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Magazin 2009 - Frankfurter Presseclub

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das magazin

Frankfurter PresseClub 2009

Themen, Talks und heiße Preise:

der Frankfurter PresseClub | Seite 6

Rückblick: „Durchstarten”, die erfolgreiche

Veranstaltungsreihe für junge Journalistinnen

und Journalisten | Seite 20

So sprechen unsere Freunde: drei korporative

FPC-Mitglieder und ihre Unternehmenskommunikation | Seite 38

Frankfurter Rundfunk-Historie:

Hesselbachs hör‘n Radio – die Anfänge des HR | Seite 62

1


Dynamo

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Deutschland, 1866

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Klare Grenzen

Fragt der Quizmaster: „Welcher Gegensatz ist unversöhnlich?

A: Feuer und Wasser. B: Vampir und Knoblauch.

C: Journalismus und PR. D: Frankfurt und Offenbach.“ Der

Kandidat, gebürtiger Frankfurter, entscheidet sich ohne zu

zögern für die Antwort C. Er liegt damit zumindest nicht

ganz falsch. Die Grenzlinie ist nämlich klar gezogen: Journalisten

holen mehr als nur eine Meinung ein, sie werten

möglichst viele Quellen aus, sie bemühen sich um Distanz

nach allen Seiten, und sie fühlen sich der Öffentlichkeit verpflichtet

– insofern sind sie die eigentlichen „Öffentlichkeitsarbeiter“

als Treuhänder für die Res publica, die öffentliche

Sache. PR-Fachleute hingegen sind ihrem Auftraggeber

verpflichtet, sie wollen dessen „positive Botschaft“ unter die

Leute bringen und müssen deshalb notwendigerweise einseitig

sein.

So weit – so unbestritten: „Der Journalist hat die Aufgabe,

Zusammenhänge objektiv zu beschreiben, um seine Leser

zu informieren – während der PR-Fachmann die Interessen

seines Hauses vertreten muss.“ Dieser Satz, dem auch das

Netzwerk Recherche zustimmen könnte, stammt von der

Kommunikationsberaterin und ehemaligen Nestlé-Presse -

sprecherin Barbara Nickerson. (Das Interview mit ihr, die

auch dem FPC angehört, lesen Sie ab Seite 46.) Nur: Moralisch

anstößig, wie Journalisten gern suggerieren, ist PR

keineswegs. Interessenvertretung, Lobbyismus und Public

Relations sind für eine offene Gesellschaft so konstituierend,

wie es seinerseits der unabhängige Journalismus ist. Und

Lobbyarbeit betreiben sie alle, Energieunternehmen ebenso

wie Umweltschutzorganisationen.

Insofern geht jede moralisch aufgeladene Überlegenheitspose

von Journalisten ins Leere. Es irren sich aber auch

die PR-Leute, die sagen, der unabhängige Journalismus sei

bestenfalls eine Art naive Träumerei, im schlimmeren Fall

die Selbstlegitimation einer Kaste, die vorgebe, über den

widerstreitenden Interessen zu stehen und quasi auf den

Zuschauerrängen zu sitzen, während sie sich in Wirklichkeit

selbst mitten in der Arena befinde. Denn für das Funktionieren

einer aufgeklärten Gesellschaft sind Medien als neutrale

Instanz unentbehrlich – als Makler, die widerstreitende

Meinungen und Interessen aufnehmen, als solche kenntlich

machen und auch leiseren Stimmen Gehör verschaffen.

So ermöglichen sie den Bürgern ein eigenes Urteil auf der

Basis nachprüfbarer Fakten, vom Kaufverhalten bis zur

Wahlentscheidung.

Deshalb, weil sowohl Journalisten als auch PR-Leute zwar

unterschiedliche, aber legitime und wichtige Rollen ausfüllen,

haben beide Platz im Frankfurter PresseClub. Das gilt

auch für Unternehmen. Ihnen, unseren korporativen Mit -

gliedern, ist dieses Magazin thematisch gewidmet. Ohne

ihre Unterstützung könnte der FPC sein Programm, das in

erster Linie Journalisten zugute kommt, nicht auf die Beine

stellen. Herzlichen Dank.

Werner D’Inka,

Präsident des Frankfurter PresseClubs

und Mitherausgeber der „F.A.Z.“

3


das magazin

Inhalt

Frankfurter PresseClub Korporative Mitglieder Presse- und Informationsamt Porträt: Erich Salomon

Seite 6 Seite 38 Seite 51 Seite 57

Inhalt

3

6

7

7

20

28

32

38

40

42

Klare Grenzen

Editorial

Themen, Talks und heiße Preise

Prima Connections: Im FPC wird eifrig genetzwerkt,

auch der Club selbst ist vernetzt – deutschland- und

europaweit

Forum Deutscher Presseclubs:

Clubnachrichten

Durchgestartet! Ein Rückblick auf „Durchstarten”, die

erfolgreiche Veranstaltungsreihe für junge Journalisten

Talk-Trubel mit Wohlfühlfaktor:

Zweites Jahrestreffen der korporativen FPC-Mitglieder

in der Villa Kennedy

Ausgezeichnet unter Kaisern:

Zweiter Internationaler Medienpreis Frankfurt

3 aus 120

Korporative FPC-Mitglieder und ihre Unternehmenskommunikation:

Strategien, Chancen, Risiken

Wer macht denn so was?

Evonik Industries

In heikler Mission: Deutsche Gesellschaft

für Technische Zusammenarbeit (GTZ)

4 FPC-Magazin 2009

44

46

51

57

62

70

Oldtimer-Rennen und Pannenhilfe:

Automobilclub von Deutschland (AvD)

„Es gibt einen starken Vertrauensverlust”:

Gespräch mit der Kommunikationsberaterin

und ehemaligen Pressesprecherin

von Nestlé Deutschland, Barbara Nickerson

PIA, übernehmen Sie!

Seit 46 Jahren versorgt das Frankfurter

Presse- und Informationsamt Medien und Bürger

mit Informationen über die Stadt

Der König der Indiskreten

Erich Salomon war der berühmteste Pressefotograf

seiner Zeit

Hesselbachs hör’n Radio Frankfurt

Serie Frankfurter Rundfunk-Historie:

die Anfänge des Hessischen Rundfunks

FPC-Vorstand und -Team,

Impressum


Wir sprechen lieber Klartext:

Die Pressestelle der BASF.

Von den BASF-Pressepartnern bekommen Sie alle

wichtigen Informationen verständlich und unkompliziert

geliefert. Ob Fakten zum Unternehmen oder ungewöhnliche

Hintergrundinformationen – wir informieren Sie

direkt, umfassend und vor allem schnell. Ein Anruf und

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Wenden Sie sich direkt an uns. Wirtschaft / Finanzen: 0621 60-20916,

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E-Mail: presse.kontakt@basf.com, www.basf.de/presse


Themen, Talks

und

heiße Preise

6 FPC-Magazin 2009

Der Frankfurter PresseClub ist Treffpunkt, Netzwerk und wichtige

Schnittstelle zwischen Medien, Kommunikationsbranche,

Wirtschaft und Politik. Spannende Clubabende und interessante

Recherchereisen, informative Workshops und hilfreiche

Arbeitsstipendien bieten Einzelmitgliedern und Korporativen

jede Menge Möglichkeiten zur fundierten Meinungsbildung, zu

Austausch und Diskussion. Der vom Club gestiftete Internationale

Medienpreis Frankfurt ehrt journalistische Beiträge über

Frankfurt und die Rhein-Main-Region. Schlaglichter aus dem

Clubleben 2008.


Prima Connections

Netzwerke helfen weiter, eröffnen Perspektiven, schaffen Synergien.

Das gilt auch für Presseclubs. Der Frankfurter PresseClub netzwerkt

nicht nur vor Ort, sondern darüber hinaus im Verbund mit anderen

Presseclubs – in ganz Deutschland, aber auch europaweit.

„Die Beziehung zu verlieren ist schlimmer, als den Ver -

stand zu verlieren.” Diese nicht ganz so ernst zu nehmende

Behauptung von Menschen, die davon leben, Beziehungen

zu pflegen und zu nutzen, hat einen wahren Kern – besonders

für Medienschaffende. Keine investigative Recherche

ohne ein funktionierendes Netzwerk, keine wichtigen

Informationen ohne Get-togethers, keine neuen beruflichen

Perspektiven ohne Treffen der richtigen Leute, am richtigen

Ort, zur rechten Zeit. Denn der Unterschied zwischen Netzwerken

und wahllosem Maximieren von Kontakten ist die

Systematik.

Berliner Presse Club

Exklusiv und vertraulich

Berlins ältester Hintergrundkreis und – laut

„Berliner Morgenpost“ – der „wahrscheinlich

exklusivste Club der Stadt“: das ist der Berliner

Presse Club e.V. Ein Zusammenschluss von

führenden Journalisten aus Berlin und Brandenburg,

von Parlamentsberichterstattern und

Auslandskorrespondenten. Der Club pflegt das

strikt vertrauliche politische Gespräch. Das

heißt, er ist keine verlängerte Pressekonferenz

und auch kein Nachrichtengenerator aus dem

Regierungsviertel wie manch journalistischer

Zirkel.

Der Berliner Presse Club bittet etwa zwei Dutzend

Gäste pro Jahr zum vertraulichen Hintergrundgespräch.

Eingeladen werden Spitzenvertreter

aus Bund und Ländern, aus Kultur, Wirtschaft

und Wissenschaft sowie die in Berlin

akkreditierten Botschafter aus Ländern, die

aktuell im Brennpunkt stehen. Sie alle können

sich stets darauf verlassen, dass die Gesprächs -

inhalte den Clubmitgliedern nur als Hintergrundwissen

für ihre Artikel und Sendungen

dienen.

www.berliner-presse-club.de

Presseclub Bonn

Tradition und Moderne

Auf Initiative der Bonner Oberbürgermeisterin

wurde nach dem Regierungsumzug im Jahr

1999 der Verein Presseclub Bonn aus der Taufe

gehoben. Ziel war, das traditionsreiche Presseclubgebäude

in der Brüningstraße wieder seiner

ursprünglichen Bestimmung zuzuführen

und Journalisten und Medienschaffende im

Raum Bonn zu vernetzen. Nach der Renovierung

konnte Werner Hundhausen, langjähriger

Geschäftsführer des Bonner „General-Anzeigers“

und erster Vorsitzender des Vereins, zur

Der FPC und bundesweit weitere 25 Clubs sind solche Orte

der Vernetzung. In der Saalgasse direkt am Römer, im Herzen

der Mainmetropole, ist der 1980 gegründete Frankfurter

PresseClub seit 1984 Treffpunkt für Medienschaffende und

Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur. Rund

1000 Einzel- und Fördermitglieder diskutieren hier regelmäßig

mit Persönlichkeiten aus allen gesellschaftlichen Bereichen

und treffen Kolleginnen und Kollegen aus dem In- und

Ausland zum persönlichen Gespräch. 2009 feiert der Frankfurter

PresseClub 25 Jahre Standortjubiläum mit einem Sommerfest.

Im FPC waren sie irgendwann alle schon einmal:

FORUM DEUTSCHER PRESSECLUBS – Clubnachrichten

Bundespräsident

Dr. Horst Köhler

im Gespräch mit dem

Berliner Presse Club

am 16.10.06

Wiedereröffnung des Presseclubs Bonn am

30. Januar 2003 zahlreiche Gäste begrüßen.

Journalisten der ersten Stunde wie Fides

Krause-Brewer, Friedrich Nowottny und

Reinhard Appel waren Zeugen der Wiedereröffnung

durch den stellvertretenden Regierungssprecher

Dr. Thomas Steg.

Das erweiterte Umfeld des Presseclubs mit

neuem UN-Kongresszentrum (World Conference

Center Bonn), der Deutschen Welle,

Phoenix, dem „Rheinischen Merkur“, Telekom,

Post und einer herausragenden Museenlandschaft

stellt gemeinsam mit zahlreichen wis-

7


Die große Abzocke? Sonja Prechtner und Herbert E. Zimmermann (r.)

vom Verband der Steuerberater informierten die FPC-Mitglieder über

die Details der neuen Abgeltungssteuer. Clubpräsident Werner D’Inka

moderierte

Bundespräsident, Bundeskanzler, Ministerpräsidenten, Ministerinnen,

ihre männlichen Kollegen, die Sprecher der Parteien,

der Regierung, Wirtschaftsbosse, Medienmacher, Promis

aus allen gesellschaftlichen Schichten. Rund vierzig Mal

im Jahr lädt der Frankfurter PresseClub Gäste in die Saal -

senschaftlichen Institutionen ein attraktives

Umfeld für die ca. 360 Mitglieder des Presseclubs

dar.

Hendrik Schott, Deutschlandkorrespondent des

südafrikanischen Medienkonzerns Naspers und

Vorstandsmitglied des Vereins der Ausländischen

Presse in Deutschland, ist derzeit Vorsitzender

des Presseclubs. Neu im

Vorstand sind Eva Lenz, PR-

Managerin für das World

Conference Center Bonn,

Clemens-Christian Makosch,

ZDF-Redakteur

und Chef vom Dienst bei

Phoenix, sowie der Kulturund

Medienjournalist

Lambert-Sebastian

Gerstmeier, der

auch stellvertretenderVorsitzender

der

Bonner

Journalistenvereinigung

ist.

8 FPC-Magazin 2009

Wie man die deutsche Fußballnationalelf „verkauft”, darüber sprachen

DFB-Kommunikationschef Harald Stenger, FPC-Vorstandsmitglied

Gerhard Kneier und Roland Zorn, stellvertretender „F.A.Z.”-Ressortleiter

Sport (v. l.)

Manfred H. Obländer, der dem Vorstand bereits

seit Gründung des Presseclubs Bonn angehört,

ist stellvertretender Vorsitzender.

Jürger Bremer, Leiter der Kommunikation beim

Bonner TV-Sender Phoenix, bleibt weiterhin

Schatzmeister. Als Beisitzer wiedergewählt

wurden Dr. Johannes Hoffmann (Kommunikationschef

Deutsche Welle) und Friedel Frechen

(Sprecher der Bundesstadt Bonn).

Nach der Wiedereröffnung konnte der

Verein Presseclub Bonn unter anderem

folgende hochrangige Persönlichkeiten

als Gesprächsgäste begrüßen:

Bundespräsident Horst Köhler, Bundespräsident

Johannes Rau, Bundestagspräsident

Dr. Norbert Lammert, Staatsminister

Bernd Neumann, Andreas Krautscheid

(Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten

NRW), EU-Kommissar Günther

Verheugen, der kroatische Ministerpräsident

Ivo Sanader, Norbert Röttgen (MdB),

gasse 30 ein. Damit sind hier fast 1000 Persönlichkeiten aufgetreten.

Auch die organisierten Medienschaffenden finden

rund um die Bar im Erdgeschoss, in der Bibliothek im ersten

Stock und in den Clubprojekten ein Forum: Fotografen und

Illustratoren stellen aus, Journalisten schreiben im Magazin,

Bundespräsident Horst Köhler und

der Vorsitzende des Bonner Presseclubs

vor dem Pressegespräch in der Villa

Hammerschmidt

Foto: Eduard Fiegel

Volker Kauder (MdB), Klaus Uwe Benneter

(MdB), der Filmregisseur Dieter Wedel, der

Dirigent Kurt Masur, Fußballlegende Franz

Beckenbauer und Ingeborg Schäuble, Vorsitzende

der Deutsche Welthungerhilfe.

Dr. Hendrik Schott,

Vorsitzender Presseclub Bonn

www.presseclub-bonn.de


www.rentenbank.de

Man kann auch ohne große Worte eine der sichersten Banken

der Welt werden.

Selbst wenn es nicht jeden Tag in der Zeitung steht: Die Rentenbank gehört zu den sichersten Banken der Welt und

verfügt über Triple-A-Ratings der drei wichtigsten Rating-Agenturen. Gerade heutzutage zahlt sich höchste Bonität

eben aus, wenn es um die Unterstützung von Unternehmen in einer der wichtigsten Branchen Deutschlands geht: der

Land- und Ernährungswirtschaft. Die Mittel für unsere Förderprogramme nehmen wir an den internationalen Finanzmärkten

auf – mit anhaltendem Erfolg. Deshalb können wir sagen: Der Bulle steht uns näher als der Bär.

Die Förderbank für das Agribusiness


Autoren stellen ihre Bücher vor, junge Kolleginnen und Kollegen

können gemeinsam mit Vorstandsmitgliedern journalistische

Programme wie „Durchstarten“ konzipieren, präsentieren

und damit an ihren Moderationsqualitäten feilen. Wer

hier netzwerkt, baut zielgerichtet ein Beziehungsgeflecht

auf und aus. Und zwar eines, das einige Vorteile verschafft.

Presseklub Bremerhaven-Unterweser

Kompetenz für Küste und Klima

Einen Horizont bis zur Erdkrümmung und einen

Weitblick darüber hinaus verkünden die Nordlichter

in Bremerhaven gerne als ihr Alleinstellungsmerkmal

im deutschen Presseclubwesen.

Auf der Deutschlandkarte der Metropolen

und Medienzentren unterstreicht der Presseklub

Bremerhaven-Unterweser e. V. seine

Randlage an der Nordseeküste und würde am

liebsten in seinen Namen auch die geografischen

Koordinaten aufnehmen. Denn entlang

dem Meridian 8 Grad Ost wird künftig weltweites

Klima beschrieben mit Ursprung und Anspruch

durch das neue Klimahaus 8 Grad Ost

in Bremerhaven und durch das nach Alfred

Wegener benannte Polarforschungsinstitut.

Diese wissenschaftliche Information kennzeichnet

jene besondere Art der Außenwirkung

für den Standort Bremerhaven, die sich der

1972 gegründete journalistische Verein verordnet

hat. Das Ziel steht jedoch wohlgeordnet in

der Reihe der gemeinnützigen Prinzipien. „Die

Wahrung journalistischer Qualität und die Einhaltung

ethischer Grundsätze zählt seit jeher zu

unserem Gedankengut. Den modernen Zuschnitt

prägt das Netzwerk des Forums Deutscher

Presseclubs, an dessen Gründung unser

Vorstand beteiligt war.“ So steht es im Vorwort

der „Klubfibel“, des Mitgliedsverzeichnisses

mit umfangreichem Adressenmaterial aus dem

10 FPC-Magazin 2009

Verlagswesen und dem Forum. Die rund 300

Mitglieder sind je zur Hälfte aus Medienschaffenden

und aus anderen Interessengruppen zusammengesetzt.

Auf der gemeinsamen Plattform

erfolgt lebhafter und zum Teil heftiger

Meinungsaustausch, vor allem bei Podiumsdiskussionen

zu regionalen Themen. Denn hinter

dem Bindestrich des Doppelnamens Bremerhaven-Unterweser

verbergen sich tiefe Gräben

im Zusammenwachsen einer so herzlich rauen

Küstenregion. Zu den klassischen Klubaufgaben

gehört die Förderung des journalistischen

Nachwuchses. Hierzu zählt ein Journalistenpreis,

der in diesem Jahr zum 17. Mal ausgelobt

wird und herausragende Leistungen aus

der Alltagsarbeit in Lokalredaktionen belohnt.

Das vielseitige Angebot im Netzwerk Forum

Deutscher Presseclubs stützt diese Nachwuchsförderung,

zum Beispiel durch die Teilnahme

an Reisen wie der FPC-Exkursion nach

Nepal. Der konservativ mit K geschriebene

Bremerhavener Klub verfügt nicht über eine

eigene Immobilie und gehört vom Budget her

zu den kleineren Vereinigungen im nationalen

Forum-Kreis. Aber inhaltlich hält er mit. Und

zwar mit Kompetenz vom Nordpol bis Südpol,

auf 8 Grad Ost.

