praxis umgesetzt

– manchmal sogar innerhalb weniger

Wochen. Umgekehrt bieten Case Studies von

Zephram einen wertvollen Praxisbezug für

Studierende und Untersuchungsmaterial für die

Forschung.

• Für die Otto-von-Guericke-Universität bietet

diese Art von Zusammenarbeit ein gelungenes

Modell für die Kooperation mit der Wirtschaft,

den Technologietransfer und die wirtschaftliche

Stärkung des Standorts Magdeburg.


FüR DEN SPRUNG INS BERUFSLEBEN

OvGU meets Firmenkontaktmesse: 24. Oktober 2012

Mehr als 60 namhafte national und international

tätige Unternehmen präsentierten sich Mitte Ok-

tober auf dem Campus der Universität Magdeburg.

Die Firmenkontaktmesse als eine Schnittstelle von

Universität und Wirtschaft fand bereits zum 10.

Mal auf dem Unicampus statt – eine Jubiläumsmesse.

Studierende, Absolventen, Praktikanten und

Berufseinsteiger hatten hier erneut die Möglichkeit,

mit Unternehmen verschiedenster Branchen, wie

dem Automobilbau, der Luft- und Raumfahrt, der

Energieversorgung, der Verkehrslogistik oder dem

Maschinenbau ins Gespräch zu kommen. Aus der

Sicht der Unternehmen hingegen bot die Messe die

Möglichkeit, mit hoch qualifizierten Absolventen

persönlich in Kontakt zu treten – wertvoll in Zeiten

des Fachkräftemangels! Auch präsentierten die Unternehmen

mehr als 350 Ausschreibungen für Jobs,

Praktika sowie Studien- und Abschlussarbeiten.

Flankiert wurde die 10. Firmenkontaktmesse von

einem umfangreichen Vortragsprogramm. Auch

Coachings standen für die Berufseinsteiger auf der

Agenda – neben persönlichen Karriere-Beratungen

ein kostenloser Check mitgebrachter Bewerbungsunterlagen

durch das Career Center der Uni Magdeburg,

kostenfreie professionelle Persönlichkeitsanalysen

sowie die ebenfalls kostenfreie Anfertigung

von High-Quality-Bewerbungsfotos. Dies alles trug

dazu bei, dass die Messe 2012 wieder ein voller

Erfolg werden konnte. Rund 70 Prozent der Unternehmen

signalisierten, dass sie auch 2013 wieder

dabei sein werden.

106 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 107

TECHNOLOGIETRANSFER /

FIRMENKONTAKTMESSE

AKG THERMOTECHnIK InTERnATIOnAL GMBH & CO. KG • ALLIAnz BERATUnGS- UnD VERTRIEBS-AG • AMAzOn • AUTOVISIOn GMBH • BALL PACKAGInG EUROPE

GMBH • BASF SE • BEnTELER EnGInEERInG SERVICES GMBH • BERTRAnDT AG • BOSCH COMMUnICATIOn CEnTER MAGDEBURG GMBH • BRUnEL GMBH • BUn-

DESAMT FÜR AUSRÜSTUnG, InFORMATIOnSTECHnIK UnD nUTzUnG DER BUnDESWEHR • C4C EnGInEERInG GMBH • CAMEROn GMBH • CARL zEISS AG OBER-

KOCHEn • CE-SYS EnGInEERInG GMBH • CPM SKET GMBH • DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR InTERnATIOnALE zUSAMMEnARBEIT (GIz) GMBH • E.On AVACOn

AG • EnERCOn GMBH • ESE EnGInEERInG UnD SOFTWARE-EnTWICKLUnG GMBH • EURO EnGInEERInG AG • FERCHAU EnGInEERInG GMBH • FUELCOn • GE-

MEInnÜTzIGE PARITÄTISCHE SOzIALWERKE PSW-GMBH SOzIALWERK KInDER UnD JUGEnDHILFE • HERMES FULFILMEnT GMBH • HORBACH WIRTSCHAFTSBERA-

TUnG GMBH • IAP GMBH • IAV GMBH • IBO InGEnIEURBÜRO OTTE GMBH • ICUBIC AG • InGEnIEURKAMMER LSA KÖRPERSCHAFT DES ÖFFEnTLICHEn RECHTS

• InTELLI EnGInEERInG GMBH • K + S AKTIEnGESELLSCHAFT • KOLBUS GMBH & CO. KG • LESER GMBH & CO. KG • LInTRA SOLUTIOnS GMBH • MAHLE InTERnATIOnAL

GMBH • MAx STREICHER GMBH & CO. KG AA • MLP - FInAnzDIEnSTLEISTUnGEn AG • MMB MAGDEBURGER MASCHInEnBAU E.V. • nORD/LB nORD-

DEUTSCHE LAnDESBAnK • nOVELIS DEUTSCHLAnD GMBH WERK nACHTERSTEDT • OUTOTEC GMBH • PRIOn GMBH • PROSTEP AG • RAnDSTAD PROFESSIOnALS

GMBH & CO. KG • REGIOCOM GMBH • RKW SACHSEn-AnHALT GMBH • G/I/S/A GEnDER InSTITUT SACHSEn-AnHALT • SALzGITTER AG • SELECTLInE SOFTWARE

GMBH • SKET EDV GMBH EIn UnTERnEHMEn DER DATA ExPERTS GMBH • SKW STICKSTOFFWERKE PIESTERITz GMBH • SnP SCHnEIDER-nEUREITHER & PARTnER

AG • SPEzIALBAU EnGInEERInG GMBH • STÄDTISCHE WERKE MAGDEBURG GMBH & CO. KG • TELEMOTIVE AG • THYSSEnKRUPP AG • TOTAL RAFFInERIE

MITTELDEUTSCHLAnD GMBH • VOLKSWAGEn AG • VOLKSWAGEn FInAnCIAL SERVICES AG • WACKER CHEMIE AG • WOODWARD GOVERnOR GERMAnY GMBH

Oben: Die auf der Firmenkontaktmesse

2012 präsentierten

Unternehmen und Einrichtungen.

Mit 61 nationalen und

internationalen Teilnehmern

stieg die Zahl der Aussteller

im Vergleich zum Vorjahr

nochmals leicht an.

Rechts: Eindrücke von der

Firmenkontaktmesse 2012

Die OvGU auf der Hannover Messe:

23.–27. April 2012

Die OVGU sowie weitere Universitäten und Hochschulen

aus Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen

präsentierten sich erfolgreich auf der Hannover

Messe 2012 – auf dem Gemeinschaftsstand Forschung

für die Zukunft, Halle 2, im Bereich Research

& Technology.

Entscheider aus Wissenschaft und Industrie fanden

hier hervorragende Möglichkeiten, Kooperationen

aufzubauen und Technologietransfer zu betreiben.

Das Leitthema der Messe, das sich auch durch die

Halle 2 zog: „greenintelligence“ – globale Trends

nachhaltiger Verfahren und Produkte.

Der Bereich Research & Technology wurde stark

frequentiert. Neue Ideen aus der Forschung,

technologische Innovationen sowie Kooperationen

zwischen Wirtschaft und Wissenschaft standen

im Mittelpunkt. Von besonderem Interesse waren

dabei die neuesten Erkenntnisse für die Bereiche

Mobilitätstechnologie, Energieforschung und Ressourceneffizienz.


WISSENSCHAFT

TRIFFT WIRTSCHAFT

Forschungstransfer in größter Uni-Absorberhalle

Wenn es darum geht, die Wirkung elektromagnetischer

Felder auf die empfindliche Elektronik

vieler Hightech-Produkte zu erforschen, spielt die

Universität Magdeburg eine ganz entscheidende

Rolle. Schließlich ist sie für diese Forschung auch

bestens ausgestattet: Die OVGU besitzt mit ihrer

sogenannten Absorberhalle die größte ihrer Art an

einer Universität bundesweit.

Beim „10. EMV-Industrieseminar“, am 6. November,

am Institut für Grundlagen der Elektrotechnik und

Elektromagnetische Verträglichkeit, hatten gut

200 Entwickler, Konstrukteure und Vertreter des

Managements der Elektroindustrie die Möglichkeit,

vor Ort zu erfahren, wie sie das wissenschaftliche

Know-how sowie die Technologien der Universität

Magdeburg für ihre Unternehmen nutzen können.

