Fahrgast Zeitung - FAHRGAST Steiermark

fahrgast.steiermark.at

Fahrgast Zeitung - FAHRGAST Steiermark

Österreichische Post AG Info.Mail Entgelt bezahlt

Winter 2010 – 1,10 Euro

Ein Erfolg für FAHRGAST: Das

neue Buskonzept Graz-Südost

Neue Zeiten, neue Nummer.

Mit Inbetriebnahme des Buskonzeptes Graz-

Südost verschwindet auch die Linie 36 aus

dem Grazer Liniennetz. Zwischen Schulzentrum

St. Peter und Raa ba übernehmen die Linien 72,

73U und 76U. Statt über Köglerweg und Neufeldweg

(Bild) wird die Schleife des 36ers von

der Linie 75U über Styria straße und Messendorfer

Straße übernommen.

Vorschläge zur Verbesserung des steirischen Verbundtarifs

VorteilsCard und ÖsterreichCard: Ausweitung gefordert

Vorbildliche Regionalbahn: Usedomer Bäderbahn


Erfolgsmodell

Auf der deutsch-polnischen Ostseeinsel Usedom verkehrt

eine äußerst erfolgreiche Regionalbahn

Nach wechselvoller Geschichte und drohendem Niedergang hat

sich die Usedomer Bäderbahn zu einem beispielgebenden Bahnunternehmen

entwickelt.

Usedom ist Deutschlands

zweitgrößte Insel,

ganz im Nordosten

des Landes gelegen.

Ursprünglich lebten die Bewohner

von Fischerei und karger

Landwirtschaft, ehe sich

ab 1820 der Badetourismus

entwickelte – selbst der deutsche

Kaiser besuchte öfters

Usedom. Noch heute ist der

Tourismus die Haupteinnahmequelle

auf Deutschlands

sonnenreichster Insel.

Entwicklung der Bahn

Die erste Bahnstrecke auf

Usedom wurde 1876 eröffnet.

Es handelte sich dabei um die

2

Inhalt

Erfolgsmodell

Erfolgreiche Regionalbahn auf

der deutschen Ostseeinsel

Usedom 2

Endlich

Grazer Südosten erhält das

lange ersehnte Buskonzept 4

Tarifideen

Vorschläge für Verbesserungen

des steirischen Verbundtarifs 6

Gute Karten?

Österreichcard und Vorteilscard:

Versprechen einlösen,

Weiterentwicklung forcieren 8

Kurzmeldungen 10

Impressum 12

Linie von Ducherow (an der

Strecke Berlin–Stralsund gelegen)

nach Swinemünde. Der

Peenestrom, der die Insel vom

Festland trennt, wurde an einer

500 Meter breiten Stelle

bei Karnin mithilfe eines

Dammes und einer Drehbrücke

überwunden. Die Drehbrücke

wurde später durch eine

Hubbrücke ersetzt, die heute

– mittlerweile funktionslos

– ein technisches Denkmal

darstellt. 1894 folgte die Verlängerung

der Strecke von

Swinemünde über Ahlbeck

bis Heringsdorf, 1911 schließlich

der weitere Abschnitt

über Zinnowitz bis Wolgaster

Fähre, wo lange Zeit eine

Fährverbindung zum Festland

bestand, bevor 1934 an dieser

Stelle eine Straßenbrücke errichtet

wurde. Auf dem Festland

befand sich schon seit

1863 der Bahnhof Wolgast

Hafen, Endpunkt der Bahnlinie

aus Züssow (wie Ducherow

an der Strecke Berlin–

Stralsund).

Zuletzt wurde 1937 eine

vom Bahnhof Zinnowitz ausgehende

Anschlussbahn in

den Inselnorden nach Peenemünde

eröffnet. Dieses Gebiet

war kurz zuvor zum militärischen

Sperrgebiet erklärt

worden und es entstand zu jener

Zeit ein gewaltiges Forschungslabor,

in dem Nazi-

Wissenschaftler Raketen und

Waffen entwickelten – übrigens

unter der Leitung von

Wernher von Braun, der spä-

International

ter für die USA jene Raketen

mitentwickelte, mit denen die

NASA ihre Mondmissionen

durchführte. Zwischen diversen

Werkhallen, Startrampen,

Kraftwerken und einem

Kriegsgefangenenlager entwickelte

sich eine fast 100 km

lange Werkbahn. Das Schienennetz

auf Usedom hatte damit

seine größte Ausdehnung

erreicht. Heute erinnert ein

historisch-technisches Informationszentrum

an die zwiespältigen

Errungenschaften,

die hier erreicht wurden.

Niedergang als Inselbahn

In den letzten Kriegstagen

des 2. Weltkriegs sprengten

deutsche Truppen Teile der

Karniner Hubbrücke. Fortan

war das Gleisnetz auf der Insel

vom Festland abgeschnitten.

Erste Pläne nach Kriegsende

zur Wiederherstellung der

Brücke wurden verworfen, als

der genaue Verlauf der neuen

deutsch-polnischen Grenze,

festgelegt auf der Potsdamer

Konferenz am 1. August

1945, bekannt geworden

war: Diese verläuft nun unmittelbar

westlich von Swinemünde

und durchschnitt damit

zwei Mal die Bahnstrecke.

Die Stadt Swinemünde selbst

kam zu Polen und heißt seither

Świnoujście. Das Ende des

Streckenabschnitts von Karnin

über Swinemünde bis Ahlbeck

war damit besiegelt. Zwischen

1946 und 1948 wurden

die Gleisanlagen abgetragen.

Der Bahnverkehr auf die

Insel wurde fortan über Wolgast

abgewickelt, wo zunächst

ein Fährschiff über den Peenestrom

pendelte. Ab 1950

war in Wolgast wieder eine

Straßenbrücke benutzbar –

für die Reisenden bedeutete

dies einen etwa einen Kilometer

langen Fußmarsch mit Gepäck

zwischen den Bahnhöfen

Wolgast Hafen (am Festland)

und Wolgaster Fähre

(auf Usedom). Trotz dieser

umständlichen Anreise nutzten

zahlreiche Fahrgäste die

Bahn – in der DDR war das eigene

Auto für viele ein kaum

erreichbarer Luxus. Als nach

der deutschen Wiedervereinigung

1990 der eigene Pkw

auch in ostdeutschen Haushalten

gang und gäbe wurde, brachen

die Fahrgastzahlen rapide

ein. Heruntergewirtschaftet

und schwach frequentiert

wäre 1992 beinahe das Ende

der Bahn auf der Insel Usedom

gekommen.

