FRÄNZI – FORUM - Franziskanergymnasium Bozen

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FRÄNZI – FORUM - Franziskanergymnasium Bozen

Soziales

Vinzibus und

Altersheimbesuche

Seite 2

Vortrag

Peter Frey

über die

Medienwelt

Seite 4

Website

Auszeichnung

für Prof.

Niederseer

Seite 5

Enzyklika

Schülerarbeit

über Erotik

und Glaube

Seite 6

Ex-Fränzi

Ein Interview

mit Peter

Mayrl

Seite 7

Impressum

Seite 7

Spedizione in A.P.- 70% DCI BZ - quadrimestrale - in caso di mancato recapito, restituiere al CPO - Bolzano

Lehrkräfte, Schüler, Eltern und Schulbehörde

kommen Jahr für Jahr zu Unterrichtsbeginn

in allen möglichen Medien zu Wort und sprechen

v.a. von anstehenden „Änderungen“, von

didaktischen Neuerungen, die den Schülern

das Lernen erleichtern sollen, aber auch von

organisatorischen Fragen (Fünf- oder Sechstage-Woche?)

und von den Bedürfnissen v.a.

der Familien und der Schüler. Vieles sei schon

geschehen, so hört man, und das sei gut so, denn

die Schule habe einen Wandel dringend nötig,

um unsere Jugend auf den globalen Wettbewerb

vorbereiten zu können.

Wie der aussehen könnte, haben Südtirols Maturanten

heuer im Sommer beim Eignungstest für

Mediziner in Österreich bekommen: Bundesdeutsche

und österreichische Schulabgänger

waren im Durchschnitt deutlich besser als die

aus unserem Land.

Woher kommt ein so ernüchterndes Ergebnis?

Etwa von den veralteten Unterrichtsmethoden

bei uns? Oder gar davon, dass wir noch weitgehend

die Sechs- statt der familienfreundlichen

Fünftage-Woche haben? Ich glaube (und bin mir

gleichzeitig bewusst, mich damit wieder unbeliebt

zu machen) es liegt vielmehr daran, dass

Ausgabe 2/2007

FRÄNZI FORUM

F r a n z i s k a n e r G y m n a s i u m

Ohne Fleiß kein Preis

Leistung muss mehr zählen in der Schule

Leistung zu wenig zählt in Südtirols Schule. In

keinem Statement zum neuen Schuljahr habe

ich etwas von „Ausdauer, Fleiß und Anstrengung

beim Lernen“ gelesen oder gehört, höchstens

davon, dass die Schule „die Lust am Lernen“

wecken müsse. Darin stimme ich überein, das

soll sie auch wirklich und darum bemüht sie

sich auch. Doch „Ausdauer, Fleiß und Anstrengung“

bereiten nun einmal keine Lust, und ohne

sie ist es leider nicht möglich, gute Leistungen

zu erzielen. Es ist an der Zeit, endlich wieder

deutlich zu sagen, dass der schulische Erfolg

ganz wesentlich von der Bereitschaft der Schüler

abhängt, sich die Inhalte des Unterrichts

anzueignen.

Dabei darf es nur eine ganz untergeordnete

Rolle spielen, ob ihnen eine Lehrkraft und

ihre Methoden „gefallen“ oder nicht. Es ist

ein Betrug an den Schülern, so zu tun, als ob

sie zurecht in Mathematik oder Geschichte

nur bescheidene Ergebnisse erzielten, weil

die Lehrkraft ihnen die Inhalte nicht „gefällig

genug“ präsentiere oder zu langweilig sei. Ich

verstehe, dass es Schülern leichter fällt, einer

faszinierenden Lehrkraft zuzuhören. Dass aber

Eltern mangelhafte Leistungen ihrer Kinder mit

zu wenig interessantem Unterricht entschuldigen

und gewissermaßen Schule und Lehrkräfte

dafür verantwortlich machen, darf nicht hingenommen

werden.

Das ist der große Trugschluss, dem zu viele am

Schulgeschehen Beteiligte aufsitzen: Sie glauben,

die Schule könne mit geeigneten Methoden

den Schülern das Lernen abnehmen. Das kann

sie nicht und wird sie auch nie können. Solange

aber einzig die Schule verantwortlich gemacht

wird für den Lernerfolg und nicht auch die

Schüler, und solange es nicht als Wert angesehen

wird, von den Schülern Leistung zu verlangen,

werden wir uns daran gewöhnen müssen,

dass unsere Schulabgänger im internationalen

Vergleich hinterherhinken.

Dir. Wolfgang Malsiner

Fränzi - Forum 1


Wie ist es um das soziale

Engagement unserer

Schüler bestellt? Nicht

schlecht, meint Frau

Prof. Toggenburg, Religionslehrerin

an der

Mittelschule, die seit

einigen Jahren die Initiativen

des Franziskanergymnasiums

auf

diesem Gebiet begleitet

und koordiniert.

V.a. zwei Initiativen

tun sich darin hervor:

ein Besuchsdienst im

Altersheim, der unter

dem Namen „Ich

besuche dich“ läuft,

und der „Vinzibus“,

eine Essensausgabe an

Obdachlose in Zusammenarbeit

mit der

Vinzenzgemeinschaft.

Beide Projekte sind Teil

des Nachmittagsangebotes

der Schule und

können damit von den

Schülern in Alternative

zu anderen Veranstaltungen

des Wahlpflichtbereiches

belegt

werden. Also doch nur

eine lästige Pflicht, die

einige Schüler eben

erledigen, weil sie nun

einmal eines dieser

Projekte für den Nachmittag

gewählt haben?

Nein, verrät uns Frau

Prof. Toggenburg im

Gespräch, das wir mit

ihr darüber führten…

Fränzi - Forum 2

Tankstelle menschlicher Wärme

Sozialinitiativen der Schule

Frau Prof. Toggenburg

Fränzi-Forum: Wie sehen die Altersheimbesuche

des Dienstes „Ich besuche dich“ aus?

Prof. Toggenburg: Die Schülerinnen und Schüler

können sich ab der dritten Klasse Mittelschule

zu diesem Dienst anmelden. Heuer haben wir

in drei verschiedenen Heimen gearbeitet. Den

Jugendlichen macht es Freude, einen Nachmittag

pro Woche mit den alten Menschen zu basteln,

ihnen etwas vorzulesen, sie spazieren zu führen

oder ihnen auch einfach nur zuzuhören. Mich

beeindruckt immer, mit wie viel Spontaneität

und Kreativität die Schüler an diese Aufgabe

herangehen und wie schnell sie eine Beziehung

zu den Senioren herstellen. In kürzester Zeit

bewegen sie sich ganz unbefangen und vertraut

in diesem für sie zunächst neuen Ambiente.

Und für die Schüler ist es natürlich ein schönes

Erlebnis, wenn sie merken, wie sehr sie von den

alten Menschen erwartet werden und wie sehr

diese sich jedes Mal auf den Nachmittag mit den

Jugendlichen freuen.

Fränzi-Forum: Die Schüler verpflichten sich also

ein Semester lang zu diesen Besuchen …

Prof. Toggenburg: So war es jedenfalls vorgesehen.

Aber die Realität hat dann etwas gezeigt,

worauf wir als Schule auch ein wenig stolz sein

dürfen: Nur ganz wenige haben nach Ablauf des

vorgesehen Zeitraumes mit ihrem Dienst aufgehört.

Die meisten führen die Besuchsnachmittage

auf freiwilliger Basis das ganze Schuljahr hindurch

(und manchmal auch darüber hinaus) weiter.

„Wir können doch jetzt nicht einfach aufhören,

wo sich die alten Menschen so auf unseren

Besuch freuen,“ ist das häufigste Argument dafür.

So war es heuer z.B. nicht einfach, allen Schülern

Besuchsnachmittage zuzuteilen, weil einige Schüler

des letzten Jahres immer noch „ihre“ Senioren

besuchen wollten…

Ivo de Concini (3. Klasse Lyzeum) bei der Essensausgabe im Vinzibus


Fränzi-Forum: Was bewegt die Schüler zu diesem

Engagement?

Prof. Toggenburg: Ich glaube, dass sie zuerst

einmal einfach eine ganz neue Erfahrung machen

möchten. Sie sehen es als Herausforderung an,

sich mit einer Seite des Lebens auseinander zu

setzen, die sie kaum kennen. Dann hören sie

mittlerweile auch von vielen, die das schon vor

ihnen gemacht haben, dass es „toll“ sei. Sicher

spielt aber auch die christliche Ausrichtung der

Schule eine Rolle, zumal unsere soziale Verantwortung

ein zentrales Thema nicht nur des Religionsunterrichts

ist und der Geist des heiligen

Franziskus das Mit- und Füreinander an unserer

Schule ja doch spürbar prägt.