108 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 109

TECHNOLOGIETRANSFER /

10. EMV-INDUSTRIESEMINAR


110 JAHRBUCH 2011 JAHRBUCH 2012 111

DER CAMPUS WäCHST

113 EINLEITUNG

115 BAUEN UND SANIEREN

05


112 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 113

m 10. und 11. Mai 2012 fand die Begehung der

Universität durch eine Arbeitsgruppe des

Wissenschaftsrates statt, die im Auftrag der Landesregierung

Empfehlungen für die weitere Entwicklung

des Hochschulsystems des Landes und der einzelnen

Hochschulen vornehmen sollte. In diesem Zusammenhang

wurde auch über den baulichen Zustand

und den Sanierungsgrad der Gebäude und Einrichtungen

auf dem Campus berichtet. Die Vertreter

anderer Universitäten, insbesondere aus den alten

Bundesländern, waren während des Rundgangs über

den Campus beeindruckt vom baulichen Zustand

der Gebäude sowie den vorgenommenen technischen

Modernisierungen innerhalb der Lehr- und

Forschungseinrichtungen und brachten dies auch

zum Ausdruck: „Ein Sanierungsstand von 76 %, den

die OVGU erreicht hat, ist beispielhaft und wird die

Attraktivität der Universität für Studierende und

Wirtschaftspartner weiter erhöhen.“

Diese Feststellungen verdeutlichen, dass die von der

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg gerade

im Jahr 2012 gehandhabte Praxis, gezielt verfügbare

Mittel in den Bauunterhalt und die Fortsetzung der

Sanierungsbemühungen zu stecken, auch außerhalb

der Universität positiv wahrgenommen werden. Die

engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des

Dezernates Technik und Bauplanung haben dabei

Finanzmittel in Höhe von 6,2 Millionen Euro in

verschiedenen Projekten geplant und verausgabt.

Eine Summe, die über die Mittel im Bauhaushalt der

Vorjahre weit hinausgeht und von der effektiven und

fachgerechten Arbeit der Beteiligten zeugt.

Höhepunkte im Baugeschehen auf dem Campus waren

2012 zweifellos die zwei Grundsteinlegungen auf

dem Universitätscampus. Im Mai wurde der Grundstein

für das lang geplante Forschungsverfügungsgebäude

gelegt, das Spitzenforschern im Bereich der

Systembiologie beste Voraussetzungen für ihre Tätigkeit

an der Schnittstelle zwischen Biologie, Medizin

sowie den System- und den Ingenieurswissenschaften

bieten soll. Aus Eigenmitteln wird die Universität auf

dem Campus am Schroteplatz den neuen Hörsaal 6 er-

DER CAMPUS WäCHST /

EINLEITUNG

SCHWERPUNKT SANIERUNG VON

LEHR- UND FORSCHUNGSGEBäUDEN

A

richten. Dieser im September begonnene Bau wird die

Lehr- und Lernbedingungen der Studierenden schon

ab Wintersemester 2013 entscheidend verbessern.

Die Fortsetzung der Bemühungen um Barrierefreiheit

in allen Gebäuden der Universität hat eine

wesentliche Ergänzung erfahren. In das Gebäude

der Zentralverwaltung auf dem Campus wurden ein

behindertengerechter Zugang sowie ein Aufzug eingebaut.

Studierende und Beschäftigte, aber auch die

Besucherinnen und Besucher der Universität, können

ab sofort alle Dezernate barrierefrei erreichen. Damit

sind jetzt 92 % der Hauptnutzfläche der Universität

behindertengerecht ausgebaut.

Ein wesentlicher Bestandteil der Sanierungsaufgaben

ist die Umsetzung von gesetzlichen Forderungen zum

Brandschutz. Für die Ersteinrichtung bzw. Erneuerung

von Brandmeldeanlagen und Brandschutzeinrichtungen

wurden allein im Jahr 2012 Mittel in Höhe

von 1.215.000 Euro investiert, die entscheidend dazu

beitragen werden, die Brand- und Arbeitsschutzbedingungen

für unsere Studierenden und Beschäftigten

zu optimieren sowie den Erhalt der Lehr- und

Forschungseinrichtungen im Falle eines Brandes oder

einer Havarie zu sichern.

Die Sanierung der Gebäude ist immer verbunden mit

der Verbesserung der Bedingungen für den Lehr- und

Forschungsbetrieb. Neben dem Ein- und Umbau von

Laboreinrichtungen für die Ausbildung der Studierenden

und die verbesserte Sicherung der Forschungsaufgaben,

stand die Modernisierung der medientechnischen

und möbelseitigen Ausstattung von Hörsälen

und Seminarräumen im Fokus des Mitteleinsatzes.

Insgesamt 260.000 Euro wurden dafür eingesetzt.

Auf den folgenden Seiten erhalten Sie in kommentierten

Bildern einen optischen Eindruck von der

Vielfalt des Baugeschehens auf dem Campus.

Volker Zehle

Amtierender Kanzler


NEUER RAUM FüR

LEHRE UND FORSCHUNG

Im Kontrast zueinander: Die Baugrube des neuen

Hörsaals 6 und die teils sanierte Fassade des

Gebäudes 40

114 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 115

DER CAMPUS WäCHST /

BAUEN UND SANIEREN


Das Forschungsverfügungsgebäude:

Blick auf die nordseite des Rohbaus

116 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 117

DER CAMPUS WäCHST /

BAUEN UND SANIEREN


Blick auf die neu sanierten Fassaden der

Gebäude 14 und 15

Der neu gestaltete Flur des schon sanierten

Gebäudeteiles des Gebäudes 40

Am Campus Schroteplatz: In der Baugrube des

geplanten neubaus Hörsaal 6

118 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 119

3

DER CAMPUS WäCHST /

BAUEN UND SANIEREN


Brandschutz

120 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 121

DER CAMPUS WäCHST /

BAUEN UND SANIEREN


122 JAHRBUCH 2011 JAHRBUCH 2012 123

WISSENSCHAFTSKOMMUNIKATION

06

125 WISSENSCHAFT AM WOCHENENDE

127 KINDER-UNI

129 ÖFFENTLICHE VORLESUNGEN

131 CAMPUS DAYS


MAGDEBURG WILL‘S WISSEN

Die 7. Lange nacht der Wissenschaft am 2./3. Juni

Was passiert hinter üblicherweise verschlossenen

Labor- und Hörsaaltüren? In Weltraumbiotechnologie,

in IT? In Telemedizin oder Automobilforschung?

Wissenschaft und Technologie einmal ganz hautnah

und so richtig individuell erleben – nirgends bietet

sich hierfür eine bessere Gelegenheit als in der

Langen Nacht der Wissenschaft, die jedes Jahr von

einem Samstag auf einen Sonntag stattfindet.

Auch in diesem Jahr waren mehrere Tausend Gäste

aus Magdeburg und der Region der Einladung

der gut 30 wissenschaftlichen Einrichtungen und

technologieorientierten Unternehmen gefolgt. Professoren,

Studierende und Mitarbeiter nahmen sich

eine ganz Nacht lang Zeit und stellten ihren Gäste

auf anschauliche und unterhaltsame Weise all die

faszinierenden Technologien vor, die ansonsten

der Öffentlichkeit nicht zugänglich oder nur wenig

greifbar sind – nicht nur eine spannende Sache für

die Besucher, sondern auch für die Wissenschaftler:

Immerhin bot sich ihnen hier die Möglichkeit, das

Bewusstsein der Öffentlichkeit für Wissenschaft

zu schärfen – und dem Vorurteil, sie erforsche im

Elfenbeinturm realitätsferne Dinge, entgegenzuwirken.

Was stand auf dem Programm? Ungewöhnliche

Experimente, beeindruckende Vorträge sowie Führungen

an der Seite der renommiertesten Forscher

der Stadt.

Strategischer Knotenpunkt der diesjährigen Langen

Nacht der Wissenschaft war der Wissenschaftshafen.

Von hier aus fuhren die Shuttle-Busse die

Wissensdurstigen auf vier Erlebnisrouten.

Traditionelles Opening der

Langen Nacht der Wissenschaft:

Otto von Guerickes

Halbkugelversuch – der

Versuch, die beiden luftleeren

Halbkugeln voneinander zu

trennen. Diesmal mit Prof. Dr.

Klaus E. Pollmann, im September

verabschiedeter Rektor der

OVGU, und Oberbürgermeister

Lutz Trümper auf der Kugel.

