Vollversion (7.42 MB) - Forschungsjournal Neue Soziale Bewegungen

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Unterstützung der Umweltbewepunp 33

wächse verzeichnen. In der Summe ergibt sich

daraus eine leichte Zunahme bei den mittelgroßen

Organisationen in Berlin. Die kleinen

Organisationen konnten in der Summe einen

Zuwachs an Mitgliedern verzeichnen. Dieser

ging auf Neugründungen, aber auch auf das

Wachstum bestehender Gruppen zurück. Einige

Gmppen hatten allerdings eine deutliche

Verkleinerung zu verkraften; andere konnten

sich bis Mitte der 1990er Jahre vergrößern und

verloren danach wieder Mitglieder.

Unsere Befragung von nationalen Umweltorganisationen

in Deutschland sowie Umweltorganisationen

in Berlin ergibt einen überraschenden

Befund: Entgegen der verbreiteten Wahrnehmung,

die Umweltbewegung befinde sich

im Niedergang, nehmen die Mitgliederzahlen

zu. Dies gilt in stärkstem Maße für die großen

nationalen Umweltverbände, die in den letzten

Jahren auf professionelle Mitgliederwerbung

gesetzt haben. Doch auch mittelgroße und kleine

Organisationen auf nationaler Ebene und in

Berlin konnten in der Summe Zuwächse verzeichnen.

3.2 Aktive Mitglieder

Die Zahl der Aktiven liegt in den Umweltorganisationen

unter der Zahl der formellen Mitglieder,

was kaum überrascht. Bei den nationalen

Umweltorganisationen ist, soweit darüber

Informationen verfügbar sind, oftmals nur ein

kleiner Teil der Mitglieder aktiv. Dagegen liegt

bei den Berliner Umweltorganisationen der

Anteil der aktiven Mitglieder tendenziell höher.

In mehreren Organisationen ist die aktive Mitarbeit

nicht an eine formale Mitgliedschaft gebunden.

In manchen Organisationen wird die

Arbeit von Freiwilligen geleistet, während die

formelle Mitgliedschaft den Organisationen vor

allem finanziell zugute kommt. Formelle Mit­

gliedschaft ist oftmals keine Bedingung für

eine Mitarbeit.

Eine Trendaussage über die Zahl aktiver Mitglieder

von Umweltorganisationen muss aufgrund

zahlreicher fehlender Angaben zurückhaltend

ausfallen. 7

Einige der kleinen und mittelgroßen

nationalen Organisationen hatten

zwischen 1988 und 1997 einen ganz erheblichen

Rückgang an aktiven Mitgliedern zu beklagen,

während andere deutliche Zuwächse

verzeichnen konnten. Im Durchschnitt stieg die

Zahl bis 1991 an und fiel danach kontinuierlich

ab.

Das Problem einer lückenhaften Datengrundlage

stellt sich auch bei den Berliner Organisationen,

wenngleich hier die Lücken geringer

sind. 8

Im Aggregat weisen die Daten ebenfalls

auf einen Rückgang der Aktiven hin.

Insbesondere ab 1995 geht die durchschnittliche

Zahl der aktiven Mitglieder in den befragten

Berliner Organisationen stetig zurück. Doch

auch in Berlin gibt es sehr unterschiedliche

Entwicklungen, die im Aggregat verdeckt werden.

Einige Organisationen mussten Rückgänge

der Zahl aktiver Mitglieder verbuchen, während

bei fast ebenso vielen Organisationen ein

gegenläufiger Trend festzustellen ist. Wir vermuten,

dass die aktiven Mitglieder in Berliner

Umweltorganisationen zwischen 1988 und

1997 etwas weniger geworden sind. Entscheidend

für diese Annahme ist die sehr wahrscheinliche

Abnahme der Zahl von bestehenden

Umweltgruppen im Untersuchungszeitraum.

9

Eine Verlagerung der Aktiven von alternden

und sich auflösenden Organisationen

hin zu neu gegründeten Organisationen hätte

sich in unserer Befragung in steigenden Zahlen

widerspiegeln müssen, denn die aufgelösten

Organisationen sind von uns nicht erfasst

worden. Stattdessen konstatieren wir trotz der

zahlreichen Neugründungen unter den befragten

Organisationen in Berlin einen leichten

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