Wort des Lebens - Geistliche Familie vom Heiligen Blut

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Wort des Lebens - Geistliche Familie vom Heiligen Blut

Rundbrief des Freundeskreises

der Geistlichen Familie vom Heiligen Blut

Januar / Februar 2013 (1/13)

Wort des Lebens:

Januar: Allen aber, die Ihn aufnahmen, gab Er macht, Kinder Gottes zu werden …

(J 1,12)

Februar: Denn Ich bin mit dir, um dich zu retten – Spruch des Herrn. (Jer 1,19)


Liebe Brüder und Schwestern!

Die Weihnachtszeit ist gekommen

– und wohl jeder

von uns trägt den tiefen

Wunsch in sich, diese Zeit

nicht oberflächlich zu erleben,

sondern im Glauben tiefer zu schauen. Es

geht darum, die Gegenwart des neugeborenen

Königs in unserem eigenen Leben tiefer zu

erfahren. Um diese Gabe zu empfangen, ist es

gut, sich vor der Krippe hinzuknien und darum

zu beten – aber es ist auch wichtig, das Herz

und die Augen des Glaubens zu öffnen, um die

Gegenwart Gottes in den anderen wahrzunehmen

– besonders in denen, die leiden und die

uns vielleicht gerade deshalb Probleme machen.

Denn in all jenen strömt das Blut Jesu weiter.

Maria möge uns helfen, dass auch wir jene

innere Wachsamkeit entwickeln, mit der die

Drei Könige Jesus ersehnt, gesucht, geliebt,

angebetet und verkündet ... haben. Möge das

Christuskind uns ein kindliches Herz schenken,

damit wir die weihnachtliche Freude erfahren

und den Anderen weiterschenken können –

besonders auch jenen, die nur wenig aus dem

Glauben zu leben scheinen.

Gott sehen

Willst du Gott sehen?

Dann nicht durch eine Brille!

Nicht Lupen, Mikroskope

und auch nicht die Radare …

lassen Dich

die Tiefe unseres Glaubens

erkennen!

Um Gott zu sehen,

muss man tiefer schauen:

Dein Herz,

das die vielen Wunden birgt,

in denen Christi Blut

weiter und weiter strömt

im Leiden dieser Welt –

in diesem Blut verbirgt

und offenbart sich Gott.

Das Tor zu diesem Schatz,

das findest du auf Knien!

Verantwortlich: Dienerinnen vom Heiligen Blut

„Oratorianer vom Heiligen Blut“ www.blut-christi.de

D-93089 Aufhausen, Bischof-R.-Graber-Str. 2, Tel. +49/9454/270, kontakt@oratorium-aufhausen.org

D-93049 Regensburg, Wittelsbacherstr. 7, Tel. +49/941/4480178, sas.regensburg@blut-christi.de

D-24941 Flensburg, Am Magdalenenhof 15b, Tel. +49/461/50528760, sas.flensburg@blut-christi.de

D-94419 Reisbach, Hofberg 10, Tel. +49/8734/9394960, sas.reisbach@blut-christi.de

A-6952 Hittisau, Dorf 138, Tel. +43/5513/42871, sas.hittisau@blut-christi.de

A-2392 Grub (bei Heiligenkreuz), Hauptstr. 29, Tel. +43/2258/8355, sas.heiligenkreuz@blut.christi.de

I-65024 Manoppello, C.da Vallone n° 13, Tel. +39/085/859874, sas.manoppello@gmail.com

PL-42-202 Czstochowa, ul. Wielkoborska 1, Tel. +48/34/3629367, sas.czestochowa@blut-christi.de

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GLAUBENSVERTIEFUNG

SCHULE DER LIEBE

Glaubensweg

der Geistlichen Familie vom Heiligen Blut

Dritte Etappe: EINTRITT IN DIE BERUFUNG (Fortsetzung)

Worin besteht „christliche Liebe“?