Joachim Barthel, Vorsitzender

Presseklub Bremerhaven-Unterweser

www.presseklub-bremerhaven.de

Strahlende Gesichter beim FPC-

Neu-jahrsempfang 2008. Bild oben

(v. l. n. r.): Michaela Schmehl (freie

Redakteurin ZDF), Nils Bremer (Leitung

Magazin, „Journal Frankfurt”),

Dr. Hans-Jürgen Moog (Bürgermeister

a. D.) und Stadtverordneten vor -

steher Karlheinz Bührmann. Bild links

(v. r.): Ulrike Gehring (Vizepräsidentin

IHK Frankfurt), FPC-Vorstandsmitglied

Matthias Send, Alex ander Zang

(Geschäftsführer BCC)

Die hessische SPD-Vorsitzende Andrea Ypsilanti

am 18. Mai 2008 als Gast beim Presseclub Darmstadt

Presseclub Darmstadt

Reden und handeln

Der Entschluss, endlich auch in der Wissenschaftsstadt

Darmstadt einen Presseclub zu

gründen, fiel auf der Pressebank des Darmstädter

Stadtparlaments, als die Reden wieder einmal

lang und langweilig waren. Die Idee war

nicht neu, doch die „Darmstädterei“ (viel reden

und erst mal nichts tun) hatte sie bis dahin nicht

Wirklichkeit werden lassen. Zur Umsetzung trug

auch bei, dass der damalige „F.A.Z.“-Korrespon-


Michael Ringier, Schweizer Medienunternehmer und Hauptredner

beim Neujahrsempfang 2008, FPC-Präsident Werner D’Inka,

FPC-Projektbetruerin Tamara Sauer und Dr. Ingo Reichardt,

Pressesprecher TAM-AG

Die besten Jobs werden über lockere Beziehungen verge-

ben, konnte der US-Soziologe Mark Granovetter schon 1973

nachweisen. „The Strength of Weak Ties“ nannte er das Phänomen:

Wichtig bei der Jobvergabe sind vor allem Kontakte

zu Leuten, die man nicht persönlich kennt, zu denen aber

Foto: Markus Schmidt

dent Peter Zitzmann seine passive Altersteilzeit

vor sich hatte und in dieser Initiative ein lohnendes

Betätigungsfeld sah.

Im Januar 2005 wurde der Presseclub von sieben

Gründungsmitgliedern im Traditionshotel

„Bockshaut“ aus der Taufe gehoben. Schon einige

Wochen später trat er mit einer Podiumsdiskussion

mit den damaligen Kandidaten für

das im Sommer neu zu besetzende Amt des

Darmstädter Oberbürgermeisters an die Öffentlichkeit

– das Staatstheater, in dem die Diskussion

stattfand, war bis auf den letzten Platz be-

Brisanter Abend: Die sogenannten „SPD-Abweichler” Carmen Everts (r.) und

Jürgen Walter (2.v.r.) lieferten sich einen spannenden Schlagabtausch mit der

stellvertrenden FDP-Fraktionsvorsitzenden Nicola Beer und DIE-GRÜNEN-Urgestein

Rupert von Plottnitz

setzt. Seitdem veranstaltet der Presseclub, dessen

Initiator auch sein Vorsitzender wurde, monatliche

interne Treffen mit Gästen und gelegentliche

öffentliche Diskussionen. Unter den

Gästen sind häufig Darmstädter Persönlichkeiten,

aber auch interessante Menschen mit Einfluss

und Strahlkraft über Südhessen hinaus –

etwa der Wirtschaftsweise Bert Rürup, „Focus“-Chefredakteur

Helmut Markwort, der frühere

Bundesverfassungsrichter Hans-Joachim

Jentsch, Bundesjustizministerin Brigitte Zypries,

Hessens SPD-Vorsitzende Andrea Ypsilanti und

der Mainzer Politologe Jürgen Falter. Die öffentlichen

Veranstaltungen sind häufig lokalen Entwicklungen

geschuldet – dem Neubau eines

Einkaufszentrums vor den Toren der Stadt, dem

neuen Wissenschafts- und Kongresszentrum

Darmstadtium, außerdem generelleren Lokalthemen

wie der Literatur- oder der Architekturszene

in Darmstadt. Seit 2006 vergibt der Presseclub

einen Darmstädter Journalistenpreis, der

nach dem heimischen Biedermeierdichter Ernst

Elias Niebergall (bekanntestes Bühnenstück ist

der „Datterich“) „Der Niebergall“ heißt. Der

Preis ist mit 2.500 Euro dotiert. Von 2008 an

wird dem Preisträger zugleich eine von dem

Darmstädter Bildhauer Thomas Duttenhöfer geschaffene

Niebergallplastik verliehen, sozusagen

der Darmstädter Journalistenoscar.

Peter Zitzmann,

Vorsitzender Presseclub Darmstadt

www.presseclub-da.de

über gemeinsame Bekannte eine Verbindung besteht. Je größer

das Netz, desto größer der Effekt, lehrt der Soziologe.

Journalisten und Medienschaffende können sich zudem bei

Vorträgen, in Seminaren, bei Podiumsdiskussionen oder Informationsreisen

im PresseClub weiterbilden und vernetzen.

Koblenzer Presseclub

Ehrenamt aktiv und attraktiv

Der Koblenzer Presseclub hat seine Sensoren

am Puls der Zeit. Die Durchführung informativer

und attraktiver Veranstaltungen gehört genauso

zu seinen Aufgaben wie die Organisation

von Fortbildungsseminaren und kulturellen

Angeboten. Aber auch die Geselligkeit darf

nicht zu kurz kommen. Schließlich verbinden

sich in Koblenz, am Deutschen Eck, zwei

Weinanbaugebiete mit der Mosel und dem

Mittelrhein.

Der Koblenzer Presseclub ist ein Zusammenschluss

von ausgebildeten oder in der berufsspezifischen

Ausbildung befindlichen Journalisten,

Leitern und Mitarbeitern von Pressestellen

und freien Journalisten. Der Club fördert den

kollegialen Meinungsaustausch und den Informationsfluss.

Er setzt sich selbstkritisch mit

der Arbeit der Medienschaffenden auseinander.

Darüber hinaus widmet er sich der Völkerverständigung,

der Toleranz und Partnerschaften

mit nationalen und internationalen Vereinigungen.

Ab 2009 vergibt er einen Medienpreis

für Nachwuchsjournalisten.

Der Koblenzer Presseclub ist die zentrale Kommunikationsplattform

aller Medienvertreter und

Pressereferenten im Raum Koblenz. Bei den

monatlich stattfindenden Stammtischen treffen

sich Mitglieder, Gäste und Interessierte zu

einem offenen Informationsaustausch.

11


In Zusammenarbeit mit dem Kunstdienstleister F. G. Conzen präsentierte

der FPC eine Ausstellung mit Bildern berühmter Schriftsteller. Eingefangen

hat sie der renommierte Fotograf Werner Pawlok

Auf die Förderung von Nachwuchsjournalisten wird hier

besonderer Wert gelegt: egal ob bei der Vergabe von Stipendien,

der Verleihung des Internationalen Medienpreises

Frankfurt (IMF) oder durch die finanzielle Unterstützung diverser

journalistischer Projekte und Institutionen. Zu letzte-

Der Koblenzer Presseclub lädt alle Medienvertreter

herzlich ein, den Club und seine Mitglieder

kennenzulernen.

Stefan Schmitt

www.koblenzer-presseclub.de

Märkischer Presse- und Wirtschaftsclub Berlin

Mehr erfahren, besser entscheiden

Der Märkische Presse- und Wirtschaftsclub

(MPW) in Berlin behauptet sich in einem extremen

Konkurrenzkampf. In der Hauptstadt gibt

es fast zu jeder Zeit viele interessante Veranstaltungen

für Journalisten. Nur wenige aktive

Medienvertreter möchten sich am Abend noch

die sechste Pressekonferenz des Tages antun.

Ein attraktives Konzept, das sich von dem vieler

anderer Vereinigungen unterscheidet, ist

deshalb für den Erfolg entscheidend. Der MPW

muss etwas bieten, das an anderer Stelle nicht

so leicht zu haben ist.

Unser Wunschziel lautet: MPW-Mitglieder erfahren

mehr über die komplizierte Welt. Sie

sind näher an den Topthemen dran und können

darüber hinaus auf ein Netzwerk von Verbindungen

zurückgreifen. Mehr Wissen bedeutet

auch, besser zu entscheiden. Bis dahin ist es

jedoch noch ein weiter Weg.

Jedenfalls ist der MPW nach der Neuausrichtung

im Frühjahr 2008 mit einer Vielfalt an Themen

auf die Bühne der Hauptstadt zurückge-

Sommerfest des Märkischen Presse- und Wirtschaftsclubs in der Villa Kellermann

12 FPC-Magazin 2009

Der (Ein-)Heizer geht – ein Neuer kommt: Manfred Schell (l.), Ex-Bundesvorsitzender

der Gewerkschaft der Lokomotivführer (GdL), und sein Nachfolger Claus Weselsky (2.v.r.).

Mit im Bild – drei vom FPC: Monica Weber-Nau, Matthias Send (r.) und Hans Beckmann

ren gehören die vom F.A.Z.-Institut jährlich ausgerichteten

Frankfurter Journalistentage“, Reporter ohne Grenzen, das

Ausbildungsprojekt „Radio-Starter“, das Netzwerk Recherche,

die Deutsche Journalistenschule sowie ein dreimonatiges

Europastipendium für Nachwuchsjournalisten und diver-

kehrt. Mit Diskussionsveranstaltungen über

CO2-freie Kohlekraftwerke, den Pharmastand -

ort Berlin, die Sicherheit in der Hauptstadt oder

die Zukunft der Computerspielemesse „Games

Convention“ setzen wir Akzente. Wir schaffen

es damit, den MPW wieder mehr ins Bewusstsein

zu rücken.

Der Club war 1990 kurz nach der Wende gegründet

worden – als übergreifendes Forum für

Journalisten, Unternehmer und PR-Leute aus

Ost und West. Derzeit haben wir etwa 130

Mitglieder – Einzelpersonen und Firmen. Unsere

Stärke ist die Verbindung zwischen Wirtschaft

und Medien. Rund 20 Jahre nach dem

Mauerfall verliert die Spaltung in „Ossis“ und

„Wessis“ zum Glück an Bedeutung, damit

aber auch unsere Einigungsfunktion. Wir

mussten uns neue Betätigungsfelder suchen.

Nun lautet das MPW-Motto: „Regionale Themen

– überregionale Ausstrahlung“. Im Vordergrund

stehen die Hauptstadt, Brandenburg

und die neuen Länder, aber auch Osteuropa

liegt im weiteren Fokus. Der neue Hauptstadtflughafen,

die Messe mit ihren internationalen

Ausstellungen oder das Kulturforum mit den

weltbekannten Museen – das sind Themen

mit weit über die Region hinausragender

Bedeutung.

Auf besonderes Interesse können Veranstaltungen

an Orten stoßen, die sonst nur schwer

zugänglich sind: Unter dem Motto „MPW


BMW EfficientDynamics

Weniger Emissionen. Mehr Fahrfreude.


„Blendende Aussichten bei guten Geschäften”: Die mit dem Internationalen Medienpreis Frankfurt ausgezeichnete

Fotostrecke war natürlich auch im FPC zu sehen. Bild links: Ulrich Mattner (r.), einer der beiden Fotografen,

im Gespräch mit einem Ausstellungsbesucher und FPC-Vorstandsmitglied Dorothee Bamberger

se Recherchestipendien im Ausland. Auch das jährlich erscheinende

Magazin dient dem Zweck der Weiterbildung.

Im FPC sind derzeit 420 Einzelpersonen aus allen Medien

organisiert. Zusätzlich senden rund 120 korporative Mitglieder

(Firmen, Verbände, Institutionen) weitere 450 Mitarbei-

unterwegs“ bieten wir Kraftwerksführungen,

Flughafenbesichtigungen, U-Bahn-Wanderungen,

Werksbesichtigungen oder Redaktionsbesuche

an. Informationsveranstaltungen von

Unternehmen oder Präsentationen sind willkommen.

Sie werden gesondert ausgezeichnet,

es gibt volle Transparenz über fremdfinanzierte

Veranstaltungen. Inhaltliche Forderungen

von Sponsoren, etwa nach weichgespülten

Fragen, lehnen wir natürlich ab.

Da die Schlagkraft des Vereins letztlich von der

Struktur der Mitglieder abhängt, hat die Anwerbung

von berufsaktiven journalistischen Mitgliedern

und (Vertretern von) Unternehmen aus

der Region Priorität. Mit vergünstigten Schnuppermitgliedschaften

wollen wir die Schwelle

zur Mitarbeit verringern, was bisher aber noch

nicht in ausreichendem Maße gelungen ist.

Trotz erster Erfolge steht der MPW – wie viele

andere Presseclubs – vor schwierigen Herausforderungen.

Wir müssen uns weiter inhaltlich

profilieren und damit die Attraktivität des MPW

steigern. Das ist ein erheblicher Kraftaufwand.

Aber nur wenn unsere Qualität ausstrahlt,

erhalten wir Zulauf. Dafür brauchen wir einen

langen Atem.

Rolf Westermann, MPW-Präsident

www.mpwberlin.de

14 FPC-Magazin 2009

Internationaler PresseClub München

Einer der Größten in Europa

Hildegard Knef und Franz Josef Strauß, Hans-

Dietrich Genscher und Olof Palme, August

Everding und Mario Adorf, Gerhard Schröder

und Helmut Kohl, Horst Seehofer und Sabine

Leutheusser-Schnarrenberger – seit seiner

Gründung am 16. März 1950 haben unzählige

Prominente aus Politik, Wirtschaft, Kultur und

Sport den Münchner PresseClub besucht. Unter

dem Gründungsnamen „Verein Auswärtige

Presse“ (entstanden aus einer Notgemeinschaft,

die eine Anlaufstelle, Schreibmaschine

und Telefon suchte) traf man sich zunächst am

Lenbachplatz, zog später in das Regina-Palast-

Hotel, bis der Club 1958 schließlich im Peter-

ter aus dem Bereich Kommunikation, aber auch aus der Führungsebene

in den Club. Diese haben die Möglichkeit, an

allen Aktivitäten des Clubs teilzunehmen, besitzen allerdings

im Gegensatz zu den Einzelmitgliedern keine vereinspolitischen

Rechte. Sie können also weder den Vorstand wählen

hof am Marienplatz sesshaft wurde – mit direktem

Blick auf das Münchner Rathaus und die

Stadtoberen. Zu Fuß erreichbar sind auch der

Dom (Frauenkirche), die Staatskanzlei und das

bayerische Parlament im Maximilianeum.

Zu den rund 850 Clubmitgliedern aus acht Nationen

gehören Journalisten und PR-Leute, Öffentlichkeitsarbeiter

und Fotografen. Der Verein

zählt damit zu den größten PresseClubs Europas

und ist Gastgeber bei etwa 250 Veranstaltungen,

Pressekonferenzen, Gesprächsrunden

(unter anderem dem monatlichen „PresseClubforum“),

Buchpräsentationen oder Jour fixes

im Jahr.

Auf vielfältige Art und Weise fördert der Presse-

Club den journalistischen Nachwuchs: über ein

Der ehemalige bayerische Ministerpräsident Dr. Günther Beckstein im PresseClub München


noch die Clubinhalte bestimmen. Von beiden Seiten aber

wird der FPC als Netzwerk und als Ort genutzt, an dem man

wichtige Persönlichkeiten aus Politik, Medien, Wirtschaft,

Sport, Kultur und Religion trifft. Monica Weber-Nau, Geschäftsführerin

des Frankfurter PresseClubs, ist eine Obernetzwerkerin

par excellence und sagt: „Wer nach Verona

Pooths Motto ,Da werden Sie geholfen’ einem Netzwerk beitritt,

für den bleibt die Enttäuschung wahrscheinlich nicht

aus. Netzwerken heißt nämlich geben und nehmen. Wer also

bereit ist, sich als Mensch einzubringen, für den steigen die

Chancen, vom Netzwerk zu profitieren. Denn ein gutes Netzwerk

bietet die Chance, Wissen auszutauschen, Kompetenzen

und Synergien zusammenzuführen und damit auch die

eigene Position auf dem Markt zu verbessern.“

Seit 1990 besteht die Föderation Europäischer Presseclubs,

seit 2002 das Forum Deutscher Presseclubs, das Monica

Weber-Nau maßgeblich initiiert hat. In diesem Forum

sind mittlerweile 22 Presseclubs – von Bremerhaven-Unterweser

bis Regensburg, von Köln bis zum 3LänderPresseclub

in Görlitz – quer durch die Republik organisiert. „Von diesem

Zusammenschluss profitieren alle Presseclubmitglieder.

Notfall im Ausland?

Sicher nach Hause!




Im In- und Ausland für nur 79,50 pro Jahr.




Blendende Einsichten...

ADACPlusMitgliedschaft

Besser drin. Besser dran.

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Veranstaltung des Nürnberger Presseclubs im Marmorsaal des ehemaligen Gewerbemuseums

eigenes Tutoratsprojekt, als langjähriger

Kooperationspartner der Nachwuchsjournalisten

in Bayern e. V. (NJB) und der Deutschen

Journalistenschule (DJS) in München. Auf den

Internetseiten des Internationalen PresseClubs

können junge Leute über ihre Praktikaerfahrungen

bei verschiedenen Medien in München

und Umgebung sowie im Ausland berichten

und damit Ratgeber und Inspiration für andere

sein. Zudem gibt der Club ein eigenes „Presse-

Clubmagazin“ heraus und vergibt den Herwig-

Weber-Preis für hervorragende journalistische

Arbeiten zum Münchner Leben.

Der Club unterhält eine Dependance in Passau

und unternimmt regelmäßig Informationsreisen

ins In- und Ausland. Er kooperiert mit den bayerischen

PresseClubs in Nürnberg, Regensburg,

Würzburg, Augsburg und Ingolstadt sowie mit

16 FPC-Magazin 2009

Geld hatte Prof. Dr. Michael

Heise nicht zu verschenken

– dafür gab der Chefvolkswirt

der Allianz-Gruppe und der

Dresdner Bank AG interessante

Einblicke in das Thema

Konjunkturentwicklung

Spannende Zwischenbilanz

nach einem Jahr als

Botschafter Israels

in Deutschland:

Yoram Ben Zeev

Denn fast alle Veranstaltungen

und Reisen aller Presseclubs

sind nun auch für

alle Mitglieder zu Mitgliederkonditionenzugänglich.“Außerdem

schaffen gemeinsam

geplante,

dem Forum Deutscher PresseClubs und zahlreichen

internationalen Journalistenvereinigungen.

Ruthart Tresselt, Vorsitzender Internationaler

PresseClub München

www.presseclub-muenchen.de

Presseclub Nürnberg e. V.

Modern, offen, innovativ

Der Presseclub Nürnberg zählt derzeit fast 400

Mitglieder. Ein Beweis für die Notwendigkeit

und die Attraktivität unseres Zusammenschlusses

von Journalistinnen und Journalisten aus

Presse, Hörfunk und Fernsehen, in der Öffentlichkeitsarbeit

Tätigen und fördernden Mitgliedern.

Fast zwei Jahrzehnte nach der Gründung im

Jahr 1990 können wir feststellen: Wir sind ein

aber von jedem Presseclub in Eigenregie organisierte und

durchgeführte Aktionen – von der Podiumsdiskussion bis zur

Ausstellung, beispielsweise zum „Tag der Pressefreiheit“ am

3. Mai 2009 – eine breitere Öffentlichkeit, ist Monica Weber-

Nau überzeugt.

Beide Organisationen, deren Vorstandsmitglieder und Geschäftsführer

sich einmal im Jahr zur Mitgliederversammlung

treffen, verbindet vor allem die grenz- und clubüber-

moderner, weil offener und innovativer publizistischer

„Verein“. Wir legitimieren uns ausschließlich

durch das informative und meinungsbildende

Gespräch und dessen Vermittlung

in den Medien.

Wir kooperieren mit den bayerischen Presseclubs

in Augsburg, Ingolstadt, München, Regensburg

und Würzburg. Der Presseclub Nürnberg

ist Mitglied im Forum Deutscher Presseclubs,

in der Bürgerbewegung für Menschenwürde

in Mittelfranken e.V. und im Literaturhaus

Nürnberg e.V.

