Jesus Christus: Tot oder lebendig? - Armour of Light

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Jesus Christus: Tot oder lebendig? - Armour of Light

HEUKELBACH

BIBLIOTHEK BÜCHER MIT DENEN WIR LEBEN

John Blanchard

Jesus Christus:

Tot oder

lebendig?


John Blanchard

Jesus Christus:

Tot oder lebendig?


2

Das Missionswerk Heukelbach arbeitet überkonfessionell, distanziert

sich von allen Sekten und hat als Grundlage allein Gottes

Wort, die Bibel. Wir werben keine Mitglieder. Allein die gute

Nachricht von Jesus Christus soll verbreitet werden. Die Verteilung

dieser Schrift erfolgt auf alleiniger Verantwortung des

Verteilers. Dieses Buch ist unverkäuflich!

IMPRESSUM

Titel des englischen Originals:

Jesus: Dead or Alive?

© 2009 John Blanchard.

Originally published by EP Books.

Translated & printed by permission.

All rights reserved.

© der deutschen Ausgabe 2011:

Missionswerk Werner Heukelbach,

51700 Bergneustadt, Germany

Übersetzung: Michelle Träger,

Mücke-Sellnrod

Umschlaggestaltung und Satz:

Lucian Binder, Meinerzhagen

Druck: Druckhaus Gummersbach PP

GmbH, Gummersbach

Auflage-Nr.: TB02 200 1105 1

Printed in Germany


Inhaltsverzeichnis

Der Bericht 8

Die fehlende Person 10

Kopf in den Sand 11

Die Sache mit Wundern 13

Nahtod-Erfahrungen? 15

Schlechte Beleuchtung? 21

Grabräuber? 23

Die Zeugen 28

… und dann Paulus 30

Alle Lügner? 31

Alles nur Fantasie? 32

Wunschdenken? 35

Geistergeschichten? 36

Ausführliche Berichterstattung 38

Der Terrorist 42

Leben nach dem Tod? 46

Nur heiße Luft? 47

Alle im selben Boot 49

Auf frischer Tat ertappt? 50

Die 9. Spalte 52

Der Stellvertreter 55

Das Schicksal der Toten 57

Eine sinnlose Weltanschauung 58

Neue Menschen; eine neue Bewegung 61

Veränderungen 65

Das weitergehende Vermächtnis 67

Der Gottesmann 69

Und was nun? 70

Und hier ist die Einladung an Sie 77

3


4

Vorwort

Das Christentum steht oder fällt mit einem geradezu

unfassbaren Ereignis – der leibhaftigen Auferstehung

Jesu Christi aus den Toten. Wenn er nicht mehr ist als

eine Handvoll Staub und Knochen irgendwo in Israels

Boden, dann kann sich auch der christliche Glaube

gleich mit beerdigen lassen. Kein Wunder also, dass

Kritiker und Skeptiker immer schon versucht haben,

die Auferstehung Jesu umzudeuten oder sogar weg-

zuerklären.

Wir sind sehr dankbar, dass wir mit dem Buch von

Dr. John Blanchard eine kurze, aber sehr fundierte

Antwort auf die oft gestellten Fragen der Zweifler ver-

öffentlichen können. Die Auferstehung Jesu Christi

war und ist der Mittelpunkt der biblischen Botschaft.

Die Apostel und die frühen Gemeinden sprachen viel

häufiger von der Auferstehung als wir das in unseren

Kirchen und Gemeinden heute tun. In den Predigten


der Apostel, wie sie uns in der Apostelgeschichte

überliefert werden, nimmt die Auferstehung eine

zentrale Stellung ein. Darum versuchten es die

Feinde des biblischen Glaubens immer schon, die

Berichte über dieses Ereignis und letztlich das Er-

eignis selbst in Zweifel zu ziehen.

John Blanchard greift in diesem Buch alle gängigen

Leugnungsversuche der Auferstehung Jesu auf und

widerlegt sie mit viel Geduld und einer gewinnen-

den Offenheit. Betrachten Sie die Beweise und Er-

klärungen und urteilen Sie selbst. Jesus Christus ist

wahrhaftig auferstanden und das hat Auswirkun-

gen auf das Leben aller Menschen!

Wir wünschen Ihnen Gottes Segen bei der Lektüre

und würden uns freuen, Ihnen weitere kostenlose

Literatur zusenden zu dürfen.

Ihr Missionswerk Werner Heukelbach.

5


6

In Kapstadt führte ich vor einiger Zeit ein längeres Gespräch

mit einem Atheisten. Kurz bevor ich zu einem

anderen Termin aufbrechen musste, stellte ich

ihm eine letzte Frage: „Was denken Sie über Jesus

Christus?“ Ohne zu zögern, antwortete er mir: „Ich

bin mir nicht ganz sicher, aber letztendlich hängt alles

davon ab, ob er von den Toten auferstanden ist

oder nicht.“

Obwohl er die Existenz Gottes und den Bericht der Bibel,

dass Gott in Jesus als Mensch in diese Welt gekommen

ist, leugnete, war er trotzdem überzeugt, dass alle Fragen

um Jesus Christus letztendlich von der einen Frage abhängen:

Ist er wieder auferstanden, nachdem er hingerichtet,

für tot erklärt und begraben worden war? Leider konnte

ich den Studenten nicht mehr fragen, wie er zu diesem

Schluss gekommen war, aber er hatte absolut recht – von

dieser einen Frage hängt alles ab.

Erstens, die Integrität und Zuverlässigkeit des gesamten

Neuen Testaments hängt von dieser Frage ab: Ist Jesus

von den Toten auferstanden oder nicht. Das Neue Testament

behauptet dies immer wieder. 95% der neutesta-


mentlichen Schreiber beziehen sich auf die Auferstehung;

niemals wird dies als Mythos, Legende oder Theorie, sondern

immer als ein historisches Ereignis angesehen. Einer

dieser Schreiber war der Arzt Lukas, den Sir William

Ramsay, ein Gründungsmitglied der Britischen Akademie,

‚den größten Historiker‘ 1 nennt. In einem seiner zwei Bücher

im Neuen Testament schreibt Lukas: „Ich bin allem

von Anfang an genau nachgegangen“ (Lukas 1,3). In seinem

anderen Buch spricht er von ‚vielen sicheren Kennzeichen‘

(Apostelgeschichte 1,3), dass Jesus aus den Toten auferstanden

ist. Wenn Jesus nicht wieder auferstanden ist, hat

nicht nur dieser Zeuge unrecht, sondern auch das ganze

Neue Testament, weil diese Behauptung so oft wiederholt

wird. Dann hat die Auferstehung keinen größeren historischen

Wert als ein Märchen.

Zweitens, wenn Jesus nicht auferstanden ist, war er entweder

ein Narr oder ein Lügner, der alle getäuscht hat,

denn er sprach nie von seinem Tod, ohne auch auf seine

Auferstehung hinzuweisen. Denn wenn jemand sagt, dass

er sterben wird, dann ist das nichts Besonderes. Wenn

aber jemand behaupten würde, dass er nach seinem Tod

und Begräbnis wieder aufersteht, dann würden wir denken,

dieser Mensch braucht einen Psychiater. Aber Jesus

hat mit seinen Nachfolgern nicht nur wiederholt von seinem

Tod gesprochen, sondern er hat auch den genauen

Zeitpunkt genannt, wann er wieder auferstehen würde.

Sogar seine Feinde erinnerten sich, dass er gesagt hatte:

„Nach drei Tagen werde ich auferstehen“ (Matthäus 27,63)

und, wie wir noch feststellen werden, überzeugten sie

auch Pilatus, das Grab Jesu ausreichend zu sichern, damit

nicht die Nachfolger Jesu den Leib stehlen und damit seine

Auferstehung vortäuschen würden.

Außerdem, wenn man Jesus als Narr oder Lügner bezeichnen

würde, entspräche das nicht seinem Leben, seiner

außerordentlichen Integrität, seiner Güte, seiner Weisheit

und seiner geistigen Ausgewogenheit. Selbst der britische

Autor H.G. Wells, der sich als ‚Ungläubiger‘ bezeichnet,

7


8

gab zu, dass ‚Jesus an erster Stelle steht‘, wenn es darum

geht, die Größe einer Person an ihren historischen Maßstäben

zu messen. 2

Aber ist Jesus wirklich wieder ins Leben zurückgekommen,

nachdem er starb und begraben wurde? Um das zu klären,

müssen wir den Hintergrund der Auferstehungsgeschichte

einmal näher betrachten, und zwar so, wie die Bibel den Tod

und das Begräbnis von Jesus Christus beschreibt.

Der Bericht

Obwohl es keinen einzigen Beweis für die Anschuldigungen

der Ankläger gab, wurde Jesus für mehrere Verbrechen

beschuldigt – von Aufrührerei bis hin zur Gotteslästerung.

Nach mehreren Verhören wurde er vor Pontius Pilatus,

den römischen Statthalter von Judäa, gebracht, der ihn

kreuzigen ließ. Nachdem Jesus gefoltert und verspottet

worden war, marschierten die römischen Soldaten mit Jesus

zu einem Ort namens Golgatha, der außerhalb von

Jerusalem lag. Dort kreuzigten sie ihn. Die Kreuzigung

war ein barbarischer Akt der Hinrichtung, die durch das

jüdische Gesetz verboten war, aber von den Römern praktiziert

wurde. Die Opfer hingen oft tagelang am Kreuz,

Pilatus sprach zu

ihnen: „Ihr sollt eine

Wache haben.

Geht hin, sichert es,

so gut ihr könnt!“

(Matthäus 27,65)


evor sie starben. Kurz

nachdem Jesus gestorben

war, wurde er in ein nahelegenes

Grab gelegt. Am

nächsten Tag erinnerten

die jüdischen Religionsführer

Pilatus daran, dass

Jesus prophezeit hatte,

nach drei Tagen von den

Toten aufzuerstehen. Sie

wollten verhindern, dass seine Nachfolger den Leib holten

und dann behaupteten, dass Jesus wieder von den Toten

auferstanden sei. Deshalb baten sie Pilatus, das Grab besonders

zu sichern. Pilatus stimmte zu und schickte zusätzliche

Soldaten hin, um ‚das Grab, so gut sie konnten,

zu sichern‘ (Matthäus 27,65). Ein riesiger Stein wurde vor

die Öffnung des Grabes gerollt und mit dem Siegel des

Statthalters versehen. Dann wurde es rund um die Uhr

bewacht, damit sich niemand an dem Grab oder dessen

Inhalt zu schaffen machen konnte.

Jesus starb an einem Freitag gegen 15.00 Uhr, und seine

Nachfolger, die treue Juden waren, stellten sicher, dass er

vor 18.00 Uhr begraben wurde: Denn dann begann der

Sabbat. Am Sonntagmorgen, einen Tag nach dem Sabbat,

gingen drei Frauen (zwei Frauen mit Namen Maria und

Salome) zum Grab. Als sie dort ankamen, stand keine Wache

da, das Siegel war aufgebrochen und der Stein weggerollt.

Verständlicherweise waren sie entsetzt. Plötzlich

jedoch erschien ein Engel, der ihnen sagte: „Fürchtet euch

nicht! Ich weiß wohl, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht.

Er ist nicht hier, denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat.

Kommt her, seht den Ort, wo der Herr gelegen hat. Und geht

schnell hin und sagt seinen Jüngern, dass er aus den Toten

auferstanden ist“ (Matthäus 28,5-7). Als sie auf dem Weg

zurück zur Stadt waren, begegnete ihnen Jesus und sagte

zu ihnen: „Fürchtet euch nicht! Geht hin, verkündet meinen

Brüdern, dass sie nach Galiläa gehen sollen; dort werden sie

mich sehen“ (Matthäus 28,10).

9


10

Die fehlende Person

Wie immer wir über diese Vorfälle auch denken mögen,

eins müssen wir festhalten: Der Leib war am Sonntagmorgen

verschwunden. Mindestens fünf Personen, die an diesem

Tag zu dem Grab gegangen waren (nach den Frauen

gingen noch zwei andere Jünger zur Gruft), bestätigten

dies. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass dies damals von

jemandem geleugnet wurde, und 2000 Jahre später hat

immer noch keiner einen glaubwürdigen Beweis erbracht,

dass dies nicht stimmen könnte.

Auf der anderen Seite gab es noch einen entscheidenden

Grund zu glauben, dass die Zeugen die Wahrheit sagten.

Einige Wochen später verkündigten seine Jünger unter Lebensgefahr,

dass Jesus von den Toten auferstanden sei.

Wenn das Grab aber nicht leer gewesen wäre, hätten die

Behörden doch nur das Grab mit dem Leib präsentieren

müssen, um damit zu beweisen, dass die Jünger unrecht

hatten. Der Theologe Paul Althaus sagt, die Behauptung

von dem leeren Grab hätte nicht einen einzigen Tag oder

auch nur eine Stunde in Jerusalem aufrechterhalten werden

können, wenn es nicht wirklich der Fall gewesen wäre. 3


Das leere Grab ist kein Beweis,

dass Jesus tatsächlich

auferstanden ist, aber

es ist lächerlich zu glauben,

die Jünger würden ihr

Leben riskieren, um von

der Auferstehung Jesu zu

predigen, wenn sein Leib

nur einige Hundert Meter

entfernt gelegen hätte.

Das leere Grab ist ein kleiner,

aber sehr wichtiger

Indizienbeweis, den nicht

einmal seine Feinde leugnen

konnten.

Der biblische Bericht ist eindeutig – aber ist Jesus wirklich

auferstanden? Diesem Thema kann man sich auf mindestens

zwei Arten nähern.

Kopf in den Sand

Die eine ist z.B., die ganze Angelegenheit völlig zu ignorieren.

Heute gehört der Evolutionsbiologe Richard Dawkins

zu den bekanntesten Atheisten der Welt. Einige seiner

früheren Bücher beinhalten Angriffe gegen Menschen, die

an Gott glauben. In seinem Buch Der Gotteswahn, das im

Original 2006 erschien, startet er aber einen Großangriff

gegen alle Glaubensrichtungen mit nur einem Ziel: „Wenn

ich durch mein Buch das erreiche, was ich beabsichtige,

dann wird man es als religiöser Leser anfangen und als

Atheist beenden.“ 4

Zu Beginn stellt er fest: „Ich greife nicht eine besondere

Vorstellung von Gott an. Ich attackiere Gott, alle Götter,

alles, was übernatürlich ist.“ 5 Eine Seite weiter schreibt er

aber: „Wenn nicht anders vermerkt, meine ich vorwiegend

11


12

das Christentum …“ 6 Und etwas später wird er noch konkreter:

Es gibt „keinen Beweis“ 7 für Gottes Existenz; die

Bibel sei eine „chaotisch zusammen gewürfelte Sammlung

von ungeordneten Dokumenten“ 8 ; „der einzige Unterschied

zwischen dem Da Vinci Code und dem Evangelium

ist, dass das Evangelium eine alte Erfindung und der

Da Vinci Code eine moderne Erfindung ist“. 9 Die zentrale

Botschaft des Christentums sei „total durchgeknallt und

bösartig“. 10 In Bezug auf Jesus meint er, er habe „wahrscheinlich

existiert“. 11 Aber dass er nach seinem Tod und

Begräbnis wieder auferstanden ist, sei völlig „absurd“. 12

Dawkins´ Standpunkt ist klar, aber da die Auferstehung

Jesu unmittelbar mit der Glaubwürdigkeit der gesamten

Bibel in Zusammenhang steht, sollte man erwarten, dass

Dawkins seine besten Argumente seiner eigenen Frage

widmet: „Ist Jesus drei Tage nach seiner Kreuzigung wieder

lebendig geworden?“ 13 Nachdem er die entscheidende

Frage gestellt hat – wie ausführlich setzt er sich dann damit

auseinander? Wie viel Zeit wendet er auf, um seinen

Standpunkt zu beweisen? Wo ist die Beweisführung, um

zu zeigen, dass die Auferstehung nie stattgefunden hat?

Diese Fragen haben eine einfache Antwort: Er hat keine

Beweise!

Das ist doch wirklich erstaunlich! Die Auferstehung Jesu

als ‚absurd‘ zu bezeichnen, ist eine Sache, sie aber zu ignorieren,

ist lächerlich. Der britische Autor Andrew Wilson

trifft den Nagel auf den Kopf. In seinem Buch Getäuscht

von Dawkins? sagt er: „Sich über die Argumente einiger

Menschen für die Existenz Gottes lustig zu machen, dabei

aber die Auferstehung Jesu zu ignorieren und dann zu

meinen, damit die Basis für den Glauben an Gott abgeschafft

zu haben, das ist so, als vertreibt man die Mäuse

aus dem Wohnzimmer und behauptet, es gäbe keine Tiere

im Haus, während ein grinsender Elefant auf dem Sofa

sitzt.“ 14

Dawkins liebt es, den Glauben der Christen anzugreifen.

Einmal vergleicht er die Christen, die an Gottes Schöp-


fung des Universums glauben, mit „ignoranten kläffenden

Hunden“. Im Daily Telegraph nannte er den biblischen

Glauben „schändlich, verachtenswert und veraltet“. 15 Obwohl

Dawkins in seinem Buch Der Gotteswahn auf fast

400 Seiten Gott und den Glauben an ihn angreift, erwähnt

er kaum die Auferstehung Jesu und befasst sich auch

nicht mit deren Beweisen. Es ist schon erstaunlich, dass

er sich auf 15 Seiten mit der sexuellen Ethik (zugegebenermaßen

ein wichtiges Thema) auseinandersetzt, aber

keine 15 Worte braucht, um die Grundlage des christlichen

Glaubens anzusprechen. Was auch immer der Grund sein

mag, warum er dieses Thema ausspart – die Auferstehung

Jesu zu ignorieren, ist keine vernünftige Option, und alle,

die ähnlich denken wie Dawkins, machen den gleichen

Fehler wie er.

Die Sache mit Wundern

Es wird auch immer wieder behauptet, dass Jesus Christus

gar nicht aus den Toten auferstehen konnte, denn

das wäre ein Wunder und ‚Wunder gibt es nicht‘. Im 18.

Jahrhundert vertrat der

Skeptiker David Hume

diese Meinung. Er sagte,

wenn alle zuverlässigen

Historiker behauptet hätten,

dass am 1. Januar

1600 Königin Elisabeth

gestorben, begraben und

nach einem Monat wieder

aufgetaucht wäre, ihren

Thron wieder eingenommen

und über England

noch einmal 3 Jahre geherrscht

hätte, würde er

es nicht glauben; er würde

davon ausgehen, dass

13

David Hume © wikimedia


14

es hierfür eine andere Erklärung geben muss. Er meinte,

dass es nur ein wahres Wunder gibt, und zwar dass Menschen

überhaupt an Wunder glauben. Das hört sich klug

an, ist es das aber auch?

Im Brockhaus Lexikon wird ‚Wunder‘ wie folgt definiert:

„Ein außergewöhnliches, den Naturgesetzen oder aller

Erfahrung widersprechendes Geschehen, Ereignis.“ 16 Aber

genau da hört es für viele Menschen auf. Sie glauben, dass

es nichts gibt, was die Naturgesetze außer Kraft setzt. Da

nun die Auferstehung Jesu ein Wunder wäre, hat sie nie

stattgefunden.

Wenn das stimmt, dann hat nicht nur die Auferstehung

nie stattgefunden, sondern auch die mehr als 200 anderen

Wunder nicht, die in der Bibel erwähnt werden. Aber

das macht keinen Sinn, denn so werden Wunder von vornherein

ausgeschlossen, ohne sie genauer zu untersuchen.

Eine ehrliche Annäherung an ein scheinbares Wunder geschieht

nicht durch eine grundsätzliche Ablehnung von

Wundern, sondern indem man den Beweisen nachgeht.

Deuten sie auf ein Wunder hin, dann sprengt ihre Erklärung

auch Naturgesetze. Das von vornherein auszuschließen,

ist weder sorgfältig noch ehrlich.

„Jemand der nicht

an Wunder glaubt,

ist kein Realist!“

David Ben-Gurion

(1886-1973)


Tatsache ist, dass Naturgesetze von sich aus gar nichts bewirken

können. Sie beschreiben lediglich, wie Dinge normalerweise

ablaufen. Derjenige, der an Gott glaubt, geht

noch weiter, indem er sagt, was Gott normalerweise tut.

Wenn es Gott gibt und wenn er die Naturgesetze schuf,

dann kann er sie auch übertreten oder ganz außer Kraft

setzen. Wenn er das ganze Weltall erschaffen hat und

über allen Gesetzen steht, dann ist es für ihn auch kein

Problem, einen Toten wieder ins Leben zurückzubringen.

Das ist der Hintergrund einer Erklärung von 13 prominenten

Wissenschaftlern 1984 in der Times. Die meisten von

ihnen waren Universitätsprofessoren und sie schrieben:

„Es ist unlogisch, mithilfe der Wissenschaft gegen Wunder

zu argumentieren. Ob Wunder geschehen können

oder nicht, ist beides ein Akt des Glaubens. Das sollte also

unterstrichen werden, dass Wissenschaft (basierend auf

Beobachtungen von Präzedenzfällen) zu diesem Thema

nichts beizutragen hat.“ 17 Man leugnet die Auferstehung

Jesu, weil ein Wunder keinen wissenschaftlichen Sinn ergibt.

Wunder richten sich aber nicht gegen die Natur, sondern

sie stehen über ihr und wenn man deren Möglichkeit

leugnet, verkauft man Ignoranz als Intelligenz. Wundern

begegnet man am besten, wenn man alle Vorurteile zur

Seite legt und ganz offen und unvoreingenommen fragt:

Ist es geschehen? Im Fall der Auferstehung Jesu wurden

einige interessante Alternativen vorgestellt.

Nahtod-Erfahrungen?

Es gab schon immer ein faszinierendes Interesse an sogenannten

Nahtod-Erfahrungen, und manche vermuten,

dass es sich auch bei Jesus Christus um dieses Phänomen

gehandelt haben muss. Im frühen 18. Jahrhundert

behauptete der Theologe Heinrich Paulus, dass Jesus am

Kreuz ins Koma gefallen sei. Später sei er in der Kühle

des Grabes wieder erwacht und aus dem Grab gestie-

15


16

gen. Danach hat er seinen

Jüngern vorgetäuscht, er

sei von den Toten auferstanden.

Etwas später

behauptete ein anderer

Theologe, Karl Friedrich

Bahrdt, dass Jesus seinen

Tod vorgetäuscht hat,

indem er von dem Arzt

Lukas Medikamente bekommen

hätte. Später sei

er dann von einem seiner

Jünger wiederbelebt worden.

Ebenfalls im 18. Jahrhundert

behauptete der Theologe Karl Venturini: Jesus

sei Mitglied eines Geheimbundes gewesen. Seine Unterstützer

wären weiß gekleidet zum Grab gegangen, hätten

Jesus darin stöhnen hören, die Wachen verjagt, um anschließend

ihren Freund zu retten. Das sind Varianten der

sogenannten Verschwörungstheorie. Allerdings lassen die

körperlichen Qualen, die Jesus Christus in den Stunden

vor seinem Begräbnis hatte erleiden müssen, diese Mutmaßungen

völlig abwegig erscheinen.

Zuerst hatte Pilatus Jesus schlagen und ‚geißeln‘ lassen

(Matthäus 27,26). Eine Geißel war eine kurze Peitsche mit

mehreren Lederriemen, in die Metall- oder Glassplitter

oder kleine Metallkugeln eingeflochten waren. Das Opfer

wurde in gebeugter Haltung gefesselt, damit die Peitschenriemen

den Rücken richtig trafen. Diese Strafe war

so bestialisch, dass kleine Fleischstücke aus dem Körper

herausgerissen wurden. Manchmal rissen die Muskeln

des Opfers und die Knochen kamen zum Vorschein. Auch

kam es vor, dass man mit der Geißel den Kopf traf und die

Augen herausriss. Manche Opfer wurden buchstäblich zu

Tode gegeißelt.

Der Blutverlust Jesu Christi wurde dadurch noch verstärkt,

dass man eine Dornenkrone auf seinen Kopf drückte (Mat-


thäus 27,29) und mit einem Stock darauf schlug. Dann

führte man ihn zur Kreuzigung. Es gibt unterschiedliche

Ausführungen über Einzelheiten zur Praxis einer Kreuzigung.

Fakt ist, dass man die Opfer nackt auszog, die

Handgelenke oder Hände an einen Querbalken nagelte,

der dann an einem im Boden stehenden Pfosten befestigt

wurde. Danach wurden die Füße der Opfer an den Pfosten

genagelt. An den fixierten Armen hing das Gewicht

des Körpers, wodurch sich nach einiger Zeit die Gelenke

ausrenkten. Das Atmen war dadurch sehr erschwert.

Wenn das Einatmen noch gerade möglich war, so war das

Ausatmen nahezu unmöglich. Das Opfer versuchte, sich

dazu auf den angenagelten Füßen aufzurichten, was seine

Qualen noch vergrößerte. Es kam kontinuierlich zu einem

zunehmenden Sauerstoffmangel, der noch mehr Luftnot

verursachte und die Organe, besonders Herz, Nieren und

Gehirn, versagen ließ. Die Menschen starben langsam,

manchmal tagelang, qualvoll den Erstickungstod oder

vorher bzw. gleichzeitig an Herzversagen und, je nach

Grad der Verletzungen durch die vorherige Folter (Geißelung)

durch Verbluten.

Gleichzeitig mit Jesus Christus wurden zwei Verbrecher

gekreuzigt. Da die Juden nicht wollten, dass die Leiber

über den Sabbat am Kreuz hingen, baten sie Pilatus, dass

die Beine der Gekreuzigten gebrochen werden (Johannes

19,31). Dadurch konnten sie sich zum Luftholen nicht mehr

auf ihren Füßen aufrichten und der Tod trat schneller ein.

17


18

Pilatus gab seine Erlaubnis und die Schienbeine der beiden

Mitgekreuzigten wurden gebrochen. Als die Soldaten

zu Jesus kamen, sahen sie, dass er bereits gestorben war

(Johannes 19,33), aber sie wollten sicher gehen und so

rammte ein Soldat einen Speer in die Seite von Jesus und

„Blut und Wasser kam heraus“ (Johannes 19,34).

Mediziner haben für diese Beschreibung zwei mögliche

Erklärungen: Wenn das Herz eines Menschen aufhört zu

schlagen, gerinnt das Blut in den Herzkammern relativ

schnell und teilt sich in Plasma und rote Blutkörperchen

auf. Außerdem sammelte sich schon vorher bei der zunehmenden

Herzschwäche (wegen Sauerstoffmangels,

wie zuvor beschrieben) und dem Unterdruck zwischen

Rippenfell und Lunge Gewebewasser im Brustkorb an.

Wenn der Soldat nun Jesus mit dem Speer in Herz- und

Lungennähe gestochen hat, wären diese beiden Flüssigkeiten

ausgetreten, die ein Laie als ‚Blut und Wasser‘ beschrieben

hätte.

Die andere Erklärung ist, dass aufgrund des schrecklichen

Traumas, das Jesus Christus vor und während der Kreuzigung

erdulden musste, sich möglicherweise Flüssigkeit

im Herzbeutel bildete und

die Herzkammern durch

Blut vergrößert wurden.

Ein Speer, der diese Organe

kurz nach Eintritt

des Todes getroffen hätte,

hätte einen Abfluss von

‚Blut und Wasser‘ ausgelöst.

Was auch immer die medizinische

Erklärung hierfür

sein mag, die Worte

von Johannes sind wahr,

und er schildert eine weitere

Bestätigung, dass Je-


sus wirklich tot war. Joseph, ein reicher Anhänger Jesu,

ging an diesem Abend zu Pilatus und bat um Erlaubnis,

den Leib Jesu zum Begräbnis abnehmen zu dürfen. Die

Bibel beschreibt dies so: „Pilatus aber wunderte sich, dass

er schon gestorben sein sollte, und er ließ den Hauptmann

herbeirufen und fragte ihn, ob er schon lange gestorben sei.

Und als er es von dem Hauptmann erfahren hatte, überließ

er Joseph den Leib“ (Markus 15,44-45). Pilatus schien Joseph

nicht zu glauben, dass Jesus bereits gestorben war,

denn er ließ es sich zuerst von dem Hauptmann, der die

Kreuzigung überwacht hatte, bestätigen. Erst danach gab

er den toten Leib frei. Joseph wickelte den Leib Jesu in

Leinentücher und legte ihn in eine unbenutzte Gruft, die

er für sein eigenes Begräbnis hatte herstellen lassen. Die

Gruft war in Stein gehauen und befand sich in einem Garten

ganz in der Nähe. Mindestens zwei Frauen, beide mit

Namen Maria, waren Zeugen dieses Begräbnisses.

Was wollen uns die verschiedenen Verschwörungstheorien

glauben machen? Dass Jesus noch lebte, nachdem er

völlig erschöpft, traumatisiert und mit einem immensen

Blutverlust nach sechs Stunden am Kreuz ohnmächtig geworden

und seine Seite mit einem Speer aufgerissen worden

war? Und niemand soll bemerkt haben, dass Jesus

noch geatmet hatte, während man ihn vom Kreuz genommen,

ihn in den Garten gebracht, in Grabtücher gewickelt

und in ein Grab gelegt hat?

19


20

Ein kaltes Grab war ganz

bestimmt keine Intensivstation,

aber dennoch ist

Jesus angeblich innerhalb

der nächsten 36 Stunden

aus dem Koma erwacht,

entledigte sich wie ein

Entfesselungskünstler seiner

enggewickelten, mit

Myrrhe und Aloe getränkten

Grabtücher, die mehr

als 34 kg wogen (Johannes

19,39). Dann rollte er den riesigen Grabstein vor dem

Grab weg, zerbrach das Siegel von Pilatus, überwältigte

die römischen Wachen und floh in die Stadt – wahrscheinlich

sogar nackt, denn die Leinentücher waren ja zurückgelassen

worden. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem er seine

Jünger traf, hatte er sich erstaunlich schnell erholt. Er

machte nicht den Eindruck, als ob er am Rand des Todes

gewesen war und dringend einen Arzt brauchte, sondern

vielmehr, dass er den Tod besiegt und zu einer strahlend

neuen Dimension des Lebens durchgedrungen war.

Abgesehen von allen anderen Schwierigkeiten, die mit einer

Verschwörungstheorie verbunden sind, wäre der letzte

Satz Beweis genug, sie als völlig abwegig bloßzustellen.

Es würde bedeuten, dass Jesus nach einem vollkommen

sündlosen Leben (Hebräer 4,15) seine engsten Freunde

hinters Licht führte und ihnen eine riesige Lüge auftischte.

Wobei er zudem wusste, dass man sie wegen ihres

Glaubens an ihn rücksichtslos verfolgen und schließlich

zu Tode bringen würde.

Über die Auferstehung Jesu gab es mehr Verschwörungstheorien

als über das Attentat auf den amerikanischen

Präsidenten John F. Kennedy in Dallas/Texas am 22. November

1963. Manche Theorien über Kennedy sind zum

Teil glaubhaft, die Verschwörungstheorie über die Auferstehung

Jesu Christi jedoch nicht.


Schlechte Beleuchtung?

1907 hatte der britische Gelehrte Kirsopp Lake einen anderen

raffinierten Vorschlag. Anders als die Vertreter der

Verschwörungstheorie akzeptierte er, dass Jesus, wie berichtet,

gestorben und begraben worden ist. Die Bibel berichtet

uns, dass am ersten Sonntagmorgen drei Frauen

zu dem Grab gingen, um in der Morgendämmerung den

Leib einzubalsamieren (Lukas 24,1). Als Lake dies aber las,

hatte er eine wundersame Eingebung: Die emotional aufgewühlten

Frauen verliefen sich in der Dämmerung und

gingen zu einer falschen Gruft.

Auf den ersten Blick könnte es so gewesen sein, aber

beim genaueren Nachdenken scheint dieses Versehen

unhaltbar zu sein. Es ist eine Sache zu glauben, dass

die drei aufgewühlten Frauen die falsche Abzweigung

nahmen, weil es noch dämmrig war, aber es passt nicht

zu dem, was anschließend berichtet wird. Als sie zurück

in die Stadt liefen und den Jüngern berichteten, rannten

Petrus und Johannes zum Grab, um sich selbst zu

überzeugen. Gingen auch sie zum falschen Grab – am

21

Rembrandt: Grablegung


22

helllichten Tag? Wohl kaum. Später kam eine der Marias

zurück. Hatte sie sich schon wieder verlaufen? Auch

die anderen Frauen kamen wieder zurück. Machten sie

den gleichen Fehler noch einmal? Außerdem hätten sich

Gerüchte über eine Auferstehung in Windeseile herumgesprochen.

Wollen wir wirklich glauben, dass an diesem

Sonntagmorgen der Friedhof von Menschen wimmelte,

die alle auf der Suche nach einem offenen Grab waren,

und dass keiner von ihnen das richtige finden konnte?

Und noch eine Frage: Warum hat niemand bei Joseph,

dem Grabeigentümer, nachgefragt? Ist es vorstellbar, dass

sich Joseph sein Grab sorgsam aussuchen, einen lieben

Freund hineinlegen und dann vergessen würde, wo das

Grab war? Selbst wenn es so gewesen wäre, wären die

jüdischen Obersten, die Jesus zu Tode verfolgt hatten,

doch gern behilflich gewesen.

Wie dem auch sei, Kirsopp Lake geht über diese Fragen

schnell hinweg und lässt die weitere Aussage der Bibel

außen vor, denn wir lesen weiter, dass die Frauen einen

Engel trafen. Ohne es näher zu begründen, sagt Lake,

dies sei kein Engel gewesen, sondern ein Gärtner, der den

Frauen sagte: „Ihr sucht Jesus, er ist nicht hier.“ Dies würde

zu der Theorie des ‚falschen Grabes‘ passen, aber Lake

lässt hier bewusst das weg, was der Engel laut Bibel weiter

gesagt hat: „Er ist auferstanden.“ Er stützt seine Behauptung

auf den ersten Teil der Aussage des Engels, schreibt

sie einem Gärtner zu und lässt den zweiten Teil einfach

unter den Tisch fallen. Dadurch verändert er bewusst den

Sinn der Aussage.

Noch etwas anderes macht die Theorie von Lake zunichte.

Zwei der Frauen waren nämlich vor 36 Stunden beim

Begräbnis dabei und ‚sahen zu, wohin er gelegt wurde‘

(Markus 15,47). Das Wort, das mit ‚Zusehen‘ übersetzt

wird, bedeutet wörtlich ‚mit Interesse und Absicht genau

hinschauen, auf Einzelheiten achten‘. Wenn wir das im

Hinterkopf behalten, hätten dann beide Marias die Stelle

vergessen, wo sie doch zuvor so genau zugesehen hatten?


Lake versucht hier zu argumentieren: „Es ist doch sehr

zu bezweifeln, dass sie bei dem Begräbnis so nahe am

Grab gewesen sind … Es ist wahrscheinlicher, dass sie von

Weitem zugesehen haben.“ 19 Auch mit dieser Aussage befindet

er sich auf sehr dünnem Eis, denn die Bibel erwähnt

ausdrücklich, dass die Frauen „sich das Grab ansahen und

wie sein Leib hineingelegt wurde“ (Lukas 23,55). Wie hätten

sie das aus der Ferne beobachten können? Wieder versucht

Lake, seine Theorien zu begründen, indem er einfach

Bibelaussagen weglässt, die seine Erklärungen als

Lüge enttarnen würden.

Grabräuber?

Eine weitere Ansicht stützt sich auf die Theorie, dass der

Leib Jesu irgendwann zwischen Freitagabend und Sonntagmorgen

aus dem Grab

entfernt wurde. Das wäre

eine Erklärung, warum es

leer war, als die Frauen

früh am Sonntagmorgen

dorthin kamen. Aber wurde

das Grab ausgeraubt?

Hierfür gibt es vier Erklärungsversuche.

Der erste wäre, dass eine

oder mehrere Personen den

Leib gestohlen haben; jedoch

hat bisher niemand

eine Erklärung zum Motiv

oder zur Gelegenheit der

Tat, geschweige denn eine

Erklärung, wie er oder sie

eine bewaffnete römische

Wache hätten überwältigen

können. Zum Motiv:

23


24

Jesus war kein reicher Mann, dem man wertvolle Gegenstände

mit ins Grab gegeben hätte – im Gegenteil. Die

Bibel erwähnt weiterhin, dass die Grabtücher im Grab

zurückgeblieben waren, d.h. alles, was geraubt worden

wäre, wäre der nackte Leib Jesu gewesen. Warum sollte

das jemand tun? Sir J.N.D. Anderson, Professor of Oriental

Law der Universität London, sagte: „Einen Juden aus

damaliger Zeit konnte man wohl kaum des Diebstahls von

Leichen zu Versuchszwecken bezichtigen!“ 20

Weitere ‚Verdächtige‘ waren die römischen Behörden. Sie

hatten die einmalige Gelegenheit, denn sie waren für das

Grab und dessen Inhalt verantwortlich. Aber welches

Motiv sollten sie gehabt

haben? Nervös darüber,

dass einige sonderbare

Dinge passieren könnten,

hatte Pilatus für maximale

Sicherung gesorgt: Er

versah das Grab mit einer

bewaffneten römischen

Wache und mit seinem

eigenen Siegel. Das Brechen

des Siegels wurde

mit dem Tode bestraft.

Was wäre gewonnen,

wenn man den Leib Jesu

woanders hingebracht

hätte? Pilatus wollte den

Fall so schnell wie möglich

loswerden und seine

Hände in Unschuld waschen

(Matthäus 27,24).

Warum also sollte er den Leib beseitigen? Dieser Theorie

fehlt ebenfalls jede Grundlage. Hätten die Römer den Leib

Jesu gehabt, hätten sie ihn sofort präsentieren können, als

die Jünger anfingen zu behaupten, dass Jesus von den Toten

auferstanden war – und das Christentum wäre sofort

in sich zusammengefallen.


Der dritte Erklärungsversuch besagt, dass die jüdischen

religiösen Führer den Leib gestohlen haben. Sie hätten mit

Sicherheit das stärkste Motiv gehabt. Da Jesus behauptete,

die Prophezeiung seines Todes und seiner Auferstehung

am dritten Tag erfüllen zu wollen (Markus 8,31), hätten

sie seinen Leib nur vier Tage unter Verschluss halten

müssen und die ganze ‚Jesus-Bewegung‘ wäre sofort im

Sand verlaufen.

Warum haben sie das nicht getan? Als die Jünger anfingen

von der Auferstehung zu predigen, ließen die religiösen

Führer sie verhaften, foltern und exekutieren. Das wäre

unnötig gewesen, wenn sie den Leib hätten präsentieren

können. Der schottische Theologe Professor Andrew Fairbairn

hat es sehr treffend formuliert: „Das Schweigen der

Juden ist so bedeutungsvoll wie das Reden der Christen.“ 21

Die vierten Verdächtigen sind Jesu eigene Jünger. Aber

auch hier finden wir kein Motiv und keine Gelegenheit. Ihr

Führer war tot und lag im Grab eines seiner Anhänger, der

ein angesehenes Ratsmitglied war (Markus 15,43). Warum

sollten sie den Leib irgendwo anders hinbringen? Außerdem

hätten sie dazu auch kaum eine Gelegenheit gehabt.

Als Jesus Christus verhaftet wurde, verließen ihn alle seine

Jünger und flohen (Markus 15,40). Und nach seiner Hinrichtung

saßen sie aus Angst vor den Juden hinter ver-

25


26

Rembrandt: Das leere Grab

schlossenen Türen (Johannes 20,19), weil sie befürchten

mussten, die Nächsten zu sein. Kann man sich ernsthaft

vorstellen, dass dieser verängstigte Haufen Jünger plötzlich

den Mut hatte, zum Grab zu gehen, die Wache anzugreifen,

die Todesstrafe zu riskieren, weil sie das Siegel

aufgebrochen hatten, und das alles nur, um einen toten

Körper zu stehlen, der ja im Grab eines Anhängers schon

in Sicherheit war? Wenn sie es getan haben sollten, warum

gibt es keinen Bericht, dass sie für dieses Vergehen

zur Rechenschaft gezogen wurden?

Die Vorstellung, dass die Jünger Diebe sein sollten, wirft

nämlich noch zwei weitere Fragen auf: Die erste ist eine

Frage der Ethik. Diese Männer waren von Jesus Christus

stark beeinflusst worden und ihr Leben hatte sich komplett

verändert. Einer von ihnen schrieb später einmal,

dass man „seine Zunge und seine Lippen vom Bösen zurückhalten

und nicht Trug reden solle“ (1. Petrus 3,10), um

ein Leben unter Gottes Segen führen zu können. Es ist

schwer vorstellbar, dass Männer, deren moralische Maßstäbe

sich dermaßen verändert hatten, nun ihre Predigten

auf selbst erdachten Lügengeschichten aufbauen würden.

Die zweite Frage ist eine Frage der Psychologie. Kurz nach

der Auferstehung wurden diese wenigen ungläubigen und

deprimierten Männer zu einer dynamischen, furchtlosen

Gruppe von Gläubigen. Sie waren bereit, sich der Verfol-


gung, Inhaftierung und

Hinrichtung zu stellen,

anstatt ihre Überzeugungen

zu verleugnen. Als ihnen

gedroht wurde, nicht

weiter von der Auferstehung

Jesu zu predigen,

antworteten sie: „Man

muss Gott mehr gehorchen

als den Menschen“ (Apostelgeschichte

5,29). Und

sie predigten trotzdem

weiter!

Diese Veränderung war

es, die Charles Colson von

der Wahrheit der Auferstehung

Jesu überzeugte. Colson war der Chefberater des

amerikanischen Präsidenten Richard Nixon (1969-1974)

und tief in die Watergate-Affäre verstrickt. Am 17. Juni

1972 war in das Hauptquartier der Demokratischen Partei

Watergate in Washington D.C. eingebrochen worden.

Das Verbrechen sollte vertuscht werden, aber innerhalb

eines Monats nachdem das Gerichtsverfahren begonnen

hatte, stellten sich drei der Beteiligten und trugen somit

zur Aufdeckung der Verschwörung bei. Später schrieb Colson,

nachdem er Christ geworden war: „Was ich in der

Watergate-Affäre erlebt habe, war die Unfähigkeit mächtiger

und motivierter Männer, eine Verschwörung aufrechtzuerhalten,

die auf einer Lüge aufgebaut ist … Dennoch

nahmen die Jünger Jesu ihre mögliche Hinrichtung in

Kauf, weil sie tatsächlich gesehen hatten, dass Jesus von

den Toten auferstanden war. Es gab keine Verschwörung.

Menschen geben nicht ihre Behaglichkeit auf und schon

gar nicht ihr Leben für etwas, wovon sie wissen, dass es

nicht stimmt.“ 22 Das ist enorm wichtig. Manchmal sind

Menschen bereit, für ihre Überzeugung zu sterben (das

haben viele Fanatiker getan), aber niemand wäre bereit, für

eine Sache zu sterben, von der er weiß, dass sie falsch ist.

27

Watergate © wikimedia


28

Die Zeugen

So viel zu den verschiedenen Erklärungsversuchen über

das, was geschehen sein könnte – aber sie alle widersprechen

dem stärksten Beweis in der Bibel dafür, dass die

Auferstehung Jesu wirklich stattgefunden hat: Die Tatsache,

dass er nach seinem Tod und seiner Grablegung verschiedenen

Leuten an unterschiedlichen Orten erschienen

ist.

Sechs verschiedene Zeugen berichten unabhängig voneinander

von elf unterschiedlichen Gelegenheiten, bei denen

Jesus Christus Menschen während eines Zeitraums

von 40 Tagen erschienen ist. Zwei Ereignisse haben wir

bereits behandelt, aber der Vollständigkeit halber werden

sie hier noch einmal mit erwähnt.

Mit eigenen Augen gesehen:

Markus berichtet uns, dass Jesus nach seiner Auferstehung

zuerst Maria Magdalena, von welcher er

sieben Dämonen ausgetrieben hatte, erschienen ist

(Markus 16,9).

Jesus traf sie“ – das ist eine Gruppe von Frauen, die

zurück nach Jerusalem eilten, um den Jüngern von

dem leeren Grab und dem, was der Engel gesagt hatte,

zu berichten (Matthäus 28,9).

Später am gleichen Tag, als zwei Jünger auf dem Weg

nach Emmaus waren, einem Dorf, das ca. 5 km von Jerusalem

entfernt war, „nahte sich Jesus und ging mit ihnen“

(Lukas 24,15).


Nachdem diese Jünger mit Jesus gegessen hatten,

eilten sie nach Jerusalem zurück, um es den anderen

Jüngern zu erzählen. Aber bevor sie das taten, wurde

ihnen gesagt: „Der Herr ist wahrhaftig auferstanden,

und er ist dem Simon erschienen!“ (Lukas 24,34).

Während die Jünger ganz aufgeregt über dieses außergewöhnliche

Ereignis sprachen, „trat Jesus selbst in

ihre Mitte, und er sprach zu ihnen: ‚Friede sei mit euch!’“

(Lukas 24,36).

Eine Woche später, als sich die Jünger in demselben

Haus versteckten, „kam Jesus und trat in ihre Mitte

und sprach: Friede sei mit euch!“ (Johannes 20,26).

Später „offenbarte sich Jesus seinen Jüngern am See Tiberias“

(Johannes 21,1).

Bei einer anderen Gelegenheit „ist Jesus mehr als 500

Brüdern (d. h. Christusgläubigen) auf einmal erschienen“

(1. Korinther 15,6).

Er „erschien auch dem Jakobus“ (1. Korinther 15,7).

Dann erschien er den elf Jüngern, als sie auf einem Berg

in Galiläa waren: „Und als sie ihn sahen, warfen sie sich

anbetend vor ihm nieder“ (Matthäus 28,17).

Schließlich berichtet der Arzt Lukas, dass Jesus die

Jünger sieben Wochen nach seiner Auferstehung „hinaus

bis nach Betanien geleitet hat und nachdem er ihnen

noch einige wichtige Dinge gesagt hatte, schied er

von ihnen und wurde aufgehoben in den Himmel“ (Lukas

24,50-51).

29


30

… und dann Paulus

Die ersten Leiter der christlichen Gemeinde wurden Apostel

genannt. Sie „mussten Zeugen seiner Auferstehung

sein“ (Apostelgeschichte 1,22). Der Apostel Paulus war in

diesem Sinne nie ein solcher Zeuge, weil er zur Zeit der

Auferstehung Jesu noch zu den Feinden der Christen gehörte.

Als er aber einige Jahre später alle Menschen aufzählte,

die Jesus begegnet waren, fügt er hinzu: „… zuletzt

erschien er auch mir“ (1. Korinther 15,8). Das war lange,

nachdem Jesus in den Himmel aufgefahren war. Paulus

fügt außerdem hinzu: „Denn ich bin der geringste von den

Aposteln, der ich nicht wert bin, ein Apostel zu heißen, weil

ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe“ (1. Korinther 15,9).

Trotz seiner Vergangenheit als religiöser Terrorist scheint

er Gottes Gnade herausstellen zu wollen. Sein Anspruch,

Jesus gesehen zu haben, ist genauso wie bei allen elf

erwähnten Fällen gerechtfertigt. Als die Menschen in

Korinth seinen Status und seine Autorität infrage stellten,

antwortete er, ohne zu zögern: „Bin ich nicht Apostel?

Habe ich nicht unseren Herrn Jesus Christus gesehen?“

(1. Korinther 9,1).


Alle Lügner?

Der Beweis, dass Jesus

nach seinem Tod lebendig

gesehen wurde, ist

beeindruckend. Das konnte

aber nicht verhindern,

dass er infrage gestellt

und verleugnet wurde.

Es wird sogar behauptet,

dass die Zeugen gelogen

haben. Es gibt nicht den

Hauch eines Hinweises,

der diese Behauptung

stützen würde – und was

für ein Motiv könnten die

Zeugen gehabt haben, so

zu handeln? Schließlich

brachte es sie in ernste Schwierigkeiten zu behaupten,

dass sie ihn nach seinem Tod lebendig gesehen haben.

Allein Paulus´ Erlebnis widerlegt die Annahme, dass sie

gelogen haben könnten, als sie sagten, dass sie Jesus nach

seiner Auferstehung begegnet sind. Paulus war einmal ein

gefürchteter Verfolger der Christen. Einer, der mit Erlaubnis

der Obersten der Juden „Drohung und Mord gegen die

Jünger des Herrn geschnaubt hatte“ (Apostelgeschichte

9,1). Nach seiner Bekehrung zu Jesus Christus konnte er

sich praktisch nirgendwo blicken lassen, ohne Angst um

sein Leben haben zu müssen. Mit anderen Worten: Sein

Dienst als Apostel brachte ihn „in Gefahren vom eigenen

Volk, in Gefahren in der Stadt, in Gefahren in der Wüste,

in Gefahren auf dem Meer, in Gefahren unter falschen Brüdern;

in Arbeit und Mühe, oftmals in Nachtwachen, in Hunger

und Durst; oftmals in Fasten, in Kälte und Blöße“ (2.

Korinther 11,26-27). Kann man sich vorstellen, dass er sich

absichtlich dem allen ausgeliefert hat und letztlich bereit

war, für etwas zu sterben, von dem er wusste, dass er es

31


32

sich ausgedacht hat? Niemals. Jeder gute Psychologe würde

gleich sehen, wie hier der Hase läuft. Menschen lügen

manchmal, um aus Schwierigkeiten herauszukommen,

aber sie würden niemals lügen, um welche zu bekommen.

Alles nur Fantasie?

Ein weiterer Angriff auf die sogenannten Erscheinungen

ist, sie als Halluzinationen abzutun, die aufgrund der

traumatischen Erlebnisse der Jünger nach dem Tod ihres

Herrn entstanden sind. Das ist leicht zu behaupten, aber

unmöglich zu beweisen. Halluzinationen passen sich bestimmten

Gesetzen an, wobei in diesem Fall keines davon

zutrifft. Der Mediziner Professor A. Rendle Short sagt:

„Die Erscheinungen des Auferstandenen widersprechen

jedem bekannten Gesetz von Visionen.“ 23

Erstens, Halluzinationen treten vorwiegend bei Menschen

auf, die als ‚neurotisch‘, wenn nicht gar als ‚psychotisch‘

bezeichnet werden können. Die Menschen aber, die behaupteten

Jesus gesehen zu haben, waren nicht nur ver-


zweifelte Frauen, sondern auch der hitzköpfige Johannes,

der energische Petrus, der Beamte Matthäus, ein brillanter

Intellektueller wie Paulus sowie ein sturer Skeptiker

wie Thomas. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass sie neurotisch

oder psychotisch waren.

Zweitens, Halluzinationen geschehen gewöhnlich in vertrauten

Umgebungen und zu Zeiten, in denen die Betroffenen

in sentimentalen Emotionen und Erinnerungen

schweben. Jesus Christus erschien diesen Menschen aber

kaum an den Orten, wo er zuvor mit seinen Jüngern war.

Er erschien in einem Garten, in einem Haus, an der Straße,

auf dem Land, am Seeufer und auf einem Berg – und

das auch zu verschiedenen Tageszeiten.

Drittens, Halluzinationen knüpfen an das Unterbewusstsein

einer Person an und sind deshalb sehr individuell.

Die Bibel berichtet uns jedoch, dass Jesus nicht nur Einzelne

getroffen hat, sondern zwei, drei, sieben und einmal

sogar mehr als 500

Menschen gleichzeitig. Es

mag Leute geben, die ehrlicherweise

behaupten,

etwas Ungewöhnliches

und Einzigartiges gesehen

zu haben, aber noch

nie hat man gehört, dass

500 Personen dieselbe

Sinnestäuschung auf einmal

gehabt haben. Mein

Freund sprach einmal in

einer Studentenversammlung

vor mehr als 200

Personen. Plötzlich zog

er eine Schere heraus und

schnitt die Krawatte des

Schulleiters ab (das war

zuvor abgesprochen!).

Dann wandte er sich den

33


34

Studenten zu und sagte: „Stellt euch vor, ihr trefft auf dem

Heimweg einen Freund, der heute Morgen nicht hier war

und erzählt ihm, dass der Redner die Krawatte des Schulleiters

abgeschnitten hat. Er würde denken, ihr wollt ihn

auf den Arm nehmen. Aber angenommen, zwei oder drei

Mitstudenten würden ihm das Gleiche erzählen und am

darauffolgenden Tag 30 weitere Mitschüler ebenso. Wenn

nun alle 200 Studenten, die hier sind, ihm die gleiche Geschichte

berichteten, hätte er dann noch Grund zu zweifeln?

So sind 500 Menschen, die behaupten, sie haben Jesus

nach seinem Tod gesehen, ein absolut starker Beweis

für die Wahrheit ihrer Aussage.“

Als Paulus die ‚mehr als 500‘ erwähnte, sagte er „von denen

die meisten noch leben“ (1. Korinther 15,6). Auch wenn

die Menschen Paulus nicht geglaubt hätten, so hätte man

die Hälfte von ihnen befragen können und jeder hätte das

Gleiche behauptet. Die Schwierigkeit für den Skeptiker ist

nicht zu erklären, warum so viele Leute diese Halluzination

hatten, sondern warum es unter all diesen Leuten keinen

Einzigen gab, der sie nicht hatte! Der amerikanische Theologe

J. Gresham Machen war von der Auferstehung überzeugt

und meinte einmal ironisch: „Wenn all diese Leute

halluzinierten, als sie behaupteten, Jesus Christus nach

seinem Tod lebend gesehen zu haben, wäre die christliche

Gemeinde nie entstanden, wenn es einen kompetenten

Neurologen gegeben hätte, der sie behandelt hätte.“


Wunschdenken?

Ein drittes Argument gegen die Auferstehung behauptet,

dass die Zeugen so von dem Wunsch beseelt waren, dass

Jesus wieder zurückkam, dass für sie ihr Wunschdenken

Wirklichkeit wurde. Immer noch behaupten viele Leute,

Elvis Presley lebend gesehen zu haben, obwohl er bereits

1977 gestorben ist. Es gibt sogar ein entsprechendes

Internetforum, das

Menschen vorbereitet,

nicht überrascht zu sein,

wenn sie ‚den King‘ in ihrem

örtlichen Supermarkt

oder im Swimmingpool

des Nachbarn sehen.

Bei der Auferstehung Jesu

handelt es sich allerdings

um eine ganz andere Qualität,

denn seine Nachfolger

erwarteten nicht, dass

ihr Herr wieder lebendig

werden würde. Die ersten

Frauen gingen zum Grab,

um ihn einzubalsamieren

und nicht, um ihn zu umarmen. Als Maria den Jüngern

erzählt hatte, dass sie Jesus gesehen hatten, ‚glaubten sie

es nicht‘ (Markus 16,11). Einer der Jünger mit Namen Thomas

ging sogar noch weiter und sagte: „Wenn ich nicht

an seinen Händen das Nägelmal sehe und meinen Finger in

das Nägelmal lege und meine Hand in seine Seite lege, so

werde ich es niemals glauben!“ (Johannes 20,25). Das war

alles andere als Wunschdenken! Markus spricht von einer

anderen Gelegenheit, bei der Jesus ihnen während eines

Essens erschien und „ihren Unglauben und die Härte ihres

Herzens tadelte, dass sie denen, die ihn auferstanden gesehen

hatten, nicht geglaubt hatten“ (Markus 16,14). Selbst

noch einige Wochen später, nachdem mittlerweile die

35


36

meisten seiner Anhänger von seiner Auferstehung überzeugt

waren, „zweifelten noch einige“ (Matthäus 28,17).

Keines dieser Ereignisse lässt darauf schließen, dass sie

überdreht waren. Paulus schreibt, dass er Jesus lange Zeit,

nachdem die erste Begeisterung über seine Auferstehung

abgeebbt war, gesehen hatte – und das, nachdem er das

Ganze bereits für eine Lüge gehalten hatte. Diese Auferstehung

war nicht nur das Letzte, was er erwartet hatte,

nein, er wollte es auch ganz und gar nicht. Deshalb kann

man kaum behaupten, dass er vom Wunschdenken einer

Auferstehung erfüllt war, die ihn dann halluzinieren ließ.

Diese ersten Christen waren äußerst skeptisch, bis sie

vom Gegenteil überzeugt waren und es nicht mehr leugnen

konnten.

Geistergeschichten?

Der Theologe Karl Theodor Keim startete im 19. Jahrhundert

einen weiteren Angriff auf die Auferstehung, indem

er behauptete, die Jünger hätten einen Geist oder ein Gespenst

gesehen. Wenn wir aber die Bibel dagegen halten,

fällt auch diese Idee in sich zusammen. Als Jesus Christus

die beiden Jünger auf dem Weg nach Emmaus traf, aß er

mit ihnen. „Er nahm das Brot, sprach den Segen, brach es

und gab es ihnen“ (Lukas 24,30). Dieser Vorfall ‚vermasselt‘

Keims Vorschlag, denn bekannterweise gehen Geister

nicht umher und verteilen Essen!


Als Jesus Christus seine Jünger in ihrem Versteck besuchte,

hatten sie schreckliche Angst, aber er sagte ihnen:

„Was seid ihr so erschrocken, und warum steigen Zweifel auf

in euren Herzen? Seht an meinen Händen und meinen Füßen,

dass ich es bin! Rührt mich an und schaut, denn ein

Geist hat nicht Fleisch und Knochen, wie ihr seht, dass ich es

habe!“ (Lukas 24,38-39). „Da sie aber noch nicht glaubten

vor Freude und sich verwunderten, sprach er zu ihnen: Habt

ihr etwas zu essen hier? Da reichten sie ihm ein Stück gebratenen

Fisch und etwas Wabenhonig. Und er nahm es und

aß vor ihnen“ (Lukas 24,41-43). Jesus forderte ihre Sinne

heraus – sehen, hören und fühlen –, um ihnen zu zeigen,

dass er kein körperloser Geist war.

Jesus spricht: „Seht

an meinen Händen

und meinen Füßen,

dass ich es bin!“

(Lukas 24,39)

Auf die gleiche Weise ging er auch mit Thomas um: „Reiche

deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche

deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht

ungläubig, sondern gläubig!“ (Johannes 20,27). Später am

See Genezareth lud Jesus sieben seiner Jünger ein und

sagte: „Kommt zum Frühstück!“ (Johannes 21,12). Das hatte

Petrus so beeindruckt, dass er später von sich und den

Aposteln schrieb, „die wir mit ihm gegessen und getrunken

haben nach seiner Auferstehung aus den Toten“ (Apostelgeschichte

10,41).

37


38

Das alles sagt uns, dass Jesus nach seiner Auferstehung einen

physischen Körper aus Fleisch und Blut hatte, jedoch

ohne die natürlichen Einschränkungen. Sein verwandelter

Körper verließ die Leichentücher, ohne sie zu berühren. Er

konnte durch Wände gehen und dennoch essen. Wenn er

wollte, konnte er erscheinen oder wieder verschwinden. Er

konnte in einen Raum hineingehen, ohne durch eine Tür

oder ein Fenster zu müssen, und dennoch waren die Narben

seiner Kreuzigung an Händen, Füßen und der Seite zu

sehen. Das könnte erklären, warum einige, denen er begegnete,

ihn nicht sofort

erkannten. Sein Auferstehungsleib

war vergleichbar

mit seinem Körper vor

seinem Tod, aber dennoch

nicht identisch mit diesem.

Die Tatsache, dass

wir es nicht verstehen

können, ist kein Grund, es

zu leugnen. Die Auferstehung

Jesu ist definitiv keine

Geistergeschichte.

Der neuzeitliche britische Autor John Benton hat recht,

wenn er sagt: „Seit 2000 Jahren versuchen Menschen, Erklärungen

für die Auferstehungsberichte zu finden, aber

nie wurde eine annähernd plausible Erklärung gefunden.

Das spricht doch für sich!“ 26

Ausführliche

Berichterstattung

Es gibt vier leicht zu übersehende Tatsachen die die Wahrheit

der Auferstehungsgeschichte bestätigen. Die erste

Tatsache ist, dass es gar keinen Bericht über das eigentliche

Geschehen gibt. Das sieht aus wie ein schwacher Hin-


weis, ist aber genau das Gegenteil. Hätten die Apostel die

Auferstehung erfunden, ist es schwer vorstellbar, dass sie

keinen Augenzeugenbericht geliefert haben, gespickt mit

ausgeschmückten Beschreibungen. Aber sie berichten gar

nichts darüber und dieses Schweigen ist bezeichnend!

Zweitens, als Petrus am Sonntagmorgen in das Grab ging,

„sah er die Tücher daliegen und das Schweißtuch, das auf

seinem Haupt war, nicht bei den Tüchern liegen, sondern

für sich zusammengewickelt an einem besonderen Ort“ (Johannes

20,6-7). Kurze Zeit später bestätigt Johannes die

Aussage von Petrus. Auf den ersten Blick scheint es unwichtig

zu sein, wo die Tücher lagen. Dem ist aber nicht

so. Das Wort ‚liegen‘ (zweimal im Zusammenhang mit

den Leinentüchern) gibt ein griechisches Wort wieder,

das gewöhnlich gebraucht wurde, wenn etwas bewusst

an einem bestimmten Ort abgelegt worden ist. Der Begriff

für das zusammengelegte Schweißtuch bedeutet so

viel wie ‚aufgewickelt‘. 27 Die Grabtücher sahen aus wie der

leere Kokon einer Raupe. Das widerspricht der Verschwörungstheorie

oder einer Nahtod-Erfahrung, nach welcher

Jesus sich erholt und sich aus den ‚bleischweren‘ Grabtüchern

gewunden hätte. 28 Es ist auch kaum vorstellbar,

dass Jesus die Tücher ordentlich zusammengelegt hatte.

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40

Wären Grabräuber (Römer, Juden oder Jünger) das Risiko

einer Verhaftung eingegangen, indem sie zuvor noch alles

schön zusammengelegt hätten? Sicher nicht.

Stattdessen sahen die Grabtücher so aus, als wären sie

vom Körper abgeglitten, als er sie verließ. So jedenfalls

empfand es Johannes, von dem geschrieben steht, dass

er „sah und glaubte“ (Johannes 20,8). Und was ihn überzeugt

hatte, war nicht allein die Tatsache, dass der Leib

nicht mehr da war, sondern dass er sah, wie die Grabtücher

zurückgelassen worden waren.

Drittens, die Auferstehungsgeschichte gewinnt an Glaubwürdigkeit,

indem sich Jesus Christus zuerst einer Frau

zeigt. Für uns in der modernen westlichen Kultur scheint

das keine besondere Sache zu sein, aber im Mittleren Osten

vor 2000 Jahren war das sehr bedeutend, denn Frauen

galten damals nicht sehr viel. Der Autor Michael Green

sagt: „Frauen waren Niemande; sie waren Besitztümer

und konnten in manchen Fällen sogar verkauft werden; sie

durften nicht einmal als Zeugen vor Gericht aussagen.“ 29


Das mag zum Teil erklären,

warum die Worte der

Frauen den Jüngern „wie

ein Märchen“ vorkamen

(Lukas 24,11) und sie ihnen

nicht glaubten, als sie

ihnen erzählten, dass sie

Jesus gesehen haben. Ihre

Reaktion glich der des

Philosophen Celsus im 2.

Jahrhundert: „Er zog die

Auferstehung ins Lächerliche

als etwas, das auf

den Aussagen einer hysterischen

Frau beruhte.“ 30

Das Letzte, womit die Jünger

rechneten, war, dass

Jesus von den Toten auferstehen würde. Und schon gar

nicht würden sie den Worten einer Frau Glauben schenken.