Wodurch unterscheidet sich ein

Mensch, der freundlich und kultiviert,

der gut erzogen ... ist, von einem

Christen? Oder anders gefragt:

was unterscheidet einen Christen

von einem liebenswürdigen, edlen

Menschen? Oder noch anders: Was

sind charakteristische Merkmale

christlicher Liebe, jener Liebe, die

Frucht und Zusammenfassung des

Evangeliums ist?

Im Rahmen der „Schule der Liebe“

wollen wir drei charakteristische

Dimensionen aufzeigen: Christliche

Liebe umfasst a l l e, sie macht immer

wieder den e r s t e n S c h r i t t,

ja sie ist o p f e r b e r e i t und verwirklicht

sich im Leiden.

A. Alle lieben (Gott)

Der Mensch ist ein begrenztes

Wesen. Absolut ist nur Gott. In Jesus

Christus hat sich Gott selbst Grenzen

gesetzt. Er wurde Mensch, um den

Menschen auf die Ebene Gottes zu

erhöhen. Ein Mensch wählt selber

seine Freunde aus, sympathische,

nützliche, interessante Leute, bei

denen er sich wohl fühlt. Gott dage-

gen liebt alle. „Alle lieben“, das

scheint für den Menschen eine Überforderung

zu sein, aber gerade das

ist notwendig, damit er am Leben

Gottes teilnehmen kann, damit er im

Stande ist, so wie Jesus Christus zu

lieben, der sein eigenes Blut für alle

vergossen hat.

Es ist offensichtlich, dass der

Mensch niemals aus eigener Kraft im

Stande ist, alle zu lieben. Nur mit der

besonderen Hilfe Gottes, und in Einheit

mit der Kirche, kann ein Mensch

so lieben, wie Gott selbst.

Nur so ist er in der Lage, Einschränkungen


des Charakters, der Erziehung, der

Bräuche, der Kultur … zu überwinden

und in ein neues Leben einzutreten.

Es ist wichtig, diesen Schritt in

Richtung Radikalität und Universalität

des Evangeliums bewusst zu tun.

Das Wort Gottes ist voll von solch

„unmenschlichen“ Anforderungen,

wie z.B: Barmherzig sein wie der

himmlische Vater (vgl. Lk 6,36), der

seine Sonne aufgehen lässt über Bösen

und Guten, und regnen lässt über Gerechte

und Ungerechte (Mt 5,45).

Liebe „für alle“ ist keine emotionale

Sache, sondern eine Forderung

des Glaubens. Durch den Glauben

wissen wir, dass jeder Mensch das

Blut Christi wert war und ist. Er ist

folglich durch Gott unendlich geliebt.

Unsere Liebe ist aber nicht unsere

eigene Leistung. Sie nimmt teil

an der Liebe Gottes. Sie liebt den, der

schon geliebt ist.

Ohne Glauben ist es nicht möglich,

wirklich alle Menschen zu lieben,

weil man erst dank des Glaubens

den wahren Wert und die wahre

Würde des Menschen wahrnehmen

kann. Wer sich bemüht gemeinsam

mit Christus alle zu

lieben, tritt schon auf dieser

Erde in das Leben

Gottes ein. Er wird ein

wirkliches Kind des

Ewigen Vaters, ein

Schüler, Jünger, ja

Bruder des Erlösers.

Die Liebe für alle

fordert aber die radikale

Hingabe an

Gott. Und in dieser Liebe behält man

nichts für sich. Die materielle Genügsamkeit

und Schlichtheit und die

geistige Armut werden eine Quelle

von unendlichem Reichtum und

Glück – in Gott selbst.

B. Als Erster lieben (Gemeinschaft)

Im Leben eines Menschen (und

besonders eines Kindes!), ist es wichtig,

dass er viel Liebe erfährt. Je mehr

Liebe man am Anfang des Lebens

bekommt, desto leichter kann man

sie später auch an Andere weitergeben.

Gott ist derjenige, der als Erster

liebt, die Quelle der Liebe, denn er

ist die Liebe selbst. Wer zustimmt,

von Gott geliebt zu werden, wird

immer fähiger, auch selbst eine Quelle

der Liebe für andere zu sein – natürlich

nur in Einheit mit der

übernatürlichen Quelle.

Viele Menschen sind wie ein

Ackerboden im Winter, der angefüllt

ist mit dem Reichtum verschiedenster

Saatkörner. Er ist zugefroren und

wartet unter dem Schnee auf die

Frühlingssonne. Ähnlich warten

auch in den Men-


schen eine Menge von Talenten,

wunderschöne Gaben. Man muss

aber zuerst mit Geduld die Sonne

der Liebe scheinen lassen, bis sie am

Ende des Winters allmählich die

gefrorene Erde erwärmt und die Saat

in ihr wachsen kann. Ein wahrer

Christ vermag auch dann zu lieben,

wenn im Mitmenschen alles gefroren

zu sein scheint, wenn noch keinerlei

Früchte zu sehen sind. Solch eine

Liebe ist Ausdruck der Hoffnung

und Ausdauer. Sie verschenkt sich

ohne Bedingungen, ohne zu rechnen:

Die Liebe ist langmütig, … sie erträgt

alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem

stand. Die Liebe hört niemals auf …

(1 Kor 13,7-8).

Diese Dimension christlicher Liebe

finden wir ausdrücklich auch im

Brief an die Römer: Gott aber hat seine

Liebe zu uns darin erwiesen, dass Christus

für uns gestorben ist, als wir noch

Sünder waren (Röm 5,8). Menschliche

Liebe ohne Evangelium sieht oft wie

eine Art Handel aus. Viele lieben

gerne dort, wo es sich „auszahlt“, wo

man sofort Antwort erhält und

Früchte erfahren kann. Übernatürliche

Liebe, die auch Hoffnung ist,

liebt so wie Gott und in Einheit mit

ihm: Liebend schafft und schenkt sie

Vertrauen bis der Geliebte in Freiheit

mit Liebe antwortet.

C. Lieben bis „aufs Blut“ (Mission)

Die Liebe Gottes offenbart sich in

Fülle am Kreuz. Das ist kein Zufall,

denn durch das Leid wird die Liebe

von Äußerungen des Egoismus ge-

reinigt. Die Liebe Jesu führt zum

Kreuz, um den Menschen einen Weg

zur Reinheit und Vollkommenheit

zu schenken. Durch Leiden wird die

Liebe gereinigt und gestärkt. Wir

lieben den Anderen in dem Maße,

wie wir bereit sind, für ihn zu leiden.

Deshalb ist das Vergießen des Blutes

Christi höchster Ausdruck seiner

erlösenden Liebe.

Das Lieben zusammen mit Jesus

und die Teilnahme am Erlösungswerk

kann man durch das „Aufopfern“

des eigenen Blutes symbolisch

(im Martyrium auch wirklich) zum

Ausdruck bringen. Jedes Leid, jeder

schwierige Moment, der für den

anderen durchlebt wird, ist wie ein

aufgeopferter Tropfen des eigenen

Blutes. Ähnlich, wie die freiwilligen

Blutspender eine gewaltige Rolle bei

der Rettung des Lebens anderer spielen,

so ist auch das geistige Blut, das

aus Liebe aufgeopferte Leiden, wesentlich

bei der Übergabe und Rettung

des übernatürlichen Lebens.

Christliche Liebe führt zur Opferbereitschaft

und erneuert sich in ihr.

