Im Wohnzimmer durch - Travelhouse

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Im Wohnzimmer durch - Travelhouse

Reisen

Morgenidylle: Noch

hängen Nebelschwaden

über dem Linger Long Lake.

Wenn die Sonne höher

steht, lädt er zum Bade.

Im Wohnzimmer durch

Kanada

Unter den Rädern die Unendlichkeit, vor dem Fenster die Wildnis und

allzeit ein gemütliches Heim: Das sind Camper-Ferien in Ontario. Dazu hat

die kanadische Provinz auch jede Menge Kultur zu bieten.

Text und Fotos Heinz Storrer

Schweizer Familie 6/2013

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Ein Besuch der Niagarafälle bei Toronto ist für

Ostkanada-Reisende ein Muss.

Ein Fest für die Augen:

Die Niagarafälle bieten

nachts ein lichterbuntes

Spektakel.

Schweizer Familie 6/2013

Reisen

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Bei Rideau Acres nahe Kingston

verbreitert sich der 200 Kilometer lange

Rideau- Kanal zu einem See.

Was für ein Morgen! Spiegelglatt

der See, Nebelschwaden,

die wie Rauch überm Wasser

schweben, blassrosa der Himmel,

und am Ufer hüllt der Wald sich in

dunkles Schweigen. Ein Fisch springt. Das

Platschen des Wassers. Ringe breiten sich

auf dem See aus, Gänse gleiten gemächlich

zu einem mit Bäumen bestandenen

Inselchen. Ein Kanu löst sich aus dem

Dunst, ein Fischer wirft die Angel aus, der

See kräuselt sich.

Ich stehe vor dem riesigen Wohnmobil

am Sandstrand des Campingplatzes Rideau

Acres, sehe dem Tag beim Erwachen

zu, lausche den gedämpften Geräuschen

des Morgens und realisiere, dass ich in

Kanada angekommen bin.

Jetzt erst, an diesem frühen

Morgen am Ufer des seenhaften

Rideau-Kanals bei

Kingston, Ontario.

Wie der Tag erwacht

Gelandet waren meine

Freundin Regina und ich im

Flughafen von Toronto bereits

vor zwei Tagen. Zwei

60 Schweizer Familie 6/2013

Tage, die sich in der Ruhe dieses Morgens

ausnehmen wie ein Fiebertraum. Blass

bloss die Erinnerung an Downtown-Toronto,

an die Autobahnbrücken, Bistros

und Parks, an den pulsierenden Verkehr

zwischen den Wolkenkratzern, an die

Lichter der Stadt, die irrlichtern wie das

Flackern eines unsteten Geistes.

Deutlicher dann die Übernahme des

Wohnmobils. In Cookstown, gut eineinhalb

Fahrstunden von Toronto entfernt.

Eine kurze Einführung, das Elektrische

wird erklärt, des Abwassersystem, WC,

Dusche, Gasherd und Klimaanlage, dazu

einige Tipps, und los gehts. Nach Kingston

am Ostende des Ontariosees, und dies

mit einer Einzimmerwohnung auf Rä-

Seetaucher,

Fischotter,

Streifenhörnchen (v. l.).

dern, knapp zehn Meter lang und dreieinhalb

Meter hoch. Ein Monstermobil!

Ich war froh und dankbar, die Reise

auf einer verkehrsarmen Landstrasse beginnen

zu können. Allerdings gewöhne

ich mich schnell an die Dimensionen des

Motorheimes. Ganz im Gegensatz zum

Scheppern und Klappern der Inneneinrichtung,

das hie und da die Befürchtung

aufkommen lässt, dass demnächst die

ganze Küche auseinanderbrechen würde.

Weite Wiesen. Felder. Seen und Flüsse.

Landwirtschaftsgebiet, gespickt mit Weilern

und sauber herausgeputzten Ortschaften.

Im Grossraum Ontario ist Kanada

dicht besiedelt, und auch wenn die

Wildnis gewissermassen gleich um die

Ecke liegt, bekommt man sie

im Vorbeifahren nur ah-

nungsweise mit.

Gegen sechs Uhr abends

kommen wir in Kingston an,

einem hübschen Hafenstädtchen,

das einst gar Landeshauptstadt

war. Heute ist es

ein touristisches Highlight

und das Tor zu den Thousand

Islands, einem Insel-

Der auf rotem Granit

stehende Leuchtturm des

Killarney Provincial Park

dient Malern und Fotografen

gleichermassen als Motiv.