Hätten die Frauen diese Geschichte erfunden, dann

hätte man ihnen mit Sicherheit keine Bedeutung beigemessen.

Viertens, obwohl alle vier Evangelien von der Auferstehung

berichten, kann man keine genaue Abfolge der Geschehnisse

nachvollziehen. Was hier zuerst wie ein Manko

aussieht, erweist sich schlussendlich doch als das Gegenteil.

Hätten die vier Schreiber die Geschichte erfunden,

hätten sie doch sichergestellt, dass ihre Versionen genau

zusammenpassen, sodass sie alle das Gleiche vertraten.

Aber ihre Versionen unterscheiden sich voneinander – bis

auf die einstimmige Tatsache, dass das Grab leer war und

Jesus Christus lebendig gesehen worden ist.

Vor Gericht mögen Zeugen die Wahrheit über einen Vorfall

aus ihrer Perspektive erzählen, dennoch kann jede

Aussage den Schwerpunkt auf eine andere Einzelheit legen,

ohne der grundlegenden Wahrheit dessen, was passiert

ist, zu widersprechen. Andererseits stimmen sogar

41

Aulus Cornelius Celsus © wikimedia


42

Kriminelle ihre Aussagen aufeinander ab, ohne dass dies

bei Gericht auffallen würde.

Zeitungsberichte über ein sportliches Ereignis können so

unterschiedlich sein, dass man sich beim Lesen manchmal

fragt, ob die Reporter alle dasselbe Spiel gesehen haben.

Aber alle nennen den gleichen Spielendstand. Genauso ist

es mit den vier wichtigsten Berichten über die Auferstehung:

Sie unterscheiden sich in den Details – aber was am

Ende zählt, ist: Jesus Christus ist auferstanden.

Der Terrorist

Eine der bedeutendsten Aussagen über die Auferstehung

Jesu, die je gemacht wurde, stammt aus der Feder des

Apostels Paulus – und das bei seinem Hintergrund! Sein

Geburtsname war Saulus. Etwa um das Jahr 10 v. Chr. wurde

er in Tarsus geboren, einer Universitätsstadt, die ein

Handelszentrum in dem Gebiet der heutigen Türkei war.

Damals war Tarsus die Hauptstadt der römischen Provinz

Cilicien in Kleinasien. Paulus´

Eltern waren fromme

Juden und konnten ihren

Stammbaum bis zum

Stamm Benjamin im Alten

Testament zurückverfolgen.

Er war von Geburt

an Jude und entsprechend

dem jüdischen Gesetz am

achten Tag beschnitten

worden.

Nach seiner religiösen

Ausbildung in Tarsus zog

er nach Jerusalem, um

bei Gamaliel, einem der

bedeutendsten Rabbiner,

zu studieren. Noch als


„Nachdem sie

Paulus gesteinigt

hatten…“

(Apostelgeschichte

14,19)

Student schloss er sich der strengsten jüdischen Sekte an

und wurde ein Pharisäer. Als solcher akzeptierte er das gesamte

Alte Testament als Gottes Gesetz und widerstand

allen, die einen lockeren Umgang mit den alten Schriften

pflegten.

Als die christliche Gemeinde entstand, sah er sie als eine

Bedrohung für den jüdischen Glauben. Er glaubte, dass

Gott eines Tages den verheißenen Messias (den Christus

Gottes) senden würde, um die Verheißungen des Alten

Testaments zu erfüllen und schließlich ein vollkommenes

und ewiges Reich aufzurichten. Ungefähr 400 Jahre

nach der letzten alttestamentlichen Prophezeiung tauchte

plötzlich Jesus auf und behauptete, der verheißene Messias

zu sein und dass sich alle Prophetien auf ihn beziehen

(siehe Lukas 4,16-30). Die ersten Christen glaubten nicht

nur, dass Jesus die Wahrheit sagt, sondern auch, dass er

nach seinem Tod auferstanden ist und damit bestätigte,

dass er sowohl Mensch als auch Gott war.

Das war der springende Punkt. Es war für Paulus unvorstellbar,

dass der Sohn eines Zimmermanns aus dem kleinen

Dorf Nazareth, das nicht einmal im Alten Testament

erwähnt wird, und der wie ein Schwerverbrecher hinge-

43


44

richtet worden war, gleichzeitig Gott und Mensch sein

sollte. Er war fest entschlossen, diejenigen zu vernichten,

die auf einmal jemanden anbeteten, den er für einen Gotteslästerer

hielt. So machte er es sich zur Aufgabe, Christen

zu suchen und zu vernichten.

Er begann, in Jerusalem Christen aus ihren Häusern zu

treiben und ins Gefängnis werfen zu lassen (siehe Apostelgeschichte

8,3). Später zog er mit bewaffneten Männern,

im Auftrag der Hohenpriester, bis zur Stadt Damaskus

in Syrien. Wo immer er Christen fand, zog er sie vor

Gericht und versuchte, sie zur Gotteslästerung zu provozieren;

oder trieb sie ‚rasend vor Zorn‘ (Apostelgeschichte

26,11) zurück nach Jerusalem, um sie unter Strafe zu stellen.

Was in manchen Fällen auch Todesstrafe hieß. Stephanus,

einer der frühen Christenprediger, bekam dies als

Erster zu spüren. Paulus hatte seinem Tod ‚zugestimmt‘

(Apostelgeschichte 8,1).


Dann geschah jedoch etwas Erstaunliches – Saulus wurde

Christ! Plötzlich fiel es ihm wie Schuppen von den Augen:

Er war nicht für die Wahrheit, sondern gegen die Wahrheit

vorgegangen, als er den christlichen Glauben so grausam

verfolgt hatte. Jesus war wirklich Gott, er war wirklich in

diese Welt gekommen, um Männer und Frauen wieder

in die Gemeinschaft mit ihrem Schöpfer zu bringen; sein

Tod am Kreuz war wirklich ein Akt göttlicher Liebe, indem

er zur Sühnung der Sünde der Menschheit gestorben war.

Dann ist er wirklich von den Toten auferstanden und ein

lebendiger Retter für die geworden, die ihr Vertrauen auf

ihn setzen.

Aber noch viel mehr: Der Verfolger Saulus wurde ein Prediger

des Glaubens, den er vorher zerstören wollte. Unter

seinem römischen Namen Paulus schrieb er mehr über

die Auferstehung als jeder andere Schreiber des Neuen

Testaments. Ein Abschnitt zeigt dies besonders deutlich:

Wenn aber Christus verkündigt wird, dass er aus den

Toten auferstanden ist, wieso sagen dann etliche unter

euch, es gebe keine Auferstehung der Toten? Wenn

es wirklich keine Auferstehung der Toten gibt, so ist

auch Christus nicht auferstanden! Wenn aber Christus

nicht auferstanden ist, so ist unsere Verkündigung vergeblich,

und vergeblich auch euer Glaube! Wir werden

aber auch als falsche Zeugen Gottes erfunden, weil wir

von Gott bezeugt haben, dass er Christus auferweckt

hat, während er ihn doch nicht auferweckt hat, wenn

wirklich Tote nicht auferweckt werden! Denn wenn

Tote nicht auferweckt werden, so ist auch Christus

nicht auferweckt worden. Ist aber Christus nicht auferweckt

worden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr

noch in euren Sünden; dann sind auch die in Christus

Entschlafenen verloren. Wenn wir nur in diesem Leben

auf Christus hoffen, so sind wir die elendesten unter allen

Menschen!

(1. Korinther 15,12-19)

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46

Leben nach dem Tod?

Der britische Philosoph Bertrand Russell hatte eine einfache

Sicht über das Leben nach dem Tod: So etwas gibt es

nicht! Mit seinen Worten: „Wenn ich sterbe, verrotte ich

und nichts von meinem Ego soll überleben.“ 31 Das nennt

man Annihilation (Seelentod). Diese Lehre mancher Sekten

besagt, dass es nur dieses Leben hier auf der Erde gibt

und dass nach dem Tod nichts mehr kommt. Unsere Seelen

werden im Augenblick unseres Todes wie eine Kerze

ausgepustet und unsere Körper zerfallen allmählich.

Paulus betont, wenn das wahr wäre, würde das Christentum

in sich zusammenfallen, denn es gründet sich auf die

leibliche Auferstehung Jesu: „Wenn aber Christus verkündigt

wird, dass er aus den Toten auferstanden ist, wieso sagen

dann etliche unter euch, es gebe keine Auferstehung der

Toten? Wenn es wirklich keine Auferstehung der Toten gibt,

so ist auch Christus nicht auferstanden!“ (V. 12-13).

Paulus macht hier sehr logisch deutlich, was die Folge

wäre: Wenn Jesus noch immer im Grab wäre, dann basierte

der christliche Glaube lediglich auf einem von Menschen

gemachten moralischen oder religiösen System,

aufgebaut auf einer riesigen Lüge.


Nur heiße Luft?

Paulus führt dann eine Liste mit Argumenten an, die die

Folge dieser Annahme wären:

„… dann ist unsere Verkündigung vergeblich“ (V. 14). Paulus

ist einer von den Aposteln, die den auferstandenen Jesus

gesehen haben und von ihm beauftragt wurden, seine

Botschaft in die Welt zu tragen. Wenn Paulus sagt, dass

ihre Verkündigung ohne die Auferstehung vergeblich gewesen

wäre, meint er nicht, dass sie stillos oder kraftlos

gewesen wäre, sondern dass sie völlig nutzlos gewesen

wäre. Das Wort ‚vergeblich‘ gibt das griechische Wort ‚kenos‘

wieder, was so viel bedeutet wie ‚leer‘ oder ‚hohl‘.

Wenn Jesus Christus nicht auferstanden wäre, dann wären

die Berichte darüber nicht einmal das Papyrus wert gewesen,

auf das sie geschrieben wurden.

Paulus übertreibt nicht. Als der Apostel Petrus die erste

überlieferte Predigt der christlichen Gemeinde hielt (Apostelgeschichte

2,14-41), drehte sich mehr als die Hälfte

davon um die Auferstehung Jesu. Ihre Schlüsselaussage

war: „ihn hat Gott auferweckt“ (Apostelgeschichte

2,24+32). Von da an drehten sich die Predigten der Apostel

um die Auferstehung: „Und mit großer Kraft legten die

Apostel Zeugnis ab von der Auferstehung des Herrn Jesus

(Apo stelgeschichte 4,33). Einige Verse vor dem Abschnitt,

den wir betrachten, betont Paulus als wichtigste Tatsache

47


48

mit oberster Priorität, dass Jesus starb, begraben wurde

und „dass er auferstanden ist am dritten Tag“ (1. Korinther

15,3+4). Indem Paulus diese Ereignisse so hervorhebt,

macht er seinen Lesern deutlich, dass unabhängig von

allem, was er sie außerdem lehrte – sei es über Anbetung,

persönliche Moralvorstellungen, Verhalten in der

Arbeitswelt, Familienleben oder andere Bereiche –, nichts

so wichtig war wie der Tod, das Begräbnis und die Auferstehung

von Jesus Christus.

Das dürfen wir nicht außer Acht lassen! Die ersten Christenprediger

fielen nicht aus dem religiösen Rahmen, weil

sie eine neue Anbetungsart vertraten oder vorschlugen,

mit bestimmten Moralvorstellungen anders umzugehen,

sondern weil sie „das Volk lehrten und in Jesus die Auferstehung

aus den Toten verkündigten“ (Apostelgeschichte

4,2). Das war kein sensationelles „Extra“ zur Begeisterung

der Masse; es war der Kern der gesamten Botschaft,

nicht nur der Apostel, sondern aller Schreiber des Neuen

Testaments. Der Mittelpunkt ihrer Lehre war keine Mo-


al, sondern ein Ereignis. Und wenn dieses Ereignis nie

stattgefunden hat, können wir das Neue Testament in

den Reißwolf befördern. Der schottische Gelehrte James

S. Stewart schrieb über die Auferstehung Jesu: „Das ist

kein Anhängsel des Glaubens. Es ist die Grundlage des

Glaubens!“

Alle im selben Boot

Paulus wird noch deutlicher, wenn er sagt: „und euer Glaube

ist vergeblich“ (1. Korinther 15,14). Dieses Thema betraf

nicht nur die ersten Christenprediger, sondern jeden (und

schon bald waren es Tausende), der ihre Verkündigung

hörte und sich daraufhin zu Christus bekannte. Wenn Jesus

niemals von den Toten auferstanden ist, haben nicht

nur die Apostel kompletten Unsinn erzählt, sondern auch

alle anderen sind hinters Licht geführt worden und setzten

ihre Hoffnung auf eine Fata Morgana. Einige Verse

vorher schreibt Paulus den Christen in Korinth, dass sie

in dem Evangelium (in dem die Auferstehung der Höhepunkt

ist) „fest stehen“ (1.

Korinther 15,1). Der christliche

Glaube beansprucht,

auf Fakten zu beruhen.

Aber wenn der größte Fakt

ein erdachtes Gebilde

war, dann ‚standen‘ diese

ersten Christen nirgendwo.

Sie hingen mit ihrem

Glauben in der Luft und

hatten nichts, worauf sie

sich stützen konnten.

Das Gleiche würde für alle

gelten, die seitdem Christen

geworden sind, einschließlich

der Millionen

49


50

Christen, die heute leben. Ganz zu schweigen von weiteren

Folgen, die hieraus resultieren würden: Ohne die Auferstehung

Jesu wären die Millionen christlichen Märtyrer

(im 20. Jahrhundert mehr als je zuvor) umsonst gestorben.

Auch die großen Reformatoren wie Johannes Calvin,

Thomas Cranmer, John Knox, Martin Luther und William

Tyndale hätten dann besser daran getan, die Kirche zu zerstören,

als sie zu reformieren, da sie auf Lügen aufgebaut

war. Es würde auch bedeuten, dass jedes christliche Kirchengebäude,

angefangen von der prächtigsten Kathedrale

bis hin zur kleinsten Missionshütte, das Denkmal eines

Märchens ist. Jeder Prediger,

der die Bibel als Gottes

Wort lehrt, ginge dann

mit verdrehten Geschichten

hausieren. Jeder Gottesdienst

wäre eine Farce.

Jedes Osterfest würde an

ein Ereignis erinnern, das

nie stattgefunden hat.

Eine Behauptung, dass Jesus

heute nur eine Handvoll

Knochen und Staub

ist, die irgendwo im Staub

im Mittleren Osten begraben

sind, hätte ungeheuerliche

Auswirkungen.

Auf frischer Tat ertappt?

Die nächste Aussage von Paulus ist noch ernster: „Wir

werden aber auch als falsche Zeugen Gottes erfunden, weil

wir von Gott bezeugt haben, dass er Christus auferweckt hat,

während er ihn doch nicht auferweckt hat, wenn wirklich

Tote nicht auferweckt werden!“ (V. 15). Das Wort ‘erfunden‘

bedeutet hier so viel wie ‚erwischt‘, wie ein Verbrecher auf

frischer Tat ertappt wird; während das Wort ‚bezeugt‘ so


Wissentliches

Lügen über Gott

käme einem Verbrechen

gleich

viel Bedeutung hat, wie wenn ein Zeuge vor Gericht aussagen

würde. Paulus will damit sagen, wenn er und die

anderen Apostel behaupten, dass Gott den Herrn Jesus

aus den Toten auferweckt hat, obwohl er nicht auferweckt

wurde, wäre das vergleichbar mit einem Meineid. Das

ist ein ernstes Vergehen, das schwer bestraft wird. Aber

wissentlich Lügen über Gott zu verbreiten, ist noch viel

schlimmer.

Für Paulus wäre so etwas absolut undenkbar gewesen. Als

„ein Hebräer von Hebräern“ (Philipper 3,5) floss der Glaube

an Gott durch seine Adern, und als ein ausgezeichneter

Gelehrter des Alten Testaments war sein Wissen über

Gott außergewöhnlich. Er glaubte, dass Gott der Schöpfer

und Erhalter des Universums ist (siehe 1. Mose 1,1 und 2.