Die offenen Wunden Jesu sind die

Quelle der wahren Liebe. Durch die

Einheit mit dem Erlöser kann jeder

Mensch zu einer Quelle der göttlichen

Liebe werden. Darum ist aus

der Sicht des Glaubens jedes Leid

kostbar, es ist ein Schatz, denn es hat

erlösenden Wert. Wer diese Frohe

Botschaft von der Bedeutung und

dem Wert des Leides für sich entdeckt

hat, der singt zusammen mit

den ersten Christen: Er liebt uns und


hat uns von unseren Sünden erlöst

durch sein Blut; er hat uns zu Königen

gemacht und zu Priestern vor Gott,

seinem Vater. Ihm sei die Herrlichkeit

Liebe Mitglieder des Maria-Schnee e.V.,

liebe Freunde und Förderer

des Marien-Heiligtums in Aufhausen!

und die Macht in alle Ewigkeit. Amen

(Offb 1,5-6).

(Fortsetzung folgt)

P. Winfried M. Wermter

Die meisten Leser dieser Zeilen werden es schon wissen – aber es sei hier noch

einmal dankbar, froh und feierlich allen mitgeteilt: Am 15. September 2012 wurde

das ehemalige Oratorium des hl. Philipp Neri in Aufhausen durch den Heiligen Vater

wieder-errichtet. Pfarrer Johann Georg Seidenbusch hat im Jahre 1675 das Oratorium

nach Deutschland gebracht. Dadurch konnte sich seinerzeit die Wallfahrt zu Maria

Schnee entwickeln und die herrliche Wallfahrts-Kirche gebaut werden. Durch das

erneuerte Oratorium wird auch die Gnaden-Mutter von Aufhausen wieder stärker

gefördert. Die bisherige „Gemeinschaft der Brüder vom heiligen Blut“ hat vor einiger

Zeit in Rom darum gebeten, in ein Oratorium umgewandelt zu werden. So können

jetzt die Patres und Brüder aus einer tieferen Einheit mit dem hl. Philipp Neri und

auch mit Propst Seidenbusch den Pilgern wirksamer dienen.

Es kommen immer mehr Menschen nach Aufhausen, um unter dem Gnadenbild

Trost, neue Kraft und Licht für den weiteren Weg zu finden.

Die Pilgertage an jedem „Herz-Mariä-Sühne-Samstag“

und die Kurzexerzitien an jedem dritten Wochenende

des Monats sind für viele eine regelmäßige geistliche Schule

geworden. Auch die tägliche Beichtgelegenheit und die

Anbetung des Allerheiligsten gibt so manchen Menschen

Quelle und Halt in den Stürmen des Lebens. Dabei geht es

aber nicht nur um die eigenen Anliegen und Probleme. Es

gibt ja so viele Nöte auf der Welt! Je mehr wir diese auch

stellvertretend zur Mutter der Barmherzigkeit bringen,

umso besser kann uns Maria, die Mutter allen Trostes auch

helfen.


Wir sind allen Mitgliedern des Maria-Schnee e.V.

von Herzen dankbar, denn ohne ihre geistliche wie auch

materielle Unterstützung würden wir Schwestern und

Brüder die Betreuung und Förderung der Wallfahrt nicht

schaffen. So soll dieser Rundbrief zur Weihnachtszeit

vor allem ein herzliches Vergelt´s Gott all jenen zurufen,

die uns im Laufe des Jahres in irgendeiner Weise geholfen

haben. Im Vertrauen auf das gute Herz und das Verständnis

unserer Freunde und Mitglieder möchten wir

aber auch ein wenig von dem mitteilen was uns gerade

etwas Sorgen macht. Es soll dieses mal jedoch nicht um

die großen geistlichen Probleme der Gesellschaft gehen, sondern um etwas ganz Praktisches,

was wir mit vereinten Kräften bewältigen können:

Bekanntlich gibt es jetzt 10 Brüder (Oratorianer) in Aufhausen, darunter zwei

Priester, drei Theologiestudenten, vier Laien-Brüder und einen Kandidaten. Wir haben

aber leider nur 9 Zimmer zur Verfügung und

wenn ein Gast kommt, müssen wir ihm entweder

einen Platz im Container oder in der Besenkammer

anbieten, in die wir ein Bett gestellt haben. Wir müssen

also aufhören, um Nachwuchs zu beten , oder

Abhilfe schaffen. Als Ausweg hat sich ein ehemaliges

Stallgebäude angeboten, in dem wir angefangen haben,

Zimmer einzurichten. Viele Arbeiten können

unsere Brüder selber machen. Aber wir brauchen auch

Firmen... Mehr brauche wohl gar nicht sagen, weil

jeder so viel vom Bauen versteht, zumal, wenn er bei

knapper Kasse ist... Ich will auch nicht anfangen zu jammern, sondern lieber gleich

für die Unterstützung danken. Denn ich bin mir sicher, dass der hl. Josef nicht umsonst

an Euren Herzen anklopft...

Im Namen aller Oratorianer und der gesamten geistlichen Familie vom Heiligen

Blut wünsche ich Euch persönlich wie auch allen Euren Familien und Freunden von

Herzen eine gnadenreiche Advents- und Weihnachtszeit wie auch ein glückliches

Neues Jahr!

Verbunden in der Liebe zu Maria-Schnee

Gruß und Segen!


GEBET

Jesus, wir danken dir, dass du ein Kind werden wolltest,

um der Erlöser aller zu sein.

Schenke uns durch deinen Geist ein kindliches Herz, damit wir zusammen mit dir

den Vater im Himmel und alle Geschöpfe achten und lieben können.

Maria, wir danken dir, dass du bereit warst, die Mutter des Gottessohnes

und Erlösers zu werden.

Erbitte uns durch deinen Bräutigam, den Heiligen Geist,

ein mütterliches Herz, damit wir zusammen mit dir

für Christus und die Kirche in opferbereiter Hingabe da sein können.

Heiliger Josef, wir danken dir, dass du im Gehorsam

gegenüber dem Heiligen Geist immer wieder bereit warst,

deine eigenen Wünsche und Pläne aufzugeben.

Hilf uns, dass wir mit deinem väterlichen Herzen

Jesus und Maria, der Kirche und allen Notleidenden

beistehen und dienen können. Amen.

W.W.

………………………………………………………………...…


Liebe junge Freunde!

Beilage zum KELCH DES LEBENS

für jüngere Leser

Das Weihnachtsfest ist im Grunde für alle

ein schönes Erlebnis.

Wir denken an Jesus, der für uns im

Stall von Betlehem geboren wurde, an die

Engel, die auf die Erde kamen, an die einfachen

Hirten, die die Frohe Botschaft als

Erste hören konnten, an die drei Könige, an

den Christbaum und die vielen leckeren

Weihnachtsplätzchen.

Was macht aber dieses Fest zu einer wirklichen Freude im Himmel und auf

der Erde? Denken wir daran: Jesus wurde dazu geboren, um unsere Einsamkeit,

Trauer, die vielen Probleme und Sorgen zu verwandeln. Er möchte, dass

jeder von uns Ihm dabei hilft, und dass auch wir einander helfen. Dann ist das

ganze Jahr Weihnachten. In der Geschichte kannst Du das neu entdecken.

Frohe Weihnachten und Friede auf Erden, ein gesundes und hoffnungsvolles

Neues Jahr.

Eure

Schon als kleiner Junge hatte ich meine Eltern verloren und kam in ein Waisenhaus in

der Nähe von London. Es war mehr als ein Gefängnis. Wir mussten 14 Stunden täglich

arbeiten: im Garten, in der Küche, im Stall, auf dem Felde.

Kein Tag brachte eine Abwechslung, und im ganzen Jahr gab es

für uns nur einen einzigen Ruhetag.

Das war der Weihnachtstag. Dann bekam jeder Junge eine

Apfelsine zum Christfest. Das war alles, keine Süßigkeiten, kein

Spielzeug. Aber auch diese eine Apfelsine bekam nur derjenige,

der sich im Laufe des Jahres nichts hatte zu Schulden kommen

lassen und immer folgsam war. Die Apfelsine an Weihnachten verkörperte die Sehnsucht

eines ganzen Jahres. So war wieder einmal das Christfest herangekommen.