Mit dem Antalya Gazeteciler Cemiyeti – dem

Journalistenverein der türkischen Rivierastadt

Antalya – haben wir im Mai 2005 eine Partnerschaft

geschlossen. Damit wurde eine seit

dem Jahr 2000 andauernde Freundschaft besiegelt,

die sich im Rahmen der Städtepartnerschaft

Nürnberg/Antalya entwickelt hat. Ein

jährlicher, wechselseitiger Besuch von Delegationen

sorgt für die ständige Belebung dieser

Partnerschaft.

Unser Domizil ist seit 1997 das ehemalige

Gewerbemuseum der bayerischen Landesgewerbeanstalt.

Eigentümer des Gebäudes ist

die Nürnberger Versicherungsgruppe. Hier

„residiert“ der Presseclub in der Beletage, im

Marmorsaal mit Foyer, Galerie-Cafeteria und

Büro. Hier finden auch unsere Veranstaltungen

statt. Wir vermieten diese repräsentativen

Räume für Pressekonferenzen, Präsentationen,


UNSER PROGRAMM FÜR DIE ZUKUNFT: KFW-WOHNEIGENTUMSPROGRAMM

Sie träumen von den eigenen vier Wänden?

Nutzen Sie unser Förderangebot für Bauherren. Denn die KfW unterstützt Sie beim Bau

oder Kauf von Wohneigentum mit günstigen Krediten. Mehr Informationen erhalten Sie

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* 3,9 Cent/Minute aus dem Festnetz der Deutschen Telekom, Preise aus Mobilfunknetzen können abweichen.

Die Zukunftsförderer


Tagungen und für feierliche Anlässe. Unsere

Partner dabei sind der Bayerische Journalistenverband,

der Kommunikationsverband Bayern

BWF e.V., der Club Nürnberg und der Marketing-Club

Nürnberg e.V.

In einer Zeit der überbordenden globalen Informationsflut

ist der Presseclub Nürnberg ein

wichtiger Ort der Information, der Diskussion

und damit der Orientierung.

Dieter Barth, Schatzmeister/Schriftführer

Presseclub Nürnberg

www.presseclub-nuernberg.de

PresseClub Regensburg

Kommunikation und Erfahrungsaustausch

im Mittelpunkt

„Mit allen demokratischen Kräften und Einrichtungen

zu kommunizieren und mit den Vertretern

des öffentlichen Lebens Meinungen und

Gedanken auszutauschen“, das war der Leitgedanke,

mit dem die 28 Gründungsmitglieder

den PresseClub Regensburg am 5. Oktober

1978 aus der Taufe hoben. „An diese Vorgaben

halten wir uns bis heute“, stellt der Vorsitzende

Ludwig Faust fest und verweist auf die rund

60 Veranstaltungen und Treffen pro Jahr. Gespräche

mit interessanten Persönlichkeiten aus

Politik, Wirtschaft, Kultur oder Sport in den eigenen

Clubräumen gehören ebenso dazu wie

Besuche von Unternehmen, Einrichtungen

oder externen Veranstaltungen. „Wir bieten un-

18 FPC-Magazin 2009

China erlebt einen gewaltigen Wandel.

Einen letzten Blick auf das alte

Peking vor dem Abriss warf

die Frankfurter Fotografin Margit

Matthews. Ihre atmosphärischen Bilder

waren im FPC zu sehen

greifende Idee von Kommunikation

und Kooperation. Dies

ist bei allen Unterschieden

die Basis, denn es gibt

Clubs, die lediglich bloße

Verbindungen von Journalistinnen

und Journalisten

ohne große Organisation

und Infrastruktur sind. Und

Der Frankfurter PresseClub präsentiert

die Ausstellung

Ein letzter Blick

Das alte Peking

und seine historischen Stadtquartiere

seren rund 270 Mitgliedern ein Programm, bei

dem sie sich über Hintergründe informieren

können und Gelegenheit haben, ihre Ansichten

darzustellen.“ Darüber hinaus stellt der Presse-

Club mit dem Jour fixe am Donnerstag Mitgliedern

und Gästen ein schönes Ambiente für

Unterhaltung und Entspannung zur Verfügung.

Von Beginn an hatte der PresseClub Regensburg

mitten in der historischen Altstadt eigene

Räume angemietet – zuerst in einem stattlichen

Bürgerhaus Hinter der Grieb, ab 1994 in

großzügigeren Räumen im Haus des Kunstund

Gewerbevereins in der Ludwigstraße 6.

„Wir können damit schnell auf aktuelle Ereignisse

reagieren“, so Ludwig Faust. Das passiert

zwei bis drei Mal pro Jahr, wenn interessante

Persönlichkeiten unerwartet in Regensburg

auftauchen und sich Zeit für ein Gespräch

nehmen. Per Mail ist der größte Teil der Mitglieder

in kürzester Zeit informiert. Neben den

eigenen Veranstaltungen stehen die Clubräume

es gibt andere wie den Presse Club de France in Paris und

den Frankfurter PresseClub, die sich als professionelle

Unternehmen mit eigenen Häusern, GeschäftsführerInnen

und einem wirtschaftlichen Bereich neben dem Verein etabliert

haben.

Egal ob Club als Unternehmen oder Club als virtueller Ort,

die Mitglieder profitieren von den Kontakten und tragen so

den Gedanken weiter, der in der Satzung des Frankfurter

PresseClubs als Vereinsziel festgelegt ist: „die Förderung

auch für Pressekonferenzen oder private Feiern

von Mitgliedern zur Verfügung.

Seit 1999 vergibt der PresseClub Regensburg

alle zwei Jahre den Eberhard-Woll-Preis. Er ist

nach dem Gründer und langjährigen Vorsitzenden

benannt und zeichnet „eine hervorragende

Veröffentlichung auf den Gebieten des Journalismus

und der Publizistik mit Bezug zur Region

Ostbayern aus.“ In der Jury sitzen erfahrene

Fachleute aus Zeitung, Funk und Fernsehen,

die ausschließlich nach journalistischen Kriterien

bewerten. „Wir sind bisher mit unserer

Auswahl in der Öffentlichkeit auf uneingeschränkte

Zustimmung gestoßen“, freut sich

der Vorsitzende.

Auch wenn die Richtung stimmt, müssen sich

die Verantwortlichen des PresseClubs Regensburg

Gedanken machen, welche Angebote in

Zukunft wirklich noch kompatibel sind. Die Arbeit

in den Redaktionen lässt immer weniger

Zeit übrig, und die Zahl der Informationsveran-

Der Eberhard-Woll-

Preis 2007 des Presse-

Clubs Regensburg

ging an Ruth Stellmann

vom Bayerischen

Rundfunk

(2.v.l.)


internationaler Gesinnung, der Toleranz auf allen Gebieten,

der Kultur, des Völkerverständigungsgedankens...“

INGRID SCHICK

Freie Journalistin

ingrid.schick@arcor.de

Fotos: Rainer Rüffer

Die einstige CSU-Rebellin Gabriele Pauli sorgte kurz nach dem von ihr

mitinitiierten Rücktritt von Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber

für ein volles Haus im PresseClub Regensburg

staltungen anderer Organisationen über alles

Mögliche hat exponentiell zugenommen. „Wir

sind gerade auf der Suche nach einem Modell,

das unseren PresseClub weiterhin attraktiv

macht.“ Die Kontakte über das Forum Deutscher

Presseclubs, die informelle Plattform der

Clubs deutschlandweit, sind dabei sehr hilfreich.

„Wir haben uns auch deshalb von Anfang

an im Forum engagiert“, erklärt Ludwig

Faust. Die Erfahrungen aus den anderen Clubs

sind wichtig und „tragen dazu bei, dass Presseclubs

allgemein ihren Stellenwert innerhalb

der Medien und der Gesellschaft ausbauen“.

www.presseclub-regensburg.de

Fotos: Presseclubs und wie angegeben

LOTTO. Für alle

ein Gewinn.

„Leistungswille Leistungswille und

Leistungsförderung sind

lebenswichtig für eine

sportliche Gesellschaft.“

Eberhard Gienger,

Weltmeister am Reck 1974

LOTTO unterstützt

den Sport in Hessen

mit jährlich über

19 Mio. Euro.

www.lotto-hessen.de


Durchgestartet!

Über ein Jahr lang lief „Durchstarten“, eine äußerst erfolgreiche

Veranstaltungsreihe für junge Journalisten, im Frank furter PresseClub.

Sie zeigte: Viele Wege führen zum Erfolg. Und: Für Pessimismus

besteht kein Grund.


„Maria, ihm schmeckt‘s nicht” heißt das Buch von Jan Weiler. Was der Erfolgsautor aber im PresseClub zu

berichten hatte, schmeckte nicht nur Moderatorin Michaela Schmehl, sondern auch dem Publikum

Man könnte ja verzweifeln angesichts der Dauerkrise in der

Medienbranche. Kein Tag ohne Hiobsbotschaft. Sinkende

Auflagenzahlen, weniger Werbeerlöse, und dann kommt

auch noch Reich-Ranicki und sagt, im Fernsehen laufe nur

Schund. Hat der Journalismus, egal in welchem Medium,

noch Zukunft? Soll man, darf man heute überhaupt noch Berichterstatter

werden wollen? Und wenn ja – wie? Es gibt sie

noch, die Wege in den Journalismus. Nur sind sie vielleicht

manchmal verschlungen oder auch überraschend. Der Erfolg

jedenfalls lässt sich nicht planen. Jan Weiler etwa wollte nur

eine Kolumne über seinen italienischen Schwiegervater

schreiben. Doch nach deren Veröffentlichung erhielt er einen

Anruf eines Verlags. Ob er denn nicht mehr daraus machen

wolle? Er ließ sich überzeugen und schrieb in nur zwei Wochen

eines der erfolgreichsten deutschen Bücher der vergan-

Themen, Talks

und

heiße Preise

genen Jahre: „Maria, ihm schmeckt’s

nicht.“ Wie ihm das gelang und warum er sich zum Schreiben

im Bootshaus einschließt, erzählte der Journalist und

Bestsellerautor gut gelaunt im PresseClub. Der 41-Jährige

beeindruckte das (vorwiegend weibliche) Publikum, las aus

Büchern und Artikeln vor und berichtete, wie er nach dem

Besuch der Journalistenschule „durchgestartet“ war.

Genau das war das Ziel der Serie „Durchstarten“: zu erfahren,

wie erfolgreiche Kolleginnen und Kollegen aus den Medien

ihren Weg gefunden haben, Tipps und Anregungen für

die eigene Arbeit zu erhalten und vor allem Netzwerke zu

knüpfen, um selbst erfolgreich zu sein. FPC-Vorstandsmitglied

Stephan Hebel hatte die Veranstaltungen mit Michaela

Schmehl vom ZDF und Nils Bremer vom „Journal Frankfurt“

vorbereitet, die sie auch moderierten.

21


Humanglobale Zufälle und den Erfolg des Magazins „Neon” diskutierten Nils Bremer, Michael Ebert

und Dennis Buchmann (v. l.). Auch diese „Durchstarten”-Veranstaltung war hervorragend besucht

Den Auftakt der Reihe bestritten im Februar 2008 vier Chefredakteure

aus dem Rhein-Main-Gebiet. Sie plauderten aus

dem Nähkästchen über den eigenen Karriereeinstieg – der damals

noch mit einem Telefongespräch beginnen konnte – und

über die derzeitigen Chancen für den journalistischen Nachwuchs.

Während dieser etwa im ZDF auch „online-affin“ sein

muss, wie Chefredakteur Nikolaus Brender betonte, hob

„F.A.Z.“-Herausgeber und FPC-Präsident Werner D’Inka die

Chancen von Bewerbern mit Wirtschaftskenntnissen hervor.

HR-Fernsehdirektor Manfred Krupp berichtete von der trimedialen

Ausbildung in seinem Sender und „FR“-Chefredakteur

Uwe Vorkötter über die Vorteile der Vernetzung von Zeitung

und Internet. Einig waren sie sich darin, dass der Königsweg

in den Journalismus auch weiterin über Volontariate führt.


In einer weiteren Veranstaltung standen Redaktions- und

Abteilungsleiter regionaler Medien aus dem Rhein-Main-

Gebiet Rede und Antwort. Gaby Holzner vom HR, Peter

Hartmann von FFH, Boris Tomic vom „Journal Frankfurt“,

Matthias Röder von dpa und Dieter Sattler von der „FNP“

diskutierten darüber, welche Chancen, aber auch Schwierigkeiten

es vor allem für freie Journalisten gibt, in einer Redaktion

Fuß zu fassen oder die eigenen Produkte abzusetzen.

Nicht nur hier war die Nachfrage der freien Kolleginnen und

Kollegen sehr rege. Auch bei zwei Halbtagsseminaren mit

Referent Wolfgang Kiesel zu den Themen Akquise, Steuern

und Eigenvermarktung war der Andrang groß. Kiesels pragmatischer

Tipp: „Lieber eine Stunde über Geld nachdenken,

als einen Tag dafür arbeiten.“

Wie man Kritik standhält, wenn man investigativ arbeitet,

und wie wichtig dann der Rückhalt des Hauses ist, darüber

gaben Esther Schapira vom HR und Matthias Thieme von der

„FR“ Auskunft. Lokaljournalist Thieme etwa war nur für einen

anderen Kollegen eingesprungen – und unversehens mit

Ehrgeiz, Mut und Können zum Enthüller des UNICEF-Skandals

geworden (siehe Kasten).

Über seine Laufbahn im Fernsehen und den Alltag in einer großen

Nachrichtenredaktion sprach ZDF-Star Steffen Seibert

Auch an der Bar war Steffen Seibert

ein gefragter Gesprächspartner


Frauen gelangen nur selten in Führungspositionen. Woran das liegt und was Frauen dagegen tun

können, erörterten HR-Redakteurin Karin Tanz (l.) und die Journalistin Sonja Eismann

Vom Verlag mit Vertrauen, Vorschusslorbeeren und einer halben

Million Euro Budget ausgestattet wurde Dennis Buchmann.

Mit seinem Konzept gewann er einen Wettbewerb der Axel-

Springer-Akademie und veröffentlicht nun im Großverlag das

Liebhabermagazin „Humanglobaler Zufall”. Gemeinsam mit

„Neon“-Chefredakteur Michael Ebert berichtete er von den

Schwierigkeiten, neue Produkte zu etablieren und eine gewisse

Eigenständigkeit in Großverlagen zu entwickeln. Die ist bei den

Münchner „Neon“-Machern mittlerweile gegeben: mit einer

Auflage weit über 200.000 gehört das Monatsmagazin zu den

erfolgreichsten bei Gruner und Jahr. „Diese Auflagensteigerungen

sind uns selbst manchmal unheimlich“, sagte Ebert.

Recherche mit Hindernissen

Im November 2007 deckte Matthias Thieme

gemeinsam mit seinem Kollegen Jörg

Schindler in der „Frankfurter Rundschau“

den UNICEF-Skandal auf. Für das FPC-

Magazin erinnert sich der Journalist an das

zähe Ringen mit dem Kinderhilfswerk und

erklärt, warum ein starker Rückhalt vonseiten

der Chefredaktion für die investigative

Recherche unabdingbar ist.

„UNICEF Deutschland geht schlampig mit

Spendengeld um, hat undurchsichtige Strukturen

und zahlt hohe Provisionen an Berater.“

So lautete ein Vorwurf, den Informanten im

November 2007 der „Frankfurter Rundschau“

24 FPC-Magazin 2009

mitteilten. In der Kölner Zentrale des Kinderhilfswerks

gab es deswegen große Konflikte,

und weil interne Lösungsversuche scheiterten,

gab es auch zahlreiche Whistleblower.

Manche meldeten sich von selbst, andere

mussten wir lange suchen. Einige lieferten nur

einmal entscheidende Hinweise, andere waren

über Wochen erreichbar. Wie jede gute

Recherche brauchte auch der Fall UNICEF viel

Zeit und Hartnäckigkeit. Die Chefredaktion

stellte mich monatelang für die Recherche frei

– im Betrieb heutiger Tageszeitungen eine

Ausnahme, die aber Wirkung zeigte.

Die „FR“ bekam zahlreiche interne Dokumente,

mit denen sich die Vorwürfe überprüfen

Schwierigkeiten aller Art überwindet Sonja Eismann seit

ihrer Jugend. Die Kulturwissenschaftlerin, Journalistin und

Mitherausgeberin der neu gegründeten Zeitschrift „Missy

Magazine” klärte die Gäste über Popfeminismus auf und

unter anderem darüber, wie stark die heutige Popkultur und

-musik von Männern bestimmt wird. Moderatorin und Referentin

Karin Tanz vom HR bestätigte Hürden für Frauen auf

dem Karriereweg, forderte aber auf, sich ebenfalls Netzwerke

zu schaffen und mutig „den Mund aufzumachen”.

Wie man es schafft, sich im Fernsehen zu etablieren, und

wie der Alltag in einer großen Nachrichtenredaktion aussieht,

schilderte ZDF-Moderator Steffen Seibert. Immerhin

ließen. Nicht jeder Verdacht ließ sich beweisen.

Nur was beweisbar war, wurde veröffentlicht.

Doch das reichte für eine handfeste Affäre. Als

die Veröffentlichungen begannen, kamen ungeahnte

Schwierigkeiten hinzu: UNICEF Deutschland

räumte die Fehler nicht ein, sondern ging

mit Hilfe von zwei Kanzleien juristisch massiv

gegen die Berichterstattung vor. Gegendarstellungen

sollten veröffentlicht und Unterlassungserklärungen

abgegeben werden. Dabei

drehten sich die Auseinandersetzungen teilweise

um Nebensächlichkeiten. Angegriffen

wurde, was juristisch irgendwie ging: Sätze,

Halbsätze, sogar einzelne Worte. Teil einer solchen

Strategie ist es in der Regel auch, Kosten


Regional verankert. International agierend.

Der Helaba-Konzern.

Als europäische Regionalbank setzt sich der Helaba-Konzern

nach haltig für die Entwicklung des Finanzplatzes Frankfurt

und der Region ein. Dazu gehört auch die gezielte Förderung

von Wirtschaft, Sport, Kultur, Bildung und Sozial wesen.

Ein Engagement, das uns zu einem starken Partner macht.

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Der Beifall zeigt: „Durchstarten” war eine Veranstaltungsreihe,

an die man unbedingt anknüpfen sollte

war auch bei ihm ein Praktikum mit Kopieraufträgen und

Kabelschleppen der Startschuss zum „Durchstarten“

gewesen.

So beginnt der Einstieg in den Journalismus heutzutage

vielleicht nicht mehr mit einem einfachen Telefonanruf, sondern

eher mit einem Praktikum oder einem Gespräch am

Rande einer PresseClub-Veranstaltung. Für Pessimismus

jedoch, auch dies eine Lehre aus den Veranstaltungen, besteht

trotz Dauerkrise kein Grund. Eines war nämlich auf

keiner der vielen Veranstaltungen zu hören: Gejammer

über die schlechten Zeiten. Vielleicht sind die Zeiten besser

als ihr Ruf? Auf jeden Fall sind es Zeiten zum Durchstarten.

zu produzieren, um damit Druck auf einen Verlag

auszuüben und die fortlaufende Berichterstattung

zu beeinflussen bzw. zu unterbinden.

Fortan musste jeder Artikel in der tagesaktuellen

Berichterstattung unter hohem Zeitdruck

juristisch geprüft werden, und ein Großteil der

täglichen Arbeitszeit wurde durch die Abwehr

von Angriffen, das Schreiben von Protokollen

oder eidesstattlichen Versicherungen und die

Abstimmung von Schutzschriften für die Gerichte

gebunden. Ohne die tägliche Hilfe der

Rechtsabteilung des Verlags wäre die Berichterstattung

nicht mehr möglich gewesen.

Auch zu aktuellen Themen kommunizierte das

Kinderhilfswerk nicht mehr über seine Presseabteilung,

sondern ausschließlich über eine

Großkanzlei mit der „FR“. Alle Fragen muss -

ten dieser Kanzlei schriftlich eingereicht wer-

26 FPC-Magazin 2009

den und wurden oft erst kurz vor Redaktionsschluss

beantwortet. Mit einer Strafanzeige

wegen Verrats von Betriebsgeheimnissen

wollte UNICEF Deutschland potenzielle Informanten

der „FR“ im Unternehmen ermitteln.

Die berichtenden Journalisten sollten als Zeugen

vernommen werden. Die „FR“ berief sich

auf das Zeugnisverweigerungsrecht. Zudem

versuchte UNICEF mit Schreiben an die Chefredaktion,

ein Ende der Berichterstattung zu

erreichen, was nicht gelang. Gute Recherche

zu umstrittenen Themen braucht auch den

Rückhalt von Vorgesetzten.

Wie sich zeigte, war die Berichterstattung der

„FR“ korrekt: Die Vorsitzende, der Geschäftsführer

und der komplette Vorstand von UNICEF

Deutschland traten im Verlauf der Affäre zurück,

und das Kinderhilfswerk verlor das Spen-

MICHAELA SCHMEHL

Freie Redakteurin ZDF

office@michaela-schmehl.de

NILS BREMER

Leitung Magazin,

„Journal Frankfurt“

post@nils-bremer.de

densiegel des Prüfungsinstituts DZI, weil es

wahrheitswidrige Angaben zu Provisionszahlungen

gemacht hatte. Genau dies hatten wir

in monatelanger Recherche berichtet. Seitdem

klingelt öfter das Telefon: „In Ihrer Zeitung

wurde doch über UNICEF berichtet. Ich

muss Ihnen mal etwas anderes Unglaubliches

erzählen...“ Was, das lesen Sie demnächst in

der „Frankfurter Rundschau“.

MATTHIAS THIEME

Redakteur Politikredaktion

Frankfurter Rundschau“

M.Thieme@fr-online.de


Journalisten informieren

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Kommunikation fördern

Im Handumdrehen gut informiert:

Die Bayer-Kommunikation liefert Ihnen

Fakten und Erklärungen, auf die Sie sich

verlassen können.

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können Sie rund um die Uhr recherchieren:

aktuelle Nachrichten aus dem Bayer-

Konzern, Fotos und TV-Material sowie

Kontaktdaten Ihrer Ansprechpartner in

den Bayer-Kommunikationsabteilungen.

Wir freuen uns von Ihnen zu hören!


Gerne folgten die

Freunde des FPC

der Einladung

in die Villa Kennedy

28 FPC-Magazin 2009


Talk-Trubel mit Wohlfühlfaktor

Auch das zweite Jahrestreffen der korporativen FPC-Mitglieder

in der Villa Kennedy war wieder ein voller Erfolg.

Vorstand und Geschäftsführung des Frankfurter PresseClubs

hatten am 13. August zum zweiten Jahrestreffen mit den korporativen

Mitgliedern geladen. Am Ende waren es weit über

80 ausgewählte Gäste, die zum Get-together in

die gediegenen Räumlichkeiten der Villa Kennedy

am Südufer des Mains kamen. FPC-Präsident

Werner D’Inka ließ es sich nicht nehmen, gemeinsam

mit Geschäftsführerin Monica Weber-Nau alle

Gäste persönlich zu begrüßen, bevor sie im Talk-Trubel untertauchten.

Tatsächlich hätte die Gesprächsatmosphäre besser

nicht sein können: Die stilvollen Räumlichkeiten der Villa Ken-

Themen, Talks

und

heiße Preise

nedy laden regelrecht zum Verweilen und Plaudern ein. Das

Hotel in der Kennedyallee war in einer gelungenen Kombination

aus Tradition und Moderne um die 1904 gebaute traditionsreiche

Villa Speyer herum errichtet worden.

Eleganz, ein hoher Wohlfühlfaktor und nicht zuletzt

die zahlreichen Leckereien, die das Team

des Hotelrestaurants „Gusto“ dezent servierte,

ließen die Teilnehmer des Jahrestreffens schnell

miteinander ins Gespräch kommen. Zu den 120 korporativen

Mitgliedern des Frankfurter PresseClubs gehören Firmen, Verbände

und Institutionen, die rund 450 Mitarbeiter aus dem

Villa Kennedy:

gelungene Kombination aus

Tradition und Moderne

29


Wie wird man korporatives

Mitglied?

Die Aufnahme von korporativen Mitgliedern in den FPC muss – im

Gegensatz zur Aufnahme von Einzelmitgliedern – nicht ausdrücklich

vom Vorstand beschlossen werden, sondern erfolgt durch das Ausfüllen

des Aufnahmeantrags und ohne Bürgen. Hat das Unternehmen

oder die Institution, die sich um die Mitgliedschaft im FPC bewirbt,

mehr als 10 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, dann beträgt

der derzeitige Jahresbeitrag 1.050 Euro. Dafür darf das Unternehmen

vier Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen als Clubmitglieder benennen.

Hat das Unternehmen oder die Institution, die sich um die Clubmitgliedschaft

bewirbt, weniger als 10 Mitarbeiter bzw. Mitarbeiterinnen,

beträgt der derzeitige Jahresbeitrag 575 Euro. Die Mitarbeiter

und Mitarbeiterinnen der jeweiligen Unternehmen werden zu allen

Veranstaltungen und Aktivitäten des FPC eingeladen und genießen

wie Einzelmitglieder auch Vorteile des Clubs. Korporative Mitglieder

haben den Vorteil, dass sie die Räume des FPC für Pressekonferenzen,

Präsentationen, Firmenfeiern oder Seminare zu Sonderkonditionen

mieten können. Näheres im Internet unter: www.frankfurterpresseclub.de

Bereich Kommunikation, aber auch aus der Führungsebene in

den Club entsenden. Diese haben zwar keine vereinspolitischen

Rechte, können aber an allen Aktivitäten des Clubs teilnehmen

– und ihn wie die Einzelmitglieder als Netzwerk sowie

als Ort nutzen, an dem man wichtige Persönlichkeiten aus

Politik, Medien, Wirtschaft, Sport, Kultur und Religion trifft.

Vor diesem Hintergrund erfüllt das Jahrestreffen der Korporativen

eine wichtige Rolle. Denn es gibt ihnen die Gelegenheit,

in gediegenem Rahmen vor allem mit den Chefredakteuren,

Programmdirektoren und Herausgebern Frankfurter Medien

ins Gespräch zu kommen. Associated Press, Bloomberg, dpa,

30 FPC-Magazin 2009

V. l. n. r.: Rene Kreis (Pressechef Opel AG), F. Rainer Bechtold (Presseabteilung ZVEI), Rouven

Schellenberger (stellvertretender Chefredakteur „FR”), Majed Semnar (Agenturchef SWK)

V. l. n. r.: FPC-Vorstandsmitglied Birgit Clemens, Heidi Krüger (Konsulat Nepal), Werner

D’Inka, Leica-Chef Andreas Kaufmann, Monica Weber-Nau

Frankfurter Allgemeine Zeitung“, „Frankfurter Neue Presse“,

Frankfurter Rundschau“, „Journal Frankfurt“, Hessischer

Rundfunk, MainFM, Hit Radio FFH, RTL Hessen – Vertreter

aller namhaften Frankfurter Medien hatten sich auch am

Abend des 13. August eingefunden.

Parliert wurde über die Zukunft der Tageszeitung, über

neue Rundfunkformate oder über Fernsehen und Internet im

Wandel der Mediennutzung, über die Rolle des Journalismus

in einer Welt, in der scheinbar jede Handykamera „Pressebilder“

liefert, über die neuesten Entwicklungen bei elektronischen

Medien, die Frankfurter Medienpolitik und nicht zuletzt

Links: Kai Hattendorf, Pressechef der Messe

Frankfurt, im Gespräch mit Prof. Dieter Weirich,

Leiter Fraport-Unternehmenskommunikation.

Rechts: Marketing-Kommunikationsexperte

Andreas Dripke im Talk-Trubel


V. l. n. r.: FPC-Präsident Werner D’Inka, Bodo Krüger (Honorarkonsul Nepal), Ashok Kuma (Generalkonsul Indien), „Journal Frankfurt”-Chefredakteur Boris Tomic, FPC-Vorstandsmitglied

Matthias Send, Anja Tomic (GTZ), Jan-Michael Meinecke (MainFM), FPC-Geschäftsführerin Monica Weber-Nau, FPC-Ehrenpräsident Werner Holzer

V. l. n. r.: „Frankfurter Rundschau”-Chefredakteur Uwe Vorkötter, Roland Gerschermann (Verlagsgeschäftsführer Societäts-Druckerei), Anja Tomic, FPC-Vorstandsmitglied Nikolaus

Münster, HR-Fernsehdirektor Manfred Krupp, Roland Tichy (Chefredakteur „Wirtschaftswoche”), Erich Reiter (Pressesprecher Dresdner Bank), Werner D’Inka

über die hessische Landespolitik. Darüber hinaus war es für

die korporativen Mitglieder natürlich auch interessant, miteinander

und nicht zuletzt mit dem vollständig vertretenen Vorstand

und der Geschäftsführerin des Frankfurter PresseClubs

ins Gespräch zu kommen. So wurden neue Bekanntschaften

geschlossen und alte Freundschaften vertieft, andere tauschten

Erfahrungen aus oder hatten einfach nur Spaß am gemeinsamen

Plausch. „Eine rundum gelungene Veranstaltung mit

einer Gesprächsebene, wie sie selbst im anspruchsvollen

Frankfurt nicht alltäglich ist“, lobte Honorarkonsul Bodo

Krüger, der als Präsident des Deutsch-Asiatischen Wirtschafts-

kreises zu den ausgesuchten Teilnehmern zählte.

Und so blieben viele Gäste fast bis Mitternacht, um gut gelaunt

der Leidenschaft zu frönen, die sie zum Beruf gemacht haben:

Kommunikation.

ANDREAS DRIPKE

Managing Director

euro.marcom – European

Marketing Communications

andreas@dripke.de

Angeregte Gespräche bei Tageslicht

– und sie sollten sich noch

fast bis Mitternacht fortsetzen


Ausgezeichnet unter Kaisern

Spannende Reportagen, kritische Berichte, emotionale Geschichten – am 20. Oktober

2008 wurden im Frankfurter Römer zum zweiten Mal herausragende Beiträge über

Frankfurt und/oder die Rhein-Main-Region ausgezeichnet. Mit dem gelungenen Festakt

unterstrich der vom Frankfurter PresseClub e.V. gestiftete Internationale Medienpreis

Frankfurt seinen Ruf als bedeutendste Medienauszeichnung in der Region Rhein-Main.

32 FPC-Magazin 2009

Preisträger unter sich (v. l. n. r.):

Kamil Taylan (3. Preis), Sebas tian

Gehrmann (Nachwuchspreis),

Christoph Hickmann

(3. Preis), Tobias Rüther

(2. Preis), Ulrich Mattner

und Stephan Morgenstern

(1. Preis), Silke Kujas (3. Preis)


Links: Prof. Dr.

Wolf Singer

begeisterte mit

einer pointen reichen

Festrede

Rechts: Stadtkämmerer

Uwe

Becker (l.) begrüßte

die Gäste,

FFH-Geschäftsführer

Hans-

Dieter Hillmoth

sprach die Laudatio

zum Nachwuchspreis

Links: Großer

Andrang vor dem

Kaisersaal

Rechts: Rainer

M. Gefeller (l.),

Chefredakteur

der “FNP”, hielt

ebenfalls eine

Laudatio,

FPC-Präsident

Werner D’Inka

führte durch den

Abend

Am 20. Oktober 2008 war es wieder so weit: Bei einem feierlichen

Festakt im Kaisersaal des Frankfurter Römers wurden

die Preisträger des Internationalen Medienpreises Frankfurt

(IMF) geehrt. „Noch runder“, „noch gelungener als die erste

Preisgala vor zwei Jahren“ – so lautete das einmütige Urteil

der zahlreich erschienenen Gäste, darunter das Who’s who

der Rhein-Main-Medienwelt. Anne Reidt, Leiterin des ZDF-

Landesstudios Hessen, und FPC-Präsident Werner D’Inka

führten souverän durch das bunte Programm, zu dessen Höhepunkten

zweifellos die Festrede von Prof. Dr. Wolf Singer

gehörte. Anhand von neuesten Forschungsergebnissen und

irritierenden Beispielgrafiken führte der Leiter der Abteilung

Neurophysiologie am Frankfurter Max-Planck-Institut für

Hirnforschung dem staunenden Publikum vor Augen, „wie

wir uns zurechtlegen, was wir wahrnehmen“. Dass das

menschliche Gehirn im Alltag so manchen Trugschlüssen

aufsitzt, untermauerte Singers provokante These, der freie

Wille sei eher ein kulturelles Konstrukt als eine unumstöß -

liche Tatsache. Was wir tun oder nicht tun, so Singer, hänge

ab von angeborenen Möglichkeiten, der Erziehung und vielen

anderen Faktoren, die Strukturen und Verschaltungsmuster

in unserem Gehirn prägen. Ein anregender Denkansatz,

der auch spannende Rückschlüsse auf die Hauptthemen des

Abends erlaubte – Medienpraxis und Medienrezeption.

Der Internationale Medienpreis Frankfurt ehrt Medienschaffende,

die mit herausragenden Beiträgen über Frankfurt

und die Rhein-Main-Region auf sich aufmerksam gemacht

haben. Den ersten Preis erhielten im Kaisersaal Stephan

Morgenstern und Ulrich Mattner für ihre im Magazin

„Stern“ erschienene Fotostrecke „Blendende Aussicht bei

guten Geschäften“. Unter großem Beifall nahm das Team die

mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung entgegen. Auf der

Suche nach Motiven hatten sich die beiden Fotografen hinter

die imposanten Fassaden der Frankfurter Bankenwelt begeben,

die „trotz ihrer gläsernen Hülle oft undurchsichtig

sind“, wie Mathias Röder, Landesbüroleiter dpa, in seiner

33


Rouven Schellenberger, stellvertretender Chefredakteur der „FR”, und Anne Reidt vom ZDF, Moderatorin des Abends,

gratulieren dem 2. Preisträger Tobias Rüther

Laudatio anmerkte. „Dass die Wahl auf die Fotostrecke fiel,

ist auch eine Verbeugung vor der immer größeren Bedeutung

des besonderen Bildes im tagesaktuellen Journalismus.“

Zweitplatzierter wurde Tobias Rüther mit seinem in der

Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ veröffentlichten Beitrag

„Raus aus der Berliner Luft“. Dank eines besonderen Blicks

auf die Mainmetropole hatte der Autor auf höchst unterhaltsame

Weise die Eigenheiten zweier unterschiedlicher Städte

auf den Punkt gebracht. „Er hat dabei das getan, was ein

Journalist allem voran immer tun sollte: Er hat beobachtet

und zugehört, sehr genau und sehr aufmerksam“, hob

Rouven Schellenberger, stellvertretender Chefredakteur der

34 FPC-Magazin 2009

Frankfurter Rundschau“, in seiner Laudatio hervor. Der

dritte Platz wurde in diesem Jahr geteilt: Ausgezeichnet wurden

Christoph Hickmann von der „Süddeutschen Zeitung“

für die Flughafenreportage „Unter den Wolken“ sowie Silke

Kujas und Kamil Taylan für ihre TV-Reportage „Innenstadtrevier“,

gesendet im Hessischen Rundfunk. Die in diesem Beitrag

porträtierten Frankfurter Polizeibeamten, der Türke Bülent

Özogul und Claudio Marti Capral aus Paraguay, waren

ebenfalls Gäste im Kaisersaal und steuerten erfrischende

Kommentare zur Ehrung des Reporterduos bei.

Träger des Nachwuchspreises ist Sebastian Gehrmann.

Auch sein Beitrag – „Der Waldmensch“, veröffentlicht in der

Frankfurter Rundschau“ – hatte die Jury begeistert. Die Ge-


Rouven Schellenberger, stellvertretender Chefredakteur der „FR”, und Anne Reidt vom ZDF, Moderatorin des Abends,

gratulieren dem 2. Preisträger Tobias Rüther

Laudatio anmerkte. „Dass die Wahl auf die Fotostrecke fiel,

ist auch eine Verbeugung vor der immer größeren Bedeutung

des besonderen Bildes im tagesaktuellen Journalismus.“

Zweitplatzierter wurde Tobias Rüther mit seinem in der

Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ veröffentlichten Beitrag

„Raus aus der Berliner Luft“. Dank eines besonderen Blicks

auf die Mainmetropole hatte der Autor auf höchst unterhaltsame

Weise die Eigenheiten zweier unterschiedlicher Städte

auf den Punkt gebracht. „Er hat dabei das getan, was ein

Journalist allem voran immer tun sollte: Er hat beobachtet

und zugehört, sehr genau und sehr aufmerksam“, hob

Rouven Schellenberger, stellvertretender Chefredakteur der

34 FPC-Magazin 2009

Frankfurter Rundschau“, in seiner Laudatio hervor. Der

dritte Platz wurde in diesem Jahr geteilt: Ausgezeichnet wurden

Christoph Hickmann von der „Süddeutschen Zeitung“

für die Flughafenreportage „Unter den Wolken“ sowie Silke

Kujas und Kamil Taylan für ihre TV-Reportage „Innenstadtrevier“,

gesendet im Hessischen Rundfunk. Die in diesem Beitrag

porträtierten Frankfurter Polizeibeamten, der Türke Bülent

Özogul und Claudio Marti Capral aus Paraguay, waren

ebenfalls Gäste im Kaisersaal und steuerten erfrischende

Kommentare zur Ehrung des Reporterduos bei.

Träger des Nachwuchspreises ist Sebastian Gehrmann.

Auch sein Beitrag – „Der Waldmensch“, veröffentlicht in der

Frankfurter Rundschau“ – hatte die Jury begeistert. Die Ge-


Vor der Preisverleihung: schnell noch ein Blick ins letzte FPC-Magazin Musical-Flair zwischendurch: Sängerin Meike Garden

schichte über einen Mann, der im Frankfurter Stadtwald 29

Jahre lang zwischen Zeltplanen und Plastiktüten lebte, sei

ein faszinierendes Stück Tageszeitungskunst, auf das Gehrmann

und seine Redaktion stolz sein könnten, sagte Hit-

Internationaler Medienpreis

Frankfurt (IMF)

Der Preis wird alle zwei Jahre vom Frankfurter PresseClub e.V. gestiftet

und vergeben. Die Themen sind frei wählbar und können

von Politik über Wirtschaft und Kultur bis hin zu Sport und Gesellschaft

reichen – nur um die Stadt Frankfurt und/oder die Rhein-

Main-Region muss es gehen. Neben dem Inhalt zählen auch Sprache,

Stil und Verständlichkeit. Die Preisträger werden von einer

hochkarätigen Jury aus Chefredakteuren und Ressortleitern zahlreicher

in Frankfurt ansässiger Medien und Agenturen ermittelt. Teilnehmen

können alle international und national tätigen Journalisten

mit Beiträgen aus Printmedien, TV, Radio, Onlinejournalismus und

Pressefotografie. Darüber hinaus wird ein Nachwuchspreis für

Journalisten, die nicht älter als 28 Jahre sind, ausgelobt. Der Internationale

Medienpreis Frankfurt ist mit Preisgeldern von insge samt

21.000 Euro dotiert. Teilnahmebedingungen und Informationen für

den IMF 2010 unter www.media-award-frankfurt.com

Radio-FFH-Geschäftsführer Hans-Dieter Hillmoth in seiner

Rede anerkennend. Der Autor darf nun im Vorfeld der WM

2010 eine Recherchereise nach Südafrika antreten.

Selten war der offizielle Teil einer Veranstaltung so kurzweilig

wie an diesem Abend. Das lag auch an der schwungvollen

musikalischen Einlage der Sängerin Meike Garden

und an Sprecherin Birgitta Assheuer, die einige Passagen

aus den ausgezeichneten Beiträgen eindrucksvoll vortrug.

Kein Wunder, dass beim anschließenden Get-together mit

Buffet und Getränken noch stundenlang angeregt

geplaudert wurde.

INGRID SCHICK / MICHAEL BEHRENDT

Die hochkarätige

Jury des Internationalen

Medienpreises Frankfurt


60 Euro,

die sich lohnen!

