FRÄNZI – FORUM - Franziskanergymnasium Bozen

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FRÄNZI – FORUM - Franziskanergymnasium Bozen

Umfrage

Das Leseverhalten

unserer

Schüler

Seite 2

Philosophie

Erfolge bei der

Philosophieolympiade

Seite 3

Fränzi-Band

die Geschichte

unserer

Schulband

Seite 4

Eindrücke

Ein Auslandssemester

in

Amerika

Seite 5

Vortrag

Roland Riz über

die Südtiroler

Autonomie

Seite 6

Impressum

Seite 7

Spedizione in A.P.- 70% DCI BZ - quadrimestrale - in caso di mancato recapito, restituiere al CPO - Bolzano

Lesen ist …

Ich darf vorausschicken: Ich bin eine passionierte

Leserin. Ich finde Lesen nämlich nützlich,

reizend, aufmunternd, Trost spendend, unterhaltsam,

aufklärend, bereichernd… Wer liest, zieht

sich zurück in eine andere Welt, eine Illusion,

macht eine phantastische Abenteuerreise.

Menschen, die mit Herz und Seele dem Vergnügen

des Lesens nachgehen, sind von dem

Moment an, in dem sie ihr Buch in die Hand

nehmen, ganz für sich. Sie sind niemandem

im Weg, richten kein Unheil an, sind frei von

grausamen, hektischen, perversen, verachtenden

Gedanken und stören ihre Mitmenschen

in ihren eiligen Beschäftigungen nicht. Sie sind

da und doch nicht da. Der Körper ist noch zu

sehen, doch der Geist ist nicht mehr auf dieser

Welt, er ist dort, wo nur derjenige hingelangen

kann, der den Genuss des Lesens, den

Wert eines Buches, die Kunst der Worte für

sich erkannt hat, Teil wird des „stillvergnügten

Völkchens“ wie Robert Walser die Leser einmal

genannt hat.

Bücher machen glücklich

Von außen betrachtet sind die Schätze dieses

Völkchens, die Bücher, bloß aneinandergeheftete

Papierstücke mit nicht enden wollenden Buch-

Ausgabe 1/2007

FRÄNZI FORUM

F r a n z i s k a n e r G y m n a s i u m

Das stillvergnügte Völkchen

Leser und ihre Bücher

stabenreihen. Doch näher betrachtet, sind es

kleine Wunderwerke denn sie machen denjenigen,

der sich auf sie einlässt, glücklich. Würde

ich mir nicht immer wieder den Kopf über diese

Wunderwerke zerbrechen und hätte ich diese

Erfahrung nicht selbst schon oft gemacht, wagte

ich das nicht zu behaupten.

Die Erkenntnis

Manchmal freilich kann es passieren, dass Bücher

uns zunächst traurig machen. Dies ist dann

der Fall, wenn sie sagen, „was wir alles falsch

machen, wie verdorben und schlecht wir sind

und wie sehr wir uns täglich zum Bösen hinwenden.

Diese Art von Büchern wirkt in uns

wie ein Unglück, das uns sehr schmerzt wie der

Tod eines Menschen, den wir lieber hatten als

uns...“, so schreibt Franz Kafka in einem Brief

an Oskar Pollak.

Doch solche Erlebnisse des Unglücks, der Trauer,

der tiefen Melancholie brauchen wir, um zu

wachsen. Solche Erlebnisse vermitteln uns nämlich

eine Erkenntnis, und diese Erkenntnis bringt

uns ein Stückchen weiter. Nur wenn ich merke,

ich entwickle mich weiter, bin ich glücklich.

Deshalb bin ich eine passionierte Leserin.

Lea De Biasi (6. Klasse)

Fränzi - Forum 1


Leserumfrage

Fränzi - Forum 2

ADAM LIEST, EVA NOCH LIEBER

Fränzi-Schüler sind Bücherwürmer

Von wegen Buben lesen nicht gerne! Fast

80 Prozent unserer männlichen Schülerschaft

(wobei die Werte in der Mittel- und Oberschule

annähernd gleich hoch sind) gab bei einer kürzlich

durchgeführten Umfrage an, gerne Bücher

zu lesen. Erwartungsgemäß sind die Schülerinnen

noch lesefreudiger als die Buben: 89 %

der Mittel- und sensationelle 94 % der Oberschülerinnen

gaben an, sich gerne in ein Buch zu

vertiefen.