Aber es bedeutete für mein Jungenherz fast das Ende der Welt. Während die anderen

Jungen am Waisenvater vorbeischritten und jeder seine Apfelsine in Empfang nahm,


musste ich in einer Zimmerecke stehen und zusehen. Das war meine Strafe dafür,

dass ich eines Tages im Sommer hatte aus dem Waisenhaus weglaufen wollen.

Als die Geschenkverteilung vorüber war, durften die anderen Knaben im Hofe

spielen. Ich aber musste in den Schlafraum gehen und dort den ganzen Tag über im Bett

liegen bleiben. Ich war tieftraurig und beschämt. Ich weinte und wollte nicht länger

leben. Nach einer Weile hörte ich Schritte im Zimmer. Eine Hand zog

die Bettdecke weg, unter der ich mich verkochen hatte.

Ich blickte auf. Ein kleiner Junge namens William stand vor

meinem Bett, hatte eine Apfelsine in der rechten Hand und hielt

sie mir entgegen. Ich wusste nicht, wie mir geschah. Wo sollte

eine überzählige Apfelsine hergekommen sein? Ich sah abwechselnd

auf William und auf die Frucht und fühlte dumpf in mir, dass

es mit der Apfelsine eine besondere Bewandtnis haben müsse. Auf einmal kam mir zu

Bewusstsein, dass die Apfelsine bereits geschält war, und als ich näher hinblickte,

wurde mir alles klar, und Tränen kamen in meine Augen, und als ich die Hand ausstreckte,

um die Frucht entgegenzunehmen, da wusste ich, dass ich fest zupacken

musste, damit sie nicht auseinander fiel. Was war geschehen? Zehn Knaben hatten

sich im Hof zusammengetan und beschlossen, dass auch ich zu Weihnachten meine

Apfelsine haben müsse. So hatte jeder die seine geschält und eine Scheibe abgetrennt,

und die zehn abgetrennten Scheiben hatten sie sorgfältig zu einer neuen, schönen

runden Apfelsine zusammengesetzt.

Diese Apfelsine war das schönste Weihnachtsgeschenk in meinem Leben. Sie

lehrte mich, wie trostvoll echte Freundschaft sein kann.

von Christina Oberfeld

Überlege:

Mit wem kann ich meine „Apfelsine“ teilen:

meine Freizeit, meine Spiele, meine Süßigkeiten, …?

Wer braucht meine Aufmerksamkeit, mein Lächeln,

ein Grußwort, einen Besuch, eine sms …?

Viel Mut und gute Ideen, um das Weihnachtsfest das

ganze Jahr lang feiern zu können!

WITZECKE WITZECKE WITZECKE

Ein König hatte zwei Papageien, einen roten und einen grünen, die flogen auf einen

Baum. Der König fragte: „Wer kann die Papageien vom Baum herunter holen?“

Da meldete sich der Hans. Er kletterte hoch und kam mit dem roten Papagei

wieder herunter. Der König fragte: „Wo ist denn der grüne?" Hans sagte:

„Der ist noch nicht reif!"

* * *

Nach der Kutschfahrt: "Das macht dann 55 Euro." "Oh, könnten sie wieder

ein Stück zurück fahren? Ich habe nur noch 50 Euro."