Chronika 2,11) – absolut heilig (siehe Jesaja 6, 1+3), allwissend

(siehe Hiob 37,16) und Richter der Menschen (siehe

Psalm 7,12). An einer anderen Stelle lehrte Paulus, dass

der Tag kommen würde, an dem jeder von uns „Gott Rechenschaft

geben wird“ (Römer 14,12). Deswegen ist es unmöglich,

dass Paulus bewusst ein falsches Zeugnis gegen

Gott ablegen, geschweige denn, dass er seinen gesamten

Dienst auf eine gotteslästerliche Lüge gründen würde.

51


52

Die 9. Spalte

Nachdem Paulus in Vers 16 deutlich gemacht hat, dass

„wenn Tote nicht auferweckt werden, auch Christus nicht

auferweckt worden ist“, geht er jetzt noch einen Schritt

weiter: „Ist aber Christus nicht auferweckt worden, so ist

euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden“ (V.

17). Das Wort ‚nichtig‘ unterscheidet sich fast unmerklich

von dem Wort ‚vergeblich‘, welches er zuvor gebraucht

hatte in Bezug auf die Verkündigung der Apostel und den

Glauben der Zuhörer. Im Urtext steht das Wort ‚mataia‘.

Es bezeichnet etwas, das zu nichts zu gebrauchen ist,

weil es nicht halten kann, was es verspricht. Wenn wir verstehen,

warum Paulus dieses Wort hier verwendet, dann

dringen wir zum Kern der christlichen Botschaft vor, nämlich

warum Jesus Christus

überhaupt gestorben ist.

Von 1948 bis 1954 arbeitete

ich auf dem Standesamt

meiner Heimatinsel

Guernsey. Ich werde nie

vergessen, was ich beim

Lesen von Todesurkunden

empfunden habe. Die

ersten acht Spalten (Geburtsdatum,

Name, Alter,

Angaben zu Eltern usw.)

überflog ich schnell. Doch

in der nächsten Spalte

blieb ich oft hängen: Todesursache.

Am Tag vor

seinem Tod noch lebendig

– vielleicht schwebte

er noch nicht einmal in

Lebensgefahr –, stand in

Spalte 9, was dazu geführt

hatte, dass nun alles


anders war. Auch nach 50 Jahren sehe ich einige der Wörter

noch vor mir, manchmal ganz kompliziert in medizinischen

Fachbegriffen, manchmal auch mit einem einzigen

traurigen Wort wie „Krebs“. Was immer in Spalte 9 stand,

erklärte, wie ein Mensch

zu Tode gekommen war.

Aber warum? Warum betrifft

der Tod jeden, egal

welchen Rang und Namen

er hat, ob Alt oder Jung,

ob Reich oder Arm. Warum

gleicht die ganze Welt

einem Krankenhaus voller

Todeskandidaten? Die

Antwort ist der Schlüssel

zu Paulus´ Lehre von der

Auferstehung Jesu.

Die Bibel sagt uns, dass

der erste Mensch Adam

„im Bilde Gottes“ geschaffen

wurde (1. Mose 1,27).

Das heißt nicht, dass er

Gottes Größe oder Statur hatte, denn „Gott ist Geist“ (Johannes

4,24). Aber der Mensch war ein moralisches und

geistliches Wesen und trotz aller Menschlichkeit das vollkommene

Abbild eines heiligen Gottes. Er war aber keine

Marionette, die nur das tat, was Gott wollte. Adam und

seine Frau Eva konnten frei das tun und lassen, was sie

wollten. Sie konnten ihrem Schöpfer entweder gehorchen

oder auch nicht. Eine gewisse Zeit lebten sie auch im vollkommenen

Gehorsam gegenüber Gott, in harmonischer

Übereinstimmung mit seinem Willen. Sie genossen das,

was Gott ihnen so liebevoll und großzügig gab.

Dann kam die Katastrophe. Um es mit den Worten der

Bibel auszudrücken: „Die Sünde kam in die Welt … und mit

der Sünde der Tod“ (Römer 5,12). Als Adam und Eva sündigten,

war das Ergebnis katastrophal und kann mit einem

53


54

Wort zusammengefasst werden: ‚Tod‘. Wir müssen beachten,

dass die Bibel mit ‚Tod‘ niemals ‚das Ende‘, sondern

‚Trennung‘ meint – die Trennung von der Quelle des Lebens.

Die Todesstrafe, die also auf die Sünde folgte, hatte

zwei verschiedene Auswirkungen: den geistlichen Tod

(dadurch wurden ihre Seelen sofort von Gott getrennt und

ihre vollkommene Gemeinschaft, die sie mit Gott hatten,

endete) und den physischen Tod (ihre Seelen würden einmal

ihren gestorbenen Körper verlassen).

Die Sünde veränderte den Lauf der gesamten Menschheitsgeschichte,

denn durch Adam, den ersten Vertreter

der menschlichen Rasse, wurden seine Schuld und seine

Verdorbenheit an alle nachfolgenden Generationen weitervererbt.

Adams Kinder wurden ‚ihm selbst gleich, nach

seinem Bild‘ geboren (1. Mose 5,3), d.h. alle Menschen

entsprechen dem gefallenen, geistlich-sündigen Zustand

ihres „Stammvaters

Adam“ – mit

der gleichen tödlichen

Folge. Paulus

drückt es so aus: „in

Adam sterben alle“

(1. Korinther 15,22).

Die Tatsache, dass

Sie und ich sterben

werden, zeigt,

dass die menschliche

Rasse ein Ganzes

ist: Adam ist

die Wurzel und wir

sind die Zweige. Es

macht aber keinen

Sinn, Adam hierfür

die Schuld zu geben,

denn auch abgesehen

von seiner

Sünde haben wir

selbst genug Schuld


auf uns geladen, die uns verdammt: „Wenn wir sagen, dass

wir keine Sünde haben, so verführen wir uns selbst, und die

Wahrheit ist nicht in uns“ (1. Johannes 1,8). Die Bibel lehrt

uns auch, dass die Sünde den Menschen in diesem und in

dem zukünftigen Leben von Gott trennt. Als Ort für diese

furchtbare Trennung von Gott nennt die Bibel am häufigsten

das Wort ‚Hölle‘. Jesus Christus selbst hat mehr über

die Hölle als über den Himmel gesprochen. Er warnte die

Menschen immer wieder vor deren schrecklicher Realität,

weil er nicht will, dass auch nur einer von uns dort endet.

Der Stellvertreter

Wenn wir die Wahrheit

über die Sünde und deren

Folgen nicht verstehen,

dann werden wir auch

nicht die Bedeutung der

Geburt Jesu, seines Lebens

und Sterbens sowie

seiner Auferstehung begreifen.

Jesus Christus ist

in die Welt gekommen,

um Sünder zu erretten

(1. Timotheus 1,15). Seine

Zeugung war übernatürlich,

und so gelangte er

außerhalb der Naturgesetze

durch das Handeln Gottes im Mutterleib einer Jungfrau

zur Geburt. Jesus Christus ist also göttlich und wurde

menschlich. Gott zeigt uns in der Bibel die Einzigartigkeit

des Lebens Jesu. Sein Leben war nicht einfach, aber

dennoch sündlos und damit heilig, unschuldig und unbefleckt

(Hebräer 7,26). In der Bibel erklärt Gott, dass alle

Menschen unter dem Gesetz oder der Gesetzmäßigkeit

der Sünde und des Todes stehen und darin verurteilt sind.

Weil Jesus Christus ohne Sünde war und nicht unter die-

55


56

sem Gesetz stand, konnte er sein Leben zur Rettung von

Sündern hingeben. Als er am Kreuz starb, erlitt er unsere

Todesstrafe. Er hat die Strafe ertragen, die jeder Mensch

verdient hat. In der Bibel heißt es: „Auch Christus hat einmal

für Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten,

damit er uns zu Gott führte“ (1. Petrus 3,18). Er bezahlte mit

dieser Strafe den Lohn für unsere Sünden (Römer 6,23a).

So kann Gott dem Menschen vergeben, die Trennung zwischen

Gott und Mensch aufheben und ihn in die Familie

Gottes aufnehmen. Die Auferstehung Jesu ist der Beweis

dafür, dass die Strafe bezahlt wurde. Jeder Mensch, der

darin Jesus Christus vertraut, bekommt die „Gnadengabe

(Geschenk) Gottes … ewiges Leben“ (Römer 6,23b).

Das ist die Kernaussage der biblischen Lehre und der Botschaft

der Apostel – die Auferstehung ist der Beweis. Paulus

machte seinen Lesern klar, wenn Jesus nicht von den

Toten auferstanden ist, „seid ihr noch in euren Sünden“.

Und wenn der Glaube noch so echt sei, wenn die Sünden

ungesühnt blieben, würde die ‚ewige Strafe‘ die Folge sein

(Matthäus 25,46). Wenn Jesus mit seiner Auferstehung

nicht bestätigt hätte, dass die Sünden vergeben wurden

und man somit in einer ewigen Gemeinschaft mit Gott

steht, dann würden die Menschen noch immer einem

Hirngespinst nachjagen.


Das Schicksal der Toten

Paulus fügt noch eine andere offensichtliche Tatsache an:

wenn Jesus Christus nicht von den Toten auferstanden

wäre, „dann wären die in Christus Entschlafenen verloren“

(V. 18). ‚In Christus entschlafen‘ war die Beschreibung der

frühen Christen für die christusgläubigen Menschen, die

gestorben waren. So wie ein schlafender Mensch noch

existiert, so existiert auch der gestorbene Mensch weiter;

die Christen glaubten schon immer, dass die Menschen,

die ‚in Christus‘ gestorben waren, nun auch mit Christus

in seiner Auferstehung vereint sind und somit gemeinsam

mit ihm im Himmel weiterleben. Wenn Jesus jedoch nicht

auferstanden wäre, hätten sein Leben und sein Sterben

nichts bezweckt und die an ihn gläubigen Menschen wären

‚verloren‘, d.h. niemand würde am Tag des Gerichts

als Stellvertreter zwischen ihnen und dem heiligen Gott

stehen. Sie hätten zwar

mit der Hoffnung auf den

herrlichen Himmel gelebt,

wären dann aber gestorben,

um für ewig in der

Hölle verdammt zu sein.

1813 zog der junge amerikanische

Missionar Adoniram

Judson nach Burma

(heute Myanmar). Dort

begegneten ihm viele Widerstände.

Er wurde von

tropischen Krankheiten

geplagt, erlebte den frühen

Tod seiner ersten

und zweiten Frau und drei

seiner Kinder. Im ersten

anglo-burmesischen Krieg

wurde er gefoltert und verbrachte

mehr als ein Jahr

57

Adoniram Judson © wikipedia


58

in einem verrotteten Gefängnis. Manchmal wurde er sogar

an seinen Füßen aufgehängt und seine Schultern und sein

Kopf berührten nicht den Boden. Er brauchte 24 Jahre,

um die Bibel ins Burmesische zu übersetzen und stellte

ein burmesisch-englisches Wörterbuch zusammen. Sein

Arbeitspensum war enorm, und als er starb, hinterließ er

100 gegründete Gemeinden und mehr als 8000 Gläubige.

Kurz vor seinem Tod sagte er noch: „Meine Arbeit bin ich

nicht müde und auch die Welt habe ich nicht satt, aber

wenn mein Herr mich ruft, bin ich gern bereit zu gehen.“

Wenn aber Jesus nicht von den Toten auferstanden und in

den Himmel gegangen wäre, dann wären Judsons Anstrengungen

alle umsonst gewesen und seine Hoffnung auf die

Herrlichkeit vergeblich.

Eine sinnlose

Weltanschauung

Laut Paulus hätte es weitere Auswirkungen, wenn es

keine Auferstehung gäbe: „Wenn wir nur in diesem Leben

auf Christus hoffen, so sind wir die elendesten unter allen

Menschen“ (1. Korinter 15,19). Paulus ist hier sehr deutlich.

Wenn es nur diese Welt gäbe, wäre es zwecklos für

Christen, in der Erwartung auf etwas Kommendes zu leben.

Dann können wir leben, wie wir wollen, nehmen hier


alles mit, was nur geht, ungeachtet jeglicher moralischer

und ewiger Konsequenzen. Wenn wir eh wie Tiere sterben,

dann können wir auch wie Tiere leben! Corliss Lamont, ein

zeitgenössischer Humanist, drückte es so aus: „Wenn wir

hier sind, dann wollen wir leben, wie wir wollen, denn bald

ist alles vorbei!“ 32 Paulus war sich bewusst, dass viele so

dachten und daher zitierte er ein altes Sprichwort, dem

auch heute noch Millionen von Menschen zustimmen:

„Lasst uns essen und trinken, denn morgen sind wir tot!“

(1. Korinther 15,32).

Aber Paulus und seine

Mitchristen dachten völlig

anders: Ihre Lebensanschauung

und ihr Lebensstil

richteten sich ganz und

gar auf die Überzeugung,

dass dieses Leben hier nur

die Vorbereitung auf ein

zukünftiges Leben ist. In

einer unsicheren Welt hatten

sie ihre Augen auf den

Himmel gerichtet, „auf die

Stadt, welche Grundfesten

hat, deren Baumeister und

Schöpfer Gott ist“ (Hebräer

11,10). Sie waren überzeugt,

dass „die Welt und

ihre Lust vergeht; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt

in Ewigkeit“ (1. Johannes 2,17).

Vor allem aber waren sie überzeugt von dem, was Jesus

seinen Jüngern kurz vor seinem Tod gesagt hatte: „Ich

gehe hin, um euch eine Stätte zu bereiten“ (Johannes 14,2).

Er hatte die Wahrheit gesagt und bezog sich damit auf den

herrlichen Himmel, wo „der Tod nicht mehr sein wird, weder

Leid noch Geschrei noch Schmerz“ (Offenbarung 21,4).

Wenn Jesus aber nicht auferstanden ist, wäre er nirgendwo

hingegangen und hätte auch nichts für jemanden vor-

59


60

bereiten können. Stattdessen wäre er einfach gestorben

und wie jeder andere in seinem Grab verwest.

Noch aus einem anderen Grund meinte Paulus, dass die

Christen zu bemitleiden wären, wenn Jesus nicht auferstanden

ist: In den ersten Jahren mussten sie oft harte

Auseinandersetzungen und Verfolgung wegen ihres Glaubens

erdulden. In dem Buch Foxe’s Book of Martyrs wird

beschrieben, dass Johannes der einzige Apostel war, der

eines natürlichen Todes gestorben ist. Alle anderen seien

aufgrund ihres Glaubens an Jesus Christus hingerichtet

worden. Man sagt, der Apostel Petrus sei mit dem Kopf

nach unten gekreuzigt worden. Römische Kaiser ließen

Christen in Fellen von wilden Tieren einnähen und dann

Hunden vorwerfen. Andere wurden gefoltert, enthauptet,

gekreuzigt und bei lebendigem Leib gekocht. Während der

ersten 300 Jahre der christlichen Kirche wurden mindestens

10000 Gläubige getötet, weil sie an Jesus Christus

glaubten. Paulus selbst war „stündlich in Gefahr“ (1. Korinther

15,30) und sagte, er habe „über die Maßen viele Schläge

ausgehalten“, „mit Ruten geschlagen, gesteinigt, durch

Arbeit und Mühe, oftmals

in Nachtwachen, in Hunger

und Durst; oftmals in

Fasten, in Kälte und Blöße“

(2. Korinther 11, 23-27).

Schließlich war er nach

Rom gebracht worden,

und der Überlieferung

nach sei er auf Befehl des

Kaisers Nero enthauptet

worden. Warum hätte sich

Paulus dem allen freiwillig

aussetzen sollen, wenn er

wusste, dass Jesus tot sei?

Auch heute – 2000 Jahre

später – werden immer

noch viele Christen wegen


ihres Glaubens unter Druck gesetzt, verfolgt und getötet.

In manchen Ländern bedeutet es das Todesurteil, wenn

man sich von einer anderen Religion zum Christentum bekehrt.

