EIDG. TECHNISCHE HOCHSCHULEN . Eidg. Anstalt für ...

library.eawag.empa.ch

EIDG. TECHNISCHE HOCHSCHULEN . Eidg. Anstalt für ...

76

als Produkt aus der Propionat-Oxidation freies Acetat entsteht.

Die uns bis heute zur Verfügung stehenden mikrobiologischen Methoden

erlauben uns aus den oben erwähnten thermodynamischen

Gründen noch nicht, den Propionat oxidierenden Organismus in

Reinkultur zu isolieren. Möglicherweise erlaubt erst ein enger

Kontakt der H2-Produzenten mit den H 2 -Verwertern den Ablauf der

thermodynamisch ausserordentlich ungünstigen Propionat-Oxidation.

Es wird deshalb mittels elektronenmikroskopischer Untersuchungen

geklärt, ob möglicherweise ein ausgeprägter Mutualismus zwischen

den H 2 bildenden Propionat-Verwertern und den H 2 zehrenden Methanbildnern

existiert (vgl. Abb. 4.24).

Ziel unserer Arbeiten wird es sein, den Propionat oxidierenden

Mikroorganismus in Gegenwart von lediglich einem Typus eines H 2

-zehrenden Mikroorganismus (lithotrophes Methanbakterium oder Desulfurikant)

zu züchten, um eingehende physiologische Studien

über den anaeroben Propionat-Abbau durchführen zu können.

(M. Koch, G. Hamer, K. Wuhrmann)

Bildung und Auflösung von festen Phasen in den Gewässern

Die Bildung von Kristallen, die Nukleierung (Keimbildung), das

Kristallwachstum und die Verwitterung sind Prozesse, welche wesentlich

zur Zusammensetzung eines Gewässers beitragen, sind

doch z.B. gelöste Salze das Resultat chemischer Verwitterung

einerseits und Kalksteine das Resultat von Calcit-Ausfällungen

andererseits. Bislang wurde die Keimbildung - quasi als Zeugung

eines Kristalles - vorwiegend mit physikalischen Modellen zu

beschreiben versucht. Wir sind aufgrund von Arbeiten über Ad°

sorption von Metallionen und Anionen zur Auffassung gelangt,

dass bei der heterogenen Nukleierung, dem Kristallwachstum und

der Auflösung zu einem wesentlichen Ausmass chemische Prozesse

beteiligt sein müssen.

In Modellstudien wurden untersucht: 1) Nukleierung von Calcium

-Fluorid an Cer-Oxid (Hohl/Werth), 2) Nukleierung von Calcit an

Aluminium-Oxid und Algen (Kunz) und 3) Auflösung von Aluminium-

Oxid und Feldspat in Gegenwart von Oxalsäure (Furrer).

Beim heutigen Stand des Wissens lassen sich folgende Aussagen

machen:

1) Die heterogene Nukleierung von Calcium-Fluorid an Cer-Oxid

ist stark pH -abhängig und liegt in einem pH -Bereich, wo

sowohl Calcium -Ionen als auch Fluorid-Ionen an der Cer-Oxid-

Oberfläche adsorbiert werden.

2) Die heterogene Nukleierung von Calcit an Aluminium-Oxid ist

pH-abhängig. In Anwesenheit von Algen kann die Nukleierung

von Calcit gehemmt werden.

3) Die Auflösung von Aluminium-Oxid wird durch Anwesenheit von

Oxalsäure beschleunigt. Die Auflösungsgeschwindigkeit geht

einerseits parallel mit der Wasserstoffionen-Konzentration

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine