Sommer 2013 - Franz Sales Haus

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Sommer 2013 - Franz Sales Haus

MitMenschen

Franz Sales Haus

Sommer 2013

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Inhalt

Inhalt

3 Unter uns gesagt

4 Franz Sales Werkstätten

Qualität und Wertschätzung

6 Aufarbeitung

Engagement für ehemalige Heimkinder

8 Betriebsintegrierte Arbeitsplätze

Integration in den Arbeitsmarkt

10 in service GmbH

Natürlich frisch

12 Franz Sales Berufskolleg

Spannende Bildungsprojekte

14 Arbeitsmarktintegration

Keine Wahl – Jugend braucht Perspektive

16 Franz Sales Werkstätten

Die Schneiderei näht Bälle

18 Berufskolleg und Förderschule

Gemeinsame Projekte

20 Förderschule

Berufspraxis sammeln

21 Was sonst noch geschah

30 Termine

31 Personalia

Aufgrund der besseren Lesbarkeit

wird die männliche Schreibweise

für beide Geschlechter verwandt.


Unter uns gesagt …

... freue ich mich immer wieder über den großen Zuspruch der

Öffentlichkeit zu unserer Arbeit. Dabei stehen meist unsere innovativen

neuen Projekte im Fokus. Sie sind außergewöhnlich. Sie

sind halt etwas Besonderes.

Bewährte Bereiche unseres Hauses fi nden dagegen leider nicht immer

die Beachtung, die ihnen zusteht. Wie zum Beispiel die Franz

Sales Werkstätten. Anerkannte Werkstätten für behinderte Menschen,

wie es hunderte im gesamten Bundesgebiet gibt. Vermeintlich

nicht spektakulär, nicht außergewöhnlich. Dennoch wird hier

kontinuierlich gute Arbeit geleistet, was sie zu etwas Besonderem

macht.

Denn sie ermöglichen Menschen mit einer wesentlichen Behinderung

berufl iche Bildung und die Teilhabe am Arbeitsleben. Noch

immer ist die Arbeitslosigkeit in Deutschland auf einem hohen Niveau.

Die Quote für schwerbehinderte Menschen ist sogar doppelt

so hoch. Und ohne die Werkstätten für behinderte Menschen wären

wohl die meisten der Betreffenden arbeitslos. Denn je geringer

die Leistungsfähigkeit, desto eher ist man von der Teilhabe am

Arbeitsleben ausgeschlossen.

In Ministerien und Behörden wird aus unterschiedlichen Blickrichtungen

über die Arbeit der Werkstätten diskutiert. Warum eigentlich?

Die Einrichtungen leisten hervorragende Arbeit. Das Konzept

stimmt.

In den Franz Sales Werkstätten arbeiten heute etwa 670 behinderte

Menschen. Sie erhalten qualifi zierte berufl iche Bildung,

werden in ihrer Persönlichkeit gefördert und sind in unterschiedlichsten

Arbeitsfeldern tätig. Die Leistungen 'unserer' behinderten

Beschäftigten sind beeindruckend. Das wird von den zahlreichen

Kunden, Besuchern, Fachleuten und vielen Politikern immer wieder

ausdrücklich bestätigt. Die behinderten Beschäftigten und unsere

Mitarbeiter können stolz darauf sein. Und wir sind es auch. Natürlich

auch auf die Betriebe, die trotz aller Widrigkeiten vielen

behinderten Menschen Arbeit ermöglichen. Denn wir lassen auch

die Schwächsten nicht außen vor. Weil jeder Mensch ein Recht auf

Teilhabe am Arbeitsleben hat.

Etwa 60 behinderte Beschäftigte sind inzwischen auf 'Betriebsintegrierten

Arbeitsplätzen' tätig. Das sind Arbeitsplätze in Unternehmen

des allgemeinen Arbeitsmarktes, an denen Menschen

mit Behinderungen von Integrationsassistenten begleitet werden.

Auch die dauerhafte Vermittlung an einen Arbeitsplatz des allgemeinen

Arbeitsmarktes wird intensiv unterstützt: So haben im Jahr

2012 acht Werkstattbeschäftigte eine sozialversicherungspfl ichtige

Tätigkeit aufnehmen können.

Weil wir Menschen mit Behinderungen und ihre Arbeit wertschätzen,

beteiligen wir uns mit ganzem Herzen an der Kampagne der

Caritas-Werkstätten in NRW. Wir wissen, dass unsere Franz Sales

Werkstätten und alle anderen anerkannten Werkstätten – aber ganz

besonders die behinderten Beschäftigten – mit ihrer Leistung und

ihrer Arbeit überzeugen.

Deshalb sind unsere Werkstätten etwas Besonderes und sollten

von der Öffentlichkeit nicht nur im Rahmen der Caritas-Kampagne

'Experten mit Leidenschaft' entsprechend wahrgenommen werden.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Günter Oelscher

Direktor

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Kostenlose Postkarten mit unterschiedlichen Motiven aus den Werkstattbereichen werben für die Arbeitsleistung von

Menschen mit Behinderung.

Franz Sales Werkstätten

Qualität und Wertschätzung

Ob für Airlines, Industriekonzerne oder Eventagenturen – Werkstätten

für Menschen mit Behinderung steuern inzwischen hochwertige

Produkte für Qualitätsmarken 'Made in Germany' bei. Doch die

Arbeitsleistung von geistig behinderten Menschen ist der Gesellschaft

häufi g nicht präsent und wird daher oft nicht entsprechend

wertgeschätzt.

Grund genug für 30 Caritas-Werkstatteinrichtungen aus NRW und

Niedersachsen, eine landesweite Imagekampagne zu starten, mit

der auf die Leistungsfähigkeit von Menschen mit Behinderung hingewiesen

wird. Im Mittelpunkt der Plakatmotive stehen Beschäftigte,

die in den Franz Sales Werkstätten Tag für Tag wichtige Tätigkeiten

ausführen und damit ihren Beitrag für die Gesellschaft

leisten.

Berufl iche Unterstützung für Menschen mit Behinderung

Bei allem Selbstbewusstsein, die die Kampagne unter dem Motto

'Experten mit Leidenschaft' ausstrahlt, darf nicht vergessen werden:

Ohne die Unterstützung der Franz Sales Werkstätten hätten

die meisten Beschäftigten aufgrund ihrer Behinderung keine Chance

auf dem Arbeitsmarkt. Inzwischen sind jedoch schon rund 10%

aller Beschäftigten der Franz Sales Werkstätten in einem betriebsintegrierten

Arbeitsplatz, das heißt: Sie arbeiten faktisch in einem

ganz normalen Unternehmen außerhalb der Werkstätten für Menschen

mit Behinderung. Dabei ist der Rückgang der Arbeitslosigkeit

in Deutschland seit 2005 insgesamt an der Personengruppe der

Menschen mit Behinderung vorbeigegangen. Während laut Bundesagentur

für Arbeit in diesem Zeitraum in NRW die Arbeitslosigkeit

um 30,9% sank, ging sie bei Menschen mit Behinderung nur um

7,0% zurück.

Im Bundesdurchschnitt lag die Arbeitslosenquote 2011 etwa

doppelt so hoch wie bei Arbeitnehmern ohne Behinderung. Vor

diesem Hintergrund ist es besonders erfreulich, dass es den Integrationsassistenten

der Franz Sales Werkstätten immer wieder

gelingt, Beschäftigte mit regulären Arbeitsverträgen dauerhaft in

diese Firmen zu integrieren. „Werkstätten garantieren aber auch

den Schwächsten das Recht auf Arbeit“, betont der Paderborner


Diözesan-Caritasdirektor Josef Lüttig, Vorsitzender der Konferenz

der Caritas-Werkstätten in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.

Die Einrichtungen seien in der Lage, Arbeitsprozesse so zu gestalten,

dass Beschäftigte auch mit schwerster Behinderung an der

Herstellung hochwertiger Produkte oder Dienstleistungen beteiligt

werden können.

Gute Arbeit muss Wertschätzung erfahren!

Insofern richte sich die Kampagne auch an Politik und Kostenträger,

die vielfach die Werkstätten nur noch als subventionierte 'Sonderwelten'

betrachteten. Von den öffentlichen Mitteln profi tieren

aber nicht nur die Menschen mit Behinderung, sondern auch die

heimische Wirtschaft, die mit den Werkstätten kooperiert.

Die Kampagne möchte zudem Menschen mit Behinderung signalisieren,

dass ihre Arbeit von der Gesellschaft geschätzt wird und

Werkstätten ein Ort der persönlichen und berufl ichen Weiterentwicklung

sind. Deshalb ist das 'Konzept Werkstatt' immer auch auf

die Befähigung ausgerichtet, am Arbeitsprozess in der Werkstatt

teilzuhaben oder auch auf den allgemeinen Arbeitsmarkt vorzubereiten

und Übergänge zu gestalten.

Und noch etwas will die Kampagne vermitteln: Werkstätten sind

Orte gelebten christlichen Glaubens und Modelle für eine humane

Arbeitswelt. „Wer einmal erleben möchte, was ein respektvoller

und herzlicher Umgang am Arbeitsplatz bewirken kann, sollte eine

Werkstatt für Menschen mit Behinderung kennenlernen“, erklärt

Josef Lüttig

INFO

Kostenlose Führungen zeigen die Arbeitswelt von Menschen

mit Behinderung

Die Franz Sales Werkstätten möchten Sie gerne zu einer der

fünf kostenlosen Führungen einladen. Treffpunkt ist der

Hauptbetrieb der Franz Sales Werkstätten GmbH, Dahlhauser

Straße 239, 45279 Essen-Steele. Anschließend lernen Sie auch

noch unseren Bioland-Bauernhof 'Klosterberghof' kennen (für

die Bauernhof-Führung wird festes Schuhwerk empfohlen!).

Termine:

02. Juli 2013

18. Juli 2013

29. August 2013

26. September 2013

Eine Führung dauert ca. zwei Stunden. Es können jeweils max.

15 Personen an den Führungen teilnehmen. Weitere Termine

auf Anfrage.

Anmeldungen:

Franz Sales Haus, Steeler Straße 261, 45138 Essen

Tel 02 01 . 27 69 - 205

oder per E-Mail an: info@franz-sales-haus.de

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Dr. Ralf Brauksiepe (2. v. l.) wurde von Herrn Direktor Günter Oelscher und unserer Rechtsanwältin Nina Staubach-Wicke am 2. Mai 2012 über die

Situation der ehemaligen Heimkinder aus dem Franz Sales Haus informiert.

Aufarbeitung

Engagement für

ehemalige Heimkinder

Bereits mehrfach haben wir in unserem Magazin über die Heimkindervergangenheit

unserer Einrichtung und die Schicksale unserer

ehemaligen Bewohner aus den 50er bis Anfang der 70er Jahren berichtet.