Fränzi-Forum: Was genau passiert beim „Vinzibus“?

Prof. Toggenburg: Dieses Angebot ist für die

Lyzealklassen vorgesehen. Nachdem die Schüler

von Mitgliedern der Vinzenzgemeinschaft auf

ihren Einsatz vorbereitet werden, fahren sie an

bestimmten Tagen abends mit dem „Vinzibus“

zum Laurinpark, um dort Obdachlose mit Broten,

Suppe oder warmen Getränken zu versorgen.

Die Brote werden übrigens auch von einer

Gruppe Fränzi-Schüler zubereitet. Die Jugendlichen

sind dabei immer eingebunden in ein

Team von ehrenamtlichen Mitarbeitern. Mit der

Essensausgabe allein ist es aber nicht getan. Es ist

den Helfern auch sehr wichtig, das Gespräch mit

diesen „Gestrandeten“ zu suchen und ihnen auf

diese Weise so etwas wie menschliche Wärme

Valentina Moderno (3A 2006/07) im Altersheim

und Anteilnahme zu schenken genau das, was

diese Menschen am meisten brauchen.

Fränzi-Forum: Wie erleben die Schüler diese

Begegnungen?

Prof. Toggenburg: Da lassen wir am besten

eine Schülerin zu Wort kommen, die schon das

zweite Jahr diese Aufgabe übernommen hat:

„Wir treffen uns um halb acht Uhr abends beim

Laurinpark und teilen Brote, Suppe oder warmen

Tee an die Obdachlosen aus. Diese Menschen

haben meistens eine schwierige Vergangenheit

und sind ungewollt auf der Straße gelandet.

Entgegen vieler Vorurteile sind die meisten von

ihnen höflich, und manchmal entsteht sogar so

etwas wie Freundschaft zwischen uns. Für mich

ist die Arbeit beim „Vinzibus“ eine tiefe, fruchtbringende

Erfahrung, die uns die Möglichkeit gibt,

Menschen am Rand der Gesellschaft kennen-

und schätzen zu lernen. In vieler Hinsicht ist es

ein Geschenk, weil man dadurch eine Menschlichkeit

erlangt, die man sonst nur selten bekommen

würde.“

Vor einigen Jahren hat sogar eine Schülerin

ihre Maturafacharbeit zum Thema „Vinzibus“

gemacht. Und auch hier zeigt sich wieder dasselbe

Phänomen: die Jugendlichen arbeiten oft

über ihren Projektzeitraum hinaus auf freiwilliger

Basis weiter.

Fränzi-Forum: Danke für das Gespräch!

Clemens Pernter (Oktava 2007)

Soziales

Fränzi - Forum 3


Schule

Fränzi - Forum 4

Medienwelt im Wandel

ZDF-Journalist Peter Frey zu Gast

Auf Vermittlung des Direktors des Südtiroler

Kulturinstitutes Dr. Peter Silbernagl (selbst

ehemals Schüler unseres Gymnasiums) sprach

am 29. Mai Peter Frey im Heimsaal des Gym-

Vor zwölf Jahren wurden die Nachprüfungen

an den Oberschulen abgeschafft. Jetzt aber hat

Unterrichtsminister Fioroni sie wieder eingeführt.

Die Nachhilfelehrer wittern bereits das

große Sommergeschäft!

Für alle, die mit der Schulwelt nicht mehr

recht vertraut sind, kurz die bisherige Regelung:

Oberschüler, die am Ende eines Schuljahres

in höchsten zwei Fächern (an einigen Schulen

konnten es in Ausnahmefällen auch mehr sein!)

„nicht schwerwiegende“ Defizite aufwiesen

(also zumindest die Note fünf hatten), bekamen

auf Klassenratsbeschluss den ominösen „Sechser

mit Sternchen“ und wurden sozusagen

mit Vertrauensvorschuss in die nächste Klasse

versetzt; die Schule musste dann im Laufe

des darauf folgenden Schuljahres überprüfen, ob

diese Schüler ihre Rückstände aufgeholt hatten.