Rettung als „Usedomer Bäderbahn“

In dieser Zeit entstand

an der Hochschule für Verkehrswesen

in Dresden eine

Diplomarbeit, die anhand

vieler Fakten der Inselbahn

ein großes Potenzial zubilligte.

Ihr Verfasser Jörgen

Boße, heute Geschäftsführer

der UBB, konnte den damaligen

deutschen Bahnchef

Dürr von dem Konzept überzeugen.

Vom Bahnvorstand

wurde das Modellprojekt ab-

Moderner Triebwagen der UBB. Fahrzeuge dieses Typs haben auch die Steiermärki-

schen Landesbahnen bestellt.

FAHRGAST 1/2010


gesegnet, die „Usedomer Bäderbahn

(UBB)“ als 100-%-

Tochterunternehmen der DB

gegründet und ab 1. Juni 1995

mit dem Betrieb und dem Erhalt

der Eisenbahninfrastruktur

der Strecken auf Usedom

betraut. Der Grundstein für

ein eigenständig agierendes

und regional verankertes Unternehmen

mit einer flachen

Hierarchie war damit

gelegt – und

eine Erfolgsgeschichte

begann: Unterstützt

von

Bund, Land und

DB konnte durch

einen Taktfahrplan,modernisierte

Fahrzeuge, Sanierung

der Gleisanlagen – und

somit höheren Geschwindigkeiten

und kürzeren Reisezeiten

– die Zahl der Fahrgäste

von 300.000 im Jahr 1992 auf

über 3 Millionen im Jahr 2002

gesteigert werden.

Neue Strecken

Auch das Streckennetz

wuchs: 1997 wurde die 2,45

km lange Bahnstrecke zwischen

Ahlbeck und Ahlbeck

Grenze (direkt an der Grenze

zu Polen) wieder aufgebaut.

Schließlich wurde 2000 endlich

die Gleislücke zum Festland

geschlossen: Der nötige

Neubau der Klappbrücke

über den Peenestrom bei Wolgast

wurde als kombinierte

Bahn/Straßen-Klappbrücke

ausgeführt. Die UBB übernahm

in der Folge auch die

Bahnstrecke Wolgast–Züssow,

wo nun Umsteigemöglichkeit

zwischen Intercityzügen

und der Usedomer Bäderbahn

besteht. Der früher

nötige Fußweg zwischen den

beiden Wolgaster Bahnhöfen

über die Brücke ist seither Geschichte.

„Eine Erfolgsstory

von Ahlbeck bis Züssow“ titelte

stolz die Zeitschrift „DB

mobil“ in einem ihrer Artikel

im Jahre 2001 und berichtete

über ihr erfolgreiches Tochterunternehmen.

2002 übernahm

die UBB auch den Regionalverkehr

zwischen Züssow

und Stralsund und weiter

bis Darß. In den Jahren 2000

und 2003 wurden insgesamt

23 moderne Dieseltriebwagen

an die UBB geliefert und

ersetzten ihre zwar moderni-

sierten, aber doch in die Jahre

gekommenen Vorgänger.

Der weite Weg nach Swinoujscie

Viel Geduld und ein langes

Durchhaltevermögen bewies

die UBB-Führung bei ihrem

bislang ambitioniertesten Projekt:

Der Wiedererrichtung

der Bahnstrecke von Ahlbeck

Grenze bis in das polnische

Świnoujście. Da nach dem

EU-Beitritt Polens und dem

Wegfall der Grenzkontrollen

seit dem Beitritt zum Schengener

Abkommen wieder mit

einer Zunahme der (Verkehrs-

)Beziehungen zwischen dem

deutschen und dem polnischen

Teil Usedoms zu rechnen war,

bemühte sich die UBB schon

frühzeitig um die Reaktivierung

der ehemaligen Strecke

nach Swinemünde. Der feierliche

Spatenstich zur Wiedererrichtung

der 1,4 km langen

Strecke erfolgte am 5. Oktober

2007. Vorausgegangen

waren längere Schwierigkeiten,

offiziell rund um die Genehmigungsfähigkeiteinzelner

Details des Bauantrages.

Tatsächlich dürfte auch

ein anderer Grund eine Rolle

gespielt haben: Obwohl –

oder gerade weil – kein einziger

polnischer Złoty in das

Projekt investiert wurde (die

International

Kosten trugen zu 90 % die EU

und zu 10 % die UBB), wurde

das Projekt von der damaligen

nationalkonservativen

Regierung in Warschau, der

das Engagement eines deutschen

Bahnunternehmens auf

polnischem Boden (und ehemals

deutschem Gebiet) wohl

suspekt war, sehr kritisch beäugt.

Beinahe wäre das Projekt

gescheitert,

doch letztlich

setzte

sich dann die

Erkenntnis

durch, dass von

der Bahnstrecke

beide Länder

profitieren. Nach

der baulichen Fertigstellung

der Strecke

verging noch über ein halbes

Jahr bis zur tatsächlichen

Inbetriebnahme, in dem die

UBB ein polnisches Tochterunternehmen

(UBB polska)

als verantwortliches Eisenbahn-Infrastruktur-Unternehmen

gründen musste. Außerdem

musste sie mittels Gutachten

den Nachweis erbringen,

dass die Strecke dem

neuesten Stand der Technik

entspricht und die Verkehrssicherheitsstandards

den polnischen

ebenbürtig sind …

Die feierliche Eröffnung

fand schließlich am 20. September

2008 statt.

Weitere Pläne

Auf dem bisher Erreichten

ruht sich die UBB-Füh-

rung jedoch nicht aus, sondern

plant bereits an weiteren

Ausbaumaßnahmen: So soll

in den nächsten Jahren auch

noch die restliche nach dem

Krieg abgetragene Strecke

wieder auferstehen: zunächst

bis zum Usedomer Flughafen

bei Garz, später bis über die

Brücke bei Karnin nach Ducherow.

Die Fahrzeit von Berlin

zu den Seebädern würde

sich dadurch wesentlich verkürzen.

Zwar sind auf polnischem

Gebiet bereits Teile

der Trasse verbaut, doch sieht

der Flächenwidmungsplan der

Stadt Świnoujście eine Alternativtrasse

vor und hält diese

frei.

Fazit

Beobachtet man den Erfolg

der Usedomer Bäderbahn, gelangt

man zu einer Erkenntnis,

die in Österreich genauso

gilt wie in Deutschland: Gibt

es in einer Region ein engagiertesEisenbahnunternehmen

und Politiker, die es unterstützen,

so kann aus einer

stilllegungsgefährdeten Strecke

eine Vorzeige-Regionalbahn

werden – in Österreich

zeigt sich dies aktuell im Salzburger

Pinzgau.