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dirk.vanissem@ADBag.de


38 FPC-Magazin 2009


3 aus 120

Neben seinen mehreren Hundert Einzelmitgliedern tragen

den Frankfurter PresseClub auch derzeit 120 korporative

Mitglieder: Unternehmen, Institutionen, Parteien und

Verbände aus Frankfurt und Umgebung. Von A wie AOK

bis Z wie ZDF – es ist ein bunter Mix aus Groß und Klein,

Privatwirtschaftlich und Öffentlich. Wie es sich für das

Magazin eines Presseclubs gehört, richtet sich der Blick

bei der Berichterstattung über die „Korporativen“ vor

allem auf deren externe Kommunikation: Welche Art der

Presse- und PR-Arbeit machen sie, wie werden Image,

Leistungen und Botschaften den Redaktionen nahege -

bracht? Das wäre sicherlich in allen 120 Fällen interessant,

ist aber aus Platzgründen nicht möglich. Daher

wurden aus der langen Liste drei Fördermitglieder ausgewählt,

die das breite Spektrum im FPC repräsentieren:

ein weltweit tätiger Industriekonzern, ein Bundesunternehmen

aus dem Bereich Entwicklungspolitik und ein

Club. Hinzu kommt, dass alle drei besondere „kommunikative

Herausforderungen“ zu bewältigen hatten und

haben: Evonik steht für die Einführung einer völlig neuen

Unternehmensmarke, die Gesellschaft für Technische

Zusammenarbeit (GTZ) bewegt sich in komplexen politischen

Zusammenhängen, und der Automobilclub von

Deutschland (AvD) muss den Spagat zwischen seiner

exklusiven Tradition und seiner Gegenwart als Dienstleis -

ter für jedermann kommunizieren.

39


Wer macht denn so was?

Evonik Industries, Frankfurt

Der Neuling ist ein echter Brocken: In seinem Stammbaum

befindet sich unter dem Namen RAG – einst wichtigster

deutscher Energieträger der Industrialisierung – die Steinkohle.

Doch auch Degussa, das traditionsreiche deutsche

Chemieunternehmen, hat den „Neuen“ mitgeprägt. In der

Liste der korporativen Mitglieder des FPC ist seit 2007 nun

unter „D“ Degussa gelöscht und unter „E“ Evonik Industries

aufgeführt.

Nachdem die Hauptverwaltung der Degussa schon 2001

nach Düsseldorf umgezogen war, hat der Essener Kohle -

konzern RAG das Chemieunternehmen vor wenigen Jahren

vollständig geschluckt – gleichwohl blieb

zunächst der Name Degussa erhalten.

Schnell aber wurde klar, dass für einen

dauerhaften Weiterbetrieb des deutschen

Steinkohlenbergbaus keine tragfähige

politische Mehrheit mehr zu finden war.

Doch Kenner des Themas wussten, dass

selbst bei einem radikalen Ausstieg aus

der heimischen Steinkohlenförderung

auch in Zukunft noch enorme Folgekosten

anfallen würden.

In der RAG-Zentrale wurde deshalb ein

visionärer Plan geschmiedet: Um die Milli-

Heute arbeiten dort 950 Mitarbeiter,

arden, die die Abwicklung des Bergbaus

die meisten davon bei der Unternehmens -

und Landschaftssanierungen noch kosten

tochter Evonik Services GmbH. Ganz ist

werden, zu stemmen, wurde der Konzern Markus Langer,

der Name Degussa allerdings nicht ver-

gespalten – in die klassische Kohlesparte Leiter des Konzernmarketings

schwunden. „Um das Markenkapital“, wie

einerseits und einen Mischkonzern mit

Langer es nennt, „von der alten auf die

den Bereichen Chemie, Energie und Immobilien anderer- neue Marke zu transferieren“, darf auf Briefpapier oder Visiseits.

Dieser soll eines Tages an die Börse gebracht werden, tenkarten noch bis 2010 „Evonik Degussa GmbH“ stehen.

so dass der Erlös die „Ewigkeitskosten“ des Kohlebergbaus Dann wird das Degussa-Kapitel in Frankfurt endgültig ge-

finanzieren kann. Um der Börse den Deal schmackhaft zu schlossen, zumal Evonik im gleichen Jahr den Standort nach

machen, braucht es allerdings mehr als gute Geschäftszah- Hanau-Wolfgang verlegen wird. Der Konzern kommuniziert

len. „Das Vertrauen in die Marke ist enorm wichtig“, sagt diesen Schritt nicht als Ende einer Geschichte, sondern als

Markus Langer, Leiter des Konzernmarketings.

Fortschreibung und Bekenntnis zum Rhein-Main-Gebiet.

Wie aber bringt man einen Mischkonzern, der Spezialche- Und auch wer in Hanau sitzt, kann Mitglied im Frankfurter

mikalien herstellt, Strom erzeugt und Wohnungen vermietet,

auf einen gemeinsamen Imagenenner? Ein Neustart war

PresseClub sein.

40 FPC-Magazin 2009

nötig. Im Herbst 2007 war es so weit. Drei Töchter der RAG

– die Degussa, der Stromkonzern Steag und der Wohnungsanbieter

RAG Immobilien – wurden auf den Namen Evonik

Industries getauft. Die Botschaft: drei Sparten in einem kreativen

Industriekonzern.

Noch nie hat ein deutsches Unternehmen eine neue Marke

so spektakulär eingeführt wie Evonik. Der Clou bestand darin,

den Namen bis zum Tag X geheim zu halten. „Dadurch

konnten wir“, so Langer, der die Kampagne steuerte, „in

einer Teaserphase mit überraschenden Bildern und der in

Anzeigen gestellten Frage: ‚Wer macht denn so was?’ Neugier

wecken“. Am Stichtag wurde dann

das Geheimnis gelüftet. In TV und Print,

Radio, Inter- und Intranet war zu erfahren:

Evonik ist geboren. An diesem Tag

erschienen neue Imagebroschüren und

Mitarbeiterzeitschriften, stiegen Heißluftballons

im Evonik-Look auf, trugen die

Spieler von Borussia Dortmund einen

neuen Schriftzug auf den Trikots, und in

der Frankfurter Weißfrauenstraße, der

einstigen Hauptzentrale von Degussa,

wurde das alte Logo entfernt.


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In heikler Mission

Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), Eschborn

„Tue Gutes und rede darüber“, lautet eine klassische PR-Strarungskräfte ein Medientraining. Eine transparente Außendartegie.

Insofern hat die GTZ eigentlich leichtes Spiel. Schließstellung ist noch wichtiger geworden, seit die GTZ verstärkt

lich sind ihre 12.000 Mitarbeiter überall auf der Welt im Ein- auch als Dienstleistungs- und Beratungsunternehmen für

satz, um Armut zu bekämpfen, Bildungs-

ausländische Regierungen, die EU, Stiftunchancen

zu verbessern oder wirtschaftliche

gen und in Kooperation mit der Privatwirt-

Entwicklung zu fördern. Ein Füllhorn guter

schaft arbeitet. Doch dieser Markt ist heiß

Taten, die sich vortrefflich kommunizieren

umkämpft, auf ihm tummeln sich Nicht -

lassen. Doch ganz so einfach ist es nicht.

regierungsorganisationen (NGOs) ebenso

So interessieren sich viele Medien mehr

wie die McKinseys dieser Welt. Was also

für Krisen als für Erfolge, zumal diese oft

tun, um sich abzuheben und bei den Ziel-

gar nicht leicht darzustellen sind: Wie etwa

gruppen als Spezialist für „Veränderungs-

verpackt man die Beratung der Steuerbemanagement“

im Blickfeld zu bleiben?

hörde in Ghana so, dass es für Journalisten

Tomic: „Wir stellen unsere Erfahrung und

interessant ist? Zudem macht die GTZ

hohe Fachkompetenz in den Mittelpunkt,

nicht das, was sie will, sondern setzt um,

aber auch unsere Werte: Jedes Projekt zielt

was andere wollen: Als bundeseigenes

auf Nachhaltigkeit und auf Capacity Deve-

Unternehmen führt sie traditionell Aufträge

lopment, also die Befähigung unserer

der Bundesregierung durch, insbesondere

Partner.“ Bewährte Mittel, mit denen Mei-

des Ministeriums für wirtschaftliche

Anja Tomic, stellvertretende Leiterin nungsbildner erreicht werden, sind The-

Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). der Unternehmenskommunikation menpakete, die die GTZ für Journalisten

Und wer das Geld gibt, hat das Anrecht auf

schnürt, Pressereisen und die jährliche

den Lorbeer. Entsprechend funktioniert die kommunikations- Fachveranstaltung „Eschborner Fachtage“. Medienresonanz -

politische Arbeitsteilung: „Für die politischen Aussagen, also analysen sollen zeigen, welche Themen und Regionen jeweils

das ‚Warum’, ist der Auftraggeber zuständig. Wir stellen die nachgefragt sind – momentan etwa Klima und Afghanistan.

fachliche Seite der Projekte dar – das ‚Was’ und ‚Wie’“, er- Um sich angesichts der Vielzahl ihrer Services und Themen

klärt Anja Tomic, stellvertretende Leiterin der Unternehmens- fokussiert darzustellen, formuliert die GTZ jedes Jahr einen

kommunikation. Eine besondere Herausforderung liegt in der übergreifenden Claim. 2009 lautet er: „Sicherheit entwickeln –

dezentralen Struktur der GTZ, die in 120 Ländern und damit Entwicklung sichern“. Die Strategie scheint aufzugehen: 2007

vielerorts in politisch hochsensiblen Bereichen tätig ist. Um machte die GTZ zum ersten Mal in ihrer 33-jährigen

sicherzustellen, dass sie mit einer einheitlichen Stimme Geschichte mehr als eine Milliarde Euro Umsatz. Erfolg ist

spricht – in La Paz ebenso wie in Dhaka –, durchlaufen Füh- auch eine Meldung, die sich gut kommunizieren lässt.

42 FPC-Magazin 2009

Foto: GTZ / Martin Egbert

Foto: GTZ / Michael Kottmeier


Chemie-News.de

Wissen, was die Branche bewegt

Als einer der größten Branchenverbände vertritt der Arbeitgeberverband HessenChemie

283 Unternehmen mit circa 99.500 Beschäftigten. Chemie-News.de ist eine neue

Informationsplattform für Mitgliedsunternehmen. Dort finden Journalisten Presse-

und Veranstaltungsinformationen aus der chemischen und kunststoffverarbeitenden

Industrie in Hessen.


Oldtimer-Rennen und Pannenhilfe

Der Automobilclub von Deutschland (AvD),

Frankfurt

Anno 1899 waren Autos noch selten, und Treibstoff gab es nur Suche nach dem „Highway Hero“ und betreibt Lobbyarbeit im

in der Apotheke. So war es denn auch ein erlauchter aristo - Namen der „freien Fahrt“, etwa gegen Tempolimit und teures

kratischer Kreis, der die erste Selbsthilfeorganisation für das Benzin. „Letztlich muss man immer schneller und origineller

neue Fortbewegungsmittel gründete: den

sein“, so Just. Und weil „eigene Themen

Deutschen Automobilclub. Fünf Jahre spä-

immer die besten sind“, unterhält der AvD

ter wurde er in Kaiserlicher Automobilclub

ein Institut für Verkehrssoziologie. Denn

umbenannt, um dann 1918 – Wilhelm II.

wo geforscht wird, fallen exklusive Meldun-

hatte sich nach Holland verabschiedet – die

gen ab. In den vergangenen Monaten lan -

Bezeichnung Automobilclub von Deutsch-

dete der AvD allerdings allzu oft unfreiwilland,

kurz AvD, anzunehmen. Warum dielig

in den Medien. Vorwürfe der Untreue,

ser historische Exkurs? Weil er erklärt, was

Querelen in den Führungsgremien, die

der AvD heute ist und welchen Spagat er

Schließung von Geschäftsstellen und

auch in seiner Kommunikation nach außen

schwindende Mitgliederzahlen – das war

bewältigen muss. „Der AvD ist ein Club für

nicht die Präsenz, die der AvD sich

jedermann – aber auch ein Verband, der

wünschte. Doch diese Phase ist vorüber,

seine Historie als ältester und traditions-

so Just. Mit einem neu besetzten Präsidium

reichster Club pflegt“, sagt Manfred Just,

geht der Club auch kommunikativ wieder

Leiter Kommunikation. Insofern fährt der

in die Offensive. Und so wurden ein Master-

AvD inzwischen zweispurig: Einer seits orga- Manfred Just,

plan 2012, eine neue Kooperation mit der

nisiert er das größte Oldtimer-Rennen der Leiter Kommunikation

Allianz-Versicherung, die Einführung von

Welt und bedient seine traditionelle Klien-

AvD-Fahrschulen und zuletzt die Präsenta -

tel mit Specials wie der Oldtimer-Card – er erhält sich also das tion einer neuen und umfangreicheren Homepage vermeldet.

Image, ein „besonderer“ Club zu sein. Um aber nicht als Der Avd will wieder Gas geben – als serviceorientierter Dienst-

Nischenclub aus der Kurve zu fliegen, bietet er andererseits

den „Jedermännern“ die gleichen Dienste wie der große Konleister

mit blaublütigen Extras.

kurrent ADAC – von Pannenhilfe und Rechtsberatung über

CHRISTIAN SÄLZER

Versicherungs- und Reisepakete bis zu einer Clubzeitschrift

Freier Journalist

(„Motor und Reisen“). Sein Pressedienst versorgt Redaktionen

mit Meldungen zu allen Themen rund ums Auto, sei es zur

saelzer@niatu.net

Warnwestenpflicht oder zu Promillegrenzen. Im Kampf um

Aufmerksamkeit lanciert der AvD Kampagnen wie aktuell die

Fotos: Evonik Industries

GmbH, GTZ, AvD

44 FPC-Magazin 2009


Ich will

das Klima

schonen.

VISION TRIFFT VERNUNFT

Als Energieversorger tragen wir Verantwortung

– gegenüber unseren Kunden

und auch gegenüber der Umwelt. Es ist

unsere Pfl icht, Energie jederzeit für alle

zugänglich zu machen. Gleichzeitig darf

die Energieerzeugung unsere Lebensgrundlagen

nicht zerstören. Nur ein intelligenter

Umgang mit Ressourcen bietet eine langfristige

Perspektive. Deswegen setzen wir

1

ENTEGA

auf Wind- und Wasserkraft, Biogas, Solaranlagen

und Geo thermie. Unsere Zukunftsenergie

ist regenerativ. Aber Ökostrom

darf kein Nischen produkt sein. Nur wenn

sich jeder leisten kann, aktiv am Klima schutz

teilzunehmen, können wir wirklich etwas

bewegen. Unser Ziel: preiswerter Ökostrom

für alle. So führen wir Vision und Vernunft

zusammen.

1 Der ENTEGA Ökostromtarif NATURpur III vereint günstige Preise und klimaschonende Erzeugung.

www.vision-trifft-vernunft.de

Ich will

günstigen

Strom.

Wir machen’s vor: Schon 2007 entstand bei der Erzeugung des ENTEGA Strommix rund 42 % weniger CO 2 als bei der Produktion des durchschnittlichen Strommix der Bundesrepublik 2007. Seit Anfang 2008 verzichten

wir zusätzlich auf den Einkauf von Atomstrom und können trotzdem den CO 2-Ausstoß bei der Produktion des ENTEGA Stroms weiter reduzieren.

Stromkennzeichnung: Informationen zu Stromlieferungen der ENTEGA Vertrieb GmbH & Co. KG, Darmstadt, gem. § 42 Energiewirtschaftsgesetz. Gesamtstromlieferung 2007: Anteile der Energieträger: 20 % Kernkraft, 56 %

fossile und sonstige Energieträger, 24 % erneuerbare Energien. Umweltauswirkungen 2007: 0,0005 g/kWh radioaktiver Abfall, 306 g/kWh CO 2-Emissionen (Quelle: ENTEGA). Durchschnittswerte der Stromerzeugung

in Deutschland 2007 zum Vergleich: 24 % Kernkraft, 61 % fossile und sonstige Energieträger, 15 % erneuerbare Energien. Umweltauswirkungen 2007: 0,0007 g/kWh radioaktiver Abfall, 541 g/kWh CO 2-Emissionen (Quelle: BDEW).

Lieferung Stromprodukt: Energiemix 2007 zu ENTEGA NATURpur Strom: 100 % erneuerbare Energien. Umweltauswirkungen 2007: 0 g/kWh radioaktiver Abfall, 0 g/kWh CO 2-Emissionen; verbleibender Energiemix 2007: 21 % Kernkraft,

58 % fossile und sonstige Energieträger, 21 % erneuerbare Energien. Umweltauswirkungen 2007: 0,0006 g/kWh radio aktiver Abfall, 317 g/kWh CO 2-Emissionen (Quelle: ENTEGA).


„Es gibt einen starken Vertrauensverlust“

Journalisten machen keine PR – sagt das Netzwerk Recherche in

seinem Medienkodex. Aber greifen PR-Leute heutzutage nicht immer

stärker in den Journalismus ein? Welche neuen Strategien verfolgen

Presse- und Öffentlichkeitsarbeiter, und wie mächtig ist ihre Stellung

im Unternehmen? Fragen an die Kommunikationsberaterin und

ehemalige Pressesprecherin von Nestlé Deutschland, Barbara Nickerson.

FPC: Von der Bundesregierung über den mittelständischen

Betrieb bis zum Kindergarten – auf Öffentlichkeits- und Pressearbeit

will heutzutage niemand mehr verzichten. Wie aber

sehen professionelle Kommunikationsstrategien auf der

Höhe der Zeit aus?

Barbara Nickerson: Ich rate meinen Kunden immer Folgendes:

Bevor sie über PR nachdenken, müssen sie sich klar

werden, wie sie sich in der Öffentlichkeit darstellen wollen.

Was sind die Kernbotschaften, welches Image soll transportiert

werden? Das benennen zu können, ist Voraussetzung

für die Entwicklung eines PR-Konzepts. „Konzept“, weil PR

sich nicht in vereinzelten Maßnahmen erschöpft, sondern

ein Spektrum vieler Maßnahmen umfasst,

die miteinander verzahnt sind und aufeinander

aufbauen. Die ideale PR

sieht so aus, dass eine Botschaft

nicht nur ausgesendet wird und

irgendwo ankommt, sondern dort

aufgegriffen wird und sich weiter

verstärkt.

FPC: Und wie ist es in

der Realität?

Nickerson: Viele

Strategien werden

im Klein-Klein eines

Unternehmens

aufgerieben.

Jedes weiß zwar,

wie wichtig eine

gute Kommunikation

nach außen

ist. Die Frage

ist nur, ob man als Kommunikationsexperte auch rechtzeitig

einbezogen wird – oder erst dann ins Spiel kommt, wenn eine

Krise da ist, die möglichst schnell vom Tisch soll.

FPC: PR- und Öffentlichkeitsarbeiter sollen heute nicht nur

Sprachrohr des Unternehmens sein, sondern strategische

Berater, die in engem Austausch mit der Geschäftsführung

stehen. Das ist also nur Theorie?

Nickerson: In manchen Unternehmen gibt es sogar eine

Position im Vorstand für einen PR-Fachmann. Das war bei

Nestlé nicht der Fall. Die PR war zwar direkt dem Vorstand

unterstellt, aber nicht in die Strategieplanung eingebunden.

Letztlich ist der Stellenwert der Presse- und PR-Abteilung

vielerorts schwächer, als es dem Unternehmen guttut.

FPC: In einer Studie unter Führungskräften aus der Kommunikationsbranche

gab jeder dritte Befragte an, bei der Geschäftsführung

kein Gehör zu finden, und jeder zweite wird

über neue Projekte und Produkte nicht informiert. Wie

kommt das?

Nickerson: Es liegt daran, dass PR im Tagesgeschäft keinen

festen Platz hat und erst wahrgenommen wird, wenn etwas

schiefgelaufen ist. Außerdem ist das Ergebnis von PR nicht

hundert Prozent kalkulierbar. Es ist komplex und schwierig

darzustellen und zu messen. Bei einer Anzeige ist garantiert,

dass sie in der gebuchten Zeitschrift so oft und genau so

erscheint wie verabschiedet. Man hat hingegen hundert Mal

erlebt, dass man eine Pressemitteilung rausgeschickt hat

und die Medien anders darüber berichtet haben als gedacht.

Manche Vorstände erwarten sogar, dass ein PR-Fachmann

im Vorfeld bestimmen kann, was geschrieben wird. Es gibt

in diesen Häusern ein falsches Verständnis davon, wie PR

arbeitet und was sie leisten kann und was nicht. Es wird tatsächlich

von manchen geglaubt, sie würde funktionieren


Wir fördern Talente für steile

Karrieren.


wie Werbung – und hinterher ist der Jammer groß.

FPC: Wie sind Sie als Pressesprecherin mit dieser Situation

umgegangen?

Nickerson: Man lernt, dass man seine Antennen überall

haben, sehr aufmerksam sein, gut zuhören und die wichtigen

Kontakte aktiv pflegen muss. Die Fachabteilungen denken

als Allerletztes an die Presseabteilung. Also muss ich mit

den zuständigen Personen laufend im Gespräch bleiben, um

am Ball zu bleiben, was sich entwickelt.

FPC: Trotz dieser Schwierigkeiten haben sich Bedeutung

und Strategien der Unternehmenskommunikation stark verändert.

Was sind die wichtigsten Entwicklungen?

Nickerson: Die wesentlichste Neuerung ist die Vervielfältigung

der Informationskanäle, die vor allem das Internet geschaffen

hat. Früher hat man Pressemitteilungen verschickt

und zu Pressekonferenzen eingeladen. Das macht man immer

noch, aber gleichzeitig stellt man die Pressemitteilung

auf die Homepage und schafft möglichst viele Verlinkungen

zu weiterführenden Texten und Darstellungen. Es gibt Unter-

Kompetenz in der Region Frankfurt /Rhein-Main

Der Planungsverband Ballungsraum Frankfurt / Rhein-Main erstellt derzeit für seine 75 Mitgliedskommunen

den Regionalen Flächennutzungsplan, bundesweit eine Pionierleistung. Ziel ist, die

Grundlagen für Wohn- und Gewerbestandorte, wichtige Kultur- und Freizeiteinrichtungen, Landschaftsräume

sowie die Verkehrsinfrastruktur zu erarbeiten. Der Plan wird bis zum Jahr 2020 gültig

sein. Darüber hinaus vertritt der Planungsverband die Region in einigen nationalen wie internationalen

Netzwerken, beispielsweise im Initiativkreis Europäische Metropolregionen.

Planungsverband Ballungsraum Ansprechpartner für die Medien:

Frankfurt / Rhein-Main Frank Tekkiliç

Der Verbandsvorstand Telefon: 069 2577-1250

Poststraße 16 E-Mail: frank.tekkilic@planungsverband.de

60329 Frankfurt am Main www.planungsverband.de

48 FPC-Magazin 2009

nehmen, die das Internet sehr gut nutzen und es für sich

arbeiten lassen. Andere haben es immer noch nicht kapiert.

FPC: Hat das Internet nur die Quantität der Kanäle oder

auch die Qualität der Arbeit geändert?

Nickerson: Es hat die Kommunikation beschleunigt. Während

man früher eine Woche Zeit hatte, um eine Pressemeldung

zu verfassen, wird das heute in ein oder zwei Stunden

gemacht. Dadurch sind die Meldungen zwangsläufig oberflächlicher

und fehlerhafter – aber auch aktueller. Und das

ist absolut notwendig, denn die Medien jagen Nachrichten in

Sekunden um die Welt, und ein Unternehmen muss blitzschnell

reagieren können.

FPC: Machen es die neuen Kanäle einfacher, die eigenen

Themen zu setzen und zu verbreiten?

Nickerson: Ja, aber das gilt für alle Seiten. Verbraucher und

Journalisten sind heute in der Lage, alles herauszufinden.

Ich kann heute niemanden mehr mit einer Phrase abservieren

– der kommt zurück und fragt nach. Das Internet vergisst

nichts. Die Kommunikation in Foren und Blogs des Web 2.0

Planungsverband Ballungsraum

Frankfurt/Rhein-Main


macht es jedem Einzelnen möglich, eine Öffentlichkeit

herzu stellen. Man hat es heute also eher mit Partnern auf

Augenhöhe und mit vielen Öffentlichkeiten zu tun. Das hat

zur Folge, dass Unternehmen die Nachrichtenlage schlechter

steuern können, als das früher noch möglich war.

FPC: Besteht eine andere Veränderung nicht darin, dass

Unternehmen stärker versuchen, sich ein Image zu geben

und dieses nach außen zu kommunizieren?

Nickerson: Das ist auch notwendig, weil es für den Verbraucher

wichtiger geworden ist, zu wissen, woher ein Produkt

kommt. Er will wissen, für welche Werte ein Unternehmen

steht – ob es auf die Umwelt achtet und sich sozial verantwortlich

verhält. Gleichzeitig zeigt die Marktforschung, dass

es einen großen Vertrauensverlust gegenüber den Unternehmen

gibt, besonders gegenüber multinationalen Konzernen.

Auch deshalb ist eine glaubwürdige Öffentlichkeitsarbeit

wichtiger denn je – um Vertrauen zurückzugewinnen.

FPC: Es gibt aber doch auch Unternehmen, die sich in ihrer

Öffentlichkeitsarbeit sehr

zurückhalten und trotzdem

erfolgreich sind.

Nickerson: Ja, das klassische

Beispiel ist Aldi. Aldi

macht überhaupt keine

PR, gibt keine Unternehmenszahlen

nach draußen

und veröffentlicht keinerlei Bilder – und ist außerordentlich

erfolgreich. Das ist aber die Ausnahme. Dort, wo ein

Unternehmen im Wettbewerb steht, ist PR ein Instrument,

um einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen.

FPC: In Ihrer Zeit bei Nestlé stand das Unternehmen mehrfach

im Fokus der Öffentlichkeit – von Erpressungen mit

vergifteten Lebensmitteln über Werksschließungen bis zum

Thema Gentechnik. Was haben Sie aus diesen Erfahrungen

gelernt?

Nickerson: Es hat sich gezeigt, wie unerlässlich es ist, einen

Krisenplan zu haben. Man muss schon mit dem Anfang einer

Krise richtig umgehen. Wenn ein Anruf reinkommt und

jemand fragt, ob es stimmt, dass ein Verfahren wegen eines

Glassplitters in der Babykost läuft, muss der Anruf heraus -

gefiltert werden und sofort an die zuständigen Stellen

weitergeleitet werden. Es muss auch gewährleistet sein, dass

alle Personen, die Entscheidungen treffen, an sieben Tagen

in der Woche rund um die Uhr erreichbar sind.

FPC: Das war nicht immer schon selbstverständlich?

Nickerson: Seit den Krisen Mitte der 1990er Jahre weiß man,

dass es selbstverständlich sein muss. Neben der Mechanik

des Krisenplans muss man auch wissen, wie man inhaltlich

zu handeln hat: wie man mit der Presse, den Ämtern und

den Verbrauchern redet. A und O sind Schnelligkeit und eine

gute interne Abstimmung. Und man darf nicht anfangen zu

spekulieren. Wenn man nicht sicher weiß, ob in einem Gläs -

chen Splitter gefunden wurden, darf man nicht behaupten,

dass da nichts drin ist. Das kann für die Glaubwürdigkeit

des Pressesprechers und des Unternehmens im übertragenen

Sinn tödlich sein.

FPC: In dem Gebot der Schnelligkeit lauert die Gefahr.

Bei dem Skandal im vergangenen Sommer um verseuchtes

Milchpulver in China musste der Pressesprecher der Nestlé-

Zentrale hinsichtlich der Frage, ob auch Produkte von

Nestlé betroffen seien, seine Aussage nach einigen Tagen

korrigieren.

Nickerson: Nestlé ist als Marktführer in der Ernährungs -

industrie in der Regel der Erste, der von den Medien gefragt

wird. Da blieb mir in solchen Fällen damals keine Möglichkeit,

intern zu recherchieren. Sagt man nichts, weil die Sachlage

noch nicht recherchiert werden konnte, wird man abgestraft

mit dem Kommentar: „Das Unternehmen wollte keine

Stellung beziehen.” Das erweckt den Eindruck, man hätte

„Der Journalist braucht die Informationen,

die PR liefern kann, und die PR braucht die Medien,

um Themen in der Öffentlichkeit zu platzieren.“

etwas zu verbergen. Es ist eine der schwierigsten Situationen

für einen Pressesprecher.

FPC: Kommen wir zu dem schwierigen Verhältnis zwischen

PR und Journalismus: Welche Entwicklungen sehen Sie hier?

Nickerson: Der Journalist hat die Aufgabe, Zusammenhänge

objektiv zu beschreiben, um seine Leser zu informieren –

während der PR-Fachmann die Interessen seines Hauses

vertreten muss. Da wird es immer Interessenkonflikte geben.

Beide Seiten sind jedoch auch aufeinander angewiesen. Der

Journalist braucht die Informationen, die PR liefern kann,

und die PR braucht die Medien, um Themen in der Öffentlichkeit

zu platzieren. Es gibt Journalisten, die von ihren

Redaktionen angehalten sind, Schlagzeilen zu produzieren.

Als PR-Mensch weiß man das nach einer Weile und gewährt

diesen Journalisten seltener ausführlichere Interviews. Von

anderen weiß man, dass man ihnen vertrauen und auch mal

Vorabinformationen geben kann. Diese Art der Zusammen -

arbeit ist sicherlich für beide Seiten die angenehmste.

FPC: Würden Sie denn sagen, dass die Skandalisierungstendenz

in den Medien zugenommen hat?

Nickerson: Ich habe schon den Eindruck. Medien sind

schließlich auch abhängig von ihren Auflagen, und Schlagzeilen

bringen zusätzliche Verkäufe. Umso wichtiger ist es

heute, dass PR-Leute ihr Unternehmen, seine Produkte,

die Verwendung und die Zielgruppe mit ihren Werten und

49


Erwartungen umfänglich verinnerlicht haben. Ich erinnere

mich an Fälle, in denen Schlagzeilen erscheinen sollten, die

jeder Grundlage entbehrten. Es war dann meine Aufgabe,

das Erscheinen der Meldungen abzuwenden – im Interesse

des Unternehmens wie auch der Redaktion. Das war nur

möglich, wenn ich den Wahrheitsgehalt der Meldung mit

stichhaltigen und nachweisbaren Argumenten überzeugend

klarstellen konnte.

FPC: In vielen Unternehmen werden die Etats für klassische

Werbung beschnitten, während für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

sowie eine persönliche Kundenansprache immer

mehr Geld ausgegeben wird. Woran liegt das?

Nickerson: Weil auch die Werbung an Glaubwürdigkeit eingebüßt

hat. Die Verbraucher trauen ihr weniger als früher.

Und über PR lassen sich Authentizität und Glaubwürdigkeit

viel besser erreichen als über Werbebotschaften. So ist auch

die „Autorität“ eines redaktionellen Beitrags höher als die

einer Anzeige.

FPC: Die Grenze zwischen Werbung und Journalismus war

und ist relativ klar. Die PR scheint sich in ihrer diskreten Art

aber immer tiefer in die redaktionellen Inhalte der Medien

einzuschleichen – wenn etwa ganze Seiten damit gefüllt werden,

dass Pressemitteilungen fast eins zu eins abgedruckt

werden.

Nickerson: Im PR-Bereich hat sicherlich eine Professionalisierung

stattgefunden. So sind inzwischen viele PR-Leute

ehemalige Journalisten. PR-Fachleute wissen heute sehr genau,

wie die Medien funktionieren und wie man Journalisten

Themen mundgerecht serviert: Man wählt einen interessanten

Aufhänger, baut Pressemitteilungen so auf, dass sie von

hinten gekürzt werden können, liefert passende Bilder mit

und so weiter. Das halte ich auch für gut, schließlich wird

die Qualität der Arbeit dadurch besser. Was die Redaktion

dann daraus macht, bleibt immer noch ihr überlassen.

FPC: Während viele PR-Abteilungen immer besser ausgestattet

sind, haben sich die Arbeitsbedingungen von Journa-

Zur Person

50 FPC-Magazin 2009

Barbara Nickerson arbeitet seit vielen Jahren

im Bereich der Unternehmenskommunikation,

zunächst bei der Maggi GmbH,

später bei der Nestlé Deutschland AG und

heute als selbstständige Projektmanagerin.

Lag der Schwerpunk bei Maggi auf

der Verbraucherkommunikation (u. a.

Maggi Kochstudio), war sie bei Nestlé als

Leiterin Public Relations and Public Affairs stärker für Wirtschaftsthemen

zuständig. Seit 2006 berät sie Unternehmen bei

der Konzeption und Umsetzung ihrer Presse- und Öffentlichkeitsprojekte.

listen spürbar verschlechtert. Gilt das Prinzip: Je schlechter

die Lage der Journalisten, umso besser für die PR-Fach -

leute?

Nickerson: Ich kann es nur umgekehrt beantworten: Aus

PR-Sicht würde es keinen Sinn machen, Journalisten, die

weniger Zeit und mehr Termine als früher haben, mit

schlechtem Pressematerial zu versorgen. Damit wäre weder

der Redaktion noch dem Leser geholfen. Und eine gut geschriebene

Pressemitteilung macht dem Journalisten letztlich

weniger Arbeit als eine schlecht geschriebene.

FPC: Trotzdem: Nutzt die PR die wachsende Abhängigkeit,

sei es von Verlagen, Redaktionen oder einzelnen Journalisten,

nicht recht offensiv aus? Nehmen wir das Beispiel Reiseberichterstattung.

Während Redaktionen ihre Leute immer

seltener auf eigene Rechnung in die Welt schicken, laden

Reiseveranstalter Journalisten zu luxuriösen Trips ein.

Nickerson: Aus Sicht beider Parteien ist das auch sinnvoll.

Die Einladung stellt eine ideale Kommunikationsform dar,

das Land kennenzulernen. Letztlich liegt es in der Verantwortung

des Journalisten, die Sache objektiv zu beurteilen

und kritisch zu bleiben. Eine gute PR kommuniziert auf vielfältige

Weise, um Öffentlichkeit zu gestalten. Sie darf aber

nicht beeinflussen, manipulieren oder gar kaufen.

FPC: Gleichwohl haben sich die Wege geändert, den Medien

PR-Botschaften schmackhaft zu machen. Eine Anzeige wird

nur geschaltet, wenn parallel ein wohlwollender redaktioneller

Beitrag erscheint. „Verlagssonderseiten“ sind eigentlich

Werbung, die aber im redaktionellen Layout daherkommt.

Ein Journalist erhält nicht nur eine Produktinfo, sondern bekommt

das Produkt gratis dazu. Wo liegen die Grenzen –

was darf PR und was darf sie nicht?

Nickerson: PR muss für den Leser von redaktionellen Beiträgen

deutlich unterscheidbar sein. Ob das mit einer Anzeige

gekoppelt wird, ist dann nicht mehr so wichtig. Bei dem letzten

Beispiel würde ich sagen, dass hier eine Grenze überschritten

ist. Wenn ich aber ein Auto testen darf und dabei

die Freiheit habe, auch zu schreiben, dass es sich nicht gut

fährt, ist das in Ordnung. Wichtig ist, dass beide Seiten unabhängig

bleiben. Die Nähe darf nicht zu groß werden.

FPC: Wagen wir abschließend einen Ausblick: Wohin wird

sich die Presse- und PR-Arbeit entwickeln? Welche Tendenzen

zeichnen sich ab?

Nickerson: Wer weiß, was möglich sein wird, wenn es ein

Web 3.0 gibt? Ich glaube, dass die Tools, mit denen wir miteinander

kommunizieren, noch raffinierter werden. Man

sieht das an der wachsenden Bedeutung des Consumer Relationship

Marketing, bei dem es darum geht, die Kommunikation

noch personalisierter zu gestalten. Kommunikation wird

individueller und damit komplexer werden. Einfach nur gute

Pressetexte zu versenden, wird jedenfalls immer weniger

ausreichen. Die Fragen stellte Christian Sälzer


PIA, übernehmen Sie!

Journalistisch geprägte Pressearbeit, innovative Public Relations: Seit 46 Jahren

versorgt das Frankfurter Presse- und Informationsamt (PIA) Medien und Bürger

mit Informationen über die Stadt.

Frankfurt, Juli 1982, Baustelle „Historische Römerbergzeile“.

Von seinem Hochsitz aus will ein Kranführer Menschen in

Amtsstuben beobachtet haben, die immer wieder stundenlang

Zeitung lesen. Faulheit im Magistrat? Ein gefundenes

Fressen für die Boulevardpresse! Doch die „Abendpost

Nachtausgabe“, die das Thema großflächig aufbereitet, präsentiert

auch gleich die Lösung. Nach sorgfältiger Analyse

von Kranposition und Blickwinkel stellt sich heraus: Der

Kranführer hat in die Räume des Presse- und Informationsamtes

im Haus Römerberg 32 geblickt. Und dort werden,

wie der damalige Amtsleiter Joachim Peter erklärt, jeden

Vormittag die Frankfurter Tageszeitungen ausgewertet: „Tja,

das sieht dann von außen tatsächlich so aus, als ob wir hier

nichts anderes täten, als zum Vergnügen Zeitung zu lesen.“

Über einen Mangel an Arbeit konnte sich das Amt mit den

drei Buchstaben noch nie beklagen. Das bestätigt auch Nikolaus

Münster, der heutige Leiter. Unter seiner Führung erfüllen

insgesamt 20 Mitarbeiter eine erstaunliche Palette von

Aufgaben. Grundservice ist der städtische Pressedienst, der

im Dezember 2007 auf das elektronische Newsletterformat

51


umgestellt wurde und mehrere Hundert Adressen umfasst. Es ist „politisch neutral – bei schwierigen und umstrittenen

Hinzu kommen die Organisation von städtischen Pressekon- Stadtthemen beschränken wir uns auf den grundlegenden

ferenzen und Pressebesichtigungen, die Koordinierung der Informationsservice.“ Das PIA bearbeitet Aufträge aus dem

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit städtischer

OB-Büro, setzt aber oft auch eigene Themen

Ämter, die Produktion von Broschüren, das Or-

und Akzente. Etwa indem es aktuelle Beweganisieren

von Ausstellungen und Veranstaltungungen

in der Stadt aufgreift oder öffentlichgen,

die Bürgerberatung, das Römertelefon oder

keitswirksame Projekte wie die „Lange Bahn-

die Betreuung des Amtsblatts der Stadt. Onlinehofsviertelnacht“

auf die Beine stellt. Bei allen

redakteure steuern Aktuelles zur Website

„großen Themen“ – von der Alten Brücke über

www.frankfurt.de bei, auch Grußworte und Re-

den Neubau der EZB bis hin zu internationalen

den werden im PIA verfasst. Zusätzlich bietet

Sportevents – ist das Amt involviert. Und weil

man Mitarbeitern aus den Ämtern Fortbildun-

es stets auch um das Image der Stadt geht, sind

gen im Bereich Kommunikation an. Je nach

die Tourismus & Congress GmbH und die Wirt-

Projekt wird das PIA von externen Dienstleisschaftsförderung

Frankfurt wichtige Partner.

tern unterstützt.

Nikolaus Münster,

„Der Team- und Netzwerkgedanke ist zen-

„Mir ist es wichtig, das Amt jeweils an dem Pressechef der Stadt

tral“, sagt Münster, der das PIA seit 1991 lei-

besten Standard der Kommunikationsbranche

tet, „die Abstimmung mit den Ämtern existen-

auszurichten“, bringt Münster seinen Ansatz auf den Punkt. ziell.“ Einmal pro Woche findet eine Redaktionskonferenz

„Wir wollen genauso gute Qualität liefern wie PR-Agenturen statt, und drei- bis viermal jährlich gibt es Meetings mit

oder Pressestellen in Unternehmen. Um diese Ansprüche zu Unternehmensvertretern. Einmal im Jahr kommen auch die

verdeutlichen, haben wir uns intern als die Kommunikations- Pressereferenten des Deutschen Städtetages zum Erfahagentur

der Stadt definiert.“ Als Teil der Stadtverwaltung rungsaustausch zusammen. Die Treffen geben Anregungen

verhält sich das PIA „loyal zur Verwaltungsspitze, dem Ma- für die eignen Arbeit und helfen, Situationen, mit denen man

gistrat, dessen Beschlüsse wir an die Öffentlichkeit bringen“. sich in der eigenen Stadt konfrontiert sieht, besser einzu-

52 FPC-Magazin 2009

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Presse- und Informationsamt der Stadt Frankfurt am Main

Das PIA entsteht 1963 aus der Zusammenlegung

des langjährigen Presseamts und des

erst 1960 gegründeten Büros für Öffentlichkeitsarbeit.

