EIDG. TECHNISCHE HOCHSCHULEN . Eidg. Anstalt für ...

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jedoch aktiviert (Nahrungskette, indirekte Photolyse, biologischer

Abbau, Stofftransport, etc.). Die Frage "Wieviel Cadmium

hat es im Wasser?" ist deshalb häufig nicht sehr sinnvoll und

auch nicht beantwortbar. Je nach Problemstellung muss die Frage

beispielsweise lauten: "Wieviel potentiell pflanzenerhältliches

Cadmium hat es im Wasser?" oder "Welches ist die Konzentration

des fischtoxischen Cadmiums?" oder "Wieviel Cadmium

kann in die Nahrungskette gelangen?". Jede dieser Fragen bedingt

eine andere Analyse.

d) Aquatische Systeme befinden sich bezüglich vieler der vorhandenen

Stoffe in einem dynamischen Fliessgleichgewicht: gewisse

Substanzen werden ja ständig gebildet und durch Abbau, Adsorption

an Partikeln usw. verändert. Solche Substanzen sind nur

unter Einhaltung angepasster Bedingungen auch analytisch richtig

bewertbar.

Trotz solcher Einschränkungen lassen sich für konkrete Fragestellungen

aufgrund analytischer Erhebungen überschaubare Teilmodelle

testen und quantifizieren. Ueber diesen Weg können vom chemischen

Zustand eines Wassers bezüglich gut formulierter Eigenschaften getreue

und entscheidende Massskizzen angefertigt werden.

Weitere Ziele einer verbesserten Analytik:

a) Einzelsubstanzen, sofern sie stabil und nicht von trivialer

Einfachheit sind, sind äusserst gute Informationsträger bezüglich

ihrer Herkunft. Es sind auch diese Einzelsubstanzen,

die wir erkennen müssen, wenn wir die physiologischen Auswirkungen

der Summe der Wasserinhaltsstoffe erfassen sollen. Die

Analyse auf spezifizierte Einzelsubstanzen hat jedoch auch

noch andere Vorteile: Die Geschwindigkeit, mit der Spurenstoffe

aus dem wässrigen System entfernt werden (durch Hydrolyse,

Photolyse, Oxidation, Adsorption, etc.),erfolgt in der Regel

proportional ihrer Konzentration. Das heisst, zur Elimination

einer Einzelsubstanz auf je die Hälfte ihres vorgängigen Wertes

ist unter konstanten Umwelteinflüssen immer gleichviel

Zeit oder eine vergleichbare Fliessstrecke notwendig. Da alle

Eliminationsprozesse jedoch äusserst substanzspezifisch sind,

gilt diese einfache Gesetzmässigkeit nur für jede Einzelsubstanz

und nicht für das Substanzgemisch, das seine Zusammensetzung

sukzessive verändert und dadurch "altert": Nur falls

der Prozessablauf aufgrund des Verhaltens von Einzelsubstanzen

(Leitsubstanzen) aufgezeichnet wird, registriert ein Beobachter

B, der seine Messung später beginnt als Beobachter A, eine

gleiche relative Eliminationsrate und nur in diesem Fall ist

eine einfache und allgemein gültige Prozessbeschreibung und

Kalibrierung überhaupt möglich.

b) Für viele Problemstellungen ist es andererseits vorteilhaft,

statt Einzelsubstanzen ganze Gruppen verwandter Substanzen zu

erfassen; solche Gruppenparameter sind aus statistischen

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