Fehlt jedoch einer dieser

Akteure (wie es sich im Ybbstal

abzeichnet), kommt es oft

zur Verlagerung des Verkehrs

auf die Straße – mit negativen

Folgen für Umwelt und Tourismus

in der ganzen Region.

Marcus Pirker

Liniennetz der UBB auf Usedom. Ergänzende Buslinien sind ockerfarben eingezeichnet.

(Quelle: UBB-Fahrplan 2009).

FAHRGAST 1/2010 3


Endlich

Der Grazer Südosten erhält

das lange ersehnte Buskonzept

Ein Riesenerfolg für FAHRGAST: erstmals seit langem werden Buslinien

eröffnet, die vollständig auf einem FAHRGAST-Konzept basieren.

Die Tage der niedrigen Marktanteile im unmittelbar Stadtgrenzen

überschreitenden Verkehr sind (hoffentlich) gezählt.

Wie in FAHRGAST

1/2009 angekündigt,

geht mit 22.

Schleife der Linie 36 wird die

Strecke bis zum Bahnhof Raaba

in beide Richtungen über

Februar 2010 die erste Stufe die St.-Peter-Hauptstraße be-

des Buskonzepts Graz-Süddient. Ab dem Bahnhof Raaost

in Betrieb. Aufgrund der ba fährt die Linie 72 über die

massiven Beeinträchtigungen Dr.-Auner-Straße zum Ma-

durch die im Frühjahr startengna-Werk, jeder zweite Bus

den Bauarbeiten in der St.-Pe- (also stündlich) fährt weiter

ter-Hauptstraße erfolgt dies über die Autobahn zur Stra-

jedoch vorerst in einer leicht ßenbahnendstationLiebenaueingeschränkten Version. Murpark. Nach Abschluss der

Bauarbeiten werden alle 72er-

Konzept

Kurse dorthin fahren.

Statt der Linie 36 (viertel- Die Linie 76U verkehrt

stündlich)

Buslinien

verkehren

Graz–Südost

neu die

ab

über

22.

die

Februar

Grenze

(Stufe

der

I)

Zone 101

Linien 72 Tagesverkehr und 76U (Mo–Fr (jeweils bis ca. 20 Uhr, hinaus Sa bis ca. bis 18 Uhr) Grambach, und

halbstündlich) vom Schulzen- zwar abwechselnd zum Getrum

nach Raaba. Statt der werbepark und zum Gemein-

Das Liniennetz im Südosten ab 22. Februar 2010. Nach Beendigung der Baustelle in

der St.-Peter-Hauptstraße verkehrt die Linie 76U bis Hausmannstätten.

4

430 Jakominiplatz

510 Jakominiplatz

72 76U

431 Jakominiplatz

521 Jakominiplatz

72 74 75U

Schulzentrum St. Peter

Liebenau

Murpark

Baustellenbereich

St.-Peter-Hauptstraße

(2010 bis 2011)

74

Alte Linienführung

Linie 36

Pachern

Raaba Kreisverkehr

Pachern P&R

Raaba Bahnhof

Magna- 72

Werk

Gewerbegebiet

Grambach 76U

Thondorf

76U Grambach Gemeindeamt

Dörfla

Gössendorf

Fernitz

510

521 Siebing

Hausmannstätten

75U

430 Lassnitzhöhe

Legende

Buslinie im 10-Minuten-Takt

Buslinie im Halbstundentakt

Buslinie im Stundentakt

72 Endstation einer Linie

521 Siebing Richtungsangabe bei Regionalbuslinien

Grafik:

431 Nestelbach

Graz

deamt. Zwischen Gemeindeamt

Grambach und Raaba

besteht zusammen mit der

Linie 510 ein annähernder

Halbstundentakt. Nach Beendigung

der Bauarbeiten werden

jene Kurse, die zunächst

bis zum Gemeindeamt Grambach

verkehren, bis zur Hauptschule

Hausmannstätten verlängert,

sodass auch diese Gemeinde

durch Intervallhalbierung

der Linien 76U und 510

im Halbstundentakt bedient

werden wird. Abends wird

die Linie 76U schon jetzt bis

Vasoldsberg verlängert und

sonntags verkehrt sie abwechselnd

nach Vasoldsberg und

Fernitz.

Völlig neu ist die Linienführung

der Linie 75U. Diese

fährt halbstündlich vom Murpark

über das Gewerbegebiet

Styriastraße zum Kreisverkehr

Raaba und weiter

bis zum Bahnhof Autal, wo

ein Park+Ride-Platz errichtet

wird.

Die Linie 75U ersetzt so-

testellen Tiefentalweg und

Bahnhof Messendorf können

weiterhin über die Bahnhofsunterführung

Messendorf erreicht

werden, die zu Zeiten

der „alten“ 36er-Linienführung

genau zu diesem Zweck

errichtet wurde. Zudem soll

eine Haltestelle beim Center

Ost errichtet werden.

Abend- und Sonntagsverkehr

Im Abend- und Sonntagsverkehr

gibt es leider abweichende

Linienführungen.

Zwar gehört die unglückliche

Linienkombination 63A

wieder der Vergangenheit an

und die Linie 63 fährt wieder

ganztägig bis zur Petersbergenstraße,

doch wird weiter

südlich mit der Linie 73U eine

weitere Linie eingeführt, die

im Schwachlastverkehr statt

der Linie 75U von Schulzentrum

St. Peter über den Kreisverkehr

Raaba nach Pachern

verkehrt.

Das bedeutet, dass im

Buslinien Graz–Südost ab 22. Februar Schwachlastverkehr (Stufe I)

drei

mit Schwachlastverkehr auch die bisherige (Mo–Fr ab Schlei- ca. 20 Uhr, Sa verschiedene ab ca. 18 Uhr, Sonntag Linien ganztägig) in der

fenführung der Linie 36 – al- St.-Peter-Hauptstraße verkehlerdings

auf der alten Route ren. Zusätzlich muss man sich

östlich der Ostbahn. Die Hal- wieder einmal zwei verschie-

72 73U 76U

74

Liebenau

Murpark

Schulzentrum St. Peter

Thondorf

Magna-Werk

74

72

Dörfla

Gössendorf

Pachern

Raaba Kreisverkehr

76U

Fernitz

Raaba Bahnhof

Grambach

Pachern P&R

Legende

72

Grafik:

Hausmannstätten

Das abweichende Liniennetz im Sonntags- und Abendverkehr. Wenn die Baustelle fer-

tig ist, kann auch zu diesen Zeiten wie im Tagesverkehr gefahren werden.