Ein neuerer Bericht von World Evangelical Alliance

Religious Commission zeigt auf: „Buchstäblich einige

Hunderttausend werden heute getötet, misshandelt, als

Sklaven verkauft, eingekerkert, gefoltert, bedroht, diskriminiert

und verhaftet, nur weil sie Christen sind. Nur wegen

ihres Glaubens sind sie bis zu einem unbegreiflichen

Ausmaß Verfolgung und

Leid ausgesetzt … Unvorstellbar:

Mehr als 200

Millionen Menschen aus

über 60 Ländern werden

ihrer Grundrechte beraubt

und das aus einem einzigen

Grund: Weil sie Christen

sind.“

Wenn Jesus jedoch nicht

aus den Toten auferstanden

wäre, wären alle diese

Schmerzen und Leiden

umsonst gewesen, und

alle Leidtragenden wären

einem gewaltigen üblen

Scherz auf den Leim gegangen. Kein Wunder, dass Paulus

sagte, dass „ohne die Auferstehung Jesu die Christen die

elendesten aller Menschen“ wären.

Neue Menschen;

eine neue Bewegung

Der schottische Gelehrte Professor F. F. Bruce behauptete:

„Wenn Jesus nicht von den Toten auferstanden wäre,

hätten wir wahrscheinlich nie von ihm gehört.“ 33 Damit

61


62

könnte er recht haben. Tatsache ist, dass es um das Jahr

32 n. Chr. eine neue Bewegung gab. Sie begann mit einer

Handvoll Männern, die glaubten, dass Jesus von den Toten

auferstanden ist. Einige Tage zuvor hatten sie noch

schreckliche Angst gehabt, was mit ihnen als Jünger Jesu

geschehen würde. Doch nach der Auferstehung kamen

sie aus ihren Verstecken und riskierten ihr Leben, indem

sie predigten, dass Jesus Christus lebt. Ihr Hauptredner

war Petrus, der sieben Wochen vorher nicht nur Jesus verlassen,

sondern sogar geleugnet hatte, ihn überhaupt zu

kennen (Lukas 22,54-62). Als Petrus jedoch zusammen

mit Johannes festgenommen und verhört worden war,

wunderten sich ihre Ankläger über deren ‚Freimütigkeit‘

(Apostelgeschichte 4,13). Alle Apostel erlebten diese Veränderung

und weder das drohende Gefängnis noch Todesstrafen

konnten sie aufhalten. Sie waren mutlos und

enttäuscht gewesen, aber dann waren sie zuversichtlich

und mutig. Eine erstaunliche Wandlung von Feigheit zum

Mut war es, was Professor J.N.D. Anderson überzeugte,

denn das war „bei Weitem der stärkste Beweis für die Auferstehung“.

34


Schon bald waren Unzählige andere hinzugekommen. Am

allerersten Tag des öffentlichen Predigens wurden etwa

3000 Menschen hinzugetan (Apostelgeschichte 2,41).

Bald danach stieg die Zahl der Männer auf 5000 an (Apostelgeschichte

4,4). Trotz der andauernden Verfolgung

wuchs die Zahl der Gemeinden, zuerst nur örtlich, dann

aber im ganzen Römischen Reich. Kaiser Nero machte die

Christen zu Sündenböcken des verheerenden Großfeuers

in Rom im Jahre 64 und ließ sie daraufhin foltern, lebendig

verbrennen oder den Löwen vorwerfen. Unzählige wurden

während der nächsten 300 Jahre wegen ihres Glaubens

hingerichtet, aber dennoch – gerade wegen ihres Mutes

und ihrer Überzeugung – wurden viele Menschen zum

Glauben hingeführt. Der im 3. Jahrhundert vom Heiden-

zum Christentum konvertierte Theologe Tertullian sagte:

„Das Blut der Märtyrer ist der Samen der Gemeinde.“

Bis zum Beginn des 4.

Jahrhunderts hatte sich

das Christentum so weit

verbreitet und die Gesellschaft

dermaßen beeinflusst,

dass im Jahre 313

Kaiser Konstantin, der

sich auch zum christlichen

Glauben bekannte,

das Christentum als

anerkannte Religion des

Römischen Reiches deklarierte.

Bis zum Jahre

395 wurde es zur einzigen

offiziellen Staatsreligion.

Man muss aber sagen,

dass die Christen dadurch

eher geschwächt als gestärkt

wurden. Durch die

„Verstaatlichung“ wurde

der christliche Glaube

mehr eine kulturelle als

63


64

eine persönliche Angelegenheit. Aber trotzdem ist es bemerkenswert,

dass das Christentum innerhalb von 400

Jahren eine so große Anerkennung fand – und das auch

noch durch den Staat, der den Gründer des Christentums,

Jesus Christus, hatte hinrichten lassen.

Was war das Geheimnis dieser Ausbreitung? Das Christentum

lehrte nichts Neues über Gott, den Ursprung des

Menschen oder über die Schöpfung des Universums. Es

gab auch nichts Revolutionäres in Bezug auf Fragen der

Gesellschaft. Das Einzige, was herausragte, war die Auferstehung

Jesu. Der Historiker Robert Linder hat recht, wenn

er sagt: „Es wäre schwer vorstellbar, dass es das Christentum

gäbe, wenn nicht die ersten Christen so fest von der

leiblichen Auferstehung Jesu überzeugt gewesen wären.

Sie waren sich sicher, dass ihr Herr den Tod besiegt hatte

und vielen von ihnen persönlich erschienen war. Nur

dieser Auferstehungsglaube erklärt den Enthusiasmus

dieser kleinen verängstigten Gruppe nach Jesu Himmelfahrt.

Dieser Glaube befähigte sie auch, alle Hindernisse

für eine weltweite Missionierung aus dem Weg zu räumen.

Ein paar niedergeschlagene Nachfolger wurden zur

dynamischsten Bewegung der gesamten Menschheitsgeschichte.“

35

Die Auferstehung –

der einzige Antrieb

einer völlig

neuen Bewegung


Veränderungen

Dieser neue Glaube brachte entscheidende Veränderungen

in Bezug auf religiöse Bräuche mit sich. Die Juden

beachteten das vierte Gebot (2. Mose 20,8-11): Sie hielten

den Sabbat (Samstag) als einen Tag der Ruhe und

Anbetung. Dennoch gaben die ersten Christen, die allesamt

fromme Juden waren, den Sabbat auf und trafen sich

von nun an immer sonntags, „dem ersten Tag der Woche“

(Apostelgeschichte 20,7). Damit gedachten sie des Tages

der Auferstehung Jesu von den Toten. In der gesamten

Geschichte gibt es keine Parallelen, aber ein einfaches Beispiel

macht das Prinzip

deutlich: Am 9. Mai 1945

war meine Heimatinsel

Guernsey von der deutschen

Besatzung befreit

worden. Mein Vater war

bei den Zuschauern, als

die britischen Truppen

landeten. Als ich drei Monate

später wieder auf die

Insel kam (ich war Kriegsevakuierter),

hätte ich

meinen Vater und Tausende

von Augenzeugen niemals

überzeugen können,

dass die Befreiung nicht stattgefunden hatte. Auch in den

folgenden Jahren hätte ich sie nicht davon überzeugen

können, dass am Jahrestag der Befreiung in der örtlichen

Kirche ein Ereignis gefeiert wurde, das nie stattgefunden

haben soll.

Es gab andere bedeutende Veränderungen. Seit fast 2000

Jahren war die Beschneidung ein Zeichen zum Eintritt in

die Familie Gottes gewesen. Die ersten Christen praktizierten

die Beschneidung nicht mehr. Stattdessen wurde

jeder, der sich zu Jesus Christus bekehrte, als sichtbares

65


66

Zeugnis seines Glaubens

getauft. Paulus erklärt

auch warum: „Wir sind also

mit ihm begraben worden

durch die Taufe in den Tod,

damit, gleichwie Christus

durch die Herrlichkeit des

Vaters aus den Toten auferweckt

worden ist, so auch

wir in einem neuen Leben

wandeln“ (Römer 6,4).

Es war eine riesige Bewegung,

althergebrachte

Traditionen umzukehren

– und alles fing mit und

durch die Auferstehung

an.

Hier noch ein Beispiel:

Jahrhundertelang hatten

die Juden das Passah gefeiert

in Erinnerung an die Befreiung ihrer Vorfahren aus

der 400 Jahre langen Sklaverei in Ägypten. Die ersten

Christen übernahmen aber das, was der Herr Jesus bei

seinem letzten Passahfest neu einführte: das Abendmahl,

manchmal auch Brotbrechen genannt. Es war von Jesus

Christus am Abend vor seiner Hinrichtung eingesetzt

worden. Dabei hatte er seinen Jüngern erklärt, dass das

Brot und der Wein seinen Leib und sein Blut symbolisch

darstellten. Sie sollten es feiern „zu seinem Gedächtnis“

(Lukas 22,19). Bald schon taten es die ersten Christen

regelmäßig „mit jubelnder Freude und redlichem Herzen“

(Apostelgeschichte 2,46, NeÜ).

Der christliche Sonntag, die Taufe und das Abendmahl

sind also eng verbunden mit der Auferstehung Jesu und

keins von ihnen macht ohne sie einen Sinn. Jemand sagte

einmal: „Die christliche Gemeinde ist von der Auferstehung

durchdrungen.“ 36


Das weitergehende

Vermächtnis

Heutzutage gibt es weltweit mehr als 2 Milliarden bekennende

Christen, und diese Zahl steigt täglich um mehrere

Tausend an. In China, Korea und Südamerika wächst die

Zahl der Christen immens und färbt die Religionskarte

der Welt neu ein. Aber die Verbreitung des Christentums

verlief nicht immer gleichmäßig. Es gab große Umbrüche,

wie z.B. die Reformation im 16. Jahrhundert und andere

‚Erweckungszeiten‘. Aber es gab auch Zeiten, die von

Niedergang und Boshaftigkeit geprägt waren, wie z.B. die

berüchtigten Kreuzzüge zwischen dem 11. und dem 13.

Jahrhundert, in denen der Name Christi furchtbar missbraucht

wurde. Doch trotz aller Schwankungen und aller

Schwächen wächst das Christentum und hat einen gewaltigen

positiven Einfluss in der Welt.

Keine andere Bewegung oder Religion hat in größerem

Umfang zu solchen Veränderungen beigetragen. Es wurden

Schulen, Krankenhäuser,

Einrichtungen für

Obdachlose und Arme gegründet.

Der Sklavenhandel

wurde abgeschafft,

die Arbeitsbedingungen

in Mühlen und Minen

und die Verhältnisse in

Gefängnissen verbessert.

Christen sind Vorbilder

in der Fürsorge für Blinde,

Taube, Waisen und

Witwen, Arme und Hungernde,

Verlassene und

Benachteiligte, Heimat-

und Hilflose, Kranke und

Sterbende.

67


68

Viele Menschen außerhalb

des Christentums

sind ebenfalls in ähnlichen

Einrichtungen aktiv,

aber keine andere Gruppe

trägt so viel zum menschlichen

Wohlergehen bei

wie die Christen – und keine

hätte besseren Grund

dazu. Warum sollte man

Opfer zum Wohl anderer

bringen, wenn am Ende

die Menschheit sowieso

ausstirbt und nichts

von dem, was wir heute

tun, Auswirkung auf die

Ewigkeit hätte? Also auch

die Aktivität von Generationen

von Christen im

Dienst für andere ist die

Folge der Auferstehung Jesu Christi. Durch sie wuchs

eine dynamische Liebe zu anderen Menschen, die ihresgleichen

sucht. Hätte die Auferstehung niemals stattgefunden,

könnte man sich das nicht erklären. Man könnte

sich auch nicht erklären, wie die christliche Gemeinde

überhaupt entstanden ist. Der amerikanische Prediger D.

James Kennedy hat es einmal so ausgedrückt: „So wie

der Grand Canyon nicht dadurch entstanden ist, dass ein

Indianer einen Stock hinter sich her gezogen hat, so ist

auch die christliche Gemeinde nicht durch einen Mythos

entstanden.“ 37

Der Beweis der Auferstehung Jesu hat viele berühmte

und kluge Männer überzeugt. Im Testament von Lord

Lyndhurst, einem der scharfsinnigsten Männer der

Rechtsgeschichte Englands, stand: „Ich weiß genau, was

Beweise sind, und ich sage Ihnen, die massiven Beweise

der Auferstehung konnten noch nie widerlegt werden.“ 38

Lord Darling, ehemaliger britischer Oberrichter, stellt fest:


„Es gibt so überzeugende Beweise, positive wie negative,

dass kein halbwegs vernünftiger Richter auf dieser Welt

in der Lage wäre, ein Urteil gegen die Wahrhaftigkeit der

Auferstehung Jesu zu fällen.“ 39

Der Gottesmann

Bevor wir weitergehen, ist es wichtig, dass wir uns daran

erinnern, dass Jesus Christus in jeder Hinsicht ein echter

Mensch war. „Er war aus der Nachkommenschaft Davids

gekommen nach dem Fleisch“ (Römer 1,3) und, obwohl er

keinen menschlichen Vater hatte, war er „geboren von einer

Frau“ (Galater 4,4). Er musste wie jedes andere Kind

gestillt, gefüttert, gewaschen und erzogen werden. Er

war ein Teenager und wuchs zu einem Mann heran. Bis

zum Alter von etwa 30 Jahren war er praktisch völlig unbekannt.

In einer Menschenmenge war er wahrscheinlich

völlig unauffällig. Seine Gefühlswelt war bestimmt genauso

von Höhen und Tiefen geprägt wie die von anderen

Menschen: Wir lesen, dass er „frohlockte“ (Lukas 10,21),

dass er von Angst und von Grauen gepackt wurde (Markus

14,33). Er wusste, was

es heißt „in allem versucht

zu werden“ – und dennoch

blieb er „ohne Sünde“

(Hebräer 4,15). Genauso

wie seine Empfängnis

einzigartig war, war auch

sein Leben einzigartig.

Ebenso unvergleichlich ist

sein freiwilliger Tod zur

Sühnung der Sünden der

Menschen.

Doch die Auferstehung

geht weit über seine

Menschlichkeit hinaus.

69


70

Die Bibel sagt uns, dass „er sich durch die Auferstehung

aus den Toten und in der Kraft des Heiligen Geistes als Sohn

Gottes erwiesen hat“ (Römer 1,4). Das heißt nicht, dass

die Auferstehung Jesus zu Gottes Sohn machte; sie zeigte,

dass er es war. Die Auferstehung machte etwas offenbar,

was bereits seit Ewigkeiten bekannt war, nicht erst seit

dem Ostersonntag. Die Auferstehung bewies die wahre

Identität Jesu. Die Bibel bestätigt uns, dass er sowohl

‚Sohn des Menschen‘ (Johannes 1,51) als auch ‚Gottes Sohn‘

ist. Die Bezeichnung ‚Sohn des Menschen‘ beschreibt seine

Menschlichkeit; die Bezeichnung ‚Gottes Sohn‘ seine Göttlichkeit.

‚Gottes Sohn‘ bedeutet, dass Jesus eine der drei

Personen der Gottheit ist (Gott, der Vater, der Sohn und

der Heilige Geist). Für unser begrenztes Denken mag dies

rätselhaft klingen, aber die Bibel macht sehr deutlich, dass

Jesus Gottes Sohn und damit wahrhaftiger Gott ist.

Und was nun?

Wer jetzt die Frage „Und was nun?“ stellt, wird augenblicklich

herausgefordert. Die Tatsache, dass Jesus Gottes

Sohn ist, fordert zu einer persönlichen Stellungnahme

heraus.


Erstens, alle Ansprüche Jesu sind wahr. Er sagte: „Ich bin

das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis

wandeln, sondern er wird das Licht des Lebens haben“

(Johannes 8,12). Diese Aussage widerspricht der gängigen

Vorstellung, dass jeder seinen eigenen Standpunkt

wählen kann und niemand ihm widersprechen darf. Im

Gegenteil, Jesus sagte während seines irdischen Lebens,

dass er Gott widerspiegele, in welchem „Licht ist und gar

keine Finsternis“ (1. Johannes 1,5).