Das war übrigens der 170. historisch

dokumentierte, nachgebildete

Halbkugelversuch.

124 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 125

WISSENSCHAFTSKOMMUNIKATION /

WISSENSCHAFT AM WOCHENENDE

Der „Medizinische Sonntag“ – am Sonntag in die

Universität

Wer krank ist, möchte schnell gesund werden und

das auch bleiben. Für alle Menschen sind Gesundheitsinformationen

daher sehr wichtig – und das am

besten aus erster Hand.

„Der Medizinische Sonntag", eine gemeinsame

Veranstaltungsreihe des Universitätsklinikums der

OVGU, der Urania sowie der Volksstimme, widmet

sich auf anschauliche Weise genau diesem Informationsbedürfnis.

Denn das Programm umfasst ein

breites Spektrum medizinischer Themen: Allergien,

Augenerkrankungen, Bluthochdruck, Demenz, Diabetes,

Herzkrankheiten, Rheuma, Schlafstörungen,

Sodbrennen oder auch Probleme in den Wechseljahren.

Seit 2000 wird der „Medizinische Sonntag“ in Magdeburg

regelmäßig veranstaltet, am 28. Oktober 2012

fand er bereits zum 100. Mal statt. Schätzungsweise

25.000 Besucher haben in den vergangenen zwölf

Jahren daran teilgenommen. Viele kommen kommen

gern immer wieder, etwa 20 Prozent sogar aus dem

weiteren Umkreis wie der Altmark und dem Harz.

Geschätzt wird von den Besuchern die Verständlichkeit

der Vorträge und die Möglichkeit, Fragen an

die Experten zu richten. Der „Medizinische Sonntag“

kann und will nicht das Gespräch mit dem behandelnden

Arzt ersetzen, aber er kann kompetent

informieren.

Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist kostenfrei.

Das ist jedoch nur möglich, weil die Referenten

kein Honorar erhalten und die Otto-von-Guericke-

Universität den Hörsaal kostenlos zur Verfügung

stellt, die medientechnische Betreuung gewährleistet

sowie den Einsatz des Hausmeister- und des

Sicherheitsdienstes übernimmt.

Die Medizinischen Sonntage beginnen um 10.30 Uhr

und finden in Magdeburg im Uni-Hörsaal 1 an der

Pfälzer Straße (neben der Universitätsbibliothek)

statt. Unter www.med.uni-magdeburg.de/medizinischer_sonntag

sind die Vorträge der Experten oder

Auszüge davon nachträglich auch online zu sehen.


Professor für Maschinenbau und Rektor der Universität Prof.

Dr.-Ing. Jens Strackeljan erklärt den Kindern der Kinder-Uni,

welche Auswirkungen Elektroautos auf die mobile zukunft haben:

Kein Lärm, kein Motorengeräusch, kein Gestank – stattdessen

Windgeräusche und Vogelgezwitscher auf den Straßen der Stadt.

Doch wie weit fährt das Auto mit dem Strom? Und wo kann man

es auftanken?

126 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 127

WISSENSCHAFTSKOMMUNIKATION /

KINDER-UNI

KINDER WOLLEN'S WISSEN

Kinder fragen, Wissenschaftler antworten

Wem, wenn nicht Kindern, ist der Drang zu entdecken

und zu erforschen derart naturgegeben? Die

Universität Magdeburg weiß um die Neugierde

der Wissenschaftler von morgen und setzt deshalb

mit der Kinder-Uni ganz gezielt auf die Förderung

der 8- bis 12-Jährigen. Diese dürfen in der OVGU

Hörsaalluft schnuppern, spannenden Themen aus

den Bereichen Medizin, Physik, Chemie oder Sprache

lauschen – und ihr Wieso, Weshalb, Warum

loswerden.

Seit 1993 gibt es die Kinder-Uni, mehr als 15.000

Kinder haben seitdem daran teilgenommen – die

Veranstaltung erfreut sich wachsender Beliebtheit.

WANN? 4–5 mal im Jahr,

immer an einem Samstag,

11–13 Uhr

WAS? pro Veranstaltung zwei kindgerechte

Vorlesungen zu wissenschaftlichen

Fragestellungen

WO? Hörsaal 5, Gebäude 16 auf dem

Campus der Universität Magdeburg

WER? Kinder im Alter von 8–12 Jahren;

Eltern und jüngere Geschwister können

die Vorlesung per Videostream in einem

benachbarten Seminarraum verfolgen

Die Anmeldung zur Kinder-Uni sowie die aktuellen

Termine unter: www.kinderuni.ovgu.de


DER RING DES WISSENS

Ringvorlesungen an der Universität Magdeburg

Ob Studierender oder außeruniversitärer Besucher,

ob jung oder alt – bequemer und vielseitiger lässt

sich Wissen nicht erlangen als beim Besuch einer

Ringvorlesung.

Ringvorlesungen sind eine spezielle Form der Vorlesung.

Es handelt sich hierbei um eine Vorlesungsreihe,

bei der sich Dozenten aus vielen verschiedenen

Fachbereichen zu ein- und demselben Thema

äußern – pro Vorlesung referiert dann ein Spezialist.

2012 beispielsweise zog die Ringvorlesung

„Natur- und Kulturraum Elbe“ viele Zuhörer in ihren

Bann, denn hier wurde aus der Perspektive von 14

wissenschaftlichen Fächern der Fluss betrachtet; zur

Sprache kamen die Geologie, Archäologie, Hydrobiologie,

die Naturgeschichte, der Gartenbau, der

Wasserbau, die Sprachgeschichte oder auch Kunstgeschichte

– um nur einige zu nennen.

Zahlreiche Fakultäten der Otto-von-Guericke-Universität

Magdeburg bietet jedes Semester aufs Neue

diese spannende Form der Wissensvermittlung an.

Das Interessante dabei: Jeder Referent hat einen

ganz eigenen Zugang, eine ganz eigene Perspektive

auf das Thema. Je mehr Vorlesungen der Ringvorlesung

besucht werden, umso tiefer tauchen die Zuhörer

ein in die Vielfalt der Sichtweisen. Es besteht

dennoch kein Zwang, jede Vorlesung einer Ringvorlesung

zu besuchen, insofern kann man einsteigen,

wann man möchte – alles ganz easy.

Informationen darüber, wann und wo Ringvorlesungen

stattfinden, werden auf den Homepages der

einzelnen Fakultäten veröffentlicht sowie in den

aktuellen Pressemitteilungen der Otto-von-Guericke-Universität

unter:

www.uni-magdeburg.de/home/Presse+_+Medien.

html

Den Horizont erweitern –

durch Ringvorlesungen

Informativ und spannend: Die

Otto-von-Guericke-Vorlesung

128 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 129

WISSENSCHAFTSKOMMUNIKATION /

ÖFFENTLICHE VORLESUNGEN

LEGENDEN DER WISSENSCHAFT – LIVE!

Die Otto-von-Guericke-vorlesungen

International renommierte Wissenschaftler ganz

unterschiedlicher Disziplinen und eine interessierte

Öffentlichkeit zusammenzuführen – das ist das

Konzept der Otto-von-Guericke-Vorlesungen an der

Universität Magdeburg. Mit dieser Veranstaltungsreihe,

die seit 1995 zwei Mal jährlich stattfindet,

ehrt die Universität ihren Namenspatron.

Die Otto-von-Guericke-Vorlesungen werden allseits

viel beachtet. Denn die herausragende Fachkompetenz

der Referenten verbunden mit ihrem rhetorischen

Know-how sorgt nicht nur für eine informative,

sondern vor allem auch sehr spannende Form

der Wissensvermittlung.

Schönes Extra: Der Eintritt zu dieser Vorlesung ist

kostenfrei.


130 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 131

WISSENSCHAFTSKOMMUNIKATION /

CAMPUS DAYS

PROBIEREN VORM STUDIEREN

Jedes Jahr, zwei Tage lang im Frühjahr

Die Frage, Studium ja oder nein, und wenn ja,

welcher Studiengang, dürfte ein Besuch der

Campus Days beantworten. Denn in dem von

der Universität Magdeburg gemeinsam mit der

Hochschule Magdeburg-Stendal veranstalteten

zwei Campus-Tagen kann man sich ungezwungen

Labore, Hörsäle und Studienprojekte anschauen,

an Experimenten teilnehmen, Vorträgen lauschen

und sich dank der Studienberatung über Bewerbungsfristen,

Zulassungsvoraussetzungen und

vieles mehr informieren.