73U

Buslinie im 15-Minuten-Takt

Buslinie im Halbstundentakt

Buslinie im Stundentakt

Buslinie im Zweistundentakt

Endstation einer Linie

76U

Vasoldsberg

FAHRGAST 1/2010


dene Liniennetze merken.

FAHRGAST hat berechnet, dass

es möglich ist, das Tages-Liniennetz

zu den gleichen Kosten

auch im Schwachlastverkehr

zu bedienen – allerdings

ist es wahrscheinlich,

dass durch die Baustelle in

der St.-Peter-Hauptstraße so

viel zusätzliche Fahrzeit eingeplant

werden musste, dass

nur diese unglückliche Lösung

übrig blieb.

FAHRGAST wird auf jeden

Fall wiederholt auf ein durchgehend

einheitliches Liniennetz

pochen, sobald die

Bauarbeiten beendet sind.

Regionalbusse

Vorerst bleiben die Fahrpläne

der Linien 430, 431,

510 und 521, die durch dieses

Konzept ergänzt werden, unverändert.

Voraussichtlich ab

Schulbeginn im September

2010 wird auch deren Fahrplan

so geändert, dass sie sich

optimal mit den neuen Stadtbuslinien

ergänzen. Zudem

wird die Linie 510 bis zum

Bahnhof Kalsdorf verlängert

und in Fernitz ein Taktknoten

mit Anschluss in alle Richtungen

hergestellt.

U wie Umland

FAHRGAST ist selbstverständlich

hocherfreut, dass

dieses Konzept endlich umgesetzt

wird und sich unter den

(meisten) Umlandgemeinden

endlich ein Bewusstsein für

ernsthaften Öffentlichen Verkehr

durchgesetzt hat. Dennoch

muss angemerkt werden,

dass die Liniennummern teils

unglücklich gewählt sind: jene

Linien nämlich, die aus der

Zone 101 hinausfahren, tragen

nämlich ein „U“ hinter der Liniennummer.

Die zweistelligen Liniennummern

der Stadtbusse haben

den großen Vorteil, dass

sie leicht merkbar und kommunizierbar

sind. Buchstaben

in den Liniennummern sind

verwirrend und wurden bis-

lang eigentlich nur dort verwendet,

wo ein Bezug zu einer

Stammlinie hergestellt

werden soll (die Linie 34E

ist eine Kurzführung der Linie

34).

Das zusätzliche „U“ jedoch

stellt einen solchen Bezug

nicht her, sondern soll signalisieren,

dass die Linie die

Zonengrenze überfährt, also

ist erstmals eine Tarifinformation

in einer Liniennummer

verpackt. Bloß: dieser

Umstand muss erst kompliziert

erklärt werden und trägt

damit mehr zur Verwirrung

als zur Vermittlung der Tarifinformation

bei. Statt kompliziert

das „U“ zu erklären, wäre

es einfacher, die Fahrgäste

über Ansagen im Fahrzeug,

Routentafeln und Auskünfte

des Fahrpersonals über die

tarifliche Besonderheit zu informieren.

Bei jedem Schienenersatzverkehr

der GVB zeigt sich,

dass die gut gemeinten Bezeichnungen

wie „SE1“ (für

„Schienenersatz Linie 1“) bei

Fahrgästen in erster Linie

Verwirrung stiften und nur

die wenigsten einen Sinn hinter

den Liniennummern erkennen.

Aus diesem Grund

fordert FAHRGAST, Liniennummern

stets so einfach wie

möglich zu halten.

Graz

Tarif

Durch die Verlängerung

der Stadtbusse über die Zonengrenze

hinaus entsteht ein

tarifliches Ungleichgewicht

zwischen den Grazer Umlandgemeinden:

Die Gemeinden

Raaba, Stattegg, Kainbach,

Seiersberg, Pirka und

Thal liegen noch in der Zone

101, während Grambach und

Hart bei Graz bereits außerhalb

liegen, wiewohl sie ähnlich

nahe an Graz liegen.

Wenn in Zukunft weitere

Linien in die Grazer Umlandgemeinden

verlängert werden

(was zu hoffen ist), wird sich

dieses Ungleichgewicht noch

verstärken und wohl auch Unmut

in den benachteiligten

Gemeinden hervorrufen. Der

Verkehrsverbund ist hier gefragt,

diese Problematik mittelfristig

zu beheben.

Erfolg

FAHRGAST fordert seit mehreren

Jahren massiv die Verlängerung

von Stadtbuslinien

in das Umland ein. Diese

deutliche Angebotserweiterung

weist den Weg in die

richtige Richtung. FAHRGAST

wünscht dem neuen Konzept

viel Erfolg und freut sich auf

künftige Erweiterungen in alle

Himmelsrichtungen.

Jakob Holzer

Die Zone 101 wurde 1994 nach den Ausdehnungen des GVB-Netzes festgelegt und

geht daher bis Thal und Stattegg. Hart und Grambach werden dadurch benachteiligt.

Kirchturm

Wie in FAHRGAST

1/2009 berichtet, war

zunächst geplant, auch

die Linie 74 über Dörfla

hinaus nach Hausmannstätten

und Fernitz zu

verlängern. Mit der gleichen

Anzahl an Bussen

wie im aktuellen Konzept

und unter Einbeziehung

der Regionalbuslinien

wäre ein 20-Minuten-Takt

nach Hausmannstätten

und Fernitz

möglich gewesen – dieser

Gedanke war eigentlich

die Keimzelle des

gesamten Linienkonzeptes.

Diese Verlängerung

scheiterte jedoch am

Desinteresse der Gemeinden

Fernitz und

Gössendorf, womit das

attraktive Gesamtkonzept

sogar an der Kippe

gestanden war und letztendlich

nur zur Hälfte

verwirklicht wird.

Um solche Probleme

zu bekämpfen, ist das

Land Steiermark gefordert:

für überregionale

Verkehrsprojekte müssen

bereits im Vorhinein

Gemeinden übergreifende

Zweckverbände geschaffen

werden, die unabhängig

von der Tagesverfassung

und Kurzsichtigkeit

einzelner

Bürgermeister Projekte

beschließen und finanzieren

können.

Es bleibt zu hoffen,

dass das gute Beispiel

der Gemeinden Raaba,

Hart bei Graz, Grambach,

Hausmannstätten

und Vasoldsberg auch

den beiden anderen Gemeinden

den Weg vom

Kirchturmdenken zu

moderner Kommunalpolitik

weist.