Reisen


Dominique Plouffe

ist Barmann im

In-Lokal Vine yards

in Ottawa.

Ein Ausflug auf

dem Ontariosee

bei gediegenem

Essen und

Rhythm ’n’ Blues.

gewirr zwischen Ontariosee und Sankt-

Lorenz-Strom.

Eine Sonnenuntergangs-Kreuzfahrt ist

angesagt. Wir parkieren am Hafen, besteigen

die «Island Princess», und während

die Sonne glutrot im Ontariosee versinkt,

kreuzen wir bei gutem Essen und mit

Rhythm ’n’ Blues durch den Inselgarten.

Drei Stunden lang. Als wir dann mit unserem

Wohnmobil im Campingplatz Rideau

Acres einchecken, ist es stockdunkel. Und

dass der direkt am Wasser und inmitten

einer ungemein malerischen Gegend liegt,

entdecken wir erst am nächsten Tag. Als

ich vor das Wohnmobil und in den zartrosafarbenen

Morgen trete, denke ich,

dass so das Aufwachen im Paradies sein

muss. «Was für ein Morgen!»

Ein Prost dem Samichlaus

«Willkommen in Otta-WOW, dem neuen

Ottawa.» Mike Bulls, ein drahtiger,

freundlicher Mann mittleren Alters, begrüsst

uns mit breitem Lächeln und kräftigem

Händedruck. Bulls arbeitet für Ottawa

Tourism, repräsentiert aber ganz

Kanada. Mike ist Kanadier durch und

durch, stolz auf sein Land, herzlich, offen,

weltgewandt, hilfsbereit. Er würde sich

vermutlich nicht scheuen, sich vor ein

Auto zu werfen, nur um ein Streifenhörnchen

zu retten. Mike tut alles, damit Besucher

sich nicht bloss als Touristen fühlen,

sondern als Gäste.

Das ist in Kanadas Hauptstadt nicht

schwierig. Denn Ottawa ist eine Wohlfühlstadt,

wunderbar entspannt und malerisch

am Südufer des Ottawa River gelegen.

800 000 Einwohner, viel Grün,

vergleichsweise wenig Verkehr, keine Wolkenkratzer,

keine engen Häuserschluchten.

Alleen und ein weitgespanntes Netz

von Velo wegen, die am Fluss und dem

Rideau-Kanal entlang führen, verbinden

sämtliche touristischen Highlights. In der

Innenstadt ge pflegte Häuser, gute Restaurants,

gemütliche Bistros und gediegene

Hotels. Und dass der in eleganten Schlaufen

dahinfliessende Ottawa River die

Grenze zwischen dem englischsprachigen

Ontario und dem welschen Québec bildet,

wird einem auch dann nicht bewusst,

wenn man vom Parlamentshügel aus hinüber

nach Gatineau blickt, Ottawas französischsprachiger

Schwesterstadt.

Die beiden durch Brücken, Busse, Kultur

und Nachtleben miteinander verbundenen

Städte bilden ein einträchtiges Mit-

einander – zumindest städtebaulich.

Nichts scheint die Harmonie stören zu

können. Ausser vielleicht das Wetter.

Es ist Ende Oktober, die Sonne steht

im Mittag und heizt die Stadt auf über

dreissig Grad auf. Und wir sind mit dem

Velo unterwegs. Der Schweiss brennt in

den Augen, der Helm drückt, Hemd und

Rücken sind klatschnass, und ein Abstecher

ins Canadian Museum of Civilization

ist mehr als bloss eine Option – schon der

klimatisierten Räume wegen.

Das Museum ist für Ostkanada-Reisende

ohnehin ein Muss, ebenso wie die

Niagarafälle. Und auf seine Art ist es nicht

weniger spektakulär als die berühmten

Wasserfälle. Das vom indianischen Architekten

Douglas Cardinal konzipierte Museum

of Civilization ist ein bauliches

Meisterwerk im Dienste der Geschichte

Kanadas. Mit sorgfältig präsentierten

Exponaten, grossräumigen Installationen

und kunstvoll inszenierten historischen

Begebenheiten bringt es seit 1989 den Besuchern

Land und Leute näher.