Im Vordergrund standen Misshandlungs- und Missbrauchsfälle,

die uns seit dem Jahr 2010 von den Betroffenen angezeigt

wurden. Wir haben uns damals zu einer sofortigen Aufarbeitung

und Aufklärung dieses Zeitraums unter der Einbeziehung von Betroffenen,

Zeitzeugen und Wissenschaftlern entschlossen.

Im Dezember 2012 konnten wir diese Aufarbeitung durch die Veröffentlichung

der beiden Publikationen 'Heimerziehung im Essener

Franz Sales Haus 1945-1970' und 'Die (fast) vergessenen Heimkinder'

abschließen und bekamen dafür vielfältigen Zuspruch von

Betroffenen, Politik, Kirchen und Behörden. Nicht abgeschlossen

sind jedoch die unterschiedlichen Hilfen, die wir den ehemaligen

Heimkindern seit dem Bekanntwerden der Übergriffe anbieten und

die gerne und rege genutzt werden. Ein vermeintlicher Lichtblick


zeichnete sich im Januar 2012 ab: Auf Bundesebene sollte ein Fonds

für die ehemaligen Heimkinder eingerichtet werden, der Sach- und

Rentenersatzleistungen in Anerkennung des erlittenen Leides leistet.

Dieser 'Fonds Heimerziehung' ist jedoch ausschließlich für die

ehemaligen Heimkinder aus Einrichtungen der Erziehungshilfe bestimmt

– ehemalige Bewohner aus der Behindertenhilfe wurden

ausgeschlossen. Diese Ungleichbehandlung empfi nden wir aufgrund

der vergleichbaren Erlebnisse in den Heimen als massive

Ungerechtigkeit und als Skandal. Daher haben wir auf sämtlichen

uns zugänglichen politischen und gesellschaftlichen Ebenen dagegen

protestiert und hochrangige Politiker, die Bundesministerien,

die Bundes- und Landesbehindertenbeauftragten, Verbände

und Gremien angeschrieben und auf diese Ungleichbehandlung der

Heimkinder aufmerksam gemacht. Zusätzlich haben wir Petitionen

beim Bundestag und beim Landtag NRW eingereicht und bei allen

Stellen die gleiche Behandlung aller Heimkinder gefordert.

Gespräche auf höchster Ebene

Erste positive Reaktionen zeichneten sich im Mai 2012 ab, als im

Franz Sales Haus mit dem parlamentarischen Staatssekretär des

Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, Herrn Dr. Brauksiepe,

ein Gespräch über die Thematik stattfand. Herr Dr. Brauksiepe fand

es anerkennenswert, dass das Franz Sales Haus so offensiv und

transparent mit der eigenen Heimkindervergangenheit umgehe und

sagte zu, den Inhalt des Gesprächs und die Anregungen bezüglich

des Fonds weiterzuleiten.

Im Juli 2012 schloss sich ein Termin mit dem Bundesbehindertenbeauftragten

Herrn Hüppe im Franz Sales Haus an. Herr Hüppe signalisierte,

dass er die Problematik der Ungleichbehandlung erkannt

habe und wies darauf hin, dass aus seiner Sicht selbstverständlich

behinderte und nichtbehinderte Personen gleich zu behandeln seien.

Er sagte seine Unterstützung bei unseren Bemühungen zu.

Ein richtungsweisendes Gespräch führte Herr Direktor Oelscher

dann im Oktober 2012 im Bundesministerium für Arbeit und Soziales

mit der zuständigen Staatssekretärin Frau Dr. Niederfranke,

die intensiv mit der Thematik befasst ist. Nach diesem Gespräch

entstand im Franz Sales Haus zunehmend der Eindruck, dass die

Betroffenen aus der Behindertenhilfe doch noch zu ihrem Recht

kommen würden.

Hoffnung auf Gleichbehandlung

Große Hoffnungen auf eine baldige Gleichbehandlung aller Heimkinder

haben wir seit einem Schreiben, das Herr Direktor Oelscher

Mitte April 2013 von Bundesarbeitsministerin Dr. von der Leyen

erhielt. Sie teilte uns darin mit, dass sie unsere beiden Publikationen

gelesen habe und sich die Inhalte mit einer kürzlich durch ihr

Ministerium in Auftrag gegebenen Expertise decken. Danach seien

die Zustände in den Heimen der Jugend- und der Behindertenhilfe

der damaligen Zeit vergleichbar gewesen, was dafür spreche,

alle ehemaligen Heimkinder zum Ausgleich für das erlittene Leid

und Unrecht gleich zu behandeln. Weiterhin teilte Frau Dr. von der

Leyen uns mit, dass sie mit uns der Auffassung sei, dass für die sogenannten

behinderten Heimkinder eine Lösung gefunden werden

müsse, die ihnen dieselben Leistungen wie Kindern und Jugendlichen

aus Heimen der Jugendhilfe bietet. Sie sei zuversichtlich,

dass sie nun zügig zu einer Lösung kommen würden.

Diese Rückmeldungen und nicht zuletzt die Reaktion aus dem Bundesministerium

zeigen uns, dass auch unser massiver Protest gegen

die Ungleichbehandlung der Heimkinder eine Sensibilisierung

für das Thema und ein Umdenken auf höchster Ebene bewirkt hat.

Diese Signale motivieren. Aber wir haben unser Ziel noch nicht

erreicht. Deshalb werden sich die Verantwortlichen im Franz Sales

Haus weiterhin für unsere ehemaligen Bewohner und deren Rechte

einsetzen.

Nina Staubach-Wicke

Dr. Ursula von der Leyen ist zuversichtlich, dass es bald eine Lösung für

ehemalige Heimkinder aus der Behindertenhilfe geben wird.

Foto: Bundesministerin für Arbeit und Soziales

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Mehr als nur ein Job: Die Tätigkeit in der Druckerei mit einem regulären Arbeitsvertrag.

Betriebsintegrierte Arbeitsplätze

Integration in den Arbeitsmarkt

Thomas Nowak hat es geschafft: Zufrieden schaut er auf die sauber

aufgestapelten Päckchen eines großen Druckauftrags. „Bis zum

Feierabend schaffe ich meistens sechs bis sieben Paletten“, berichtet

er stolz. „Die anderen Mitarbeiter schaffen auch nicht mehr“,

ergänzt sein Chef Klaus Böke, Handlungsbevollmächtiger bei der

Firma 'druckpartner'. Die 'Anderen' haben allerdings keine Behinderung

– so wie Thomas Nowak.

Für den 30-Jährigen ist seine Tätigkeit in der Druckerei mehr als

nur ein Job. Es ist etwas ganz Besonderes, denn er hat einen regulären

Arbeitsvertrag bekommen. Klaus Böke schätzt seine motivierte

Arbeitsweise: „Was ich bei Thomas besonders bemerkenswert

fi nde: Er ist absolut zuverlässig, leistet gute Arbeit, will immer

noch etwas dazulernen und freut sich jeden Tag aufs Neue auf

seinen Job.“ Deshalb hat sich der Sohn des Druckerei-Inhabers

für die Festanstellung von Thomas Nowak stark gemacht und ist

äußerst zufrieden mit seinem neuen Mitarbeiter. „In unserem Unternehmen

geht es sehr familiär zu. Deshalb schauen die anderen

Kollegen zwischendurch immer mal wieder bei Thomas vorbei und

sehen nach, ob alles o.k. ist.“ Die Achtsamkeit scheint Thomas Nowak

gut zu tun. Davon ist auch sein Integrationsassistent Martin

Butzer aus den Franz Sales Werkstätten überzeugt. „Er ist in dem

Unternehmen vollständig integriert und hat hier schnell an Sicherheit

gewonnen. Als er von der Förderschule zu uns in die Franz

Sales Werkstätten kam, haben wir recht schnell gemerkt, dass er

viel Potenzial mitbringt. Aber er hat sich selbst nichts zugetraut.“

Persönlichkeit entwickeln

An dieser Stelle ergänzt Arno Ihde, Betriebsleiter des Hauptbetriebs

der Franz Sales Werkstätten: „Wir leisten in der Werkstatt

nicht nur die fachliche Qualifi zierung, sondern fördern unsere Beschäftigten

ganzheitlich. Denn meist müssen sich auch noch die

Persönlichkeit und die sozialen Fähigkeiten entwickeln.“ Bei Thomas

Nowak lief das so gut, dass er bald an einem 'betriebsintegrierten

Arbeitsplatz' (BIAP) in einem anderen Unternehmen arbeiten

konnte. „Wir haben ihn dorthin begleitet, ihn vor Ort angeleitet

und beobachtet, wie er mit den unterschiedlichen Anforderungen

zurechtkam“, erinnert sich Martin Butzer. Der Integrationsassistent

unterstützt seit sechs Jahren Beschäftigte mit geistiger Behinderung

der Franz Sales Werkstätten auf ihrem Weg in das Berufsleben.


Er sucht den Kontakt zu unterschiedlichsten Unternehmen, akquiriert

Praktika, richtet BIAPs ein und versucht auf dieser Basis,

nachhaltige Beschäftigungsverhältnisse in den Firmen zu realisieren.

Um es den Unternehmen einfach zu machen, bieten die Franz

Sales Werkstätten den Kooperationspartnern einen Komplettservice

an: Die Integrationsassistenten beraten, beantragen Fördergelder

und erledigen sämtliche Formalitäten. Die Förderprogramme sind

so attraktiv, dass die Firmen meist nicht lange zögern. Die Qualität

der geleisteten Arbeit ist dann schließlich das ausschlaggebende

Argument, sodass immer wieder feste Arbeitsverträge zustande

kommen. Wie bei Thomas Nowak.

Martin Butzer und sein Kollege Frank Voss sind bei der Akquise so

erfolgreich, dass sie es geschafft haben, rund 10% aller Beschäftigten

der Franz Sales Werkstätten in anderen Unternehmen unterzubringen.

Das ist eine stolze Quote, von der andere Werkstätten

nur träumen können. Sicherlich eignen sich eher die 'fi tten' Beschäftigten

für eine Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt. Denn

es kommt den Unternehmern meist auf Leistungsfähigkeit an. „Es

muss sich rechnen“, bestätigt auch Klaus Böke.

Arbeitgeber überzeugen

Schon deshalb haben die Werkstätten nach wie vor als Schutzraum

im Arbeitsleben eine Daseinsberechtigung: In den letzten Jahren

wurden immer mehr 'schwache' Beschäftigte in den Franz Sales

Thomas Nowak freut sich jeden Tag aufs Neue auf seinen Job.

