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Großunternehmer und NSDAP im November 1932 - eine ...

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Großunternehmer und NSDAP im November 1932 - eine

Rainer Decker Großunternehmer und NSDAP im November 1932 - eine wissenschaftspropädeutische Unterrichtsreihe Wenngleich der Anteil der Abiturienten, die ein Studium aufnehmen wollen, zurückgeht, bleibt doch die Vermittlung der allgemeinen Hochschulreife ein wesentliches Ziel der gymnasialen Oberstufe. Für den Unterricht, sogar in den Leistungskursen, kann dies nicht bedeuten, daß die Schüler am Ende der Jahrgangsstufe 13 wissenschaftliche Methoden selbständig anwenden sollen. Die Schule wäre hiermit überfordert, ganz abgesehen von den Gefahren einer vorzeitigen Spezialisierung. Hingegen stellt Wissenschaftspropädeutik ein den Möglichkeiten und der Ausrichtung des Gymnasiums angemessenes Ziel dar. Forschungstätigkeit wird man von einem Oberprimaner nicht erwarten; aber er sollte bereits eine Vorstellung von dem Wesen der wissenschaftlichen Arbeitsweise und den Methoden bestimmter Einzeldisziplinen gewonnen haben. Umfang und Grenzen wissenschaftlicher Erkenntnis, das Problem der Wertfreiheit der Forschung, die Abgrenzung von Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften, die Frage nach Kausalität, Zufall und Finalität - dieses kann und sollte in der Oberstufe des Gymnasiums aus dem Blickwinkel verschiedener Fächer thematisiert werden. Für den Geschichtsunterricht ergibt sich die Konsequenz, daß die Schüler am Beispiel dieser Disziplin einerseits das allgemeine Prinzip wissenschaftlichen Erkennens, andererseits die spezielle Methode des Faches kennenlernen sollen. In einem Einführungskurs, wie er hier skizziert wird, kann der Wissenschaftsbegriff selbstverständlich nur ansatzweise vermittelt werden. Immerhin sind folgende Grobziele erreichbar: Die Schüler sollen lernen, daß für wissenschaftliche Aussagen intersubjektive Gültigkeit beansprucht wird und daß sie deswegen immer begründet sein müssen. Der Wissenschaftler verweist für seine Thesen auf überprüfbare Belege, damit der Wahrheitsgehalt der Aussage festgestellt werden kann. Bei der Beweisführung und deren Kontrolle wird die Methode des jeweiligen Faches angewandt. Erst wenn mehrere kompetente, d. h. methodisch versierte Forscher zu dem gleichen Ergebnis gekommen sind, kann es als (vorläufig) bestätigt gelten. Die spezifische Methode der Geschichtswissenschaft besteht in der Ableitung von Erkenntnissen aus historischem Quellenmaterial. Dieses wird nicht naiv-unreflektiert wiedergegeben, sondern der kritischen Analyse unterworfen. Quellenauswertung und -kritik bilden den Kern der historischen Methode. © Rainer Decker – Studienseminar Sek II Paderborn

Neue Blätter Teil II November 2012 - SPD-Elbmarsch