Wer noch mehr Infos, und zwar direkt von der

Basis abgreifen möchte, der bucht sich vorab am

besten einen Superweiser. Das sind Studierende,

die sich während der Campus Days als Begleiter

zur Verfügung stellen und mit denen man die Uni

und Hochschule, die City oder die Kneipenviertel

noch leichter entdecken kann.

Logistisch unterstützt wird dies durch kostenlose

Bus- und Bootstouren sowie spannende touristische

Angebote.

Alle Infos unter: www.magdeburg-studieren.de


132 JAHRBUCH 2011 JAHRBUCH 2012 133

135 CAMPUSKINDERZIMMER

137 UNI-RADIO UND UNI-TV

139 UNI-HOCHHAUSLAUF

CAMPUSLEBEN

07


134 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 135

HIERHER MIT DEN KIDS!

neueröffnung eines zweiten Campuskinder-

zimmers und neueröffnung der KiTa „CampusKids“

Ob Vorlesungen zu vorgerückter Stunde, Recherchen

in der Bibliothek oder Prüfungsvorbereitungen –

viele Studierende und Hochschulmitarbeiter mit

Kind wissen es zu schätzen, dass die OVGU seit

2010 mit ihrem Campuskinderzimmer einen rundum

flexiblen Kinderbetreuungsservice anbietet. Hier

wird der akademische Nachwuchs von ausgebildeten

Tagesmüttern und Erzieherinnen stundenweise

betreut.

Das Campuskinderzimmer wurde seit seinem Start

so gut angenommen, dass nun im Sommer ein zweites

Campuskinderzimmer seine Pforten öffnete – im

Mitarbeiterwohnheim auf dem Medizinercampus

Leipziger Straße.

Die beiden Campuskinderzimmer werden angeboten

vom Studentenwerk Magdeburg – in Kooperation

mit der OVGU, der Hochschule Magdeburg-Stendal

sowie den Studierendenräten. Das Angebot versteht

sich als flexible Randzeitenbetreuung.

Wer seinen Nachwuchs regelmäßig betreut wissen

möchte, darf sich über die in diesem Jahr frisch

eröffnete integrative KiTa „CampusKids“ freuen, in

der die Campuskinder versorgt werden.

Die Campuskinderzimmmer und die KiTa sind ideal,

um Eltern eine möglichst reibungslose Vereinbarkeit

von Studium bzw. Beruf und Familie zu ermöglichen.

CAMPUSLEBEN /

CAMPUSKINDERZIMMER

DIE CAMPUSKInDERzIMMER

Universitätscampus Magdeburg,

J.-G.-nathasius-Ring 5, WH 7, Erdgeschoss

und

Campus Medizinische Fakultät Magdeburg

Wohnheim Fermersleber Weg 45 b

Wohnung 101

Montag bis Freitag, 16–21 Uhr

Kinder im Alter zwischen zwei Monaten und

sechs Jahren (Vorschulalter)

6 x 60 Minuten pro Woche pro Kind

für Studierende kostenlos,

für Beschäftigte der Uni 5 Euro pro Stunde

DIE KITA „CAMUPSKIDS“

Universitätscampus Magdeburg,

J.-G.-nathasius-Ring 5, WH 7, Erdgeschoss

Montag bis Freitag, 07–19 Uhr

Alle Infos zur neuen KiTa und zum neuen Campuskinderzimmer

unter: www.studentenwerkmagdeburg.de/campuskinderzimmer/


WIR SIND ON-AIR …

neu am Start: Das Uniradio Guericke FM

Das Sendebewusstsein der OVGU hat einen neuen

Namen: Guericke FM! Ob Indie-Indie-Indianer,

Stadtgeflüster oder Marscore & Postrob – durch die

Titel der Sendeformate klingt bereits an, dass die

Zuhörer hier alles andere als Mainstream erwartet.

Vielfalt steht auf dem Programm! Kreiert von 18

studentischen Nachwuchsredakteuren.

Ein gutes halbes Jahr lang hatte das neue Team von

Guericke FM Ideen gesammelt, Sendekonzepte entwickelt,

Jingles, Teaser und Promos produziert. Um

das Projekt professionell anzugehen, wurden und

werden die jungen Radiomacher von Heartdisco,

einer Magdeburger Plattenfirma, unterstützt. Sie

vermittelt das nötige Know-how, hilft beim Strukturaufbau,

coacht die Redakteure und zeigt ihnen, wie

man Ideen zu radiotauglichen Formaten konzipiert.

Die Uni wiederum leistet die Anschubfinanzierung,

denn sie sieht in dem Projekt auch einen Beitrag zur

Berufsbefähigung und zum Hochschulmarketing.

Gesendet wird seit Ende September aus dem Campus

Service Center. Hauptsächlich alternative Musik

hat das Radio zu bieten, aber auch Themensendungen.

Ziemlich frenquentiert sind diese Produktionen,

sodass mittlerweile wöchentlich ausgestrahlt

werden kann. Ein großes Ziel der Nachwuchs-Radiomacher:

Guericke-FM demnächst in Eigenregie und

ohne Support zu gestalten.

DIE SEnDUnGEn VOn GUERICKE FM

Plattenschrank /// Marscore & Postrob /// Indie-

Indie-Indianer /// Infomania /// Stadtgeflüster

Die aktuellen Sendezeiten sowie die aktuellen

thematischen Schwerpunkte der jeweiligen

Sendungen gibt's unter: www.guericke.fm

Ab in die Late-Night-Show, ins

Journal oder in die Campus

Shorts

136 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 137

WISSENSCHAFTSKOMMUNIKATION /

UNI-RADIO UND UNI-TV

… ODER AUF DER COUCH.

Fest im Sattel: Das Campus Tv der Uni Magdeburg

Was gibt es Neues in der Universität? Was freut,

interessiert oder ärgert die Studierenden? Seit

nunmehr fünf Jahren sendet das studentische

Fernsehportal Campus TV News aus der OVGU. Und

mittlerweile bringen es die Studierenden auf stolze

drei Sendeformate: Die „Campus Shorts“ sind ein

Reportageformat, das im Live-on-Tape-Verfahren

kurze, knackige Beiträge rund um den Campus und

Co. produziert. Die gesamte Redaktion bis hin zu Kameraführung,

Schnitt und Webauftritt bei Facebook

und Twitter liegen in der Hand der Studierenden.

Die Sendung „Das Journal“ hingegen liefert Beiträge

rund um die Uni und das studentische Leben in

Magdeburg. Für das anspruchsvolle Producing werden

die Journal-Macher in einem wöchentlich stattfindenden

Seminar fit gemacht. Das Team ist kein

festes, sondern wechselt jedes Semester. Der noch

jüngste Streich der studentischen Fernsehmacher:

Die wenig vorgeskriptete Late-Night-Show „Couch &

Guests“, eine Talkshow, die im Gläsernen Studio des

Campus Service Center produziert wird. Moderiert

wird sie von Nawid Sorusch und Ingo Naumann, die

pro Sendung einen prominenten Gast aus der Uni

oder aus Magdeburg auf die Couch bitten, um ihm

seine unbekannten Seiten zu entlocken. Flankiert

wird das Ganze von Einspielern, die einen Einblick

ins Sein des Gasts erlauben – Unterhaltung pur!

DIE SEnDUnGEn DES CAMPUS TV

Campus Shorts: Austrahlung 1 x wöchentlich

Das Journal: Austrahlung 1 x pro Semester

Couch & Guests: Ausstrahlung 1 x monatlich

Infos und Videos unter:

www.campustv.ovgu.de oder

www.facebook.com/campustvmagdeburg


AUF DIETREPPE

Veranstaltet wird der Hochhauslauf

vom Sportzentrum

und der Kinder-Uni der OVGU

sowie vom Studentenwerk

Magdeburg.

138 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 139

... FERTIG ... LOS!

Der Uni-Hochhauslauf im CAMpUS-TOWeR

60 Meter Anlauf vor dem Campus-Tower, dann ganze

14 Etagen, insgesamt 232 Stufen – wer am Uni-

Hochhauslauf teilnehmen will, der muss definitiv fit

sein. Jedes Jahr aufs Neue lockt der außergewöhnliche

Wettkampf insgesamt bis zu 350 Wiederholtungstäter,

Neulinge und Kinder herbei, die sich der

Herausforderung der Höhe stellen. Die Ziele dabei:

So schnell wie möglich oben sein, den Rekord des

Vorjahres brechen, in der Ewigen Bestenliste landen

und manchmal auch einfach nur Rennen für einen

guten Zweck.