Werkstätten angemeldet. Sie benötigen eine intensive Betreuung

und oft auch pfl egerische Assistenz. Sie sind weitaus weniger leistungsfähig

und brauchen mehr Arbeitspausen. Nicht nur die Konzepte

der Werkstätten mussten daraufhin verändert werden, auch

die Räumlichkeiten tragen der veränderten Klientel Rechnung: Der

Förderbereich, in dem die am wenigsten leistungsfähigen Beschäftigten

tätig sind, sowie die zugehörigen Pfl ege- und Ruhebereiche

wurden erweitert.

Martin Butzer ist derweil wieder in der Region unterwegs und überzeugt

Arbeitgeber davon, zur Entlastung ihrer Fachkräfte Hilfskräfte

aus den Franz Sales Werkstätten einzustellen. Arbeitsplätze

gibt es mittlerweile genauso in Dienstleistungsunternehmen wie

in Industriebetrieben. Egal ob Kindergarten, Altenheim, Glashütte

oder Druckerei – die Integrationsassistenten versuchen mit großem

Erfolg, Nischen für die Beschäftigten der Franz Sales Werkstätten

zu fi nden. Allein 2012 ist es ihnen gelungen, acht Beschäftigte in

ein sozialversicherungspfl ichtiges Arbeitsverhältnis zu vermitteln.

„Zwei Beschäftigte mussten allerdings nach einigen Monaten erkennen,

dass sie den Anforderungen des allgemeinen Arbeitsmarktes

nicht standhalten konnten“, berichtet Martin Butzer. Sie waren

froh, in die Werkstätten für Menschen mit Behinderung zurückkehren

zu können und nicht in die Arbeitslosigkeit abzurutschen.

Valeska Ehlert

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Leckerbissen

Mit großem Engagement leitet Stephan Wagner Menschen mit geistiger Behinderung in seiner Küche an.

in service GmbH

Natürlich frisch

Seit dem 1. Dezember 2012 hat ein Herzstück des Franz Sales Hauses

einen neuen Leiter: Der Küchenmeister Stephan Wagner ist von

der Schwäbischen Alb ins Ruhrgebiet gezogen, um in der Zentralküche

für die Verköstigung von Bewohnern, Mitarbeitern und Gästen

des Veranstaltungszentrums und Hotels zu sorgen.

Er bringt viel Erfahrung aus dem In- und Ausland mit, hat den

Kochlöffel in ausgezeichneten Küchen namhafter Hotels geschwungen

und ein eigenes erstklassiges Restaurant eröffnet. Als

stellvertretender Küchenleiter der Werksverpfl egung eines traditionsreichen

Industriekonzerns sammelte er zuletzt Erfahrungen

mit noch größeren Töpfen und Küchenbrigaden. Für die 'in service

GmbH' ist er die Idealbesetzung des Küchenleiters: Herr Wagner

vereint alle geforderten Qualifi kationen und fühlt sich auch der

Aufgabe gewachsen, Menschen mit Behinderung Starthilfe für

die Berufswelt zu geben: „In der Gastronomie habe ich stets mit

schwierigen Jugendlichen und anleitungsbedürftigen Hilfskräften

gearbeitet“, erzählt der Küchenprofi . „Hilfreich bei der fordernden

Zusammenarbeit ist sicherlich meine Ausbildung in seelsorglicher

Gesprächsführung, die ich für meine ehrenamtliche Tätigkeit beim

Krankenhausbesuchsdienst benötigt habe.“ Durch seine langjährige

Berufs- und Lebenserfahrung, so Stephan Wagner, bleibe er

auch in schwierigen Situationen ruhig und gelassen. „Diese Eigenschaften

braucht man auch als Vater von vier – allerdings inzwischen

erwachsenen – Kindern!“

Treten im Arbeitsalltag Probleme auf, wird niemand in die sprichwörtliche

Pfanne gehauen. Schwierigkeiten werden bei den täglichen

Besprechungen im Team erörtert oder unter vier Augen besprochen.

„Mir ist es wichtig, dass alles nach Möglichkeit sofort

geklärt wird. Keiner soll seinen Ärger herunterschlucken und mit

nach Hause nehmen“, erklärt der Küchenleiter einen Grundsatz.

„Zur guten Atmosphäre im Team trägt auch das gemeinsame Mittagessen

nach den öffentlichen Essenszeiten bei. Und nebenbei“,


schmunzelt der erfahrene Gastronom, „ist es ein gutes Zeichen,

wenn die Köche die Gerichte auch selber essen.“

Qualität verbessern

Der neue Küchenleiter hat viel vor: „Ich habe hier eine gute und

leistungsfähige Küche mit engagierten und kooperativen Mitarbeitern

vorgefunden“, berichtet Stephan Wagner. „Das Konzept

der Küche werde ich allerdings noch etwas verändern: Ich möchte

einen abwechslungsreichen Speiseplan mit möglichst vielen frischen

Produkten anbieten. Die Gerichte sollen erst kurz vor der

Essensausgabe zubereitet werden, weil stundenlanges Warmhalten

der Qualität nicht zuträglich ist“, erläutert Stephan Wagner seine

Pläne. „Deshalb haben wir die Öffnungszeit der Kantine auf 12:00

bis 14:00 Uhr verkürzt.“

Die Gäste, Bewohner und Mitarbeiter dürfte freuen, dass der erfahrene

Koch auch gesundheitliche Aspekte bei der Zubereitung

der Mahlzeiten im Blick hat: „Wir bieten jeden Tag frisches Obst

und Gemüse an. Die Mahlzeiten sollen künftig noch abwechslungsreicher

und weniger fett- bzw. fl eischlastig sein. Mit den neuen

Küchengeräten ist es möglich, alles schonend vor- und zuzubereiten.

Außerdem verzichten wir künftig auf geschmacksverstärkende

Zusatzstoffe.“ Schon jetzt hat der Küchenmeister alle deklarationspfl

ichtigen Nahrungsmittel aus seinem Bereich verbannt.

Ein Teil des Küchenteams im Herzstück der neuen Küche des Veranstaltungszentrums.

Dazu gehören u. a. Produkte mit Konservierungs- oder Farbstoffen

sowie geschmacksverstärkende Hefen. Die Umstellung des Speiseplanes

ist – wie das Salz in der Suppe eben immer – ein sensibler

Punkt. „Man ändert seine Essensgewohnheiten nicht von heute auf

morgen“, weiß Stephan Wagner. „Die Bewohner und Mitarbeiter

des Franz Sales Hauses haben in der Vergangenheit gerne Hausmannskost

gegessen. Ich persönlich koche sehr gerne z. B. Pasta

mit frischem Gemüse. Wir werden sehen, ob leichtere Gerichte ankommen

und freuen uns über ein Feedback. Dann haben wir die

Möglichkeit, auf die Wünsche zu reagieren.“

Sobald ein neues Kühlfahrzeug angeschafft worden ist, wird auch

der Bereich 'Catering', der derzeit nur auf kleiner Flamme köchelt,

richtig anlaufen. „Wir kochen derzeit täglich rund 400 bis 500

Mahlzeiten. Die Küche ist aber für die Herstellung von bis zu 1.600

Essen pro Tag konzipiert“, erklärt der Küchenchef. „Unser Team,

zu dem aktuell fast 20 Mitarbeiter und Beschäftigte zählen, ist

also noch ausbaufähig.“ Die Arbeitszeiten seiner Mitarbeiter hat

der 53-Jährige bereits verändert und die Dienste auf eine 5-Tage-

Woche umverteilt. „Eine Entlastung des Teams, die von allen sehr

positiv aufgenommen wurde.“ Bleibt abzuwarten, welche guten

Ideen Stephan Wagner noch im Gepäck hat und wie sich die Küche

im 'Franz' entwickeln wird.

Valeska Ehlert

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Franz Sales Berufskolleg

Spannende Bildungsprojekte

Jedes Jahr organisieren und realisieren Schüler des Berufskollegs

im Rahmen ihrer Ausbildung Bildungsprojekte für Menschen mit

geistiger Behinderung. In diesem Jahr gab es wieder viele unterschiedliche

Themen:

'Verkehrssicherheitstraining'

Am 16. Februar 2013 startete das Bildungsprojekt 'Verkehrssicherheitstraining'.

Zehn Teilnehmer hatten sich für das Projekt angemeldet.

Das Team bestand aus fünf Schülern des Heilerziehungspfl

ege-Oberkurses. Mit einzelnen Übungen wurde den Teilnehmern

das 'richtige Verhalten' im Straßenverkehr näher gebracht. Begleitet

wurde die Gruppe durch den Polizisten Herrn Ruhl. Wir waren

für seine Unterstützung sehr dankbar. Die Teilnehmer erhielten

zum Abschied einen Hefter mit Fotos, Arbeitsmaterialien und einer

Urkunde. Das ganze Projekt war ein voller Erfolg und eine tolle

Erfahrung – sowohl für die Teilnehmer als auch für das Team.

Linn Adamczak

'Natur erleben'

Für das Projekt 'Natur erleben' waren wir für zwei Tage im Emil-

Frick-Haus im Essener Stadtwald. 13 Teilnehmer haben draußen

Spiele gespielt. Zum Beispiel ein Tier-Memory, bei dem die Karten

in der Natur gesucht werden mussten. Später haben wir Vogelfutter

selber hergestellt. Am Sonntag haben wir einen Wasser-

Kreislauf erforscht. Wir haben gelernt, wie Wasser aus einer Wolke

regnet. Und danach in die Erde fl ießt. Viel Wasser bildet einen

Teich oder Fluss. Blumen und Bäume trinken das Wasser. Wenn es

warm ist, geben Blumen und Bäume das Wasser ab. Das Wasser ist

dann wieder in der Luft. Am Sonntag waren wir auf Schatzsuche.

Jede Schatzkiste hatte ein Rätsel. Wir haben die Rätsel gelöst.

Die Schätze waren toll. Danach haben wir Lagerfeuer gemacht und

Stockbrot gebacken. Wir haben viel über die Natur gelernt.

Christopher Hartmann, Gina Friedlinghaus, Daniela Guse, Janine Stysiak, Mona Hellmuth

'Ein rundes Wochenende – mit Ballspielen aller Art'

Am 23. und 24. Februar 2013 haben wir, drei Schülerinnen des

Franz Sales Berufskollegs, unser Projekt im Sportzentrum Ruhr des

Franz Sales Hauses durchgeführt. Lisa Ismael, Tanja Janitza und

Vera Lohren hatten viele Ballspiele vorbereitet. Wir arbeiteten mit

den netten Mitarbeiterinnen vom Familienunterstützenden Dienst

(FuD) zusammen.