Alle drei Wochen ein Buch

Dabei lesen die Mittelschüler im Schnitt vier

Bücher pro Jahr zusammen mit den Lehrpersonen

in der Klasse und darüber hinaus freiwillig

noch einmal 13 (die Mädchen 17, die Buben

11) zu Hause. Die Lesefreudigsten, übrigens alles

Mädchen, verschlingen sogar mehr als 50 Bücher

im Jahr, das ist ungefähr ein Buch pro Woche.

Die Oberschüler müssen sich im Schnitt neun

Klassenlektüren vornehmen, was sie aber nicht

davon abhält, weitere zehn freiwillig zu lesen.

Man kann also sagen, unsere Schüler, von den

jüngsten in der ersten Klasse Mittelschule bis

hinauf zu den Maturanten, lesen im Schnitt etwa

alle drei Wochen ein Buch.

Zum Vergleich: Der Astat-Jugendstudie aus dem

Jahr 2004 zufolge haben nur sechs Prozent der

Südtiroler zwischen 12 und 25 Jahren mehr als

acht Bücher im Laufe eines Jahres gelesen, ein

Drittel sogar kein einziges.

Klassenlektüren

Auffällig ist, dass die Lesefreude mit dem Alter

der Schüler nicht kleiner wird, obwohl die

Anzahl der Klassenlektüren zunimmt. Klassenlektüren,

so heißt es nämlich üblicherweise in

der Leseforschung, seien das beste Mittel, um

jungen Menschen die Freude am Lesen zu vergällen.

„Unsere Umfrage zeigt hingegen, dass diese

Befürchtung unbegründet ist“, meint Direktor

Wolfgang Malsiner: Unabhängig von der Anzahl

der Klassenlektüren lesen unsere Schüler nämlich

ungefähr gleich viele Bücher im Jahr, 17 in

der Mittel- und 19 in der Oberschule.

Er sieht einen Grund dafür in der Wahl der Klassenlektüren

und der Art, wie mit den Büchern im

Unterricht gearbeitet wird: „Aus eigener Erfahrung

als Deutschlehrer weiß ich, dass Schüler

besonders an unmodern anmutende Klassiker

mit ihrer scheinbar überholten Sprache häufig

ungern herangehen. Sind sie aber einmal mit

der Faszination eines Werkes vertraut gemacht

worden, lassen sie sich leicht von der Lektüre

in Bann ziehen.“ Er ist nämlich davon überzeugt,

„dass Schüler nur an anspruchsvollen Büchern

dies gilt besonders für die höheren Klassen

lernen können, was gute Literatur ist, doch

vielfach gehen sie an diese Bücher freiwillig nicht

heran.“

Klassiker

Von der Bücherwahl im Unterricht scheinen sich

die Schüler aber anregen zu lassen. 53 Prozent

der Oberschüler und dabei insbesondere die

Buben bevorzugen bei ihrer Lektüre nämlich

Klassiker der Weltliteratur. Auf Platz zwei rangieren

mit je 35 Prozent (es waren Mehrfachnennungen

möglich) Krimis und zeitgenössische

Literatur. Letztere hat es besonders den Mädchen

angetan. Kaum Interesse finden hingegen

Sachbücher. Ausgedient haben in der Oberschule

auch die Fantasy-Romane.

Mittelschüler können mit den Klassikern verständlicherweise

noch wenig anfangen. Sie sprechen

am meisten Krimis (56%), Abenteuerromane

(55%) und Fantasy-Romane (45%) an.

Dabei gehen die Buben gerne auf Verbrecherjagd,

während sich die Mädchen lieber mit Harry Potter

& Co. in wundersame Welten vertiefen.

Hanna Widmann (4. Klasse)


AM PULS DER ZEIT

Leseumfrage 2. Teil

Was der Eva das Buch, ist dem Adam die Zeitung.

66 Prozent der Oberschüler und 46 Prozent

der Mittelschüler am Franziskanergymnasium

lesen regelmäßig eine Tageszeitung. Damit liegen

zumindest die Oberschüler deutlich über dem

landesweiten Schnitt an regelmäßigen Tageszeitungskonsumenten

(57%). Die Oberschüler liegen

mit 71 Prozent dabei klar vor ihren Klassenkameradinnen

(58%). Auch in der Mittelschule

haben es die Tageszeitungen mehrheitlich den

Buben angetan. Nachholbedarf gibt es indes bei

den Mädchen: 68 Prozent lesen keine Tageszeitung.