Der Gesetzgeber hatte allerdings nicht geregelt,

was passieren sollte, wenn Schüler ihre Lernrückstände

auch im Laufe des nächsten Schuljahres

nicht aufholten.

Das war sicherlich der große Schwachpunkt

der bisherigen Regelung. Deshalb glaubten viele

nasiums zu den Schülern der 5. 6. und 7. Klasse.

Der bekannte Fernsehjournalist („Berlin direkt“,

„Heute-Journal“) unterhielt sich mit den Schülern

über seine Arbeit und die Entwicklung des

Journalismus in einer Zeit rasch sich wandelnden

Medienkonsums. Er ging dabei v.a auf die Rolle

des Internets ein, weil es die Hauptursache dieser

Veränderung sei, und wagte einen Ausblick

darauf, wie die „arrivierten“ Medien, wie es z.B.

„sein“ öffentlich-rechtlicher Sender ZDF sei,

darauf reagieren könnten.

Ausführlich diskutierte er die Frage der ethischen

Verantwortung des Journalisten und den heiklen

Aspekt der äußeren Einmischung in die Nachrichtengestaltung.

Die zahlreichen Fragen der Schüler belegen das

große Interesse, das diesem Thema entgegengebracht

wurde.

Peter Frey war auf Einladung des Südtiroler Kulturinstitutes

nach Südtirol gekommen, um sein

neues Buch „77 Wertsachen. Was gilt heute?“

vorzustellen.

ERNEUT NACHPRÜFUNGEN

Unterrichtsminister erwägt Wiedereinführung

Schulleute (u.a. offensichtlich auch der Minister)

zu beobachten, dass ein Teil der Schüler

es mit dem Aufholen nicht so ernst nehme, weil

der Druck fehle, gleich im Herbst eine Prüfung

bestehen zu müssen. Allerdings gehen die Meinungen

in diesem Punkt unter den Experten

weit auseinander. Viele verteidigen nämlich die

bisherige Regelung und sagen, dass die Schüler

ohne Nachprüfungen mehr Zeit und Möglichkeiten

hätten, ihre Defizite aufzuholen.

Noch sind allerdings einige organisatorische Fragen

zu klären: Muss die Schule im Sommer Aufholkurse

für die Schüler mit negativen Schlussnoten

organisieren? Wer hält diese Kurse? Und

v.a.: Wer bezahlt sie? …

Mit oder ohne Kurse an der Schule: Das große

Sommergeschäft für die Nachhilfelehrer wird

wieder beginnen. Übrigens: Bei der Abschaffung

der Nachprüfungen 1995 wurde u.a. ins Feld

geführt, dass damit weniger Nachhilfestunden

bezahlt und auf diese Weise die Steuerhinterziehung

eingedämmt werde…


Bienen und Computer...

Auszeichnung für Prof. Niederseer

Prof. Niederseer

Fränzi-Forum: Diese Auszeichnung war nicht wirklich

zu erwarten…

Prof. Niederseer: Es war tatsächlich überraschend,

als Dilettant in diese nationale Auswahl

zu kommen. Der Großteil der Konkurrenz

bestand nämlich aus Vollprofis. Den ersten Platz

in unserer Kategorie gewann z.B. eine Multimedia-CD-Rom

über Tempelanlagen in Sizilien,

die mit einem hohen Budget und viel Personal

erstellt wurde. Wir haben unsere Homepage

jedoch in der Freizeit gemacht. So gesehen ist

das schon ein toller Erfolg.

Fränzi-Forum: Was hat an der von Ihnen gestalteten

Homepage besonders überzeugt?

Prof. Niederseer: Ein Vorzug ist die Dreisprachigkeit

unserer Seite, weil Mehrsprachigkeit auf

italienischen Homepages ein sehr großes Manko

ist.

Fränzi-Forum: Das allein wird es aber nicht gewesen

sein…

Prof. Niederseer: Nein. Zum zweiten geht

unsere Seite sehr schnell auf, funktioniert auch

bei analogen Modems und ohne Plug-Ins, d.h. also,

es können viele User die Seite besuchen, ohne

von technischen Spielereien, die vielleicht nicht

einmal funktionieren, gestört zu werden.

Drittens spielte die Vergrößerbarkeit der Schrift

eine Rolle.

Diese Vorzüge waren bei uns gegeben und verhalfen

uns zum zweiten Platz.

Vermutlich hat die Jury auch die für sie exotischschöne

Landschaft um den Plattnerhof in den

Bann gezogen.

Fränzi-Forum: Hatten Sie Hilfe bei der Zusammenstellung

der Seite?

Prof. Niederseer: Nein, die Homepage haben

Frau Schulte und ich alleine zusammengestellt.

Uns stand aber ein Hobby-Bienenfotograph, Luca

Mazocchi, zur Seite. Auch die Texte haben wir

selbst geschrieben, wobei uns Professor Mezzalira

und Frau Professor Elliott bei der italienischen

und der englischen Fassung sehr geholfen

haben.

Fränzi-Forum: Interessieren Sie sich auch selbst für

Imkerei und Bienen?

Prof. Niederseer: Ich züchtete mit 20 Jahren

einmal für einige Jahre Bienen, musste dann aber

die Imkerei leider aus Zeitmangel aufgeben. Aus

dieser Zeit habe ich einige Praxiskenntnisse.

Außerdem unterrichtete ich mehr als zehn Jahre

lang am Franziskanergymnasium das Fach Naturkunde.

Fränzi-Forum: Danke für das Gespräch!

Wer sich die Seite ansehen will, findet sie unter

www.museo-plattner.it

Toni Widmann (2. Klasse Gymnasium)

Ein Ereignis, das zwar

nicht mehr ganz

aktuell ist, soll hier

dennoch besprochen

werden, weil es

zu unserer großen

Freude eine unserer

Lehrkräfte betrifft: Im

vergangenen Winter

wurde die Homepage

des Bienenmuseums

Plattner-Hof beim

eContent-Award in

Mailand in der Kategorie

eScience mit

dem zweiten Preis

ausgezeichnet. Erstellt

wurde sie von Harald

Niederseer, Professor

für Mathematik und

Informatik am Franziskanergymnasium,

zusammen mit seiner

Mitarbeiterin Viola

Schultes. Professor

Niederseer und Frau

Schultes nahmen die

Ehrung stellvertretend

für den Verantwortlichen

des Museums,

Robert Gramm, entgegen.

Bemerkenswert

ist dieser Erfolg v.a.

deshalb, weil die Seite

in Eigenregie, d.h. ohne

professionelle Hilfe,

erstellt worden ist und

sich gegen so renommierte

Mitbewerber

wie die “Musei Vaticani“

oder die Generalkommandatur

der

Carabinieri behaupten

konnte.

Das Fränzi-Forum hat

mit Prof. Niederseer

über diesen großartigen

Erfolg gesprochen.

Fränzi - Forum 5


SCHÜLERARBEIT

Fränzi - Forum 6

Erotik und Glaube

Überlegungen nach der Papst-Enzyklika

Erotik und christlicher Glaube zwei total

konträre und entgegengesetzte Begriffe, möchte

man auf den ersten Blick meinen. Doch die

Enzyklika „Deus caritas est“ von Papst Bendedikt

XVI widerlegt die anscheinende Dissonanz

und macht den Leser auf erstaunliche Zusammenhänge

zwischen Erotik und Religion, und

damit zwischen Geist und Körper aufmerksam.

Der Papst geht vom Menschen selbst aus, der

ja aus Leib und Geist besteht. Dasselbe gilt nun

auch für die Liebe. Sie setzt sich aus Eros und

Agape zusammen, die wie Körper und Seele

unzertrennlich sind. Das eine ist Liebesbegehren,

das andere Liebe als Hingabe und Sorge für den

anderen. Beide Formen der Liebe ergänzen sich.

Dies ist die Grundlage, um nun folgendes zu verstehen:

Der Eros braucht den Glauben, damit die

Sexualität und damit eben die Erotik nicht

falsch verstanden und missbraucht wird: Ohne

den Glauben wird sie zu einer rein körperlichen

Erfahrung, was auf Kosten der Menschenwürde

geht. Dann wird nämlich der Mensch zu einem

Objekt, zu einer Ware und er verliert seinen

Wert.

Aber auch die rein geistige Liebe ohne das Körperliche

ist so gut wie unvorstellbar, und zwar

sowohl in zwischenmenschlichen Beziehungen

als auch in der zwischen Gott und Mensch.