Zum Leiter wird Joachim Peter ernannt,

der 1980 auch den Frankfurter Presse-

Club mitgründet. 1964 erfolgt der Umzug in

das Haus Römerberg 32. Etwa zur selben Zeit

startet der PIA-Artikeldienst, 1969 das „Römertelefon“,

1972 die Bürgerberatung im Erdgeschoss.

1991 wird Nikolaus Münster Nachfol-

54 FPC-Magazin 2009

ger von Joachim Peter, der sich in den Ruhe -

stand verabschiedet. Die heutigen Aufgaben

und Grenzen des auf vier Etagen angesiedelten

Amts und seiner 20 Mitarbeiter sind klar umrissen.

Es gibt zwei Abteilungen – die Presseabteilung

mit dem Leiter Dr. Thomas Scheben

und die von Almuth Westecker geleitete Abteilung

Öffentlichkeitsarbeit. Nach wie vor arbeiten

in der Presseabteilung erfahrene Journalisten,

während die Öffentlichkeitsarbeit von aus-

gebildeten PR-Fachleuten geleistet wird. Die

Bürgerberatung führt Brigitte Schammler. Nach

diversen Auszeichnungen für seine Kommunikationsarbeit

stellt das PIA 2007 den Pressedienst

auf das elektronische Newsletterformat

um, zurzeit wird unter anderem der Einsatz von

Podcasts und Video vorbereitet. Für die Öffentlichkeitsarbeit

steht dem PIA ein Etat von

215.000 € zur Verfügung.


schätzen. Münster, Diplomvolkswirt und ausgebildeter

Journalist, war fünf Jahre in der Wirtschaft tätig und

zehn Jahre bei der „F.A.Z.“. Er weiß, wie Redaktionen

funktionieren, kennt außerdem die Mechanismen der

PR. Und er kann mit Budgets umgehen. „Für Öffentlichkeitsarbeit

steht uns ein Etat von 215.000 € zur

Verfügung. Das ist nicht viel, aber als ‚Agentur der

Stadt’ akquirieren wir große städtische Etats, mit denen

wir dann solche Aufgaben wie die Fußball-WM

oder das Turnfest bewältigen.“

Viele Tätigkeitsfelder, wenig Reibungspunkte –

Münsters Team kann sich ganz auf die Arbeit konzentrieren.

Das war nicht immer so. Als das PIA 1963 startete,

wurde in der Stadt heftig über seine Funktion gestritten.

Zuvor hatte es jahrelang nur ein kleines Presseamt gegeben,

das Medien mit Meldungen aus dem Frankfurter Magistrat

und den Ämtern versorgte. 1960 war unter SPD-Bürgermeister

Werner Bockelmann zusätzlich ein Büro für Öffentlichkeitsarbeit

installiert worden, das sich um eine bessere Information

der Bürger und um Imagewerbung für die Stadt

kümmern sollte. Mit der Arbeit dieses Büros war zunächst

die CDU-, später selbst die SPD-Fraktion unzufrieden. Als

Presseamt und Büro für Öffentlichkeitsarbeit dann zusammengeführt

werden sollten, witterten auch Frankfurter

Redaktionen Verrat: Hatte „ihr“ Presseamt

sie nicht stets mit journalistischem Anspruch

informiert? Jetzt drohte die unheilvolle

Unterwanderung durch schnöde PR!

Noch im November 1962 wurde Presseamtsleiterin

Helli Knoll in der „F.A.Z.“ mit

den Worten zitiert: „Ich halte die Zusammenlegung

nicht für richtig; es ist so,

wie wenn bei einer Zeitung die Anzeigenabteilung

und die Redaktion zusammengelegt

würden.“

Doch allen Protesten zum Trotz nahm das

neue Presse- und Informationsamt am 1.

Januar 1963 seine Arbeit auf. Als Leiter wurde der bisherige

Chef des Büros für Öffentlichkeitsarbeit berufen – Joachim

Peter. OB Bockelmann, dem das PIA direkt unterstellt war,

begründete die Zusammenlegung mit dem Hinweis, es sei in

allen Städten der Bundesrepublik mittlerweile üblich, die

Dienststellen für Presseinformationen und für Öffentlichkeitsarbeit

in einem Amt zu vereinigen; Frankfurt müsse

gleichziehen mit den Konkurrenzstädten.

Im November 1964 zog das PIA in das neu gebaute Haus

Römerberg 32 um, und seitdem trägt das Amt maßgeblich zu

einem Wandel in der öffentlichen Wahrnehmung Frankfurts

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ei. Schon Ende der 70er Jahre zeigten sich Einwohner zufriedener

mit Stadt und Verwaltung, in den 80er Jahren begann

sich das Bild vom grauen Finanzmoloch mit hoher

Kriminalitätsrate und geringer Lebensqualität langsam

zu wandeln. Inzwischen gilt Frankfurt weltweit

als lebendige Metropole mit großer Innovationskraft

und einem beeindruckenden

Angebot an Kultur.

Ein anderer Vorwurf, mit dem sich das PIA

immer mal wieder auseinandersetzen musste, lautete:

„partei-ideologische Arbeit“. Das war schon zu

Zeiten von Joachim Peter so, und dem sah sich auch

Nikolaus Münster ausgesetzt. Während des OB-Wahlkampfs

1995 behaupteten böse Zungen, er mache heimlich

Wahlkampfarbeit für den damaligen OB Andreas von

Schoeler. Als dann He raus -

forderin Petra Roth (CDU)

siegte, musste der PIA-Chef

schwierige Wochen überstehen.

Doch schon bald lobte

die OB die gute Zusammen -

arbeit mit dem „geschätzten

Herrn Münster“.

Längst genießt das Amt

56 FPC-Magazin 2009

einen hervorragenden Ruf.

„Für unsere Kommunikationsleistungen

im Wettbewerb

mit der privaten Wirtschaft

haben wir fünf Auszeichnungen

erhalten, darunter

die sehr angesehene

Goldene Brücke der Deutschen

Public Relations

Gesellschaft (DPRG)“,

berichtet Münster, der auch Mitglied im Vorstand des Frankfurter

PresseClubs ist. „In unserer Medienarbeit haben wir

schon frühzeitig Eventkommunikation eingesetzt, als noch

kaum eine Kommune davon geredet hat.“ Und: „Als eines

der ersten Presseämter haben wir eine Mitarbeiterzeitung

gestartet, die bundesweit Modell war.“ Darüber hinaus entwickelte

das PIA den innovativen Online-Terminservice

www.frankfurt-fuer-mich.de, den rund 25.000 Frankfurter

jede Woche kostenlos beziehen. Und zurzeit steckt man in

den Vorbereitungen zum Einsatz von Podcasts und Videos

in der Frankfurt-Kommunikation.

Ständige Innovation bei gleichbleibender Qualität, die

fruchtbare Verbindung von professioneller Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

– das PIA weiß, wie Frankfurt tickt und

wie die Stadt präsentiert werden muss. Kein Wunder, dass

das Amt heute auch im Krisenstab der Stadtverwaltung ver-

treten ist. 1993, als nach einem Chemieunfall „Gelber Regen“

auf Schwanheim fiel, war das noch nicht so. Damals

gingen seltsame Bilder um die Welt – von spielenden Kindern

neben Männern in Schutzanzügen. „Einen solchen

Kommunikations-Supergau“, ist Münster sicher, „würden

wir heute verhindern.“

DR. MICHAEL BEHRENDT

Freier Autor & Redakteur

ted.behrendt@t-online.de

Fotos: PIA


Jackson Day Dinner 1932 im Mayflower-Hotel – Blick durch eine Türspalte

Der König der Indiskreten

Erich Salomon war der berühmteste Pressefotograf seiner Zeit, vor seiner Kamera

war nichts und niemand sicher. Seine Karriere begann eher zufällig, war steil und endete

früh. Danach war er nur noch der „Jude Salomon“ – am 7. Juli 1944, vor 65 Jahren,

wurde er in Auschwitz ermordet.

Das notwendige Maß an Unverfrorenheit

Erich Salomons Aufnahmen wurden weltweit gedruckt. Am

liebsten machte er sie dort, wo es grundsätzlich verboten und

wo nie zuvor fotografiert worden war. Ausgestattet mit tadellosen

Manieren, vielsprachiger Weltläufigkeit, stets angemessener

Garderobe und dem notwendigen Maß an Unverfrorenheit,

überwand der promovierte Jurist einfache Türhüter ebenso wie

Minister und Präsidenten: „Wenn man vor der Tür eines Verhandlungszimmers

steht und die dafür zuständige Persönlichkeit

darum bittet, hineingelassen zu werden, so fällt es dieser

nicht schwer, die Bitte mit der erforderlichen Begründung ab-

zulehnen. Ist man aber schon vor Beginn der Verhandlung

in dem betreffenden Raum, so bedeutet die Aufforderung, den

Raum wieder zu verlassen, für die dafür zuständige Person

einen viel größeren psychologischen Kraftaufwand.“ Salomon

begründete mit seinen Reportagen aus Gerichts- und Plenar -

sälen, von internationalen Konferenzen und Banketten den

modernen Bildjournalismus, er erfand sogar das Wort.

Ein junger Herr aus gutem Hause

Als Erich Franz Emil Salomon am 28. April 1886 in Berlin zur

Welt kommt, deutet nichts auf seine spätere Pressekarriere hin.

57


Der Großvater ist Bankier, der Vater Effektenhändler und stellvertretender

Vorsitzender des Ehrenausschusses der Berliner

Börse. Ein Onkel seiner Mutter, Leopold Sonnemann, hat zwar

die „Frankfurter Zeitung“ gegründet und als Abgeordneter im

Reichstag gesessen, aber Bankier war auch er. Die Salomons

sind wohlhabend, man wohnt im vornehmen Berliner Westen,

einer Gegend „für Automobilbesitzer“ (Harry Graf Keßler), und

am Teltower See besitzt die Familie seit 1873 ein gediegenes

Sommerhaus. Erich ist das vierte von insgesamt fünf Kindern,

und das Geld des Vaters erlaubt allen Geschwistern, in Ruhe

herauszufinden, für welchen Beruf sie geeignet wären. Erich

arbeitet neben der Schule eine Zeit lang bei einem Tischler,

später sammelt er Schmetterlinge und will Biologie studieren.

1909, nach dem plötzlichen Tod seines Vaters, schreibt er sich

dann für ein Ingenieurstudium ein, schließlich studiert er auf

Wunsch seiner Mutter Jura und promoviert 1913 über „Ziel und

Fassung der Grundpfandklage“.

Seit 1912 ist Dr. jur. Erich Salomon mit Maggy Schüler verheiratet,

einer entfernten Verwandten seiner Mutter. Am 31. Juli

1913 kommt ihr erster Sohn Otto zur Welt. Das Leben der jungen

Familie könnte nun in den sicheren und ruhigen Bahnen

eines wohlhabenden Berliner Rechtsanwalts der Kaiserzeit

verlaufen, doch zwölf Monate später bricht der Erste Weltkrieg

aus. Erich Salomon wird im August 1914 eingezogen und gerät

58 FPC-Magazin 2009

bereits im September in französische Kriegsgefangenschaft.

Im ersten Gefangenenlager wird er wegen seiner Französischkenntnisse

Dolmetscher, im zweiten sogar Lagerführer. Im

Rahmen eines Gefangenenaustauschs wird er Anfang 1918 in

die Schweiz entlassen, wo er Frau und Sohn wiedertrifft. 1919

kehren die Salomons nach Berlin zurück, wo sich ihr Vermögen

von ursprünglich einer Million Goldmark durch Kriegsfolgen

und Inflation weitgehend in Rauch auflöst.

Taxifahrt mit Rechtsberatung

Erich Salomon, dessen Frau erneut schwanger wird, muss sich

um eine Erwerbsquelle kümmern und versucht sich abwechselnd

als Börsenmakler, Repräsentant der Bank eines Onkels

und Teilhaber einer Klavierfabrik, die jedoch kurz darauf pleite

macht. 1924 muss er das Teltower Sommerhaus aufgeben,

kauft vom Erlös zwei Elektroautos und ein Motorrad mit Beiwagen

und gründet ein Taxiunternehmen. Seine Werbeanzeige in

der „Vossischen Zeitung“ – „Dr. der Jurisprudenz gibt Ihnen

während der Beförderung Instruktionen über die Regierungsmaßnahmen

zur Währungsumstellung von der Deutschen Mark

zur Rentenmark“ – erregt nicht nur die Aufmerksamkeit potenzieller

Fahrgäste, sondern auch des Ullstein-Verlages, der Salomon

prompt einen Posten in der Werbeabteilung anbietet. Hier

kümmert er sich unter anderem um Auseinandersetzungen mit

Tagung des Völkerbundrats (10.12.–15.12.1928), Außenministerrunde im Foyer des Hotels Splendide in Lugano (v.l.n.r.): August Zaleski, Polen;

Sir Joseph Austen Chamberlain, Großbritannien; Gustav Stresemann, Deutschland; Aristide Briand, Frankreich; Rückenansicht: Vittorio Scialoja, Italien.

Bild rechts: Erich Salomon mit seiner berühmten Ermanox-Kamera

Foto: bpk Bildagentur für Kunst, Kultur und Geschichte


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Bauern, die für Geld am Rand ihrer Felder Reklameschilder

aufstellen und dabei ihren vertraglichen Verpflichtungen nicht

immer ganz nachkommen. Zur besseren Dokumentation der

Streitfälle legt sich Erich Salomon eine Contessa-Nettel-Kamera

zu, die er in seiner Freizeit für kleine Reportagen nutzt.

1927 drucken verschiedene Ullstein-Zeitungen die ersten

Salomon-Bilder ab. Ullstein ist zu jener Zeit das größte und erfolgreichste

Verlagshaus Europas, sein Flaggschiff ist die „Berliner

Illustrirte Zeitung“, deren Auflage 1930 bei zwei Millionen

liegt. Hier veröffentlicht Salomon 1928 Aufnahmen aus

einem aufsehenerregenden Polizistenmörderprozess. Dabei

gelingt es ihm nicht nur, das strikte Fotografierverbot

zu überwinden, indem er seine neue Ermanox, eine

35-mm-Spiegelreflex-Plattenkamera mit lichtstarkem

Objektiv, in einem Hut versteckt. Salomon beweist

auch zum ersten Mal sein Gespür für packende atmosphärische

Aufnahmen und jenes Quäntchen Frechheit,

mit dem er es noch oft zum Erfolg bringen wird:

Als ihm einer der Gerichtsdiener am letzten Tag auf

die Schliche kommt und die Herausgabe der Bilder

verlangt, gibt sich Salomon reumütig und händigt ihm

eine Kassette mit freilich unbelichteten Platten aus.

Die belichteten trägt er seelenruhig in der Jacketttasche

nach draußen. Nur ein Jahr nachdem Erich

Salomon zum ersten Mal eine Kamera in Händen hatte,

beginnt seine Karriere, bald ist er der berühmteste

und gefragteste Bildjournalist der Welt.

Fotos Marke Salomon

Nachdem eine weitere Serie von Gerichtsfotos europaweit

veröffentlicht wird, kündigt Salomon seine Stellung

bei Ullstein und arbeitet fortan als freier Bildjournalist.

Er reist zu allen wichtigen internationalen Konferenzen,

in den Wandelgängen des Reichstages kennt man ihn

ebenso wie in der Pariser Nationalversammlung. Immer

sind es sein gepflegtes Auftreten, Sprachkenntnisse und

die vollkommene Selbstverständlichkeit, mit der er sich

auf glänzendem Parkett bewegt, die ihn zum „Schuss“

kommen lassen. Im Völkerbundpalast in Genf setzt er sich ungerührt

– und unbemerkt – auf den Platz des gerade abwesenden

polnischen Delegierten, während der ersten Regierungserklärung

des Reichskanzlers Hermann Müller nimmt er dessen

Abgeordnetenplatz ein: „Wenn man ohne formelle Erlaubnis

irgendwo fotografiert, kann man voraussetzen, dass jeder, der

nichts damit zu tun hat, sich nicht im Geringsten darum kümmern

wird und dass diejenigen, die an sich befugt wären, sich

darum zu kümmern, es in den meisten Fällen nicht tun werden,

da sie aus der Tatsache, dass fotografiert wird, schließen zu

müssen glauben, dass es auch irgendjemand erlaubt haben

muss.“ Wo er nicht hineinkommt, etwa ins Reichspräsidentenpalais

beim Empfang des ägyptischen Königs, da beschafft er

60 FPC-Magazin 2009

sich einen Fensterplatz im gegenüberliegenden Haus. Für eine

Aufnahme des amerikanischen Präsidenten versteckt er seine

Ermanox im Blumenschmuck auf der Festtafel, bei Nachtsitzungen

mit schläfrigen Ministern im Smoking steht er hinter einem

Paravent.

In seinem Buch „Berühmte Persönlichkeiten in unbewachten

Augenblicken“ erzählt er einen seiner Coups auf dem Festbankett

der Royal Academy in London: „So wartete ich ruhig

bis zum Abend, zog meinen Frack an und ging hin, wobei ich

meinen Grundsatz, eine Stunde zu spät zu kommen, genau befolgte.

Er beruht auf der Erfahrung, dass Kontrollbeamte, wenn

man zu spät kommt, schon abgekämpft und daher

milde gestimmt sind.“ Nachdem man ihm die Fotografiererlaubnis

verweigert, „that is quite impossible,

that has never been done before“, entscheidet er sich

„zum sofortigen Beschreiten des illegalen Weges, der

diesmal zu dem Saalausgang führte, durch den die

Kellner ein- und ausströmten. Neben diesem Ausgang

hatte ich eine vollkommen unmotivierte Doppelgardine

entdeckt, nun machte ich durch die Gardinenspalte

hindurch eine Anzahl Aufnahmen. Nachdem

ich mir schon wenigstens zwölf verschiedene

Bilder gesichert hatte, trat ein Herr auf mich zu und

fragte, was ich eigentlich da täte. Ich sagte, dass ich

fotografierte. ‚Yes, but for whom are you taking these

photographs?’, fragte er mich. Um irgend etwas zu

antworten, sagte ich: ‚For the Weekly Graphic.’ – ‚But

they haven’t asked for!’ Worauf ich mit waschechtem

Erstaunen ‚O, haven’t they?’ hervorbrachte. Der Herr

ließ mich nun einige Zeit in Ruhe, kehrte aber dann

wieder und sagte: ‚The secretary of the academy

says, that that has never been done before.’ – ‚That

is why I am doing it’, entgegnete ich mit der natürlichsten

Harmlosigkeit, die mir zur Verfügung stand.

Der Herr konnte sich dieser Logik anscheinend nicht

verschließen und verließ mich zum zweiten Mal.

Nach einiger Zeit kam er wieder und sagte: ‚Are you

Dr. Erich Salomon?’ Ich bestritt nicht, der Gesuchte

zu sein, worauf der Herr mir sagte, der Sekretär habe nichts

dagegen, dass ich noch weiter fotografierte, aber ich dürfe

niemanden bitten, für mich zu posieren. Ich sagte lachend:

‚That’s what I never do’, aber in diesem Augenblick kam Prince

George, der vierte Sohn des Königs, in Begleitung des Akademiepräsidenten

in den Saal, und beide pflanzten sich aufnahmeheischend

vor meiner Kamera auf.“

Längst ist aus dem gefürchteten „roi des indiscrets“ (Aristide

Briand) ein gern gesehener Gast und Garant für Bedeutsamkeit

geworden. Als sich das Reichskabinett Anfang der Dreißigerjahre

auf einem Schiff mit Vertretern der britischen Regierung

zu einer geheimen Zusammenkunft trifft, erhält nur Salomon

die Genehmigung, mit seiner Kamera dabei zu sein. „Heutzuta-


ge“, erläutert angelegentlich der preußische Ministerpräsident

die Entscheidung, „kann eine Konferenz zwar ohne Minister

stattfinden, aber nicht ohne Dr. Salomon.“

Bei aller Kunstfertigkeit achtet Erich Salomon stets auch auf

die Vermarktung seines eigenen Namens: Als erster Pressefotograf

setzt er durch, dass seine Bilder grundsätzlich mit Namensangabe

gedruckt werden. Das „Salomon-Bild“ wird zur Marke.