CAMPUSLEBEN /

UNI-HOCHHAUSLAUF

Insgesamt finden immer zwei Einzelläufe statt,

einer der Kinder-Uni und einer für Erwachsene;

gestartet wird immer im Abstand von 30 Sekunden.

Die drei besten weiblichen, die drei besten männlichen

Läufer sowie die drei besten Kinder-Läufer

werden prämiert.

Wer nicht mitlaufen, dafür aber mitfiebern möchte,

der kann den Start und das Ziel des Hochhauslaufs,

aber auch Zeiten und aktuelle Platzierungen stets

via Livestream verfolgen – oder auch von zuhause

aus, per Netz.


140 JAHRBUCH 2011 JAHRBUCH 2012 141

142 BERUFUNGEN 2012

144 ERNENNUNGEN 2012

146 EHRUNGEN 2012

PERSONALIA

08


BERUFUNGEN 2012

Dorothea-erxleben-prof.

Dr.-Ing. Birgit Futterer

Professurfür Geophysik/

Strömungsmechanik

prof. Dr. rer. nat.

Daniela C. Dieterich

Professur für Pharmakologie

und Toxikologie

prof. Dr. rer. nat.

Inna Lavrik

Professur für Translationale

Entzündungsforschung

prof. Dr. med.

Ulrike Seifert

Professur für

Immunmodulation

prof. Dr. med.

Frank Angenstein

Professur für Kleintier-Neuro-

imaging/Demenzmodelle

prof. Alexander

Dityatev, phD

Professur für Molekulare

Neuroplastizität

prof. Dr. med. Steffen

Borrmann

Professur für Molekulare

Mikrobiologie

prof. Dr. rer. nat.

Thomas Schüler

Professur für Molekulare

Immunologie

prof. Dr. med.

notger Müller

Professur für Neuroprotektion

prof. peter John nestor,

phD

Professur für Hirnplastizität

und Neurodegeneration

prof. Dr. med. Hagen

Thieme

Professur für Augenheilkunde

prof. Dr. rer. nat.

Thomas Wolbers

Professur für Kognition im Alter

142 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 143

prof. Dr. Andreas Knabe

Professur für Volkswirtschaftslehre

prof. Dr.-Ing. Hans-

Christian Möhring

Professur für Fertigungseinrichtungen

prof. Dr. Anna Geis

Professur für Internationale

Beziehungen und Theorie der

Politik

prof. Dr. phil. habil.

Susanne peters

Professur für Englische Kultur-

und Literaturwissenschaft

prof. Dr. rer. nat. habil.

Sebastian Sager

Professur für Mathematische

Optimierung (2)

prof. Dr. habil. Miles

Simon

Professur für Nichtlineare

Analysis (1)

prof. Dr. Marko Sarstedt

Professur für Marketing

PERSONALIA

prof. Dr.-Ing. Hermann

Rottengruber

Professur für

Energieumwandlungssysteme

für mobile Anwendungen

prof. Dr. Frank Bünning

Professur für Technische

Bildung und ihre Didaktik

prof. Dr. Michael Dick

Professur für Betriebspädagogik

prof. Dr. phil. Benjamin

Klopsch

Professur für Algebra

prof. Dr. med.

Markus Ullsperger

Professur für

Neuropsychologie

prof. Dr.

Bertram Gerber

Professur für Neurobiologie


BERUFUNGEN

JUNIORPROFESSUREN 2012

Jun.-prof. Dr.-Ing.

Manja Krüger

Professurfür Werkstoff-

technik, spezielle metallische

Werkstoffe

Jun.-prof. Dr. Guido voigt

Professur für Operations

Management

ERNENNUNGEN AUSSERPLANMäSSIGE

PROFESSUREN 2012

Apl.-prof. Dr. med.

Gernot Geginat

Institut für Medizinische

Mikrobiologie

Apl.-prof. Alan

Richardson-Klavehn,

phD

Universitätsklinik für

Neurologie

Apl.-prof. Dr. rer. nat.

Ursula Bommhardt

Institut für Molekulare und

Klinische Immunologie

Jun.-prof. Dr. Olaf Dörner

Professurfür Erziehungswis-

senschaft mit dem Schwer-

punkt Erwachsenen- und

Weiterbildung

Jun.-prof. Dr.-Ing.

Sören Hirsch

Professur für Aufbau- und

Verbindungstechnik

Apl.-prof. Dr. med.

Steffen Rickes

Medizinische Klinik des

AMEOS Klinikums St. Salvator

Halberstadt

Apl.-prof. Dr. med.

Christian vorwerk

Universitätsaugenklinik

pD Dr. rer. nat.

Thomas Koch

Grünenthal GmbH, Aachen

144 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 145

Apl.-prof. Dr. med.

Irina Böckelmann

Bereich Arbeitsmedizin

Apl.-prof. Dr. med.

Thomas Brune

Kinder- und Jugendmedizinische

Klinik des

Klinikums Lippe-Detmold

Apl.-prof. Dr. med.

Hubert Scheidbach

Klinik für Allgemein-, Viszeral-

und Gefäßchirurgie der

Kreisklinik Bad Neustadt/

Saale gGmbH

Apl.-prof. Dr.-Ing. habil.

Konstantin naumenko

Institut für Mechanik

ERNENNUNGEN

HONORARPROFESSUREN 2012

Hon.-prof. Dr. Ulf

Gundlach

Staatssekretär im Innenministerium

Sachsen-Anhalts

und Honorarprofessur für

Steuerrecht

PERSONALIA

Apl.-prof. Dr. rer. nat.

Thomas Wex

Med. Versorgungszentrum für

Labormedizin, Mikrobiologie

und Infektionsepidemiologie

Magdeburg

Apl.-prof. Dr. med.

Ludwig niehaus

Neurologische Klinik des

Klinikums Schloss Winnenden

Apl.-prof. Dr. rer. nat.

habil. Matthias Kunik

Institut für Analysis und

Numerik

Apl.-prof. Dr. habil.

Sabine Riedel

Institut für Politikwissenschaft

prof. Dr.-Ing.

Mirko peglow

Professur für Wirbelschicht-

technik


EHRUNGEN 2012

prof. Dr.-Ing. Tibor Bercsey

von der Technischen

und Wirtschaftswissenschaftlichen

Universität

Budapest wurde von der

Fakultät für Maschinenbau

der Universität

Magdeburg mit der

Ehrendoktorwürde ausgezeichnet. Die Ehrendoktorwürde

gilt als höchste Auszeichnung, die durch eine

Universität an verdiente auswärtige Wissenschaftler

vergeben wird. Prof. Bercsey forscht in den drei

maßgeblichen Teilgebieten der Produktentwicklung:

Maschinenelemente, Konstruktionstheorie/-methodik

sowie dem Rechnerunterstützten Konstruieren.

In der Lehre hat er besonders in der Integrierten

Produktentwicklung wichtige Impulse gesetzt. Für

seine wissenschaftlichen Leistungen wurde er bereits

mehrfach international ausgezeichnet.

prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan,

Inhaber des Lehrstuhls

für Technische Dynamik

an der Universität Magdeburg

und seit Oktober

dort Rektor, wurde für

seine herausragenden

wissenschaftlichen

Leistungen von der Nationalen Technischen Universität

der Ukraine in Kiew mit der Ehrendoktorwürde

ausgezeichnet. Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan forscht

auf dem Gebiet der Technischen Dynamik und kooperiert

eng mit der Universität in Kiew in gemeinsamen

Forschungsprojekten zur Automobiltechnik

oder Medizintechnik. Mit der Ehrung fand auch sein

besonderes Engagement bei der Weiterentwicklung

der gemeinsamen Ukrainisch-Deutschen Fakultät für

Maschinenbau der beiden Universitäten Anerkennung,

die im Mai ihr 10-jähriges Bestehen feiern

konnte.

Jöran Beel, Stefan Langer und Marcel Genzmehr,

OVGU-Diplominformatiker aus der Data and

Knowledge Engineering Group von Prof. Dr. Andreas

Nürnberger, gewannen im landesweiten Businessplanwettbewerb

ego.-BUSINESS den mit 1.000 Euro

dotierten Preis. Die Auszeichnung bekamen die

Promotionsstipendiaten für ihre Software „Docear“,

eine Komplettlösung zur Literaturverwaltung.