Indem sich uns Gott über die Kirche, über die

Eucharistie zeigt, können wir erst eine richtige

Verbindung zu ihm aufbauen. Ohne dieses

körperliche Element würden wir keinen Orientierungspunkt

in unserem Glauben haben,

nichts, woran wir uns festhalten könnten. Und

so braucht auch der Mensch in der zwischen-

menschlichen Liebe den Körper, ohne den er „in

der Schwebe hängen würde.“

Wie wir also sehen, haben christlicher Glaube

und Erotik mehr gemeinsam, als man glauben

würde. Das eine hilft dem anderen, dass es

nicht zu etwas degradiert wird, was es nicht sein

sollte. Ein Beispiel dafür wäre, wie schon genannt,

die Sexualität, die ohne die spirituelle Dimension

zu einer reinen Lustbefriedigung wird.

Glaube und Erotik, Geist und Körper gehören

eben zusammen, ob man es glaubt oder nicht.

Hanna Welponer (Oktava 2007)

Zwei Darstellungen von Adam und Eva, unten von Michelangelo, oben von Albrecht Dürer


Hochzeitsgeschenke für die Schule

Interview mit Peter Mayrl

Fränzi-Forum: Herr Mayrl, Sie haben sogar Ihre

Hochzeitsgäste dazu eingeladen, für den Umbau

des Franziskanergymnasiums zu spenden, anstatt

Ihnen Geschenke zu bringen. Wie kamen Sie auf

diese Idee?

Peter Mayrl: Ich habe nicht für den Umbau,

sondern für bedürftige Schüler gespendet! Auf

jeden Fall fand ich dies interessanter als die

übliche Hochzeitsliste, und einige der Hochzeitsgäste,

u.a. auch einige ehemalige Fränzi, scheinen

diese Idee ganz gut gefunden und großzügig

gespendet zu haben.

Fränzi-Forum: Im angelsächsischen Raum, v.a. in

Amerika ist es üblich, Einrichtungen, die einem am

Herzen liegen auch finanziell zu unterstützen, während

das in Europa kaum passiert. Warum, glauben

Sie, ist das so?

Peter Mayrl: Im angelsächsischen Raum hat

dies tatsächlich eine lange Tradition, es wird

aber langsam auch woanders eingeführt. Ich

habe nach der Matura an der Bocconi in Mailand

studiert und meinen Master in Fontainebleau bei

Paris gemacht. Beide Institute sind von Privaten

gegründet worden und werden weiterhin von

Privaten (v.a. über Stiftungen) finanziert. In Kontinentaleuropa

wird Schule weiterhin als staatliche

Aufgabe gesehen, deshalb gibt es weniger private

Schulen und weniger ehemalige Schüler, die ihre

Schulen finanziell unterstützen.

Ich glaube aber, dass der Anteil an privaten

Schulen auch in Kontinentaleuropa steigen wird,

und dies aus folgenden Gründen: Einmal, da die

christliche Religion in den staatlichen Schulen

immer weiter verdrängt wird, werden viele

Eltern auf Schulen mit einem christlichen Hintergrund

ausweichen; zweitens können private

Schulen zusätzliche Dienstleistungen anbieten,

wie z.B. Ganztagsbetreuung.

Fränzi-Forum: Viele Dienstleistungen, die in der

Vergangenheit v.a. in den Händen von kirchlichen

Einrichtungen lagen, z.B. Schulen und Krankenhäuser,

werden heute von der öffentlichen Hand erbracht.

Allerdings machen es die knappen Kassen auch für

die öffentliche Hand zunehmend schwieriger, alle

Impressum: Fränzi - Forum

Eigentümer und Herausgeber: Wolfgang Malsiner,

Franziskanergymnasium Bozen

Eintragung beim Landesgericht Bozen: Nr. 2/2003

R.ST. am 20/3/2003

diese Dienste abzudecken. Wie könnte man Private

animieren, wieder vermehrt die Aufwendungen in

diesen Bereichen mitzutragen?

Peter Mayrl: Um Private, v.a. ehemalige Schüler

und Eltern der Schüler, zu animieren, ist es notwendig,

ein „dedicated team“ zu haben, das sich

professionell um deren Spenden kümmert. Dazu

gehört natürlich die Pflege der Kontaktdaten,

aber es braucht auch Personen, die sich auf freiwilliger

Basis darum kümmern, eine Zeitschrift,

die die Spender auflistet nach verschiedenen

Kategorien (je nach Größe der Spende natürlich),

etc.