Am ersten Projekttag machten wir Kennenlern-Spiele. Danach

machte das Schwungtuch allen viel Spaß. Alle Teilnehmer waren

nachher richtig aus der Puste. Wir hatten eine Entspannungsecke

für die, die sich ausruhen wollten. Dann spielten wir Fußball und

Basketball. Der erste Tag endete mit einer Traumreise. Wir massierten

uns gegenseitig mit Igelbällen zu einer Geschichte. Am

Sonntag bauten wir nach dem Warmwerden eine kleine Minigolf-

Anlage mit sechs Bahnen auf. Am Ende gab es Preise für alle. Danach

veranstalteten wir einen Parcours-Lauf. Zwei Leute mussten

sich einen Ball zwischen die Bäuche oder Rücken klemmen und

dann Hindernisse bewältigen. Der Ball durfte nicht herunterfallen.

Auch Dosenwerfen und Kegeln hat viel Spaß gemacht. Zum Wochenendabschluss

haben wir in den Räumen des FuD gemeinsam

gekocht.

Vera Lohren

Sicher unterwegs: Die Teilnehmer des Projekts 'Verkehrssicherheit'. Die Gruppe 'Natur erleben' hat – trotz frostiger Temperaturen – viel

Spaß draußen gehabt.


'Lerne dich zu entspannen'

Fünf Schüler des Franz Sales Berufskollegs führten am 26. und 27. Januar

2013 ein Projekt in der Rheinbaben-Werkstatt in Bottrop durch.

Fünf Menschen mit Behinderung haben dadurch verschiedene Entspannungsübungen

kennengelernt, durch die Körper und Geist ruhiger

werden. Wir machten Gesichtsmassagen und -masken. Außerdem haben

wir Muskelentspannung geübt und eine Traumreise gemacht. Die

Teilnehmer hörten eine Geschichte und stellten sich vor, sie würden

verreisen. Anschließend haben wir gemeinsam gekocht und getanzt.

Die Teilnehmer konnten auch snoezelen oder malen, wenn sie mal eine

Pause brauchten. Alle Teilnehmer und auch wir waren sehr begeistert.

Sören Trembich

'Sei du selbst – Selbstwahrnehmung und Selbstbehauptung'

Drei Schülerinnen des Franz Sales Berufskollegs boten den Kurs 'Sei du

selbst' an. Neun Teilnehmer waren im Lebenshilfe-Center in Mülheim

dabei und lernten, besser auf sich zu achten und sich selbst zu spüren.

Dafür malten wir uns zunächst selbst auf ein Stück Tapete. Danach

wurde mit ganz viel Farbe und Kleister ein großes Bild mit unseren

Händen gestaltet. Wir übten anschließend, Gefühle zu erkennen. Dafür

überlegten wir, welche angenehmen und unangenehmen Gefühle

wir kennen. Wir haben unsere Wut in einer großen Kissenschlacht

herausgelassen. Und unsere Kräfte bei einem Wettrennen gemessen.

Wir haben gelernt, stark und cool zu sein, falls uns jemand ärgern

will. Dazu haben wir Spiele gemacht und geübt, laut 'STOPP' zu rufen.

Wir malten und bastelten auch. Am Ende konnten wir uns bei einer

Traumreise entspannen. Es war ein schönes Wochenende. Wir hatten

viel Spaß, neue Leute kennengelernt und viel über uns erfahren.

Carolin Kurpan, Stephanie Knieps, Gesa Liedtke

Die Teilnehmer überlegten, welche angenehmen und unangenehmen

Gefühle sie kennen.

'Eine Reise nach Griechenland – mit allen Sinnen'

Vier HEP-Schüler des Franz Sales Berufskollegs haben ein Erlebnis-

Wochenende für Menschen mit Behinderung veranstaltet. Das Motto

der beiden Tage hieß 'Griechisch für Anfänger – Wir holen Griechenland

zu uns nach Hause'. Zehn Teilnehmer lernten viel über die griechische

Kultur. Zuerst taten wir so, als ob wir mit dem Flugzeug nach

Griechenland fl iegen.

Toll war auch das 'griechische Museum'. Hier konnte man sich die griechische

Schrift anschauen und sehen, wie der eigene Name in griechischen

Buchstaben aussieht. Es wurden Fotos von schönen Landschaften

gezeigt. Manche Teilnehmer hatten sogar eigene Erfahrungen

aus dem Urlaub in Griechenland, von denen sie erzählten. Bestaunen

konnten wir griechische Euro-Münzen, Bilder von griechischen Göttern

oder Abbildungen von den Olympischen Spielen. Zu griechischen

Liedern haben wir Sirtaki getanzt.

Dann wurde es spannend: Wie bei 'Wer wird Millionär' wurden uns Fragen

über Griechenland gestellt. So konnten wir sehen, was wir gelernt

hatten.

Worauf sich alle sehr gefreut haben, war das griechische Essen. Mit

griechischen Zutaten kochten wir gemeinsam: Am Samstag gab es einen

Bauernsalat mit Bifteki. Die sind so ähnlich wie kleine Frikadellen.

Am Sonntag kochten wir einen Gyros-Aufl auf. Zum Nachtisch gab es

Joghurt mit Erdbeeren, Honig, Zitronensoße und Nüssen. Der Tisch

war schön gedeckt und alles war lecker. Danach stellten wir uns wieder

vor, mit dem Flugzeug zu fl iegen. Diesmal nach Hause. Am Ende

hatten wir das Gefühl, als wären wir wirklich in Griechenland gewesen.

Andreas Kaminski, Christopher Langner, Laurenz Schaller, Marie-Christin Hasemann

Das griechische Essen war ein besonderes Highlight für die

'Reiseteilnehmer'.

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Perspektive

Arbeitsmarktintegration

Keine Wahl –

Jugend braucht Perspektive

Unter dem Motto 'Keine Wahl – Jugend braucht Perspektive' fand

am 5. März 2013 zum siebten Mal die bundesweite Aktion 'Josefstag'

statt. In den Arbeitsintegrationsmaßnahmen des Franz Sales

Hauses, die sich wieder an der Aktion beteiligt haben, wird jungen

Menschen geholfen, im Berufsleben Fuß zu fassen.

Mehrere Wochen vorher haben sich die Teilnehmer in verschiedenen

Gruppen intensiv auf diesen Tag vorbereitet: „Der Sozialpädagoge

Thomas Fiedler aus den Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen

(BvB) hat mit uns Spielszenen und einen Hip-Hop-Tanz

eingeübt“, berichtet der BvB-Teilnehmer Björn Wirz. „In dem Fach

Politik bei Herrn Determeyer (Lehrkraft BvB) haben wir einiges

über den Landtag, Bundestag, Parteien und das Wahlsystem gelernt.

Anschließend haben wir uns Fragen zum Thema überlegt.

Schließlich haben uns zwei 'echte' Politiker im Unterricht besucht:

Jutta Eckenbach (CDU) und Dirk Heidenblut (SPD). Beide sind im

Essener Stadtrat Experten für Jugendfragen. Aber manches, was

die uns erklärt haben, war ganz schön schwer zu verstehen. Viele

von uns können im September die Abgeordneten für Essen in den

Bundestag in Berlin wählen.

Ein besonderes Highlight war auch der Besuch im Landtag in Düsseldorf.

Mit der Bahn machten wir uns alle auf den Weg. Da gab

es 'Politik zum Anfassen'. Lecker war das Frühstücks-Buffet in der

Kantine vom Landtag. Zum Abschluss dieses interessanten Tages

sind wir bei Eiseskälte am Rhein entlang zur Düsseldorfer Altstadt

gelaufen. Wir hatten eine Menge Spaß.

Höhepunkt des ganzen Projekts war natürlich der Josefstag selbst.

Die Veranstaltung wurde von Frau Köster (Bereichsleiterin Arbeitsmarktintegration)

in der Aula der Förderschule eröffnet. Sie begrüßte

die eingeladenen Politiker, die Vertreter der Arbeitsagentur,

die Lehrer aus den Berufskollegs, Teilnehmer und Mitarbeiter aus

den Maßnahmen und einige Gäste.

Es gab ein abwechslungsreiches Programm, durch das Herr Fiedler

als Moderator führte. Im Dialog mit einzelnen Teilnehmern berichtete

er Wissenswertes zum Thema. Die vorbereiteten Spielszenen

und der Hip-Hop-Tanz lockerten das Programm auf. Das Publikum

dankte es uns mit viel Applaus. Mit einer Präsentation und Bildern

Andrzej Polkowski und

Dunia Ali tanzten Hip-Hop.


Herr Fiedler (r.) moderierte den Josefstag humorvoll

und professionell.

vom Landtagsbesuch erklärte ein Teilnehmer aus der Maßnahme

'Unterstützte Beschäftigung', welche Funktion der Landtag hat. Bei

der anschließenden Podiumsdiskussion haben einzelne Teilnehmer

aus der BvB Fragen an die Politiker Jutta Eckenbach und Dirk Heidenblut

gestellt. Zum Abschluss hatte die Gewerkegruppe 'Hauswirtschaft'

unter der Leitung von Frau Schild (Anleiterin BvB) ein

leckeres Buffet vorbereitet.

Was hat der Josefstag gebracht? Vor allem haben wir Teilnehmer in

der Vorbereitungszeit viel über Politik gelernt. Die Politiker waren

sehr freundlich und haben sich große Mühe gegeben, uns Zusammenhänge

zu erklären. Es war aber nicht immer leicht, alles zu verstehen.

Frau Eckenbach und Herr Heidenblut haben gezeigt, dass

sie etwas für die Arbeit und Ausbildung für uns Jugendliche tun

wollen. Wir hoffen, das klappt!“

Stephan Determeyer

Im Bereich Arbeitsmarktintegration werden im Franz Sales Haus

unterschiedliche Maßnahmen angeboten. Die Teilnehmer der Berufsvorbereitenden

Bildungsmaßnahmen (BvB-REHA) und der Unterstützten

Beschäftigung (UB) haben sich abschließend zum Thema

des diesjährigen Josefstags geäußert:

Daniel Merten, der seine BvB-Maßnahme im Bereich Lager/Handel

absolviert, hat sich zum ersten Mal Gedanken über Politik gemacht

und gemerkt, wie wichtig sie für seine Zukunft ist: „Ich fi nde Po-

Die Politiker Jutta Eckenbach und Dirk Heidenblut stellten sich den

Fragen der Jugendlichen.

litik voll gut und wenn die nicht wäre, würde alles aus dem Ruder

laufen.“

Durch die Vorbereitungen auf den Josefstag hat Jennifer Heinze

(ebenfalls aus dem Bereich Lager/Handel) verinnerlicht, „dass man

zusammenarbeiten muss, wenn man ans Ziel kommen will.“

Christoph Riediger, der sich in den BvB für eine Tätigkeit im Bereich

Garten- und Landschaftsbau qualifi ziert, hat beschlossen:

„Ich werde ab jetzt wählen gehen, weil ich was verändern möchte.“

Justin Klotz lernt momentan den Bereich Maler/Lackierer der BvB

kennen und ist – was Politik angeht – immer noch etwas skeptisch:

„Ich werde aber wählen gehen, damit ich weiß, was meine Stimme

bringt.“

Miguel Linnert (BvB-Teilnehmer), der ebenfalls Maler/Lackierer

werden möchte, hat sich nicht zum ersten Mal mit dem Thema

Politik beschäftigt: „Ich fi nde Politik interessant und spannend.