„Docear“ vereint alle wichtigen Komponenten zur

Literaturrecherche, Verwaltung und Erstellung in

einer Anwendung. „Docear“ ist kostenfrei und für

alle gängigen Betriebssysteme erhältlich.

prof. Dr. sc. pol. Karl-Heinz paqué,

Dekan der Fakultät für

Wirtschaftswissenschaft

der OVGU, erhielt von

der Universität Miskolc

(Ungarn) die Ehrendoktorwürde

– für seine

herausragende Analyse

der Weltwirtschaft, die sich v. a. mit der ökonomischen

Entwicklung Mitteleuropas und Ostdeutschlands

seit dem Fall des Eisernen Vorhangs beschäftigt,

sowie für seine Verdienste bei der Förderung

der internationalen wirtschaftswissenschaftlichen

Zusammenarbeit. Das betrifft v. a. die Kooperation

zwischen Deutschland und Ungarn, insbesondere

die der Unis in Miskolc und Magdeburg. 2002–2006

war Prof. Paqué Finanzminister Sachsen-Anhalts. Er

ist Mitglied der Enquete-Kommission des Deutschen

Bundestags „Wohlstand, Wachstum, Lebensqualität“

sowie des Konvents für Deutschland.

146 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 147

ekaterina Ananyeva,

russische Studentin im

Bachelor „European

Studies“ der OVGU, er-

hielt das von der Stadt

Magdeburg gemeinsam

mit der Universität

Magdeburg vergebene

Otto-von-Guericke-Stipendium. Die mit 6.000 Euro

dotierte Auszeichnung wird an ausländische Studierende

verliehen, die sehr gute Studienergebnisse

vorweisen und sich darüber hinaus auch gesellschaftlich

engagieren. Parallel zu ihrem Studium

arbeitete Frau Ananyeva bspw. am Bosch Communication

Center; im April nahm sie am internationalen

Symposium „Europe: East and West“ in Pitsburgh,

USA, teil und leistete viele Beiträge zum interkulturellen

Austausch als Journalistin der Online-Zeitung

„BordersOff“.

prof. Dr. Anita Hökelmann,

Sportwissenschaftlerin

der Uni Magdeburg,

nahm anlässlich des 25.

Jubiläums des weltweit

größten Mobilitätsprogramms

ERASMUS

für ihr besonderes

Engagement bei der Internationalisierung der Lehre

eine Auszeichnung entgegen. Mit dem eigens für

die ERASMUS-Feierlichkeiten entworfenen Preis

werden Personen oder Initiativen geehrt, die sich

besonders um das ERASMUS-Programm verdient

gemacht haben. Unter Prof. Dr. Hökelmanns Leitung

war der internationale Masterstudiengang „Performance

Analysis of Sport“ am Institut für Sportwissenschaften

aufgebaut worden, der nun mit

den Unis in Nottingham (England) sowie Valencia

(Spanien) gemeinsam erfolgreich angeboten wird.

PERSONALIA

Dr. med. Michael Bellutti

von der Universitätsklinik

für Dermatologie

und Venerologie Magdeburg,

wurde mit den

Forschungsstipendium

2012 des Deutschen

Psoriasis Bundes ausgezeichnet.

Das vom Gesundheitsunternehmen Abbott

gestiftete Fördergeld in Höhe von 12.000 Euro

wird Dr. Bellutti für seine Studien zur Erforschung

der Wechselwirkungen zwischen Psoriasis (Schuppenflechte)

und Morbus Crohn (eine chronisch-entzündliche

Darmerkrankung) verwenden. Konkret soll

gezeigt werden, dass bei Menschen mit Psoriasis

oftmals auch ein unterschwelliger Morbus Crohn

vorliegt. Die Studie wird in Kooperation mit der Uni-

Klinik für Gastroenterologie Magdeburg erfolgen,

wo Dr. Bellutti auch seine Ausbildung begann.

prof. Dr. Andreas Seidel-Morgenstern,

Inhaber des Lehr-

stuhls für Chemische

Verfahrenstechnik an

der Otto-von-Guericke-

Universität Magdeburg

und seit 2002 Direktor

am Magdeburger Max-

Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer

Systeme, wurde in Odense, Dänemark, mit der

Ehrendoktorwürde der „Syddansk Universitet“

ausgezeichnet. Er erhielt diesen Titel in Würdigung

seiner ingenieurwissenschaftlichen Arbeiten auf

dem Gebiet der Reaktions- und Trenntechnik, insbesondere

für die Entwicklung neuartiger Prozesse

zur ressourcenschonenden und energieeffizienten

Herstellung von hochreinen pharmazeutischen

Wirkstoffen.


EHRUNGEN 2012

prof. Dr.-Ing. Georg Bretthauer,

international renommierter

Informatiker

und Automatisierungstechniker

vom

Karlsruher Institut für

Technologie, wurde von

der Fakultät für Elektrotechnik

und Informationstechnik der Uni Magdeburg

mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet. Langjährige

Forschungsgebiete von Prof. Bretthauer, wie

Mechatronik und Biomechanik, Lernfähige Systeme,

Modellbildung, Simulation und Optimierung sowie

Methoden, Verfahren und Werkzeuge, die technische

Systeme zu komplexen Wahrnehmungen

befähigen, verknüpft er in einem sehr erfolgreichen

interdisziplinären Ansatz. In den letzten Jahren fanden

besonders seine Arbeiten an der Schnittstelle

von Informatik, Automatisierung und Medizintechnik

sehr große Aufmerksamkeit in der Fachwelt.

pD Dr. Michael Haase,

Oberarzt und Wissenschaftlicher

Mitarbeiter

an der Universitätsklinik

für Nieren- und

Hochdruckkrankheiten,

Diabetologie und Endokrinologie

Magdeburg,

wurde mit dem HExAL-Förderpreis für den wissenschaftlichen

Nachwuchs 2011 ausgezeichnet. Die

Medizinische Fakultät der OVGU und der Stifter HExAL

würdigten mit dieser in Höhe von 10.000 Euro

dotierten Anerkennung Dr. Haases Forschungen auf

dem Gebiet der akuten Nierenschädigung sowie

deren frühzeitige Diagnostik. Der jährlich vergebene

HExAL-Förderpreis soll Nachwuchswissenschaftler

motivieren und bei ihrer wissenschaftlichen Orientierung

unterstützen. Die Verleihung des HExAL-

Förderpreises 2011 fand im März 2012 statt.

Sandy Billing,

Gesundheits- und

Kinderkrankenpflegerin,

erhielt den Fritz-Thoenes-Gedächtnispreis

2012 für ihre sehr guten

fachlichen, sozialen und

personellen Kompetenzen

und Leistungen während ihrer Ausbildung zur

Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin. überreicht

wurde der Preis im Rahmen der Abschlussfeier

für die Absolventen des Ausbildungszentrums für

Gesundheitsfachberufe des Uniklinikums vom Stifter

des Preises, Prof. Dr. Gunther Thoenes. Dessen

Vater hatte als Direktor von 1934–1953 die Magdeburger

Kinderklinik durch die schweren Kriegs- und

Nachkriegsjahre geführt. Nach wie vor soll mit

dem Preis auf die Notwendigkeit des Erhaltes der

Eigenständigkeit des Berufes der Gesundheits- und

Kinderkrankenpflege hingewiesen werden.

Sarah Hoffmann,

Absolventin der Kinder-

krankenpflege, erhielt

vom Förderverein der

Universitätskinderklinik

„Karl Nißler“ eine Auszeichnung

für ihr außerordentliches

berufliches

Engagement: Bei Veranstaltungen im Berufsinformationszentrum,

der „Langen Nacht der Wissenschaft“

des Uniklinikums und am „Tag der offenen

Tür“ im Ausbildungszentrum für Gesundheitsberufe

setzte sie sich mit hoher Motivation für den Beruf

der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege ein. Bei

einer Weiterbildungsveranstaltung der Kinderklinik

für Eltern, deren Kinder an endokrinologischen

Erkrankungen leiden, übernahm sie bereitwillig die

Betreuung betroffener Kinder, um den Eltern die

Teilnahme an der Veranstaltung zu ermöglichen.