65 Prozent aller Ober- und 69 Prozent aller Mittelschüler

lesen regelmäßig Zeitschriften. In den

höheren Klassen sind dies mit 73 Prozent mehrheitlich

Buben (die Mädchen liegen bei 60%). In

der Mittelschule liegen die Geschlechter hingegen

gleich auf.

Was interessiert am meisten? Die Buben zweifelsohne

der Sport. Vor allem bei den Mittelschülern

liegt er mit 63 Prozent der Nennungen auf

Rang eins, gefolgt von Wissenschaft und Jugendthemen.

Die Mittelschülerinnen blättern am

liebsten in Jugendzeitschriften (55%). Es folgen

gleichauf Mode und Sport (35%).

Die männlichen Oberschüler fasziniert hingegen

die Wissenschaft. Mit 47 Prozent der Nennungen

rangiert sie noch vor Politik (43%) und Sport

(41%). Für zwei Drittel der Oberschülerinnen (!)

ist hingegen die Mode das Wichtigste. Es folgen,

mit jeweils einem Drittel der Nennungen, Jugend

und Wissenschaft. Wenig interessant ist für die

Damen mit 23 Prozent die Politik.

Hanna Widmann (4. Klasse)

Cogito, ergo sum

Erfolge bei der Philosophieolympiade

Das agonale Element ist dem griechischen Wesen

angeboren: alles wird zum Wettkampf erhoben,

Laufen, Springen, Werfen, aber auch Dichten

und Philosophieren. Davon inspiriert, werden

seit Jahren Übersetzungs- und Textverständniswettbewerbe

in Latein, Griechisch und Englisch

veranstaltet, bei denen unsere Schüler schon oft

mit großem Erfolg mitgemacht haben. Heuer

nahmen sie erstmals auch an der „Philosophie-

olympiade“ teil und eroberten gleich die ersten

beiden Ränge bei der Südtirolausscheidung. Jakob

Schneebacher (links im Bild) aus der Maturaklasse

und Lukas Elsler aus der Siebten durften

deshalb unser Land am gesamtösterreichischen

Wettbewerb in Wien vertreten, wo sie ex aequo

den sechsten Platz belegten. Das Fränzi-Forum

gratuliert zu diesem großartigen Erfolg!

Mit einer kleinen

Umfrage (die für die

letzte Nummer des

Fränzi-Forums durchgeführte

hat uns auf

den Geschmack

gebracht) sind wir den

Lesevorlieben unserer

Schüler nachgegangen.

Neben der Lektüre von

Büchern (das Ergebnis

dazu kann auf Seite

2 nachgelesen werden)

interessierte uns

auch, wie weit unsere

Schüler Zeitungen und

Zeitschriften lesen.

Dabei wollten wir

wissen, ob die Schüler

gerne lesen, wie viel

sie lesen und welche

Art von Büchern sie

bevorzugen.

Im zweiten Teil der

Umfrage sollten sie hingegen

angeben, ob sie

regelmäßig Zeitungen

und Zeitschriften in die

Hand nehmen und welche

Themen sie dabei

am meisten interessieren.

Fränzi - Forum 3


Fränzi-Band

Fränzi - Forum 4

VON TAIZÉ BIS JAZZ

Die Fränziband im Wandel der Zeit

Fränziband 1985: v.l. Martin Seyr, Georg Thaler,

Bruno Alberti, Armin Thomaser

Den Anfang markiert das Jahr 1976: P. Willibald

übernahm den Philosophieunterricht am Franziskanergymnasium

und den Schulchor. Zunächst

wirkte er damit v.a. bei Gottesdiensten mit, doch

bald ging er ehrgeizigere Pläne an und führte

die moderne Passion von Paul Ernst Ruppel auf.

Nach diesem frühen Erfolg merkte Pater Willibald

aber schon bald, dass es immer schwieriger

wurde, Oberstimmen in der Mittelschule für den

vierstimmigen Gesang zu finden. Deshalb stellte

er kurz darauf eine fixe Schulband in größerer

Besetzung auf, die sich aus mehreren Instrumenten

zusammensetzte und jeden Mittwoch

und Freitag vor dem Nachmittagsunterricht

eine Dreiviertelstunde probte. Diese Schulband

gestaltete Schulgottesdienste und jeden Monat

einen Jugendgottesdienst.