Jakob Holzer

FAHRGAST 1/2010 5


Tarifideen

Vorschläge für Verbesserungen des

steirischen Verbundtarifs

Der steirische Verbundtarif zählt sicherlich zu den leichtest verständlichen

in Österreich und bietet ein durchwegs modernes

Fahrkarten-Grundangebot. Dennoch ist es an der Zeit, einige

Verbesserungsvorschläge aufzuzeigen.

Es gibt einige international

gebräuchliche Zusatzangebote,

die genug

Attraktivität aufweisen,

um vermeintliche Einnahmeneinbußen

wettzumachen. Es

gibt auch einige Angebote, die

derzeit nur zeitlich begrenzt

angeboten werden, aber ganzjährig

sinnvoll wären. FAHR-

GAST zeigt im Folgenden die

Möglichkeiten auf und versucht

eine Einschätzung der

Machbarkeit, der Kosten und

des Nutzens zu geben.

Anerkennung aller VorteilsCards

Derzeit werden im Steirischen

Verkehrsverbund nur

die VorteilsCard Senior, Spezial

und Familie anerkannt

(siehe auch Seiten 8 und 9).

Dies führt dazu, dass für

alle anderen Kundengruppen

6

(jene, deren VorteilsCard am

teuersten ist) einige wichtige

Verkehrsverbindungen (Graz–

Weiz, Graz–Hartberg, Graz–

Fürstenfeld, Graz–Stainz, Leoben–Eisenerz)

fast doppelt

so teuer sind wie Eisenbahnkorridore.

Dieser Umstand ist

hinsichtlich des Gleichheitsgrundsatzes

nicht unbedenklich,

zumindest erscheint er

aber sachlich nicht gerechtfertigt

und daher unsinnig.

Bei einer Fahrt mit Bahn

und Bus muss zudem umständlich

der VorteilsCard-

Eisenbahntarif mit dem Verbundtarif

gestückelt werden

und der Vorteil der Einfachheit

des Verbundtarifs wird

zunichte gemacht.

Der Nutzen einer Anerkennung

der VorteilsCards im

Verkehrsbund ist vielfältig:

Das Fahrkartenangebot des steirischen Verkehrsverbundes ist übersichtlich und ein-

fach verständlich – doch bleiben einige Wünsche offen.

Steiermark

– Der Tarif im innersteirischen

Verkehr wird drastisch

vereinfacht.

– Nach Ausweitung einer solchen

Regelung auf andere

Bundesländer kann schrittweise

der ÖBB-Haustarif

durch aneinander gereihte

Verbundtarife mit all ihren

Vorteilen ersetzt werden.

– Kunden mit VorteilsCard

erhalten an allen Verkaufsstellen

50 % Ermäßigung.

– Für Eisenbahnstrecken wären

entwertbare Fahrkarten

im Vorverkauf erhältlich.

– Auch Einzel- und Tageskarten

im Stadtverkehr sind

für Stammkunden deutlich

günstiger.

– Durch eine Anerkennung

kann auch der Halbpreispass

nach Kraftfahrlinientarif

entfallen und durch

die VorteilsCard ersetzt

werden, womit ein weiterer

Haustarif wegfällt.

Da mit einer solchen Regelung

im Stadtverkehr auf einen

Schlag eine größere Kundengruppe

Zugang zu ermäßigten

Einzel- und Tageskarten

hat und damit deutlich

höhere Einbußen als Zusatzeinkünfte

anfallen, könnte

die Ermäßigung für die erste

Zone geringer ausfallen, also

z. B. zu einer Stundenkarte

um 1,20 Euro (statt 1,00 Euro)

und einer Tageskarte um 2,50

Euro (statt 2,10 Euro) führen.

Ähnliche Regelungen existieren

in vielen Schweizer Städten,

die das Halbtax akzeptieren,

aber nur rund 30 % Ermäßigung

gewähren. Der Einfachheit

halber ist dennoch

eine volle Ermäßigung sinnvoll,

zumal es derzeit viele Inhaber

einer VorteilsCard gibt,

die grundätzlich kein Stadtverkehrsmittel

verwenden,

deren Fahrkartenkauf also eine

Zusatzeinnahme ist.

24-Stunden-Karten-Block

Die 24-Stunden-Karte ist

erst ab drei Fahrten günstiger

als die 10-Zonen-Karte oder

die Stundenkarte. Es kommt

häufig vor, dass Fahrgäste bei

der ersten Fahrt an einem Tag

noch nicht wissen, ob sie nur

„hin und wieder zurück“ oder

noch eine dritte Fahrt unternehmen

werden. Diese Fahrgäste

stehen vor der Entscheidung,

ob sie Einzelfahrten

oder doch eine 24-Stunden-

Karte lösen sollen. Kauft der

Fahrgast die 24-Stunden-Karte

und bleibt es bei nur zwei

Fahrten, hat er zu viel bezahlt,

kauft oder stempelt er zwei

Stundenkarten ab und es ergibt

sich eine dritte Fahrt, so

zahlt er ebenfalls drauf.

Gerade im Sommer wird

zudem von vielen vermehrt

das Fahrrad verwendet oder

zu Fuß gegangen, jedoch bei

Regen oder größeren Distanzen

der Öffentliche Verkehr

benützt. Gerade an Tagen mit

Schlechtwetter wird in der Regel

die gesamte Wegekette im

ÖV zurückgelegt und eine 24-

Stunden-Karte verwendet.

Leider sind 24-Stunden-

Karten nur einzeln im Vorverkauf

erhältlich und es fällt pro

Entwertung immer der selbe

reguläre Preis von momentan

4,10 Euro bzw. 2,10 Euro für

die Halbpreiskarte an. Es gibt

zwar einen Zehnerblock von

24-Stunden-Halbpreiskarten,

jedoch kostet dieser genau 10

mal 2,10 Euro und bringt außer

dem Komfort, die Fahrkarten

vorrätig halten zu können,

keinen Vorteil.

Ein Vorschlag von FAHR-

GAST ist, eine leicht angepasste

Form der 24-Stunden-Karten-Zehnerblöcke

(Voll- und

Halbpreis) anzubieten: Bei

diesen sollte der Preis einen

Vorteil gegenüber dem Einzelkauf

bieten – etwa 38 Euro

für zehn 24h-Vollpreiskarten,

so dass ein Streifen des

24-Stunden-Zehnerblockes so

viel kostet wie 2 Einzelfahrscheine.

In Wien ist so etwas

bereits in Form der 8-Tages-

Karte erhältlich.

FAHRGAST 1/2010


Für Freizeitausflüge am Wochenende ist das Freizeitticket ideal –

leider gilt es nur in den Sommerferien.