Endstation Rampe

Dann kommt das Jahr 1933 und mit ihm die Machtübernahme

jener unzivilisierten braunen Bande, deren Rüpeleien Salomon

kurz zuvor im Reichstag aufgenommen hatte. Am 30. Januar

hält sich Erich Salomon mit seiner Frau und den beiden Söhnen

bei den Schwiegereltern in Den Haag auf. Eine Rückkehr

nach Berlin ist unmöglich, der „Jude Salomon“ ist zu exponiert

und den neuen Herren gar zu verhasst. Abgeschnitten von seinen

wichtigsten Auftraggebern, dem Archiv und seinem Zuhause,

verfällt er in tiefe Depression und kann über Wochen

nicht arbeiten. Schließlich bringt Sohn Otto einen Teil des Archivs

mit den 400 wichtigsten Glasnegativen nach Den Haag,

von dort gelangen sie 1935 für eine Ausstellung nach London

und überstehen so die Zeitläufte. Erich Salomon beginnt er-


neut zu arbeiten, erwägt die Emigration in die USA, reist mehrfach

nach England und Schottland und bleibt schließlich doch

in Den Haag.

Als die Wehrmacht am 10. Mai 1940 die Niederlande

besetzt, ist es für jede Ausreise zu spät. Drei Jahre können

sich die Salomons verstecken, dann verrät sie ein Gasableser,

der den Verbrauch in einem eigentlich leer stehenden Haus

bemerkt, bei den Deutschen. Mit Ausnahme des Sohnes Otto,

der unter dem Namen Peter Hunter seit 1935 in London lebt,

werden alle verhaftet. Vom KZ Westerbork aus kommen die

Salomons zunächst im Januar 1944 nach Theresienstadt, im

Mai erreichen dann mehrere Transporte mit insgesamt 7503

Juden aus Theresienstadt die Rampe von Auschwitz. Die meisten

werden sofort vergast, Erich Salomon stirbt nach Auskunft

des Internationalen Roten Kreuzes am 7. Juli 1944.

ARMIN H. FLESCH

Freier Journalist

ahf.ffm@gmx.de

Fotos: Bildarchiv Stiftung

Preussischer Kulturbesitz


Schlusspunkt der amerikanisch

kontrollierten

Epoche des Frankfurter

Rundfunks: Kurt Magnus,

Vorsitzender des Rundfunkrats,

und Intendant

Eberhard Beckmann halten

die Lizenzurkunde

des neuen HR in Händen


Hesselbachs hör’n Radio Frankfurt

Serie Frankfurter Rundfunk-Historie: Seit 60 Jahren firmiert der Hessische Rundfunk

als öffentlich-rechtliche Sendeanstalt. Bis es am 28. Januar 1949 endlich so weit war,

mussten Strukturen und Personal aufwendig neu geordnet werden.

Funkstille

Am 25. März 1945 endete, fast auf den Tag nach 21 Jahren,

die Geschichte des Südwestdeutschen Rundfunks Frankfurt,

den Goebbels zum „Reichssender Frankfurt“ degradiert hatte.

Während die US-Armee von Süden auf Frankfurt vorrückte,

zerstörten Sprengkommandos der Wehrmacht die beiden

Sendetürme auf dem Heiligenstock. In den Notstudios in

Bad Nauheim waren am Vortag auf Anordnung des „Betriebsführers“,

Intendant Ludwig Fries, alle Personal- und

Etatunterlagen, die gesamte Korrespondenz und alle Aktennotizen

vernichtet worden, danach zog das Personal ab. In

Frankfurt trat Funkstille ein. Der Großdeutsche Rundfunk

sendete zwar noch auf einigen Frequenzen, aber nachdem

die Amerikaner bereits vier Tage später die Stadt vollständig

einnehmen konnten, dürfte sich der Glaube ihrer Bürger an

den Endsieg eher in Grenzen gehalten haben. The war was

over in Frankfurt. Wer hier in den nächsten Wochen Radio

hören wollte, wird entweder den amerikanischen Soldatensender

AFN oder das deutschsprachige Programm von Radio

Luxemburg eingeschaltet haben, sofern Sendeleistung und

Empfangsgerät ausreichend waren. Vermutlich hörten viele

Frankfurter auch den deutschsprachigen Dienst der BBC,

was ihnen in den vergangenen fünfeinhalb Jahren bei Todesstrafe

verboten gewesen war.

Von der psychologischen Kriegführung zum Aufbau

neuer Medien

Am 26. April, knapp vier Wochen nach Einnahme der Stadt,

bezog das Supreme Headquarters Allied Expeditionary Force

(SHAEF) unter General Dwight D. Eisenhower die ehemalige

Verwaltungszentrale des I.G.-Farben-Konzerns am Grüneburgweg.

Nach dessen Auflösung durch das neu geschaffene

U.S. Forces European Theater (USFET) wurde Frankfurt bald

darauf zur Verwaltungszentrale der Amerikanischen Besat-

zungszone. Mit der US-Armee kam auch die Psychological

Warfare Division an den Main, jene Einheit, die während des

Krieges versucht hatte, mit Hilfe von Lautsprecherwagen,

Flugblättern und deutschsprachigen Rundfunksendungen

deutsche Einheiten zur Aufgabe zu bewegen. Ihre Mitglieder

waren häufig deutsche Exilanten, die es rechtzeitig geschafft

hatten, Deutschland zu verlassen. Zu ihnen gehörten prominente

Schriftsteller wie Alfred Döblin, der als französischer

Kulturoffizier nach Deutschland zurückkehrte, oder, in amerikanischer

Uniform, Hans Habe, Stephan Heym und zwei

Söhne Thomas Manns, Klaus und Golo.

Radio Frankfurt, Sender der amerikanischen

Militärregierung

Ab dem 9. Mai 1945 gibt es in Europa keinen Krieg mehr zu

führen, weder physisch noch psychologisch. Stattdessen

muss die deutsche Bevölkerung über Anordnungen der Militärregierung

informiert werden, und die Deutschen brauchen

Nachhilfe in Sachen Demokratie – „Reeducation“ lautet

das Stichwort. Hierzu wird aus der Psychological Warfare

Division die Information Control Division (ICD) gebildet, deren

wichtigste Aufgabe der Aufbau einer freien Presse und

eines unabhängigen Rundfunks ist. In Frankfurt sind hierzu

die technischen Voraussetzungen günstig: Die Rundfunkstudios

in Bad Nauheim haben den Krieg unbeschadet überstanden,

und die gesprengten Funktürme auf dem Heiligenstock

können recht bald durch mobile Sendemasten aus Militärbeständen

ersetzt werden. So kommt bereits am 1. Juni

1945, drei Wochen nach Kriegsende, aus dem Bad Nauheimer

„Terrassenhof“ wieder ein Programm: „Radio Frankfurt,

Sender der amerikanischen Militärregierung“ geht auf Sendung.

Anfangs dauert das tägliche Programm nur sechs bis

zehn Stunden und wird in drei Blöcken – vormittags zwischen

sechs und neun, mittags zwischen zwölf und 14 sowie

63


abends zwischen 18 und 23 Uhr – ausgestrahlt. Neben Musik,

Nachrichten und politischer Bildung in deutscher Sprache

werden kurze, jeweils viertelstündige Nachrichten in italienischer,

polnischer, russischer und tschechischer Sprache

gesendet, da sich noch viele ehemalige Zwangsarbeiter im

Sendegebiet aufhalten. Auch für die im DP-Lager Zeilsheim

lebenden „Displaced Persons“, ehemalige jüdische Gefangene

aus den von der US-Armee befreiten Konzentrationslagern,

gibt es in den späten Abendstunden eigene Sendungen.

Golo Mann bei Radio Frankfurt

Der neue Rundfunk sollte, so Golo Mann 1983 rückblickend,

„einfach ein Ersatz sein für das, was der alte deutsche Rundfunk

gewesen war, der in dieser Form ja nun unmöglich

weitergehen konnte.“ Am Anfang produzieren die Amerikaner

alle Sendungen selbst, aber Schritt um Schritt werden

deutsche Techniker, Musiker und schließlich auch Redakteure

eingestellt. Golo Mann: „Es war also überwiegend Information,

etwas Bildung und Unterhaltung. Und da das auf die

Dauer ja nun unsere Aufgabe, die Aufgabe der ‚Amerikaner’

nicht sein konnte, fingen wir natürlich an, das war unser

Auftrag, geeignete deutsche Mitarbeiter zu finden.“ Die

Überwachung der Inhalte blieb aber vorerst in Händen der

ICD, der „Kontrolloffiziere“ wie Golo Mann, zuständig für

Nachrichten und Politik, oder Hans R. L. Cohrssen, Unterhaltung.

Gesamtverantwortlich waren bis Herbst 1946 Barry

Mahool, danach Herbert Groß und zuletzt Robert H. Lochner.

Insgesamt umfasst eine Liste, die sich im Archiv des

Hessischen Rundfunks befindet, 25 Namen amerikanischer

Kontrolleure, die für alle Bereiche des Sendebetriebs Verantwortung

tragen, von Technik über Hörspiel, Unterhaltung

und Musik bis Politik und Nachrichten. Leider sind nur wenige

Originaldokumente aus jener Zeit erhalten, nach der vollständigen

Übergabe des Senders an die Deutschen nahmen

die Amerikaner fast das gesamte Archiv mit. Heute sind die

Unterlagen der ICD auf verschiedene Archive in den USA

verstreut, eine vollständige Dokumentation jener vier Jahre

wurde bislang nicht geschrieben.

German Civilians, Heavy Work

Mit der Rückkehr in das notdürftig instand gesetzte Rundfunkgebäude

an der Eschersheimer Landstraße am 15. Februar

1946 nimmt auch der Anteil der deutschen Redakteure


an der Programmgestaltung deutlich zu. Die Rolle der amerikanischen

Kontrolloffiziere konzentriert sich zunehmend auf

die Überwachung und immer seltener auf die Zensur der

Sendemanuskripte. „Allmählich wurde die ganze produktive

Arbeit von den deutschen Mitarbeitern getan“, erinnert sich

Golo Mann 1983, „und ich langweilte mich einfach, nur zuzuhören

oder Manuskripte zu lesen, an denen gar nichts zu

ändern war.“ Am 1. Juli 1946, dreizehn Monate nachdem

Radio Frankfurt erstmals auf Sendung gegangen war, wurde

Eberhard Beckmann von den Amerikanern zum ersten deutschen

Intendanten berufen. Die vollständige Übergabe des

Sendebetriebs in deutsche Hände war nur noch eine Frage

der Zeit. Wer für Radio Frankfurt arbeiten wollte, wurde

gründlich auf seine politische Vergangenheit, vor allem zwischen

1933 und ’45, hin durchleuchtet. Selbst Musiker und

Techniker konnten nicht mit einer Anstellung rechnen, falls

sie sich durch ihre „Zugehörigkeit zu NS-Organisationen mit

Titel, Rang, Amt und Zeit“ diskreditiert hatten, oder sie wurden,

wenn derlei erst später ans Licht kam, sofort entlassen.

Auch die „politische Zugehörigkeit und Betätigung vor

1933“ wurde abgefragt und war gegebenenfalls hilfreich,

den begehrten Posten bei Radio Frankfurt zu ergattern. Denn

die Arbeit war nicht nur beliebt und versprach eine gute

Aussicht auf eine weitere journalistische Karriere. Sie war

auch mit irdischen Gaben gesegnet: Die deutschen Mitarbeiter

erhielten bei der Lebensmittelzuteilung die Schwerst -

arbeiterration für „German Civilians“, wovon die Durch-

Das wieder -

aufgebaute

Rundfunkge -

bäude an der

Eschersheimer

Landstraße.

Heute befindet

sich auf diesem

Gelände die

Musikhochschule

Frankfurt

schnittsdeutschen jener Jahre nur träumen konnten. Von den

alten Mitarbeitern des „Reichssenders“ war es hauptsächlich

das technische Personal, das in Teilen übernommen wurde,

prominente Redakteure wie Paul Laven, die unter den Nazis

Karriere gemacht hatten, versuchten hingegen vergeblich,

diese bei Radio Frankfurt fortzusetzen.

Stattdessen waren es neue Namen wie Hans Meyer, ab

Frühjahr 1946 Chefredakteur für Politik und Nachrichten,

oder Stephan Hermlin, Literaturredakteur, die das Programm

der ersten Jahre prägten. Alfred Andersch kam zunächst als

freier Mitarbeiter und Dramaturg nach Frankfurt. Sein

„Abendstudio“ wurde 1948 erstmals ausgestrahlt und sollte

bis September 2003 im Nachtprogramm des HR bleiben.

„Strömungen der modernen Kultur“ lautete der programmatische

Untertitel der Sendereihe, die nicht nur neue Inhalte

vermitteln wollte, sondern auch neue radiophone Formen

wie die Hörfolge, aus der das Feature entstand, entwickelte.

Neben Gesprächen und Diskussionen gehörten Vorträge,

Autorenlesungen und Hörspiele zum festen Bestandteil des

Programms. Namhafte Schriftsteller und Philosophen wie

Theodor W. Adorno, Jürgen Habermas, Bruno Liebrucks und

Alfred Schmidt zählten zu den Autoren der Sendereihe.

Ulrike Meinhof schrieb, bevor sie in den Untergrund ging,

im „Abendstudio“ über Arbeitsunfälle am Fließband und den

Adjutanten Himmlers, Karl Wolff. Stücke wie Siegfried Lenz’

„Die Nacht des Tauchers“ und Hans Magnus Enzensbergers

„Acht Minuten Welt in Scherben“ wurden für das „Abend -

65


studio“ produziert und sind mittlerweile sogar als Hörbuch

erschienen. So entstanden gleich nach dem Ende von Krieg

und Nazizeit Sendeformate, die teilweise bis heute ihren

festen Platz im Programm des Hessischen Rundfunks behalten

haben. 1945 gab es vor allem drängende Alltagsfragen

wie Bezugsscheinvergabe, Lebensmittel- und Brennstoff -

zuteilungen oder Informationen zur Wohnungsversorgung,

über die es zu informieren galt, damit begann am 1. Juli

1945 die „Umschau zwischen Rhein und Main sowie benachbarten

Gebieten“, die spätere „Rundschau aus dem Hessenland“.

1948 kamen Sendungen wie „Rund um Kassel“ und

der regelmäßige Bericht „Aus der Landeshauptstadt“ hinzu.

Auch das Unterhaltungsprogramm von „Radio Frankfurt“

war höchst erfolgreich und brachte Stars des späteren Fernsehens

wie Hans-Joachim Kulenkampff und Peter Frankenfeld

hervor. Geradezu Kultstatus besaß jedoch die „Familie

Hesselbach“, deren prototypisches Leben sich bis 1967 in

77 Rundfunk- und 51 Fernsehfolgen vor den begeistert lauschenden

Hessen abspielte.

Eine Anstalt öffentlichen Rechts

Die Wiederkehr eines staatlich kontrollierten Rundfunks

nach Weimarer Vorbild, wie sich Hans Bredow, bis 1933

Rundfunkkommissar des Reichspostministers, und Kurt

Magnus, vor ’33 Geschäftsführer der Reichs-Rundfunk-Gesellschaft

(RRG) und nach dem Krieg Ministerialdirektor im

hessischen Wirtschaftsministerium, den künftigen Landes-

66 FPC-Magazin 2009

Einer der amerikanischen

Kontrolloffiziere

bei der Arbeit

im Funkhaus

sender vorstellten, kam für die Amerikaner nicht infrage. Der

amerikanische Militärgouverneur, General Lucius D. Clay,

stellte dies im Herbst 1947 ausdrücklich fest, und sein Stellvertreter,

Generalmajor George P. Hays, forderte die Landesregierungen

der amerikanischen Besatzungszone auf, bis

März 1948 Rundfunkgesetze zu erlassen, welche die Bildung

unabhängiger Rundfunkanstalten ermöglichten. Nachdem

ein erster Entwurf keine Mehrheit im hessischen Kabinett

fand, wurde eine Sonderkommission eingesetzt, der auch

Bredow und Magnus angehörten. Der Kommission gelang es

innerhalb einer Woche, den Gesetzentwurf so weit zu überarbeiten,

dass er bereits am 7. August 1948 dem Hessischen

Landtag zur ersten Lesung vorgelegt werden konnte. Man

hatte erkannt, dass die Amerikaner wegen des Missbrauchs

des Rundfunks während der Nazizeit auf absoluter Staatsferne

bestanden, und beabsichtigte daher, den neuen Rundfunk

als „Anstalt des öffentlichen Rechts“ zu organisieren. Der

Rundfunk sollte „Sache der Allgemeinheit“ sein. Um dies zu

gewährleisten, war ein Rundfunkrat vorgesehen, der sich aus

Vertretern der Universitäten, Kirchen, Gewerkschaften und

anderer gesellschaftlicher Gruppen sowie einem Vertreter

der Landesregierung zusammensetzen sollte. Dem Rund -

funk rat oblag die Ernennung, Überwachung und Abberufung

des Intendanten sowie die Genehmigung des Rundfunketats.

Die eigentliche Leitung und Verwaltung des Senders lag in

der Verantwortung des Intendanten. Ihm stand der Verwaltungsrat

zur Seite, der in der Art eines Aufsichtsrats einer


AG intern Intendant, Geschäftsführung und allgemeinen Betrieb

zu überwachen hatte. Nach heftigen Debatten im Landtag

wurde erneut ein Ausschuss gebildet, der sich, nach

Fraktionsstärke, aus den Mitgliedern aller Parteien zusammensetzte.

Mit kleinen Änderungen konnte das „Gesetz

über den Hessischen Rundfunk“ am 22. September 1948 im

Landtag verabschiedet werden. Intendant Beckmann wurde

in seinem Amt bestätigt, das er bis zu seinem frühen Tod am

3. Januar 1962 ausüben sollte. Kurt Magnus übernahm den

Vorsitz des Rundfunkrats, Vorsitzender des Verwaltungsrats

wurde, wenig überraschend, Hans Bredow. Am 28. Januar

1949, keine vier Jahre nach Ende des Krieges, händigten die

Amerikaner im Sendesaal an der Eschersheimer Landstraße

die Lizenzurkunde feierlich dem Intendanten Beckmann aus.

Damit war der Hessische Rundfunk in seiner heutigen Gestalt

geboren. Kontrolloffiziere gab es keine mehr, die Deutschen

führten den Sender völlig frei. Lediglich ein Verbindungsoffizier

zum Hauptquartier am Grüneburgweg – bis

Mai ’49 Robert H. Lochner, danach William M. Hart – hatte

noch ein Büro an der Eschersheimer Landstraße, doch auch

er wurde im September 1950 abberufen.

Hesselbachs hör’n AFN

Freilich blieben die Amerikaner auch weiterhin im Frankfurter

Äther präsent: Der 1943 gegründete Soldatensender AFN

hatte am 15. Juli 1945 in der Inckusstraße 11, einer Seitenstraße

des Marbachwegs, Quartier bezogen. Bald darauf war

auch das AFN-Hauptquartier von London an den Main gekommen

und residierte vom 1. Oktober 1946 an für über 20

Jahre im Höchster Schloss. Von dort aus lernten viele Hessen

zum ersten Mal den Jazz, später den Rock and Roll und

Stars wie Bill Haley oder Elvis Presley kennen. Die westdeutsche

Nachkriegskultur ist ohne den Einfluss des „American

Forces Network“ gar nicht vorstellbar. Aber das ist einen

eigenen Artikel wert...

ARMIN H. FLESCH

Freier Journalist

ahf.ffm@gmx.de

Fotos: Hessischer Rundfunk

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