Ab dem Jahre 1982 wurde das Repertoire

erweitert: Man spielte Dixielands und trat beim

Schulfest auf. Die bedeutendsten Aufführungen

in dieser Zeit waren die Mitwirkung an der Pri-

Die Fränziband auf dem heurigen Fränzi-Ball

miz von Pater Reinald und ein feierlicher Gottesdienst

1993 zum Abschluss der Renovierung

der Franziskanerkirche. Außerdem trat die Band

bei Jugendgottesdiensten überall im Lande auf

und sang mehrere Radiomessen für die RAI, die

z.T. direkt aus der Franziskanerkirche übertragen

wurden.

Nach 20 Jahren hat Pater Willibald die Leitung

der Schulband an den Musiklehrer der Schule,

Armin Thomaser, abgegeben. Seitdem hat sich

die Schulband stark verändert. Aus einer kleinen

musikalischen Gruppe ist mittlerweile eine

Big Band geworden, in der fast jedes Instrument

mehrfach besetzt ist. Derzeit gehören ihr 18 Mitglieder

an. Das Repertoire reicht dabei von Rock

über lateinamerikanische Tänze bis zu Jazz.

Neben der großen Besetzung gibt es auch eine

kleinere Combogruppe, die sich ganz auf den

Jazz spezialisiert hat und sich deshalb auch „The

Pixie Dixie Jazzband“ nennt.

Seit ihrer Umwandlung in eine Big Band hat die

Musikgruppe der Schule bereits einige erfolgreiche

Auftritte erlebt. Vor allem ein Konzert in

der Europäischen Akademie und die Auftritte am

Fränziball wurden von vielen Zuhörern gelobt

und mit großem Applaus bedacht.

Allerdings hat auch Prof. Thomaser mit dem

selben Problem zu kämpfen, das schon P. Willibald

zu schaffen machte: Tragende Säulen der

Band scheiden mit dem Schulabschluss auch aus

der Musikgruppe aus. Wie es deshalb nach dem

nächsten Schuljahr, in dem sehr viele Bandmitglieder

die Matura ablegen, mit der Big Band

weitergehen wird, muss sich erst weisen eines

ist aber gewiss: Die Erfolgsgeschichte, die 1976

begonnen hat, wird, in welcher Form auch immer,

weitergeschrieben werden.

Christian Romano (6. Klasse)


Amerika ist anders

Erfahrungen einer Auslandsschülerin

Am Anfang war es nicht einfach, mich an die

amerikanischen Rhythmen und Gewohnheiten

anzupassen oder zumindest zu gewöhnen. Ich

begegne nahezu täglich etwas Unbekanntem

oder Überraschendem. Beispielsweise habe ich

erst kürzlich herausgefunden, dass meine Gasteltern

Kreationisten sind und mir tatsächlich weismachen

wollten, Naturwissenschaft sei teuflisch

(zumindest diese Ansicht allerdings konnte ich

ihnen ausreden).

Mit der Sprache geht es immer besser. In den

ersten Tagen habe ich so gut wie nichts verstanden,

da die Amerikaner sehr schnell sprechen.

Jetzt komme ich aber viel besser damit zurecht,

und ich verstehen mittlerweile so gut wie alles.

In der Schule, beim Lernen aus den Schulbüchern

oder beim Schreiben kurzer Referate ist mir erst

richtig bewusst geworden, wie gut uns Frau Prof.

Elliott Englisch beigebracht hat, und ich bin ihr

wirklich sehr dankbar dafür!