148 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 149

prof. Dr. Klaus erich pollmann,

bis September 2012

Rektor der Universität

Magdeburg, wurde

aus Anlass seiner

Verabschiedung und

in Anerkennung seiner

großen Verdienste um

die Universität und den Wissenschaftsstandort

Magdeburg geehrt – durch seine Aufnahme in das

Goldene Buch der Landeshauptstadt. Die erfolgreiche

Entwicklung der OVGU war ganz maßgeblich mit

dem Rektorat von Prof. Pollmann verbunden. Durch

sein Amt und sein herausragendes Engagement

auch weit über diese Funktion hinaus hatte er Anteil

daran, dass die Universität mittlerweile national

und auch international einen hervorragenden Ruf

genießt und Magdeburg als ein viel beachteter Wissenschaftsstandort

wahrgenommen wird.

valeriia pishchanska

erhielt den mit 1.000

Euro dotierten DAAD-

Preis 2012 – für ihre

besonderen akademischen

Leistungen und

ihr herausragendes

soziales Engagement.

Nach ihrem wirtschaftswissenschaftlichem Studium

an der renommierten Mohyla Akademie Kiew

studierte Frau Pishchanska im englischsprachigen

Masterstudiengang „International Economics and

Finance“ an der OVGU. Sie engagierte sich im

DAAD-Freundeskreis und nahm aktiv an der Organisation

vieler DAAD-Veranstaltungen in Magdeburg

teil. Frau Pishchanska war des Weiteren seit

dem ersten Semester in die Arbeit der Lehrstühle

Arbeitsmarktökonomie und Finanzwirtschaft eingebunden.

Ebenso hatte sie an zahlreichen Fach- und

Studentenkonferenzen teilgenommen.

PERSONALIA

PERSONALIA

prof. Dr. Jürgen Dassow,

Gründungsrektor der

Otto-von-Guericke-

Universität Magdeburg,

wurde am 18. September

während eines

Festkolloquiums in den

Ruhestand verabschiedet.

Der Mathematiker und Informatiker war von

1993 bis 1996 der erste Rektor der neu gegründeten

Universität Magdeburg, die aus der Fusion der

Technischen Universität Magdeburg, der Pädagogischen

Hochschule und der Medizinischen Akademie

hervorgegangen war. Die Laudatio würdigte vor

allem Prof. Dassows große Verdienste und Verhandlungsgeschick

im Prozess der Zusammenlegung

dieser drei Wissenschafts- und Bildungseinrichtungen,

was die Basis war für den heutigen Erfolg der

Universität Magdeburg.

pD Dr. med. Florian Heidel,

Oberarzt der Univer-

sitätsklinik für Hämatologie

und Onkologie

Magdeburg, wurde für

seine exzellente wissenschaftliche

Arbeit

mit dem HExAL-Förderpreis

für den wissenschaftlichen Nachwuchs 2012

ausgezeichnet. Dr. Heidel forscht auf dem Gebiet

der Leukämie mit dem Ziel, neue Therapieansätze

zur Behandlung dieser bösartigen Erkrankung zu

finden. Seit 1997 wird der mit 10.000 Euro dotierte

Förderpreis einmal pro Jahr vergeben. Die Medizinische

Fakultät der OVGU und der Stifter HExAL

würdigen mit dem Preis Forschungsvorhaben von

herausragender klinischer Bedeutung sowie großer

Interdisziplinarität; sie möchten damit Nachwuchswissenschaftler

motivieren und in ihrer wissenschaftlichen

Orientierung unterstützen.


EHRUNGEN 2012

Guerickes erben: Die kreativsten Köpfe aus

Forschung und Lehre der Universität Magdeburg

wurden anlässlich des 410. Geburtstages des Namenspatrons

der Otto-von-Guericke-Universität auf

dem 20. Akademischen Festakt für ihre exzellenten

Leistungen gewürdigt:

Der mit 5.000 Euro dotierte Otto-von-Guericke-

Forschungspreis 2012 ging an ein interdisziplinäres

Team von Wissenschaftlern, die an der Entwicklung

zukunftsweisender Medizintechnik forschen. Ihr Projekt

STIMULATE wird Technologien für bildgeführte

minimal-invasive Methoden in der Medizin entwickeln,

die sowohl Behandlungsmethoden in den

Bereichen Onkologie, Neurologie sowie kardiovaskuläre

Erkrankungen verbessern als auch die Kostenexplosion

im Gesundheitswesen eindämmen sollen.

Auch wurde erstmals der Otto-von-Guericke-Lehrpreis

der Uni Magdeburg vergeben – an zwei Mediziner,

für ihr innovatives Lehrkonzept in der Medizinerausbildung.

Ziel des Konzepts ist es, Theorie und

Praxis während des Studiums besser miteinander

zu vernetzen. Dazu werden Medizinstudenten in

den Operationsbetrieb und die Betreuung schwerkranker

Patienten intensiv eingebunden. Dieser

neue Lehransatz zielt ab auf ein interdisziplinäres

Behandlungskonzept als auch auf die Förderung von

Kompetenzen wie Teamgeist, Durchhaltevermögen

und Emotionalität.

Auf dem Akademischen Festakt erhielten auch die

besten Doktoranden des Jahres 2012 Doktorandenpreise

– jeweils in Höhe von 1.000 Euro, zur Verfügung

gestellt von der Stifterin Karin Witte. Zwei

dieser Doktoranden, Dr. Christian Michael Stoppel

und Dr.-Ing. Sebastian Stober, erhielten außerdem

den Dissertationspreis 2012 für die beste wissenschaftliche

Arbeit.

Auch wurde dem Alt-Rektor der OVGU, Prof. Dr.

Klaus Erich Pollmann, die ehrensenatorwürde

verliehen – für seine umfassenden Leistungen als

Rektor der Universität in den Jahren 1998 bis 2012.

Doktoranden- und Dissertationspreise

– für exzellente

Wissenschaft

ehrensenatorwürde: Rektor

der OVGU, Prof. Dr.-Ing. Jens

Strackeljan (links) ernennt

Alt-Rektor Prof. Dr. Klaus Erich

Pollmann zum Ehrensenator

der Universität Magdeburg

Der Otto-von-Guericke-

Forschungspreis 2012:

Vergabe an das Team mit dem

Medizintechniker Prof. Dr.

Georg Rose, dem Informatiker

Prof. Dr. Bernhard Preim, dem

Neuroradiologen Prof. Dr. Skalej

sowie dem Physiker Prof.

Dr. Oliver Speck (v.l.n.r.)

neU! Der Otto-von-Guericke-

Lehrpreis: Vergabe an die

Mediziner Prof. Dr. Christian

Vorwerk (3. v. re.) und PD Dr.

Dörthe Küster (2. v. re.)

150 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 151

Dr.-Ing. Abdolreza Kharaghani,

Gruppenleiter der

Porennetzwerkmodel-

lierung am Lehrstuhl für

Thermische Verfahrenstechnik

der Otto-von-

Guericke-Universität

Magdeburg, wurde

für seine exzellente Forschung auf dem Gebiet der

Trocknungstechnik ausgezeichnet. Anlässlich des 18.

International Drying Symposium (IDS) in xiamen,

China, erhielt er den „Young Scientist in Drying“-

Preis, der Erfolge junger Forscher unter 35 Jahren

würdigt. Die Jury war mit international renommierten

Wissenschaftlern des Fachgebietes besetzt.

Sabine Körber,

leitende Stationsschwester

am Universitätsklinikum

Magdeburg, erhielt

den erstmalig verliehenen

Adelheid-Preis

der Landeshauptstadt

Magdeburg. Der mit 1.000 Euro dotierte Preis ehrt

herausragendes ehrenamtliches, soziales Engagement.

Sabine Körber engagiert sich seit vielen Jahren

in ihrer Freizeit für HIV-Infizierte und an AIDS

Erkrankte. Um diesen Menschen über die medizinische

Betreuung hinaus zu helfen, bildete sie sich

systematisch weiter. Unter anderem absolvierte sie

berufsbegleitend eine Ausbildung zur Gesundheitstrainerin

für Menschen mit HIV und AIDS und baute

nach ihrer Ausbildung, ab 2006, in Magdeburg ein

solches Gesundheitstraining auf, was für viele Patienten

den Umgang mit der Erkrankung erleichterte.