Durch den Josefstag habe ich erfahren, dass die Politik sich darum

kümmert, dass wir leichter eine Arbeit fi nden.“

Kevin Schneider aus der UB resümiert: „Der Josefstag hat mir sehr

gut gefallen. Ist eine schöne Veranstaltung gewesen. Hoffentlich

halten die Politiker ihr Wort und haben uns nicht nur für eine

Stunde beruhigt.“

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1

Die Schneiderei näht Bälle

5

Franz Sales Werkstätten

Andrea Cattel sortiert verschiedene Stoffteile.

Daraus sollen Bälle für einen Kunden genäht werden.

Frau Schwienke (rechts im Bild zu sehen) näht auch Bälle.

Julia Kaster (links im Bild zu sehen) krempelt den genähten

Stoff um. Dann sehen die Nähte schöner aus.

2

6

Ein Ball wird aus zwei Stoffstreifen genäht. Julia Meier legt diese

Streifen für die Näherinnen abwechselnd übereinander.

Bis auf ein kleines Loch sind die Bälle jetzt zugenäht. Jürgen Kapelski

steckt einen Trichter in das Loch. Damit alle Bälle gleich schwer sind,

wiegt er Granulat ab. Das füllt er dann in den Ball.


3

7

Man muss mit den Fingern sehr geschickt sein, um die

kleinen Bälle zu nähen. Bei Katharina Bucholz sieht man das.

Das Loch wird erst mal mit einer Nadel verschlossen.

Damit das Granulat nicht herausfällt.

4

8

Güler Han näht den blauen Streifen auf den orangenen

Streifen.

Am Ende näht Frau Wortmann das Loch mit der Hand

gründlich zu.

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Bilder sagen mehr als tausend Worte. Deshalb stellte die Fotogruppe Collagen aus unterschiedlichsten Motiven zusammen.

Berufskolleg und Förderschule

Gemeinsame Projekte

Das Franz Sales Berufskolleg und die Franz Sales Förderschule führten

vom 18. bis 22. März 2013 eine Projektwoche durch. Wenn auch

nicht alle Projekte inklusiv waren, so gab es doch viele gelungene

Kooperationen. Und wie schon in den letzten Jahren herrschte eine

harmonische Atmosphäre und eifriges Schaffen in den vielfältigen

Angeboten, in denen Kunst, Kultur, Handwerk und Bewegung die

thematischen Schwerpunkte bildeten.

Immer wieder gern gesehen ist das Schatten-Theater, das von Stefan

Krabs und Sinah Ernst betreut wurde. Die Projektgruppe hat

eine sympathische Variation des Klassikers 'Das Dschungelbuch'

von Rudyard Kipling entwickelt. Eine weitere Theatergruppe, die

federführend von Kollegen der Förderschule betreut wurde, befasste

sich mit dem Schwarzlicht-Theater, das für die Erstellung seiner

'Schwarzlicht-Objekte' mit der Kunstgruppe von Frau Richter


(FSBK), Herrn Dönhoff und Herrn Heun (beide Förderschule) zusammengearbeitet

hat. Das Projekt 'Bilder sagen mehr als tausend

Worte' von Frau Kayadelen und Frau Rosendahl beschäftigte sich

mit der Fotografi e und deren künstlerische Möglichkeiten. Die mit

den verschiedensten Kameras im Essener Stadtgebiet gemachten

Fotos wurden anschließend digital bearbeitet.

In einer stilechten Vernissage konnten die tollen Arbeiten der Fotografen

schließlich bestaunt werden. Mit der Frage 'Ist das Kunst

oder kann das weg?' befasste sich die Projektgruppe von Frau

Hirsch. Hierbei ging es darum, alle möglichen Materialien, die sich

oft in Schubladen oder an Pinnwänden ansammeln, künstlerisch

zu verarbeiten. Auch die hier entstandenen Kunstwerke wurden in

einer abschließenden Ausstellung präsentiert.

Musikvideo zum Thema 'Weltreligionen'

Gemeinsame Projekte mit der Förderschule waren z. B. der Bau

eines 'Wahrnehmungstunnels' für die Schüler der Förderschule, das

Projekt 'Weltreligionen' von Frau Frings, in dem u. a. ein Musikvideo

mit dem Song 'Religion' erstellt wurde, sowie die 'Sinfonie

in Müll' von Hannes Papirnik. Aus Materialien, die wir normalerweise

dem Müll zuführen, hat diese Gruppe Rhythmusinstrumente

gebaut, die in einer abschließenden Vorführung dem Praxistest

unterzogen wurden.

Materialien, die sich oft in Schubladen oder an Pinnwänden ansammeln,

wurden von den Schülern in der Projektgruppe 'Ist das Kunst

oder kann das weg?' künstlerisch verarbeitet.

Auf die 'Spuren unserer Stadt' hat sich die Projektgruppe von Frau

Willeke begeben, die sich mit baulichen, kulturellen, geschichtlichen

und wirtschaftlichen Aspekten der Stadt Essen beschäftigt

hat. Das bewegungsorientierte Angebot 'Sei dein eigener Fitness-

Coach' von Brigitte Hüsselmann rundete das vielseitige Angebot

ab. In diesem Projekt hat sich die Gruppe mit Aspekten rund um

die eigene sportliche Fitness befasst und erfahren, wie man sie

durch gezieltes Training aufbauen kann.

Das Resümee dieser Woche kann einmal mehr lauten: Alle Teilnehmer

haben eine angenehme Woche erlebt, die spannend, abwechslungsreich,

mitunter auch anstrengend, produktiv und kreativ war.

Getragen wurde sie von einer harmonischen Atmosphäre und den

motivierten Schülern und Lehrern.

Brigitte Hüsselmann

Projekte

Projekte

Eine Projektgruppe baute einen Fühltunnel mit den unterschiedlichsten

Materialien.

| | 19 19


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Förderschule

Berufspraxis sammeln

Jessica Schmitz besucht die Berufspraxisstufe (BPS) unserer Schule.

Vom 14. bis 28. Januar 2013 absolvierte sie ein Praktikum in

der integrativen Kindertagesstätte Schölerpad in Essen, das richtig

gut verlaufen ist. Deshalb ist Jessica für die Teilnahme im Projekt

IWA (Individuelle Wege in Arbeit) vorgesehen. Damit hat das

Franz Sales Haus für Menschen mit Behinderung eine Möglichkeit

geschaffen, die Projektteilnehmer in eine Tätigkeit auf dem ersten

Arbeitsmarkt führen kann.

Jessica Schmitz hat Dirk Rustler von ihrem Praktikum berichtet:

Dirk Rustler: Jessica, Du bist im Sommer in die BPS gewechselt.

Wie läuft das da mit dem Praktikum?

Jessica: Wir machen jedes Jahr ein Praktikum in der Werkstatt. Im

November/Dezember 2012 war ich zwei Wochen in der Großküche.

Und im Januar 2013 hast Du noch ein Praktikum gemacht?

Ja, das war ein zusätzliches Praktikum in einem Kindergarten. Freiwillig

können wir neben der Werkstatt auch noch weitere Praktika

machen. Ich bin gerne mit Kindern zusammen. Zu Hause passe ich

auf meine Geschwister auf und in der Gruppe kümmere ich mich

auch gerne um die Kleinen.

Musstest Du Dich für das Praktikum bewerben?

Ja, ich habe mit meinen Lehrern eine Bewerbungsmappe zusammengestellt.

Jetzt weiß ich, dass ein Lebenslauf, ein Foto und ein

Anschreiben dazugehören.

Hattest Du auch ein Vorstellungsgespräch?

Ja, da ist mein Lehrer mit mir zusammen hingefahren. So konnte

ich direkt die Fahrtstrecke mit Bus und Bahn üben. Außerdem war

ich sehr aufgeregt und froh, dass der Lehrer dabei war.

Und welche Arbeiten hast Du dann im Kindergarten übernommen?

Ich habe mit den Kindern gespielt, aber ich habe ihnen auch beim

Essen, Zähneputzen oder Anziehen geholfen.

Wie viele Stunden hast du am Tag gearbeitet?

Jeden Tag von 8:30 Uhr bis 14:00 Uhr.

War das denn anstrengend, so viele Stunden am Tag mit den

Kindern zusammen zu sein?

Manchmal schon. Aber ich hatte ja zwischendurch auch Pausen!

Welche Arbeit hat Dir denn am meisten Freude gemacht?

Da gab es ein Bilderbuch, das ich gerne mit den Kindern angeschaut

habe. Es ging darin um Freundschaft und das fand ich sehr

schön.

Du hast Dich also im Kindergarten sehr wohlgefühlt?

Ja, alle waren sehr nett zu mir. Unsere Gruppe hieß 'Die Weltentdecker'

und dort haben zwei Erzieherinnen gearbeitet, die mir viel

gezeigt haben.

Du bist jetzt das erste Jahr in der BPS, wie geht es jetzt weiter?

Die BPS dauert normalerweise zwei Jahre. Ich bin also noch ein

Jahr in der Schule!

Und wo möchtest Du später mal arbeiten?

Mal sehen, ich werde ja in der BPS noch ein Praktikum machen.

Im Kindergarten hat es mir jedenfalls sehr gut gefallen, also mit

Kindern würde ich schon gerne arbeiten. Aber das Praktikum in der

Großküche hat mir auch Spaß gemacht.

Dann wünschen wir Dir viel Glück bei der Berufswahl!

Jessica Schmitz hat ein

Praktikum im Kindergarten absolviert.


Was

sonst noch geschah ...

Makiba eröffnet

'Die Schlossfabrik'

Im Katakombentheater in Essen-Rüttenscheid

feierte das neue Stück 'Die

Schlossfabrik' der integrativen Theatergruppe

'Makiba' am 17. März 2013 seine

'Weltpremiere'. Makiba ist ein Theaterprojekt

des 'Mal anders'-Kulturprogramms des

Franz Sales Hauses.

Unter der Regie von Mareike Covella stehen

Menschen mit und ohne Behinderung

auf der Bühne. 'Die Schlossfabrik' ist das

inzwischen sechste Stück des Ensembles,

... Andreas unterwegs

... Andreas unterwegs

die Kostüme und das Bühnenbild hat Rita

Verbrüggen-Huppertz entworfen und die

Musik wurde von Lupa Covella komponiert.