Die Schule hier ist, wie wir Europäer sie aus

den Filmen kennen. Jeder Lehrer hat sein Klassenzimmer,

und wir Schüler übersiedeln Stunde

für Stunde in einen anderen Raum, nachdem

wir bei Stundenwechsel die nötigen Schulbücher

im Locker abgeholt haben. Meine Schulwoche

ist entgegen meiner Erwartung ziemlich

anspruchsvoll. Ich muss sehr früh aufstehen und

komme erst um halb fünf Uhr am Nachmittag

nach Hause. Der Stundenplan ist jeden Tag der

selbe. Ich durfte ihn mir selbst zusammenstellen,

da es keine Pflichtfächer gibt. Die Fächer, die ich

gewählt habe, sind: American History, English, Art,

Economics, Physical Education, Political Science

und World History. Grundsätzlich sind Regeln

hier in der Schule sehr strikt einzuhalten, und

äußerste Disziplin ist angesagt: Ich habe noch

nie erlebt, dass ein Schüler wegen Störung des

Unterrichts ermahnt wurde. Allerdings muss ich

auch sagen, dass gelegentlich ein Schüler hinter

einem Schulbuch versteckt einschläft.

Wenn ein Schüler auch nur wenige Sekunden

nach dem Läuten die Klasse betritt, bekommt

er eine Eintragung (was ich schon gewohnt war)

doch nach drei Eintragungen muss er nachsitzen.

Mir ist es bisher immer gelungen, pünktlich

im Unterricht zu erscheinen! Zwei mal wöchentlich,

mittwochs und sonntags, gehe ich in die

Kirche, die hier, aus der Sicht einer Europäerin,

eigenartig ist. Es ist nämlich tatsächlich so, dass

so gut wie jedes Kirchengebäude einer anderen

Konfession gehört! Jeder glaubt ein bisschen

etwas anderes, dennoch ist der Ablauf des Got-

tesdienstes in jeder Kirche nahezu gleich (außer

in den katholischen). Üblicherweise wird die

Kommunion einmal im Monat gespendet, es werden

viele Lieder gesungen, den Hauptteil aber

stellt die (meist) emotionsgeladene Predigt des

Pastors dar. Kleinere Kinder werden in einen

eigenen Raum geführt, wo ein sogenannter Youth

Director eine Art Jungscharstunde für sie leitet.

Eine Kirche besteht aus einem Gebetsraum mit

Rednerpult und Bänken, einer Küche, in der nach

dem Gottesdienst gefrühstückt bzw. mittwochs

zu Abend gegessen wird, und verschiedenen

Räumen, in denen Kinder und Jugendliche über

Gott und die Bibel belehrt werden. Die Leute in

meiner Umgebung sind sehr religiös und sehr

patriotisch. Niemand findet etwas dabei, jeden

Morgen in der Schule zu Beginn der ersten

Unterrichtsstunde die Pledge of Allegiance (ein

Treuegelöbnis auf den Staat und die Flagge) mit

der Hand auf dem Herzen andächtig aufzusagen.

Landesweit hat es übrigens diesbezüglich, ähnlich

wie bei uns in Hinblick auf die Kruzifixe in

den Klassenräumen, eine Polemik gegeben, da sie

auch einen Hinweis auf Gott enthält und in Amerika

Staat und Kirche in den öffentlichen Schulen

sonst strikt getrennt sind. Was mich in den

ersten Tagen noch sehr überrascht hat, war die

Tatsache, dass die amerikanische Flagge so gut

wie überall gehisst ist: vor der Schule, in jedem

Klassenzimmer, in der Turnhalle, in und vor der

Kirche, in jedem Geschäft, in jedem Büro, vor

jedem Haus. Die amerikanische Hymne, wird zu

jedem Anlass gesungen, selbst vor jedem Schulspiel

oder vor einem Rockkonzert.

Elfriede Zanellati (7. Klasse)

Elfriede Zanellati, die

in den letzten zwei

Jahren im Redaktionsteam

des Fränzi-

Forums mitarbeitete,

besucht seit Jänner

eine Schule in der

Nähe von Newton,

einem kleinen Städtchen

im Südwesten

des Bundesstaates

Illinois im mittleren

Westen der USA. In

regelmäßigen Abständen

berichtet sie von

ihren Erlebnissen und

Erfahrungen, die sie in

ihrer neuen Umgebung

macht. Ähnlich wie alle

unsere Schüler vor ihr,

die ein Semester im

Ausland verbrachten,

muss auch sie erleben,

dass es nicht nur

sprachliche Barrieren

zu überwinden gilt

auch kulturell gibt

es große Unterschiede

zwischen dem Leben

in unserem Land und

in den USA. Einen Auszug

aus ihren Berichten

drucken wir hier

ab.

Fränzi - Forum 5


Es ist sehr erfreulich,

wenn Schüler

auch außerhalb der

Schulgottesdienste

zu Schulanfang und

ende, am Fest des hl.