Freizeitticket

Das steirische Freizeitticket,

welches in den Sommermonaten

an Samstagen und

Sonntagen angeboten wird,

sollte das ganze Jahr über

angeboten werden. Die Beschränkung

auf Samstage und

Sonntage ist durchaus nachvollziehbar,

nicht jedoch, wieso

es nur im Sommer erhältlich

ist. Interessant ist auch eine

Ab-9-Uhr-Version für Wochentage,

wie es sie in Form

der Ländertickets in Deutschland

gibt; diese dürfte auch etwas

teurer sein (etwa 15 Euro).

Kleingruppen

Bei Fahrten außerhalb des

Stadtverkehrs stellt sich vor

allem für junge Leute die Frage:

Auto oder „Öffi“? Tatsache

ist, dass ab drei Personen

die Nutzung eines Pkw

preislich vorteilhafter gegenüber

dem Öffentlichen Verkehr

ist, selbst wenn man sämtliche

Kosten des Pkw miteinbezieht.

Das Prinzip „Je mehr

Leute fahren, desto günstiger

wird es“ sollte auch in einem

Tarifsystem vorkommen. Jedoch

nicht nur als zeitlich beschränktes

Angebot, sondern

als regulärer Bestandteil der

Tarifstrukturen. Nur so kann

der Öffentliche Verkehr seine

Rolle als Alternative zum Auto

weiter ausbauen.

Die eben erwähnte Ausweitung

des Freizeittickets auf

das ganze Jahr sowie die Einführung

einer Ab-9-Uhr-Version

an Wochentagen würden

ein attraktives Angebot für

Kleingruppen darstellen.

Bim4Two

Ähnlich wie das Freizeitticket

ist das Angebot Bim4Two,

bei dem Besitzer von Halbjahres-

und Jahreskarten eine

zweite Person mitnehmen

können, nicht ganzjährig, sondern

nur in den Wintermonaten

gültig. Eine Ausweitung

der Geltungsdauer auf das

ganze Jahr ist zu begrüßen.

Rest-des-Tages-Karte

Wollen zwei Personen eine

Abendveranstaltung besuchen,

fallen vier mal 1,90

Euro, also 7,60 Euro an (6,68

Euro bei Verwendung von

10-Zonen-Karten). Ein Parkschein

für drei Stunden kostet

nur etwa die Hälfte (3,60 Euro),

noch dazu ist das Parken

in den „Blauen Zonen“ abends

ohnehin gebührenfrei. Somit

stellt oft das Auto für Ball-,

Casino-, Opern- und Theatergäste

die erste Wahl dar.

Um den Öffentlichen Verkehr

für diese Kundengrup-

Steiermark

pe zu attraktivieren und

gleichzeitig die Auslastung

des Abendverkehrs anzuheben,

schlagen wir vor, ab einer

bestimmten Uhrzeit (z. B.

18.30 Uhr) Stundenkarten

und einfach abgestempelte 10-

Zonen-Karten bis Betriebsschluss

gelten zu lassen.

10-Zonen-Karte für Senioren

Senioren können zwar ermäßigte

Stundenkarten und

24-Stunden-Karten kaufen,

nicht jedoch den ermäßigten

Zehnerblock. Stattdessen

erhalten sie nur 10 mal eine

Stundenkarte. FAHRGAST vertritt

die Meinung, dass alle

Arten von ermäßigten Fahrkarten

auch allen, denen eine

Ermäßigung zusteht, zur Verfügung

stehen müssen.

Kurzstreckenkarte

Um Fahrten von nur ein

paar Haltestellen attraktiver

zu machen, ist es denkbar,

dass von Vollzahlern Halbpreiskarten

erworben werden,

die dann jedoch eine geringere

Gültigkeitsdauer haben. Bei

einer Stundenkarte für eine

Zone also nur 15 oder 20 Minuten

statt einer Stunde. Vorteil

für die Fahrgäste: Wenn

man weiß, dass man innerhalb

einer Zone nur kurz unterwegs

ist, spart man 0,90 Euro.

Vorteil für den Verbund: Personen,

die sonst vielleicht keine

Fahrkarte kaufen würden,

sind eher geneigt, zumindest

eine solche Kurzstreckenkarte

um 1,00 Euro zu erwerben.

Gültigkeitsdauer

Sollten in naher Zukunft

Änderungen im Tarifgefüge

durchgeführt werden, so

könnten bei dieser Gelegenheit

kleinere Inkonsistenzen

bei den Gültigkeitsdauern

korrigiert werden. So ist beispielsweise

eine Stundenkarte

eine bestimmte Zeit gültig,

wobei diese Zeit unabhängig

von Tagesgrenzen (0.00 Uhr)

ist. Eine 24-Stunden-Karte ist

genau 24 mal 60 Minuten lang

gültig. Ein Käufer einer Wochenkarte

hingegen erhält nur

die Zeit vom Zeitpunkt des

Kartenkaufs bis Mitternacht

plus 6 mal 24 Stunden und

verliert somit Zeit der eigentlichen

Geltungsdauer.

Das System wäre eindeutiger

und konsistenter, wenn

Wochenkarten genau 7 mal

24 Stunden gelten würden.

Das Gleiche gilt für Monatskarten.

Österreichweiter Verkehrsverbund

Mittlerweile gibt es in allen

Ländern Österreichs Verkehrsverbünde.

Es ist an der

Zeit, darüber nachzudenken,

wie diese miteinander verknüpft

werden könnten und

damit auch ein österreichweit

einheitliches Tarifsystem

geschaffen werden könnte.

Uns ist durchaus bewusst,

dass ein derartiges Vorhaben

langen Atem aller Beteiligten

erfordert. Dieser einmalige

Aufwand würde jedoch zu

langfristigen Vorteilen für die

gesamte österreichische Bevölkerung

führen. Dinge wie

eine Österreich-Netzkarte ließen

sich dann wesentlich einfacher

umsetzen.

Fazit

Für das Fahrkartenangebot

im steirischen Verkehrsverbund

gibt es also viele

Ideen. Schaut man in andere

Verkehrsverbünde, wird man

feststellen, dass die Palette

noch viel weiter reichen kann

(Einkaufskarte Ab 9 Uhr,

Schwachlastverkehrs-Ticket,

Frühbucherbonus etc.).

Wir hoffen, dass wir mit

diesen Vorschlägen den Verantwortlichen

zeigen konnten,

dass die Bedürfnisse der Kunden

durchaus sehr vielfältig

sind. Wie es sich für ein gutes

Unternehmen gehört, sollte

auch der steirische Verkehrsverbund

sein Angebot diesen

Bedürfnissen anpassen.

