EIDG. TECHNISCHE HOCHSCHULEN . Eidg. Anstalt für ...

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habe inzwischen einiges von seiner Berechtigung verloren.

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Der Informationsstand der Fischereiverwaltungen hat sich vor allem

insofern verbessert, als heute die meisten Fangerträge statistisch

erfasst werden. Fangstatistiken sind ein unerlässliches

Mittel, um quantitative und qualitative Veränderungen der Ertragsverhältnisse

eines Sees oder Fliessgewässers frühzeitig zu erkennen

und allenfalls die notwendigen fischereiwirtschaftlichen Korrekturmassnahmen

ergreifen zu können. Nicht zuletzt dienen Fangstatistiken

auch als Grundlagen für die Wiedergutmachung von Fischereischäden.

Bedingung ist allerdings, dass die Angaben des

einzelnen Fischers lückenlos und detailliert sind und der Wirklichkeit

entsprechen. Weitere wertvolle Informationen statistischer

Art sind die Laichfischfangstatistik (Angaben über die unter

staatlicher Aufsicht durchgeführten Fänge zur Gewinnung von

Fortpflanzungsmaterial) und die Einsatzstatistik, die Auskunft

über den Besatz der Gewässer mit künstlich aufgezogenen Jungfischen

gibt.

Der Fangertrag hängt nicht nur von der Menge der im Gewässer vorhandenen

Fische (Bestand) ab, sondern auch von den beim Fang eingesetzten

Mitteln. Angaben über Anzahl der Fischereibetriebe und

der Sportfischer sowie über Zahl und Art der verwendeten Geräte

gestatten es, die Befischungsintensität zu beurteilen.

Fangertrag, artenmässige Zusammensetzung der Fänge und Befischungsintensität

sind somit die hauptsächlichen Grundlagen, auf die sich

die Verwaltungen beim Erlass von Vorschriften zur Schonung des

Fischbestandes (Mindestfangmasse, Mindestmaschenweiten, Schonzeiten

usw.) und bei ihren Anstrengungen zur Hebung der Bestände (Besatzmassnahmen)

stützen.

Einzelne Fischereibehörden sind in der Lage, bei der Beschaffung

der Bewirtschaftungsgrundlagen über das übliche Mass hinauszugehen

und ihre Verwaltungstätigkeit mit Forschungsarbeit zu verbinden.

So entstanden und entstehen wertvolle Untersuchungen, namentlich

über Besatzfischzucht sowie Biologie und Bewirtschaftung einzelner

Fischarten; das Hauptgewicht liegt auf Alter, Wachstum und

Geschlechtsreife, massgebenden Kriterien für die Festlegung der

Netzmaschenweite und des Mindestfangmasses.

Welche fischereibiologischen Probleme sind noch weitgehend

ungelöst?

Bestimmung des Fischbestandes

Grösse und Zusammensetzung des Fischbestandes sind massgebend für

die abschöpfbare Ertragsmenge. In Bächen ist es mit Hilfe von

Elektrofanggeräten jederzeit möglich, Bestandeskontrollen vorzunehmen.

In Flüssen und Seen ist der Bestand eine der grossen Unbekannten,

der man bisher nur mit indirekten Methoden und zweifelhaftem

Erfolg näher kam. Vom Fangertrag auf den Bestand zu schliessen,

ist nur beschränkt möglich, da bei der Berufsfischerei Absatzprobleme

und bei den Sportfischern Vorlieben für bestimmte

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