Franziskus, vor Weihnachten

und Ostern

in die Kirche kommen,

um gemeinsam

den Gottesdienst zu

feiern.

Besonders die Mittelschüler

tun sich

darin hervor: eingeladen

von ihrer Religionslehrerin

Prof.

Toggenburg, füllten sie

v.a. im Advent mittwochs

regelmäßig die

Bänke der Franziskanerkirche.

Nicht ganz

so viele, aber immerhin

rund 30 kamen

auch in der Fastenzeit

freiwillig regelmäßig

am Mittwoch zu

den Morgenmessen

um halb sieben in die

Kirche (und natürlich

auch zum Frühstück

ins Kloster!).

Es ist uns ein großes

Anliegen, gerade die

religiöse Erziehung

nicht an der Schultür

enden zu lassen. Deshalb

freuen wir uns

über den Messbesuch

unserer Schüler (v.a.

wenn sie auch noch

die Eltern mitbringen!)

ganz besonders.

Fränzi - Forum 6

"Tauet Himmel den Gerechten"

Schüler besuchen Rorate-Gottesdienste

Halb sieben Uhr morgens, die Nacht liegt noch

dunkel über Bozen, nur vereinzelt huschen

Gestalten durch die Dunkelheit; sie alle haben

das gleiche Ziel: Das Adventsrorate in der Franziskanerkirche.

Schüler aller Klassen kommen im Advent regelmäßig

dorthin, um besinnlich in den Schulalltag

zu starten. Schon seit Jahren lädt Frau Professor

Toggenburg in der Zeit vor Weihnachten die Mittelschüler

dazu ein. Ein besonderes Lockmittel

war in der Vergangenheit dabei mit Sicherheit

auch das anschließende gemeinsame Frühstück

in einem Kaffee. Doch heuer gab es eine Neuerung:

erstmals durften die Schüler zum Frühstück

in das Refektorium des Klosters.

Das scheint sie besonders angesprochen zu

haben: von Mal zu Mal kamen nämlich mehr, bis

am letzten Mittwoch im Advent fast ein Drittel

aller Mittelschüler das Rorate besuchte (und

natürlich anschließend im Refektorium frühstückte).

Die Schüler wurden aufs Herzlichste

mit Tee und Nutellabroten von Frau Prof. Toggenburg,

Frau Prof. Larcher, einigen Müttern

und natürlich dem Klosterkoch, Bruder Konrad,

umsorgt.

Auf Einladung des Gymnasialvereins sprach am

24. März Dr. Roland Riz zu Schülern und Interessierten

über die Entstehung der Südtiroler

Autonomie. Im vollbesetzten Heimsaal (zu den

knapp 40 Schülern der 7. und 8. Klasse kamen

noch einmal so viele Interessierte von außerhalb

der Schule) skizzierte der langjährige Parlamentarier

und Weggefährte von Dr. Silvius Magnago

die Entwicklung der Südtiroler Autonomie von

den Pariser Verträgen bis zum Verfassungsreferendum

im Jahre 2006.

Schon allein die Tatsache, einem Zeitzeugen zu

begegnen, der selbst aktiv daran mitgewirkt hat

und nicht nur aus Erzählungen davon zu berichten

weiß, hatte ein besonderes Faszinosum für

die zahlreichen Zuhörer.

Wie sehr aber auch das Thema selbst interessierte,

zeigte die lebhafte Diskussion im Anschluss

an den Vortrag. Die zahlreichen Fragen v.a. der

Schüler veranlassten Dr. Riz zur Bemerkung:

Auch viele Oberschüler, besonders aus der

Maturaklasse, besuchten regelmäßig die Rorategottesdienste,

allerdings zogen sie es vor, zusammen

mit den ebenfalls fleißigen Ministranten zu

frühstücken, um der lärmenden Horde der Mittelschüler

zu entgehen!

Hanna Widmann (4. Klasse Gymnasium)

Zeitzeugen im Gespräch

Gymnasialverein lädt Dr. Riz in die Schule

„Jetzt werden sich wohl alle anwesenden Schüler

zu Wort gemeldet haben!“ Dr. Riz schloss mit

einem Appell an die Schüler, sich auch in Zukunft

für die Autonomie unseres Landes einzusetzen,

die Südtirol so viel Segen gebracht habe.


