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Die Lokale Agenda 21 43

Bislang ist die Umsetzung in den deutschen

Kommunen nur partiell gelungen. Im Mai

2002 ermittelte Agenda-Transfer in Deutschland

2.297 kommunale Beschlüsse zur LA

21. Das sind 16,2 Prozent aller deutschen

Städte, Gemeinden und Kreise 6

. Erst seit

1997, also fünf Jahre nach der Rio-Konferenz,

nahm die Anzahl der Beschlüsse stark

zu (Abb. 1).

Auffällig ist dabei, dass die Umsetzung der

LA 21 von Bundesland zu Bundesland stark

variiert (vgl. Abb. 2). Entsprechend der Erhebung

von ,Agenda-Transfer' lassen sich die

Bundesländer bezüglich ihrer Agenda-Beschlüsse

in vier Gmppen einteilen. Die Vorreiter

der LA 21 sind die Stadtstaaten und der

Westen. In allen Stadtstaaten liegt ein Beschluss

zur Erstellung einer LA 21 vor. Im Westen

(NRW, Hessen, Saarland) liegt die Anzahl der

Beschlüsse bei ca. 60 Prozent.

Abb. 2: Kommunale Beschlüsse zur Lokalen Agenda 21

(Quelle: Agenda-Transfer, Stand: Mai 2002).

Das Mittelfeld bildet der Süden (Bayern, Baden-Württemberg),

wo etwa 30 Prozent der

Kommunen einen entsprechenden Beschluss

gefasst haben. In absoluten Zahlen entfallen

die meisten Beschlüsse allerdings auf den Süden

(678 allein in Bayern), da hier die größte

Anzahl der kommunalen Gebietskörperschaften

(2.056 Städte und Gemeinden und 71 Landkreise)

zu finden ist.

Die übrigen Bundesländer können als Nachzügler

bezeichnet werden. Zu dieser Gmppe

gehören die Bundesländer im Norden, im Osten

und Rheinland-Pfalz. Alle neuen Bundesländer

kommen nicht an den bundesdeutschen

Durchschnitt heran, jedoch liegen Mecklenburg-Vorpommern

(14,7 Prozent) und Thüringen

(12,7 Prozent) noch im unteren Mittelfeld,

während in Sachsen-Anhalt und Brandenburg

weniger als 4 Prozent der Kommunen einen

LA 21-Prozess aufweisen können.

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