Auflösung: Als nächste Untersuchung ist eine ...

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Auflösung: Als nächste Untersuchung ist eine ...

Auflösung:

Als nächste Untersuchung ist eine Ultraschalluntersuchung indiziert, da diese ein

Maximum an Information bei praktisch keiner Belastung für das Kind bringt.

Eine US-Untersuchung bei einem Kind wird üblicherweise in Rückenlage

durchgeführt, in Ausnahmefällen auch in Bauchlage. Die Untersuchung sollte bei

voller Blase stattfinden, bei noch nicht sauberen Kindern sollte unbedingt mit der

Sonographie der Blase begonnen werden, da es im Rahmen der US-Untersuchung

sehr oft zu einer Blasenentleerung kommt.

Auf den sonographischen Bildern sieht man eine reguläre linke Niere, die linke Niere

zeigt eine Hydronephrose (Grad 3-4, siehe Appendix A) mit erweitertem

Nierenbecken und erweiterten Nierenkelchen. Weiters zeigt sich, dass auch der

Ureter in den einsehbaren Abschnitten (hier im distalen Bereich) dilatiert ist

(Hydroureter). Die Harnblase schaut zumindest in dieser Schnittebene regulär aus.

Als Ursache für die Hydronephrose ist ein vesikoureteraler Reflux (VUR)

anzunehmen, auch aufgrund der rezidivierenden klinischen Symptomatik.

Als weiterführende Untersuchung ist eine MCU (=Miktionszystourethrografie - siehe

Appendix B) indiziert, um den VUR zu diagnostizieren bzw. zu verifizieren und um

u.U. eine ursache für den VUR zu finden.

Hier zeigt sich ein VUR Grad IV (=vesikoureteraler Reflux, siehe Appendix C) und

eine umschrieben, divertikelartige Erweiterung des Ureters unmittelbar vor der

Einmündung in die Harnblase. Bei dieser Verändungerung handelt es sich um ein

distales Ureterdivertikel, man kann es auch extravesikale Ureterozele nennen. Es

liegt definitiv KEINE klassische Ureterozele vor und auch kein Harnblasendivertikel.

Aufgrund der rezidivierenden Harnwegsinfekte und des hochgradigen VUR wurde die

Indikation zu einer Operation nach Cohen gestellt. Hierbei handelt es sich um eine

Antirefluxplastik mit einer sehr hohen Erfolgsrate (bis 99%). Das Ureterdivertikel

wurde reseziert (zur OP-Technik siehe OP-Bericht).

Die Patientin konnte beschwerdefrei nach Hause entlassen werden.

Abb. 3:


Appendix:

A: Einteilung der Hydronephrose:

Grad 1: Intrarenale Dilatation des Nierenbeckens, ev. mit geringer Dilatation von

oberer und/oder unterer Kelchgruppe

Grad 2: Dilatation der Kelche ohne nennenswerte Verplumpung

Grad 3: Dilatation er Kelche mit Verplumpung

Grad 4: Massive Verplumpung der Kelche, ausgeprägte Parenchymausdünnung

Quelle: http://www.cornellpediatrics.org/images/hydronephrosis_series.jpg

B:

Miktionszystourethrographie:

Indikation zur Durchführung einer MCU ist in der Regel die Frage nach dem

Vorliegen Vesicoureteraler Refluxe (eine weitere Indikation ist z.B. die Frage nach

einem infravesicalen Abflußhindernis). Zur Durchführung des MCU wird nach

Schleimhautdesinfektion ein Einmalkatheter transurethral in die Harnblase

eingebracht (alternativ ist eine suprapubische perkutane Kathetereinlage möglich).

Anschliessend wird kontinuierlich Röntgenkontrastmittel in die Blase instilliert.

Wichtig ist zum einen, dass der Moment der Miktion abgewartet wird, da Refluxe

bisweilen erst unter dem während der Miktion erhöhten Blaseninnendruck auftreten.

Zum anderen sollte immer die Urethra während der Miktion abgebildet werden um

eine mögliche Obstruktion (z.B. Urethralklappe, Striktur) beurteilen zu können.

C: Vesicoureterale Refluxe werden in 5 Grade eingeteilt:

Grad 1: der Reflux erreicht lediglich den Ureter, nicht jedoch das Nierenbecken (NB).

Grad 2: der Reflux erreicht das Nierenbecken, fuehrt jedoch nicht zu einer Dilatation

von Ureter oder NB.

Grad 3: beginnende Dilatation und Schlaengelung des Ureters, leichte Dilatation des

NB, geringe Abstumpfung der Kelche

Grad 4: zunehmende Dilatation von Ureter, NB und Kelchen

Grad 5: ausgeprägte Dilatation des gesamten Hohlsystems, meanderförmige

Schlängelung des Ureters


Quelle: http://deflux.qmed.episerverhotell.net/Templates/Page.aspx?id=10982

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