Geschichten aus dem Alltag erzählt

Dominique «Nik» Plouffe, Barmann im

«Vineyards». Er hält sich jedoch eher an

Handfestes und serviert seine Anekdoten

zu einem der 400 Weine oder 270 Biere,

die das gemütliche Lokal beim Byward

Market zu einem «In-Place» machen.

Nik selbst ist nicht nur ein profunder

Kenner seines Fachs, er ist auch ein grosser

Bierliebhaber und bringt mich nicht

schlecht in Verlegenheit, als er mich nach

dem «Samichlaus-Bier» fragt, einem offenbar

ungemein köstlichen Starkbier, das

er einst in der Nähe von Lausanne kredenzt

bekommen habe und das, falls er

sich nicht täusche, immer noch in Schweizer

Besitz sei, aber inzwischen im Ausland

gebraut werde. «Kriegt man das noch?»,

fragt er und tischt mir ein lokales Ale auf,

«wenn ja – wo?» Fragt und sagt, er würde

es gerne in sein Sortiment aufnehmen. Ich

stottere: «Öh, keine Ahnung» und dass es

mir leid täte, «aber ich kenne besagtes Bier

nicht», Lausanne liege eben nicht gleich

bei Zürich, wo ich wohne, aber seis drum

– «cheers and prost».

Vor dem Camper ein Morgenkonzert

Frühstück im Freien. Kaffee, Rührei, Tomaten.

Der Himmel zeigt sich heiter über

Ottawas idyllischem Municipal Campground,

die Sonne blinzelt verschlafen

zwischen den Bäumen hervor, und die

Das Canadian Museum of

Civilisation zeigt die Geschichte

Kanadas und seiner Ureinwohner,

die Besucher geniessen auch

den Blick über den Fluss auf das

Parlamentsgebäude von Ottawa.

➽ Reisen ohne Sorgen – 9 Regeln für den Camper-Fahrer

Am Rastplatz: Wo immer der Camper hält, die Natur ist vor der Tür.

1. Wohnmobile nennt

man in Nordamerika RVs

– Recreational Vans, also

Freizeit-Vans –, und die

gibt es in diversen Grössen

und für unterschiedliche

Ansprüche. Wählen

Sie ein geeignetes Gefährt,

denn «grösser» ist

nicht gleich «besser»,

sondern es gilt, je grösser,

desto sperriger.

Sind Sie längere Zeit am

selben Ort, tut ein geräumiges

Wohnmobil gute

Dienste, beabsichtigen

Sie aber täglich weiterzureisen

und machen keine

weiten Bögen um grössere

Orte, sind Sie mit einem

kleinen RV besser bedient.

2. Mit einem RV zu reisen,

ist teurer, als man denkt.

Mit Zusatzkosten für Versicherungen

und Taxis

(zum RV-Vermieter oder in

die Innenstädte) ist zu

rechnen, zudem sind vorab

die grösseren Vehikel durstig

und brauchen locker

bis zu 25 Liter Benzin auf

100 Kilometer. Gut ausgerüstete

Campingplätze

kosten zwischen 30 und

60 Dollar (mit Anschlüssen

für Strom, Wasser,

Toilette).

3. Lassen Sie den Wagen

wenn immer möglich auf

den Campingplätzen

stehen. Innenstädte sind

nichts für grosse Fahrzeuge

– gewisse RV-Vermieter

verbieten gar

Fahrten in die Zentren von

Ottawa, Québec oder Montreal.

Shuttles, Busse oder

Taxis bringen Sie stressfrei

durch die Innenstädte.

4. Bleiben Sie ruhig,

auch wenn mal etwas

nicht klappt. Nicht vergessen:

Sie haben Ferien!

Versuchen Sies einfach

nochmals, oder bitten Sie

Ihren Camping-Nachbarn

um Hilfe – Kanadier sind

nett und hilfsbereit. Im

schlimmsten Fall: Notfall-

Nummer der Verleihfirma.

Funktioniert meist problemlos.

5. Nehmen Sie sich Zeit

– verweilen Sie an Orten,

wo es Ihnen gefällt. Ontario

ist ohnehin zu gross,

um alles sehen zu können.

6. Über Nacht campieren

sollten Sie auf Campingplätzen

– an romantischen

Seeufern und idyllischen

Buchten ist

«Overnight-Camping»

meist untersagt.