PERSONALIA

Rocco Gasteiger,

Institut für Simulation

und Grafik, bekam von

der Fachgruppe „Visual

Computing in Biologie

und Medizin“ der Gesellschaft

für Informatik

den Karl-Heinz-Höhne-

Preis (MedVis-Award) verliehen. Gasteiger erforscht

die Visualisierung von Strömungsphänomenen in

zerebralen Aneurysmen – das sind Aussackungen

von Blutgefäßen. Der Preis ehrt Nachwuchswissenschaftler,

die wichtige Beiträge im Bereich Diagnose,

Planung und Intervention auf Basis bildgebender

Verfahren in der Medizin leisten.

Das Technologie-Transferprojekt WIGRATeC

der Otto-von-Guericke-

Universität Magdeburg

wurde als die

„innovativste Allianz“

Sachsen-Anhalts mit

dem Hugo-Junkers-

Innovationspreis des

Landes ausgezeichnet. WIGRATEC ist ein aus der

Entwicklung der Wirbelschichttechnologie an der

OVGU hervorgegangenes Innovationsbündnis.

Die Allianz aus zwölf Industrieunternehmen und

zwei Hochschulen entwickelt verfahrenstechnische

Lösungen, um Wirbelschichtprozesse und die hiermit

erzeugten Produkte regionaler Unternehmen

wesentlich zu verbessern. Das Leuchtturmprojekt

wurde gewürdigt, weil es neue und offene Prozesse

des Wissens- und Technologietransfers eingeführt

habe. Insgesamt wurde ein Preisgeld in Höhe von

60.000 Euro an die zwölf Finalisten vergeben.


152 JAHRBUCH 2011 JAHRBUCH 2012 153

ZAHLEN / FAKTEN / ANHANG

09

154 ENTWICKLUNG DER STUDIERENDEN-

ZAHLEN GESAMT / FRAUENANTEIL /

INTERNATIONALE 2000/01–2012/13

156 ANTEIL DER STUDIERENDEN IN

FäCHERGRUPPEN

157 HERKUNFT DER STUDIERENDEN

158 ENTWICKLUNG DER STUDIERENDEN-

ZAHLEN IN DEN FAKULTäTEN 2002/03–

2012/13

159 STUDIERENDE IN DER REGELSTUDIEN-

ZEIT


ENTWICKLUNG DER STUDIERENDENZAHLEN

GESAMT / FRAUENANTEIL / INTERNATIONALE

2000/01–2012/13

Nachdem der Anteil der internationalen Studierenden

2004–2011 auf gleichbleibendem Niveau

gelegen hatte, erhöhte er sich zum Wintersemester

2012/13 erstmals deutlich – um 238 Studierende. Die

14000

12000

10000

8000

6000

4000

2000

0

8408

3805

816

9229

4084

977

9879

weiblichen Studierenden sind wie im Vorjahr mit

einem Anteil von knapp über 40 Prozent vertreten.

Auch die Gesamtzahl der Studierenden blieb im

Vergleich zum Vorjahr auf gleichem Niveau.

4599

1163

11249

5280

1317

12475

5803

12585

5669

12898

154 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 155

ZAHLEN / FAKTEN / ANHANG

2000/01 2001/02 2002/03 2003/04 2004/05 2005/06 2006/07 2007/08 2008/09 2009/10 2010/11 2011/12 2012/13

12954

13285

5824 5748 5782 5918 5778 5707

1440 1488 1493 1391 1354 1410 1410 1484

13770

13625

13891

13880

5769

1722

Gesamt

Frauenanteil

Internationale


Die Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften,

der Sport sowie die Humanmedizin / Gesundheits-

wissenschaften bauten ihre Position weiter aus, in

allen anderen Fächergruppen war der Anteil der

Studierenden leicht rückläufig.

Sachsen-Anhalt

Neue Bundesländer

und Berlin

Alte Bundesländer

Deutsche mit Wohnsitz

im Ausland

Ausländer

156 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 157

ZAHLEN / FAKTEN / ANHANG

ANTEIL DER STUDIERENDEN

IN FäCHERGRUPPEN HERKUNFT DER STUDIERENDEN

Rechts-, Wirtschafts- und

Sozialwissenschaften (3.157)

Mathematik,

Naturwissenschaften (1.729)

Humanmedizin / Gesundheits-

wissenschaften (1.417)

Rechts-, Wirtschafts- und

Sozialwissenschaften (3.220)

Mathematik,

Naturwissenschaften (1.692)

Humanmedizin / Gesundheits-

wissenschaften (1.544)

Sport

(393)

Sport

(400)

Sprach- und Kulturwissenschaften

(2.446)

Kunst, Kunstwissenschaften (7)

Sonstige Fächer (34)

Ingenieurwissenschaften

(4.708)

Sprach- und Kulturwissenschaften

(2.369)

Kunst, Kunstwissenschaften (5)

Sonstige Fächer (0)

Ingenieurwissenschaften

(4.650)

2011/12

2012/13

%

50

40

30

20

10

0

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der Studienanfänger

aus Sachsen-Anhalt zum Wintersemester

2012/13 leicht rückläufig, ebenso die Anzahl der

34,98

15,55

35,86

0,47

13,13

34,06

15,66

32,79

0,54

16,96

Studienanfänger aus den alten Bundesländern. Dagegen

stieg der Anteil der ausländischen Studienanfängern

deutlich an.

2011/12 2012/13 2011/12 2012/13

1. FS 1. FS Gesamt Gesamt

44,96

18,26

25,61

0,49

10,68

41,72

17,46

27,90

0,51

12,41


ENTWICKLUNG DER STUDIERENDENZAHLEN

IN DEN FAKULTäTEN 2002/03–2012/13

Einen zahlenmäßigen Zuwachs verzeichnen für das

Wintersemester 2012/13 die Humanwissenschaften,

die Humanmedizin, die Mathematik sowie die Ver-

fahrens- und Systemtechnik.

14000

12000

10000

8000

6000

4000

2000

0

737

280

471

1392

171

495

955

3088

2290

906

450

521

1461

186

527

1081

3509

1063

588

1222

802 881

1469

243

610

1166

3832

2563 2523

626

1383

261

654

1218

3759

2390

1363

930

618

1317

338

680

1291

3921

2244

1616

635

1995

1012 1081

620

1257 1227

351 330

706 715

1360 1433

3761

2045

3758

2082

1341

805

1222

2195

1336

2334

1422

775 780

1094 1070

313

295 326

746 765 734

1480 1405 1417

3820 3723 3538

1913 1961 2037

2270

2295

1431

767

1067

291

732

1543

3593

2161

MB

VST

EIT

INF

MATH

NAT

MED

HW

Promotionsstudierende

über der Regelstudienzeit

158 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 159

%

100

80

60

40

20

STUDIERENDE IN DER

REGELSTUDIENZEIT

Insgesamt 10.230 Studierende befinden sich 2012/13

in der Regelstudienzeit. Das sind 169 weniger als im

Studienjahr 2011/12.

104 129 77 71

532

194

182

239

ZAHLEN / FAKTEN / ANHANG

WW

in der Regelstudienzeit 0

2002/03 2003/04 2004/05 2005/06 2006/07 2007/08 2008/09 2009/10 2010/11 2011/12 2012/13 MB VST EIT INF MATH NAT MED HW WW Gesamt

1659

1108

508

757

43 176 26 134 71 831

97

1031 355

2819

1420

72

176

117

439

2428

1735

10230


Ärztliches Direktorat ..........................

Audiovisuelles Medienzentrum .................

Dekanat .....................................

Fachstudienberatung Integrative Neuroscience . . . .

Fachstudienberatung Medizin (Vorklinik) .........

Kaufmännisches Direktorat ....................

Medizinisches Rechenzentrum ..................

Medizintechnische Zentralbibliothek ............

Mensa ......................................

Personalabteilung ............................

Pflegedirektorat ..............................

Referat Forschung ............................

Studiendekanat ...............................

Zentralapotheke ..............................

Zentraler Hörsaal .............................

160 JAHRBUCH 2012 JAHRBUCH 2012 161

Campus der Medizinischen Fakultät

Gebäude

41

2

1

P

22

6

P

91

18

22

18

91

29

18

17

41

41

18

18

1

2

6

22

17

P

18

H

19

3, 9

29

P

P

HAUpTeInGAnG

PKW-Einfahrt

P

Fermersleber Weg

Leipziger Straße Stadtzentrum

H

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