Griechisch

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Pag. 1/1 Sessione ordinaria 2012

Seconda prova scritta

Ministero dell’Istruzione, dell’ Università e della Ricerca

M492 - ESAME DI STATO DI LICEO CLASSICO

CORSO DI ORDINAMENTO

Versione dal GRECO

Non il caso ma la finalità regna nelle opere della natura

Δεῖ μὴ δυσχεραίνειν παιδικῶς τὴν περὶ τῶν ἀτιμοτέρων ζῴων ἐπίσκεψιν· ἐν πᾶσι γὰρ

τοῖς φυσικοῖς ἔνεστί τι θαυμαστόν· καὶ καθάπερ Ἡράκλειτος λέγεται πρὸς τοὺς ξένους

εἰπεῖν τοὺς βουλομένους ἐντυχεῖν αὐτῷ, οἳ ἐπειδὴ προσιόντες εἶδον αὐτὸν θερόμενον

πρὸς τῷ ἰπνῷ ἔστησαν (ἐκέλευε γὰρ αὐτοὺς εἰσιέναι θαρροῦντας· εἶναι γὰρ καὶ

ἐνταῦθα θεούς), οὕτω καὶ πρὸς τὴν ζήτησιν περὶ ἑκάστου τῶν ζῴων προσιέναι δεῖ μὴ

δυσωπούμενον, ὡς ἐν ἅπασιν ὄντος τινὸς φυσικοῦ καὶ καλοῦ. Τὸ γὰρ μὴ τυχόντως

ἀλλ’ ἕνεκά τινος ἐν τοῖς τῆς φύσεως ἔργοις ἐστὶ καὶ μάλιστα· οὗ δ’ ἕνεκα συνέστηκεν

ἢ γέγονε τέλους, τὴν τοῦ καλοῦ χώραν εἴληφεν. Εἰ δέ τις τὴν περὶ τῶν ἄλλων ζῴων

θεωρίαν ἄτιμον εἶναι νενόμικε, τὸν αὐτὸν τρόπον οἴεσθαι χρὴ καὶ περὶ αὑτοῦ· οὐκ ἔστι

γὰρ ἄνευ πολλῆς δυσχερείας ἰδεῖν ἐξ ὧν συνέστηκε τὸ τῶν ἀνθρώπων γένος, οἷον

αἷμα, σάρκες, ὀστᾶ, φλέβες καὶ τὰ τοιαῦτα μόρια. Ὁμοίως τε δεῖ νομίζειν τὸν περὶ

οὑτινοσοῦν τῶν μορίων ἢ τῶν σκευῶν διαλεγόμενον μὴ περὶ τῆς ὕλης ποιεῖσθαι τὴν

μνήμην, μηδὲ ταύτης χάριν, ἀλλὰ τῆς ὅλης μορφῆς, οἷον καὶ περὶ οἰκίας, ἀλλὰ μὴ

πλίνθων καὶ πηλοῦ καὶ ξύλων· καὶ τὸν περὶ φύσεως περὶ τῆς συνθέσεως καὶ τῆς ὅλης

οὐσίας, ἀλλὰ μὴ περὶ τούτων ἃ μὴ συμβαίνει χωριζόμενά ποτε τῆς οὐσίας αὐτῶν.

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Durata massima della prova: 4 ore.

È consentito soltanto l’uso del dizionario di greco.

Non è consentito lasciare l’Istituto prima che siano trascorse 3 ore dalla dettatura del tema.

Aristotele


Nicht der Zufall, sondern der Zweck herrscht in den Werken der Natur

Man darf nicht in kindischer Weise einen Widerwillen gegen die Untersuchung der niedriger

stehenden Lebewesen haben. Denn in allem Natürlichen ist etwas Wunderbares enthalten,

und wie Heraklit zu den Gästen gesprochen haben soll, die ihn besuchen wollten, die aber

stehenblieben, als sie beim Eintritt sahen, dass er sich am Ofen wärmte – er sagte nämlich, sie

sollten getrost eintreten; denn auch hier seien Götter –, so muss man auch an die

Untersuchung eines jeden Tiers herangehen, ohne sich zu ekeln, da in allem irgendetwas

Natürliches und Schönes ist. Denn das, was „nicht zufällig“ ist, sondern „zu einem Zweck“

existiert, ist in den Werken der Natur sogar in besonderem Maße vorhanden. Dem (erfüllten)

Ziel aber, um dessentwillen etwas besteht oder geworden ist, kommt das Prädikat „schön“

zu. Wenn jedoch einer glaubt, dass die Betrachtung der übrigen Lebewesen unwürdig ist, so

muss er das in derselben Weise auch von sich selbst glauben: Denn nicht ohne großen

Widerwillen kann man sehen, aus was für Bestandteilen das Menschengeschlecht besteht,

nämlich aus Blut, Fleisch, Knochen, Adern und derartigen Teilen. Man muss aber davon

ausgehen, dass jemand, der sich über einen (Bestand‐)Teil oder Ausrüstungsgegenstand von

irgendetwas unterhält, nicht dessen Material im Sinn hat und nicht um seinetwillen spricht,

sondern wegen dessen ganzer Gestalt, zum Beispiel wegen des Hauses, aber nicht wegen der

Ziegel, des Lehms und des Holzes; ebenso muss man davon ausgehen, dass der

Naturforscher von der Zusammensetzung und dem Gesamtwesen spricht, aber nicht von

denjenigen Dingen, die niemals von ihrer Substanz abgetrennt vorkommen.

Übersetzung: W. Kullmann (aus: Aristoteles, Über die Teile der Lebewesen, Darmstadt, WBG, 2007)

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