Januar Februar

1 Di Lk 2,16-21 Fr Mk 4,26-34

2 Mi Joh 1,19-28 Sa Lk 2,22-40

3 Do Joh 1,29-34 So Lk 4,21-30

4 Fr Joh 1,35-42 Mo Mk 5,1-20

5 Sa Joh 1,43-51 Di Mk 5,21-43

6 So Mt 2,1-12 Mi Mk 6,1b-6

7 Mo Joh 2,1-11 Do Mk 6,7-13

8 Di Mk 6,34-44 Fr Mk 6,14-29

9 Mi Mk 6,45-52 Sa Mk 6,30-34

10 Do Lk 4,14-22a So Lk 5,1-11

11 Fr Lk 5,12-16 Mo Mk 6,53-56

12 Sa Joh 3,22-30 Di Mk 7,1-13

13 So Lk 3,15-16.21-22 Mi Mt 6,1-6.16-18

14 Mo Mk 1,14-20 Do Lk 10,1-9

15 Di Mk 1,21-28 Fr Mt 9,14-15

16 Mi Mk 1,29-39 Sa Lk 5,27-32

17 Do Mk 1,40-45 So Lk 4,1-13

18 Fr Mk 2,1-12 Mo Mt 25,31-46

19 Sa Mk 2,13-17 Di Mt 6,7-15

20 So Joh 2,1-11 Mi Lk 11,29-32

21 Mo Mk 2,18-22 Do Mt 7,7-12

22 Di Mk 2,23-28 Fr Mt 16,13-19

23 Mi Mk 3,1-6 Sa Mt 5,43-48

24 Do Mk 3,7-12 So Lk 9,28b-36

25 Fr Mk 16,15-18 Mo Lk 6,36-38

26 Sa Mk 3,20-21 Di Mt 23,1-12

27 So Lk 1,1-4;4,14-21 Mi Mt 20,17-28

28 Mo Mk 3,22-30 Do Lk 16,19-31

29 Di Mk 3,31-35

30 Mi Mk 4,1-20

31 Do Mk 4,21-25

TERMINE 2013

Herz-Mariä-Sühne-Samstag

Aufhausen (9:00 – 17:00 Uhr)

Flensburg (9:00 – 16:00 Uhr),

Hittisau (Beginn um 11.00 Uhr – Schluss um

17.00 Uhr im Schwesternhaus, Dorf 138, Hittisau

(mit selbstgebrachten Broten!):

05.01., 02.02., 02.03., 06.04., 04.05., 01.06.,

06.07.2013, …

(Treffen des engagierten Freundeskreises:

Aufhausen, ca. 17.°°-18.°° Uhr)

Kurz-Exerzitien

Aufhausen: 18.-20.01., 15.-17.02., 2012,

19.-21.04., 14-16.06., 19.-21.07.2013, …

Jujuk-Wochenende

Aufhausen: 11.-13.01., 08.-10.03.,

12.-14.07.2013, …

Jujuk-Exerzitien

Aufhausen: 09.-12.05.2013

Kinderwochenende

Aufhausen: 22.-24.02., 07.-09.06.2013, …

Einkehrtag

Flensburg (9:00 – 17:30 Uhr):

19.01., 16.02., 16.03.2013, …

SILVESTER IM KLOSTER (15-30 Jahre)

Aufhausen: 29.12.2012-01.01.2013!

– Gemeinschaft, Musik, Spiel, Fragestunde,

Heilige Messe, Bibelgruppen, Austausch, Spaß,

Workshops, Stille, Gebet, Lobpreistanz,

Anbetung, Beichte, Theater und vieles mehr …

(Anmeldungen bei Sr. Lioba:Tel. 09454/9499990)

Sie hören uns auf RADIO HOREB

10.01.: 22.00 Uhr – „Heilige Stunde“

19.45 Uhr – Lobpreis

21.02.: 19.45 Uhr – Lobpreis

22.00 Uhr – „Heilige Stunde“


Die Einheit gibt uns Freude!

Glockensegnung bei den Schwestern

in Hittisau, 11.11.2012

Neue, wunderschöne Glocke mit dem

Bild der Hl. Familie und dem Ruf:

EHRE SEI DEM BLUTE JESU!

Kinderwochenende

in Aufhausen, 24.11.2012

Die neuen Leser des

„Kelch des Lebens“?

Rückblick in Bildern

Foto als Andenken an die Segnung

der Kapelle im Schwesternhaus

in Grub (bei Heiligenkreuz)

von Abt Maximilian Heim

Mit dem Wort des

Lebens: „als erster

lieben” lebten wir

durch Arbeit und

Spaß!

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