Das aktuelle Stück hatte das reale Arbeitsleben

als Inspiration und erzählt von

einem Tag munterer, unerschrockener Arbeiter,

die sich in einer kleinen Firma auf

die Reise zu sich selbst und ihren Zielen

aufmachen. 'Herzlich Willkommen, hier

werden all ihre Wünsche wahr …' – so

fröhlich und musikalisch wird jedes neue

Mitglied im Haus begrüßt.

Das Theater Makiba begeistert mit seinem neuen Stück 'Die Schlossfabrik'. Foto: Andreas Bister

... Andreas unterwegs

Doch ist man einmal drin, kann sich dem

düsteren Schloss niemand mehr entziehen.

Denn im untersten Stockwerk tobt

ein unerbittlicher Kampf um Freiheit. Der

Weg zum langersehnten Glück und der

eigenen Befreiung wird an allen Stellen

streng überwacht. Welcher ist der richtige

Weg und wer entscheidet eigentlich darüber?

Das Stück ist am 9. Juni 2013 um 15:30

Uhr im Hotel Franz (Steeler Straße 261,

45138 Essen) und am 23. Juni 2013 um

15:30 Uhr in der Viktoriaschule (nicht

barrierefrei), Kurfürstenplatz 1, 45127 Essen

nochmals zu sehen. Tickets 8,00 EUR

(oder ermäßigt 5,00 EUR) können Sie telefonisch

reservieren: 02 01 . 27 69 - 0.

Andreas Bister

INFO

Der Autor

Andreas Bister ist im Franz Sales

Haus aufgewachsen. Mittlerweile

wird er in seiner eigenen Wohnung

nur noch ambulant betreut

und arbeitet im Integrationsunternehmen

'in time gGmbH'.

In seiner Freizeit ist er viel unterwegs.

Er ist ein guter Beobachter,

fotografi ert viel und

berichtet gerne über seine Erlebnisse.

| 21


22 |

... in der Förderschule

Per Mobilitätstraining

ins Rathaus

Was bereits im Rahmen der Verkehrserziehung

in der Mittel- und Oberstufe

angebahnt und geübt wurde, wird in der

Berufspraxisstufe (BPS) im Lernbereich

'Mobilität' weiter vertieft.

Die Schüler wählen sich möglichst attraktive

Fahrtziele aus, um ihre Fähigkeiten in

der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel

zu erweitern.

Eines dieser Ziele war das Rathaus Essen.

Hier hatten wir am 29. Januar 2013 die

Gelegenheit, an einer Führung teilzunehmen.

Frau Kaufels begrüßte uns im Foyer

des großen Gebäudes und wir erlebten

eine informative und spannende Stunde.

Im Eingangsbereich entdeckten wir die

Steinfi guren der Essener Stadtpatronen

und Heiligen Cosmas und Damian. Nach

diesen beiden sind ja auch zwei Wohnhäuser

auf dem Zentralgelände des Franz

Sales Hauses benannt.

Wir erfuhren, dass im Rathaus der Oberbürgermeister

der Stadt Essen, Herr Reinhard

Paß, seinen Amtssitz hat und dass

sich hier auch die Stadtverwaltung befi ndet.

Anhand einer umfangreichen Fotosammlung

wurde uns zunächst die Essener

Stadtgeschichte erklärt – die alten Fotos

beeindruckten uns sehr.

Dann liefen wir durch lange Flure und gelangten

zum Ratssaal, in dem die Politiker

miteinander diskutieren können.

Mobilität

Mobilität

Mobilität

Wir durften hier auch mal 'Platz nehmen'

und uns vor der Fahne mit dem Essener

Stadtwappen fotografi eren lassen. Das

war 'echt cool' und hat uns viel Spaß gemacht.

Das Highlight zum Abschluss war jedoch

die Fahrt mit dem Aufzug in die 22. Etage

des Rathauses – wie schnell das ging!

Hierhin gelangen Besucher nur, wenn sie

an einer Führung teilnehmen.

Als wir aus dem Aufzug stiegen, sahen wir

wieder das Wappen der Stadt Essen. Darauf

befi nden sich zwei Schilde unter einer

Fürstenkrone. Auf einem Schild ist ein

Schwert, auf dem anderen ist der deutsche

Doppeladler abgebildet.

Anschließend konnten wir aus etwa 100m

Höhe die Stadt bewundern. Von hier oben

sah alles so klein aus. Einige markante

Gebäude wie z. B. das CinemaXX, IKEA,

den Bahnhof usw. fanden wir jedoch recht

schnell.

Wir erfuhren, dass der Oberbürgermeister,

eben weil es hier oben so besonders

schön ist, seine wichtigen Gäste auf

dieser Panorama-Etage empfängt. Das

konnten wir gut verstehen. Für die vielen

interessanten Informationen hatte Frau

Kaufels wirklich einen Applaus verdient!

Und wir waren mit der Wahl unseres Fahrtzieles

'Rathaus Essen' sehr zufrieden!

Beate Reichenberg

Die Schüler durften im Ratssaal Platz nehmen.


Ringen und Raufen

In der letzten Februarwoche gab es für die

Schüler eine Probeschnupperstunde der

besonderen Art: Jeweils eine halbe Stunde

lang konnten sie in einzelnen Gruppen

unter der Leitung von Herrn Gerwing und

Herrn Dresler in der Gymnastikhalle des

Sportzentrums ringen und raufen.

Die Spielregeln waren schnell erklärt:

Kratzen, kneifen, schlagen, treten u. ä.

waren streng verboten. Erlaubt war festhalten,

schieben, drücken, ziehen. Mit

einem 'Stopp' konnten die Schüler ihre

Kämpfe unterbrechen, keiner durfte verletzt

werden.

Nach einer kurzen Aufwärmphase ging es

in Paaren auf die Matten. Sitzend Rücken

an Rücken sich wegdrücken, dem anderen

einen mittelgroßen Medizinball abzunehmen

oder ihn aus dem Vierfüßlerstand

auf den Rücken zu werfen – das waren

die Aufgaben, die von den Schülern mit

großem Körpereinsatz und hochmotiviert

umgesetzt wurden. Dabei gab es viel Gelächter.

Die Regeln wurden fair eingehalten.

Die vielen überschüssigen Kräfte unserer

Schüler zu kanalisieren, Aggressionen abzubauen

und sich in Fairness einzuüben

– das wird demnächst in einer AG 'Ringen

und Raufen' möglich sein.

Rita Vößing

... in den Werkstätten

Eiberger Lädchen

Bereits im vergangenen Jahr waren Bewohner

aus verschiedenen Wohngruppen

des Franz Sales Hauses in die zum Wohnheim

umgebaute ehemalige Kirche Hl.

Dreifaltigkeit gezogen und haben dort in

den oberen Etagen ein neues Zuhause gefunden.

In diesem Jahr sollte nun auch das Erdgeschoss

mit Leben gefüllt werden:

Nachdem es schon längere Zeit keine

Einkaufsmöglichkeiten mehr in direkter

Nachbarschaft gegeben hatte, beobachteten

viele zwei- und vierbeinige Anwohner

aus der direkten Nachbarschaft in den

Tagen vor der Eröffnung neugierig das eifrige

Vorbereiten der Mitarbeiter im Haus

am Schultenweg 137.

Am 4. März 2013 war es dann soweit: Bereits

um 6:00 Uhr in der Früh war Licht

in den Räumlichkeiten zu sehen, da noch

weitere Vorbereitungen zu treffen waren.

Es wurden noch Brötchen geschmiert und

Luftballons dekoriert. Pünktlich um 7:00

Uhr war es dann endlich soweit: Die Mitarbeiter,

Marcella Völling und Frank Feldmann,

konnten die ersten Kunden im Eiberger

Lädchen begrüßen.

Zum Sortiment gehören Backwaren aus

der Bäckerei der Franz Sales Werkstätten,

Schleckermäuler können ihren Bedarf an

Süßwaren decken und mit den aktuellen

Zeitungen und Magazinen ist man immer

auf dem neuesten Stand.

Was sonst noch geschah ...

Was sonst noch geschah ...

Was sonst noch geschah ...

Wer Dekoratives für die eigene Wohnung

oder ein kleines Mitbringsel benötigt,

kann Eigenprodukte des Förderbereichs

der Franz Sales Werkstätten erwerben. Das

Lädchen hat derzeit montags bis samstags

von 7:00 bis 10:00 Uhr geöffnet.

Bald soll mittags der Bistro-Betrieb im

Schultenweg 137 starten. Nicht nur Anwohner

aus dem Umfeld können dann in

netter Atmosphäre im Erdgeschoss speisen.

Wir freuen uns auf eine hungrige

Nachbarschaft.

Claudia Verweyst

Im Erdgeschoss des neuen Wohnheims

hat das Eiberger Lädchen eröffnet.

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... im Sportbereich

LVR-Führungskräfte

zu Gast im Sportzentrum Ruhr

Im Rahmen seiner Führungskräfte-Konferenz

im barrierefreien Hotel Franz ließ

es sich der Landschaftsverband Rheinland

(LVR), größter Leistungsträger für Menschen

mit Behinderung in Deutschland,

nicht nehmen, auch sportlich aktiv zu

werden: Die Führungsriege des LVR besuchte

am 26. Februar 2013 die integrative

Sportgemeinschaft DJK Franz Sales

Haus e. V. im Sportzentrum Ruhr zu einem

Tischtennis-Freundschaftsspiel.

In einem modifi zierten 6er-Mannschafts-

System wetteiferte das Team des LVR um

Marc Janich, Ulrich Lüking, Olaf Bauch,

Franz Dillmann, Dieter Schartmann und

Jürgen Langenbucher, die von rund 50 Zuschauern

angefeuert wurden, gegen eine

integrative Mannschaft der Tischtennis-

Abteilung des integrativen Vereins DJK

Franz Sales Haus e. V. um Punkte, Sätze

und Siege.

Dabei konnten sich die Führungskräfte

des LVR unter anderem mit Sandra Seidel,

Alle Turnierteilnehmer bekamen eine Urkunde von Frau Hoffmann-Badache

und Herrn Oelscher überreicht.

Tischtennis

Tischtennis

Tischtennis

der mehrfachen deutschen Tischtennis-

Vizemeisterin mit geistiger Behinderung,

messen und zeigten sich von ihrem Leistungsvermögen

beeindruckt.

Nach einer Stunde begeistertem Miteinander

durfte sich das integrative Team

des DJK Franz Sales Haus e. V. über einen

13:5 Heimsieg freuen. Auf Seiten der

Gäste beeindruckte insbesondere Dieter

Schartmann, der seine jahrelange Tischtennis-Vereinserfahrung

mit drei Einzelsiegen

erfolgreich in die Waagschale werfen

konnte.

