EIDG. TECHNISCHE HOCHSCHULEN . Eidg. Anstalt für ...

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EIDG. TECHNISCHE HOCHSCHULEN . Eidg. Anstalt für ...

1, EINLEITUNG

1.1 TECHNIK WOZU UND WOHIN

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1980 war das 125jährige Jubiläum der ETH. In diesem Jubiläumsjahr

hat die ETH die Frage "Technik wozu und wohin" in den Vordergrund

gestellt. Die EAWAG ist an dieser Frage selbstverständlich besonders

interessiert und hat sich an mehreren Diskussionen mit diesem

Problemkreis auseinandergesetzt. Als Jubiläumsveranstaltung hatte

die EAWAG "Tage der offenen Tür" (für Behörden und die breite Bevölkerung)

organisiert, diese Tage aber, um die vielen andern Veranstaltungen

der ETH nicht zu konkurrenzieren, auf Ende März 1981

verschoben.

In einer der Jubiläumsvorlesungen wurde über die "Fortschritte in

der Wasser- und Abwassertechnik" der letzten 25 Jahre rapportiert.

Obschon die Einheitsverfahren der Wasseraufbereitung und Abwasserreinigung

seit Jahrzehnten die gleichen geblieben sind, brachte

die verstärkte Zusammenarbeit zwischen Ingenieuren, Chemikern und

Biologen ein vertieftes mechanistisches Verständnis für die verschiedenen

physikalischen, chemischen und biologischen Einzelvorgänge

und führte zu einer wesentlich verbesserten Auslegung und

Ausnützung der Anlagen und damit zu signifikant innovativen, technologischen

Verbesserungen der Reinigungsvorgänge und ihrer Prozessdynamik.

Diese heute weitgehend mögliche Quantifizierung der

verschiedenen Entwurfs- und Betriebsvariablen ermöglicht es, die

diversen, an einer Reinigung oder Aufbereitung beteiligten Verfahren

so anzulegen und zu steuern, dass sie auf die - je nach Situation

- gewünschten Ziele oder Erfordernisse spezifisch ausgerichtet

werden können.

Gewässerschutz besteht bekanntlich nicht nur aus Abwasserreinigung

(und Wassertechnologie), sondern ebensosehr in der Verhinderung

der Abwasserentstehung. Zudem erfolgt die Belastung der Gewässer

nicht nur durch Abwässer, sondern auch durch Emissionen aus

diffusen Quellen. Man muss sich fragen, ob die für die Abwassersanierung

von dichtbesiedelten, geschlossen überbauten Gebieten entwickelte

Technik der Kanalisation und der zentralen Reinigung des

Abwassers ohne weiteres auf ländliche Gebiete (wo noch viele Einwohner

nicht an Kläranlagen angeschlossen sind) übertragen werden

soll (siehe Beitrag auf S.28) (z.B. landwirtschaftliche Drainage).

Heute machen sich die Konsequenzen der Energiedissipation über

immer grössere Räume bemerkbar; die Atmosphäre ist ein weitreichendes

Förderband für immer mehr gewässerbeeinträchtigende Substanzen

(so stammt z.B. ein wesentlicher Teil des Cadmiums im Klärschlamm

aus der Luftverunreinigung; siehe die Beschreibung auf S.78). Ferner

werden Gewässer nicht nur durch Immissionen beeinträchtigt;

Gewässer widerspiegeln die verschiedensten Eingriffe in die terrestrischen

Oekosysteme. Insbesondere können Veränderungen des Wasserhaushaltes

und der Gewässerbette (z.B. Einfluss von Melioratio-

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