Wenn Lehrer Zwerge werden

Faschingsfeier am Unsinnigen

Das war der Höhepunkt einer faszinierenden

Faschingsfeier in der zur Aula umfunktionierten

Turnhalle: Lehrkräfte treten als Zwerge verkleidet

zur Kostümprämierung an. Leider hatte

sich nur die Hälfte der Professoren kostümiert,

sodass sie keinen Preis dafür bekamen. Da machten

es die Mittelschüler viel besser, v.a. die ersten

Klassen. Die „Brautpaare“ von der 1 B siegten

knapp vor den "Omas und Opas" aus der 1. Klasse

Lyzeum und den „Schlafmützen“ aus der 1 A.

Es war ein Experiment: würde es gelingen, ein

Programm für drei Stunden Unterricht zu bieten?

Frau Professor Hertscheg und ihr Schülerteam

schafften das schier Unmögliche. Mit

Sketches, Bandeinlagen, einer Fränzi-Millionenshow,

den Playback und natürlich das „Schlumpflied“

singenden Professoren und nicht zuletzt

einer Diashow mit Kinderbildern der Lehrkräfte

blieben Spannung und gute Stimmung bis zum

Impressum: Fränzi - Forum

Eigentümer und Herausgeber: Wolfgang Malsiner,

Franziskanergymnasium Bozen

Eintragung beim Landesgericht Bozen: Nr. 2/2003

R.ST. am 20/3/2003

Prof. Perterer als Zwerg verkleidet

Verantwortlicher Schriftleiter: Dr. Walther Werth

Redaktion: Wolfgang Malsiner, Clemens Perntner,

Elfriede Zanellati, Christian Romano, Widmann Toni,

Widmann Hanna

Gestaltung: Zoffel Hoff Naderer, Thomas Tschager

Druck: Ferrari Auer Bozen

Schulleben

Fränzi - Forum 7


Gymnasialverein

Fränzi - Forum 8

Der Vorstand des Gymnasialvereins bittet

darum, den Mitgliedsbeitrag von 25,- € für

das Jahr 2007 (Fördermitglieder: 100 €) auf

eines der folgenden Konten zu überweisen:

Südtiroler Sparkasse

IT 46 P 06045 11601 000000148600

Raiffeisen Landesbank

IT 77 R 03493 11600 000300224405

Südtiroler Volksbank

IT 96 B 05856 11601 050570242320

Studenten sind von der Beitragsentrichtung

befreit. Nicht für den Mitgliedsbeitrag, wohl aber

für Spenden an den Gymnasialverein kann eine

Spendenquittung für die steuerliche Absetzung

ausgestellt werden!

Der Vorstand des Gymnasialvereins lädt

alle Mitglieder zur

Vollversammlung

am Donnerstag, 17. Mai 2007

um 05.00 Uhr in erster und

um 20.00 Uhr in zweiter Einberufung

Tagesordnung:

in den Heimsaal des

Franziskanergymnasiums.

1. Tätigkeitsbericht

2. Kassabericht

3. Wahl des Vorstandes

4. Allfälliges

UNTERSTÜTZUNG FÜR DIE SCHULE

Auch heuer können wieder 5‰ der Einkommenssteuer ehrenamtlich

tätigen Vereinen zugesprochen werden. Wir bitten darum, dieses

Geld dem Gymnasialverein zukommen zu lassen, der damit die Schule

unterstützen kann. Dazu ist es notwendig, in das dafür vorgesehene Feld

(„Unterstützung des Freiwilligendienstes, der nicht gewinnbringenden

Organisationen …“) eine Unterschrift zu setzen und die Steuernummer

des Gymnasialvereins anzugeben: 94030900214.

Wer keine Steuererklärung (Modell 730 oder UnicoPF) macht, kann

das vom Arbeitgeber abgefasste Modell CUD 2007 mit den entsprechenden

Unterschriften innerhalb Juni 2007 in einem Umschlag an

einem Post- oder Bankschalter abgeben. Auf dem Umschlag müssen folgende

Angaben gemacht werden:

„Wahl für die Zweckbestimmung von (8 und) 5 Promille der IRPEF“

Steuernummer des Steuerpflichtigen

Vor- und Zuname des Steuerpflichtigen

Jahr 2007

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