Bei anderer Gelegenheit sagte Jesus Christus von sich:

„Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand

kommt zum Vater als nur durch mich!“ (Johannes 14,6).

Niemals zuvor hat jemand solch eine radikale Behauptung

aufgestellt. Jesus stellte unmissverständlich klar, dass es

keinen anderen Weg gibt, um mit Gott in Gemeinschaft zu

kommen. Dies steht der allgemeinen Meinung entgegen,

dass alle Religionen zu Gott führen. Man muss keinem

philosophischen System folgen, keine besonderen Rituale

und Zeremonien über sich ergehen lassen oder ‚sein Bestes

geben‘, um zu dem einen wahren Gott zu kommen.

Der einzige Weg ist eine persönliche Beziehung zu Jesus

Christus, „welcher in die Welt gekommen ist, um Sünder zu

retten“ (1. Timotheus 1,15), und der sein vollkommenes

Leben für Sünder gegeben

hat: „Der Gerechte für die

Ungerechten, damit er uns

zu Gott führte“ (1. Petrus

3,18).

Zweitens, alle seine Warnungen

sind wahr. Gott,

der Vater sandte Jesus mit

einem ‚Rettungsauftrag‘

in diese Welt, „nicht um

die Welt zu richten (verurteilen),

sondern damit

die Welt durch ihn gerettet

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72

werde“ (Johannes 3,17). Jesus machte immer wieder deutlich,

dass wir in schrecklicher Gefahr stehen, wenn wir

auf uns allein gestellt sind. Er lehrte, dass „jeder, der die

Sünde tut, ein Knecht der Sünde ist“ (Johannes 8,34). Oft

gehen die Menschen leichtfertig mit der Sünde um, aber

der Herr Jesus stellte klar, dass man nicht mit der Sünde

spielen darf, denn sie knechtet uns und wir haben keine

Möglichkeit, ihr zu entfliehen. Derjenige, der das leugnet,

ist ein Ignorant und belügt sich selbst.

Eine ähnliche Warnung hat Jesus ausgesprochen, als er

sagte, dass er in die Welt gekommen ist, „um zu suchen

und zu erretten, was verloren ist“ (Lukas 19,10). Das macht

nicht nur unseren Zustand deutlich, sondern zeigt auch,

was geschieht, wenn wir daraus nicht die richtigen Konsequenzen

ziehen und ewig verloren gehen. Wir müssen die

schreckliche Strafe zahlen, die ein heiliger und gerechter

Gott für die Sünde fordert.

Noch deutlicher wurde Jesus, als er auf den Tag des Gerichts

zu sprechen kam,

an dem die gesamte

Menschheit vor ihm stehen

wird, und er zu denen,

die nicht an ihn glauben,

sagen wird: „Geht hinweg

von mir, ihr Verfluchten, in

das ewige Feuer, das dem

Teufel und seinen Engeln

bereitet ist“ (Matthäus

25,41).

Nachdem Jesus sich den

Menschen vorgestellt

hatte, warnte er seine Zuhörer:

„… wenn ihr nicht

glaubt, dass ich es bin, so

werdet ihr in euren Sünden

sterben“ (Johannes 8,24).


‚In euren Sünden sterben‘ heißt, dass man mit allen seinen

Sünden (Denken, Reden und Tun) sterben wird und

dann von Gott für diese Sünden gerichtet wird. Gott sagt,

„dass niemals etwas Unreines in den Himmel hineinkommen

wird“ (Offenbarung 21,27). Denen, die Jesus Christus ablehnten,

sagte er in seiner unmissverständlichen Art: „Ihr

werdet in eurer Sünde sterben“ (Johannes 8,21). Männer

und Frauen werden nicht nur wegen ihrer sündigen Gedanken,

Worte und Taten verdammt, sondern wegen ihrer

größten Sünde, nämlich der Ablehnung der Rettung durch

Jesus Christus.

Diese Warnung betrifft auch jeden von uns heute: „… wer

aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, weil er nicht an

den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes geglaubt hat“

(Johannes 3,18).

Alle diese Warnungen sind furchtbar und schrecklich, und

sie zu ignorieren, käme einem geistlichen Selbstmord

gleich. Sie zeigen uns etwas über Gottes große Liebe, indem

er seinen Sohn zu uns gesandt hat, um uns vor den

Schrecken der Sünde zu warnen und um uns gleichzeitig

den einzigen Rettungsweg aufzuzeigen: Der Glaube an seinen

Sohn und dessen Sühnetod und seine Auferstehung.

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74

Drittens, alle Versprechen

Gottes sind wahr. Gott

gab in der Bibel Hunderte

von „großen und kostbaren

Versprechen (Verheißungen)“

(2. Petrus 1,4).

Viele von ihnen wurden

direkt von Jesus Christus

ausgesprochen. Der Herr

Jesus machte denen Hoffnung,

die sich mit religiösen

Vorschriften und Bestimmungen

quälten und

hofften, durch ihre Werke

mit Gott in Ordnung zu kommen. Jesus versprach ihnen:

„Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und

ich werde euch Ruhe geben!“ (Matthäus 11,28). Jeder, der

sich heute von seinen religiösen Vorstellungen und eigenen

Anstrengungen löst und sich Jesus Christus anvertraut,

findet Frieden des Herzens, innere Zufriedenheit

und die Gewissheit, dass ihm vergeben wurde.

Und noch ein Versprechen gibt er uns: „Wer mein Wort

hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat ewiges

Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist vom Tod

zum Leben hindurchgedrungen“ (Johannes 5,24). Für den

echten Christen beginnt das ewige Leben nicht erst nach

dessen Tod, sondern in dem Moment, in dem er sein Vertrauen

auf Jesus Christus setzt. Für einen Christen ist die

Verdammnis am Tag des Gerichts unmöglich geworden,

weil der Herr Jesus bereits die volle Strafe für seine Sünden

bezahlt hat. Wer zu Jesus Christus gehört, braucht

den ewigen, furchtbaren Tod mit ewiger Verdammnis

nicht zu fürchten, weil sein Retter Jesus Christus diesen

Tod schon erduldet hat.

Weiterhin sagte der Herr Jesus: „Ich bin die Auferstehung

und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn

er stirbt“ (Johannes 11,25). Für viele Menschen hat der Tod


etwas Schreckliches an sich. Das hat sicher etwas mit

der Angst vor dem Ungewissen und der Begegnung mit

Gott zu tun. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere sagte der

britische Rennfahrer Stirling Moss, bekannt für Mut und

Furchtlosigkeit, in einem Interview: „Ich habe Angst vor

dem Tod. Ich weiß, es bedeutet, dass man seinen Schöpfer

trifft, und eigentlich sollte man davor keine Angst haben,

aber ich habe sie!“ Jemand, der sein Vertrauen auf

Jesus Christus gesetzt hat und errettet ist, braucht keine

Angst zu haben. Wie schon einmal zitiert, machte Paulus

deutlich, was wäre, wenn Jesus nicht von den Toten auferstanden

wäre. Aber dann fügte er noch hinzu: „Nun aber

ist Christus aus den Toten auferweckt; er ist der Erstling der

Entschlafenen geworden“ (1. Korinther 15,20). Sicherlich

wussten Paulus´ Leser, was ‚Erstlinge‘ waren. Es waren die

ersten und besten Früchte einer Ernte, die die Israeliten

als Dankopfer Gott darbringen sollten (5. Mose 26,1-19).

Diese Früchte standen stellvertretend für alles Folgende,

was geerntet wurde. Und Paulus sagte, dass Jesus Christus

nicht nur im Tod, sondern auch in der Auferstehung

der Stellvertreter für die Menschen ist, die an ihn glauben.

C.S. Lewis schrieb: „Er hat eine Tür weit aufgestoßen, die

seit dem Tod des ersten Menschen geschlossen war.“ 40

Jesus Christus tat das für alle, aber es wird nur denen angerechnet,

die an ihn glauben. Seine Auferstehung ist die

Garantie für die Auferstehung aller Menschen, die durch

den Glauben an Jesus Christus wiedergeboren sind.

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Paulus erklärt weiter: „Denn weil der Tod durch einen

Menschen kam, so kommt auch die Auferstehung der Toten

durch einen Menschen; denn gleichwie in Adam alle

sterben, so werden auch in Christus alle lebendig gemacht

werden“ (1. Korinther 15,21-22). Wie wir bereits gesehen

haben, war Adam der Vertreter der gesamten Menschheit

(Adam heißt übersetzt „Mensch“). Alle Menschen

existierten durch ihn, und durch seine Sünden sündigte

die gesamte Menschheit. Das ist der Grund, warum wir

als seine Nachkommen auch seine Erben sind, nicht nur

in Leid und Krankheit, sondern auch im physischen und

geistlichen Tod.

Aber hier ist die gute Nachricht für alle, die ihr Vertrauen

und ihren Glauben auf Jesus Christus setzen. Weil der

Herr Jesus ihr Stellvertreter ist, haben sie Anteil an allem,

was er möglich gemacht hat. So wie es einen direkten Zusammenhang

zwischen Adams Tod und dem Tod seiner

Nachkommen gibt, so gibt es auch einen Zusammenhang

zwischen Jesu Auferstehung und der Auferstehung derer,

für die er gestorben ist. Er besiegte den Tod; also werden

auch sie ihn besiegen. Er kehrte in den Himmel zurück,

also werden auch sie in den Himmel kommen. Wer durch

Jesus Christus gerettet wurde, wird ganz sicher die Ewigkeit

mit Jesus im Himmel verbringen. Die Bibel geht sogar

noch weiter, denn sie sagt: „… sie werden ihm, Jesus, gleichgestaltet

sein“ (1. Johannes 3,2). Was für ein atemberaubendes

Versprechen! So wie der erste Adam damals das

Elend eines ewigen Todes über die Menschheit gebracht

hat, so wird Jesus – die Bibel

nennt ihn „den letzten

Adam“ (1. Korinther 15,45)

– alle Herrlichkeiten des

ewigen Lebens denen geben,

die an ihn glauben

und durch ihn errettet

werden. In der gesamten

Bibel gibt es kein größeres

Versprechen!


Und hier ist

die Einladung an Sie

Gottes Versprechen sind oft an Aufforderungen geknüpft.

Das bedeutet nicht: „Mach, wie du meinst …“ Gott verspricht:

„Und sucht ihr mich, so werdet ihr mich finden,

ja, fragt ihr mit eurem ganzen Herzen nach mir, so werde

ich mich von euch finden lassen“ (Jeremia 29,13-14). Aber

er gibt auch die klare Aufforderung: „Sucht den HERRN,

solange er zu finden ist; ruft ihn an, während er nahe ist!“

(Jesaja 55,6). Wie ist Ihre Reaktion? Gottes Versprechen

und seine Befehle zu ignorieren, ist wie ein Schlag in Gottes

Angesicht und besiegelt damit Ihr ewiges Schicksal.

Wenn Sie aber seinem Versprechen glauben und auf seine

Aufforderungen eingehen, dann werden Sie feststellen:

„… die Gnadengabe (Geschenk) Gottes ist das ewige Leben

in Christus Jesus, unserem Herrn“ (Römer 6,23).

Sagen Sie ihm im Gebet, dass Sie mit ihm leben möchten

und bitten Sie ihn, dass er Ihnen Ihre Schuld und Sünden

vergibt.

Bitten Sie den Herrn Jesus, Ihnen zu helfen, sich von Ihren

Sünden abzuwenden und Ihr Vertrauen auf ihn zu setzen,

auf den einen, der „der wahrhaftige Gott und das ewige Leben

ist“ (1. Johannes 5,20).

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Anhang

1 W.M. Ramsay, The Bearing of Recent Discovery on

the Truthfulness of the New Testament, Hodder &

Stoughton, S. 222.

2 Zitiert von Bernard Ramm, Protestant Christian

Evidences, Moody Press, S. 163

3 Paul Althaus, Die Wahrheit des kirchlichen

Osterglaubens

4 Richard Dawkins Der Gotteswahn, Bantam Press,

im Englischen S. 5

5 Ebd. S. 36 (im Englischen)

6 Ebd. S. 37 (im Englischen)

7 Ebd. S. 59 (im Englischen)

8 Ebd. S. 237 (im Englischen)

9 Ebd. S. 97 (im Englischen)

10 Ebd. S. 253 (im Englischen)

11 Ebd. S. 97 (im Englischen)

12 Ebd. S. 157 (im Englischen)

13 Ebd. S. 59 (im Englischen)

14 Andrew Wilson, Getäuscht von Dawkins? Monarch

Books, S. 82 (im Englischen)

15 Daily Telegraph vom 12. April 1996

16 Der Brockhaus Lexikon, S. 990

17 The Times vom 13. Juli 1984

18 W.E. Vine, Expository Dictionary of the New

Testament Words

19 Kirsopp Lake, The Historical Evidence for the

Resurrection of Jesus

20 J.N.D. Anderson, Jesus Christ: The Witness of

History, InterVersity Press, S. 129

21 A. Fairbairn, Studies in the Life of Christ

22 Charles A. Colson, Kingdoms in Conflict, Hodder &

Stoughton, S. 70

23 A. Rendle Short, Why Believe? InterVarsity Press,

S. 51

24 J.R. W. Stott, Basic Christianity

25 Zitiert von E.F. Kevan , The Resurrection of Christ

26 John Benton, Is Christianity True? Evangelical

Press, S. 76

27 James Montgomery Boice, God the Redeemer,

InterVarsity Press, S. 242

28 Chrysostom, zitiert von J.C. Ryle, Expository

Thought on the Gospels, Vol. 4, Baker Book House,

S. 361

29 Michael Green, Matthew for Today, Hodder &

Stoughton, S. 291

30 Celsus, The True Doctrine

31 The Basic Writings of Bertrand Russell, ed. Robert

E. Egner and Lester E. Denonn, Simon and Schuster,

S. 370

32 Moody Monthly, September 1980

33 F.F. Bruce, The Real Jesus, Hodder & Stoughton,

S. 118

34 Anderson, Jesus Christ: The Witness of History,

S. 146

35 Robert D. Linder, ‘Introduction: The Christian

Centuries’ in The History of Christianity, Lion

Publishing, S. xii

36 E.G. Robinson, Christian Theology

37 D. James Kennedy, The Gates of Hell Shall Not

Prevail, Thomas Nelson Publishers. S. 21

38 Zitiert von Wilbur M. Smith, Christian Apologetics

39 Zitiert von Michael Green, Man Alive!, InterVarsity

Press, S. 54

40 C.S. Lewis, Miracles, Fontana B., S. 149


HEUKELBACH

BIBLIOTHEK BÜCHER MIT DENEN WIR LEBEN

Jesus Christus: Tot oder lebendig?

Das Christentum steht oder fällt mit einem geradezu unfassbaren

Ereignis – der leibhaftigen Auferstehung Jesu Christi

aus den Toten. Wenn er nicht mehr ist als eine Handvoll

Staub und Knochen irgendwo in Israels Boden, dann kann

sich auch der christliche Glaube gleich mit beerdigen lassen.

Kein Wunder, dass die Auferstehung immer schon von Kritikern

und Skeptikern angegriffen wurde. Der Autor gibt allen

kritischen Argumenten überzeugende Antworten in Bezug

auf den Eckstein des christlichen Glaubens. Er führt durch

die biblischen Berichte und erklärt, warum die Auferstehung

Jesu unangreifbar ist und warum sie das größte Ereignis in

der Menschheitsgeschichte ist.

Der Autor. Dr. John Blanchard ist ein international bekannter

Bibellehrer, Apologet und Autor. Er schrieb über 30 Bücher.

Sein Titel „Ultimate Questions“ (dt. „Von größter Bedeutung“,

CLV Bielefeld) wurde in über 60 Sprachen übersetzt

und erschien in einer Gesamtauflage von über 14 Millionen

Exemplaren. John Blanchard gehört zur Banstead Community

Church in Surrey Village, England, wo er auch lebt, seitdem

seine Frau im Februar 2010 verstarb, um den zu sehen,

an den sie geglaubt hat: den auferstandenen Christus.

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