Aufgrund der positiven Resonanz der

Beteiligten schmiedeten Frau Martina

Hoffmann-Badache, Leiterin des Dezernates

'Soziales und Integration' im LVR, und

Herr Günter Oelscher, Direktor des Franz

Sales Hauses, bereits nach der Siegerehrung

erste Pläne für ein Wiederholungsspiel.

Tobias Papies

Turnier

Turnier


... im Kulturbereich

Fotokünstler interpretiert

den Kreuzweg

Der Hagener Fotograf und Künstler William

F. Müller zeigte bis Ostern eine Auswahl

seiner fotografi schen Werke in der

Kirche des Franz Sales Hauses. Es ging

thematisch um eine künstlerische Auseinandersetzung

mit menschlichem Leid und

Erfahrungen des Scheiterns.

Die Fotografi e hat Herr Müller, geboren

1954 in Köln, früh für sich entdeckt. Seine

erste Kamera, eine Pocketkamera, begleitete

ihn schon in den Kindertagen. Seit

2008 nutzt er das Fotografi eren, um Vergangenes

zu verarbeiten. Er setzt dabei

persönliche Erlebnisse und Gedanken zu

Menschen seiner Umgebung künstlerisch

um. Die digitale Fotografi e ermöglicht ihm,

Akzente zu setzen und durch die Bildbearbeitung

Menschen am Rand der Gesellschaft

in den Mittelpunkt der Betrachtung

zu stellen. Seine Motive fi ndet er häufi g

in der Stadt, in Fußgängerzonen oder auf

Plätzen. Er nimmt den Einzelnen in der

Menge in den Blick und experimentiert mit

der Farbigkeit. Er bearbeitet das Fotomaterial

so lange, bis er zu einer stimmigen

künstlerischen Aussage gelangt.

Der Ausstellungsort ist für William F. Müller

lebensgeschichtlich bedeutsam: Von

1960 bis 1972 lebte er im Franz Sales

Haus und machte dort eine Ausbildung

zum Schuhmacher. Er durchlief viele berufl

iche Stationen im Holzhandel, als

Schleifer in der Stahlindustrie, als LKW-

Fahrer und schließlich war er bis 2009

als Busfahrer in Hagen angestellt. Inzwischen

hat er seine Leidenschaft für

die Fotografi e zu seinem Beruf gemacht.

Seine Lebensgeschichte ist mit persönli-

Was sonst noch geschah ...

Was sonst noch geschah ...

Was sonst noch geschah ...

Mit leidvollen Erfahrungen beschäftigte sich die Ausstellung von William F. Müller.

chen Leiderfahrungen verbunden und hat

ihn für die Nöte anderer Menschen sensibilisiert.

Die Foto- und Videokunst wurde

für ihn zu einem Weg, solche Erfahrungen

zu verarbeiten. Die Bilder, die im Rahmen

dieser Ausstellung gezeigt werden, sind

Betrachtungen zum Kreuz und stellen das

Spannungsfeld zwischen Glauben, Hoffnung

und Resignation dar, das sich durch

sein Leben zieht und ihn antreibt. Das

Franz Sales Haus möchte mit seinen Kulturkooperationen

'Mal anders' Herrn Müllers

künstlerisches Werk und seinen Beitrag

zu einer inklusiven Kunst würdigen.

Die Ausstellung 'Zwischen Glaube, Hoffnung

und Liebe' soll den Auftakt bilden,

einer weiteren Öffentlichkeit Ausschnitte

aus seinem Werk vorzustellen. Weitere

Projekte sind geplant.

Justus Könemann

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Ausstellung

Ausstellung

26 |

Ausstellung

'Sticheleien mit

dem Projekt Farbtopf'

Jeder kennt sie: kleine alltäglichen 'Sticheleien'

oder auch das Austeilen von

'Spitzen'. Kaum jemand weiß heute noch,

dass diese Begriffe ihren Ursprung bei den

Näherinnen haben und so verwundert es

auch nicht, dass das 'ZiC'nZaC', ein Näh-

Geschäft in der Essener Innenstadt, seine

dritte Ausstellung 'Art en passant' unter

dieses Motto stellt und einen Querschnitt

von Essens kreativer Szene zeigen will.

Unter der Leitung der Künstlerin Susanne

Nocke nehmen auch die Kulturkooperationen

'Mal anders' des Franz Sales Hauses

an dieser Ausstellung teil. Im Rahmen

des Wochenendworkshops 'Sticheleien mit

dem Projekt Farbtopf', der vom 21. bis 22.

September 2013 stattfi ndet, werden Bilder

zum Thema 'Sticheleien' von Menschen

mit und ohne Behinderung im Franz Sales

Haus entstehen. Das können Collagen aus

Stoffen, Farben, Kohle, Kreide oder Acryl

sein. Alles ist erlaubt, um das Thema kreativ

umzusetzen.

Die Ergebnisse werden vom 5. Oktober bis

2. November 2013, montags bis freitags

von 10:00 bis 19:00 Uhr und samstags

von 10:00 bis 18:00 Uhr im 'ZiC'nZaC', III

Hagen 37, in der Essener Innenstadt zu

sehen sein. Die Kosten für den Workshop

betragen 45,00 EUR, ermäßigt 35,00 EUR.

Anmeldungen: Tel 02 01 . 27 69 - 107.

Dr. Christine Keidel

... im Trägerverein

Das Bildungsprozessmanagement

ging in die Verlängerung

Im Juli 2010 startete das ESF-Projekt 'Bildungsprozessmanagement

für Mitarbeiter

mit Leitungsfunktion in einer Behinderteneinrichtung'

im Franz Sales Haus. In

dem zweijährigen Projektzeitraum wurde

ein EDV-System auf die Beine gestellt,

welches die Profi le aller Arbeitsbereiche

sowie die Kompetenzen der Mitarbeiter

erfasst und teambezogen miteinander

abgleicht. Damit sollte ein Entwicklungs-

und Bildungsbedarf abgebildet werden,

was zu einem dynamischen Entwicklungsprozess

führt.

Da die Erarbeitung eines benutzerfreundlichen

EDV-Systems sehr zeitintensiv ist,

konnten einige Teilprojekte, wie z. B.

Schulungen der Mitarbeiter im Rahmen

der Bildungsbedarfsanalyse, nicht im Projektzeitraum

durchgeführt werden.

Aufgrund dieser Tatsache hatte das ESF-

Team beim Bundesverwaltungsamt eine

Projektverlängerung bis zum 30. April

2013 beantragt und dafür grünes Licht

bekommen. Dadurch konnten wir den

am Projekt beteiligten Mitarbeitern den

Zeitdruck bei der Gesprächsdurchführung,

Ergebnisauswertung und Planung der Personalentwicklungsmaßnahmen

nehmen.

Der Aufschub trug außerdem dazu bei,

das Kompetenzmanagementsystem im

Franz Sales Haus weiter zu etablieren.

Anna Theinen

... im Seelsorgebereich

Dienstältester Messdiener

Der dienstälteste Messdiener im Franz Sales

Haus, Heinz-Josef H., blickt auf eine

vielfältige Geschichte in der Kirche des

Franz Sales Hauses zurück. Zusammen mit

Willi R. ist er seit dem 24. März 1973, also

seit über 40 Jahren, in der Kirche aktiv.

Im Alter von 5 Jahren kam er in ein Waisenhaus

in Bonn. Dort half der damalige

Direktor im Theologenkonvikt der Essener

Priesteramtskandidaten, Hans Faber, regelmäßig

in der Seelsorge aus. Nachdem

Faber die Leitung des Franz Sales Hauses

Heinz-Josef H. in seiner stattlichen

Messdienerrobe.


Jubiläum

Jubiläum

Jubiläum

übernommen hatte, nahm er Heinz-Josef

H. als Bewohner auf. Eine Ordensschwester

brachte ihn von Bonn nach Essen.

Zunächst sei es recht streng zugegangen.

Donnerstags gab es im Haus die Schulmessen.

Als Heinz-Josef gefi rmt worden

war, wurde er gefragt, ob er Messdiener

werden wolle. Im Haus wurden viele Andachten

zelebriert. Im Frühsommer gab es

die Fronleichnamsprozessionen auf dem

Gelände, zu denen auch Pfarrer Sommer

aus St. Gertrud hinzukam. Ein großer Altar

wurde auf dem Schulhof aufgebaut

und Messdiener trugen einen Baldachin.

Es gab nicht so viele Messdiener wie heute.

Heinz-Josef diente zumeist zusammen

mit Willi R., bisweilen auch auf Beerdigungen

auswärtiger Verstorbener.

Einen Höhepunkt gab es in späteren Jahren,

als beide bei der Diakonenweihe des

Seelsorgers aus dem Franz Sales Haus als

'Bischofskapläne' im Essener Dom dienten.

So wurden sie zu bekannten 'Persönlichkeiten'

auf dem Domplatz. Heinz-Josef

H. investiert sogar in sein Hobby: Er hat

es sich nicht nehmen lassen, eine schwarze

und eine rote maßgeschneiderte Messdienerrobe

zu kaufen.

Aber wer meint, dass Herr H. nur das

Messdienen als Hobby hat, sollte ihn

einmal in seiner Wohnung in der Nähe

des Franz Sales Hauses besuchen kommen:

Dort empfängt ihn das Zwitschern

von sechs (!) Wellensittichen. Und eine

Sammlung von lustigen oder spannenden

DVD’s, die er im 'Heimkino' auf seinem

großen Flachbildschirm anschaut.

Als Bayern-Fan macht Herr H. regelmäßig

Urlaub am Tegernsee und in München.

Dort besucht er die Familie eines befreundeten

Rechtsanwalts, der früher Zivildienstleistender

im Franz Sales Haus war.

Justus Könemann

3. integrativer Gospelworkshop

Nach dem großen Erfolg der ersten beiden

integrativen Gospelworkshops von 2008

und 2010 war eine Neuaufl age für alle Beteiligten

selbstverständlich. Doch Micha

Keding, der renommierte Gospelmusiker

aus Bremen, sollte erst mit seinem neuen

Gospelprogramm starten. Das ist jetzt der

Was sonst noch geschah ...

Was sonst noch geschah ...

Was sonst noch geschah ...

Fall! Er bringt wieder musikalische Verstärkung

durch den exzellenten Jazz- und

Gospelpianisten Hilmar Kettwig und seine

Schwester, die Stimmbildnerin Evamaria

Keding mit.