7. Ein Navigationsgerät

kann Ihnen Zeit und Ärger

sparen. Im Gegensatz zu

neuen Miet-PWs verfügen

die RVs in der Regel über

keine Navis, laden Sie also

die Kanada-Karte auf Ihr

Heimgerät, und nehmen

Sie es mit. Es lohnt sich.

8. Übernachten Sie vor

der Rückgabe des RV in

der Nähe der Verleihfirma.

Buchen Sie etwa bei

Fraserway in Cookstown,

können Sie auf dem

schön gelegenen Nicolston

Dam Campground nächtigen

– zehn Fahrminuten

vom Verleiher entfernt.

Das schont die Nerven.

9. Last, but not least:

Streichhölzer nicht vergessen!

Um ein Lager- oder

Grillfeuer anzufachen,

taugt der elektrische

Gasanzünder aus der

RV-Küche nicht.

62 Schweizer Familie 6/2013 Schweizer Familie 6/2013 63

Reisen


Reisen

Das ist der Reiz von Camper-Ferien: Zusehen, wie der Tag erwacht.

Den Geräuschen lauschen, dem Gezwitscher der Vögel, dem Gequake der Enten,

und auch das Gekeife nervöser Eichhörnchen ist es wert, gehört zu werden.

Schatten ziehen sich langsam in den Wald

zurück. Am Tischende kauert ein Chipmunk

und verfolgt gespannt jede Gabel-

Bewegung, wohl in der Hoffnung, dass

etwas für ihn abfalle. Auf einem nahen Ast

keift zischend ein genervtes Eichhörnchen

und zeigt dabei seine Nagezähne, als imitiere

es einen Säbelzahntiger. Ob das Geschimpfe

des Nagers uns oder dem Streifenhörnchen

gilt, ist nicht auszumachen.

Es spielt keine Rolle, das Tierchen hatte

schon miese Laune, als wir tags zuvor

unser Wohnvehikel zwischen den Bäumen

parkierten.

Es sind spezielle Morgen, die einem die

Reise mit einem Wohnmobil beschert.

Eigentlich, finde ich, sind es genau diese

Morgen, die den Reiz von Camper-Ferien

ausmachen. Zusehen, wie der Tag erwacht.

Den Geräuschen rundum lauschen,

dem Gezwitscher der Waldvögel,

dem Gequake der Enten, und auch das

Gekeife nervöser Eichhörnchen

ist es wert, gehört zu werden.

Manchmal sieht man auch

grössere Tiere, selbst in stadtnahen

Campsites wie jenem von

Ottawa. «Im Herbst äsen jeweils

Hirsche auf der Lichtung», erzählt

Manager Don Murphy, und

letztes Jahr habe an einem frühen

Morgen gar ein Bär vorbei-

➽ Ontario im Motorhome – Wildnis und moderne Städte

Ein Land wie fürs Reisen gemacht

Das Parlamentsgebäude in Ottawa.

Reiseziel: Ontario, Kanadas

zweitgrösste Provinz, bedeckt

über eine Million Quadratkilometer

und erstreckt sich von

den Grossen Seen an der US-

Grenze bis zur eisbedeckten

Hudson Bay am Atlantik. Während

der landwirtschaftlich

geprägte Süden mit den Städten

Toronto und Ottawa dicht

besiedelt ist, bietet der Norden

Wälder, Seen, Flüsse, Tundra.

Anreise: Air Canada fliegt die

Strecke Toronto –Zürich (und

zurück) im Sommer täglich, im

Winter fünfmal in der Woche.

www.aircanada.com

64 Schweizer Familie 6/2013

Wohnmobil: Mit dem Wohnmobil

lässt sich Ontario gut er-

kunden – auch wenn man mit

diesen Fahrzeugen die Städte

meiden sollte. Campingplätze

an den Stadträndern und gute

Busverbindungen sorgen für

stressfreie Abstecher nach

Toronto, Ottawa oder zu den

Niagarafällen. Gut ausgebaute,

idyllische Campingplätze gibt

es überall – wer in den Sommermonaten

in Provincial Parks

campieren möchte, sollte frühzeitig

einen Platz reservieren.

Rundfahrten: Nordamerika-

Spezialist Travelhouse/Skytours

bietet eine grosse Auswahl an

ausgewählten Motorhome-

Reisen durch den Osten von

Kanada an.