Fränzi-Forum: Noch eine Frage gewissermaßen in

eigener Sache: Welche Möglichkeiten sehen Sie als

Mann der Wirtschaft, dass die Unternehmen sich

mehr im Bereich Bildung konkret: für Privatschulen

engagiert?

Peter Mayrl: Im angelsächsischen Raum sind

Spenden in diesem Bereich steuerlich absetzbar,

und natürlich ist auch ein bisschen Werbung

damit verbunden, wenn ein Unternehmen als

Sponsor einer Schule oder einer Schulveranstaltung

auftritt.

Fränzi-Forum: Danke für das Gespräch!

Hanna Widmann (2. Klasse Gymnasium)

Verantwortlicher Schriftleiter: Dr. Walther Werth

Redaktion: Wolfgang Malsiner, Clemens Perntner,

Elfriede Zanellati, Christian Romano, Toni Widmann,

Hanna Widmann

Gestaltung: Thomas Tschager

Druck: Ferrari Auer Bozen

Peter Mayrl, Jahrgang

1965, stammt aus

Bozen und besuchte

das Franziskanergymnasium.

Nach der

Matura studierte er an

der Bocconi in Mailand

und machte anschließend

seinen Master

of Business Administration

am INSEAD

(Institut Européen

d‘Administration des

Affaires) in Fontainebleau

bei Paris.

Er ist verheiratet,

Vater zweier Töchter

und lebt in Mailand.

Beruflich pendelt er

zwischen Mailand und

München, wo er als

Investmentdirektor für

die Allianz-Versicherungsgruppe

tätig ist.

Fränzi - Forum 7


Wir gratulieren:

Zum Studienabschluss:

Elisabeth Vantsch, Spanisch,Kunstgeschichte,

Germanistik, Komparatistik,

Innsbruck

Johanna Brugger,

Rechtswissenschaften,

Innsbruck

Jimmy Loro, Rechtswissenschaften,Innsbruck

Ulrich Mamming,

Rechtswissenschaften,

Innsbruck

Angelika Pedron, Germanistik,

Innsbruck

Klara Tutzer, Griechisch,

Latein, Innsbruck

Zur Hochzeit:

Georg Gasser und Evi

Maria Meister

Bernd Andergassen

und Franziska Marie

Reinhardt

Florian Ebner und

Chiara Cavallini

Angelika Fauster und

Stefan Pircher

Maria von Lutterotti

und Florian Klauder

Zur Geburt:

Prof. Oberrauch und

seiner Frau Uli zur

Geburt ihres Sohnes

Fabian

Prof. Perterer und seiner

Frau Karin Robatscher

zur Geburt

ihrer Tochter Anne

Frau Prof. Hertscheg

und ihrem Mann Arno

Hafner zur Geburt

ihres Sohnes Nick

Fränzi - Forum 8

„UNSER LEBEN SEI EIN FEST…“

Eindrücke vom Schulfest in Nals

Rund 700 Gäste Schüler mit ihren Familien,

Lehrkräfte, ehemalige Schüler und Freunde des

Franziskanergymnasiums feierten am Sonntag,

den 13. Mai gemeinsam das Schulfest in Nals. Die

Verköstigung ließ erneut keine Wünsche offen

und v.a. die jungen Gäste (doch nicht nur sie!)

unterhielten sich blendend bei den zahlreichen

Spielen, die Prof. Mair koordinierte. Die Hauptattraktion

war der Kistenstapelwettbewerb, bei

dem einige Schwindel erregende Höhen erklommen.

Ein wunderschöner Tag für die ganze Schulgemeinschaft!

Ein herzlicher Dank geht auch an dieser Stelle an

die Organisatoren um Schulratspräsidentin Barbara

Varesco-Widmann und Thomas Menz und

die vielen unermüdlichen Helfer am Fest!

Mehr Fotos sind auf der Homepage der Schule

unter www.franziskanergymnasium.it zu finden

Die Organisatoren Thomas Menz und Barbara

Varesco-Widmann am Professorentisch

Das Präsidium des Gymnasialvereins -

Reinhold Perkmann (li.) und Stefan Pan (re.)

Am Anfang steht die Messe

Die Hauptattraktion - Kistenstapeln (hier mit

Jakob Klotz aus der 1. Klasse Gymnasium)

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