Nach Proben am Freitagabend, Samstag

und Sonntagnachmittag bildet ein Konzert

in der Kirche des Franz Sales Hauses

den krönenden Abschluss. Zu den Möglichkeiten

des Programms gehören auch

ein Training für Sologesang und eine

Einführung in Klavierbegleitung von Gospelsongs.

Anmelden kann man sich ab

sofort unter Tel 02 01 . 27 69 - 432, weitere

Informationen fi ndet man u. a. auf

www.franz-sales-haus.de unter der Rubrik

'Seelsorge'.

Justus Könemann

Der Musiker Micha Keding lädt zu einem Gospel-Projekt ins Franz Sales Haus ein.

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... im Wohnbereich

Raum fürs Miteinander

Auf dem Gelände des ehemaligen Kirchenkomplexes

St. Raphael im südlichen

Essener Stadtteil Bergerhausen entsteht

bis Frühjahr 2014 ein zweigeschossiges

Wohnheim für das Franz Sales Haus. Insgesamt

16 Kinder und Jugendliche mit

geistiger Behinderung sollen hier auf

680 Quadratmetern in Wohngruppen ein

neues Zuhause fi nden. Ergänzt werden

die an der Ahrfeldstraße 3 gelegenen

barrierefreien Wohnräume um ein familienbetreuendes

Büro und ein Ladenlokal.

Großzügigen Freiraum bietet der auf der

In Bergerhausen entsteht ein neues Wohnheim.

Foto: © Koschany + Zimmer Architekten KZA

Innenseite des Gebäudewinkels angesiedelte

kindgerechte Garten.

Der zweigeschossige Gebäudekörper des

neuen Wohnheims entsteht in direkter

Nachbarschaft zu einem ebenfalls von

Koschany + Zimmer Architekten KZA entworfenen

Wohnensemble, bestehend aus

vier Doppelhäusern und einem langgestreckten

Wohnhaus mit 13 Eigentumswohnungen,

das sich optisch mit dem

Wohnheim St. Raphael verzahnt. Beide

Baukörper sind gegeneinander versetzt

und entwickeln bewusst eine gemeinsame

Architektursprache, die sich auf den Ort

bezieht und die Vorteile des Grundstücks

als großzügig durchgrünten Innenbereich

herausarbeitet. So wirkt auf dem ehemaligen

Kirchenareal das Miteinander von

Gemeinnützigkeit und Wirtschaftlichkeit

auch baulich gut zusammen.

Der Baustart des neuen Wohnheims ist

für das dritte Quartal 2013 geplant. Für

die Ausführungsplanung und Objektüberwachung

ist das Architekturbüro Klaus

Lüssem Planungs GmbH aus Essen verantwortlich.

2014 sollen die Bewohner auf

dem ehemaligen Kirchenareal einziehen

können.

Nicola Leffelsend

Nachruf Franz Goebels †

Herr Franz Goebels ist am 4. März 2013

nach langer Krankheit im Alter von 64

Jahren verstorben. Er hat 56 Jahre im

Franz Sales Haus gelebt, zuletzt im Wohnheim

Bischoffstraße.

Er wurde am 11. März 2013 auf dem Parkfriedhof

beigesetzt. Seine Mitbewohner

und Betreuer haben einen Nachruf formuliert:

Franz war ein netter und liebevoller

Mensch. Mit ihm konnte man sich gut unterhalten

und er war jederzeit für einen

Spaß zu haben. Seinen Mitbewohnern

ist vor allen Dingen seine Bereitschaft

zur Garten- und Tierpfl ege aufgefallen:

Er mähte den Rasen und kümmerte sich

um unsere Kaninchen oder ging mit dem

Hund spazieren. Franz war ein sehr offe-


Franz Goebels

ner und ehrlicher Mensch. Was ihm nicht

gepasst hat, sprach er direkt an und war

nie nachtragend. Franz hatte viele Interessen.

Besonders gerne strickte er Schals,

schaute gerne 'Großstadtrevier' und 'Star

Wars'. Am wichtigsten waren für Franz

jedoch ein guter Kaffee und eine selbstgedrehte

Zigarette. Franz hat sich nie

beklagt oder unterkriegen lassen. Sein

Wunsch zu leben hat ihn Berge versetzen

lassen.

Fränzchen – Du wirst uns fehlen …“

Nachruf Klaus Kröhn †

Herr Klaus Kröhn ist am 12. Februar 2013

plötzlich und unerwartet im Alter von 62

Jahren verstorben. Er hat 48 Jahre im

Franz Sales Haus gelebt, viele Jahre davon

in der Gruppe Georg und zuletzt in

der Gruppe Antonius, die einen Nachruf

für ihn formuliert hat:

„Klaus liebte den Sport im Sportzentrum,

ging gerne zum UHU-Club (Basteln für

Menschen 'unter Hundert') und hat aktiv

an allen Festlichkeiten teilgenommen.

Seine größte Leidenschaft war Fußball. Er

war ein großer Fan von Bayern München

und verpasste kein Spiel im Fernsehen.

Er war witzig und für jeden Spaß zu haben.

Wir werden Dich vermissen und danken

Dir für die schöne gemeinsame Zeit,

die Du auf unserer Gruppe verbracht hast.

– 'Danke!' sagen auch die Mitarbeiter der

Gruppe Antonius, sowie Jörg, Franziska,

Muhi, Horst, Hermann, Peter, Richard, Rudolf

und Brigitte.“

Klaus Kröhn

Nachruf Patrick Ermer †

Herr Patrick Ermer ist am 7. April 2013

plötzlich und unerwartet im Alter von 23

Jahren verstorben. Er hat 17 Jahre im

Franz Sales Haus gelebt, zuletzt in der

Gruppe Daniel. Seine Mitbewohner und

Betreuer haben einen Nachruf formuliert:

„Patrick zeichnete sich durch einen starken

Forscherdrang und eine ausgeprägte

Was sonst noch geschah ...

Was sonst noch geschah ...

Was sonst noch geschah ...

Experimentierfreude aus. Voller Neugierde

versuchte er jeden Tag aufs Neue, etwas

Interessantes zu entdecken. Hierbei wurden

kein Schrank und keine Schublade

ausgelassen. Seine besondere Leidenschaft

galt allerdings allen Dingen des

täglichen Lebens, die mit Knöpfen, Schaltern

und elektronischem Spiel ausgestattet

waren. Telefone hatten dabei einen

besonderen Stellenwert. In besonderer

Erinnerung wird uns Patricks charmantes

Lächeln bleiben, mit dem er zum Ausdruck

brachte, wenn er etwas mochte. Wenn er

etwas nicht wollte, konnte er schnell seine

Meinung ändern. Dann kamen seine

beliebten Städtenamen, bevorzugt mit

'-burg' ins Spiel. Dann tauchte auch wieder

sein unvergessliches Lächeln auf. Lieber

Patrick, Du bist nicht mehr da wo Du

warst, aber Du bist überall, wo wir sind.“

Patrick Ermer

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Termine

Termine

09.06.2013

15:30 Uhr: Theaterstück 'Die Schlossfabrik'

im Hotel Franz (Steeler Straße 261,

45138 Essen), Tickets 8,00 EUR (oder ermäßigt

5,00 EUR), Tel 02 01 . 27 69 - 0

22.06.2013

Tischtennis Vereinsmeisterschaften 2013,

Sportzentrum Ruhr

23.06.2013

15:30 Uhr: Theaterstück 'Die Schlossfabrik'

in der Viktoriaschule (nicht

barrierefrei, Kurfürstenplatz 1, 45127

Essen), Tickets 8,00 EUR (oder ermäßigt

5,00 EUR ), Tel 02 01 . 27 69 - 0

28.06.2013

8. Integratives Drachenbootrennen auf

dem Baldeneysee

29.06.2013

'Tag der Begegnung' in Köln, 10:00 bis

18:00 Uhr

30.06.2013

Drachenbootrennen für Mitarbeiter auf

dem Baldeneysee

01.07.2013

Führung 'Unternehmen entdecken',

Zentralgelände, Start 14:00 Uhr

02.07.2013

Führung 'Unternehmen entdecken',

Werkstätten Dahlhauser Straße 239,

Start 14:00 Uhr

05.07.2013

Wohnverbundsfest Dahlhauser Straße

239, 15:00 bis 18:00 Uhr

10.07.2013

Sommerfest im Franz Sales Haus,

Zentralgelände, 13:00 bis 18:00 Uhr,

(13:00 Uhr Gottesdienst/14:00 Uhr

Eröffnung)

13. und 14.07.2013

'Non Stop 24 Stunden Tischtennis-

Turnier'

17.07.2013

Führung 'Unternehmen entdecken',

Zentralgelände, Start 14:00 Uhr

18.07.2013

Führung 'Unternehmen entdecken',

Werkstätten Dahlhauser Straße 239,

Start 14:00 Uhr

22.7. bis 16.08.2013

'Ferienprogramm für Schüler',

Förderschule

10.08.2013

Hausfest Brandhövel 7, 12:00 bis

18:00 Uhr

16.08.2013

Spielplatzfest im Franz Sales Haus,

Zentralgelände, 15:30 bis 18:00 Uhr

17.08.2013

Hausfest Bischofsstraße 128,

15:00 bis 18:00 Uhr

18.08.2013

Sommerfest im Wohnheim Brandhövel 7

28.08.2013

Führung 'Unternehmen entdecken',

Zentralgelände, Start 14:00 Uhr

29.08.2013

Führung 'Unternehmen entdecken',

Werkstätten Dahlhauser Straße 239,

Start 14:00 Uhr

30.08. bis 01.09.2013

5. Integratives Mach-mit-Tischtennisturnier

'MitMenschen' im Sportzentrum

Bitte vormerken:

14. 09. 2013

Fahrradtour für Mitarbeiter auf dem

Niederberg-Panoramaradweg bis

Tönnisheide

Weitere Informationen und Termine

fi nden Sie im Internet auf

www.franz-sales-haus.de

Impressum

Herausgeber: Franz Sales Haus

Redaktionsausschuss:

Direktor Günter Oelscher (verantwortlich),

Valeska Ehlert, Brigitte Hüsselmann,

Manuela Jäger, Justus Könemann,

Barbara Kohlmann, Barbara Piechocki,

Frank Zachäus

Konzeption:

K.A. DESIGN, Essen

Layout und Realisation:

schröder.hebestreit, Witten

Fotos:

Eike Thomsen, Franz Sales Haus

Spendenkonto:

Bank im Bistum Essen

Kto. 677 200 91

BLZ 360 602 95

Stand: 30. April 2013


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Im nächsten Heft

Herausforderndes Verhalten in der Werkstatt |

Radtouristen im Hotel Franz

Franz Sales Haus

Steeler Straße 261

45138 Essen

Tel.: 0201 . 2769 - 0

Fax: 0201 . 2769 - 270

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