Cathy und Frank Lübke.

geschaut. Das war «no problem at all»,

meint Don und grinst, das Tier habe sich

getrollt, als es ihn und seinen Hund gesehen

habe. Man kann es dem Petz nicht

verdenken. Don war in früheren Tagen

ein bekannter Rugby-Spieler und ist auch

heute noch gut im Schuss,

und sein Hund, etwas zwischen

Labrador und Grizzly,

wirkt auch nicht gerade so, als

ob er jedem Ärger bereitwillig

aus dem Weg ginge.

Bären trifft man in Ontario

selten, nicht einmal im

Algonquin Provincial Park, in

dessen Wäldern sich gegen

«Mounties» nennen die

Kanadier die Mitglieder der Royal

Canadian Mounted Police.

Auskünfte: 058 569 95 08

und www.travelhouse.ch

E-Mail: info.skytours.na@

travelhouse.ch

Preisbeispiel: Eine 14-tägige

Motorhome-Rundreise durch

Ostkanada mit Start und Ziel in

Toronto kostet bei Travelhouse/

Skytours für 2 Personen ab

1136 Fr. inkl. Motor home sowie

1 Übernachtung im Flughafenhotel

in Toronto. Nicht dabei

sind die Flüge Zürich–Toronto

und zurück.

Mit Air Canada bei Travelhouse

ab 1299 Fr. pro Person.

Tipp: Zwischenhalt in der am

westlichen Ausläufer des Lake

Nipissing gelegenen Lodge des

Schweizer Ehepaars Cathy und

Frank Lübke.

Kontakt: The Westarm Lodge

and Restaurant, Rural Route 3,

St. Charles, Ontario, Kanada

(706) 993 39 64 und

(705) 867 52 86

Aus der Schweiz:

044 586 45 88

www.thewestarmlodge.com

Diese Reportage der «Schweizer

Familie» wurde unterstützt

von Travelhouse/Skytours sowie

von Air Canada.

2000 Schwarzbären tummeln sollen. Die

einzigen Hinweise auf Bären, die wir dort

entdeckten, waren ein frischer Pfotenabdruck

am Ufer des Canisbay Lake sowie

ein ebenfalls nicht allzu altes, mit Beeren

gespicktes Verdauungsendresultat. Nicht

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Rügen – mehr als eine Insel

Direktbuchung

unter www.car-rouge.ch

oder Telefon 031 750 70 70

allzu spektakulär, zugegeben, aber für erhöhte

Wachsamkeit und einen leicht beschleunigten

Puls reichte es allemal.

Nun, Bären sah ich keine. Dafür kamen

einige Tage später die Elche. Standen

plötzlich im hohen Sumpfgras am bewal-

Feiner weisser Sandstrand und steil aus dem Meer aufragende Kreidefelsen, pulsierende

Seebäder und verträumte Dörfchen, ursprüngliche Fischerdörfer, dichte Buchenwälder

und saftige Wiesen an Bodden und Wieken, grüne Alleentunnel sowie malerische

Buchten machen die 18 Inseln und Inselchen Rügens zu einem Ferienparadies.

Weit reicht der Blick vom neuen Leuchtturm hinüber zur autofreien Schwesterinsel

Hiddensee, einem in weiten Teilen unberührten Naturschutzgebiet. Auf der charmanten

Sonneninsel Rügen wird man das Gefühl nicht los, der Süden sei im Norden.

HIGHLIGHTS:

• Insel Rügen

• Autofreies Hiddensee

• Steilküste Kap Arkona

• Schifffahrt Kreidefelsen

• Seebad Sellin

• Hansestadt Stralsund

• Binz - die Perle Rügens

REISEPROGRAMM:

1. Tag: Schweiz – Hildesheim

2. Tag: Hildesheim – Rügen

3. Tag: Insel Rügen

4. Tag: Insel Hiddensee

5. Tag: Stralsund – Binz

6. Tag. Rügen – Leipzig

7. Tag: Leipzig – Schweiz

Premium Vorteile

8 Premium-Bus (2 + 1 Bestuhlung)

8 Erstklass- und Luxushotels

8 Kleine Reisegruppen (max. 33 Personen)

Qualität auf Reisen.

2013

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vom Spezialisten.

Der Lily Lake ist

von Seerosen fast

zugewachsen.

deten Ufer des Lily Lake und taten sich

an den Wasserpflanzen gütlich. Es war

später Nachmittag – wir hatten in der

Zwischenzeit vom Wohnmobil in eines

der gemütlichen Häuschen der Westarm

Lodge am westlichen Ausläufer des Nipissing-Sees

gewechselt –, und ich erkundete

in einem Boot die faszinierende Flusslandschaft.