Martin Mödlinger

FAHRGAST 1/2010 7


Gute Karten?

ÖsterreichCard und VorteilsCard Classic/


des steirischen Verkehrsverbundes

voraus.

Darauf aufbauend könnte

die Steiermark für ganz Österreich

Vorbildcharakter bekommen,

wenn als logischer

Schritt die Ausdehnung des

Geltungsbereichs der bestehenden

ÖBB-VorteilsCard


10

Kurz-

meldungen

Zweisprachige Haltestellenaushänge

in Graz

Seit Beginn der Weihnachtsferien

letzten Jahres

gibt es für die Straßenbahn-

und Buslinien der GVB

zweisprachige Fahrplanaushänge

(Deutsch und Englisch).

Grundsätzlich ist dieser

Schritt zu begrüßen. Jedoch

musste FAHRGAST bei

der Durchsicht der Fahrpläne

feststellen, dass die neue

Gestaltung ein paar kleine

Schönheitsfehler hat. Dazu

zählt unter anderem, dass leider

nicht alles übersetzt wurde

– beispielsweise hat man

auf die vollständige Übersetzung

der Fußzeile verzichtet,

obwohl gerade diese für nicht

deutschsprechende Personen

besonders wichtig ist. Positiv

ist hier allerdings zu erwähnen,

dass in diesem Bereich

die international üblichen

Piktogramme für Information,

Rollstuhlfahrer und

Telefon hinzugefügt wurden.

Auffällig ist weiters, dass auf

die Erklärung der Symbole in

der Haltestellenliste verzichtet

wurde. Dies ist bei den Symbolen,

die den Standort kennzeichnen,

noch verschmerzbar

– die Erklärung sollte sich

ohnedies von selbst ergeben.

Bei den Symbolen, die abweichende

Haltemuster markieren,

ist dies aber nicht akzeptabel

– woher soll der Fahrgast

wissen, dass damit gemeint

ist, dass eine Linie bestimmte

Haltestellen nicht immer

anfährt? Wir hoffen, dass die

Fahrpläne bei den kritisierten

Punkten noch nachgebessert

werden.

Fahrkartenautomaten

in Straßenbahnen

Ab Frühjahr 2010 werden

in allen Grazer Straßenbahnen

Fahrkartenautomaten

zum Einsatz kommen, die den

Kartenverkauf beim Fahrer

ersetzen. Sie werden sich im

Bereich der zweiten Tür befinden.

Das erhältliche Fahrkartensortiment

bleibt vorerst

auf Stunden- und 24-Stunden-Karten

(jeweils Voll- und

Halbpreis) sowie auf das neue

Gruppenticket, das es derzeit

im Fahrerverkauf nicht gibt,

beschränkt.

FAHRGAST hofft, dass zumindest

in einer späteren

Phase an eine Ausweitung

des Angebotes gedacht wird.

Als Zahlungsmittel werden

Münzen und Bankomatkarten

(Maestro) akzeptiert, aber

keine Banknoten! Letzteres

stellt aus unserer Sicht einen

Rückschritt dar. Es sollte zumindest

möglich sein, mit 5-

oder 10-Euro Scheinen zu bezahlen.

Desweiteren fordern wir,

dass an wichtigen Haltestellen

(Jakominiplatz, Hauptplatz

und Hauptbahnhof) Fahrkartenautomaten

stationär aufgestellt

werden, um dem Fahrgast

die Möglichkeit zu bieten,

seine Fahrkarte schon im

vorhinein zu kaufen – und somit

auch den Fahrgastfluss zu

beschleunigen.

Reitschulgasse

In den Sommerferien 2010

sollen die Gleise in der Grazer

Reitschulgasse saniert

werden. Dies wird erforder-

Kurzmeldungen

lich, da zum einen die Gleise

am Ende ihrer Einsatzdauer

sind (letzter Umbau 1967) und

zum anderen, da ab dem Jahr

2012 auf der Linie 6 die Variobahn

zum Einsatz kommen

soll und für diese neue Sicherheitsbestimmungen

(70 cm Sicherheitsraum

auf der Türseite)

einzuhalten sind.

Von besonderer Bedeutung

sind noch die Tatsachen, dass

es sich um eine Geschäftsstraße

mit außergewöhnlich

hohem Fußgängeraufkommen

(rd. 11.000 Passanten/

Tag, vergleichbar mit der unteren

Annenstraße!) und um

eine wichtige Radroute (bis

zu 4.500 Fahrräder/Tag) handelt.

Dazu kommt noch ein relativ

dichter Regionalbusverkehr

in Richtung Jakominiplatz,

der bisher wegen der zu

geringen Fahrbahnbreite oft

zu Problemen bei Begegnungen

mit entgegenkommenden

Straßenbahnen geführt hat.

Die Gleistrasse soll daher

um rund einen Meter nach Süden

verlegt werden, wodurch

der stadtauswärts führende

Radfahrstreifen entfällt –

der südseitige Gehsteig bleibt

in der derzeitigen Form (gleiche

Breite) erhalten. Für die

nördliche Seite der Gleistrasse

(stadteinwärts) gibt es zwei

Planungsvarianten: Die erste

Variante sieht eine Beibehaltung

der Parkplätze vor, womit

auch die Breite des Gehsteiges

unverändert bliebe. In

der zweiten Variante soll der

Einer der neuen Salzburger Obusse mit

vollständiger Zielanzeige im Heck.

Gehsteig auf 3,5 Meter verbreitert

werden, womit sich

für die Fußgänger eine deutliche

Verbesserung und Qualitätssteigerung

ergibt. In dieser

Variante wird eine zeitlich

und räumlich begrenzte Ladezone

vorgeschlagen, sowie in

den Nachtstunden eine Parkmöglichkeit

für die Anrainer.

FAHRGAST bevorzugt die

zweite Variante, da sich mit

dieser eine deutliche Verbesserung

der aktuellen Situation

ergibt.