Ich genoss die Stille, staunte

ob der grossartigen Natur, fotografierte

Inseln, Bäume, Seerosen und wartete darauf,

dass die Schatten länger wurden und

das Licht die Landschaft in warme Töne

kleidete.

Ihre Majestät, der Elch

Und da standen sie, friedlich äsend, aber

immer wieder um sich blickend. Motor

drosseln, Kamera entsichern, Kurs aufs

Ufer, Blick durch den Sucher – zu weit

REISEDATEN

So. 26.05. – Sa. 01.06.

So. 30.06. – Sa. 06.07.

So. 25.08. – Sa. 31.08.

So. 15.09. – Sa. 21.09.

Einsteigeorte: 12 x in der

Deutschschweiz.

INBEGRIFFEN

Fahrt im Premium-Bus, 6 x

Halbpension, Königsstuhl –

Kap Arkona, Besichtigung

Stralsund, Schiffsrundreise

zu den Kreidefelsen, Schifffahrt

zur Insel Hiddensee, lokale

Reiseleitung vom 3. bis 5. Tag

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weg, die Viecher, näher ran. Aber leiseleise,

langsamlangsam. Blick durch den

Sucher. Elche im Fokus. Der eine hebt den

Kopf. Blickt mir direkt ins Auge und ist

auch schon – MIST! – mit seinem Kumpel

im Wald verschwunden.

Seis drum, es war eine Begegnung, die

einem prächtigen Tag zusätzlichen Glanz

verlieh, und als ich abends beim Barbecue

Regina und den Schweizer Lodge-Besitzern

Cathy und Frank Lübke von den Elchen

am Lily Lake erzählte, waren die

Tiere nicht nur näher zum Boot gerückt,

sondern auch wacker gewachsen …

Obwohl in den Wäldern zwischen Lake

Nipissing und dem Lake Huron Elche

ebenso wie Bären und Wölfe herumstromern,

sind es andere Tiere, die diese unweit

von Toronto entfernte Bilderbuch-

«Für Fischer sind die Gewässer des Nipissing ein

wahres Paradies. Die meisten unserer Gäste sind denn

auch enthusiastische Petri-Jünger.»

Frank Lübke, Westarm Lodge

landschaft zum Begriff machten – Muskies.

Fische, die mit unseren Hechten verwandt

sind, diese aber klein und schwächlich

aussehen lassen. «Für Fischer sind die Gewässer

des Nipissing ein wahres Paradies»,

sagt Lübke, entsprechend seien die meisten

der Lodge-Gäste auch enthusiastische

Petri-Jünger – ich könne es gerne mal

selbst mit Angeln versuchen.

Danke, nein, ich lasse die Flossentiere

in Ruhe. Nicht, weil mir die Musse zum

Angeln fehlte, nein, ich habe es einfach

nicht so mit Fischen – ich ziehe ein ordentliches

Steak jeder aus dem Wasser gezogenen

Kreatur vor, und ausgestopfte

Fische an Wohnungswänden dünken

mich eher gruselig als heimelig. Zudem

finde ich es in fremden Gegenden anregender,

Ausflüge in die Umgebung zu

Come up, Slow down

Damit Ferien unvergesslich werden.

Geniessen Sie die Vielfalt des perfekten Winters. www.gstaad.ch/winterpauschalen

unternehmen, als stundenlang aufs Wasser

zu stieren. Und so fing ich im Lake

Nipissing keine Muskies, wanderte dafür

im Mashkinonje Provincial Park, kreuzte

im Parry Sound durch die 30 000 Inseln

der Georgian Bay, staunte ob des Wahnsinns-Sonnenuntergangs

über dem Linger

Long Lake und des beinahe brüllenden

Morgenglühens über der Westarm Lodge,

kletterte über die Granitfelsen des Killarney-Leuchtturms,

blickte über die endlose

Weite des Lake Huron, sah im Hafen von

Killarney zum ersten Mal Fischotter in

freier Wildbahn, liess mir daselbst fantastische

Fish & Chips schmecken, trank ein

Bier dazu und grüsste im Stillen all jene

Hechte und Muskies, die sich vor mir

nicht haben in Acht nehmen müssen –

what a wonderful, wonderful world … ■

visu’l

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