Anschlüsse Knoten Leoben

Wie FAHRGAST festgestellt

hat, werden beim Knoten Leoben

Anschlüsse in der Regel

nicht mehr abgewartet. Gewartet

wird nur noch an Feiertagen

und bei Reisenden über

Wien hinaus bei den IC Richtung

Tschechien. FAHRGAST

sieht dadurch den Sinn des

Knotens in Leoben massiv in

Frage gestellt. Angesichts der

häufigen Verspätungen beider

beteiligter IC-Linien (Wien–

Villach und Graz–Salzburg)

ist die Frage, wieso die ÖBB

so viele Behinderungen auf

den Strecken mit so wenig

Reserven in den Fahrplänen

kompensieren. FAHRGAST fordert,

diese massiven Behinderungen

schnellstmöglich zu

beseitigen, um den Taktfahrplan

nicht zu gefährden

Kein Anschluss für IC-Busse

in Klagenfurt

Bekanntlich wurde von italienischer

Seite mit Dezember

auch das letzte Zugpaar Wien–

Venezia eingestellt, sodass die

ÖBB gezwungen waren, parallel

zur Hochgeschwindigkeitsstrecke

„Pontebbana“ mit

Autobussen nach Italien zu

fahren. Aus steirischer Sicht

jedoch haben diese Busse einen

gravierenden Schönheitsfehler:

sie fahren in Klagenfurt

zwischen 14 und 29 Minuten

vor Ankunft des IC-

FAHRGAST 1/2010


Der InterCity-Bus von Graz nach Klagenfurt ist ein voller Erfolg.

Leider sind die Anschlüsse zu den Bussen nach Venezia unzumutbar.

Busses aus Graz ab, sodass

die planmäßige Wartezeit in

Klagenfurt knapp zwei Stunden

beträgt – oder man den

Umweg über Leoben fahren

und dabei einmal öfter umsteigen

muss.

FAHRGAST ist der Ansicht,

dass dieser Mangel leicht behebbar

ist, indem man den

Bus aus Graz (zumindest zu

Tagesrandzeiten, wenn eine

Reise nach Venezia attraktiv

ist) um einige Minuten vorverlegt.

In der derzeitigen Situation

jedenfalls sind Reisen

von Graz in die Lagunenstadt

mit dem Öffentlichen Verkehr

unzumutbar.

Heckanzeigen Obus Salzburg

Der StadtBus Salzburg beschafft

gerade neue Obusse

des Typs Solaris Trollino 18.

Eine Besonderheit dieser Busse

ist die Heckanzeige, welche

nicht nur die Liniennummer,

sondern auch das Fahrziel anzeigt.

Somit kann der Fahrgast

auch vom Heck aus das

Fahrziel erkennen. Selbstverständlich

verfügen die Busse

auch über den bewährten Linienwürfel

am Dach – Anzeige

der Liniennummer auf der

Türseite schräg nach vorne

und nach hinten.

FAHRGAST würde sich wünschen,

dass auch in der Steiermark

derartige Anzeigen bei

zukünftigen Bestellungen von

Stadtbussen Verwendung finden.

ÖBB Streckensperren 2010

Auch in diesem Jahr muss

man am Streckennetz der

ÖBB mit Streckensperren wegen

Bauarbeiten rechen. Unterbrechungen

sind für folgende

Strecken angekündigt:

– Selzthal–Kirchdorf–Linz

(Wochenweise im Sommer

und Herbst)

– Selzthal–Hieflau–Kleinreifling

(Mitte April bis

Ende Mai)

– Stainach-Irdning–Bad Aussee

(Ende August bis Anfang

September)

– Bischofshofen – Selzthal

(Juli bis Mitte August)

– Werndorf–Spielfeld-Straß

–Bad Radkersburg (26.

März bis 5. April, tageweise

im Oktober)

– Graz–Gleisdorf (tageweise

das ganze Jahr über)

– Gleisdorf–Feldbach (Mitte

Mai und Mitte Juli)

– Fürstenfeld–Fehring (Juni)

– Friedberg–Aspang (Juli bis

August)

Völlig unverständlich ist,

warum die Ennstalstrecke

schon wieder gesperrt wird,

insbesondere da die dreimonatige

Sperre letztes Jahr mit

„vollständiger Sanierung“ begründet

wurde. Damit wird

nun zum dritten Mal in Folge

diese wichtige Strecke für

mehrere Monate gesperrt.

Wie lange die Fahrgäste diesen

Dauerzustand noch mitmachen,

ist fraglich.

Kurzmeldungen

FAHRGAST-Hauptversammlung

Am Montag, dem 1. März 2010 findet um 19 Uhr die

24. FAHRGAST-Hauptversammlung im Seminarraum Bodenmechanik

in der Alten Technik statt. Insbesondere

wird die Diskussion um den personellen Fortbestand von

FAHRGAST im Zentrum stehen. Die Tagesordnung ist auf

www.fahrgast-steiermark.at veröffentlicht.

FAHRGAST-Adressen

Gelbe Post .....FAHRGAST, Postfach 30, 8016 Graz

E-mail ...........fahrgast@htu.tugraz.at

Homepage: ...www.fahrgast-steiermark.at

Mobil ............0650 245 34 20

Fax ...............(0316) 873-5115

Persönlich .....Sie erreichen uns montags von ca. 18.30

bis 20.30 Uhr an der Alten Technik,

Rechbauerstr. 12, Parterre rechts.

Bankverbindung ....P.S.K. 93.029.878, BLZ 60000

Ansichtskarten

1 Stk. 0,40 Euro – 10 Stk. 3,60 Euro (jeweils zzgl. Versand)

Bestellungen richten Sie bitte unter Angabe der gewünschten

Wagennummern an eine unserer Adressen. Für Mitglieder

ist die Zusendung ab 8 Stück portofrei. Bezahlung

per Erlagschein.

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567

264

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Foto: © www.fotolia.com/cornelius

Anmeldung/Infos:

www.regiomove.at

FACHTAGUNG UND AUSSTELLUNG

22. - 23. APRIL 2010

LIEBOCH I GRAZ

SPEAKER:

DI Peter Klugar (Vorstandsdirektor ÖBB Holding AG)

Dr. Klaus Schierhackl (Vorstandsdirektor ASFINAG)

Lars Thomsen (Trend- und Zukunftsforscher)

Kristina Edlinger-Ploder (Landesrätin für Verkehr, Land Steiermark)

Lisa Rücker (Vizebürgermeisterin der Stadt Graz) u. a.

Mobilitätsconsulting & Engineering

Schmiedgasse 36 • A-8010 Graz • Tel.: +43 (0) 316 / 844 888

Fax: 844 888-44 • E-Mail: 2010@regiomove.at • www.bim.at

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Ich trete dem Verein FAHRGAST Graz/Stmk. als Mitglied

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1/2010

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Fahrgast Graz/Stmk.

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8016 Graz

Impressum

Druck: Druckwerk,

Ungergasse 7, 8020 Graz.

Auflage: 1000 Stück.

Fahrgast Steiermark 1/2010

Die Zeitung der steirischen

Fahrgastvertretung,

unabhängig und überparteilich.

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Fahrgast Graz/Steiermark,

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